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Full text of "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit"

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M>    ,1  LM  I.IHRAKV 


ANZEIGER 


FÜR  KUNDE  DER  DEUTSCHEN  VORZEIT. 


Neue  Folge. 


ORGAN  DES  GER^SIANISCHEN  MUSEUMS. 


Fünfter    Band. 

Jahrgang   1858. 


Nürnberg,  im  Verlng  der  arti'^tiscli  -  literarischen  Anf^tnlt  des  germanischen  Museums. 
Lei p/. ig,   in  Commission  bei  Friedrich  Fleischer. 


THE  J  PAlJt  cr^TY  CENTER 


Redaction  des  Anzeigers: 

Freiherr  H.  v.  u.  zu  Aufsefs,  Dr.  jur. ,  erster  Vorstand  des  germanischen  Museums. 
Aug.  V.  Eye,  Dr.  philos.,  Vorstand  der  Kunst-  und  Allerlhunissammlungen. 
Karl  Frominann,  Dr.  philos.,  Vorstand  des  Archivs  und  der  Bibliothek. 


Beiträge 

zu  vorliegendem  Bande  haben  geliefert: 


Andresen,  .\n(lr.,  Dr.,  II.  Conservalor  bei  der  Bililiolhck  des 
giTtnan.   .Miisi-unis. 

Barack,  K.  A.,  Dr.,  Si-kretiir  und  I.  Conservalor  liti  diT  BiMio- 
thek   (los  geriii.   Museums. 

Bartsch,  Karl,   Dr.,  Professor  an  der  Universilät  zu  Rosloik. 

Kirlinger,  A.,  Dr.,  Alumnus  des  Prieslerseminars  zu  KoUenburg. 

Brückner,  G.,  Professor  an  der  Realschule  zu  .Meiningen. 

Essellen,  iM.   F.,  k.  pr.  Hofrath,  in  Hamm. 

Eslorff,  G.  O.e.,  Freih.  v.,  k.  nieder!.  Kammerherr,  auf.Srhlofs 
Jäjersburg. 

Falke,  Jac.,  Conservalor  liei  der  Kunstsammlung  des  german. 
.Museums  (jetzt:  fürsll.  Liechtensteinischer  Bibliothekar  in 
Wien). 

Falke,  Johannes,  I.  Sekretär  des  gerjnan.  .Museums. 

Fischer,  k.  Pfarrer,  in  Artelshofen. 

Oaulsch,  Karl,   Dr.,  in   Dresden. 

Gcnrjler,  II.  G.,    Dr.,  Professor  an   der  Universität  zu  Erlangen. 

(Irehel,  Alexander,  k.  Friedensrichter,  in  St.   Goar. 

llahndorf,  S.,   in   Cassel. 

Hekliir,  Enno,  11.   Sekretär  des  german.   Museums. 

Uerschel,  Archivar,  in  Dresden. 

Uiifler,  C,  Dr.,  Professor  an  der  Universität  zu  Prag. 

Kelle,  Dr.,   Professor  an  der  Universität  zu  Prag. 

Keller,  A.  v.,  Dr.,  Rector  und  Professor  der  Universität  Tü- 
bingen. 

Kühler,  Reinh.,   Dr.,  grofsherz.   Bibliothekar,   in   Weimar. 

Krämecke,  Eduard,   Dr.,   Gymnasiallehrer,  in   Warbiirg. 

Kuchenhuch,  Kreisgerichtsralh,   in   .MUnchehert'. 

Ledehur,  Leop.  Freih.  v.,  Director  der  Kunstkarnnier  in   Berlin. 

Lochner,  G.   W.  K.,  Dr.,  k.  Sludienrektor,   in   >ürnberg. 

Loli,  Wilhelm,  Dr.,  in  Cassel. 

Lülike,  Milhelm,  Dr.,  Professor,  in  Berlin. 


Marmor,  J.,   Dr.,  praktischer  Arzt,  in  Constanz. 

Manch,  Eduard,  k.   Zeichnungslehrer,  in  Ulm. 

Mooyer,  E.   F.,   in   Minden. 

Müller,  Job.,  Dr.,  Conservator  bei  der  Alterthumssaniinlung   des 

germ.   Museums. 
Pfei/fer,  Franz,  Dr.,  Professor  an   der  Universität  zu   Wien. 
Primls,  C,  Reehlspraktikant,  in  Nürnberg. 
Rabus,  Leonh.,  Dr.,  in  Worth  (jetzt:  Lehrer  zu  St.  Goar). 
Beltberr),  R.  v.,  in   .München 
Riinkel,  Martin,  Dr.,  Redacteur,  in  Düsseldorf. 
Schmidl,  K.,  Dr.,    Professor    an    der   theologischen    Faculläl    tu 

Strafshurg. 
Schneegans,  Ludw  ,  Dr.,  Sladtarchivar,  in  Strafshurg  (+). 
Schönhulh,  Ottm.,  Pfarrer,  in  Edelfingen. 
Schuler  von  Lihloy,  Friedr.,  k.   k.  Professor  an   der  Reihtsaka- 

demie  zu  Hermannstadt. 
Seiberli,  J.  S.,  k.  pr.  Kreisgerichtsdirektor,  in  Arnsberg. 
Soldan,  Wilb.,  Dr.,  Professor  an   der  Universität  zu  Giefsen. 
Sommer,  G.,   k    pr.  Baüinspektor,  in   .Mirseluirg. 
Slaudinger,  Jul.,   Dr.  jur.,   in   Cadolzburg. 
Stemel,  Th.,  Pastor,  in  Nutha  hei  Zerbst. 
Slöber,  Aug.,  Professor  am  Collegium  zu  MQlhausen. 
Trofs,  Ludw.,   Dr.,  Oberlehrer,   in   Hamm. 
Voigl,  Job.,  Dr.,  k.  pr.  geh.   Regierungsrath,    Professor  an   der 

Universität  zu   Königsberg. 
UiiriilUinir/,  l.  A.,   Dr.,  k.   \v.  geh.   Iliifrath,  in  Stuttgart. 
ll'i'Wcr,   Emil,   in  Zürich. 
'Aahn,  Jos.,  Professnrscaudiilal,  in   Wien. 
Z(/;>/',  Ludwig,  Redacteur,  in  Münchberg. 
Zingerle,  Ign.  Vinz.,  Dr  ,  Gymnasiälprofessor,  in  Innsbruck. 
Zu/)//,  iL,   Dr.,  grofsb.  bad.  Hofrath,  Professor  au  der  Universität 

zu   Heidelberg. 


WijKlfBEEO.  Dm  Abonnement  de»  BUite«, 
welchia  alle  Monat«  eraeheinl ,  wird  ganl- 
jähriK  aiiBenommen  nnd  betrim  nach  der 
neuesten  Postcoiirentlon  bei  allen  Postäm- 
tern undBuchhandlUHKen  nrutschlands  incl. 
Ocstreichs  2  fl.  42 kr.  im  Sl  li.  -  Fuf»  oder 
1  Thlr.  IG  Sgr. 

Für  FraTtkrfieh  abonnlrl  nian  in  btrafs- 
burg  bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben. Nro.23.rueNotreDamedeNaiareth, 
und    bei  der   deutschen  Buchhandluui»  von 


ANZEIGER 


m  um  DER 


fiescbicbte. 

Persontn- 
geschiilile. 
Biofrraphieen. 


Nene  Pol^e. 


F.  Klincksieclc ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  oder 
bei  dem  Postamt  in  Karlsruhe;  für  A'nj- 
land  bei  Williams  &  Norgate,  U  Henriette- 
Street  Covent-Garden  in  London ;  fUr  Xord- 
amtrika  bei  den  Postämtern  Bremen  und 
Hamburg.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anzeigers  und  dessen  wissenschaftlichem 
Gebiete  in  Verbindung  stehen,  werden  aul- 
genommen und  der  Raum  einer  Coluronen- 
ceile  mit  7  kr.  oder  2  Sgr.  berechnet. 


ini\ 


\ 


flV] 


Fünfter  Jiihr£»ana 


fe""fe- 


1858. 


ORGW  DES  GEini AMS(  UFA  MUSEUMS. 

JM  I. 


Januar. 


Wisseusclialdiiiie  .>liltlieiliiiiü;eii. 


Heinz  t'ber(«%ereli'M  liied  von  I^iclas 
^TIufTel.     I4e». 

Milsretheill  von  Prof.  Dr.  C.  lloficr  zu  Prap. 
Anno  1461  —  so  erzählt  eine  der  vielen  Nürnbero^er 
Chroniken  —  fing  der  from  Marggraf  Albrecht  abermals 
ein  unralh  an  mit  Herzog  Liidwieen  ans  Bayern  es  beten 
seine  arme  leut  kaum  ein  «enig  «icjer  aufgebaut  kam  also 
gemeller  Morggraf  gen  ^i^rnbcrg  auf  das  raihhaiis  und  bat 
einen  erbarn  ralh  der  stat  umb  hielf  wider  den  herzoff 
Ludwigen  wie  ers  denn  wohl  um  die  herni  von  Miriiherg 
verdienet  hcl  •)  als  wir  kürzlich  gehört  haben.  Also  hiel- 
ten die  herrn  so  lang  rath  darüber  dafs  ihn  die  weil  zu 
warten  zu  lang  gedeucht,  ging  also  ungevordert  in  die 
Raihstuben,  da  wurdl  ihm  von  einem  erbarn  ralh  furgehal- 
ten.  er  het  aus  kayserlichem  recht  sein  haupt  verloren;  denn 
sie  hellen  kayserliclie  freiheit,  dafs  nymani  in  der  raihstuben 
ohngefordcrl  gehen  soll  hei  verlierung  des  haupls.  Da 
sprach  M.  Albrecht:  mir  nicht  mir  niibl  und  ging  also  wi- 
der aufs  der  rathstiihcn.  Zuletzt  ward  ihm  durch  herr  M- 
colaus  Mufti  ein  antwordt  wie  das  ein  crbar  rath  be- 
schlossen wäre,  in  disem  krieg  still  sitzen  \ud  keiiitni  theil 
zu  helfen;  wo  aber  er  oder  sein  widiTlIiail  etwas  in  diser 
slarit  zu  ihrem  krieg  dienstlich  zu  kaufen  bette,  das  solt 
beiden  Iheilen  zu  kaufen  vergunt  sein.  Da  sprach  der  Jlarg- 
graf  Albrecht:    Sielie   du    Muffel  m;iul.    wie    hiislii   solang 


daran  gemuffelt  bis  du  es  heraus  gemuffelt  hast,  und  schied 
also  ab.  — 

1469  am  F.richtag  vor  .tlichaeli  hat  mau  hier  Nicolaus 
.Muffel  zu  Nürnberg  gehenkt,  welcher  war  ein  losung- 
herr  vnd  das  darumh  das  er  dem  Marggrafen  die  brief 
über  die  bürg  vnd  änderst  wohin  gehüris  zugetlelt  bei 
vnd  nam  man  in  von  dem  Galgen  am  lag  kunigund  in  der 
Fasten  vnd  führet  in  Geneschenau,  *)  daselbs  ward  er  von  den 
seinen  begraben.  Darnach  kam  der  schentlich  .Marffsraf  vnd 
die  herrn  von  Nürnberg  bei  ihrer  gerechtigkeit  bleiben  der 
hischoff**)  wegen  für  den  Kaiser  (Friedrich  IV.);  aber  er 
wolt  darüber  nicht  urtheilen,  denn  er  sagt,  es  wer  der 
Heier,  wie  der  steler,  ein  dich  wie  der  ander  vnd  liefs  die 
von  Nürnberg  bei  ihrer  gerecliligkeit  bleiben,  deü  er  wufsl 
wohl  wie  dem  Jlarggrafen  die  brief  ankörnen  w  e- 
ren;  es  were  in  summa  suiTiarum  auch  des  klegers  werk 
gewesen.  — 

Diese  BUS  der  Mitte  des  XVI.  Jahrhunderts  stammende 
Chronik  ist  nur  eine  Ueberarbeilung  einer  früheren ,  aus 
welcher  ich  schon  bei  einer  anderen  Geleireiiheit  (Ludwig 
von  Eyb,  S.  83.  n.  118)  Millhcilungen  machte.  Der  Streit 
über  das  Abhandenkommen  werihvollcr  Itriefe  „über  die 
hurgk  und  anderes",  welche  angeblich  Nidas  Muffel  dem 
Mark-rrafen  Albrecht  unrechtmafsiger  Weise  zugestellt  halte. 


*)  Es    ist    kaum    nölhig,    besonders  lu  bemerken,    dafs  der 
Verfasser  hier  Ironie  gebraucht. 


*)  Andere  ("hronislen  mannen  rirliliser  Kniireul.  I>-   Keil. 

*•(   Kine   andere  (brnnik   siigl  iiiil  uielir  Waliriieil:   liriole. 


Anzeiger  für  Kunilc  der  deuLschen  Vorzeit. 


Inll  mm  durch  das  Gedicht  des  ^Heintr.  l'biTlwerch"  in 
eine  neue  Phase.  Wohl  zeigt  sich  auch  hier,  doFs  >.  MulTel 
mit  dem  Jlorkerafen  in  näherer  Bexii'huns  stand,  dn  sich  auf 
die  Nachricht  von  seiner  Gefaneenselzung  die  Markirriifin 
selbst  auf  den  Wesr  muchte,  sich  persönlich  hei  den  Nilrn- 
herser  Rulli>herrcn  für  den  Anccschnldislen  7,11  verwenden; 
allein  von  dem  «nceschnhliiilen  Beirnpe  dürfte  nach  dem 
Liede  denn  doch  keine  Hede  niihr  sein  und  dieser  sich 
vielmehr  in  einen  sehr  abscIuMillclifn  Justizmord  nufliisen, 
welcher  an  >.  .Muffel  gcuhl  wurde.  Es  ist  mir  auffüllend, 
dafs  ich  in  Jhillner's,  des  Mlrnbertfer  Sladlschreibers.  Hela- 
tionen  nichts  uher  diese  Anscleeenlieit  finiitn  konnte.  Von 
seinen  ungedrucklen  Annalen  hesilze  ich  kein  E.xemplar, 
und  die  gedruckten  reichen  nicht  so  weit.  Uehrigens  ver- 
stand es  auch  .Miillner  sehr  wohl,  von  Dingen,  welche  Nürn- 
berg nicht  zur  Klire  gereiclilen,  l'nigans  zu  nclinien. 

Das  Gedicht  fand  ich  in  einem  Manuscripte  der  Bamberger 
Bibliothek  (Sisu.I,  17),  welche  dasselbe  aus  dem  Nachlasse 
des  als  Kunstkenner  und  Hisloriograph  der  Kunst  wohl 
bekannten  J.  Heller  erlangte.  Auf  dem  letzten  sehr  abge- 
grilTeneii  Blatte  war  das  Gedicht  zu  lesen,  von  dessen  E.xistenz 
diejenigen,  welche  ihren  Studien  nach  vor  »Heu  davon  hat- 
ten Kunde  haben  mUssen,  nichts  Niihercs  mir  zu  sagen  wufsteu. 

1. 

>n  hört  ein  sach  die  i^l  nocli   iiew 

und  gar  in  kurlz  ge.-cliehen 

Dahey  man  kennet  falsche  Ircw 

die  warheit  will  ich  sehen 

von  denn  (die)  im  rat  zu  Nuremberg  sint 

wie  es  sich  hat  verlolfen 

Mit  pofsheit  sein  sie  gar  geswind 

das  clagen  scr  des  mulTels  kind 

die  hat   liic  falsdilieil   Irolleu. 

2. 
/i]  Nuremberg  treibt  man  grol'sen  gewalt 
da^  ist  ein  dag  lii'>iinder, 
di'U   niiifTel   man  für  den  höchsten  zail, 
Das  hat  mich  jmer  wunder, 
wie  das  ein  rat  so  tnilzlich  was 
lind  in  getorsleii  fallen 
ein  tctzel  des  rats  jni  waren  in  gellal^  (rni  li-il 

rl.   r.   im  w.  ij.'f) 
bei  den  er  in  der  losung  safs 
das  wurdl  yn  ungliick  machen. 

3. 
Der  tucher  was  sein  gut  gcscl 
Aufs  einem  falschen  lierizen 


er  scliulTjm  all  >ein  iiiigefell 

Got  hat  (hui?)  vor  seinen  schcrtzen 

er  ist  doch  falsch  bifs  yn  sein  hawt 

als  auch  die  andern  latten 

das  W'il  ich  singen  vberlaut 

es  ward  dem  tucher  nie  getrawl, 

das  er  yn  soll  verratten. 

4. 

Jost  telzel  isl  ein  biederman 

sein  tatt  thut  jii  rcwen 

der  yn  des  zeucht  der  leugt  yn  an 

er  maini  yn  mit  trewen 

er  hol  die  schulde  anl's  (^=:  an  des)  miilfcls  lod 

das  man  yn  so  ersterbet 

er  schain  dem  muflel  vast  sein  not 

Jobst  telzel  das  ist  dir  ein  s|)Ot 

Das  du  yii  host  geerbet. 

5. 

Der  ratt  der  was  von  langer  zeit 

wol  vber  in  ergangen 

es  scluilT  im  uiclil  dann  liafs  vnd  nein 

das  si  yn  legten  gefangen 

do  man  die  diep  viid  beswicht  legt 

do  must  er  innen  woiieii 

falsclilicil   du  hast   dich  geregt 

das  du  sie  dailzu  hast  bewegt 

sie  wollen  sein  iiit  schonen. 

6. 
Der  hanns  im  hoff  vnd  niklas  grofs 
die  sein  auch   von  geslecbten 
sie  gaben  jin  den  rechten  slol's 
niil  jren  falschen  prechlcn 
vnd  swnreii  vor  dem  richlcr  weyfs 
dieplich  liet  er  entzogen 
Tausent  gülden  bei  ircin  eyd 
Es  wirt  yn  noch  selbs  wol  leyd 
das  sie  yn  haben  angelogen. 

7. 
Die  selben  tzwcn  als  ich  euch  sag 
der  schuld  warn  sie  die  rechten 
Sie  gingen  zu  Jin  alle  tag 
vnd  warn  des  hcnkers  knechte 
vnd  tetten  jm  grofs  marter  an 
mit   vil   vmbstendeii   fragen 
er  sagt  das  er  nie  schuld  gewann 
Der  miilTel   was  ein  friiiiiiiur  niann 
er  kund  yn  nicht  ge.-.ageii. 


Anzeiger  rür  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


8. 
Sie   fraültii  yii  ffar  vnveiholcii 
vnd  leiten  yii  vasi  neiden 
Sag  Uli  ^vil^  du  uns  hii>l  g:cslolen 

der  hnnns  im  hol)  Ireyb  seil)»  das  rad 
als  man  die  armen  nullet 
zu  {rrul'ser  mailer  er  sie  päd 
seine  worl  die  wern  im  alle  schad 
sie  hettea  jn  schier  gelüttet. 

9. 
Die  marler  wcrct  alle  tag 
allein  mit  diesem  armen 
es  ist  doch  wo!  ei»  grolse  dag 
sie  hellen  kein  erparmeii 
an  jm  sie  haheii  vbelgefaren 
als  jr  die  zwen  liorl  nennen, 
kein  leyden  Ihellen  sie  jin  sparen 
vnd  wolt  er  sieh  mit  hcicht  bovaren, 
so  must  er  yn  bekennen. 

10. 

Sie  twungen  jn  mit  grol'ser  swere 

Sein  leyden  was  viimalseii 

mit  vntrew  waren  sie  im  gefar, 

sie  wollen  nit  erlal'sen 

vntz  das  er  jn  das  ja  zusagt 

vnd  gab  sich  jn  zu  schulden, 

er  sprach  als  ja  was  man  jn  fragt 

mit  grolser  marler  er  das  clagt 

vnd  mu»l  es  doch  verdulden. 

II. 
Der  MufTei  was  in  grolser  vorihl, 
und  lid  es  als  geduldig 
wie  wol  er  hell  kein  lott  verworcht 
ydoch  gab  er  sich  schuldig 
denn  er  die  marler  vorcht  so  scre 
der  niuclil  er  iiil  enirynnen, 
sein  not,  die  was  vnmenschlich  swere 
ein  RatI  halt  des  gar  kein  ere 
sie  seint  nit  wol  hey  sinnen. 
(Schlufs  folgl.J 


l>b<>r  rine  llaiKlHrlirin  «leH  liiiariii. 

Non  Professor  Dr.   Karl  liartscli. 

***"kunY'"'"'  ^'*  VcrotTcntlichung  eines  von  K.  J.  Schroer  aufgefun- 

denen Bruchstückes  (Presburg,  1U57;  Beilege  zu  >'r.  12  des 


Zastände. 

Sprache   u. 
Schrift. 


Anzeigers  1857)  veranlafst  mich,  die  grade  in  meinen  Hun- 
den belindliche  Pommcrsfeliler  Handschrilt  des  Liiariii  näher 
zu  besprechen.  Sie  wurde  \  oii  ßelliniann  enldeckl  und  in 
Pertz'  Archiv  9,  539,  dann  in  Haupl's  Zeitschrift  5.  371 
aufgefilhrl.  ohne  rials  dadurch  ihr  Veiliiillnirs  zu  den  iihrigen 
Bearbellungcn  bestimmt  wurde.  Herr  Schroer  nimmt,  auf 
Gödekes  „Mittelaller"  geslülzt,  (dessen  Grundrifs  scheint  er 
noch  nicht  gekannt  zu  haben)  zwei  Hecensionen  an,  zu 
deren  erster  sowohl  die  Pommersfclder  lls.  wie  das  Pres- 
burger  Bruchstück  gehören.  Diese  Kecension  gehört  nach 
Giideke  (Grundrifs  S.  70)  an  da>  Ende  des  1  3.  Jahrliunderls: 
sie  kann  nicht  friilier  ahgefal'sl  sein,  weil  Verse  von  Konrad 
von  \\  iirzbiirg  benutzt  wurden.  Das  altere  Gedicht  des 
13.  Jahrhunderts,  das  in  einer  h'rankfiirler  und  einer  Kopcn- 
hugener  Handschrift  erhalten  ist,  bezeichnet  Schröer  nicht 
als  besondere  Recension,  sondern  fuhrt  die  Kopenhagener 
Handschrift  unter  den  Hss.  seiner  ersten  Bearbeitung  auf. 
Aber  sclion  diese  früheste  erhaltene  weist  auf  ein  iilleres 
Gedicht  hin,  das  noch  dem  12.  Jahrh.  angehorte,  das  aber 
verloren  ist.  Klar  werden  wir  in  diese  Verhaltnisse  erst 
blicken,  wenn  Fr.  Kulh  seine  Aufirahe  vollendet  h;it.  Spuren 
des  alleren  Gedichtes  aus  dem  12.  Jahrh.  linden  Meli  noch 
in  der  um  1300  gearbeiteten  Recension  in  unreinen  Reimen. 
Solche  zeig!  auch  das  Presburger  Briich.-tuck.  sliiheii  :  flii- 
yeit  14.  i/eyebeii  :  det/eii  21.  slarc  :  Wolfharl  25.  laue: 
derkuiit  52.  gangen  :  renlanden  54.  tadeiii  :  beladen  74, 
die  zum  Tlicil  aber  jüngere  Rohheit  sin<l ,  wie  auch  ich 
saclt  :  sinacli  72.  Iiaid  :  rayl  108.  Die  Piiminersfelder 
Handschrift  (Nr.  2798.  Pap.  4.  14.  Jahili.)  enthalt  das 
Gedicht  auf  lil.  77  —  101.  L'eberschrift:  Dil  mer  liei/iel 
der  laiirin.  ^Czu  berne  irax,  geseszen  Eyn  degen  so  ror 
meszen."'  Schlufs:  ~Uer  gab  sy  eynie  byder  man  Do 
to  (sol)  sy  ere  tn  loh  gewaiu"'  Dann  folgt  der  Rosengar- 
ten. Die  Handschrift  rührt  von  einem  thüringischen  Schrei- 
ber her,  über  das  Gedicht  gebort  einem  österreichischen 
Dichter.  Der  Anfang  sliminl  nicht  nur  zu  dem  von  Schroer 
beiffebrachten  Gedichte  aus  Pez  Scr.  U,  sondern  auch  zu  der 
Bearbeitung  der  Heidin  in  derselben  Pommersfclder  Hs. 
Bl.  1().  /:■  trai-  liic  ror  gest'szin  Eyn  heydvii  gar  ror- 
meszin.  Koiycndes  ist  in  Bezug  auf  den  Reim  hervorzu- 
heben. Der  Dichter  reimt  m  :  n,  wie  der  gleichfalls  öster- 
reichische Siruker,  loliesani  :  besinn  77'  :  nndcrian  7S*  : 
man  78*  98'  :  an  b7'  100*  :  dan  90*  :  gcldn  92*  97*  : 
gan  92*  94".  ininnesam  :  plan  85''  91*  91'  :  an  94'. 
freissam  :  an  99'  :  man  100*  100'  :  hcslan  10(1*  :  gan 
100*.  man  :  uam  8ü''.  dan  :  naui  101'  rndcni  :  gela- 
den 92^  sim  :  rrum  77^  82*  100".  gezemel  :  gcirenel  91*. 
Andere  consonantische  l'ngcnauigkcilcn  sind   lip  :  siril  80  ' 


Anzeiffpr  fiii    Kumli"  der  deutsclu-n  Vorzeit. 


8 


:  iil  98'.  Dielleip  :  arbeit  83''  :  gemeil  86*  :  hrcil  9'.)* 
:  reil  101*.  oheiie  :  rogele  80"".  spannen  :  anger  81*. 
gerani/eii  :  dannen  Itö'".  rani  :  spranc  84''.  Aon/  :  dranc 
85*.  sirer/  :  gelwerc  96''.  6an/  :  spranr  100*  (vielleicht 
stcunc  :  spranc?).  sluogen  :  /lugen  83*  ist  in  slitben  :  ßii- 
gen  zu  bessern,  wie  das  Presbtirscr  Brnrhslilck  1  ö.  16  reimt. 
degen  :  geben  86*  :  leben  89*  9J*  97*  97''  9b*.  (/rffce 
:  wede  87*  ist  in  biderbe  :  widere  zu  veiiindern.  derlia- 
ben  :  sagen  9-1''.  liez  :  lief  83''  86*  86''  liefse  sii  li  in 
lie  :  gie  ändern.  Der  Reim  grimme  :  gewinne  (Inliiiili>  ) 
99*"  ist  wohl  auch  kaum  lieizubehiilten  und  in  sinnen  :  ge- 
winnen zu  verbessern.  Zu  bemerkiMi  ist  imlscrdem  die  L'n- 
geuaui^keit  vocalisch  nuslautendcr  und  mit  n  schliefsender 
Reimwürter,  landen  :  schände  77^  bergen  :  getwerge  77''. 
gesellen  :  welle  TS"",  recke  :  erscrecke  (lies  erschrecken) 
sinne  :  gewinne    (Iniin.)    84*.     reinen    :  bcine    85*. 


(/;•;  96''.      lange  : 


S2^ 

der  junge  :  underdrungen  87'' 
Stangen  ^d%^.  bluole  :  wuoten  (wüte  lis.)  101*.  Diese  Reime 
künnen  ebensogut  jüngere  Uugenauisrkeit  als  iiltere  Freiheit 
sein.  Jünger  dagegen  scheint  die  eindringende  'Verbindung 
s  ;  z,  gras  :  rergaz  79''.  rergaz  :  was  84''  88*.  Voca- 
lisch ungenaue  Reimbindungen  sind  a  :  o,  garten  :  phorlen 
79*  81''  83''  94''.  orte  :  harte  101*.  Die  Auswerl'ung 
des  /(  in  niel  :  diel  96''  ist  zunächst  mitteldeutsch,  aber  den 
Gedichten  des  12.  .lalirh.  gemeinsam  und  daher  wohl  dem 
altern  Gedichte  entlehnt.  Auch  lif  hör  (=r  lif  höher)  :  vor 
100*  gehört  hierher.  Stärkere  Ungenauigkcitcn  wie  berne  : 
erden  85',  niht  :  du  silist  (Hs.  du  seijsl)  93''  können  von 
fehlerhaftem  Texte  herrühren,  aber  auch  alt  sein.  Bernere  : 
gerne  98''  ist  in  der  von  Berne  :  gerne  zu  ändern,  ebenso 
geberden  :  were  97*  in  der  gebaere  :  waere.  Zeichen  der 
jünirern  Rccension  ist  endlich  die  Verkürzung  schwacher  Prä- 
terita  im  Reim,  ranI  :  llildebranl  87*.  meit  :  cleil  93''. 
sanI  :  zehant  95*.  srhill  :  spill  97*,  sowie  die  Reiniverbiii- 
dunif  i  :  ei,  was  auf  das  Durchdringen  des  österreichischen  ei 
für  mild,  i  fuhrt,    hol  geleil  :  zit  79''  82*.    teil  :  siril  97''. 

Vergleichen  wir  scliinrsiidi  den  Te.vt  des  Presbiirirer 
Briich>lilcks  mit  der  Pdiiiiiiersiclder  H.^. ,  so  stellen  sich  be- 
deutende Vcrschiedenbeilen  heraus.  Es  sliinnien  nur  die 
ersten  vier  Zeilen,  von  kliimn  AI)U(i(liiiiii.'eii  »lisjcseben. 
Prcsb.  Br.  5 — 3h  hat  in  der  Pomm.  Ils.  nur  12  ganz  ver- 
.schicdene  Verse.  Das  folgende  ist  in  Pr.  kürzer.  V.  45  ff. 
stimmen  wieder,  aber  gleich  darauf  gröfsere  Verschieden- 
heit. Einzelne  Verse  wie  82  —  89  stimmen  wieder.  Aber  der 
Text  von  Pr.  ist  so  verdorben,  dafs  schwer  zu  bestimmen  ist, 
welcher  andere  ihm  um  nächsten  kommt.  Zur  Reccnsion  I, 
wie  Schröer  angibt,  steht  er  nicht  im  nächsten  Bezüge. 


%«viiisli'M  erMte  ztiei  Mclirii'teii. 

Null  E.  Weiler  in  Zürich. 

Die  ersten  zwei  Schriften  L'lr.  Zwingli's  sind  anonym 
und  iiocli  wenig,  vielleicht  auch  gar  nicht  bekannt,  liier 
folgen  die  Titel  genau: 

Consiliiim  ciiiusdaj  ex  aninio  cupientis  esse  consullü  et 
Rh«.  I'ontl.  Dignitati  et  Christiane  religionis  träquillitati. 
M.  D.  XXj.  Apologia  Christi  dni  nostri  pro  Marthino  Luthero 
ad  urliem  Rhomam.  o.  0.  (ZUrich).  4  Bl.  4  —  In  Zürich 
(Sladtbibl.j. 

Andere  Ausgabe  : 

Consilium  cuiusdam  e.v  aninio  cupientis  esse  consultiim 
&  R.  Pontificis  digiiilali,  A"  t'liri.^tianae  religionis  lraii(|uilli- 
tati.  o.  0.  u.  J.  (Augsburg,  Sig.  Grimm.  1521).  4  Bl. 
4.  —  In  Zürich  (Stadt-  und  Kantonsbibl.). 

Deutsche  Uebersetzuug : 

Ratschlag  eins  der  von  hertzen  begerdt  das  gnug  besehe 
des  Römischen  stuls  wirdickeit,  und  dar  zu  des  Chrislcn- 
licbeu  Stands  Ind.  o.  0.  u.  J.  (Zurieb  1521).  6  81.  4. — 
In  Ziiricb  (Stadtbibl.). 

liatbscblag  ains  der  von  hertzen  begert ,  da»  gnug 
bcscbecb  des  riiniisclien  stuls  wirdigkait  etc.  o.  0.  u.  J. 
4.      —  34.  tat.  von  F.  Butsch. 

Siiggestio  de  liberandi  super  propositioue  Hadriani  pon- 
tificis Romani  Nerobergae  facta  ad  principes  Gcrmaniac  u 
(piüdani  insenue  tum  in  coiiiune  Reip.  Cbrislianae,  tum  pri- 
vatim Geriiianiae  l'aveiite,  scripta. 

Me  legat  (|uiciin(pie  defensain  velit  *  Cbristianain  Reli- 
gionen!.    Et  Germaniae,  libertateni  vindicatam. 

Am  Ende:  M.D.XXII.  o.  0.  (Zürich).  4  Rl.  4.  —  In 
Zürich  (Sladlliibl.).  NVahrschciiiliili  miii  Ilager  gedruckt,  der 
vor  Froscbower  in  Zürich  war. 


Bibliographie. 


Haar  iiiid   Kart  der  lleiiiHrlirii   im 
.Mittelalter. 

Von  Jacob  Falke. 
In  der  gesammtcn  üufsern  Erscheinung  des  Menschen, 
soweit  .'•ie  von  der  Mode  oder  dem  individuellen  Geschmack 
abhängt,  ist  die  llaarlrachl  am  nieislen  charakteristisch,  und 
es  lassen  sich  uiiMbwcr  Beziehungen  auffinden  nicht  blofs 
mit  der  Denkweise  ihres  Trägers ,  sondern  auch  mit  cler 
ganzen  ^alion,  der  er  angehört,  und  der  Zeil,  in  welcher 
er  lebt.  Je  niedriger  die  Stufe  der  Civilisalion  ist,  auf 
welcher  ein  Volk  steht,  um  so  mehr  wird  die  \\illkiir  des 
Einzelnen    vor   einer   allgemeinen   Form    zurücktreten,    und 


Leben. 

Lobonsbcdiirf 


Anzeiger  für  Kunde  der  (ieulsclii'ii  Vdrzeit. 


10 


die  meisten  und  kunstvollsten  und  oft  so  widerslnnis^en 
Haartrachten  zeisren  sich  dann,  wenn  ein  Volk  oder  auch 
eine  janze  Zeit  mit  einer  glanzvollen  Periode  hinter  sich 
in  l.uxiis  unil  Rntartung  versinkt.  Welche  Manni^faltig-keit 
von  Formen  aber  das  fiiifsami;  Haar  ziiliir>l,  niijo-en  sie  nun 
durch  nationale  Sitte  oder  individuelle  Laune  veranlal'st 
sein,  zeigt  am  besten  das  neu  erschienene  Buch  \(iu  Dr.  J. 
H.  Krause:  Plotina  oder  die  Kostüme  des  Haupt- 
haares bei  den  Völkern  der  alten  Welt.  Leipzig. 
Dyk'sche  Buchhandl.  1858.  Dafs  ein  ganzes  Buch  hlofs 
über  die  Haartrachten  der  allen  Welt  geschrieheu  werden 
kann,  wird  Niemand  NN'undcr  nehmen,  der  mit  dem  fiegen- 
sland  selbst  und  der  Weise  archaistisch-philologischer  Stu- 
dien vertraut  ist.  Es  ist  auch  durchaus  nichts  dagegen  ein- 
zuwenden; das  Blich  lindet  seine  BeclitTertigung  sowohl  um 
seiner  selbst  willen,  wie  wegen  des  Nutzens,  der  daraus 
für  die  Geschichte  der  Kunst  und  der  Sitten  hervorgeht.  Es 
dürfte  aber  fast  nicht  minder  interessant  sein,  den  Gegen- 
stand durch  das  ganze  Mittelalter  bis  in  die  Neuzeit  zu  ver- 
folgen ;  die  Beiträge  wären  nicht  unerheblich,  welche  da- 
durch für  eine  Geschichte  der  Sitten  und  eine  Geschichte 
der  äufseru  Erscheinung  des  Menschen  geliefert  würden. 
Etwas  derartiges  küuiicii  wir  freilich  nicht  im  entferntesten 
mit  diesem  Aufsalz  bezwecken,  der  sich  des  Baumes  wegen 
beschranken  mui's  auf  eine  möglichst  kurze,  übersichtliche 
Darstellung  des  Ganges,  den  die  Tracht  an  Haar  und  Bart 
in  Deutschland  genommen  hat.  Die  weitere  Ansfiihrung 
findet  an  anderer  Stelle  statt. 

Es  ist  bemerkenswerth,  wie  die  Germanen  schon  von 
Anfang  an,  soweit  unsre  Geschichte  zurückgeht,  das  berühmte 
blonde  Haar  einer  sorgfältigen  Pflege  unterzogen,  einer 
Pflege,  die  in  Widerstreit  zu  stehen  scheint  mit  ihrer  mangel- 
haften Kleidung  und  dem  Standpunkt  ihrer  Bildung.  Die 
zahlreichen  Stellen  der  Alten  und  die  Instrumente,  die  in 
Gräbern  aufgefunden  sind,  lassen  an  der  Suche  selbst  keinen 
Zweifel  aufkommen.  Das  hloude  Haar  war  der  Gegenstand 
ihrer  Eitelkeit,  und  sie  durften  um  so  mehr  stolz  darauf 
sein,  als  sie  bei  Kömern  und  Hcimrrinneu  den  Neid  und  die 
Begierde  nach  gleichem  Besitz  walinic'hinLii  Uoriiileii  E> 
wird  ausdrücklich  versichert,  dafs  die  germanischen  Maiiiier 
mehr  noch  als  die  Frauen  in  dieser  Beziehung  eitel  gewesen 
seien.  Die  blonde  Farbe  —  woi  unter  wir  alle  Abstufungen 
bis  zum  liolh  verstehen  dürfen  —  wird  als  charakteristi- 
sches Slamnieszeichcn  ungegeben.  Einem  etwaigen  Mangel 
der  ISatur  aber  verstand  der  Germanc  durch  künstliche,  fär- 
bende Mittel  zu  Hülfe  zu  kommen.  Er  hatte  dazu  Salben 
und  Seifen  ans  Ziegenfett  und  Bucheiiaschc  und  aus  ger- 
manischeu Kräutern.     Diese   kamen   im  Handel   nach  Italien, 


und  ihrer  bedienten  sich  Römer  und  Römerinnen,  um  das 
geliebte  Blond  am  eigenen  Kopfe  herzustellen.  Wo  es  nicht 
gelang,  wurde  achtes  Haar  germanischer  Frauen  —  damals 
ein  nicht  unbedeutender  Handelsartikel  —  unter  das  eigene 
gemischt,  oder  auch  eine  Perrücke  daraus  von  mehr  oder 
minder  grotesker  Form  aufgesetzt. 

Die  deutschen  Männer  blieben  in  ihrer  Eitelkeit  nicht 
bei  der  Farbe  stehen;  sie  müssen  das  Haar  in  verschiedener, 
schon  erkünstelter  Weise  getragen  haben.  Jiivenal  spottet 
bereits  ihrer  Haarhörner  aus  gesalbten  Locken.  Am  auf- 
fallendsten trugen  sich  die  Sueven :  sie  kainmien  ihr  Haar 
aus  Stirn,  Schlafen  und  Nacken  nach  dem  Scheitel  zu,  ban- 
den es  oben  in  einen  Knoten  zusammen  und  liefseo  es  dann 
wie  einen  Zopf  oder  Schweif  (llagellum)  nach  hinten  in 
den  Nacken  herunter  fallen.  Als  die  Franken  etwas  später 
in  der  Geschichte  auftreten,  wird  von  ihnen  dieselbe  Sitte 
berichtet;  doch  schoren  sie  auch  die  Wangen  und  das  Kinn 
und  liefsen  nur  den  Schnurrbart  zu  beiden  Seiten  des  Mun- 
des in  möglichster  Länge  herabhangen.  Die  Sueven  trugen 
mit  den  übrigen  Germanen  den  Vollbart. 

\\  ir  leinen  diese  Eitelkeit  verstehen  aus  der  hölicrn  Be- 
deutung, welche  der  Deutsche  mit  dem  Haupthaar  ver- 
knüpfte. Dasselbe  «ar  uiiler  den  germanischen  Stämmen, 
zusammt  dem  Bart,  durchweg  das  Zeichen  des  freien  >Ian- 
nes,  dieser  liefs  es  überall,  wenigstens  bis  zu  gewisser  Lunge 
und  unter  gewissen  Bedingungen,  wachsen,  während  es  der 
Sklave  kurz  geschoren  trug.  Zugleich  war  es  ein  Unter- 
scheidungszeichen von  den  Hörnern  wie  von  andern  um- 
wohuenden  Völkern.  Auch  die  Gallier  trugen  es  kurz.  Ein 
freier  Mann,  der  als  Kriegsgefangener,  oder  durch  gericht- 
liches L'rtheil,  oder  als  Einsatz  des  Sjiiels  seine  Freiheit  ver- 
lor, hülste  zunächst  Haar  und  Bart  durch  das  Schcermesscr 
ein.  Die  Handlung  selbst  hatte  symbolische  und  rechts- 
kräftige Bedeutung.  Wer  sich  Haar  und  Bart  abschneiden 
liefs,  gab  sich  damit  in  die  Gewalt  desjenigen,  der  es  ab- 
schnitt. 

Die  Frauken  unter  den  Merovingerii  machen  mit  dem 
kurzen  Haar  nur  eine  scheinbare  .\usiiahine.  Nach  der  Er- 
obeniiig  Galliens  legten  sie  nlshald  iiiiler  dem  FiiiMufs  des 
Chri>lenthuin>  und  römischer  t'ivili>aliou  den  llaarsihwcif 
uli,  doch  nicht  den  Schiiunhart ;  das  Haar  trugen  sie  hinten 
ganz  kurz  geschnillcn  und  venu  elwas  länger,  so  dufs  sie 
sich  wohl  vom  l'iifrc-ien  unterschieden  ,  aber  doch  zu  den 
übrigen  Germanen  ihrer  kurzen  Haartracht  wegen  in  (iegcn- 
satz  treten  konnten.  Sie  waren  aber  auch  die  ersten,  welche 
dauernd  und  nachhaltig  unter  dem  Einflufs  der  romischen 
Sitte  und  römischer  Bildung  standen.  Bei  ihnen  conccutricrtc 
sich   die   Ehre    des   langen    Haupthaares    auf   den    höchsten 


11 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsclit'n  Vorzeit. 


12 


Freien,  auf  iIcd  Könii^  und  seine  Familie,  weshalb  die  Mero- 
vingcr  den  Namen  der  „gelocklen  Könige"  fuhren.  Spüter 
noch,  als  ihnen  durch  die  wachsende  Macht  der  Haiisincier 
nichts  2ebliebcn  war  als  die  W'unle  und  der  Name,  safsen 
sie  noch  auf  dem  Thron  mit  lang^em,  die  Schulter  uniHiefsen- 
dem  Haupthaar  und  uns-eschornem  Bart,  um  den  Herrscher 
zu  spielen.  Setzten  die  Hausmeier  oder  ein  Kronpriilendent 
den  schwachen  König  ab,  so  schnitt  man  ihm  alsobnid  Haar 
und  Bart,  um  ihn  einstweilen  fiir  den  Tlimn  iirifahiff  zu  ma- 
chen. Als  die  Karolitiijcr  ziii-  Herrschüll  auch  den  könig- 
lichen Titel  sich  beilegten ,  nahmen  sie  doch  das  Vorrecht 
der  Jlerovinffer  nicht  an  :  sie  behielten  ihr  kurzes  Haar  und 
ilen  Schnurrbart,  wie  die  andern  Fürsten  und  Freien  ihres 
Stammes. 

Auch  bei  den  Langobarden  nimmt  in  älteren  Zeiten 
Paulus  Diaconus  den  lan<ren  Haarwuchs  an  Haupt  urjd  Bart 
an:  von  dem  letzteren  leitet  er,  wenn  auch  wohl  fälschlich, 
ihren  Namen  ab.  Später,  zur  Zeit  der  Konigin  Thendelinde 
(gleich  nach  6(10),  trat  eine  Aenderung  ein;  sie  schoren 
Macken  und  Hinterkopf  glatt  und  liefsen  die  übrigen  Haare, 
in  der  Mille  gescheitelt,  zu  beiden  Seiten  der  Wange  bis 
zur  Tiefe  des  Mundes  herablianjen.  So  tragen  sie  sich  noch 
am  Hofe  des  Aricliis,  Herzogs  von  Benevent,  in  der  2.  Hälfte 
des  8.  Jahrhunderts,  mit  einem  kurz  gehaltenen  Bart  um 
Wangen  »ni\  Kinn:  Aricljis  selbst,  vom  gricchisclifii  Kaiser 
des  Patriziats  gewürdigt,  erhall  mit  dem  Pirrpurnianlel  auch 
Kamm  und  Scheere  Uberschickl,  das  Haar  nadi  griechisch- 
rümischer  Weise  zu  verschneiden. 

Die  Sachsen  sind  noch  lange  wegen  ihres  durchgängisr 
längeren  Haarwuchses  bekannt;  es  aber  völlig  wachsen  zu 
lassen,  dazu  bewog  sie  nur  ein  GclUbde,  wie  es  z.  B.  die 
aus  Italien  vom  l.angobardenzuge  rilckkehrenden  Sachsen 
ablegten,  als  sie  von  den  Schwaben,  die  sie  in  ihren  allen 
Wohnsitzen  fanden,  geschlagen  waren.  Sie  gelobten,  nicht 
eher  Haar  und  Bart  zu  schceren,  als  bis  sie  gesiegt  hätten. 

Solche  Gelübde  finden  sich  lifter.  So  erzählt  Tacitus 
von  den  Chatten,  dafs  sie,  sobald  sie  herangewachsen  sind, 
Haar  und  Bart  wachsen  lassen  und  es  nicht  eher  ablegen, 
als  bis  sie  den  ersten  Feind  getödtet  haben.  Auch  Claudius 
Civilis  legte  in  Folge  eines  Gelübdes  sein  langes  Haar  erst 
nach  der  Besiegunc  der  römischen  Legionen  ab. 

Es  liefsen  sich  der  Stellen  über  <las  Haar  der  germani- 
schen Männer  in  den  ältesten  Zeiten  noch  mehrere  nnfUhren; 
die  alten  Schriflsliller  versehen  uns  darüber  mit  ziemlich 
reichlichen  iNachricbten.  Leider  werden  wir  über  die  Frauen 
nicht  ebenso  unterrichtet;  soviel  auch  von  dem  Glänze 
und  der  Farbe  ihres  langen  Haares  die  Rede  ist,  und  so 
hoch   es   die   römischen  Damen   schätzten,   so    erfahren   wir 


licrnldik  und 
Spliragistik. 


doch   in   keiner   Weise,   in  welcher  Art    es    in  Deutschland 

selbst  getragen,  oder  welche  Pflege  darauf  gewandt  wurde. 

(Forsetiuug  Inltl.) 


I  ebcr  die  ^%a|>|ieii  mul  Siicille  der  »tlHdt     Lehensweise. 

t'ullMlallx.  Sociale   Verhält- 

Von   Dr.  ,1.  Marmor  zu  Conslaiiz. 

Die  Nacbrielilen,  welelie  uns  die  Schnflsleller  iiber  die 
ersten  Wappen  der  Stadt  Constanz  geben,  lassen  viel  zu 
wünschen  übrig.  Dr.  Spelh,  Verfasser  einer  Constanzer 
Chronik  vom  Jiihre  1733,  unter  dem  gräfslichen  Titel: 
„Conslanlini  M.  Triarcus  triuinphaiis  typus  ter  insignis  Acru- 
niuuau  Metropolis  Constantiae,  d.  i.  der  in  der  Constantiniscb- 
Dreybogigen  Ehren-Porte  Constantziscli  mit  dreifachem  Kulim 
prangende  Glor-  Sie«-  u.  Ehr-reicho  Creutz -Schild,  oder 
etc."  sagt  auf  S.  7:  „Das  erste  Wappen  der  Stadl  habe 
eine  Burg  vorgestellt,  und  es  habe  die  Stadt  solches  bis 
zum  Jahre  297  nach  Christi  Geburt  beibeliullen ,  als  dem 
Jahre,  in  welchem  der  römische  Kaiser  Flavius  Coiistaiilius, 
mit  dem  Beinamen  Cblorus,  über  die  Alemannen  in  der 
Gegend  von  Constanz  einen  grofscn  Sie?  erruiisreii  habe. 

lieber  das  zweite  Wappen  der  Stadt,  da.N  schwärze  Kreuz 
im  weilsen  Felde,  lauten  die  auf  uns  gekommenen  Berichte 
eben  so  dunkel.  Speth  will  es  zwar  mit  einem  Siege  in 
Verbindung  bringen,  welchen  Kaiser  Conslanlinus,  Sulin  des 
Constantius,  im  ersten  Drittel  des  vierten  Jahrhunderls,  nach 
Einigen  im  J.  31b  über  den  Gegenkaiser  Ma.ventius  un  der 
Tiber  errang,  wobei  ein  strahlendes  Kreuz  am  Himmel  er- 
schienen sein  soll,  welches  ihm  den  Sieg  versprach.  Der 
Chronist  Gregor  .Maiigolt  ist  jedoch  aufrichtiger  uud  ge- 
steht, dafs  er  den  Ursprung  dieses  Wappens  nicht  kenne. 
Auf  S.  9  schreibt  er  darüber  Folgendes: 

„Warum  die  stat  Costantz  ain  schwartz  crulz  in  aim 
wifsen  Veld  im  Wappen  fürt,  hab  ich  nie  lirsuch  erfarn 
mögen,  weder  ufs  gschrilflen,  noch  von  alten  erfarneii  luten. 
So  ich  aber  ermifs,  in  was  grofser  achtung  und  wirde  das 
Zaichen  des  crütz  Christi  (welches  doch  sust  nit  minder 
schiiialich  und  veraclit  gwesen,  dann  diser  Zit  der  galgen) 
zur  Zit,  als  die  >tiii  zu  Christen  glauben  bekert  worden 
ist,  ifwesen  sei,  und  das  von  «eyen  des  (recrut/.ijrten  Christi, 
und  das  sant  Helena  (imJar3ll),  Coustaiicii  lliisfrow,  dos 
crütz  des  Herren  erfunden,  und  nachmals  ir  beider  sun,  der 
grofs  Constnntiniis  das  Zaichen  des  crütz,  in  dem  er  den 
Maxentius  überwinden  >olt,  am  Himmel  gesehen  hat  (Anno 
."^IH  teste  Abhat,  von  CrsperLO,  wirt  nit  Wunder  sin,  ob  dis 
stat  zu  gcdächtnus  solcher  grofsen  sacken  das  Zeichen  des 
crütz    in    Wapen    cestelt ,     welche     disen     w  nnderbarlii  hen 


13 


Anzeiger  für  K'iiiulc  der  deutschen  Vorzeil. 


14 


Sachen,  und  voran  dem  ^ecriitziglen  Chrii^to  g-lauben  geben 
liabent.  Den  rnlen  strich  aber  ob  dem  criilz  herüber,  hat 
Uiine  Sismund  im  concilio  dt-r  slat  jreben,  sampt  andren 
rrihailen,  davon  hernach  g-esagl  «ird.^ 

Nach  dem  Raiilzbiiche  vom  Jahre  1117,  S.  120,  stellte 
der  liath  der  Sladt  Conslanz,  acht  Bitten  an  den  Kaiser  Si- 
gismund,  welcher  gerade  beim  Cdii/.II  »riwcsetid  «  ar,  unter 
denen  die  i-iebenle  um  die  VeririMislisriniir  bat,  dal's  die  Sladl 
einen  rollion  Zasel  (Daikcn,  Schwenffel)  iiber  dem  Banner 
fuhren  dürfe,  was  ihr  auch  gewährt  wurde.  Das  Bisthums- 
wappen  halle  ein  weifses  Kreuz  im  rollien  Felde,  ohne  den 
angegebenen  Balken. 

Wie  die  Sladt  Conslanz  zu  verschiedenen  Zeiten  verschie- 
dene A\'oppen  führte,  so  halte  sie  auch  nicht  zu  nllen  Zeilen 
die  gleichen  .Sigille.  Unser  Chronist  Christoph  Schullhairs 
iiul'sert  sich  darüber  im  ersten  Bande  seiner  Colleklaueen 
zur  Geschichte  der  Stadt  Conslanz  auf  S.  134  folircuder- 
mafsen: 

pVon  Aller  her  hiill  die  Sinti  Coslantz  dru  sigcl  ge- 
hal)l.  ain  kiains  mit  aineni  lurii,  und  ainem  gesetzten  Zun 
an  der  mur  stall,  wirl  ceuchlel,  es  syge  damals  gemacht 
worden,  als  Stadelhofen  mit  aineui  Zun.  und  nil  mit  aiuer 
mur  umbgehen  was;  das  ander  sigel  hall  dry  turn,  wie 
das  grolse  sigel,  was  aber  nicncn  so  srrofs.  Dise  baide 
sigel  wurden  dis  Jars  (14.321  hinweg  gelhun,  und  das  Miw 
Silber  Secrell  oder  Sigel  gemacht.  Das  drill  grol's  sigel 
behielt  man,  der  Statt  Ehnfftinen  zu  besifflen." 

Von  diesen  vier  Siegeln  ist  nur  noch  ein  Siugclstock 
auf  der  Sladlkanzlei  vorhanden,  niimlich  der  gröfste;  alle 
übrigen  fehlen.  Dieser  besteht  ans  Mefsing  und  hat  einen 
Durcbme^se^  von  2"  2'"  bad.  Maises.  Auf  einer  Mauer  mit 
Zinnen  und  vier  Spilzbogenfenstern  nebst  ofTenem  Sladt- 
tbore  erheben  sich  drei  ebenlalls  mit  Zinnen  ver-'^ebcne 
Thürme,  von  welchen  der  milllere  der  breitesle  ist.  Von 
seinen  Zinnen  aus  biuft  nach  oben  spitzig  ein  Dach  zu,  ge- 
krönt mit  einer  Kugel.  Jeder  der  drei  Thürme  bat  drei 
spilzboeige  Fensler.  Die  rmschrifl  lautet  in  grol'scn  laleini- 
schen  Leitern:  Sigillvm  Constancicnsis  Civitatis.  Dies  Sie- 
gel fand  i(h  im  den  vdrbarjdenen  Urkunden  im  sliidlisclien 
Archive  zuerst  vom  Jahre  12'.>G. 

Das  kleine  Siegel  mit  einem  Thürme,  von  dem  Scliull- 
haifs  spricht,  konnte  ich  an  keiner  Urkunde  auffinden.  Hin- 
gegen kommt  das  milllere  Siegel  mit  den  drei  Tluirnien 
mehrmals  au  Urkunden  aus  dem  14.  und  1 5.  Jahrhundert 
vor.  Es  bat  12'/2"'  bad.  Mafses  und  gleicht  dem  grofsen 
Siegel  einigcrmafsen  in  der  Zeichnung,  da  sich  ebenfalls 
drei  Thürme  auf  der  Sladlniaucr  erheben,  deren  Thor  olTen, 
jedoch  ohne  Flügel   ist;   der  mittlere  Thurm,   welcher  sich 


am  höchsten  erhebt,  hat  von  seinen  Zinnen  aus  kein  Dach, 
wie  der  des  grofsen  Siegels.  Die  Umschrift,  ebenfalls  in 
lateinlscheu  Lettern,  lautet:  S.  Secrelvni  Civitatis  Constanc. 
Einen  Siegelstock  davon  erhielt  ich  auf  galvanoplastischem 
Wese. 

Der  silberne  Siegelstock  vom  J.  1432  ist  nicht  mehr 
vorhanden;  hingegen  ergibt  sich  aus  einer  ziemlich  grofseo 
Zahl  von  Wachsahdrücken  an  Urkunden  nach  benanntem 
Jahre,  dal's  er  in  der  Grofse  und  in  der  Zeichnung  voll- 
kommen mit  einem  ebenfalls  silbernen  Stocke  aus  dem  Jahre 
16.38  übereinstimmt.  Dieser,  welcher  13"  bad.  Meifses  im 
Durchmesser  enihall ,  ist  die  sehr  gelungene  Arbeil  eines 
unbekannten  Künstlers.  Der  mittlere  Thurm  ist  hoher  als 
die  zwei  übrigen  und  oben  mit  Zinnen  und  vier  Erkerchen 
gekrönt,  wahrend  die  zwei  andern  nur  drei  besitzen.  Eben 
so  zeigt  er  uns  drei  Flachen  anstatt  der  zwei  der  kleinem 
Tliürme.  Der  mittlere  hat  eine  niedere  Baie  oder  Fenster- 
oll'nung  mit  einem  Engel  darin,  und  unter  derselben  zwei 
rundbogisre  F'eiisler:  auf  jeder  Seitenlliicbe  befindet  sich 
ein  riindbogiges  Fenster  mit  zwei  Abiheilungen.  Die  Sei- 
lentliüime  haben  die  gleiche  Zeichnung.  Im  offenen  Thore 
mit  dem  .'Spitzbogen  bclindel  sich  ein  gellugeller  Engel,  wel- 
cher den  Schild  der  Stadt,  das  schwarze  Kreuz  im  weilsen 
Felde  mit  rolliem  Riilken,  darüber  halt.  In  etwa  halber  Hübe 
des  Thorbogens  lauf!  eine  bezinnle  .Mauer  nach  beiden  Sei- 
len hin  vom  Miltelthurme  aus,  und  hat  auf  jeder  derselben 
zwei  Flrkerlhürmcheu  In  dreien  der  vier  Scbiefslocher 
sieben  die  ßuchsluben  H.  C  S,  wahrscheinlich  der  Name  des 
Graveurs,  und  ijber  dem  Thorbogen  die  Jahrznhl  1638. 
Die  Umschrift  helfet:   S.  Secretum  Ciuitatis  Conslancieusis. 

^^^^^^^^ 


Ein  anderer  silberner  Siegelstück  \on  1(1'  _,  ba<len"- 
schcn  Mafses  aus  dem  Jahre  1563,  steht  an  künstlerischer 
Ausführung  dem  vorigen  weil  nach.  Er  zciirl  das  Wappen 
der  Sladl  Conslanz  nur  mit  zwei  Bundlhlirnien,  die  ein  nach 
oben    spitz   zulaufendes    Dach    mit    Knopf  und   Wcllerfahni' 


15 


Anzeiffor  für  Kunde  der  deulsclieii  Vorzeit 


16 


SpUl  u.  Zeit- 
vertreib. 


haben.  Jeder  dieser  Thiirme  hat  vier  viereckige  OefTnunsen 
Dnd  eine  Scliiersschiirle.  Zwischen  denselben  belindet  sich 
die  bezinnle  Sladimauer,  in  deren  olTeneni,  lliiffcilüsem  Thore 
wir  einen  Fidigaller  erblicken.  Zu  beiden  Seilen  des  Tlio- 
res  ist  das  Stadtwappen.  Die  Tliürmc  und  die  Stadtmauer 
stehen  auf  drei  erhabenen  Wällen,  l'eber  der  Mauer  er- 
hebt sich  der  einfaclie  Adler  mit  dorn  Wappen  des  Erz- 
berzogtliums  Oestreich  als  Brustschild.  Die  Umschrill  hiutot 
in  lateinischen  Lettern  :  S.  Der.  Slat.  Gerichts,  zvo.  Costantz. 

Aufscr  diesen  drei  Siegclstucken  der  Stiidt  besitzt  die 
Kanzlei  derselben  noch  einen  gleichfalls  silbernen  Stock 
des  Landgerichts  in  Tliurgau.  welches  Cünslanz  im  ,L  1417 
vom  Kaiser  Sigismiiiid  gegen  ein  Darleihen  von  .3000  11. 
pfandweise  erhielt  und  im  Basler  I-rieden  v(im  .1.  1499 
wieder  verlor.  Dasselbe  hat  13'"  bad.  Maises  im  Durch- 
schnitte und  in  einem  inntrn  Kreise  einen  viereckigen 
abgerundeten  Wappenschild,  mit  einem  von  links  nach 
rechts  laufenden  Querbalken,  durch  welchen  zwei  springende 
Löwen  von  einander  geschieden  werden.  Unten  ist  das 
Stadtwappen  angebracht,  jedoch  noch  ohne  den  rothen  Bal- 
ken, was  dafür  spricht,  dafs  es  noch  im  J.  1417  gemacht 
wurde,  weil  nach  diesem  Jahre  der  Balken  immer  im  Wap- 
pen erscheint.  Die  Umschrift  lautet  in  lateinischer  Schrift: 
Sigillum.  iudicij.  provincialis.  in.  Iwrgoew. 

Die  späteren  Siegel  der  Stadt  enthalten  nur  das  Stadt- 
wappen. Die  ErlaubnilV,  mit  rotheni  Wachse  siegeln  zu 
dürfen,  erhielt  Constan/,  auf  Ansuchen  im  Jahre  1417  vom 
Kaiser  Sigismund.  Vorher  siegelte  die  Stadt  in  weifsem 
Wachse. 


]\arli(rfiiclirlir  Brnirrkiinit;   Aber   eine   iiK«' 
S|ii<*Iknrte. 

Vom  Herrn  Kreisgerichtsralh  Kuchen  buch  zu  Munche- 
b  e  rg  ist  uns  in  Bezug  auf  die  in  Nr.  7  Sp.  21<)  11'.  des 
vorigen  Jahrganges  des  Anzeigers  besprochene  Spielkarte 
vom  10.  Jahrh.  ein  geftilliges  Schreiben  zugegangen,  das 
wir  im  Auszuge  miltheilen: 

„Der  Ort,  wo,  und  die  Zeit,  wann  die  eine  der  Karten 
gefertigt,  ist  unbestimmt  geblieben,  weil  das  auf  derselben 
hcflndliche  Wappen  nicht  bestimmt  sei.  Dies  Wappen  aber 
ist  das  der  Stadt  Erfurt  (und  füge  ich  zu  dessen  Erläute- 
rung eine  Zeichnung  des  am  alten  Ituthhause  daselbst  ein- 
gemauerten stciiicriii  ii   \\  nppens  bei).     Aufser   dem    in    der 


.Millc  befindlichen  gewöhnlichen  Wapper. ,  dem  silherneo 
Rad  im  rothen  Feld,  stehen  um  dasselbe  die  vier  Wappen 
der  zu  Erfurt  gehörig  gewesenen  firafschaflen:  Kapellen- 
dorf (schwarz  und  weifs  gethcilt),  Vippach  ( roth  und 
weifs  getheilt  und  gespalten),  Vargula  (schwarze>  liad 
im  weifsen  Felde)  und  Visselbach  (rolh  und  weiß  quer 
gestreifter  Adler  im  blauen  Felde).  Auf  der  Karte  sind  nur 
4  dieser  Wappen  beim  Lüwen  vereinigt;  der  Adler  soll 
noch  auf  einer  anderen  vorkommen.  *)  Somit  durfte  es 
wohl  7iemlich  gewifs  sein,  dals  die  Karte  in  Erfurt  gefertigt 
ist.  Schwieriger  ist  die  Bestimmung  der  Zeil  und  des  Künst- 
lers; doch  sei  es  erlaubt,  hier  nur  Einiges  aiizufulireii  In 
dem  Buche:  Concordate  und  Verträge,  so  zwischen 
dem  etc.  Erzbischoff  von  Mainz,  und  der  Stadt 
Erffurdt  auffgericht.  Item  Concordate  etc.  zwi- 
schen den  Fiirsteii  zu  Sachfsen  und  der  St  ad  Erf- 
furdt, item  l'oncord.  zwischen  dem  (Brufen  von 
Gleichen  und  der  Stad  Erffurdt,  in  Folio  (gedruckt 
in  der  freien  Stad  Erffurdt  durch  Melchior  Sachs- 
sen  i.  J.  Chr.  1589)  befindet  sich  auf  dem  Titel  das 
Erfurter  Wappen  mit  den  4  Grafschaflswappen  in  Holzschnitt 
und  dabei  das  Monogramm  :  Briilliot,  I.  Nr.  9fi6.  innerhalb 
der  Jahreszahl  I  534.  —  In  Sebastian  Münsters  C'osmograpliie 
wird  bei  dem  Holzschnitt  der  Stadt  Erfurt  (Ausg.  v.  1592 
S.  971)  gesagt,  dafs  die  Zeichnung  zu  dem.^elhen  der  Ma- 
gister der  freien  Künste  und  Aslronomus  Heinrich  Hopp 
in  Erfurt  besorgt  und  eingesandt  habe.  Wäre  es  nun  nicht 
mOglicli,  dafs  das  Monogramm  von  Heinrich  Boppcii  her- 
rührt, dafs  vielleicht  auch  von  ihm  die  Karleu  :,'cniacht 
sind**)  und  das  Wort  hieronymus  über  dem  I.Owen,  wo 
die  Karle  schon  abgenutzt  unil  wohl  zum  Tlieil  verloscht 
ist,  henricus  *'*)  hcil'sen  sollte?  Wenigstens  wäre  es 
nuiglich,  dafs  die  Karte  von  dem  Fertiger  des  Wappens  ge- 
macht ist,  da  sich  nicht  annehmen  läfst,  dafs  zu  jener  Zeit 
mehre  Zeichner  und  Holzschneider  in  Erfurt  gewesen  sein 
sollten. 


*)  Auf  Herz- Neun. 
**)  Wir  überlassen  die  Bedenken,  welche  diese  Ansicht  er- 
regt,   dem  Leser.     Sie    ist    gleichwohl  wnhrschoinlirher, 
als  ßrcdliols  olTenhar  unrinblige   ßchiiupliing. 


*•*)   hieronymus  isl  uniweifelliHfl. 


AniM.   d.   Ited. 


(.Mil  einer  Beiliigc.) 


Verintwortlirht!  Rrdnction:     Dr.  Freih.  v.  n.  t.  Anfgoi.     Dr.  A.  v.  Eye. 

Druck  von  Fr.  Cftmpe  &  äolin  in  Nürnberg. 


Dr.  G.  K.  PrunimRnn. 


BEILAGE  ZI M  ANZEIGER  Ell{  KIXDE  [)EI{  DEITSIIIEX  \()IJZEIT 

1858.  J\o  1,  lamiar. 


diroiiilv  des  ";(i'iiianis(ii(Mi  Miisoiiiiis. 


\N  tnii  dir  Wechsel  des  Jiihrcs  go« il's  liii  Jedem ,  der 
über  Vergangenheit  und  Ziikiinfl  naehdenkt,  zu  freudigen,  wie 
ernsten  Betrnrhtungen  Anlals  gilit ,  so  ninfs  der  Anlrill  des 
J.ihres  1858  die  Freunde  und  Vertreter  unseres  gernianisehen 
IViitiunalniuseunis  wühl  nicht  weniger  hrezu  veranlassen.  Doch 
gleichwie  Aellern  Freude  einpllnden  über  das  kjallij^c  Heran- 
wachsen ihrer  Kinder,  dies  aber  auch  mit  jedem  Jahre  ilineii 
grofserc  Sorge  aulerlegt,  so  mag  es  gerechtfertigt  sein,  wenn 
auch  hier  bei  unserer,  aus  den  ersten  Kinderjahren  herausge- 
tretenen Nationalanstalt  der  freudigen  Anerkennung  des  Se- 
gens die  ernstere  Sorge  für  deren  weiteres  (iedeihcn  sich  bei- 
mischt. Ist  auch  mit  Befriedigung  die  Aufgabe  dt's  verflosse- 
nen Jahres:  dem  .Museum  ein  grofsarlii^es  Kigcnihnm  als  des- 
sen ewiyen  Silz  zu  schallen  und  es  für  die  (iegeUHart  wohn- 
lich einzurichten ,  ohne  den  Fortgang  der  wissenschaniichen 
Arbeiten  des  Museums  zu  becintriichtigen  und  diu  hiezu  be- 
stimmten .Mittel  zu  schwächen,  glücklich  gelost,  so  war  doch 
die  Erfüllung  dieser  Aufgabe  so  grofs,  so  anstrengend, 
dafs  man  wohl  sagen  darf:  noch  ein  solcher  Sieg  und  die 
Kraft  der  Sieger  würde  vor  ühergrofser  Anstreugiuig  erlahmen. 
Dies  möge  das  deutsche  Volk  wohl  vernehineii  und  beher- 
zigen; es  möge  erwägen,  dafs  sein  Kationalmusenm  nicht 
auf  grofse  Vermachtnisse  oder  Aktienkapital  erbaut,  sondern 
mit  leeren  Händen  begonnen  wurde,  lediglich  gestützt 
auf  das  Vertrauen  nachgehender  t  h  il  t  i  g  e  r  B  e  i  h  ü  I  f  e 
der  deutschen  Nation  in  allen  Gliedern,  vom  Für- 
sten bis  zum  schlichtesten  Bürger,  l'nd  dadurch  allein 
ist  auch  bereits  sein  Bestand  und  weitere  r  Fort  gang  ge- 
sichert. So  freudig  uns  dies  erregt,  so  beruhigend  dies  fiir 
die  Zukunft  des  Museums  ist,  so  müssen  wir  doch  zur  Herstel- 
lung unserer  schadhaften  grofscn  Kreuzgiinge  und 
K  irehengebäu  de  für  Aufstellung  der  griifsern  Originale  nnd 
l'opieen  der  Denkmale  deutscher  Kunst  und  llerrliihkcil  bei- 
nahe angstlich  lra:;en:  woher  sollen  wir  dii' Kralle  hiezu  neh- 
men, wenn  nicht  dem  erhabenen  Beis|(iele  König  l.uilwiL's, 
der  uns  die  Summe  von  500U  H.  zum  vorigen  Bau  zugehen 
liefs,  noch  andere  hohe  Gönner  nnd  Beschützer  der  deutschen 
Kunst  und  Wissenschaft  nachfolgen?  Oder  sollen  wir  die 
Seele  dem  Leibe  zum  Opfer  liringen,  d.  h.  die  wohlorga- 
nisierten .\rbeitcn  des  Museums  zur  Vollendung  der  schrill- 
lichen  und  bildlichen  Heperlorien  einstellen,  nur  um  grofs- 
artige  Localitalen  vollends  ausbauen  zu  können?  Acin, 
das  geht  nicht!  .Mögen  daher  diejenigen,  denen  (iolt  .Macht 
oder  Reich  th  um  verliehen  hat,  sieh  berufen  fühlen,  ein 
nun    wirklich    vorhandenes    deutsches    grofsartiges    Na- 

tionaleigenthum    zum   l(  u  I md   zur   Verberrln  liung 

des  deutschen  Aamens  und  der  deutschen  Ballon, 
ihrer  Geschichte,  Kunst  und  Wissenschaft  mit  hiezu 
ausreichenden  Mitteln  n n s b n u e  n  und  auf  das  Schön- 
ste herstellen   zu  helfen!     Mögen  aber  nichts  dcsluw eiliger 


auch  die  übrigen  S  I  a  in  in  es  genossen  aller  Lander  im 
bisherigen  Geiste  fortfahren,  die  3luseumssainm  jungen 
und   .\rbeiten  durch  Jahresbeiträge  zu  unicrslülzen ! 

Dankbar  müssen  wir  bekennen,  dafs  diese  von  .Monat  zu 
.Monat  sich  iiiehicn  und  der  Kreis  der  Beitragenden  sich  immer 
weiter  ausdehnt,  so  dafs  uns  kürzlich  sogar  aus  weitester 
Ferne,  von  New -Orleans,  Washington,  Cincinnati 
und  St.  Louis  nicht  unbeträchtliche  Jahresbeiträge  und  Geld- 
schenkungen zu  unserer  innigen  Freude  zuflössen,  wie  denn 
andererseits  auch  wieder  neue  Agenturen  mit  bereits  frucht- 
barer Wirksamkeit  in  Uarmstadt,  Giefsen,  Kronstadt. 
Keichcnhall    nnd    Torgau    errichtet    wurden. 

Dagegen  haben  wir  den  Verlust  zweier  um  die  W  isscii- 
selialt  verdienter  .Mitglieder  unseres  Gelehrtenausschusses 
durch  den  Tod  des  Herrn  k.  k.  Hauptmanns  Eduard  l'ra- 
tobevera,  Archivars  am  Johanneum  zu  Graz,  und  des  Herrn 
Professors  Dr.  F"r.  W.  Barthold  in  Greilswald  zu  beklagen, 
sowie  auch  der  Kreis  unserer  gelehrleu  .Museum.-bcanilcu  durch 
die  Beruluiig  des  durch  seine  Schriften  wie  durch  seine  Tha- 
tigkcit  am  geniiaii.  .Museum  gleich  ausgezeichneten  Dr.  Karl 
Bartsch  als  ordentlicher  Universilatsprolessor  nach  Koslock 
einen  harten  Verlust  erlitten  hat,  so  chnnd  auch  dieser  Ruf 
für  das  Museum  selbst  erscheinen  miifs. 

Zu    den    bisher   das    .Museum    mit    GraliAcvemplaren    ihres 
Verlages  unterstützenden  Buclihandluiigeu   trat  ferner: 
290.  F.  C.  Eisen'sclie  Hofliiichhandlung  in  Cöln. 

Für  nachstehende  Geschenke  erstalten  wir  unsern  besten 
Dank: 

I.    Für  das  Archiv. 

Fr.   Woeate   iu   Iserlohn: 
847.    Si  hreiben    der  .\iina   W  erminkhus,    Gemahlin    des    l'liilipp 
von  l'adberg,    au    ihris  Bruders  Kaspar  Frau  zu  Kluseii- 
stein.     1572.     N.  Fap.-Abschr. 
Schweitzer,  Stadtpfarrer,  in   Bamberg  : 
84b.    rrkiinile    des  Friedrich,  Kunz,    Burkhard   und   l'lrich  von 
Aulsefs  über   die  Stiftung    von    2  Sinira   horii    zum  Spital 
iu    Bamberg    durch    ihren    Ahnherrn     Olti.    von    .\iilsefs. 
lab«.     N.  l'ap. - Abschr. 
Keibling'er,  Stiftskapitular,  in   Melk: 
bly.    Kigcnliandigcs  Schreihen    des   Abtes  Ladislaus  l'yrker   zu 
Lilienleld    an  |Joachiiii   Ballus,    Kapitular    und   (iastmeisler 
des  Stiftes  Melk.      IMs.     l'ap 

Nicolaus    von    Urbanstadt,    Kamirall"Zirkscomiiiis.*«r, 
in   Kijer: 
8;)(t.    Spriichliriel   des  Hans  von  Scckcmlurt  mhi   Brunn,  Land- 
richters   zu    iNurnhirg.     in   der    Slreilsache    des    .\llirecht 
von    W  irslurg   mit   Hans  von  Spnriieck.      Ii;!l.     l'giii. 


19 


Anzeigrer  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


20 


851.  Kaufliritf  des  Priors  Antonius  und  des  huiiventis  des 
Augustiner-Klosters  liei  Ciilmhach  für  ßarlholomiius  Hen- 
nig zu  iViedernsleinnrli  über  drei  Wiesen  lu  Tenrkcnreut. 
1485.     Pgm. 

852.  Kaufbrief  des  BiirgiTnitisters  und  Kutlies  der  Stiidl  Kger 
für  W(df  I.oHelhuk  zu  Kürnherg  über  10  Gulden  Kwig- 
geld.      1497.     Psjm. 

853.  Freibrief  des  Ables  Joaehini  von  S.  (iallen  für  den  Leib- 
eigenen Hans  Weber  von  Schwaribaili  in  der  (Iriilseh.ifl 
Toggenburg.     1584.     Pgm. 

854.  Urkunde  des  Rathes  der  Sladl  Eger  über  die  Enllassung 
des  Andreas  iVickherl  von  Vischernn  aus  seinen  l  nter- 
Ihanenpflieblen.     1589       Pap. 

855.  Zeugnifs  des  Augustin  von  Krilseh,  OberariituiaiiTis  zu 
Wablsassen,  für  Ja<ob  \\  aydthaafs  von  Allen-Albernreutb 
über  seine  Entla.ssnng  aus  der  Unterthanenpflicbt.  1653. 
Papier. 

856.  Urkunde  der  Aeblissin  Euphrosin:i  und  des  ganzen  Kon- 
ventes des  Klara -Klosters  in  Eger  über  die  Entlassung 
ihres   Untirlhanen   .Vmlreas  Kriderich.     1653.     Pap. 

857.  Urkunde  des  Johann  Christoph  Brusrhen  Aon  Neunburg, 
Sjndicus  der  .'>tadt  Eger,  über  die  Entlassung  seines  Un- 
terthanen  Nirolaus  Worsuh  von  Sebleida.     1667.     Pap. 

858.  Üeburlsbrief  des  Rallies  der  Stadt  Eger  für  Micfiael  Vi- 
scher,  .Maurer,  Sohn  des  Fuhrknechls  auf  dem  Schanz- 
geschirr.  Matthäus   Vischer.     1678.     Pgm. 

859.  Wappenbrief  des  Kaisers  Leopold  fiir  Jacob  Schrejer. 
1680.     >.  Pap.-Abschr. 

860.  Urkunde  des  Rathes  der  Stadt  Eger  für  den  Weifsgcrbcr 
Lorenz  Biedermann  von  Rossenrenlli  über  seine  Entlas- 
sung aus  der  Unterthanenpflicbt.     1697.     Pap. 

861.  Lehrbrief  der  Geschwornen  und  andern   Milchirurgen    der 

Kleinern   Stadt  Prag  für  Johann  Ernst  Klapka. 1753.  Pgm. 

862.  Lehrbrief  der  (Jeschwornen  und  anderer  Mitgenossen  des 
Mittels  der  bürgerlichen  freien  Hanil-  und  Miriii.tiir-Maler 
in  der  Stadt  Eger  für  Andreas  Kriedl       171)2.     Pap. 

863.  Lehrbrief  der  Geschwornen  und  Meister  des  Handwerks 
der  bürgerlichen  Lein-  und  Zeugweber  zu  Oluiulz  für 
Joseph  Siegmund  Jagt.     1781.     Pap. 

864.  Verschlossenes  Schreiben  des  Rathes  der  Stadt  E^er  an 
Thomas  von  Aufsefs  auf  INeuhausen,  der  Zeit  zu  ll(difcld. 
Pap 

Freih.  von  Reitzenstein  in  Friedrichseck: 
86.').    I  rkunde  llciiiiiclis,   \i)igl.-   von   Weyda,   krall   welcher  er 
»ich   mit  seiner   Veste   und   Stadt  Wej  da    in    den  Schutz   der 
Landgrafen  zu  Thüringen,  Frieilrich  und  Balthasar,  begibt. 
1354.     N.  Pap.-Abschr. 

866.  Urkunde  Hi^inrichs  des  Aellcren  und  seiner  Sohne ,  der 
Vogte  zu  Weyda ,  vermöge  welcher  sie  sich  mit  Veste 
und  Stadt  Weyda  in  den  Schutz  iler  Landgr.  zu  Thü- 
ringen, Krii-ilr. ,  Balthasar  und  Willi.,  begehen.  13.58. 
7i.  Pap  -Abschr. 

867.  Urkunde  des  Voigts  Heinrich  von  (Jera  und  seine»  Soh- 
ne»  Heinrich,  in  welcher  sie  sich  verpflichten  den  Land- 
grafen zu  Thüriügen,  Friedrich,  Raltba.sar  und  Wilhelm, 
mit  aller  ihrer  Macht  Hülfe  zu  leisten.  l.'t.")H.  >.  Pop.- 
Abschrift. 


868.  Revers  des  Voigts  Heinrich  von  Gera  für  die  Landgrafen 
von  Thüringen,  Friedrich,  Balthasar  und  Wilhelm,  über 
die  Zusage  seiner  Hülfe.     1366.     IV.  Pap.-Abschr. 

869.  Revers  des  Voigts  Heinrich  von  Gera  des  Alten  und  des 
Heinrich  von  (iera  lies  Jungen  über  die  Lehensauflrai;ung 
des  Hans  von  Weyda  und  Andrer  an  die  l.andgralen  von 
Thüringen,  Friedrich,  Balthasar  und  Wilhelm,  und  an  sie, 
die   Vogte  von   Gera.     1374.     IV.   Pap.-Abschr. 

870.  Verzichthrief  der  Anna  von  Weyda  für  die  Landgrafen 
von  Thüringen,  Friedrich  und  Wilhelm,  in  Betreff  eines 
auf  die  von  ihrem  Gemahl  verkaufte  Stadt  Weyda  ange- 
wiesenen  Leibgedinges.      1411.      K.    Pap.-.Vbschr. 

871.  Kaufliriof  Heinrichs  des  Mittlern,  Herrn  von  Weyda,  und 
seiner  (leinahlin  Anna  für  die  Landgrafen  von  Thiiringen, 
Friedrich  und  Wilhelm,  über  Schlofs  und  Stadt  Weyda. 
1411.     >.  Pap.-Abschr. 

872.  Lehenrevers  des  Georg  von  Wildenstein  lür  den  Mark- 
grafen Friedrich  von  Brandenburg  über  Lyphartzgrune 
mit  Zubehörung.     1427.     ft.   Pap.-.\bschr. 

873.  Zeugnifs  des  Grafen  Sigmund  von  Orlamünde  iiher  die 
fortwährende  Eingehorung  des  Halsgerichls  zu  Kaulsdorl 
zur  Herrschaft  Grafenthal.     Blofses  Regest.      1416       Pap. 

874.  Testament  des  Probstes  Johannes  vom  Augustiner-Kloster 
zu  .Mienburg  zum  Besten  der  Feier  des  Gottesdienstes 
allda.     1446.     TS.  Pap.-Abschr. 

875.  Revers  der  Priorin  .\gnes  von  Millitz  und  des  Konventes 
des  Klosters  in  l'ronschwicz  wegen  einer  Schenkung 
von  60  rlin.  Gulden  durch  Erniegard  Reussin  zu  l'lauen 
zur  Abhaltung  eines  JahrliiL'es  liir  ihr  Seelenheil.  1162. 
>.   Pap -Abschr. 

876.  Revers  des  Heinrich ,  Herrn  zu  Gera ,  für  den  Grafen 
Ludwig  von  Gleichen  über  Schadlosbaltung  beim  Vor- 
kaufe der  halben  Burg  Ehrenstein ,  bei  etwaigen  For- 
derungen des  Kaisers  Friedrich  als  Lehensherrn  dersel- 
ben.    1465.     K.  Pap.-Abschr. 

877.  Lehenrevers  des  Georg  von  Reitzenstein  für  den  Mark- 
grafen Albrecht  von  Brandenburg  über  das  halbe  Dorf 
Lephartsgriine.     147").     ^.   Pap.-Abschr. 

Georg  Roth,  Buchbinder,  in  Nürnberg: 

878.  Akten  des  Gerichts  fteumarkt  in  Sachen  Martin  Gehhardts 
gegen  Hans  Pasl.     1573.     Pap. 

879.  Akten  des  Amtes  Plauen  in  Sachen  Friedridi  Willielnis 
von  Stein  zur  l.aiifsnilz  gegen  Hans  Caspar  von  Trulzsch- 
lers  sei.  Erben  und  derselben  Vormünder  zu  Laulerbach. 
1635.     Pap. 

880.  Akten  des  Amtes  l'lauen  in  Sai  hen  cler  Frau  Agnes  de 
VVreedc,  Johann  Friedrich  Brandts  Eheweil)  und  Con- 
sortin,  gegen  F'ranz  Wilcken  von  Bodenhausen  auf  .Muhl- 
dorl.     1650.     Pap. 

Pürckhauer,  Stadipfnrrer,  in  Mirnberg : 

881.  Ablafsbrief  des  Erzbischols  Basilins  von  Jerusalem  und 
6  »ndrer  Bischöfe  lur  die  Marienkapelle  in  Koboltzell. 
1298.     Pgm. 

882.  Ablafsbrief  de»  Bischofs  Inzelin  von  liudua,  Gcnerahikars 
des  Bischofs  von  Wurzburg,  für  die  Kapelle  in  Kobolt- 
zell.    1298.     Pgm. 


21 


Anzeiger  Tür  Kunde  der  deulscheii  VorzeiL 


22 


883.  Ablafsbrief  des  Grafen  Borlhold  von  Hi;nn>-Iitrg.  erwähl- 
ten Bischofs  lu  Mürzburp,  fiir  die  Maricnliapelle  von 
Kobollzell.     1310.     Pgni. 

884.  Revers  des  Philipp  von  Bickenbath,  Deulschordensnieisters 
zu  Kolhenhurg,  fiir  4  Bürger  zu  Rolheoburg  wegen  ihrer 
Stiftung  von  500  Pfund  Jltllern  zu  Hallung  einer  ewigen 
Messe  in  der  Kapelle  zu  hobollzell.      13b7.     Pgm. 

885.  Ablafslirief  des  Kardinals  Isidor,  Bischofs  von  Spoleto, 
für  die  .»arienkapelle   in   KoboUzell.      1455.     Pgm. 

886.  Zeugnifs  des  Friedrich  Faber,  Kichters  des  Klosters  lleils- 
bronn,  für  Georg  .MerUlein  zu  VVindsheini,  über  dessen 
Copulation  und  darauf  gehaltene  Hochzeit.    1588.     Pgm. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Wittenberger  Verein  für  Heimathkunde  des  Kur- 
kreises in  W  iticnlicrg: 
4683.    Ders.,  1.  Jahresbericht.     1857.     4. 


Dr.  H.  G.  Gengier,  Professor,  in   Erlangen: 
4684.    I)er^. ,    Leseslücke    aus    der   Lex    Baiuvariorum. 
kl.  8.     2  Ex. 


IS57.       4709. 


Dr.  Ludwig  Eckardt,  Professor,  in  Bern : 

4685.  Uers.,  lieber  Kichard  Wagners  Entwicklung  und  Rich- 
tung.    1857.     8. 

4686.  Album  des  litterarischen  Vereins  in  Bern.     Ib58.     8, 

J.  L.  Ludwig  Schmid's  Verlag  in  Nürnberg: 

4687.  A.  V.  Eye  und  Jac.  Falke,  Galleric  der  .>leislerwerkc 
altdeutscher  Holzschneidekunst.     III.  Lief.     1857.     gr.  2. 

C.  W.   Sack,   Registrator,  in   Braunschweig: 

4688.  Hochver  Poentes  Kajserlich  Privilegium,  Bremische  Bür- 
gere, Inwohnere  vnd  Angehörige,  dern  Persohn,  Haabe 
vnd  Güter  nicht  zu  arrestiren.  1577.  4.  Bestätigung 
desselben   vom  J.    1637.     4. 

4689.  F.  .\lgerni«n,  kurtzer  Bericht,  von  Erbawun;:  der 
Stadt  Braunschwei^'.      1605.     4. 

4690.  Abdruck  der  Rom.  Kay.  May.  wider  Christian  den  Vierd- 
ten  zu  Ocnnemarck  .  .  afflgirler  Prozesse  citationis  d: 
Mandatorum  vIT  den  Lantfrieden.     1606      4. 

4691.  Eines  E.  Ralhs  der  Sladi  Braunschweig  vernewerte  und 
vermehrele  Fewer-Ordnung.     1047.     4. 

4692.  Dero  Sladl  Braunschweig  Kleider-Ordnung.     1650.     4. 

4693.  Eines  E.  Raths  dero  Stadt  Braunschweig  Edict.  Die 
an  statt  derer  Hochzeiten,  zugelassene  Abend-Gastereyen 
nicht  mehr  des  Sontags ,  sondern  Montags  zuhalten. 
1611.     4. 

4694.  —  Edicl   Wegen  Absrhaffung   der  Banilcr.     1662.     4. 

4695.  —   Ernewerte  Ahme-   vnd   Sack-Ordnung.      1668.     4. 

4696.  —  Kind -Tauir- Ordnung.     1669.     4. 

4697.  Rudolph  Auyuslens  Hertzogen  zu  Braunschweig  und 
Lüneburg  rcvid.  und  verbess.  Fcur- un<l  Brand-Ordnung. 
1677.     4. 

4698.  E.  E.  Rahts  der  Stadt  Braunschweig  publicirle  Ordnung 
vnd  Instruktion   iler  Vormundschallts-Hcrren.     1689.     4. 

4699.  —   Vormundbcli.ilTls-Ordnuug.      16&9.     4. 


4700.  Rudolph  .\ugust8~vnd  Anton  Ulrichs,  Hertzogen  zu  Braun- 
schweig etc.  Verordnung  vnd  Reglement,  \Vie  es  .  .  bey 
denen  .\eniblcrn  vnd  Gilden  der  Künster  und  Handt- 
werker  zu  hallen.     1692.     4. 

4701.  Renovirle  Fürstliche  Verordnung,  Wegen  Verbotenen 
heimlichen   Vcrlobunucn.     1704.     4. 

4702.  Der  Stadt  Braunschweig  Burger  Eyd.     Ü.  J.     4. 

4703.  Serenissimi  Verordnung  gegen  die  unter  den  Hamlwerks- 
GeselU'ii  zeithero  eingeschlichenen  .Mirsbraiiche  und  l'n- 
ordnuiigen.     1723.     4. 

4704.  Ordnung  für  die  Gilden  im  ilerzugth.  Braunschweig  und 
Fürsteuthum  Blankenburg.     1765.     4. 

4705.  Verordnuni;  llcrtzog  .\ugusls  zu  Braunschweig  die  unter 
den  il.inihverksiciiUn  und  deren  (lililtti  eingeschlichenen 
.Mifslirauche  bctrellend.      1    Bill.      1659.     2. 

4706.  Grundl.  Hislor.  Bericht  von  denen  alten  Reichs-Vogleyen. 
1655.     4. 

4707.  J.  G.  Lcuckfeld,  antiqvitales  Gandersheimcnses.    1709.    4. 

4708.  Rudolff  .\ugust3  und  Anton  Ulrichs.  Herizogen  zu  Braun- 
schweig Markt- Gerichts- \  nd  Wechsel-Ordnung.  16kG.  4. 
■Viifsführung  Woruiiib  der  Sladl  Braunschweig  das  Recht 
nicht  zuversagen   .  .  .     1612.     4. 

4710.  Der  Stadt  Brannschweig  Vertrage.     1619.     4. 

4711.  Ain  Jegenlierichl,  Vorantw  orten;;  vnd  Widerlegung  Wie- 
der die  vbel  beweiste  .  .  vnrichtige  Vrtheilfsfragen  .  .  . 
1604.     4. 

4712.  J.  A.  H.  Schmidt,  Versuch  einer  historisch- topograph. 
Beschreibung  der  Stadt  Braunschweig.     1821.     8. 

4713.  ('.  Hessen  müller,  Dr.  Martin  Luthers  letztes  Wirken, 
Tod    und    Besrabnifs.      1846.      8. 

4714.  Ders.,  Ur.  .Martin  Luther  in  seinem  Wesen  und  Wirken. 
1846.     8. 

4715.  ('.  G.  H.  Lentz ,  kurze  Erzählung  von  der  Uebergabe 
des  Augsburgischen  Glaubensbekenntnisses  1530.   1R30.  8. 

4716.  Ehren- (iedachtnifs  der  .luliel  -  Hochzeit  welche  Joh.  Fr. 
Haseler  mit  seiner  Ehegattin  .\nna  Dorothea  geb.  Schaf- 
felds celcbrirct.     (I743j.     2. 

4717.  Eines  Collegii  Jvrisconsvitorvm  in  Ober- Teulschlanden 
Ralitsehlag  Darinnen  aursgefuhrl,  dafs  die  1602  aulT 
Gemeiner  Stadt  Braunschweigk  Seiten  in  das  F'ursten- 
thumb  Braunschw.  furgenommene  Aufsfalle  vor  keine 
Landlbruchige   Tbateii  zu   hallen.   —   1603.      2 

4718.  J.  J.  Winkelman,  .Stamm-  und  Regenlenbaum  der  Her- 
zogen zu   Braunschweig  und  Lüneburg.      1677.     2. 

4719.  52  Scbriflin   verschiedenen  Inhalts.     V.  J. 

Dr.  Andresen  in  >urnberg: 

4720.  Ulr.  Tengler,  der  neu  Layenspicgil      1511.     2. 

4721.  Joach.  Camcrarius,  de  Philippi  .Melanchlhoni.«  orlv.  lotivs 
vitae  cvrricvio  et  mortc.     1566.     8. 

4722.  Andr.  Musculus,  Belbuchlein.  Gemehret  vnd  gebcs.«erl. 
1.569.     8. 

4723.  Paul  Hirschpeck,  etlich  predig.     1556.     b. 

4724.  G.  Scherer,  ein  Predig  vom  F'ronleichnainsfe.il  vnd  Vinb- 
gang.     Geschehen  zu  Wien.     1588.     4. 

4725.  P.   Hu(Tner,  «in  ("alholischc  Predig.      1562.     4. 

4726.  Vom  Geschlecht  der  Brunen  zu  iCuricb.      1599.     4. 


23 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsclien  Vorzeit. 


24 


Dr    K.  Bartsch,   Conservalor  an  der  Bibliothek  des  gtr- 
iiinnisc'liL'n   .Museuiiis: 

4727.  Berlholrt  von  Holle  Hcraiisgeeelien  von  Karl  Bartsch. 
185H.     s. 

C.  F.  Walther,  (.'hrniiktr  und   kauluiann,   in   Uarriistadl: 

4728.  Deutsche  Encyclnpiidie  oder  allgeiiieines  Real-Wiirter- 
l.uch  aller  Künste  und  Wissenschaften.  1.— 23.  Bd.  ». 
I   Kii|>fer-Band.     1778-1807.     gr.  2. 

K    A    Wolf,   riarnr,  zu   Klingenlhal  in  Sachsen: 

4729.  Dir.-.,  geschieht).  Nachrichten  über  das  Klingenthalcr 
Kirchenspiel.     1837.     8. 

Nie.  V.  Urbanstadt,  Kainerall>ezirIisconiMiissär,  in  Eger: 
47;<0.    Kr.    Srliranili ,     l  r.<|niMii;    und     Erhauung    der   II.    Maria 
liüHr   l'apellen    zu    Kuplerhcrg.     Pap.-Hdsehr.     Ahschr. 
IK.  Jahrh.     4. 
4731.    12  Plakate  nu."!  dem  16.  Jahrh.     2. 
1732.    3  wcilcrr  Schrillen   ans  dem   17.  u.    1^.  .lalirli.    4.   u.  2. 
Antiquarische  Gesellschaft  in  Zürich: 

4733.  üies..  Mitlhiiluiigcn.  Bd.  XII  II.  I.  Eine  Kalendertafel 
aus   d I.').   Jahrh.     Von   lleiiir.  Rnnsje.     1857.     4. 

Dr.  Potthast  ■«'(  .Sclildls  liaudin  in  ( llierschlesien : 

4734.  I'iiiiljlicale  s  in  Hilu^  socr:isancle  Hoiiiane  ecciesie.  Venet. 
lj>(l.     2. 

4735.  Jos.  Lonipa,  geschichtl.  Darstellung  der  merkwürdigsten 
Ereignisse   in  der  K.  Kreisstadt   Bosenherg.     ü.  J.     8. 

4736.  4  weitere  Schriften  neueren  Inhalts.    0.  J.   8.,  4.  n.  2. 
Altmärkischer  Verein  (Abtheil.  f.  Gesch.)  in  Salzwedcl : 

47.i;.    licr.-.,    I.  — II.   Jalircsliericht.      1838-48.     8. 
473>«.    Di-rs.,   Acne   Slatiili'n.      lh4S.     8.     2  Ex. 

Dr.  C  L.  Grotefend,   Archivsecretär,  in  HannoNer: 
4739.    Ders.,  Epigraphisches.     1857.     8. 

Freih.  v.  Reitzenstein  zu  Friedrichseck  in  Schlesien: 
IT  10     Ew.   Didriili,  Julia   von   Duba.     2.  Aufl.     1835.     12. 
1741.    Abliild.    a,    von    Weimarischen    Bractealen,    28  Exempl. 
zusammen     264  Tafeln;     b,    von   Thüringischen  Siegeln, 
r.l   Tafeln,     gr.  4. 
V.  Herrmann,  Bezirksgerichtsrath,  in  iVürnbcrg: 
4742.    Emblcmala      Abbild,  mit  Versen.     0.  J.     8. 
Historischer  Verein  zu  Bamberg: 

17H      |i.r<..    20     Hcncht.      1^57.      f<. 
Meidinger  Sohn  <fe  Comp..  Verlagshuchhdl. ,  in  Fran!.- 
lurt   aj>l.  : 

4744.  Ed.  Duller,  Vaterland,  (jesch.,  fortges.  von  K.  Hagen. 
\     l!d.  I.ict.  23,  24  u.  25.     18.58.     8. 

Chstn.  H.  Sixt,  Decan,   in  Ansbach : 

4745.  Der«.,  Faul   Eher.     1H57.     K. 

Comit6  Flamand  de  France  in  Dunklrrhen: 

17  lt..    l);i->  .    r.iilliun.    .\r     li.      |H.')7.     h. 

C.  Köhler,   Doienfalirikant,  in   Niirnberg: 
17  17.    M.  I.uthcr,   ein    .Sermon,    von  Christlicher   gcrcrhtickcit, 
oder    \ergeliung   der  sUndcn ,   Kcpredigt    lu  .Marpurg    in 
llcimn.      i:i28.      I.'-.'M.      4. 

Oesellschaft  fUr  Oeschlchte  und  Alterthumskunde 
der  russischen  Ostseeprovlnzen  m  Miga: 

474'*.    Die».,   .MillhiilunB<n,   -.   Bd.      1^57.     ». 


4749.  Index  corporis  historico-diploinatici  Livoniae,  Esthoniae, 
rnroniae.     1    u.  2.  ThI.     1833—35.     2. 

Dr.  Aug.  Buchholtz  in  Riga: 

4750.  H.  K.  I'aucher,  Ehstlands  Geistlichkeit  in  georiincler 
Zeit-  und   Keihenfolge.     1h49.     8. 

4751.  Ders.,  die  Herren  von  Lode.     1852.     8. 

4752.  Ders.,  der  Güterbesiti  in  Ehstland.     1853.     8. 

4753.  Ders.,  die  Regenten,  Oberbefehlshaber  und  Oberbeamten. 
Ehstlands  I.     1855.     8. 

4754.  J.  L.  Borger,  Versuch  über  die  Allerthünier  Lieflands. 
1778.     8. 

4755.  r.  I..  Tetsch,  Curländischer  Kirchen-Geschichte  erster  Ver- 
such.    1743.     4. 

4756.  K.  L.  Kurtzeubauin,  kurze  Darstellung  der  Regierung 
des  Ordensnieisters  Wolter  von  Pleltenberg.    1836 — 37.   4. 

4757.  G.  K.  Taulienheim,  Einiges  aus  dem  Leben  M.  Job. 
Lohmüllers.     1830.     4. 

4758.  Denkmaler  aus  der  Vorzeit  Liv-  und  Ehstlands.  1.  u. 
2.  H.     1821   u.  27.     4. 

4759.  C.  E.  Kapierskj  ,  Verzeichnifs  der  neu  erschienenen 
Schriften  zur  Gesch.  Liv-,  Ehst- u.  Kurlands.  I.   1857.  8. 

4760.  N.  Graf  Rehbinder,  die  belletristische  Literatur  der  Ost- 
seeprovlnzen Rufslands  \on  1800 — 1852.     1853.     8. 

4761.  L.  Bergmann,  Erinnerungen  an  das  unter  dem  Scepter 
des  russischen  Kaiserthums  verlebte  Jahrhundert  fiir 
Rigas   Bürger.     1.,  2.   u.  3.  H.      I»14.     8. 

E.  Vorwerck,   llberlehrer  am  Gymnasium  zu  Soest: 

4762.  Ders.,  D;iniel   von  Soest.     (1856.)     4. 

4763.  Lorenz,  über  Compusilion,  Charaktere,  Idee  des  Sophoklei- 
»<hen  „Kiinig  Oedipus".     1857.     4. 

Ziegler,  Buchhdl.  in  Soest: 
47(i4.    Der    Soesler   Daniel,    oder:     das    Spottgedicht    Gerhard 
Ilaverlands,  hcrausgeg.  v.  L.  F.  v.  Schmitz.     1848.     8. 

4765.  F.  W.  Barihold,  Soest,  die  Stadt  der  Engern.  1855.   8. 

4766.  Jos.  Evelt ,  die  Kirche  und  ihre  Institute  auf  dein  Ge- 
biete des  Vermögens -Rechts      1^45.     >». 

4767.  A.  Geck,  topogr.-histor.-statist.  Beschreibung  der  Stadt 
Soest  und  der  Soestcr  Börde.     1825.     8. 

4768.  Jos.  Bender,  Lehrbuch  der  Geographie.     1853.     8. 

4769.  J.  II.  Ph.  Seidenstücker,  Programme,  Schulreden  und 
liriele   ulier  die  deutsche  Sprache.      1836.     8. 

L.  B    V.  Medem  In  Gnllnow: 
17T0.    (L.   I!.   V.   Medem  I,    (Jeschichte    der   Stadt    (ireil.nhagcn. 
1.   Abth.     2.  Aufl.      1843.     8. 

Verein  für  meklenburgische  Geschichte  und  Al- 
terthumskunde in  Öchweriii: 
4771.    Dirs..    liilirlMic  licr  ii.   Jahresbericht.    22.  Jahrg.   1857.   8. 

Dr.    C.   A.  H.  Burkhardt.    I'nnservator   am    Archiv   dcg 
i;ermanlscheii   .Mil^ciiiik  : 
1772.    Ders.,    O'iKHf n*'""'"'""!.'  '•"''  Gesch.  des  Hauses  Ilohen- 

znllcrn       I.    lid        \^.ü.      ". 

Otto  Spamer,   Verlatjsbucbhdl    In   Leipzig: 

4773.  Illiisir.  Valcrlandsbuch,     HL   Bd.     2.  Hälfte.      l858.     8. 

C.  Becker,  k.  preufs.  Steuerinspektor,  InWUrzburg: 

4774.  \    I-    1.  Vilmar,  zur  Literatur  Johann  Fischarts.   1846.   4. 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeit. 


26 


4775.  Ciitalogiie  d'ijrie  iinporüinle  rt'union  de  vases  et  tijtcn- 
siles  du   Liille   c.ilholique.      1851.      4. 

Ein  Ungenannter  In  iXürnlierc: 
477t).    Biscliriilniii}:    dur   cliiirfiir.'itl.   KindlaiifT  zu    Anil)erg    den 
26.   Septbr.   1596.     l'a|i.-llds(  lir.     4. 

4777.  Kaiser  Karl  V.  Verhol  des  Kleiderluxus  an  dem  Hole 
seines  .Solines  Philipp.     Pap.-Hdschr.     2.      1550. 

4778.  Wilh.  Weber,  Kurl7,weilige  Beschreibung  der  Kirchwey 
zu  Oairishof,  vnd  des  darbev  naeh  alten  gebrauch  ge- 
haltenen gewidinlirhen  Püchsenschicssens  daselbst  he- 
IrelTenl.     Pap.-Hdschr.     1641.     4. 

4779.  Entscliul(li;.'un^!s  -  \  rsaehen :  Waruinb  K.  .Ihiyslalt  in 
Schweden,  auil  dilViiial  der  Stadt  Magdeburg  nichl  hat 
Uunnen  zu  HüüT  kniunien.      1631.     4. 

4780.  Cupia  defs  Herrn  Adniinistratoris  zu  Magdeburg,  vnd 
Halberstatl  Antwort  Schreibens,  etc.  Generalen  vnnd 
üraffcn  von  Tilly.     1631.     4. 

4781.  Vnti-rschiedliclie  Zehen  Schreiben  ,  welche  H.  Jidiann 
(jral  von  Tylli.  (kurz  vor  Eroberung  der  Stadt  .Magde- 
burg) dem  Adiiiinislratori  oder  Bischof  daselbst  Obristcn 
von  Kaickenberg  vnd  mit  der  Stadt  gewechselt.   1631.  4. 

4782.  Pelri  Lotichii  Lamentation  über  der  Magdeburgischen 
Belagerung.     1631.     4. 

4783.  Tröstliches  Gesprach  k.  Maysl.  in  Schweden  mit  der 
von  aller  Welt  verlassenen  .  .  .  Stadt  Magdeburg. 
1.531.     4. 

Bauer  <fc  Raspe,  Verlagsb.  (Jul.  Merz),  in  >ürnberg: 

4784.  Zcitschr.  I.  deulsihc  Kulturgesch.  Herausgcg.  von  .loh. 
Müller  und  Job.  Falke.     Jan.  1858,     8. 

Verein  für  hamburgische  Geschichte  in  Hamburg: 

4785.  Dcrs.,   Zeilsclirill.      iVcue   Folge.      I,   3,    1857.      8. 
J.  L.  Schmid,  Verlagsb.  in  Kürnberg: 

4781j.    A.    V.    Eye   u.   Jac.  Kalke,    Gallerie    der    Meisterwerke 
alt<leulschcr  Holzschneidekunst.     4.  Lief.     1857.     gr.  2. 
J.  M.  Heberle,  BuchhdI.  (H.  Lemperlz),  in  Köln: 

4787.  11.  Lempcrtz,  Bilder-Hcfte  zur  Gesch.  des  Büclicrhandels. 
Jahrg.  1858      gr.  2. 

Dr.  Johannes  Merkel,  Professor,  in  Halle: 

4788.  Der-..  Mciiiiine  e  documcnti  inediti  spetlanti  alla  storia 
del  dintlo  llaliano  nel  medio  evo.  Vol.  unico,  Easc.  1. 
18.57.     gr.  8. 

Alterthums  -  Verein  in  \Men  : 

4789.  Uers. ,    Berichte    und    Mittheilungen.     Bd.    II.     Ablh.    I. 

1857.  gr.  4. 

G.  Wiesend,   Landrichter,  in   Burghausen: 

4790.  L)er.s. ,  archaolog.  Funde  und  Denkmale  in  den  Landgc- 
richtshezirken  Titnjanning ,  Laufen  und  Burghausen. 
1849.      8. 

Dr.  E.  H.  Costa  in  Laibach: 

4791.  Ders.,  Denkbucli  der  Anwesenheit  Allerlioch.stibrer  Ma- 
jestäten Franz  Josef  und  Elisabeth  im  llerzogth.  Krain. 
1H57.     8. 

Dr.  Rud.  V.  Raumer,  Professor,  in  Erlangen: 

4792.  Ders.,  ilas  deutsche  Wörterbuch  der  Gebrüder  Grimm 
und    ilie    Enlwickelung     der     deutschen    Schriftsprache. 

1858.  ö. 


III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssanunlung. 

Schmitt,  Apotheker,  in  Grafenberg: 
2091.  Sch«crlklinge   aui   dem   17.  Jahrb. 

Dr.  V.  Hefner-Alteneck,  Prof.  u.  t'ons.  der  vereinigten 
Sammlungen  zu   .München: 

2095.  Haupt  Christi,  Aletallschnitl  aus  der  Mitte  des  15.  Jahrh. 

2096.  Ein  Jäger,  Kadiruug  von  Augustin  Hirschvogel. 
Ein  Ungenannter  in  Nürnberg: 

2097.  4   bi.>l(ir.    Kin/.elbl;itter  vom    16.   u.   17.   Jhdt. 
Li.  Bull,   Kaufmann,  in  IVürnbcrs: 

2098.  Silbermünze  von  H.  Job.  Friedrich  von  Wiirtemberg 
von  1624. 

von  Herrmann,   Hezirksgerichtsralh,   in  Kiirnherg: 

2099.  Siisanua  im  Bade  und  Öl.  llieronymus  in  der  Hohle, 
llandz.  coloriert  vom  16.  Jhdt. 

2100.  Christus  vertreibt  die  Hiindler  aus  dem  Tempel  und  St. 
Sebastian,  Kpfrsl.  v.  A.   Altdorfer. 

2101.  Die  Einreitung  Christi,  Holzschn.  v.  A.  Altdorfer. 

2102.  Das  Gastmahl  des  reichen  .Mannes;  die  Gefrafsigkeit  und 
die  Wollust:  Kpfrstche.  v.  H.  .\ldegrever. 

2103.  Die  Hochzeit  zu  Cana  (2  Exemplare),  das  Gastmahl 
beim  Pharisäer  und  Christus  mit  den  12.\posteln  (7Blttr.) 
Kpfrstche.  v.   H.  S.  Beham. 

21(14.  Der  Verralh  des  Judas  und  Christus  ausgestellt,  Holz- 
schnitte ^on  II.  S.   Beham. 

2105.  Christus  vor  Pilatus,  Kpfrst.   nach   .\.  Durer,  Bruchstück. 

2106.  Die  Ehebrecherin  vor  Christus  und  ^r.  2,  10,  11,  13, 
15,  16,  21  und  24  aus  dem  Lehen  Jesu,  Kpfrstche.  v. 
G.  Pcnz. 

2107.  Die  Geburt  Christi,  Kpfrst.  v.  H.   Wierx. 

2108.  14  Holzschnitte  aus  Druckwerken  des  16.  Jhdt. 

2109.  28  legendär.  Darstellungen,  Kpfrstche.  v.  17.  Jhdt. 

2110.  K.  Gustav   Adolf  zu  Pferde,   Kpfrstcb. 

2111.  l  allegor.   Darstellungen,   Kpfrstche.   v.   17.  Jhdt. 
Ignaz    Fr.   Keiblinger,    Stiftskapiiular     und    eni.    k.   k. 

Prof.,  zu  Melk: 

2112.  Ein   aul   Pergament  gemaltes  Wappen   v.    16.  Jhdt. 
Dr.  Potthast  auf  .Schlols  Bauden: 

2113.  Silberamn/.e  des  Bisthums   Ülmüz  v.  1665. 
Frhr.  v.  Reitzenstein  zu  Friedrichseck: 

2114.  182  Gypsabgusse  und  Formen  von  mittelalterlichen  und 
neiHTiMi  Siegeln. 

Dr.  Kräuter,   Bihliotheksekrclar,   in   \\eimar: 

2115.  26  Lackabdrücke  und  Papiersiegel. 

2116.  2  Originalsiegel  vom   15.   u.   16.   Jhdt. 

K.   Tränker,  Gypslormator,   in  Weimar: 

2117.  Gypsab^ufs  vom  Grunde  des  silbernen  Taufbeckens  K. 
Otlo's  IV. 

Dr.  Preller,   grofshcrz.   süch.-.   llolralh  u.  Oherhihliothckar, 
in   Weimar: 

2118.  Bleiabgufs  eines  anjjeblii  lien  (Jntzcnlulde.-  lu  (Je-tall 
eines   «ililcM  .Mannes,    auf  der  llcilbililicillicl,    /uMermar. 

N.  V.  Urbanstadt  m  Eger: 

2119.  2  OriginalMcgel   vom   15.  u.    16.  Jahrh. 


27 


Anzeiger  fiir  Kunde  <lt'r  deutsclu'M  Vorzeit. 


28 


A.  Rück,  Luslos  am  german.  Museum: 

212(1.    Sillirrniinze    der  Slailt   Cliur   v.    1645. 
C.  Köhler  in  iNürnberf;: 

2121.  2  runde  (ilnsplallchcn  mil  aurgt'iiiiilten  Wappen.    IT.Jhdt. 

2122.  Das  Martyrium  des  heil.  Sebastian,  Kpfrst.  v.  ('»Hol. 

2123.  Kleine  Karle  von  OeuUcfaland,  Kpfrst.  v.  17.  Jhdt. 
Dr.  A.  Buchholz  in  Ki<;ii: 

2121.    2  SillHTiiiün/eii  der  l.ivliirider  Ordensmcistcr  Benno   von 
der   Bor«  und  Joh.  Freitag  von  Loringhoven. 
C.  Becker,   kgl.  preufs.  Steuerinspektor,  in   Würzburi;: 

2125.  Gypsabgufs  eines  römisrhen  Diptychons  mit  den  Dar.stel- 
lungen  Christi  und   .Varia,  aus  dein   .Museum  zu  Berlin. 

2126.  3  Kupferstiche  von  J.  Jlopfer,  B.  p.  gr.  Nr.  67,  68  u.  70. 

2127.  Kupferstich   von   I>.   Ilopfer,  B.  p.  gr.   Kr.   128. 

Fr.  Prof.  L.  Hoffmann  in  Knrnberg: 

2128.  Jungfrau  im  Brautstaat  und  allegor.  Darstellung,  Fcder- 
zcichnffn.   vom    16.  Jhdt. 

Ein  Ungenannter  in  Mirnberg: 

2129.  2   Blatter  mit  gemalten   Wappen   vom   17.  Jliill. 

2130.  Fliegendes  Blatt.     Holzschn.  v.   1524. 

C.  Elis,  Lehrer  u.  Cons.  des  Domschatzes  zu  Halbcrstadt: 

2131.  17  Gjpsabgüsse  von  getriebenen  Silberblechen  an  ("aseln 
und   Antependien   im  Donischatzc  zu  llalberstadl. 

2132.  6  Gypsabgüsse  von  mittelalterlichen  Siegeln. 

G.  Frhr.  V.  Guttenberg  zu  Stadisteinach; 

2133.  2  Bronceinedaillen   auf  die   Krönung  Kg.  Ferdinands  und 
seiner  Gemahlin  zu  Konigen  von  Böhmen  im  J.   1836. 


Lust,  kgl.  Advokat,  in  Straubing  : 

2134.  4  Silbermünzen  aus  dem  Saulburger  Funde. 

2135.  (irafl.   (Illingen  sehe  Silbermiin/.e  vom    17.  Jhdt. 
Hugo  Ritter  von  Goldegg  m  Bozen: 

2136.  Halber  Speziestlialer   von  K.    Kudolf  II.      1592. 

2137.  Tiroler  '/»  Thaler  Erzh.  Leopolds.     1632. 

2138.  Groschen  Erzh.  Ferdinands      17.  Jhdt. 

2139.  .Vugsburger  Zweikreuzerstiick.     1625. 

2140.  Kupfermünze  der  Sladi  Siena,   17.   Jhdt. 

2141.  7  Photographieen   nach   millelalterliehen   Denkmülern. 
Jgn.  Seelos,   Maler,  in   Bozen: 

2142.  Salzhuieer  Klippe   von   1615. 

2143.  3  Salzburger  Silbermünzen  von  1681,  1694  u.  1695. 

2144.  Zeichnung  nach  alten  Skulpturen  an  der  Kirche  zu  l'nler- 
Mais  hei   Meran. 

Wilh.  Weingärtner  in  Breslau: 
214.1.    'J  mm.   Broncemunzen  und  eine  Silbermänze. 

LÜtzelberger,  Stadlbibliolhekar,  in   Niirnberg: 

2146.  BraunscbHeiger  Mariengroschen  v.   1539. 

2147.  2   nürnberg.    burggräfl.   und    ein    Wijrzb.    Kreuzer    vom 
17.  Jhdt. 

2148.  .\ugsburgcr  Kuplerzeicben   von   1645. 
Ben.  Wifs  in   INurnbcrg: 

2149.  iNürnberger  Silbermünze  v.   1622. 

Sommer,   Bildhauer  u.   Gypsformator,   in   Frankfurt  a.   M. : 
215(t.    Medaillon    mit    dem    Brustbilde    König   Maximilians    von 
Bayern  in   altdeutscher  Tracht,   Gypsabgufs. 


Cliroiiik  der  liislorisclicii  \>n'in('. 


Die  Jahrbucher  des  Vereins  von  Alterlhiims- 
freunden  im  Rheinlande,  XXIV.  des  zwölften  Jahrganges 
zweites  Heft,  1857,  enthalten  das  Sach-  und  Namenregister  zu 
Heft  1— XXlll,  Jahrg.  1-Xll.  —  Der  v  i  e  r  u  n  d  dreifsigs  te 
Jahresbericht  der  schicsischen  Gesellschaft  für 
vaterländische  Kultur,  1856,  enthalt  den  nllgemeinen 
Bericht  der  Gesellschaft  von  Bürgermeister  Bartsch  und  die 
Berichte  über  die  Arbeiten  und  Abänderungen  in  den  einzelnen 
Sektionen.  Au»  den  Verhandlungen  der  historischen  Sektion 
heben  wir  hervor:  Mittheiliingen  einiger  urkundliihen  Akten- 
stücke über  die  Kaihswaiilen  in  Sehweidnilz,  von  Dr.  Scliniidl ; 
der  jurislischcn :  historische  Darstellung  des  Gefangen'-  und 
Gcfangnirswesens  in  Breslau  »eil  I70(»,  von  StadtgerichUratli 
(iuttler. 

Jahrbücher  und  Jahresbericht  des  Vereins  fiir 
m  cklenburgischc  Geschichte  etc.  enthalten  in  ihrem 
ncuciten  ,  zweiundzwanzigsten  Jahrgang,  1857,  an  Ouellen- 
beilrngrn:  chronistische  Aufzeichnungen  aus  dem  Klosler  Kib- 
nilz  aus  dem  16.  Jahrb.,  milgelheill  von  C.  D.  W.  Für  die 
Geschichte    de*     mckienburgischen    Fürstenhauses: 


Anna,  geborne  .Markgralin  von  Brandenburg,  Gemahlin  des 
Herzogs  .Albrechl  VII.  des  Schönen  von  Meklenbiirg,  von  Dr. 
Lisch;  über  den  Tod  des  Herzogs  AIhrechl  VII.  und  den  Re- 
gierungsantritt des  Herzogs  Johann  Albrechl  I.,  v<in  dems. ; 
iilier  das  firab  des  meklenburgischen  Fürsten  l'ribislav  zu 
Doberan,  von  dems.  Für  die  Geschichte  der  Kirche  von 
Dr.  Lisch:  über  die  Reformation  des  Klosters  Dobberlin ,  über 
die  Kirchenreformation  zu  Lübz;  über  die  Kirchenreformation 
zu  Crivitz;  über  die  Kirche  zu  Anielungshnrn,  über  den  Cha- 
rakter des  güsirow'schen  Snperinlendenten  (Jerhanl  Oehinike. 
Aufserilem  über  ein  Wunder  in  der  Kirche  zu  Moisall,  von  I.. 
M.  Wiechmann-Kndow.  Zur  Geschichte  der  deutschen 
Literatur:  zwei  plattdeutsche  Gedichte  aus  dem  15.  Jahrb., 
milgelheill  von  Dr.  Lisch.  Für  die  Geschieht«  der  Buch- 
druck er  kunst:  Beilrage  zur  altern  Buchdruckergeschichtc 
Meklenbiirg«  und  l'ehersichl  derselben,  von  L.  M.  Wiechmann- 
Kailow.  Für  die  Archäologie  der  vorchristlichen  Zeit 
linden  wir  Verschiedenes  über  Hnnen-,  Kegel-  und  Wendcn- 
griiber;  für  die  Baukunst  des  M.  A.  heben  wir  noch  hervor 
den    Beitrag    von    Dr.    Lisch    über    die    Kirche    zu    Witlenburg. 


29 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


30 


Aurserdem  Bnden  wir  noih  zur  Münzkunde  kleinere  IVotizen. 
—  Der  Jahreslicriitit  dis  Vereins  von  Dr.  ^V.  (i.  Beyer  enl- 
liall  die  (icsflläclial'lsangelegcnheiten. 

Die  Mitlhcilungen  aus  dem  (iehiete  der  Ge- 
schichte Liv-,  Est-  und  Kurlands,  herausgegeben  von 
der  Gesellschaft  für  Geschichte  und  Allerthums- 
kunde  der  russischen  üstseeprovinzen,  enthalten 
im  dritten  Hefte  des  achten  Bandes  (Riga,  1857).  Für  die 
I.  andesgesch  iclite:  Zur  Geschichte  Livl.inds  in  den  Jahren 
15M  und  15S2.  Auszüge  aus  einem  Tagebuchc  wührend  der 
Belagerung  Pleskau's,  nelisl  einigen  Briefen  aus  derselben  Zeit, 
mitgetheilt  von  R.  II.  von  Busse.  Einige  Nachtrüge  zu  der 
Allhandlung:  Johann  des  Mittlern,  Grafen  von  Nassau -Katzen- 
ellenboffen  ,  Heerfahrt  nach  Livland  etc.  von  Julius  Frcih.  von 
Bohlen.  —  Zur  Quellenkunde  von  Livland:  Verzeichnifs 
einiger  Urkunden,  die  im  Departement  der  ausländischen  Kon- 
fessionen beim  k.  k.  .Minisleriuin  des  Innern  aufbewahrt  wer- 
den, nebst  dem  Wortlaut  von  eilf  derselben  aus  den  Jahren 
1487  —  1623,  von  Dr.  K.  MinzlalT.  Tnler  den  Miscellen .  die 
verschiedenartige  iVoli/.en  zur  Geschichte  Livlands  bringen, 
heben  wir  hervor:  Fortgesetzter  Beitrag  zur  Geschichte  der 
ältesten  Universität  Dorpat,  von  Dr.  Th.  Beise. 

Der  zwanzigste  Bericht  über  das  Wirken  des  histo- 
rischen Vereines  zu  Bamberg,  Juni  1856  bis  Ende  Mai 
1857,  enthält  aufser  dem  durch  den  Vercinssekretär  erstatteten 
Jahresbericht  eine  fiir  die  Geschichte  Bambergs  sehr  wertb- 
volle,  fleifsige  Arbeit  des  Donikapilulars  Dr.  I,.  L.  Silimitt: 
Geschichte  des  Ernestinischen  Klerikal -Seminars  zu  Bamberg. 
Die  umfangreiche  Arbeit  behandelt  die  Gründung,  den  Ort, 
das  Vermögen,  die  Vorstiinde  des  Seminars;  das  Alumnat,  den 
Unterhalt  der  Personen  und  die  geistige  Seite  desselben.  Die 
Beilagen  enthalten  eine  Anzahl  werllivoller  Urkunden  und 
Aktenstücke. 

Von  einem  neuen  Geschichtsvereine,  dem  Mitlen|berger 
Verein  für  Heimathkunde  des  Kurkreises,  liegt  uns 
der  erste  Jahresbericht,  Aovcmber  1856 — 1857  vor,  der  über 
die  monatlichen  Versammlungen  und  den  Stand  der  Gesell- 
schaftsangelegenheilen  kurzen  Bericht  erstattet.  Möge  der 
Verein   in  fruchtbringender  Thatigkeit  sich  entwickeln! 

Der  Anzeiger  für  schweizerische  Geschichte  und 
Alt  er  ihu  m  5  kun  d  c  ,  Zürich  1857    (dritter  Jahrgang),    enthalt 


in  Nr.  I  (März)  für  Geschichte  und  Recht:  Markslein- 
Literatur;  Urkunde  des  Grafen  Rudolf  von  Habsburg  (1268); 
Wallher  österichers  von  wallriv  vrfecli  (1476).  Kur  Kunstge- 
schichte und  AI  terthumsk  u  n  d  e:  Vindonissa;  eine  rö- 
mische Inschrift,  gefunden  zu  Schleitheini ,  Kanton  Schafl- 
hausen.  In  IVr.  II  (.Mai)  für  Geschichte  und  Kechl:  Mark- 
stein-Literatur (FortsetzungJ.  Graf  Rudolf  von  Habsburg-Lau- 
fenburg (der  Schweigsame)  bei  Kaiser  Friedrich  II.  im  Mai 
1242.  —  Kür  Kunst  und  Alterthuin:  Erklärung  eines  Bildes 
in  der  vorigen  Kummer;  Bild  des  h.  Kolker;  Slalislique  des 
antiquiles  celtiques  du  Jura  hernuis;  ein  Schreiben  Waldmanns. 
In  Kr.  III  (Juli)  für  Geschichte  und  Recht:  Grabschrift 
Herzog  Karls  des  Kühnen;  Sir  Oliver  Fleming,  k.  eniilischer 
Resident  bei  der  Schweiz.  Eidgenossenschaft  1629— 1K38;  Ant- 
wort aus  Bern  auf  die  Frage  in  Nr.  l.  des  Anzeigers  von 
1857  betreffend  die  Freien  von  Schwanden;  der  letzte  Frei- 
herr von  Wediswile  (zürcherischer  Linie);  die  Schlosser  Kiburg 
und  Wediswil  zur  Zeit  des  W  aldmannisclien  Aufslandes;  Ur- 
phede  von  14.")4.  —  Für  Sprache  und  Literatur:  Keltisch- 
römische  Ortsnamen.  —  Für  Kunst  und  .\lterthum:  das 
elfenbeinerne  Reliquiariuni  zu  Sitten;  Munzfund  von  Mundingen. 
—  In  Nr.  IV  (üctober)  für  Geschichte  und  Recht:  Gedenk- 
spruch  auf  Herzog  Leopold  VII.  von  Oesterreich ;  Verglcichs- 
versuch  zwischen  Kitler  Bilgcrin  von  Heudorf  und  der  Sladt 
SchalThansen  (1467);  über  einzelne  rathselhafte  Ausdrücke  in 
churrathischen  Urkunden;  Sir  Oliver  Fleming  etc.  (Fortsetzung). 
Für  Kunst  und  A  Iterthum:  .\nlii|uites  de  Loeche-Ies-Bains; 
Alterthunier  zu  Biel ;  Gallischer  .Merkur;  ein  allrümisches 
Votivtäfelchen.  In  Nr.  V  (Dezember)  für  Geschichte  und 
Recht:  Königin  Agnes  schlichtet  einen  Parteizwist  zu  Winter- 
ihur  (1342);  Vergabung  Graf  Eberhards  (des  Seligen)  von 
Nellenburg  an  das  Kloster  Iteichenau  (10.i6);  Note  sur  le  droit 
uppelle  Manaida.  F'ür  Kunst  un  d  Alterthu  m:  Glasmalerei: 
alter  Plan  des  Klosters  St.  Gallen;  halligrapliie  im  Kloster  St. 
Gallen;  römische  Inschrift  und  Relief  in  Stabio ;  heraldische 
Aufgabe.  —  Aufserilem  enthält  jede  Nummer  eine  Anzahl  An- 
fragen, Berichte,  Korrespondenzen  etc.  — 

Mittheilungen  der  antiquarischen  Gesellscbafi 
in  Zürich,  B  XII.  Heft  I,  1857,  enthalten:  eine  Kalender- 
tafel aus  dem  15.  Jahrb.,  von  Heinrich  Runge;  mit  einer  Ab- 
bildung derselben.   — 


N  a  c  li  r  1  c  h  t  0  n. 


lilteratiir. 

Nea  erschienene  Werke. 

1)    Berthold  der  Bartige,  erster  Herzog  von  Zaringen. 
Von  C.  F.  A.  F'ickler.  .Mannheim,  Verlag  von  J.   Bens- 
heimer.     1856.     VIII.  u.  112  S.     8. 
Dem   Fli'ifsc    uml    Spurtalcnle    des    Verfassers    bat    die    ge- 
schichtliche Ergrimilung  des  deutschen  Südwestens  schon  man- 


ches Resultat  zu  dimkcn  gcbalil.  In  dem  oben  angeführten 
Srhriftchen,  einer  Festgabe  zur  Verniahlungsfeier  des  regieren- 
den (irofsherzogs  von  Baden  mit  einer  Tochter  des  preufsischen 
Königshauses,  beurkundet  Herr  Fiekler  seinen  Scharfsinn  «ufs 
Neue.  Es  sind  allerdings  olt  Hjpolhesen,  die  er  vortragt,  und 
kühne  Hjpollicsen,  abci  man  imifs  es  anerkennen,  dafs  sir 
den  Verfasser,  so  sehr  er  au  dincu  biirij;!  und  zuweilen 
kaum     sich    selbst    zurückhalten     kann,     aus    duicn     weiter    zu 


;h 


Anzeiger  liir  k'uiiile  der  doutsclien  Vüizuit. 


32 


lolgrrn ,  dmli  nie  dazu  vcrfiihrfn ,  die  (iesetie  der  liistori- 
schi-n  Korschun^i  zu  verliMigni'n.  Die  uinsichtini-  Scliildcriintf 
des  ersten  Herzogs  von  Zarinpen,  Berlliolds  des  Bartinen, 
lind  seiner  grofsen  lieileutune  Tur  Land  und  Keieh,  gibt  dem 
Verfasser  eine,  gerade  lur  die  Veranlassung  des  Selirifirhens 
erwünschte  Gelegenheit,  das  Geschlecht  Hertholds  genealogisch 
auf-  und  ahwiirts  zu  verfolgen.  Er  weist  als  Vater  Berlliolds 
den  Bezelin  von  Villingen  nach  und  versucht  diesen  als  (iral'en 
des  Breisgau's  unil  Scdin  des  Grnlen  Birhiilo  nachzuweisen; 
letzterer  konnte  dann  ein  Sohn  des  926  urkumllirli  vorkom- 
menden (jralen  Gundraui  sein.  Kr  vindiciert  von  den  Söhnen 
Bertliulds  des  Bartigen  dem  ^Markgrafen  Jlermunn  die  Krstge- 
liurt,  woraus  sich  also  ergiht,  „dafs  das  jetzige  grofsherzogli- 
che  Haus  von  Baden  aus  der  Hauptlinie  des  Ziiringer  Geschlechts 
staniiut"  (S.  3.1).  Das  hadische  Wappen  ist  nach  unserem 
\ erlasser  das  alte  Zaringer  Mappen,  ilessen  einfacher  goldener 
Schild  einen  Wink  zu  geben  scheint,  „das  Geschlecht  bis  zu 
ilen  Edelsten  des  ah'mannischen  Stammes,  seinen  Herzogen  vor 
der  frankischen  Er(dierung  zu  verfolgen,"  (S.  107).  Und  da  der 
Schild  der  allen  Zollern ,  die  durch  die  Nellenburger  mit  den 
Zahringern  verwandt  waren,  „ein  Silherschild  von  ernstem 
Schwarz  unterbrochen,"  auf  ein  rhatisches  (ieschlerhi  scbliefsen 
läfsl,  und  die  rhatischen  ISurcbardinger  sich  last  tmuriterlirochen 
bis  auf  die  Acllcnburdcr  verlolgin  lassen,  so  fragt  der  \  erlas- 
ser, ob  es  zu  kühn  sei,  „als  Zielpunkt,  bis  zu  welchem  die 
Forschung  der  Geschichte  des  Hohenzollernschen  Hauses  aufzu- 
steigen habe,  die  rhatischen  Bureharde  zu  bezeichnen?" 
(S.  1I7J. —  Mit  diesen  Folgerungen,  wie  sie  sich  nicht  schöner 
finden  liefscn,  um  bei  der  Stifliingsfeicr  eines  neuen  Bundes 
zwischen  zwei  deutschen  Fürstenhäusern  im  Hinweis  auf  deren 
l\achbarschaft  vor  sieben  huuricrl  Jahren  mit  einir  noch  Jahr- 
hundiTlc  darüber  hinausgehenden  Geschichte  beide  wie  zum 
Glückwunsch  zu  überraschen,  wird  sich  zwar  die  Forschung 
noch  naher  zu  beschäftigen  haben ,  gewifs  aber  dem  Verfasser 
für  seine  Anregung  zu   Danke  verpllichtet. 

2)  .Monatsschrift  für  deutsches  Stiidte-  und  Ge- 
meindewesen. Redigirt  von  B.  Graser  (seit  Juli 
von  A.  Fipcr,  Oberburgermeister  der  Si.  Frankfurt 
a.  d.  0.  etc.)  Jahrg.  IH.  Iiys  Stn.  8. 
Obgleich  diese  Zeilschrift  vor  Allem  dem  Bedijrfnisse  der 
Gegenwart  zu  dienen  sich  berufen  fühlt,  so  dringt  sie,  eben 
um  ihre  Aufgabe  umsichtig  zu  lösen,  doch  auch  in  die  ver- 
wandten Zustände  der  Vergangenheit.  Oer  bis  vor  Kurzem 
bestellende  Indillerentismus  in  Bczuc  auf  Alles,  was  das  Ge- 
meindeleben bilrilft  ,  bat  in  neuerer  Zeit  dem  lebliaflcslen  In- 
teresse daran  l'lalz  gemacht.  In  der  doppelten  Beziehung  also, 
einmal,  um  der  Forschung  über  Städte-  und  Gcinejndewi'seu 
als  Organ  zu  dienen ,  wodurch  deren  Resultate  noch  für  die 
Gegenwart  fruchtbar  gemacht  werden ,  dann,  um  aprioristischu 
•Xnsichlen  unil  durch  Erfahrung  gewonnene  Ueberzeugungen 
dem  allgemeinern  Bedürfnisse  zu  vermitteln,  sucht  sie  ihr  Ziel 
unil  das  Kechl  ihrer  Existenz.  Endlich  hcsliiiiiiil  sie  eine 
„Miinals-t'hronik",  ilie  wiederum  siib  A.  Gesetzgebung,  B.  Per- 
sonal-Nachrichten,  l'.  Tagea-Neiiigkciten  alle  hier  einschlagi- 
gen ISachrichten  in  übersichtlicher  Folge  bringt,  dazu,  die  all- 
gemeine Theilnnhmc  an  solchen  i\achrichlen  zu  befriedigen, 
ferner  als  gesirhteles  und   zuverlafslgea  Material  für  eine   künf- 


tige Bearbeitung  zu  dienen.  .\uf  die  bisherigen  Leistungen 
nach  den  verschiedenen  Kiilitiingen  hin  können  wir  im  Ein- 
zelnen nicht  eingehen:  im  Ganzen  sind  sie  sehr  liicbtig  und 
verdienstlich.  Besonders  schalzhar  ist  das  gebotene  statistische 
Material.  Die  Leitung  ist  umsichtig  und  im  Allgemeinen  dürfen 
wir  die  Uebcrzeugung  aussprechen,  dafs  die  Jloiiatsschrift 
wertbvoll  sowohl  für  den  (icmcindebeamlen,  als  lür  den  Stati- 
stiker und  Historiker  ist. 

3)  l'rkund  liehe  (ieschichtc  der  Stipendien  und 
Stillungen  an  dem  G  r  o  f  s  h  e  r  z  o  g  1  i  c  h  e  n  L  )  c  e  u  iii 
lind  der  Universität  zu  Heidelberg,  mit  den 
i.elienslie.schreibungen  der  Stifter  etc.  Von  J.  Fr.  Ilaulz. 
Heidelberg,  J.  Groos.  1.  Heft.  1856.  M  u  41  Sin. 
H.   Heft.     1857.     VIH  u.  128  Sin.     8. 

Die  Geschichte  der  milden  Stiftungen,  hier  insbesondere 
der  Stipendien,  ist  von  niclirlacheiii  Interesse,  fticlit  nur  bildet 
sie  einen  nicht  unerheblichen  Tlieil  der  Kulturgcscliiilite,  son- 
dern in  der  Weise,  wie  hier  zugleich  das  urkundliche  .Material 
geboten  und  verarbeitet  wird,  iinlerrichlet  sie  auch  über  die 
Bedingungen,  unter  denen  diese  Ausflüsse  früherer  Wohlthätig- 
keil  der  Gegenwart  noch  zu  Gute  kommen.  Die  badischen 
Stipendien  betragen  der  Zahl  nach  nahezu  20U  mit  einem  Ca- 
pitalveriiMigen  von  anderthalb  .Millionen  (iiildcn,  deren  jährliche 
Einkünfte  etwa  7(I,()(I0  II.  ausmachen.  An  dieser  Summe  haben 
das  Lyceuin  und  die  Universität  zu  Heidelberg  bedeutende 
Antheile.  In  den  vorliegenden  beiden  llelten  behandelt  in 
fünf  Abtheilungen  der  Verfasser  die  (ilfcntlichen  und  I'rivat- 
Slipendien ,  dann  die  l'reise,  die  Stiftung  für  Wittwen  und 
Waisen  cvang. -protestantischer  geistlichen  Lehrer,  darauf  die 
Heidelberger  Universilals-Stipendien.  Diese  werden  wiederum 
nach  ihrem  frühem  Betrage  und  nach  ilireiii  gegenwärtigen 
Stande  angegeben.  Die  letzte  Ablheiliing  iiinfalst  die  Stipen- 
dien, welche  auf  einer  andern  als  der  badischen  Universität 
zur  Unterstützung  dienen  sollen,  oder  wenigstens  anderwärts 
genossen  werden  können.  Der  mitgegebene  Anhang  über  den 
Geldwerth  ist  allerdings  willkomiiien ,  aber  selbsiverstanillich 
nur  zur  Erläuterung  der  vorher  behandelten  \  erlialtiiisse  ge- 
nügend. 

■1)  Galleric  der  .Meisterwerke  a  It  d  eiitsc  her  Holz- 
schneidekunst   in  facsimilirlen   l\achbildiingcn  zusam- 
mengestellt   und    mit  Erläuterungen    herausgegeben    von 
Dr.   A.  von  Eye    und    Jacob    Falke.     Verlag    von  J. 
L.  Schniid  in  Kürnberg,  1857.     Fol.     Hcfl   I— 1\. 
Die    vier    bisher    erschienenen    Lieleriingcii    enllialleii    von 
A     Dürer:   Die  Himiiiellahrl    und   die  Krunung  der  .Maria,  die 
\\  ürgengcl  am   Flufs  Enphrat  ans  der  Olfenharung  St.  Johannis 
und  das  kolossale  Haupt  Christi;    von   L.  Cranach:   die  Ruhe 
der  heil.  Familie  auf  der  Flucht  nach  Aegypten,  in  Tondruck, 
und    sechs  Apostelfiguren    aus    dem    Willemberger   Heiliglhums- 
buche ;    von    iL  S.    Behani:    den    grufscn    Kriegszug    fl.   ii.  2. 
Stuck);  von   IL   Burgkniiiir:   den   Greif  und   drei  geharnischte 
Bannerträger  aus  dem  Triumphzuge  Kaiser  Maximilians  I. ;  von 
A.  Sallnert:  den  Evang.  Lukas  und  den  Tod  des  heil.  Rochus  : 
von  einem  unbekannten  .Meisler  des   16.  Jahrhunderts:    Christus 
vor    seinen    Hichlern,    umfangreiches   Unicum    (I.  —  3.  Stück). 
Die  Tri'ue  und  Schnnheit   der  Copie  hat  das  .Mögliche  erreicht. 


33 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


34 


5J  Der    Dom    zu    Maini    und    seine  bedeutendslcti  Dcnk- 
Dialer  in  Original -l'hotographicen  von  H.  Emden,    mit 
historischem    und    erläuterndem    Texte    von   Joh.    Wet- 
ter.    Verlag    von    Victor    v.   Zabern    in    .Mainz.      1857. 
gr.  4. 
In  36  wohlgelungenen ,    zum  Thcil    überaus   »ohoncn  Pho- 
tographieen  mit  dem  zugehörigen  Texte  in  deulschcr  und  fran- 
zosischer Sprache    liegt    das  Werk    vollendet    vor   uns  und  ge- 
wahrt   einen    Ueberblick    nicht    nur    des    allehrwurdigen    Baues 
und  seiner  Denkmäler,    sondern    gcwisscrniiifsen  anch  der  Ge- 
schichte des  Erzbiälhuins  und  Kurlürstenthums  Mainz,   die    wir 
in  den  Bildern   seiner  Regenten    an   uns   vorüberziehen    sehen. 
Gerade  unter  dieser  Rücksicht  gewährt  die  chronologische  Ord- 
nung   der  Blatter    einen    grofsen    Heiz    und    es    ist    von  Werth, 
dafs  die  betredenden  Jahreszahlen  den  einzelnen  Photographieen 
untergedruckt  sind.     Der  Text  halt  sich  streng  an  das  Wesent- 
liche. 

6)  Geschichte  der  Stadt  Dingolfing  und  ihrer  Um- 
gebung. Von  Dr.  J.  W,  Eberl.  1856.  Druck  von 
Franz  Datterer  in  Freising.  202  Stn.  8.  M.  Abbild. 
Die  (leifsige  Arbeil  eines  die  Geschichte  seiner  Vaterstadt 
mit  warmer  Theilnahmc  erfassenden  Gelehrten.  Im  Eingange 
schickt  der  Verfasser  eine  Beschreibung  der  Lage  der  Stadt 
und  Imgebung  voraus,  sucht  die  Reste  aus  der  Romerzeit,  die 
Romerstrafsen  und  Schanzen,  die  Kastelle  u.  a.  Denkmale 
nachzuweisen  und  gibt  in  diesem  Abschnitt  einen  sehr  brauch- 
baren Beitrag  zu  der  Geschichte  der  Römer  in  der  Donau- 
gegend, welche  durch  bayerische  Vereine  und  Forscher  schon 
manches  Licht  erhalten  hat.  Obwohl  Dingolfing  und  Umgebung 
viele  Spuren  von  der  .\nwesenheit  und  den  Durchzügen  von 
Riimern  enthält,  lälst  sich  eine  bleibende  und  umfangreiche 
Niederlassung  derselben  in  dieser  Gegend  nicht  nachweisen.  Als 
herrenloses  (jut  fiel  nach  dem  Abzug  der  Römer  die  Gegend 
den  Agilolfingern  anheim  und  es  war  hier  während  der  Zeit 
der  Karolinger  eine  herzogliche  Villa,  deren  .\rt  und  Geschichte 
uns,  soweit  sich  erkennen  läfst,  der  Verfasser  in  den  folgen- 
<len  Abschnitten  erzahlt.  932,  nach  der  Schlacht  auf  dem  Lcch- 
felde,  war  Dingolfing  schon  so  bedeutend,  das  der  Herzog 
.\rnulf  hierher  eine  Versammlung  seiner  Grofsen  und  der  Bi- 
schöfe berief,  da  diese  lelzteren  die  Zuriukgabe  der  den  ^  a- 
sallen  verliehenen  Kirchengüter  beanspruchten.  Dann  folgt 
die  Geschichte  der  Stadt,  die  in  eine  obere  und  eine  untere 
sich  iheilt,  wahrend  der  Zeit  des  Mittelalters,  da  sich  eine 
lange  Zeit  hindurch  hier  ein  Pfleg-  und  Kaslenanit  der  ller- 
ziigc  von  Bayern-Landshut  befand,  sowie  ein  herzogliches  Rent- 
amt, und  der  neueren  Jahrhunderte  bis  in  die  Gegenwart  herab. 
Eine  zweite  Abiheilung  enthält  die  innere  Geschichte  der  Stadt, 
der  Privilegien  und  der  Verfassung,  der  gewerblichen  Zustände, 
der  Armenpflege  und  kirchlichen  .\ngelegenheilen  u.  s.  w 
Sehr  wohlthucnd  bei  dieser  Sladtgcschichte  ist ,  dafs  sie  bei 
ernstlichen  Studien,  die  zu  Grunde  liegen,  in  klarer  verstän- 
diger Gliederung  ausgearbeitet  ist. 

7)  Die  .Monogra  m  misten  und  diejenigen  bekannten  und 
unbekannten  Künstler  aller  Schulen,  welche  sich  zur 
Bezeichnung  ihrer  Werke  eines  figürlichen  Zeichens, 
der    Initialen    des    i\amens,    der    .\bbrevialur   desselben 


n.  s.  w.  bedient  haben.      .Mit  Berücksichtigung  von  Buch- 
druckerzeichen,   der    Stempel    \un    hunstsauimlern ,    der 
Stempel  der  alten  Gold-  und  Silberschmiede,  der  .Majolica- 
fabriken,  l'orcellan-.Manufacturen   u.  s.  w.     iSachrichten 
über  Maier,  Zeichner,  Bildhauer,  .\rchitekten ,   Kupfer- 
stecher,    Formschneider,     Briefmaler,     SchreiliküDsller, 
Lithographen,     Stempelschneider,      Eniailleurc .      Gold- 
schmiede,  Aiello-,   Metall-  und  Elfenbein-.\rbciler,  Gra- 
veure,  Waffenschmiede  u.  s.  w.     .Mit   den   raisunnirendcn 
Verzeichnissen  der  Werke  ancmymer  Meister,  deren  Zei- 
chen   gegeben    sind,    und    der    Hin  Weisung    auf   die    mit 
Monograuinien  oder  Initialen   bezcicbneti-n  Produkte  be- 
kannter  Künstler    u.   s.   w.     Bearbeitet   von    Dr.    G.  K. 
Aaglcr.     München,  Georg  Franz.     1857.     I.^IIL  lieft. 
Die  vorliegenden  drei  Lieferungen    bringen    die    ersten  18 
Bogen  und   den  Text    bis    zu    A.  Dürer,    in  Besprechung    von 
dessen   W  erken   das  S.   Heft  abbricht.  —  Bis  zu  diesem  Punkte 
zählt  das  Aagler'schc  Lexicon  349  IVnminern,  wahrend  Bruiliot 
nur   238   aufführt,    woraus    auf    die  Reichhaltigkeit   und   Ver- 
mehrung des  Werkes  im  Verhältnifs   zu   anderen   ähnlichen   zu 
schliefsen    ist.     Die   einzelneu    Artikel    sind    auch    umfassender 
als    sie    sonst    in  iMonogrammenverzeichnissen    zu    sein    pflegen. 
Zu  verwundern  ist  jedoch,  unter  den  benutzten  (.)uellenwerkeu 
einige   bekannte  nicht  zu    linden,    wie    Schi  ickcysen 's    Er- 
klärung   der    Abkürzungen    auf    .Münzen    des   Alter- 
thums,  des  Mittelalters  und  der  neuern  Zeit  u.  s.  w., 
wodurch    schon    bis  jetzt    mehre    -Monogramme    dem    Verfasser 
entgangen  sind. 

SJ  Deutsche  Dicblnngen  von  iMcodenuis  Krisch- 
lin,  Iheils  zum  erstenmal  aus  den  Handschriften,  theils 
nach  allen  Drucken  herausgegeben  von  D.  Fr.  Siraufs. 
(Jl.  Publikation  des  littcr.  Vereins  in  Stuttgart.)  Stutt- 
gart, 1857.  8.  201  Stn. 
.\ls  eine  Ergänzung  zu  dem  rühmlichst  bekannten  Werke 
des  Herausgebers  über  McodemusFrischlin's  Leben  und  Schrif- 
ten bietet  dies  Buch  grofsentheils  noch  uneedruckte  Dichtungen 
Frischlin's,  die  der  Herausgeber  in  einer  Handschrift  des  Stutt- 
garter .\rchives  laml.  Sie  sind  von  des  Verfassers  eigner 
Hand  geschrieben  und  darum  von  dop|iellem  Werlhc.  Der 
Herausgeber  hat  an  den  Texten  nichts  geändert,  was  zumal 
bei  den  ungedruckten  Sachen  zu  loben  ist,  weil  eine  durch- 
greifende Kritik  dem  .\ulographiin  des  Dichters  gegenüber 
immer  eine  niil'sliche  Sache  ist.  >ur  die  Interpunktion  halten 
wir  geregelt  uewünscht,  weil  die  falsche  (doch  wohl  auf  die 
Handschrift  begrundcle?)  oft  den  Sinn  sliirl.  Frischlin's  Virse 
fliefsen  leicht  dahin  und  unterscheiden  sich  durch  Wohlklang 
vorthcilhaft  von  den  meisten  gleichzeitigen.  Von  den  Komö- 
dien ist  nur  die  erste  weltlichen  Inhaltes  und  behandelt  die 
Geschichte  von  „Fraw  \\'euilelgnrd ,  Kcyscr  Henrichs.  Desz 
ersten,  ausz  Sachssen,  Tochter,  vnd  jhreni  Ehegemahcl,  (irntf 
Vlrich  von  Buchhorn"  (915 — 919.').  Von  einer  zweiten  Ko- 
mödie „Joseph"  in  3  Theilen  enthält  die  geiiannle  llanilschrift 
nur  die  Suminarien.  Dann  folgt  „Ruili'',  eine  Komödie  in  fünf 
Akten,  und  eine  andere,  die  ^Hochzeit  zu  Kann";  hierauf  die 
für  Frischlin's  Leben  bedeulsniiien  Braunschweiger  Prilschen- 
mcislerreinie  und  ein  eriiihlendes  Gedicht,  S.  ("hrislofl'cl,  da.« 
erst  nach  des  Verfassers  Tode  vernflentlicht  wurde. 


35 


Anzeiger  für  Kiimle  der  deutschen  Vorzeit. 


3ü 


9)  Das  Zeitbucli  des  Eikc  von  Repeow  in  ursprün-ilicli 
nifderdfUtschiT  Sprache  und  in  früher  lalfinisilurUcber- 
setzun^  herausgegehen  von  II.  K.  Mass  mann.  (42. 
PublikalJon  des  liller.  Vereins  in  Sliitigarl.)  Slullgart 
1H57.  8.  X  und  7.i3  Stn. 
Die  sogenannte  Sach.senohroiiiK ,  deren  VeriifTenlliehnng 
einem  von  Historikern  wie  von  Sprachforschern  gleich  tief  ge- 
fühlten Bedürfnifs  entgegenkommt,  erscheint  hier  in  einer  auf 
den  besten  Handschriften  beruhenden  Ausgabe.  Durch  sie 
wird  sieb  Mafsniann,  der  seil  3(1  Jahren  mit  diesem  Zeitbuche 
wie  mit  der  Kaiserchrnnik  besciiafligl  gewesen,  den  Dank  aller 
Freunde  deutscher  Gescbichle  von  Neuem  gewinnen.  Sehr  zu 
loben  ist  die  Gegenüberstellung  des  niederdeutschen  Textes 
und  seiner  lateinischen  Uebersetzung.  An  diesen  Doppeltext 
reihen  sich  die  oberdeutschen  Forlselzungcn  sowie  die  Er- 
weiterungen der  einen  niederdeutschen  Handschrift  G,  und 
endlich  ^jie  literarischen  und  kritischen  Untersuchungen.  Zu- 
nächst die  nieder-  und  oberdeutschen  Handschriften.  Hier  hät- 
ten wir  allerdings  eine  genauere  Abgrenzung  der  Familien 
gewünscht,  die  zwar  nach  einigen  Punkten  geschieden  sind. 
Eine  ausführliche  Untersuchung  ist  dem  Verhältnifs  des  deut- 
schen zum  lateinischen  Texte  gewidmet,  lehrreich  durch  die 
vielen  Beweisstellen  für  die  lateinische  Slylislik  im  Mittelalter. 
Der  folgende  Abschnitt  handelt  von  der  Entstehungszeit  und 
dem  Verfasser,  den  Mafsniann,  den  jimgslen  schon  von  Kranz 
PfeiUrr  zurückgewiesenen  Unlcriiiclinngcn  von  Friedrich  PfeifTir 
widersprechend,  geniäfs  der  alten  Ucberlieferung  in  Eike  von 
Repgow  erblickt.  Der  letzte  Abschnitt  handelt  von  den  0"'-'- 
len  der  Chronik,  unter  welchen  hauptsächlich  Eckehard  von 
Aurach  zu  nennen  ist. 

lOj  Wdrniser  Chronik  von  Friedrich  Zorn  nnt  den 
Zusätzen  Franz  Bertholds  von  Flersheim  herausgegeben 
von  Wilhelm  Arnold.  (43.  Publikation  des  litler. 
Vereins  in  Stuttgart.)  Stuttgart,  1857.  8.  287  Stn. 
Die  Herausgabe  dieser  Chronik,  die  schon  Böhmer  em- 
pfohlen hat,  verdient  sich  bei  der  Wichtigkeit  und  Bedeutung 
von  Worms  den  Dank  aller  Freunde  idinlscher  Geschichti;. 
Der  Verfasser  hat  zum  grofsen  Theil  aus  Aktenstücken  ge- 
schöpft und  nur  für  die  ältere  Zeit  ist  seine  Chronik,  wie  die 
der  meisten  Stiidte,  voll  von  Fabeln  und  Erdichtungen.  Da- 
gegen schildert  sie  sehr  lebendig  und  wahrheitsgetreu  die  vielen 
Kampfe  zwischen  den  Bischöfen  und  der  Stadt,  und  fuhrt  die 
Geschichte  von  Worms  bis  gegen  l.")76.  doch  sind  die  Zititeii 
von  l.')2ti  an  ziemlich  dürftig  imd  summarisch  behandelt.  Die 
meisten  Chronisten  machen  es  umgekehrt:  für  dii'  altern  Zeiten 
dürftig,  schwellen  sie,  je  mehr  sie  ihrer  eignen  Zeit  naher 
rücken ,  unverlialtnirsmiifsig  an.  Gerade  durch  diesen  Umstand 
gewinnen  wir  die  Ucherzeugung ,  dafs  der  Verfasser  aus  den 
Archiven  seiner  Vaterstadt  schöpfte.  Die  Ausgabe  ist  sorg- 
fällig, sie  beruht  zunächst  auf  einer  Wormser  Handschrilt  vom 
Jahre  1570,  die  nicht  unwahrscheinlich  das  Aulograph  des 
Verfassers  ist,  und  auf  sechs  andern  Abschriften  zu  Frankfurt 
und  Worms,  die  zuweilen  den  Text  der  Originalhandsrlirift 
erläutern  und  berichtigen.  Ein  sehr  sorgfaltiges  Begistcr  schliefst 
das  Ganze. 

11)   Auswahl    a  llchristlii'her    Lieder    vom    zweiten   bis 
zum    fünfzehnten  Jahrhundert.     Im  Url>'>i    mul    in   deut- 


sehen Uebersetzungcn.    Mit  lebensgeschichtlichen  Skizzen 
und    erläuternden    Anmerkungen    von    F'erd.    Bässler, 
Oherprediger  zu  >eusladt-Magdeburg.     Berlin,   kön.  geh. 
über- Hofbuchdruckerei  lli.   Decker).      1858.      VIII    und 
2,')8  Sin.     gr  8. 
Die  herrlichen,  liefergreifenden  lateinischen  Kirchenhymnen 
dem    Verständnisse    auch    eines    gröfsern    Publikums    naher    zu 
bringen    ist   schon    im   vorigen   Jahrhundert    mehrfach    versucht 
worden.     Zwar  müssen  all    diese  Nachbildungen    nur    als  Ver- 
suche bezeichnet  werden,  denn   den   tiefen  Wohllanl,  die  wohl- 
lönende  Krall   der  lateinischen  Originale  kann  uiisire    moilerne 
abgeflachte    Sprache    nicht    wiedergeben.     Wie    ungleich    voller 
klingen    noch    die   mitlelhochdeulscheu    Nachbildungen  einzelner 
Lieder!     Aber  auch  in  seiner  Unvollkommenheit  ist  jeder  der- 
artige Versuch  dankenswerth.    Der  Herausgeber  der  vorliegen- 
den   Sanindung,    schon    durch  eine  ähnliche,    die    drei    letzten 
Jahrhunderte    umfassende    bekannt,    gibt    hier    eine  Reihe    von 
Uebersetzungcn,    die  theils  von  ihm  selbst,   tlieils  von  .\ndern 
herrühren,    und    denen    sich    die    griechischen  und   lateinischen 
Originale    anreihen.     Die    Uebersetzungcn    sind,     wie    sich    das 
nicht  anders  erwarten  läfst,   von  verschiedenem  Werthe,    ein- 
zelne,  namentlich   die  von  Simrock,   von   grofser  Vollendung; 
auch   die    dem   Verfasser   angehörenden    empfehlen    sich    durch 
Leichtigkeit  des  Ausdruckes.     Den  Dichtern  sind  kurze  biogra- 
phische und  liierarische  Notizen  beigegeben. 

12)  Jägerbrevier.  Jagdalterlhümer :  Maidsprüche  und 
Jägerschreie,  Jagdcalender,  Jägerkünste  und  Jageraber- 
glauben, Jägersagen.  Dresden,  G.  Schimfelds  Buchhand- 
lung (C.  A.   Werner).     1857.     8.     IV  und  180  Stn. 

In  sehr  geschmackvoller  und  eleganter  Ausstattung  bietet 
dies  Büchlein  interessante  Beitrage  zur  Geschichte  der  Jagd. 
Zuerst  die  schon  von  den  Gebrüdern  (irimm  in  den  Altd. 
Wald.  3.  aus  einer  Gothaer  Handschrift  initgetheilten  ^Vaid- 
sprüche  und  Jägerschreic,  an  die  sich  R.  Köhler's  Sammlung 
als  Ergänzung  arischliefst.  Die  zweite  Ablheilung  des  Buches 
enthüll  Thierverslein  und  Jagdspruchwiirter.  Dasellisl  linden 
sich  S.  56  aus  dem  „Ncuw  Jagd  vnnd  Mejrhverck  Buch" 
(F'rkf.  a.  M.,  F'ejerabendl.  1582)  dieselben  F'ischnamen  mit 
ihren  Gleichnissen,  die  Prof.  Reufs  aus  einem  älteren  Drucke 
(Anfang  des  16.  Jahrhunderts)  im  Anzeiger  für  Kunde  d.  d. 
Vorzeit  1857,  Sp.  362  IT.  mitgetheilt  hat.  Diese  allere  Fassung, 
bisher  unbekannt,  ist  daher  auch  dem  Verfasser  des  „Jager- 
breviers" entgangen.  S.  60 — 80  fidgl  der  Jagercalender,  nach 
den  Monaten,  aus  verschiedenen  .lagdbüchern  zusammcngesiclll. 
Irrlhuiiilich  werden  S.  SO  die  liekaiinlen  deulscli- lateinischen 
Hexameter  „Sew  körn  Egidii"  u.  s.  w.  als  Priamel  bezeichnet. 
Der  vierte  Abschnitt  (S.  81 — 119)  uinfafst  Jägerkünste  und 
Jägeraberglaulieu ,  der  letzte  endlich  die  Jagersagen ,  unter 
denen  die  bekannte  in  verschiedenen  Fassungi'n  viirkommende 
vom  Freiscbülzen  eine  Hauptsiclle  einniniml.  DankcnsMerlh 
ist  auch  die  musikalische  Beilage ,  die  deubchen  Jagdsignale 
des  16.  Jalirh    bclreirend. 

13)  .Vllinm  des  lillerarischen  Vereins  in  Bern.  Bern,  H. 
Bb.m,  18.58.     8.     VIII  und  287  Seilen. 

/.war  gehürl  dies  Album  nur  in  sehr  beschranktem  Mafsc 
in  ilen  Kreis  der  die  Zwecke  des  gcrni.  Museums  berührenden 
Schriften ,    doch   wollen   wir    wegen    einiger    darin  enthaltenen 


37 


Anzeiger  für  Kunde  di-r  clculsdicii  Vorzeit. 


38 


Aufsälze  iliiii  eine  Anzeige  widmen ,  weil  clien  in  solchen 
Scliril'len  enliiiillenc  Alilian<llun);<'n  am  leichteslen  der  Aul- 
mcrksanikeil  mischen  nnd  überseliiii  werden.  Aufser  einigen 
in  puelisclier  Form  licliiimleltifn  S;iceii  nnd  Krzaliiungen  er- 
wähnen wir  zuniichät  einen  kleinern  Biilrii;;  ,.der  Kindlein- 
fresser auf  dem  Kornhnusplatze  ( in  Bern),  von  Pfarrer  Howald" 
(S.  13J — 140),  dann  „zur  Charakteristik  des  bernischen  Dia- 
lekls,  von  Fr.  Zyro"  (S.  247—252)  und  endlich  „Janus  Cacilius 
Frey,  liiographische  Skizze  von  Dr.  K.  Kurz"  (S.  263 — 2TK). 
Von  niundarllichem  Interesse  ist  aufserdem  ein  alemannisches 
Lied  (S.  252)  tmd  eine  in  bernischer  .Mundart  erziihlte  Sage 
(S.  278). 

14)  Quellensammlung  zur  Geschielite  des  Hauses 
H  0  h  e  nzo  1 1  e  rn.  Herausgegeben  von  Dr.  C.  A.  II. 
Burkhardt,  Conscrvator  am  .\rcbiv  des  germanischen 
Museums.  I.  Band.  Das  funlft  nierckisch  buech  des 
Churfiirsten  Albrechl  Achilles.  Jena,  185".  Verlag  von 
Otto  üeistung.  IV  und  288  Stn.  8. 
Dem  Herausgeber  war  es  vergcmnt,  in  einigen  Archiven 
Frankens  bisher  noch  unveröffentlicht  gebliebene  Aktenstucke 
zur  hohenzollerschen  Geschichte  einzusehen  und  abzuschreiben. 
Dieselben  sonst  ihrem  gesaniniten  Umfange  nach  zu  publieieren, 
erscheint  Ihm  nicht  gerathen  und  er  wird  in  den  spatern  Ban- 
den der  obigen  Sammlung  Auszüge  liefern ;  doch  von  dem 
fünften  märkischen  Buche  des  Kurfürsten  Albrecht  .\eliilles  gibt 
er  seiner  historischen  Bedeutung  halber  im  vorliigcnden  I.Bande 
seine  Abschrift  ganz,  das  .Milgrtheille  chronologisch  geordnet, 
dazu  die  Ausgabe  mit  einem  Personen-  und  Ortsregister  aus- 
(restattet.  Es  sind  154  Briefe  und  Aktenstücke,  samnitlich  aus 
den  Jahren  147) — 1473,  theils  von  Albrechl  Achilles  selbst, 
an  den  Kaiser,  an  seine  liäthe,  an  Privatpersonen  u.  s.  f., 
theils  an  ihn  gerichtet,  oder  doch  ihn  angehend.  Es  bildet  die 
Sanindung  gewissermassen  ein  geheimes  (ieschiiftsjournal  der 
Hohenzollern ,  wie  Hr.  B.  nicht  unpass<'nd  sich  ausdrückt,  und 
gibt  nicht  selten  die  interessantesten  Aufschlüsse.  Man  ist  da- 
her dem  Herausgeber  gewifs  zu  Danke  verpflichtet ;  doch 
hätte  er  .Manches  thun  können,  um  den  Wertli  seiner  Publika- 
tion zu  erhöhen.  Das  Vorwort  bd'st  uns  im  Unklaren,  woher 
die  UMigetheillen  Dokumente  stammen,  was  es  mit  den  miir- 
kisch-frankischen  Büchern  für  eine  Bewandtnifs  habe,  fwenig- 
stens  über  die  ersten  vier  war  man  ein  Wort  der  Auskunft 
zu  erwarten  berechtigt);  über  das  Acufsere  der  Handschrift 
vermissen  wir  gepauere  Mitlhcilung;  über  den  historischen 
Werlh  der  einzelnen  Briefe  wäre  eine  nithere  Aufklarung  nothig 
gewesen,  als  es  durch  die  unzulänglichen  Veberschrilten  ge- 
schehen ist ,  und  seiner  0"clle  in  dem  t'omplex  der  übrigen 
gleichzeitigen  Quellen  wie  der  historischen  l.iluralur  überhaupt 
ihre  Stelle  anzuweisenl,  darauf  bat  sich  der  Herausgeber  nicht 
eingelassen.  Auch  dem  Sprachlichen,  aulfallenden  Formen  und 
Fügungen,  unbekannten  oder  schwerverständlichen  »örtern 
u.  dgl.  halle  Hr.  B.  Beachtung  zuwenden  sollen,  was  cben.<o 
ein  lingui.itisches  und  kulturhistorisches  Interesse,  als  auch  die 
sicherste  und  darui]i  unentbehrliche  Garantie  für  die  Uichtig- 
keit  der  Abschrift  gewahrt  halte.  —  Dem  Herausgeber  werden 
die  foliTcnden  Bande  dieser  Quellensiimmlung,  zu  deren  Be- 
arbcituni.'  w ir  ihm   Gluck  wünschen ,  gewifs  reiche  Gelegenheit 


geben ,  das  Uebersehene  nachzuholen  und  den  grofsen  Eifer, 
den  er  für  dieses  Gebiet  besitzt,  der  Wissenschaft  doppelt 
nutzbar  machen. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Katluil.  Blatt  aus  Agraui  i\r.  29.  Ilistor.  Skizze  über  .Maria 
Zell. 

Der  Bund:  Kr.  1  —  4.  Schweizer.  Stadicbilder.  I.  Neuenbürg. 
Kr.  6.  7.     Die  Weihnachtszeil.     IH.  Runge.) 

Deutschland:  Kr.  286.  Ueber  den  Fund  eines  röin.  Tempels 
bei  .Vndernach.  Kr.  286.  Beil.  Die  Kloslerkirche  zu  Fritz- 
lar. Kr.  288.  Der  Alterthumsfund  bei  Andernach.  1856. 
Kr.  1.     Kulturhistorische  Schilderungen   aus  Tirol. 

Europa:  1858,  Kr.  3.  Eine  fürstliche  Hochzeit  in  Leipzig. 
(24.  Aug.  1561.) 

Illustrirtes  Familienbuch:  VIII,  3.  Diis  alldeutsche  Faust- 
recht. 

Westenu.  .Monatshefte:  Kr.  16.  Volkssagen  der  Schweiz. 
(Runge.) 

Neues  ungar.  Museum:  4.  5.  Chronik  der  Stadt  Güns.  7. 
Siebenbürg,  geschichtliche  Documente.     (Szilagyc.) 

Berliner  Revue:  Kr.  49  ff.  Friesland  und  die  F'riesen. 
Kr.  50  ff.  Johannilcr-Orden  :  Alte  Rilterlisteu. 

Bremer  Son  nt  ags  blatt :  Kr.  50  ff".  Vom  Scharfrichter. 
(Job.  Müller.) 

Weimarer  Son  n  la  gsb  la  1 1:  Kr.  äl.  Die  Brautigamsschau 
und  andere  Liebcs-Orakel  am  Andreas-,  Thomas-  und  Weib- 
nachtsabend. 

Augsburger  Tagblatt:  Kr.  1.  2.  Der  Perlacbthunn  und  das 
Scblcifs  Konzilech.     (B.| 

Zeitschrift  für  die  gesamiute  Staats  wisse  nschafi , 
13.  Jahrg.,  2.  u.  3.  II.:  Ein  Beilrag  zur  Gesch.  der  Korn- 
preise und  der  Bückertaxen.     (Ho.'scber.) 

Zeitschrift  für  histor,  Theologie:  1.  De  confessionis 
Augustanae  confulatione  pontificia.     (Liinimer.) 

Zeitsebrifl  für  christliche  \\  issenschafl:  Kr.  48.  Job. 
Arndts  Berufung  von  Braunschweig  nach  Halbersladl. 
(Oberhay.) 

AI  Ige m.  Zeitung:  1858,  Beilage  tu  Kr.  12.  Wiederbeginn 
des  Schalflerlanzes. 

Illiisirirte  Zeitung:  Kr.  758.  Das  Schwanlhaler-. Museum 
zu  .München.  —  Sliidtewahrzeichen,  \I.  Halle,  1.  Der  auf 
Rosen   wandelnde  Esel, 

I,  andsli.  Zeitung:  Kr.  2*9.  Die  Restanraliou  der  St.  M^ir- 
linskirche. 


VorniiHrlite  \nrlirlrli(rn. 

1 )  In  diesen  Tagen  hat  sich  zu  Bregeni  em  gesrbirhllirber 
Verein  und  ein  Museum  für  AllerlhUmer  >on  Vorarlberg  be- 
gründet.    Wer  die  noch  vorhandenen  römisrhcn  Ueberrcslo  — 


39 


AnzeifftM-  fur  hiiiule  der  deutschen  Vorzeil. 


40 


wir  erinnern  nur  an  das  Eponn-Ucnkrnal  —  kcnnl.  «er  bi- 
ilenkt,  wie  Manches  nocli  unter  der  Decke  des  Bodens  auf 
Heilung  harri,  kann  diesem  l'nternohinen  in  rioein  verhiillnifs- 
inafäiff  noch  fast  nndurchforschten  Gaue  seine  Billrgun;;  nicht 
versagen. 

2)  Die  hercils  friiher  angeregte  Gründung  eines  historischen 
Vereins  fijr  die  Diöcese  Erniland  ist  nun  definitiv  \  ollzogen. 
Der  Zweck  desselben  besteht  in  der  Erforschung  der  Geschichte 
und  Alterlhünier  Ermlands,  und  es  soll  das  Resultat  jahrlich 
in  zwanglosen  Heften  erscheinen,  sowie  auch  in  der  Veriplfent- 
lichung  von  Kegesten,  l'rkunden,  Briefen  und  historisihen  Ouel- 
lenschriften   unter  dem  Titel:   Monumeula  historiac  Warmiensis. 

3|  Bei  Aufgraben  der  Fundamente  fiir  die  Lehnmauer  der 
Kheineisenbahn  am  hrahnenberg  bei  Andernach  wurde  ein 
unterirdisches  Gemach  entdeckt,  welches  olfenbar  von  einem 
römischen  Bauwerk  herrührt.  Eine  Menge  der  gewöhnlichen 
Urnen,  Opferschalen,  auch  einige  Münzen  aus  der  Zeil  des 
Antonius  und  Severus  fanden  sich  vor.  l'nter  diesem  Gemache 
ist  ein  verfallenes  Gewölbe,  welches  ein  zweites  Gemach  zu 
schliefsen  scheint  und  jetzt  erst  geiilTnet  werden  soll. 

4)  fm  Regierungsbezirk  Königsberg  ist  kijrzlich  ein  hin- 
deutender .^lunzfund  gemacht  worden ;  derselbe  besteht  aus 
mehrern  Hundert  schöner  ungarischer  Ducaten  aus  den  Jahren 
1506 — 1527.  Merkwürdig  ist  es,  dafs  die  Exemplare  sich  so- 
wohl durch  das  Gepräge  wie  die  Schriftzeichen  von  einander 
unterscheiden. 

5)  Im  Auftrage  Sr.  k.  Hoheit  des  Prinzen  Carl  v.  Preufsen 
übernahm  der  .Maler  SchalTer  die  Rcstauralion  der  im  Schlosse 
zu  Sonnenburg  noch  vorhandenen  Bildnisse  der  (ommendaloren 
des  Johauniterordcns,   welche   ihrem    Untergänge   nahe   waten. 


\  on  üanz  besonderem  Interesse  ist  das  sehr  vorzüglich  aus- 
geraiirlc  Portrat  des  Fürsten  Job.  Moriz  von  Nassau  von  dem 
berubniien  .Meister  Kason,  welches  sich  den  besten  seiner  Art 
anreiht. 

fi)  Die  allerhöchste  Genehmigung  der  von  einem  der  ersten 
Architekten  Wiens  entworfenen  Plane  zur  Erweiterung  dis 
Schlosses  Ambras  ist  in  Innsbruck  cingelrolfen.  Die  beschrank- 
ten Räume  des  Schlosses  waren  die  bisherige  Ursache,  dafs 
die  bereits  vor  zwei  Jahren  beschlossene  Uebersiedlung  der 
berulimlen  .\mbrascr  Samndung  noch  nicht  zur  Ausführung  ge- 
langt  ist. 

7J  Ein  alles  Inveutarienstück  der  Stadt  Köln,  die  Ralh- 
hausuhr,  welche  wegen  Reparatur  lange  Zeit  vermifst  wurde, 
ist  siit  einiger  Zeil  wieder  an  ihrer  Stelle,  mit  erneuerten 
ZifTerbliitlern  an  der  Ost-  und  Westseite  des  Kathhaus-Thurmes. 

8)  Am  1.  Dec,  des  .Alorgens  um  8  Uhr,  ist  die  linke  Seile 
des  Chors  der  Basilika  in  Echternach,  der  ehemaligen  Abtei- 
kirche des  geschichllich  merkwürdigsten  Gebiiudes  des  (irofs- 
herzogthnnis,  eingestürzt.  Die  Giebelniauer  des  Chors  zeigt  von 
der  Spitze  bis  zur  Mitte  der  drei  hohen  schmalen  Fenster  einen 
breiten  Riss;  man  erwartet  von  Stunde  zu  Stunde  deren  Ein- 
sturz. 

9)  In  Toggenburg  ist  das  Projekt  eines  in  Wildhaus  zu 
errichtenden  Denkmals  für  den  Reformator  Zwingli  neuerdings 
angeregt  und  einstucilcu   eine  Kommission  ernannt  worden. 

I(l|  In  \\ürzburg  hat  Dr.  Scanzoni  den  Rödelscer  Hol 
um  8S,nnO  n.  gekauft.  Es  ist  das  ein  berühmtes  Hans;  in  ihm 
wohnte  und  starb  1514  Bischof  Conrail  der  Vierte  von  Bibra. 
Das  Wappen  der  Herrn  von  Bibra  ist  noch  im  Hofe  in  Stein 
gehauen  zu  sehen. 


Inserate  iiiid  neKaiiiiliiia(-liiina;en. 


I)  Da,  wie  es  in  der  .\alur  der  Sache  liegt,  der  jungen 
Bibliothek  des  gerin.  Museums  noch  manches  grcifsere  und 
kostspielige  Werk  abgeht,  welches  zum  Gebrauch  ilcr  Beauilen 
desselben  und  zur  Herstellung  der  Repertorien  clienli(h  wäre, 
aber  in  Erwartung,  dafs  dergleichen  gelegentlich  billig  oder 
geschenksweise  erlangt  werden  könne,  noch  nicht  angeschafft 
wurde,  so  erlaubt  man  sich,  in  der  Voraussetzung,  dafs  Freunde 
des    Museums    bei    ihnen    sieh    darbietender    Gelegenheit  gerne 


auf    dieses    liediirlnifs    Rücksicht    nehmen,    folgende    noch    ab- 
gehende Werke  zu   bezeichnen  : 

1.  Panzer,  .Vnnnles  lypographici.  Vol.    I  —  II. 

2.  Sibmacher,  Wappenbuch  (als  zweites  Exemplar). 

3.  Du  Cangc,    Glossarium   mediae  et  infimae  latinilalis,   ed. 
Henschel.     (Die  alte  Ausgabe  ist  vorhanden.) 

4.  V.  Posern-Klcll,  Sachsens  .Münzen  im   .Mittelalter. 

5.  Fortsetzung  von  Jiichers  Gelehrten -Le.xicon   von   H.  W. 
Rolermu  ii<i. 


Da  mit  dieser  Nummer  ein  neuer  Jahrgang  des  Anzeigers  beginnt,  so  wird  die 
gefällige  Bestellung  der  Fortsetzung  desselben  hiemit  in  Erinnerung  gebracht.  (Halb- 
jährige Abonnenten  werden  nicht  angenommen.) 


Verantwortlich«  Rednclion:     Dr.  Freih.  v.  u.  z.  Aufscs«.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.   h.  Frommann 

Druck  von  Kr.  Campe  .it  Rolin  In  NürnberK. 


NÜRNBERG.  Das  Abonnement  des 
Ulatti:«.  n.lilics  alle  Moimtu  iTSoheint. 
wird  );an2Jiiliri(,'anj,'i'noiniiifn  und  Ipi'lrä^'t 
jiachdtT  neuesten HoHU-onvi-ütiun  bei  allen 
Postämtern  und  lluelihandlunKen  Deutich- 
loiiili  inel.  Oeslreieb»  Sri.  »«kr.  Im  24  tL- 
Fiils  oder  sThlr.  preul*. 

Hir  Frankreich  abonniert  man  in 
StralsburK  bei  C.  F.  Sehmidt ,  in  l'aris 
bei  der  deutsehen  UuehhandlunK  von  F. 
Klineksieek,  Nr.    II.  ruc   de    Lille,    oder 


kumm 


FCii  mu  m 


Oeschichte. 
•'ersonen- 
schichlc. 

ioerrapbic. 


Neue  Folge. 


bei  dem  Postamt  in  Karlsruhe:  für  tnj- 
laiiil  bei  William»  &  KorBate,  II  llen- 
rii-lte-streetCoveut-Garden  inLomlon ;  für 
Siirdiiweril.n  bei  den  Pusüiintern  liremen 
und  llamhurs.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken 
des  Anzeigers  und  dessen  wissenscball- 
lichem  (lebiete  in  Verbindung  stehen, 
werden  aufeenommcn  und  der  Kaum  ei- 
ner t'ohnnnenzeile  mit  7  kr.  oder  2  Sgr. 
berechnet. 


ÜElIS(;ilE\  VIIKZEII 


Sechster  Jahrgang. 


1859. 


ÜUGAA  DES  GEUMA\lSi:ilE\  MISEIMS. 


Februar. 


Wisseiisclial'lliclie  Miltheiliiiiffen. 


Ileiiiririi  Mentliiiieer. 

Von  Prof.    Dr.  Ign.    V.    Zingerle,    Universilätsbibliothekar, 
in   Innsbruck. 

Unter  der  Bezeichnung  II  3  a  549  beüiidet  sich  in  der 
Iniisbrucker  Universilalsbibliolhek  eine  I'apicrhandschrift 
in  kl.  Folio  mit  CCxi  Blaltern,  die  thcils  einsiialliff,  Iheils 
doppelspallig  beschrieben  sind.  Die  Initialen  nnd  Auf- 
schriften der  Capitel  sind  rolh.  Das  Papier  hat  viT.schie- 
dene  \\  asserzeichen.  Ueber  das  Alter  und  den  Abschrei- 
her des  Codex  gibt  der  Schlufs  genaue  Kunde  :  „Ditz 
püch  hat  geschriben  hainrice  Sentlinger  von  Wtinichen. 
vnd  ist  auch  volpracht,  do  man  zait  von  thristus  purd 
tausent  vnd  drew  hundert  vnd  newntzik  jar  in  dem  ma- 
nod  Julius,  an  dem  xxi  tag  dez  manotz."  Der  Abschrei- 
ber ist  somit  ein  und  dieselbe  Person  mit  dem  Bearbei- 
ter der  Ueimchronik,  die  im  Besitze  des  Hrn.  v.  Vinller 
zu  Bruneck  sich  befindet,  und  dem  Caslellan  des  Schlos- 
ses Bunkelstcin  unter  Nikolaus  v.  Vinller.  Da  das  Buch 
manchen  Freund  der  deutschen  Mystik  interessieren  durfte, 
so  theilen  wir  hier  die  Kinleilung  desselbiii  in  geniiuer 
Abschrift  mit. 

lil,  j.  a. 

„Ditz  ist  die  vorred  an  discm  püch  Sume  Johiinis 
vnd  der  prologus  von  diin  ninisler  der  ez  ze  dnütsch 
gemacht   hat. 

Das  .sai.'t  snnt  l'eler  der  heilig  npostel  in  seiner  er- 
sten  epistel   in  dem  vierden   capitel   vnd  spricht  alsn.   daz 


ein  iegleich  mensch  alz  er  genad  hat  der  tugeut  enpfan- 
gen  von  got.  Also  sol  er  die  selb  genad  andern  läuten 
mit  tailen  vnd  geben,  vnd  dar  vmb  wan  ich  prüder  perch- 
lolt  vnd  priester  gehorsam  hab  geian  prediger  orden. 
der  dar  vmb  gemacht  vnd  bestätigt  von  der  heiligen 
chirchen  ist.  daz  er  sol  predigen  vnd  chi'iuden  daz  wort 
gotez  ze  nutz  den  läuten  vnd  ze  sälikhait.  wan  ich  mein 
tag  vil  gepredigt  han  .  vnd  daz  gelazzeu  het .  vnd  hat 
mich  angenomen  einzez  Ainsidels  leben,  vnd  niht  mer 
gepredigen  mocht  vnd  prüderleich  trew  vnd  nutz  den 
läuten  beweisen.  Nach  dem  gepot  götleicher  lieb  ze 
tun  meinem  nächsten  menschen  alz  ich  seit,  vnd  auch 
von  gehorsam  wegen  meincz  orden.  Da  von  ich  strof- 
l'en  vnd  gewizzen  het  vil  grüzleieh  in  meiuer  sei.  vnd 
da  von  wil  ich  ze  pezzrunir  tiin  allen  christenleichen 
menschen.  Daz  si  von  mir  au  irr  sei  möchten  getrost 
werden.  So  hau  ich  nach  meiner  vnmi'igleichuit  mit  der 
hillT  gotez  vnd  meinez  ordens  vuler  saucli  Dominici.  vnd 
auch  vou  lieb  vnd  pet  wegen  hern  bansen  von  Aur  säli- 
gen des  andächtigen  riltcrs  ze  däntschcr  sprach,  nach 
der  Ordnung  dez  ABC  gemachet,  vnd  daz  den  läuten  aller 
nutzest  ist  ze  wizzen  .  Daz  han  ich  gezogen  auz  dem 
püch  der  suiTia  der  peichtiger .  Die  der  wirdig  Johnus 
Icsmaister  von  l-'reiburg  auch  prediger  orden  le  laicin 
gemacht  hat.  Auf  daz.  daz  ich  niht  tat  wider  mein  (re- 
Imr.'.ani  \n(l  prüilerleichev  lieb  präch  die  ich  .-.rhuldig  pin 
allen     läillen.      Ich     pil     auch     all     die    dir   da/    puch    lesen 


43 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


44 


oder  schreiben  .  daz  si  niht  dar  zu  noch  von  setzen  dan 
daz  not  ist  le  lün.  Auf  daz  der  recht  sin  der  heiligen 
leren  niht  gefelschet  werd  in  disem  |iuch.  viid  wer  zwei- 
fei (I  b)  hat  an  disem  püch  oder  an  dem  sin  oder  an  der 
zai  der  quoten  vnd  der  capitel  dez  decretes  oder  an  der 
suiTi  Johaüis .  der  tut  niht  wol.  Wan  ez  mag  ein  man 
wol   lesen  nach  seiner  gir  vnd   nach  seiner  sei  sälikliait. 


Besondere  Be-  BrieT  über  den   ^eekriec  bei   l<epnitto  Im 


gebenheiten. 
Turkenkriegc. 


J.    15)1. 

Mitgethcilt  vcin   harl  (i  autsch  in  Dresden. 

In  dem  Collektanecnbuche  eines  Meifsiier  Fürstenschn- 
Icrs  vom  J.  1571,  das  sich  auf  der  k.  Bibliothek  zu  Dres- 
den unter  den  Handschriften  befindet,  begegnete  mir  ein 
Brief  des  venetianischen  Dogen  Aloys  Mocrenigo  an  den 
Kurfürsten  August  von  Sachsen  über  den  Seekrieg  bei 
Lepanto.  Anfangs  war  ich  geneigt,  denselben  für  den 
stilistischen  Versuch  eines  Schülers  zu  halten  ;  allein  eine 
gewisse  Elgenthumlichkeit  in  Stil  und  Darstellung,  sowie 
der  Umstand,  dafs  jene  Sammlung  viele  Copieen  von  Ori- 
ginalaufsatzen ,  Briefen  etc.  enthalt,  mochte  die  Vermu- 
thung  sehr  wahrscheinlich,  dafs  auch  dieser  einem  Ori- 
ginale entnommen  sein  durfte.  Ware  dies  der  Fall,  so 
durfte  man  nach  dem  Inhalte  weiter  schlicfsen,  dafs  die 
Bepublik  Venedig  ihren  wichtigen  Sieg  allen  deutschen 
Fürsten  mitgetheilt  habe,  dfun  eine  besondere  Verbin- 
dung des  mitten  in  Deutschland  gelegenen  Kurfurstcn- 
thums  Sachsen  mit  Venedig,  welche  diese  besondere  Mel- 
dung hervorgerufen  hatte,  ist  nicht  bekannt;  dann  aber 
bat  sie  anch  dabei  die  Gelegenheit  ergrilfen,  diesen  Zeit- 
punkt als  den  gunstigsten  zu  bezeichnen,  wo  gemein- 
same Schritte  aller  deutschen  Fürsten  jreiren  den  alten 
Erbfeind  der  Christenheit  von  grofserem  Erfolg  sein  konn- 
ten. Ich  gebe  diesem  Stuck  darum  eine  grufsere  Publi- 
citflt,  damit  Historiker  oder  Archivare  sich  veranlafst  füh- 
len moLhten.  Nachfürsrhungeii  zu  halten,  ob  dergleichen 
Notincalionsschreiben  damals  noch  an  andere  Fürsten  ge- 
langt siud  und  was  etwa  darauf  erfolgt  sei.  Erwähnt 
mufs  jedoch  noch  werden,  dafs  der  Doge,  welcher  hier 
Aloysins  Mocrenigo  irenannt  wird  ,  cinenllich  Ludovico 
Mocenigo  hcifsl,  und  diese  Namensverschiedenheit  aller- 
dings einiger  Erklärung  bedarf. 

1 1 1  u  s  t  r  i  s  s  i  m  o  et  e  .x  c  c  1 1  e  n  l  i  s  s  i  m  o  D .  A  u  u  u  s  t  o 
Dei  grnlia  Duci  saxoniae,  sncri  B  o  m  a  n  i  Inipe- 
r  i  i  A  r  c  ii  i  m  a  r  s  c  h  a  1 1  o  a  c  P  r  i  n  c  i  p  i  E I  e  r  t  o  r  i  I,  a  n  d  l  - 


gravio  Thuringiae  etMarchioni  MisniaeFratri 
n  ostr  0  cha  riss  im  0. 
lllustriss.  et  Excellentissime  Domine,  Nihil  iillo  uii- 
quam  tempore  potuit  occidere  Christianae  Beipub.  univer- 
sae  aut  salubrius  aut  gloriosius  ea  victoria,  quam  Deo 
Opt.  Ma.x.  inprimis  autore  et  adiutore  contra  immanissi- 
mos  C'hristiani  uominis  hostes  navali  pugna  est  conse- 
cula,  qua  fere  omnes  Turcaium  triremes  ad  internecionem 
redactae  ac  dissipatae  sunt.  Ac  qucmadmodum  optatis- 
sinuis  nuncius  de  tarn  pracclaro  tnmque  incrcdibili  gaudio 
cumulavit,  sie  etiam  ea  de  re  caeteros  cbrisliaiios  l'rin- 
cipes  mirifice  sc  laetatos  iure  optimo  arbitrati  sumus, 
intcr  quos  Excellentiam  vcstram  admirabileni  quandam 
voluptatem  ccpisse  persuasum  nobis  est.  Atque  eidem 
vehementer  praestiturum  nostro  veterique  in  eani  studio 
atque  animi  propcnsione  etiam  at(|ue  etinni  gratulamur,  tum 
quia  christianas  res  in  summuni  discrimen  adductus  insigiiis 
liaec  victoria  non  modo  stabiliores,  sed  earum  quoquo 
statum  ac  dignitalem  anipliorem  redditura  sit.  Tum  etiam 
quia  oplatum  videmus  tarn  magiiani,  tanique  illustrem 
occasionem  opprimendi  imperii  Turcici,  Christianis  prin- 
cipibus  praesertim  vobis ,  qui  in  Germania  nobilissima 
provincia,  opibus,  autoritate,  pedestribus  et  equestribus 
copiis  florentissimam  copiam  habctis  atque  infesti  esse  in 
Pannoniae  iinibus  omni  tempore  acerrimo  hosti  facile 
potestis,  quem  despirare  aut  acquiescere  ne  minimum  qui- 
dem  temporis  permittalis  Ac  si  fuit  unquani  tempus 
bene  de  communi  utilitate,  de  vestra  gloria  ,  deque  pro- 
pagando  christiano  imperio  sperandi ,  id  esse  peropportu> 
num  et  pernecessarium  —  aperlis  sirut  omnes  et  faten- 
tur  et  praedicant.  Qnamobrem  E.  V.  quam  Christiaui  no- 
minis  observantissimam  semper  novimus  ac  virtute  rei  mili- 
taris  scientia  prneslniilem,  ndliortari  ad  suscipiendnm  hnius- 
modi  occasionem  ,  tarn  praeilare  rei  coiincieiidac  ,  quod 
indicavimus  cum  res  ipsa  per  se  sulis  excitnrc  ntque  in- 
ceiiderc  possit  ununuiurnHinc  juiriripem  ad  gloriam  no- 
tum  quemadmodum  tu  pracslHnli.ssinii  niaiores  tui  optime 
de  cbristiaiia  lU'pnli.  nicriti  omni  tempore  egregiis  aclio- 
nibus  declararunt.  Datnc  in  nostro  Ducali  Palalio  die 
23.   Octob.    Indicto  XV.   M  D.L.XM 

Aloysins    Mocrenigo 
Diu   Vcrii'tiariiiii    Pt   Calii'. 


\orii   FtttnK   über   Freiiiitirkl. 

Mitgclhoill  viin  i\  i  r.  Urlinn  von  Urbansladt,  li.  I>.  Finanr- 
lir/.irksconimis.'i.'lr ,   in   Kgcr. 

Als    yr    mir    i,'rsi  lirylnj    lialil   von   Pferde  wegen,    die 
dini    Frnri7.   hc^^lc^  genuiTien   sein,   wy   dy   zu   Konieswart 


Zustände. 
.Sprache   und 

Schrift. 
WorlbiilfiitiiiiB:. 


45 


Anzeiser  liir  lüiiido  der  deutschen  Vorzeit. 


46 


lig-en,  das  getoii,  ouch  derjud  dy  Pferdt  noch  habn  sulle 
.  .  fUg  ich  Euch  zu  «isseii,  das  solche  Pferdt  dy  meiiis 
gnedigen  Herrn  iiit  ^enunicn,  ouch  des  nichts  zu  thuu 
gehobt  habe,  macht  Ir  in  warheit  glouben ;  aber  der  Jud 
hat  solche  Pferdt  von  deu,  dy  solchs  geton  haben,  zu  der 
Plan  gefreymarkt  ader  gekouft  (Schreiben  vom  J. 
1472)  .  .  eingetauscht?  oder  auf  freyem  Markt  als  Eigeo- 
thum  erworben  und  ihnen  dadurch  die  Eigenschaft  des 
Huubes  („der  Nam"  in  einer  Fehde)  genommen,  so  dafs 
er  sie  zurückzustellen  nicht  verpflichtet  ist? 

N.  N.,  den  der  Kath  zu  Dienst  mit  einem  Pferd  in  Sold 
nimmt,  verspricht  „mein  Pferd  sul  noch  will  ich  nit  ver- 
kaufen noch  verfreymarken  dann  mit  ihren  (des  Raths) 
Willen   und  Wissen"  (Verschreibung  von   1476). 

Der  N.  hat  mit  dem  N.  ein  Frey  mark  und  Vertrag 
getroffen  und  ellieb  layl  (Bergwerk)  auf  dem  Sneeberg 
umb  toyl  auf  dem  Gren|5ing,  des  einer  dem  andern  auf 
S.  Calbrein  Tag  auf  dem  Sneeperg  und  zu  Zwika  ver- 
czyt  Gewere  und  V^iugung  tun  soll  ein  ausgesnitene  Zet- 
tel gegeben  hat   (von   1477). 


BriirliNlürk   eliiei*   liinlier  unliekaiiiiten 
ilHilfiHrlirirt   (IfM   IllKalolH. 

Von  Professor  Dr.  Kelle  in  Prag. 

In  einem  Incunabelbande  der  k.  k.  Universitätsbiblio- 
thek in  Prag  (Sign.  XLl.  G.  43),  in  dem  sich  „Sermoncs 
s.  Augustini  ad  fratres  suos  heremitas  in  heremo  coni- 
morantcs.  Impressum  Brixiae  148<)"  und  ein  „Traclatus 
de  ymitnlione  cristi  cum  tractalulo  de  meditatiouc  cordis 
ao.  1487"  befinden,  ist  hinten  ein  Pergamentblalt ,  auf 
dem  Kopfe  stehend,  eingeheftet,  das  eiu  Bruchstück  aus 
Wigalois,  und  zwar  die  Verse  7110  —  7215  von  Beue- 
cke's  Ausgabe,  enthält.  *) 

Das  Blatt  ist  unten  etwas  abgeschnitten  ,  wodurch 
reclo  eine,  verso  aber  zwei  Zeilen  verloren  giengen. 
Auch  am  rechten  Bande  ist  das  Blatt  zugeschnitten,  wo- 
durch recto  am  Ende  der  Zeilen  der  zweiten  Spalte  einige 
Buchstaben,  verso  von  der  ersten  Spalte  der  Anfang  der 
Zeilen  theilweise  mit  abgeschnitten  wurde.  Durch  Um- 
biegung  um  die  letzte  La:,'e  des  Buches  und  Einheftung 
hat  das  Blatt  auch  an  seiner  linken  Seite  gelitten,  so 
dafs  die  Anfange  der  Zeilen  der  ersten  Spalte  nicht  mehr 
zu   erkennen   sind. 


*)  Die  Bibliolhok  des  gcrm.  Jluscnms    verdankt    Hrn.  Prof. 
Dr.  Kelle  eine  genaue  Abschrift  dieses  Brucbstncks. 

D.   Red. 


Die  Handschrift,  aus  welcher  dieses  Blatt  erhalten  ist, 
stammt  aus  dem  XIV.  Jahrhundert,  war  auf  klein  Oktav 
in  zwei  Spalten  mit  zierlicher  Schrift  geschrieben ,  und 
enthielt  in  jeder  Spalte  27  Zeilen.  Jede  Zeile  beginnt 
mit  einem  grofsen  rolh  durchstrichenen  Anfang-sbuchsta- 
ben.  Die  Handschrift  ist  mit  einer  feinen  Feder  liniert, 
in  der  Mitte  des  Blattes  stehen  drei  Linien  nebeneinan- 
der, die  zwei  Rubriken  bilden,  und  in  der  zweiten  Rub- 
rik stehen  die  Anfangsbuchstaben  der  zweiten  Spalte  ge- 
nau untereinander,  welche,  da  die  anderen  zum  Anfangs- 
worte gehörigen  Buchstaben  erst  nach  der  die  Rubrik 
bildenden  Linie  stehen,  etwas  abgeruckt  erscheinen.  Die 
Anfangsbuchstaben  der  ersten  Spalte  standen  jedenfalls 
in  derselben  Weise  untereinander,  sind  aber  nicht  mehr 
zu  erkennen. 


l'iibekaiint«  EiiiblHttdrii«ke  bekannter      Bibliographie. 
Autoren. 

Von  Emil  Weller  in  Zürich. 
(Forlsetzung.) 

Hans    Sachs. 

Wenn  auch  die  Zahl  der  von  Hans  Sachs  publicier- 
ten  Holzschnitt-Folioblätter  ansehnlich  gewesen  sein  mufs, 
so  ist  doch  vielleicht  nicht  der  grofsere  Tlieil  bis  auf 
uns  gekommen.  Die  Gotbaer  herzogliche  Bibliothek  be- 
sitzt deren  24,  welche  R.  Z.  Becker  1821  neu  schneiden 
liefs.  Heller  („Zusätze  zu  Bartsch"  S.  55—63)  be- 
schreibt 44  kleinere  Eiublattdrucke  von  Hans  Guldenmuudt 
und  Nie.  Meldcman,  zum  Tiitil  wohl  die  gleichen,  welche 
nachher  zu  Fronspergers  Kriegsbuche  benutzt  worden  sind. 
Andere  kommen  zerstreut  vor,  z.B.  in  R.  Weigels  Kunst- 
kataloge Nr.  19,741  (Das  junge  Weib  zwischen  dem  al- 
ten Mann  mit  Geldbeutel  und  dem  jungen  mit  Schlüssel), 
gedruckt  von  Wolfgang  Strauch  in  Nürnberg  c.  1569,  mit 
Holzschnitt  von  VirgilSolis;  zwei  von  Becker  („Jost  Am- 
man" S.  160  u.  205)  aufgeführte  Stucke:  die  „Ilistori 
von  der  Ehebrecher  Brück",  gedruckt  von  Hans  Wolff 
Glaser  in  Nürnberg  c.  1580,  mit  llolzschnitt  von  J.  .\m- 
man,  und  das  „Valete",  gedruckt  von  Kath.  Gcrlachin 
und  Johans  vom  Berg  Erben  in  .Nürnberg  157G,  mit 
Kupferstich  von  J.  Amman;  zwei  Stucke  in  Lempcrlz 
Bibl.  germ.  Nr.  151  u.  152:  „Was  vngeschlagen  keyn 
gut  tliut"  und  ,, Wäscherin,  Spinnerin  etc.";  beide  o.  0. 
u.   J     mit   Holzsclinitt. 

Zu  diesen   stelle  ich  hier    drei  Foliodruckc    der  Züri- 
cher  Slndlbibliolhek. 

Die    Turckiscli  heleircrung    der  Slal  A\'irn,    mit  .«ampt 
seiner  Tyrnnnischen   hnudlung.  Im    Mli\\l\     Jar. 


47 


Anzeiger  für  Kuiule  der  deutschen  Vorzeit. 


48 


Am  Ende:  II.  S.  S.  Valentin  Neuber.    0.  J,  (c.  15C0, 
in   Nürnberg),   mit  color.  Holzschnitt  und   100  Verszeileu. 
Hurt  zu  nach  dem  getzelet  wurdt 
Von  des  Herren   Christi  gcburt  etc. 

Ein  erschrockiiche  History  von  einer  Kunigin  au|j  Lam- 
parte. 

Am   Ende  :   Antoiiy  Formschneidcr  zu  Fraiickfiirdt.    ü. 
J,   (I53CJ,   mit  color.   Ilolzscliiiitt  und   102   Verszcileii. 
In  der  Lamparter  Chronica 
Le|i  wir  wie  in   Lunipartia 
Ein   kun   mutiger  konig  su|5  etc. 

Eyn  wunderliche  Historij  vö  einem  Hiller  aus  Franck- 
reich. 

Am    Ende :    Gedruckt  zu    Nurenberg  durch  —  (abge- 
schnitten),  mit  color.  Holzschnitt  und   130  Verszeilen. 
H(jrt  zu   ein  wunderlich  geschieht  etc. 
Jacob  liuef. 

C.  Gesner  gedenkt  dreier  Einblaltdrucke  dieses  Chi- 
rurgen, Dramatikers  und  Vulksschriflstellers,  vor  1545. 
Ich  war  so  glucklich,  zwei  davon  in  der  hiesigen  Sladt- 
bibliothek  aufzunndcn,  beide  in  Prosa  und  mit  Holzschnit- 
ten.     Das  erste  Blatt  lateinisch,  das  zweite  deutsch. 

Anno  &  Christo  iiato  1543.  se.xto  Februarij  matnlina 
hora  quinta,  eademq-^  minuta,  ScalThnsiae  Helvetinrum  iiali 
sunt  infantes  dno,  uterq.,  focminei  se.vus,  capilibus  duo- 
bus,  brachijs  quatuor,  totidemi;^  pcdibus  disiunclis,  uno 
vero  solide  corpore  ä  collo  ad  nmbilicum  usq^,  umhilici 
subtus  vinculo  propcndente,  ul  apposita  ligura  repraesen- 
tat,  Patri  autem  civi  eius  urbis  Joannes  Duner,  matri 
vero  Elizabeta   llügclini   nomen   est.     ,/.  ]{. 

Tiguri  apud  Eustachium  F'roschoverum    s.   a.   (1543). 

Im  Jar  als  man  zait  M.D.XLHH.  Jsr,  ist  gesehen  wer- 
de zu  Glaris  in  dem  lobliche  Ort  der  EydgtiosrhafTt,  von 
wybvnman,  ja  jung  vfi  alt  ouch  aller  mengliche  daselbst, 
ein  Crislallischer  wysji  gefärbter  zirckel  vfi  ring  durch 
das  mittel  der  Sofien,  vfi  an  mitten  durch  den  wys- 
sen  krei|5  ein  heitterer  schynbarer  liesrcnliogen  mit  allen 
»ynen  vnderscheidlichen  Farben.  Vnnd  ist  di(3  gesehen 
worden  by  heitlerem  snberem  gefarlilcm  himmel  um  19. 
tag  Aprelleii  vor  mitlag  vnili  die  eillTleii  stund,  wie  dann 
diji  nachuolgend  figur  hcilterc  atizcigung  gibt.  Hat  nn- 
gefaniien  crschynen  vmb  die  tiune  vor  mittag,  vnd  was 
am  gnistcn  vmb  die  eillTe,  vn  endet  umb  <las  ein  nach 
mitlag  jr  ganze  wflrung  4.  stund   minder  wenig  minuten. 

Darunter  der  Cirkel,  ferner  noch  viel  enggcdrnckter 
Text.     Am  Schlüsse : 

Per  Jacobum  Hn(T  urbis  Tigurinac  Chirnrgnm.  (•  O. 
u.  J.      (Zürich.    1544). 

(Schiufs  folgt  ) 


■■»■itlxfirliiiiiiiBeii   10II   A.  nürrr  iiM  firit»         Kunst. 

lUclieii    .nilHeiini.  UiMvmle  KunsU 

In  der  Zeitschrift  Serapeum,  Jahrg.  1Ö44,  Nr.  3  ff. 
wird  von  Sotzmann  und  iMafsmann  ausführlich  über 
alte  handschriftliche  und  xylographische  Ringerbucher  ab- 
gehandelt und  dabei  mehrfach  einer  dem  A.  Dürer  zu- 
geschriebenen, in  zweimaliger  Handschrift  zu  Breslau  und 
in  Steiermark  sich  befindenden  ^^'0.-i/.oiiiaaxa.Xta  sive 
armorum  traetandorum  meditatio"  gedacht,  wel- 
che nach  Text  und  Zeichnung  den  verschiedenen  Ausga- 
ben des  im  Egenolph'schen  Verlage  bis  1558  erschiene- 
nen Fechtbuches  zu  Grunde  gelegen  haben  soll.  Wie 
die  beiden  genannten  grol'sen  Kenner  der  alldeutschen 
Holzschneidekunst  die  Frage  der  Dilrcr'schen  Autorschaft 
unentschieden  lassen ,  so  sind  auch  wir  entrernl,  nach- 
träglich unser  Volum  dazuzugeben,  sondern  bemerken 
nur,  dal's  die  ii]  der  mit  d  bezeichneten  Ausgabe,  welche 
uns  vorliegt,  enthaltenen  Holzschnitte  keineswegs  uns  an 
Durer,  vielmehr  an  II.  Brosamer  erinnern,  welchem  R.  Wei- 
gel  auch  die  llolzschnilte  der  Ausgabe  b  zuschreibt,  die 
wabrscheirdich  mit  den  ersteren  dieselben  sind.  Wenig- 
stens deutet  das  CostUm  der  Figuren  auf  eine  frühere 
Zeit,  als  die  der  Herausgabe  des  Buches  ;  es  pafste  so- 
gar noch  fUr  das  Jahr  1512,  in  welchem  das  oben  er- 
wähnte, angeblich  Durer'sche  Manuscript  entstanden  sein 
soll.  Dafs  Blal'smanu  aber  richtig  vermulhet,  wenn  er 
sagt,  es  habe  nichts  Unwahrscheinliches  auf  sich,  „dafs 
der  in  jeder  Beziehung  hochbegabte  und  schöngebildete 
Dürer auch  mit  der  männlichen  Kunst  des  Fech- 
tens und  Ringens  sich  beschäftigt,  darüber  gesonnen  und 
gesammelt  habe",  beweist  eine  Handzeichnung  in  dem  in 
der  letzten  Nummer  des  .\nzeigers  besprochenen  DUrer'- 
schcn  Mannscripte  im  brillischen  Museum,  die  ebenfalls 
durch  gütige  Millheilung  Hrn.  W.  Bell's  in  Farsimile  uns 
übermittelt  und,  nach  diesem  vervielfältigt,  der  heutigen 
Nummer  beigelegt  ist.  Diese  Zeichnung  ist,  wie  sogleich 
ersichtlich,  ein  erster  F^nlwurf  und  tragt,  wie  schon  früher 
bemerkt,  die  Jahreszahl  1512,  was  allerdings  mitderEnt- 
slehniigszeit  der  (ibeneiwiihnlcn  llandscbrin  ilbcreinslimmt. 
In  das  ligenolphschc  Fechlbnch  von  1558  linden  wir 
diese  beiden  Fechterpaare  nicht  aufgenommen  ;  eine  Ver- 
gleichiing  mit  der  Breslaner  llaiidschrifl  müfsle  ergeben,  ob 
sie,  vielleicht   weiter  ausgefnhit,   in  dieser  vorkommen. 


.%ltrN  Sdif  iilriibiirli  «Irr  KcirliMHiHiK  Imiij.  I.nnd  u.  Leute. 
Von  Professcr  Dr.  Cengler  zu   Erlangen.  Sladlewc.en. 

Vciii    dem   uralten,  seit  dem   vierzehnten  Jahrhunderte 
reichsunmitlelbar    gewesenen,    18(»3    an    den   Giafen   von 


49 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


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Quadt  und  1806  an  die  Krone  Württemberg  gekommenen 
Städtchen  Isiiy  waren  bisher  aulser  den  in  Luuig's  Teul- 
schem  Reichs-Archive  Tbl.  Will,  S.  b31  IT.,  v.  Moser"s 
Reichs -Stättischem  Hand-Buche  Tbl.  11,  S.  17  ff.  und  bei 
Hugo,  Jledialifiruiig  der  deutschen  Reichsstädte  S.  255 — 72 
abgedruckten  Privilegien  und  Urkunden,  sowie  dem  noch 
ungedruckten  Retiilsbuche  („der  Statt  Y|iny  Rerormation 
vnd  Erklärung  Ihrer  Statuten  vnd  Statlrechten|j")  v.  1. 
Mai  1544  und  revidiert  am  8.  Febr.  1622,  dessen  C.  G. 
V.  Wächter  in  seinem  Ilandbuche  des  im  K.  Württem- 
berg geltenden  l'rivatrecbts  lad.  I,  Abth.  2,  S.  777  Er- 
wähnung thut,  wenigstens  in  weiteren  Kreisen  keine 
Rechisquellen  bekannt.  Um  so  heaehtenswertber  erscheint 
daher  eine  dem  germauischen  Museum  gehörige  und  mit 
der  Bibliotheknummer  7185  bezeichnete,  126  Quartblätter 
umfassende  Papierhaniischrift  mit  der  auf  dem  l'ergament- 
deckel  belindlichen  Aufschrift:  „1412.  Alte  Statt 
Ordnung",  welche  eine  reichhaltige  Sammlung  von  Sta- 
tuten des  Rathes  der  Reichsstadt  Isny  aus  der  zweiten 
Hälfte  des  vierzehnten  und  dem  ganzen  fünfzehnten  .lahr- 
huridertf  darbietet.  Sic  beginnt  mit  der  gleichsam  als 
Hauptrubrnni  des  gesammlen  Ruches  dienenden  Notiz: 
,,Anno  doniini  .Mrcc  nonagesimo  sexto  notala  sunt  hec 
vt  sequuntur  per  muuum  mei  Wernheri  Brog  de  phullen- 
dorf  pro  tunc  notarii  Oppidi  ysinn"  etc.,  worauf  nach 
einigen,  offenbar  erst  später  auf  den  beiden  leer  gewese- 
nen Seiten  des  1.  Blattes  niedergeschriebenen  Satzungen 
und  Bemerkungen,  auf  Bl.  2  mit  der  Uebersehrift :  „Disz 
sint  etlich  vtiser  stat  Ordnung  vnd  gescczt  vt  sequuntur 
etc."  die  eigentliche  alte  Stadtordnuiig  selbst  anhebt  und 
vermuthlich  bis  Bl.  17  reicht.  Hieran  knüpfen  sich  dann 
Rathsscblusse  aus  dem  Zeiträume  von  1396 — 1490,  rege!- 
niäfsig  chronologisch  geordnet  und  datiert,  welchen  ein- 
zelne stadtische  Privilegien,  z.  B.  Kaiser  Sigismunds  (,,Fri- 
hait  vber  schädliche  liit  zu  richten")  v.  1420  (Bl.  46, 
107),  Rathsurlhcile  (Bl.  20,  (iOb),  .Straffälle  (Bl.  45,  64, 
65),  Vertrage  (62,  G'.i),  geschichtliche  Notate  (Bl.  36, 
37,  64  b),  Zolltarife  (63)  u.  s.  w.  eingemischt  sind. 
Satzungen,  welche  durch  jüngere  Hatli.islalnte  aufgehoben 
oder  geändert  wurden,  linden  sich  ganz  oder  theilweise 
durchstrichen.  Dagegen  werden  mehrere  Einträge  doppelt 
angetroffen,  was  sich  daraus  erklaren  lassen  dürfte,  dafs 
wahrscheinlich  <lus  ganze  .Slatutenbncli  ursprünglich  ans  drei 
gesonderten  Heften  (Bl.  1— 7S,  79—106,  107—126)  be- 
standen und  der  Sammler  Manches  aus  den  beiden  spiileren 
Colleclaneen  nachher  in  die  erste  oder  llanptsnmnilnng 
zu  deren  Ergänzung  und  Verbesserung  hcrUhergenommcn 
hat.  Der  Inhalt  der  Statute,  deren  einzelne  Artikel  nur 
zum  kleinsten  Theile  Leberscliriften  haben,  ist  höchst 
mannigfaltig  und  erstreckt  sich   über  das  gesammte  Rechts- 


und  Verwaltungsgebiet,    wie    nachfolgende  systematische 
Uebersicht  der  wichtigeren   Materien   bezeugen   mag  : 

A.  (Jef  fen  tlich  es  und  Verwaltungs-Recht: 
Rathswahl  (Bl.  1,  3b,  IIb),  Eid  des  Bürgermeisters  und 
Ammanns,  der  Zunftmeister  etc.  (6),  Verbot  der  ,.wisung 
im  rechte"  durch  Personen  aufserhalb  des  Raths  (bl  b), 
BUrgeranfnahme,  besonders  Bedingungen  derselben  (27, 
41,  99),  Reception  Geistlicher  (42  b),  ausherrischer  und 
zinsbarer  Leute  (38),  lediger  Kinder  oder  Baiikarte  (120)  ; 
Aufgebung  des  Bürgerrechts  mit  Leistung  einer  „nach- 
sture" (87);  Verbot  der  Ladung  eines  Bürgers  vor  fremde 
Gerichte  (42b);  Kriegswesen  (30b,  31b,  83,  87b); 
städtische  Abgaben,  wie  Steuern  (9b,  19b,  54b,  59), 
Ungeld  (89,  103b),  Schauschilling  (88  b,  89b);  Schulden 
der  Amtleute  und  Steuermeister  (57,  68  b). 

B.  Bürgerliche  Nahrung  und  Zunftwesen: 
Handel  mit  Leinwand  (18,  19,  26b,  37b  44,  48,  68,  73, 
91  b),  Tuch  (23  b,  90  b),  Leder  (8,  27),  Vieh  (67),  Korn 
(83b,  100b,  113,  115),  Schmalz  (91),  Salz  (6fi,  121), 
Wein  (117),  Honig  (12,  69)  :  l'nterkäuner  (48).  —  Metz- 
ger (7  b,  8,  57  b,  67  b,  74  b),  Bäcker  (8,  19  b,  58,  72, 
74,  75  b,  84  b,  85  b,  99  b,  100),  Wirthe  und  Methsohen- 
ker  (60  b,  OS  b ,  83  b,  91),  Melber  (86,  100  b),  Fischer 
(88b),  Weber  (55,  69b,  70b,  86,  100,  119),  Tuchsche- 
rer  (22),  Färber  (20  h,  30),  Gewandschneider  (9),  Zim- 
merleute (21b),  Bader  und  .Scherer  (101  b).  —  Znnftanf- 
nahme  und  Uebertritt  von  einer  Innung  in  die  andere  (27, 
99);  Verlust  der  Zunftgenossenschaft  (115  b)  ;  Autonomie 
der  Zünfte  (58b);  Zunftstrafrecht  „nach  der  zunflbrief 
sag"  (54b);  Kauflentezunft  (40b),  Schmiedezunft  und 
Stubenrecht  derselben   (76b,  79b,  84). 

C.  Polizei,  und  zwar 

a.  Fremdenpolizei,  z.  B.  Beherbergung  Fremder  (116, 
119  b),  Frevel  an   solchen   (84  b). 

b.  ürdnungs-  und  Sicherheitspolizei,  z.  B.  Friedgebote 
bei  Krieg  und  Slofs  (14,  17);  Verbot  des  nächtlichen 
Wallen tragens  (15  b)  und  selbslhülflicheii  Zuredesetzens 
(52  b);  Bewahrung  von  Licht  und  Feuer  und  Verfahren 
bei   BraudansbruclLcn   (21  l',   58). 

c.  \\  idilfiihr  Is  -  uikI  .Armenpolizei,  z.  B.  Hochzeitord- 
nung  (10,  Ifi,  21,  76,  79,  88b,  112),  Kleiderordnnng 
(114b),  Leichenfeiern  (77),  Beschränkung  der  Tauf-  und 
Weihnachtsgeschenke  (10,  II),  Gasteordnung  (91);  Al- 
mosenordnung  (80,  87b,  Hl)  Spielverbote  (Hb,  16b, 
17,  33  b,  41b,  42);  Verfahren  gegen  fluchtige  Schuld- 
ner (55  b). 

d.  Sittlichkeitspolizei,  z.  B.  Frauenhäuser  (8S),  Kup- 
pelei (S7  b)  ;  ^^■eibnachts-  und  Fnstnacblsscherze  der  Hand- 
werker (9b);  nngdltliches  Sch"orcn,  Flurhon  und  Böses 
Anwunschcn   (11,    13b,  26);  Schreien  in   den  Wirihshäu- 


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AnzeisTcr  fiir  KiiikIl'  (it-r  deiitscheii   Vcirzcil 


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Sern  (27b),  Nolhigen  rum  Weinhausbesuche  (*9).  muth- 
williges  Eidifislen   (9b). 

e.  Gewerbspulizei  :  richtiges  Mafs  und  Gewicht  (l(i); 
Verbot  ,, nicht  lofligen  Geldes"  (16);  Gelreldeverkauf 
aufserhalb  derStadt  (41);  Beginn  des  Feierabenite  ('JOl))  ; 
Weiiidepot  von  Ausländern  (40). 

D.  Kirchliche  Verhältnisse:  Kirchenstuhlrechte 
(67);  Oslerabendmahl  (76);  Begräbnisse   (75). 

E.  Pcinliclies  und  bürgerliches  Verfahren: 
Fragerecbt  des  Ammauns  ("jS  b) ;  die  fanf  HauplTrageu 
(47  h,  109):  Ausloosung  der  l'rtheilsfinder  (28)  :  Obliegen- 
heiten des  .\nimarins  bei  L'ngewelteii  (Öj);  Eidesleistung 
im  Civilprocesse   (77). 

K.  Strafreclit:  Arten  der  Vergehen:  Frevel,  Un- 
lucht,  L'ngLWetlen  (.')4,  'Jl  ,  92);  Anzeigeplllcbt  bei  sol- 
chen (40);  Freyung  oder  Asyl  ( 1  h,  25b,  53);  Nothwehr 
(4  b,  62  b;;  kleine  üiebstahle,  gcbufst  mit  10  Fuder  Steine 
(ö);  Friedbruchswunden  (23,  29,  31,  441),  4»  b,  49,  56^ 
111),  Zuziehung  geschworener  Wundärzte  (24b);  Ehe- 
bruch (46);  Injurien   (13b,  26,  58,    101). 

G.   Privalrechl,  und  zwar 

a.  Familienrecht:  Eheschliersuiig  ohne  ElternconseDS 
(17b),  Vereheliihung  mit  eigtriliörigi-n  Frauenspersonen 
und  Fremden  (102,  llDb);  Eheweibijche  Schulden  und 
Scbuldenhariung  bei  Gewerbtreibendeu  (53);  I.eibgeding 
der  Frauen  (34);  Vormundschaft  (75  b),  Handlungsun- 
fähigkeit der  Bevogtelen   (l»b,  29) 

b.  Dingliche  Hechte:  Erwerb  von  Liegenschaften  und 
Fertigung  im  Grundbnche  (73  b),  Verbot  der  Veranfseruug 
und  Ver^tlftnng  von  Ininiobilien  an  Fremde  (25  h);  Ver- 
gabung gelegener  Guter  an  Gotteshauser  und  Gaste  (84). 
—  Weiderecht  (51),  Grundpfand  und  dessen  Verhuchuiig 
(22b),  Faustpfänder  (11  b,  25,  54).  —  Zinse  und  Güllen, 
Verkauf,  Ablösung,  Ansklagung  derselben  (Ih,  7,  8b, 
67  b,  68,  114).  —  Burgrecht  und  Veraufscrung  dessel- 
ben  (4  a). 

c  Forderungsreclit :  Beschränkung  der  .Sclionkungcn 
(lob,  II,  43);  Kauf,  Üarlehn  und  Wette  (11);  Geld- 
schulden (92  b). 

d.  Erbrecht:  Erbfolge  ubcrhanpl  (42) ;  Enkel-Erbfolge 
(115  b);  Erbfolge  von  Frau  und  Kindern  (12  b,  51b,  32), 
sowie  der  Mutter  in  das  Gut  eines  Kindes  (87);  Verer- 
bung von  Liegenschaften  an  Fremde  und  Einstnndsrcchl 
der  Burger  (41b);   Urkunden   nber  Seelgerdthe  (35). 

Auf  auswärtige  Hechle  wird  nur  einmal  (Bl.  38b)  in 
Ansehung  der  mütterlichen  Successionsrcchle,  iiAmlich  auf 
das  Hecht  von  Lindau,  mit  welchem  Isny  durch  Kaiser 
Karl  IV  1348  (s.  Hugo,  a.  a.  d  S.  85)  bewidmet  wor- 
den war.   Iiingewicsco.  Aufscrdcm  sind  noch  die  hie  und  dn 


begegnenden  „Declarationes"  von  Gelehrten  iiber  bedeut- 
same  Becblsfragen  (s.   unten   Nr.  5,  6)  bemerkensw  erth. 

Zur  Probe  mögen   übrigens  nachfolgende  wenige  Stel- 
len  aus  dem   Stalutenbuche  dienen  : 

1)  Weihes  kiud  och  das  vatter  oder  muter  hett  zu 
der  E  grifft  vnn  och  das  mit  willen  baidenthalb  zu  gieng 
vnn  bcschach  vnd  es  aber  doch  wider  siiis  vatter  oder 
muter  willen  vnn  gunst  war,  dasselb  kiiid  es  si  knab 
oder  tohter  sol  geoczlich  von  sines  vatter  vnn  miiler  erb 
o-pslofsen  vnn  enterbt  sin  vor  tod  vnn  nach  tod.  Es  wer 
denn  das  des  seihen  kindz  vatter  oder  inuter  diilit  das 
si  sich  alz  wol  stellen  vnn  an  lassen  wolleiit  vnn  darumb 
für  den  rat  kam  vnn  dar  bat  das  man  das  kind  wider 
ain  erb  kind  liessi  sin  .  wenn  das  gescliiht  so  sol  das- 
selb kiiid  für  das  vatter  oder  muler  also  bittind  ist  als 
vorbcschaiden  ist  dise''  saczung  von  erbz  wegen  nit  en- 
gelten.  Wa  och  waisen  würint  weihe''  da,  es  war  knab 
oder  tohter  zu  der  E  griff  an  siner  vogt  vnn  frniid  rat 
der  war,  es  war  knab  oder  tohter  vierczig  phund  haller 
an  vnser  stat  vervallen,  vnd  gcschach  disz  Ordnung  vnn 
saczung  an  der  nehslen  mitwochen  nach  sant  Gergen  tag 
Anno  dm.  M'^ccc"  nonagesimo  septimo.  (Bl.  17  h). 
(Schlufs  folgt.) 


'M,ur  I  iiterMiirlniiiie  «ler  »rliädel  bu«  alten 
(•rnberii. 

Milgelheill  von  I  gn.  Pe  1 1  e  rs  .  (ijninasiallehrer,  in  Leilmerilz. 

Das  Schlufshefl  des  VI.  Jahrgangs  (1858)  der  in 
Prag  von  dem  beriibmlen  Physiologen  Prof  Dr.  Purkyne 
mit  Job.  Krejci  redigierten  naturwissenschaftlichen  Zeit- 
schrift „Ziva"  bringt  von  S.  223  —  242  einen  höchst 
beachtenswertben  Aufsatz  von  einem  tnchtigen  Schiller 
Purkynes,  Dr.  Eduard  Gr()ger,  unter  dem  Titel:  „Ueber 
die  Menschenschädel  im  allgemeinen  und  die  slavischen 
insbesondere"  (0  lebkiich  clovecich  riibcc  a  o  slovan- 
skych  zvliiste).  Nach  der  Besprechung  der  craniologi- 
schen  Gesichtspunkte,  des  Camper'schen  Gesichtswinkels, 
nach  welchem  die  Eintheilung  der  Menschenracen  in  or- 
thognathi  und  proirnathi  geschieht,  und  des  von 
Hetzius  in  Stockholm,  dem  bedeutendsten  Craniologen  un- 
serer Zeit,  zuerst  untersuchten  Verhältnisses  der  Länge 
des  Schädels  zur  Breite,  auf  welches  von  Retzius  die 
Einlheilnng  in  d  ol i  c h oce p h  a  I  i  und  b  r  a  chy  ce  ph  al  i 
jjegrundet  ist,  setzt  Dr.  Ed  Groger  in  klarer  und  bündi- 
ger Darslelinng  auseinander,  welche  vielfachen  Messun- 
gen er  bei  L'nlersuchung  von  Menschenschädcln  an  allen 
Seiten  derselben   vornimmt. 

Groger  hat  nun  im  200  Schftdel  von  verschiedenen 
Volkcrstämmen    gemessen     und    pihl     von   diesen  als    die 


XationAlitiiten 

uiul  StAininvcr- 

hiiltnisse. 


53 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


5i 


grufste  Schidellange  der  dolicbocephali,  iiiitcr  welche  die 
GermaueD  und  Gelten  gehören,  l'J",  als  die  kleinste  190, 
als  die  grofste  Schadellange  der  bracbycephali,  zu  denen 
die  Slaven  geboren,  181,  als  die  kleinste  167  Millimeter 
an;  'im  Durcbschnitt  stellte  sich  das  Verhallnils  der 
Scbüdelläuge  als  lü2  :  174  Jlillini.  heraus.  Die  grofste 
Breite  der  Schsdel  von  dolicbocephali  betrug  148,  die 
kleinste  131,  von  bracbycephali  die  erstere  158,  die  letz- 
lere 137,  die  mittlere  Breite  141  und  147  Jlillim.  Die 
Schädel  der  dolicbocephali  haben  eine  1,362  mal  gröTsere 
Länge  als  Breite,  wählend  die  Schiidel  der  bracbycephali 
nur  1,183  mal  mehr  in  der  Lange  als  in  der  Breite  ha- 
ben. Die  von  Ketzius  und  Gröger  vorgenommenen  Mes- 
sungen an  Olenscbenscbädeln  unterstutzen  die  historische 
Forschung  dort,  wo  aus  den  in  alten  Grabern  gefundeneu 
Schädeln  auf  die  altern  Bewohner  einer  Gegend  ein  ziem- 
lich sicherer  Scblufs  möglich  wird.  Groger  hat  nun  an 
17  Schädeln  aus  heidnischen  Gräbern  Böhmens,  die  er 
mit  Hülfe  des  eifrigen  Archäologen  P.  Krolmus  zusam- 
menbrachte, seine  Messungen  angestellt;  unter  diesen 
stellten  sich  15  als  bracbycephali  und  nur  2  als  dolicbo- 
cephali dar  (diese  aus  dem  Scharkalhal  bei  Frag).  Die 
erstem  gehören  unzweifelbafl  Slaven,  die  letztern  Ger- 
manen oder  Gelten  an.  Die  sehr  interessante  Verglei- 
cbuiig  jener  Schädel  mit  neuern  .Scbiideln  aus  einer  rein- 
slavischen  Gegend  (dem  Dorfe  Fulim  bei  l'isek)  zeigt 
die  grofste  Uebereinstimmung:  bei  den  erstem  beträgt 
die  grofste  Schädellange  173,  die  grofste  Breite  145  Mill., 
bei  den  letztem  die  Länge  175,  die  Breite  142,  wahrend 
bei  den  zwei  nichtslaviscben  Schädeln  aus  der  Scharka 
die  Länge   193,  die  Breite   136  Mill.   beträgt. 

Als  Ergebnisse  seiner  Forschung  stellt  zum  Schlüsse 
Dr.  Gröger  folgende  Punkte  auf: 

1.  Der  grofste  Theil  der  Schädel  aus  heidnischen 
Gräbern  in  Böhmen  gleicht  den  slavischeii  Schädeln  un- 
serer Zeit,  ist  also  ohne  Zweifel  slaviscber,  nicht 
deutscher  oder  celtiscber  Herkunft. 

2.  INur  selten  linden  sich  in  den  Gräbern  lange  Schä- 
del, die  nichtslavisch  sind. 

3.  Die  leibliche  BescbalTenbeit  der  alten  Slaven  war 
dieselbe,  wie  die  der  Slaven  unserer  Zeit. 

Diesem  kurzen  Auszuge  aus  Dr.  Grogers  Abhand- 
lung fuge  ich  nur  noch  eine  Bemerkung  bei.  Unbedingt 
nolhwendig  ist  es,  aufser  den  Schädeln  noch  den  übrigen 
Inhalt  der  Gräber  genau  zu  untersuchen,  ob  Gegenstände 
von  Stein,  lironce,  Eisen,  ob  Münzen  u.  s.  w.  sich  bei 
ihnen  fanden;  über  das  Alter  dieser  Gegenstände  hat 
der  Archäolog  ebenso  zu  entscheiden,  wie  die  genaue 
Untersuchung  der  Schädel  einen  Aufscblufs  uber  das  Volk 
gibt.     Auf  die    Zeit   vor    den    Bojcrn   in  Böhmen  sind 


die  Ergebnisse  Dr.  Grogers  nicht  ohne  Weiteres  zu  be- 
zieben ;  dafs  also  Slaven  vor  den  Bojern  in  uiiserm  Lande 
wohnten,  ist  einzig  und  allein  durch  die  Messung  der 
Schädel   aus  den  heidnischen  Gräbern  nicht  bewiesen. 


Her  Sriiiieiiler  liOhn  und  4lr«liiiiiiic  in  Leben. 

■ilireril  .    1499.  Ei-zeugunK  und 

Milgclheilt  von  J.   Schneller,  Sladtarcliivar ,   in   Lucern.  Enverb. 

Zunft-  u.  Ciilde- 
Item   man  sol  ein   schnider  geben   von  eim  Sidin  Warn-  wcsen. 

sei  XV   |i.    vnd    susl    von    eim    NVamsel,    es    si"    knupflet 

oder    nit    vj   plaphert,    vnd    von    eim    par    hosen   ij.   plap. 

So   einer  farw   sind  :    wel   aber   teilt  hosen    haben  wellen. 

So  mögen  die  schnider  ze  Ion  nemen   als  sy  gedenken  Inen 

fügelich  sin. 

Item   ein   manrock   mit  futry   mit  blelz  vj  [!>. 

Item  ein  kurtzen  rock  der  susl  gefutret  ist  v  [l. 

Item  ein  rock  So  an  die  waden  slost  vnd  gefutret 
sind  viij   (5.   vnd  von  eim   ungefütret  vj   jj. 

Item  von  eim  langen  rock  der  gefutret  ist,  als  die 
priester  tragen  von  eim  x  (5.,  welcher  aber  mit  bletz 
gefutret  ist  old  wird  oder  vngefiltret  vj  (i. 

Item  von  eim  mannen  mantel  durch  nider  gefutret  von 
eim  vj  (i.,  vnd  weler  aber  oben  vmb  mit  scherter  gefu- 
tret ist  iiij  |5.  vnd  von  eim  kurtzen  mantel  iij  (3.  so  nit 
gefutret  ist. 

Ilem  von  einer  frowen  vnderrock  vnd  vnderschurlitz 
vj  plap. 

Item  von  einer  frowen  schuhen  so  ein  kursener  fii- 
tret  vj   (i. 

Ilem  von  einer  frowen  schaben  so  susl  durch  nider 
gefutret  wird  x   |j. 

Item  von   einer  vngefuetroten  schuhen  vj   j5. 

Item  von  eim  frowen  rock  .\ij  plap. ;  ist  er  aber  mit 
Siden   präwt  xiilj  plap. 

Item   von   eim   arris  rock  xiiij  plap. 

Item  ein  tuechin  mnntcl  x  plap. ;  welcher  mantel  aber 
lang  swentz  hat  vnd  vil  tucb  bruchl  .\ij  ,  xiij  .  oder  xiiij 
plap. 

Ilem  von  der  brüst  an  die  weiche  inil  irinlen  gefue- 
tret   iiij    |5.   aber  viigefUlret  ij   |i. 

Ilem  ein  kurtzen  frowen  nianlel  der  gefiltert  ist  durch 
V  (i,  vj  (5. ;  aber  von  eim  sust  gefütroten  iiij  |i. 

Item  ouch  geualt  Inen,  das  man  den  schnidern,  So 
den  luten  in  husern  wcrchcnt,  die  solleiit  aiigan  ze  wer- 
chcn  am  morgen  So  es.  v.  Siecht,  vnd  am  abent  virabcn 
haben,  So  die  glogg  ix  siecht;  vnd  sol  man  eim  meistcr 
zum  tag  ze  Ion  geben  ij  plap.,  ouch  eim  meistcr  knecht 
ij  plap.,  vnd  sust  eim  Unecht  ij  |j.  vnd  von  eim  knaben 
viij   angslcr. 


55 


Anzeiger  l'iir  Kiiiulr  iler  ihnilsclieii   Vorzeit. 


56 


Lebensweise. 
Sociale  Verhält- 

Wappen. 


llrritliliMrlieM. 

Von  C.  Pri  Ullis,   Rechtspraktikaiilen,  in  Nürnberg. 
Wohl  wenige   Familien  linben   im   Laufe  der  Zeit  eine 
solche    Umgestaltung:    ihres    urspruiiiilichen    Wappens    er- 
litten,   als    die    gegenwärtig    noch    in   Wiirltemberij    blii- 
hcnde  Familie  der  Freiherren   von   Kroll. 

Diese  Familie,  deren  ursprüngliche  Heimalh  der  Can- 
ton  Thurgau  ist,  wo  sie  das  Schlofs  LuxbUhel  besals,  so- 
wie Grimmenstein  und  Taufensee  im  Kheinthal,  breitete 
sich  schon  frühe  in  zwei  Linien  aus,  von  welchen  die 
eine  in  Feldkirch,  die  andere  in  Ulm  durch  Jahrhunderte 
ihren  Sitz  hatte.  Erstcre  nun,  die  sich  auch  nach  Lindau 
verzweigte,  führte  nach  zahlreich  vorhandenen  Siegeln 
und  Grabmonumenten  im  silbernen  Felde  einen  wachsen- 
den, bariigen,  unbekleideten  Mann,  der  mit  beiden  Armen 
über  sich  zwei  ins  Kreuz  gelegte  schwarze  Reuthauen 
(Krauel)  mit  drei  Zinkeu  hält.  Auf  dem  Helme  wächst 
der  Mann  des  Schildes  zwischen  xwei  silbernen  BulTelhor- 
nern  hervor,  die  er  mit  den  Armen   erfafst. 

Das  gleiche  Wappen  gibt  Stumpf  in  seiner  Schweizer 
Chronik,  wo  jedoch  das  rechte  biilTelhurn  schwarz  lin- 
giert  erscheint.  Haphael  Custos  in  seinem  Werke  der 
Augsburger  Familien,  wie  nicht  minder  .Siebmacher  und 
V.  llefncr  in  seinem  Neuen  Siehmacher,  stimmen  hiemit 
völlig  uberein. 

Oh  nun  die  L'lmcr  Linie  das  gleiche  Wappen  gefuhrt 
ist  mir  zwar  nicht  bekannt,    da    mir  Abbildungen  dessel- 
ben  nicht  zu   Gesicht  gekommen;   es  dürfte  dieses  jedoch 
zu   bezweifeln  sein,   da  Bucciin   in   seiner  Stemmatographie 
Th.  IV,  wo  er  diese  Familie  auffuhrt  und  blofs  die  Ulmer 
Familie  berücksichtigt,   als  Wappen    dieser  Familie    zwei 
ins    Kreuz    gelegte    schwarze    Haken    im    silbernen    Felde 
gibt.     Damit  war  jedoch  die  Aenderung  des  alten,    spre- 
chenden Wappens  (Kreul,  Kröwl,  wie    sich  auch  die  Ul- 
mer   Linie    früher  schrieb)  noch  nicht  beendet,    wie    aus 
dem  Wappenbuch  des  Königreiches  Württemberg    zu   er- 
sehen.    Dort   gibt  TyrolT,    der  sich   bei   Herausgabe  des- 
selben   genauer    und    ofHcieller    Nachweise    erfreute,    als 
Wappen  dieser  Familie:  In  Silber,  über  einem    güldenen 
Dreiberge   im  Schildcsfufse ,  zwei  ins  Kreuz  gelcfite,   mit 
den  Krallen  aufwärts  und  auswärts  gekehrte  schwarze  lliih- 
nerfufse.    Auf  dem  Helme  wächst  eine   sillicru   Im  lilndete 
Juii<;frau   (nachllefuer  eine  Melusine)   hervor,   die   inilden 
Händen  zwei   mit    den   KOpfen   auf  der  Krone  des   Helmes 
aufsiehende  Fische   hall. 

Wenn  diese  Figur   sich   in   etwas  dem  ur.spruri!;lichcn 
Wnppenbildc   wieder  nähert,   so   hat  dagegen   Casl   in   sei- 


nem Adelsbuche  des  Königreichs  Württemberg  sich,  wie 
es  scheint,  aufDucelin  gestutzt;  doch  schien  ihm  die  Ver- 
wandlung der  Beuthauen  in  Hacken  noch  nicht  genügend 
gewesen  zu  sein,  und  aus  einfachen  sind  bei  ihm  endlich 
doppelle  Widerhaken  geworden,  und,  wie  bei  ihm  der 
Dreiherg  verschwunden ,  so  mufste  auch  die  Melusine 
einem  silberbckleideten  und  gekrönten  Manne  weichen. 
Wenn  man  sich  auch  hiebei  mit  Recht  fragt,  welche  Ab- 
bildung hier  die  richtige  ist,  so  ist  am  Ende  diese  Um- 
wandlung eines  so  leicht  erklärlichen  Wappens  in  Folge 
der  Unkenutnifs  des  ursprünglichen  Wappeubildcs  und 
durch  Verleihung  neuer  Diplome  zu  erklären. 

Grofseres  Bedenken  und  Erstaunen  mufs  es  jedoch 
erregen,  wenn  das  Wappen  einer  Familie,  das  in  mehr 
als  sechs  heraldischen  Werken  ganz  übereinstimmend  ab- 
gebildet ist,  in  einem  siebenten  Werke  plötzlich  einem 
Wappen  weichen  mufs,  das  nicht  eine  Idee  des  bei  den 
übrigen  gegebenen  enthält.  Ich  meine  nämlich  das  Wap- 
pen der  ungarischen  Grafenfamilie  Gyulai  von  Maros- 
N^mclhy  und   Niidaska. 

Kneschke    in  seinen  deutschen  Grafenhänsern,  Th.  H, 
TyrofT    im  Wappenbuche    der   österreichischen   Monarchie 
und  in   seinem  allgemeinen  Wappenbuche,  wie  nicht  min- 
der Hefner.    haben   das  Wappen  in    nachstehender  Weise 
gegeben:    Der  Schild    ist    von    roth    und    blau    quadriert, 
mit  goldenem  Miltelschild,  welcher  die  Chiffre  CVl  zeigt. 
In  Feld  1    schreitet  auf  grunem  Basen   ein   goldener  gekrön- 
ter Lowe   nach   links,    welcher   in   der   erhobenen   rechten 
Branke  einen   silbernen  Säbel   mit  goldenem   Griffe  in  der 
linken   aber  einen   grünen  Kranz  nach  abwärts  hält.    Feld  2 
zeigt  auf  grünem  Basen   einen   nach   rechts  gekehrten  gol- 
denen gekrönten  Löwen,  welcher    in  der  rechten  Branke 
ein   goldenes  Palriarchenkreuz  emporhält,    mit  der  linken 
dagt'gen  sich   auf  ein   halbes,   mit  der  Bundung  nach  links 
gekehrtes    silbernes    Bad    stützt,  welches  auf  dem  Boden 
aufsteht.    Im  3.  blauen  Felde  ruht  auf  einem  grünen  Berge 
eine  goldene  Krone,  aus  welcher  ein  geharnischter  Mann 
zwischen  zwei    goldenen    Adlerdugeln  hervorwächst,    die 
er  mit  beiden   Armen    erfafst.     Feld    4    zeigt    auf  Wellen 
eine  nach   rechts  gekehrte  gekrönte  Sirene,  deren  Schwanz 
einmal    gewunden    ist,    welche    die    Linke    in    die    Hüfte 
stemmt,   in  der  erhobenen  Bechlen  dagegen  eine  einwärts 
gekehrte,    gewundene    goldene   Schlange  halt.      Zwischen 
dem    :}.    und     I     Felde    ist     eine    goldene    Spitze    einge- 
pfropft. 


Yeranlworlliche   Ucdnclion  :   Dr.   I'riili.   v.  u.   7.   An 
Verlag  der  lilcrnrisch-nrlisiisrln'n  An.iiiilt 

f    E.  ScIinlrl'Nrlir  Uin  lulnickf  iri 


(Mit  einer  Beilage.') 

fsofs.     Dr.    \.   V.   F.ye.      Hr.   II.   h.   Kronimanu. 
de?   eermnnischc-n   Muscnni';   in  Nürnberg. 


BEILAGE  ZliM  ANZEK^EH  VVW  KINDE  I)E[{  DELTSIIIEX  \()KZEIT 

18ÖS.  J\o  2,  Februar. 


Chronik  des  germanischen  >Insennis. 


K.isl  noch  als  eine  Keujahrsgabc  kam  im  LauTe  Januars 
an  das  germanische  Museum  ein  Vermächtnil's  des  Frauleins 
Elise  Zimmermann  in  >Vi  es  baden,  bestehend  aus  ejner 
Münz-,  kupfcrslich-,  und  Ilulzsohnitlsannulung  nebst  einigen 
Handzeichnungen,  deren  Wertii  nur  in  vorliiuligeni  Ueberschlag 
ein  Kapital  von  wenigstens  5000  11.  repräsentiert.  Wenn  auch 
diese  äanimlungen  zum  Theil  den  Zwecken  des -Museums  nicht 
ganz  Entsprechendes  enthalten,  so  soll  doch  das  schone  Ver- 
mächtnifs,  gleichwie  die  Wilhelniische  Bibliothek  und  die  deut- 
sche Parlamenlsbibliolhek,  als  ein  Ganzes  zum  bleibenden, 
ehrenden  Gedachlnifs  der  Irouinien  Stillerin  im  Museum  erhal- 
len werden.  Es  ist  eine  Dankespflicht,  derartige,  der  deut- 
schen Nation  zu  gut  kommende  patriotische  Opfer 
wenigstens  durch  Verewigung  des  Namens  der  Geber  und  Er- 
halten der  mühsam  zusammengebrachten  Theile  gröfsercr  wis- 
senschaftlich geordneter  Sammlungen  zu  ehren.  Der  Raum 
gestattet  es  diesmal  nicht,  über  die  Einzelnheiten  des  kost- 
baren Vermächtnisses  -Mittheilung  zu  machen,  was  wir  uns 
auf  spiiler  vorbehalten.  Kur  so  viel  sei  gesagt,  dafs  sich  unter 
den  .Münzen  sehr  werthvollc  deutsche  Silbermedaillen,  unter 
den  Kupferstichen  und  Holzschnitten  prachtvolle  Abdrücke  der 
deutschen,  niederländischen  und  italienischen  Schulen  finden, 
insbesondere  Hauptblältcr  von  Dürer,  M.  Schongauer,  J.  v. 
Mecken,  A.  ülockenton,  G.  Pencz,  H.  S.  Bekam,  G.  Aldegrever, 
L.  Cranach,  L.  v.  Lejden,  Kembrand,  van  Vliet,  Edelinck, 
VV.  Hollar,  Robeita,  Marc  Anton  u.  a.  m.  Im  Ganzen  sind  es 
etwa  2000  Blätter  und  250  .Medaillen   und   Münzen. 

Der  I.  Vorstand  des  Museums  hatte  sich  im  Laufe  des 
Monats  Februar  im  Interesse  des  germanischen  Museums  nach 
Berlin  begeben  und  es  wurde  ihm  die  Freude  zu  Theil  einer 
Versammlung  des  dortigen  Hiillsvcreines  beizuwohnen,  woran 
sich  aufser  den  Vorstandsmitgliedern  noch  verschiedene  be- 
deutende Personlichkeilen  und  Mitglieder  des  Gelehrtenaus- 
schusses betheiligten.  Er  konnte  die  Ueberzeugung  gewinnen, 
dafs  gerade  in  Berlin ,  wo  Anfangs  das  Unternehmen  eines 
allgemeinen  deutschen  IVationalmuseums  auf  Schwierigkeilen 
zu  slofsen  schien,  nun  einen  fesleren  Boden  gewonnen  habe 
als  vielleicht  irgendwo  im  deutschen  Valerlandc.  Es  darf 
überhaupt  als  eine  erfreuliche  Wahrnehmung  gellen,  dafs  die 
Sache  des  Museums,  gerade  da,  wo  sie  von  Seile  der  Wissen- 
schaft in  ihren  ersten  Grundlagen  einige,  gewifs  nicht  ganz 
unbegründete  Bedenken  erregen  konnte,  bei  näherer  Kennt- 
nifsnahmc  und  weiterer  Entfaltung  sich  eine  solche  Anerken- 
nung verschalTl,  welche  zur  ganzlichen  Beseitigung  aller  jener 
Zweifel  führen  mufs.  .Miige  nur  Jeder  gerne  etwas  da/u  thun 
und  nicht  in  unbilliger  Weise  verlangen,  dafs  ohne  Muhe  ein 
grofses  [Viilionalwerk  gleichsam  über  Nacht  fertig  dastehe! 

Dem  Ge  lehrten  ausschufs  des  Museums  traten  ferner 
durch  Wahl  der  letzten  Jahresconferenz  aufser  den  schon  ge- 
nannten Neucrwähllen    bei   die    Herren  Dr.  A.  F.  Potl,   Pro- 


fessur an  der  Universität  zu  Halle,  und  Dr.  I,.  C.  Belhmann, 
herzogl.  Bibliothekar  zu  Wolfenbüttel. 

Von  deutschen  Slandeshcrrn  schlössen  sich  dem  Museum 
durch  Jahresbeiträge  gcneiglcst  an  Se.  Erlaucht  Herr  (iraf 
Friedrich  zu  Sol  ms- K  cid  eis  he  im,  die  Herrn  Grafen  Cle- 
mens Albert  und  .Maximilian  zu  Pappenheiin.  Ein  Geschenk 
von  100  fl.  erhielt  das  .Museum  durch  Se.  Erlaucht  den  Herrn 
Grafen  Carl  Heinrich  von  Schlitz  genannt  von  Görtz,  was 
dankbarst  anzuerkennen   ist. 

Neue  Agenturen  sind  errichtet  zu  Arnstadt,  Dresden, 
D  0  r  1  ni  u  n  d ,  E 1 1  w  a  n  g'e  n  ,  II  e  i  1  s  li  r  o  n  n ,  >  e  u  h  a  1  d  e  n  s  1  e  b  e  n , 
Presburg  und  Son  d  erslia  usen. 

In  Schriftenauslausch  mit  dem  Museum  ist 
81.  die    friesische  Gesellschaft   für  Gcschichls-,    Allerlhums- 

und  Sprachkunde  in  Leeuwarden 
getreten. 

Zu     den    bisher    das    Museum    iiiit    Gratisexeniplaren    ihres 
Verlags  untcrslutzenden  Buchliandlungen  trat  ferner: 
291.  Tobias  Lolfler  in   Jlannheim. 

Für  nachsleliende  Geschenke  haben  wir  unsern  besten 
Dank  auszusprechen. 

I.    Tür  das  Archiv. 

Leuchs,   \\  einhändler,  zu  Nürnberg; 

887.  Schreiben  drs  Landgrafen  Georg  von  Hessen  an  einen 
seiner  Beamten,  eine  .\nlworl  des  Gencral-Wachlmeislcrs 
Sparr  betr.     1647.     Pap. 

Dr.  Chr.  Ed.  Langethal,  Universilaisprofessor,  zu  Jena: 

888.  Revers  des  Hitlers  Hudulpli  Schenke  über  das  ihm  als 
Voigt  und  .\iiitmann  des  Schlosses  Kapclleiidorf  von 
dein  Ralhe  zu  Erfurt  übergebene  Zeughausinvenlar.  1392. 
Neue  Pap.-Abschr. 

Ziel,  Accessist,  zu  Ansbach: 

889.  Schreiben  des  Hans  von  Hornstein  an  Tristran  Truclisefs 
von  \N  aldeck  «egeu  Wegnahme  seiner  Frau  und  seiner 
Kinder,  nebsl  der  Antwort  des  lelzlern.  1432.  Gleichz. 
Pap.-Abschr. 

890.  Gerichtsverhandlung  in  der  Streitsache  des  Franz  >on 
Lcycn  mit  Heinrich  von  Weingarten  wegen  einer  Erb- 
schaft.     Hnich^luek.     Pap.      15.   Jahrb.  , 

Ein  Ungenannter  zu  Fürth: 

891.  Nutariatsinstrument  des  Anton  Gerlach  von  Kilzingeii 
über  die  Bitte  mehrerer  Biirger  von  Windsheiiii  an  den 
Kath    daselbst    wegen    Aufbewahrung    von    Dokumenten. 

1.19T.     Perg. 

Ein  Ungenannter  zu  Nürnberg: 

892.  Schreiben  des  Gülz  von  Berlichingeii  zu  Hornberg  an 
den  Bürgermeister  und  Rath  zu  Nürnberg.  1523.  Pnp. 
Mit  beiliegender  Nnchschrifl  wegen  Zehrung  »eines  Boten. 


59 


Anzeiger  liir  Kunde  der  doulsclien  Vorzuil. 


60 


Dr.  Andresen  m  Nürnberg: 
S93.    BikMiitiiniHcluing   der   Universiläl   Freiburg    über   die   am 
17.  Juni    1739     voriienoniincnen    Doklur- Cruniotioncn    in 
dfr  philosophischen  Fiikiillat.    Druck  mit  KupIVrstich.  Pap. 
Hadermann,  ."^tiltsrentnieister,  iu  Schlüchtern: 
S9I.    (icliiirlslirier     des    .Schultheifsen     und    der    (jenieinde     zu 
WalldurI  lur  Christoph  Kuiiipell.     1565.     Perg. 
Leipert,   Melallscbliiger,  zu  Aürnberg: 
S9j.    Kevers   Michel  Beheiiuü    und  Sigmund   BefsUrs    liir  (ieorg 
Schliiuderspiichcr  wegen  Verpraniluiig  von   /.insb;iren  Häu- 
sern.     1197.     Pap. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Werner  Spiegel  Frh.  zum  Desenberg,  Domherr,  in 

Hall>er.-.l:<dt: 

4793.  .M.  Luther,  von  den  Jiiden  vnd  jrcn  Lügen,  1543.  und: 
Vom  Schein  Ilinii|i[nirii^ :  \'rii!  \i)fii  Gescblecht  Christi. 
1543.     4. 

4794.  C.  Spangenberg,  der  Jagteiiird.  AulTs  iicw  corrigirt. 
1561.     4. 

4795.  A.  Musculus,  wider  den  EhleulTel.     1561.     4. 

4796.  Josl  Amman,  sideliche   Weydwercke.     1661.     4. 

4797.  J.  G.  Leuckfeld,  antiquilales  Gandersheimenses.   1709.    4. 

4798.  Dcrs.,  antiquilales  Ilfeldenscs.     1709.     4 

4799.  Ders.,  antiquilales   Gröningenses.     1710.      1. 

4800.  Ders.,  antiquilales   Michaelsleinenses.     1710.     4. 

4801.  Ders.,  antiquilales  Blanckenburgenses.     1708.     4. 

4802.  L.  Fronspcrger,  Kriegfsbuch  ,\nilcr,  niul  Dritter  Theil. 
1573.     2. 

4803.  Dcrs.,  von  Kayscrlichen  Kriegfsrechien.     1571.     2. 

4804.  H.  F.  V.  Fleming,  der  vollkommene  tculsche  Jager. 
1719.     2. 

4805.  Joh.  Tanlzer,  der  Dianen  hohe  und  niedere  Jagt-Ge- 
heimnufs.     1699.     2. 

4806.  (G.  Biixner)  von  AnTang,  Vrsachen,  vrsprung  \nd  her- 
kommen der  Thurnier.     1566.     2. 

4807.  Thurnier- Buch.  Beschreibung  der  Ritterspiel,  so  Maxi- 
milian ...   in   Wien   lassen   halten.     156G.     2. 

4808.  Caroli  Königs  in  Frankreich  Beschreib,  aller  Handelung, 
des  zum  dritleunjal  erregten  Kriegs  in  Franckreich. 
1572.     2. 

4809.  Job.  Lund,  die  Allen  Judischen  Heiligthümer.    173H.   2. 
IL.  Ehlermann,   Vi  rl;i<,'.sbnchh  ,   in  Hannover: 

4810.  K    (icclikc.  Gruniirifs,  2.  Ilallte,  3.  Abth.     1857.     8. 
Dr.  H.  W.  Bensen,   llictor,  in   Rotenburg  a,    d.  T. : 

4^*11.    Der».,  das   Vcrtiaiignifs  .Magdeburgs.      1858. 

Friedr.  v.  Raumer,  k.  Universitüts-Prof. ,  in  Berlin: 

4812.  Dcrs.,  Geschichte  der  Hohcnstauren.  3.  Aufl.  I. — I.  Bd. 
1H.'-,7.     8. 

Directorium  der  höhern  Handelslehranstalt  in  Prag: 

■|-»C(.    J.ihri-hi  riclil   wahrrnil   de.s  Sliiilienjahri:s    |S,')6 — J7.     4. 

Dr.  Andresen  in  Mirnberg: 
4^14.    J.   P.   Waltber    und    (J.    \V.    K.  Locbner,    Bildwerke    aus 

dem   Mitlebiller.      1.— 5.   Hfl.     1856.     gr.  2. 
4814  a.    Jac.   Grimm,  über  den   Liebcsgoll.     1851.     4. 


4815.  K.  Seifart,  altdeutscher  Studenlenspiegel.      1856.     8. 

4816.  R.  Gofs,  Genre-liilder  aus  den  schleswig-holsteinischen 
Feldzogen   von    lf<l9  und   IK.SO.      iMjl.     S. 

4817.  Cb.  F.  Callisen,  Propädeutik   der  Philosophie.    1«46.    «. 
G.  Hütter,   Rendant,  in   Nürnberg: 

4MS.  J.  A.  F'ridrieh,  Ehren  Gedachtnus  des  von  beeden  Chur- 
fiirsten  zu  Bayern  und  Pfaltz  in  Augspiirg  angeordneten 
lieichs-Vicari:ils-llur-(;cnclils.      (1712.1      12. 

Dr.  J.  H.  V.  Hefner-Alteneck,  Professor  u.  Conscrva- 
tor,  in  München: 

4819.  Fl.  Vcgetius,  kurcze  red  von  der  RiltcrschalTl.  6  Blltr. 
Holzschn.     (1475.)     2. 

Ein  Ungenannter  in  Seh.: 

4820.  J.  Ch.   Hirsch,   bibliolheia   nvinismalica.     1760,     2. 

4821.  Schweinfurlhisches  Jubel- Zcugnifs  wegen  der  zu  Augs- 
burg übergcbenen  Confession,  .\nno  1730.     4. 

4822.  J.  Englert,  das  über  der  GenieinschalTl  des  Evangelii 
jubilirende  Schweinfurlhische  Zion.  (1742.)    4.    5  Expl. 

4823.  Schweiulurlhiscbes  Denck-  und  Daiick-.Mahl  bey  Grund- 
legung und  Einweihung  der  neuen  Salvatoris- Kirche. 
1720.     4. 

4824  Das  Evangel.  Zion  oder  Nachricht  von  der  .\ugspurgi- 
sehen  Confession.     0.  J.     4. 

4825.  G.  Spalatinus,  ein  getrew  Unterricht,  von  allem  dem 
das  ein  Christen  mensch  wisen  sol.  An  den  Halb  und 
gcmeyne  Stat  zu  Schweinfordl.     (1533.)     4. 

4826.  Samml.  der  vornehmsten  I'dichten  und  (Ircliiuiigen  der 
Stadt  Schweinfurth.     1780.     4. 

4827.  J.  Englert;',  der  Stadt  Schweinfurth  Jubel -Fest  wegen 
des  zu  Ofsnabrück  geschlossenen  Friedens.     1748.     4. 

4828.  Verneuerte  Hochzeit-  hind-Tauff-  und  Leich- Ordnung 
von  Schweinrurt.      1680.     4. 

4829.  J.  Englert  und  J.  Ch.  Thaut,  singularis  Dei  Providentia 
circa  scholas.     1734.     4. 

4830.  Dcrs.,  Gynmasii  Suinfordicnsis  nalalem  eumque  centesi- 
muni  indicit  etc.     1734.     2. 

4831.  Schweinfurtische  Stipendien.     0.  0.  u.  J.     8. 

4832.  26  kleinere  Schriften  zur  neuern  Gesch.  Schweinfurls. 
2.,   4.   u    N. 

Voigt  <&  Günther,  Verlagsbuchh.   in  Leipzig: 
4M33.    y\    Koch,   (Juillin  zur  Gesch.  des  Kaisers   .Maximilian   IL 
1S57.     gr.  H. 

Königl.  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin: 

4834.  Dies.,  Phjlol.  u.  Iiistor.- philosophische  Abhandlungen. 
IK,-,6.     4.     2   Bile. 

Th.  Bertling,   Buihh.   in   Dauzig: 

4835.  J.    Greth ,    Danziger    Bauwerke.      9.,     10.    u.    12.    Lief. 

1«.1H.     2, 

Historische  Gesellschaft  zu  Basel: 

4836.  Dies.,  Beitrage.     6.   Bd.      1857.     8. 

Dr.  G.  Barsch,  k.  prcufs.   gib.   Regiernngsralh   unil   Major 
a.    II.,   III   Cciblcnz: 
4H;i7.    Dcrs.,    das  Priimonslralenser  .Mönchskloster  Sieinfeld    in 

der  Eifel.      1K57.     8. 
483H.    K.  Ha<k,   die  alle  Eisenburg.      1H39.     8. 


6t 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


62 


4839.  M.  Göbel,    ans  dem  Leben  von  Carl  Reinliiinll,    l'liirrer 
in   Pudcrhiiih.      \H'ü.     8. 

Ph.  Ed    Mang-er,  k.  pnufs.   Kreissekretiir,  in  Siegen: 

4840.  J.  I,.  (;i:i>er.   Bersmiinnisihes  MonHi-Blümlein     1691.    12. 
4h41.    II.    Achenbaeh .    de    veteri    .Sie-ienensMiiii    slaUilu.      1855. 

S.     2   K\(il. 
O.   Schönhuth,  I'farrcr,  in  £dellin<;en  : 

4842.  I.elieri   und  Thiilen  des  Seb.  Scherticn  von   ilini  .-ielbst  be- 
schrH'ljin.     HcraiiSKLi.'ebiii   von   0.  ScbOnhiilh.    1858.  8, 

V.  Hoiningen,  gen.  Hüene,    k.  preufs.   Bersnielsler,    in 
Sieben  : 

4843.  Beurkundung    der    ebebreeheristlien    (iibiul    des   Solines 
der  .Marqvisc  de  Mailly  de  Kesle.     1756.     2. 

Bauer   &  Raspe,   Verlatisbuchli.  IJul.  MerxI.   in  ^lirnbe^g: 

■l><ll.    .1.    Sieh 1  iurs    \\  appcnhuch  ,     herauseen;.    v.    0.    T.    V. 

ililn.T.      I.i.r.   'iO— IS.      1856—58.      4. 

Histor.  Verein  für  Krain  in  Laibach: 
4845.   Ders.,  Millheilungen,  August  — iNov.    1857.    4.    2  ExpL 

Redaction  der  numismat.  Zeitung  in  Weifsensee : 

4816.    ,\urni.<iri;il.    Zritiiii;;.      ISjs,   IVr.    1. 

Hermann  Kellner,  Glasmaler,  in  Kürnberg: 

4847.  Gediilil  vuiii  schonen  Brunnen  zu  Nürnberg.  Pap.-Ildschr. 
(1587.)     2  Blltr.     2. 

J.  B    Metzler'sche  Buchbdl.  in   Stnilirart: 

4848.  (Kiiiiariia.      Ileransgeg.    von    Franz    rieilTer.      2.    Jahrg. 
1     II.      Isr.T.     s. 

Verein  für  Ausbildung  der  Gewerke  in  .München: 

1849.    Ders..   Z.itschrift.     VII,  4.     1857.     2. 

Dr.  A.  F.  Pott,  Professor,  in  Halle: 
485(1.    Ders.,  Indogerni.  Sprnehslamm.  (0.  J.)  4.  IVr.  310— 12  d. 
Hall.  Jahrb.  1838  u.  INr.  39— 41   d.  Ergan/.nngsbl.   18  10.  4. 

4851.  Ders.,    de    Lilhuano  -  Bornssirae    in    Slavicis    Lellirisque 
lingiiis   [tririripaln   conirrictit.      IS.iT.       1. 

Friesische  Gesellschaft  für  Geschichts-,   Alter- 
thums-  und  Sprachkunde  in  Leeuwarden : 

4852.  Dies.,   de    vrije   Fries,   ftieuwe   serifi.      Eersle    Deel   u. 
Iweede  Deel,  erste  Stnk.     1854—57. 

4853.  Sicco  van  Goslinga,  niemoires,  publies  par  U.  A.  Evertsz 
el   G.   II.   Delprat.     1857.     8. 

Aug.  Scheler,    Bibliothekar    des   Königs   der    Belgier,    in 
Brüssel : 

4854.  Ders.,   Hubert  Tbonias,  de  Liege.     1858.     8. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthiunssamnxlung. 

G.   Ney,   k«l.  bajr.    .Major,   itu   Kla>elieiilu)l    bei    .>urnlierg: 
2I.')1.    HOin.   Thonlampe  in   Form  i'ines  Oehsenkoples,  gefunden 
bei    Obirndorf  im   Oilcnwalde. 


Faber,   k^'l.  bayr.  Oberlieutcnanl  u.  Adjutant,  in  Nürnberg: 

2152.  .Miltelallerliches  Schwert,    Hufeisen   und   Sporn,    Bruch- 
stiieke,  aufgefunden. 

Dr.  Chr.  Ed.  Langethal,  l'niv.-Prnfessor,  in  Jena : 

2153.  Fidirzcirhiiuni;    niii  li    dem    Grabmale    des    \\  ollber    und 
der   lledwi":  von   Glifsberg. 

Dr.  Andresen  in  Nürnberg: 

2154.  Ansicht  von  Cap  Gibraltar.  Kpfrst.  nach  C'apl.  Kohlers. 
Löscher,  Schneidermeister,  in   Nürnberg: 

2155     |{elch\erzierler  eiserner  Laternenlrüger  vom   17.  Jahrh. 
Arnold,  Grofshiindler,  in  Nürnberg: 

2156.  Bleimeclaille  auf  Georg  Tetzel,   16.  Jhdt. 

2157.  3  Bleimedaillen  auf  J.   Newton,  A.   Pope  u.  Kountaine. 

2158.  12  Bleimedaillen  auf  Ludwig  XIV. 

2159.  16  Porlrails,  Kupferstiche  vom    17—19.  Jhdt. 
Dr.  med.  Bermann  m  Karlsbad: 

2160.  2   reichverzierte   und   bemalte   Krüge    vom   Ausgange    des 
17.  Jhdis. 

W.  Dietzel  in   Nürnberg: 
21  Gl.     .Mitlelallcriicher  Schlüssel. 

Dichtel.  Ugl.  bayr.  Hauptmann,  in  Nürnberg: 
2162.    liriindcnburger  Silbermünze  von   1621. 

L.  Bull,   haulmann,   in  Nürnberg: 
216:i    Jlariengroschen  von  Fr.  Ulrich  von  Braunschweig-Lüne- 
bnrg      1621. 

J.  Möring,  l'iii/,cllaiimalcr,  in   Nürnberg: 

2164.  3  Kreuzerslücke    von   1693  —  1718    und    2   kleine  Silber- 
jetons  vom   18.  Jhdt. 

Dr.  Andresen  in  Nürnberg: 

2165.  Sinnbild   auf  die  Vergänglichkeit.     Badir.   vom  18.  Jhdt. 

2166.  3  Landsebaflen,   Kupferstiche   von   Sl.   .Merian. 
Löffler,   l'ülylccbmker,   in   Nürnberg: 

2ltiT.    .VItgermanischcr  Broncekeil. 

Gruber,  Hausmeister  im  gerinan.   .Museum: 
216^.    .\bbildung  der  früher  zu  Nürnberg  aufbewahrten  Keichs- 
kleinodien   vom    15.  Jhdt. 
Dr  J.  H  V  Hefner-Alteneck,  Professor  u.  tonservator 
der  verein.  Saiiimliiugeu  iii  .München: 

2169.  2  Zeichnungen  nach  einer  im  k.  k.  Zeugbause  zu  Wien 
befindlichen  Küslung  vom   15.  Jahrh. 

Dr.  Reuter  jun.,  prakt.   ArzI,  in   Nürnberg: 

2170.  (irall.   Oeltingensche  Silbermiinze  von    1520. 

V.  Hoiningen,    gen    Hüene,    kgl.   preufs.   Bergmeistcr, 

in   Siegen  : 

2171.  Staiiimbiium  des  Geschlechtes  Hiv,  ILiridschr.  v.  18.  Jahrh. 


("Iiroiiilv  (lor  liisliirisclKMi  Xm^'m. 


her  (.eschichlsireund,  Miltbeilungen  des  hislori-  die  Quellenkunde:  das  Jabrzeilbuch  der  mindern  Brüder 
sehen  Vereins  der  fünf  Orte  Lueern,  tri,  Srhwyz,  in  Lucern;  milgelbeill  von  J.  Schneller.  Die  fbronik  ini  wnf.cn 
Unlerwiilden  u.  Zug,  enthüll  in  seinem  .\lll.  Band,   IH57,  lür       Buche  tu  .Sarnen;   aus   der  zweiten  Hälfte  des  15.  Jahrb.  mit- 


63 


Anzeiger  für  Kunde  «irr  di-ntsclHMi  Vorzeit. 


64 


gelheill  von  G.  v.  Meyer  von  Knonau.  Kalendnriiiin  IVecrologicuiii 
Constanliense,  aus  dem  Ende  des  13.  Jahrh.:  im  Au.'iziigc  iiiit- 
getheilt  von  Dr.  Fr.  Böhmer.  Bisrimnich-Conslanzisrhe  l'rkun- 
denlese,  1257 — 1520;  milgelhcill  von  J.  Schneller.  Zur  Lan- 
desgeächichle:  die  Seplembcrlage  Kidwnidens,  nach  einer 
handschriftlichen  Darstellung  von  P.  Paul  Styger;  von  P.  Karl 
Brandes.  ZurRechLs-  und  Sittengeschichte:  Nachtrag 
lu  der  Abhandlung  über  die  Blutrache  nach  .schwyzerischen 
Rechtsquellen  (vergl.  Bd  XII,  Ulj,  von  M.  Kothing.  Die  (ie- 
sellschafi  zu  Schützen  in  Luiern,  his  1799;  von  Kr. X.  Schwytzcr. 
Zur  Literaturgeschichte:  Das  Büchlein  vom  Anfange  der 
Hofstatt  zu  den  Einsiedeln  und  die  Einsiedlerchroniken  vom 
14.-19.  Jahrb.;  von  P.  Call  iMorel.  Zur  Geschichte  der 
Baukunst:  Der  Kirchthunii  zu  Allishofen  in  baulicher  Be- 
ziehung, von  Jos.  Plac.  Segesser.  (.Mit  einer  urkundlichen  Er- 
örterung über  das  Ilerkommen  des  dortigen  Pfarrsalzes).  Zur 
.Münzkunde:  das  schjiiucke  Reitersiegel  Erzherzogs  Ruddlf  IV. 
von  Oeslerreich,  1365;  mitgetheill  von  J.  Schneller.  —  Zum 
Schlüsse  finden  wir  chronologische  Inhaltsverzeichnisse  sämnit- 
licher  Ur.'iundeu  und  Belege  des  XIII.  Bandes. 

Der  Beiträge  zur  vaterländischen  Geschichte, 
herausgegeben  von  der  historischen  Gesellschafl  zu 
Basel,  VI.  Band,  1857,  enthält  zur  Quellenkunde:  Schirm- 
brief des  Ralhs  von  Basel  für  zwei  Juden ;  mitgetheill  von 
Leonhard  Oeser.  Urkunden  über  Hexenprozesse,  aus  dein 
Staatsarchiv  zu  Bern;  mitgetheill  von  M.  v.  Sliirler.  Zur  Ge- 
schichte der  Schweiz:  Zur  Entstehungsgeschichte  des 
ewigen  Bundes  der  Eidsenossen ,  von  Dr.  R.  Meyer.  Die 
Reise  der  Eidgenössischen  Gesandten  nach  Paris,  im  J.  1663, 
zur  Beschwörung  des  Bundes  der  Schweiz  mit  Ludwig  XIV. 
von  Frankreich,  von  Prof.  B.  Reber.  Briefe  von  Bürgermeister 
Job.  Heinrich  VVieland,  j.  u.  d.,  aus  den  Jahren  1797—1803; 
milgetheilt  durch  Dr.  K.  Wieland.  Zur  Geschichte  der  Stadt 
Basel:  Die  Armenherberge  in  Basel,  von  Dr.  Tb.  Meyer- 
Merian.  Zwei  historische  Lieder  auf  den  Beitritt  der  Sladt 
Basel  zur  schweizerischen  Eidgenossenschaft.  Pater  Gregor 
Girard,  eine  biographische  Skizze  von  J.  W.  Hefs.  Zur  Ge- 
schichte der  Wissenschaften:  Bealus  Rhenanus  von  Dr. 
Jakob  Mähly.  — 

Die  Berichte  und  .M  illliri  I  un  gen  des  Allerthums- 
vereines  zu  Wien,  Bd.  II,  Abth.  1,  18.07,  enthalten  an  wis- 
senschaftlichen Beilräffen:  Von  dem  Einflüsse  der  Pflan- 
zen auf  die  Zerstörung  der  Ruinen,  von  Jos.  Scheiger.  Ueber 
das  Leben  und  Wirken  des  Geographen  Georg  Matthäus  Vischer, 
von  Jos.  Feil.  Egenburg  im  Viertel  ob  dem  .Manhartsbcrg, 
von  Jos.  Feil.  Aufscrdeiu  Vorträge  und  Berichte  über  die 
Gcsellschafts-  und   Geschaflsangelegenheilen   dieses  Vereines. 

Die  .Mittheilungen  des  historischen  Vereines  für 
Krnin,  enthalten  im  August  1857:  Die  Bischöfe  von  Aemona; 
von  I'eter  Hilzinger.  lieber  den  Gott  Jarmogius;  aus  dem 
slovenischen  .Manu.scriple  mitgetheill  von  Davorin  Terslenjak. 
GeselLicbaftliches.  Im  September:  Die  Bischöfe  von  Aemona, 
.\rtikel  II.  Erklärung  eines  miltelnllcrlichen  (Irabdcnkiiialrs  der 
Laibacher  Domkirche;  von  Anton  Jcilouschck.  Litcratiirbe- 
richle  und  wissenschaftliche  Piachriehlcn.  Im  Oktober: 
F.hrenhalle  beriihmler  Krnincr.  fForlsrtzung  der  in  den  friiheren 
Jiihrgiingin  enlhallcnen    biographischen   ^aclirirhten).     Die  Vor- 


IrcfTIiihkeil  und  die  Si'bicksale  der  CyrilPsehen  Orthographie. 
.Monat.sversanimlung,  mit  Millbciliingen  über  die  Göltiu  IVoreja, 
sowie  ober  die  Göttin  .\dsallnlij.  Im  rtovember:  Ehrenhalle 
berühmter  Krainer.  (Fortsetzung.)  Ein  altrömisches  Baudenk- 
mal in  Laibach,  von  Dr.  H.  Costa.     Gesellschaftliches. 

Die  Zeilschrift  des  Vereines  für  hamburgische 
Geschichte,  neue  Folge,  ersten  Bandes  drittes  lieft,  1857, 
enthält  an  Beiträgen  zur  Hechts-  und  Sill engeschichte: 
Ueber  4len  ehemaligen  Gebrauch  der  Haus-  und  Hofmarken 
in  der  Stadt  Hamburg  und  deren  Gebiet,  von  Dr.  Wilh.  HUbbe. 
Denkschrift  auf  den  Tluirm  der  St.  Katliarinenkirrhc,  1657.  — 
Zur  Literatur:  Lieder  auf  die  Hinrichtung  iles  Klein  Hensc- 
lin,  1573.  Dr.  J.  (ieorg  Kerners  (iedicht:  das  blaue  Fieber. 
Des  Johann  Albert  Fabricius  Hauslali'l  für  seine  Tochter. 
.Sproke,  de  dar  entdecken  vnde  apenbaren  de  gebrecklicheyl 
der  werlde  stände  (aus  dem  16.  Jahrb.).  Zur  Münzkunde: 
Einige  Bemerkungen  und  Zusätze  zu  dem  Werke:  die  ham- 
burgischen Münzen  und  Medaillen  von  0.  L.  Gädeehens,  vom 
Universilatsralhe  Wolff  in  Giillingen.  Kachträge  über  die  ham- 
burgischen  Münzbeamten;  von  Dr.  J.  M.  Lappenberg.  Aufser- 
dem  zur  Geschichte  der  Stadt  Hamburg:  Dr.  Johann 
Oldendorp;  biographischer  Versuch  von  Dr.  Härder.  —  Zwan- 
zigste allgemeine  Versammlung. 

De  vrije  Fries.  Mengelingen,  uitgegeven  door  hei 
friesch  Genootschap  van  Geschied-,  Ondheid-  en  Taal- 
kunde.  Leeuwarden,  Nieuwe  Serie,  l,  1,  1854:  Verslag  van 
een  Handschrift,  nagelaten  door  den  Heer  F.  D.  Fontein;  door 
J.  van  Leeuwen.  Dagboek  of  aanleckeningen  van  Dr.  Georgius 
VVe.«lendorp ,  1566 — 1578;  medegedeeld  door  .Mr.  H.  0.  Feilh. 
De  sini  Marlens  kerk  te  Franeker,  oorkonden  en  berigten  uit 
bei  oudste  kerkenboek  le  Franeker,  medejedceld  mel  aante- 
keningcn  door  Mr  A.  Telling.  —  l,  2,  1855:  Hei  leven  van 
Jan  \\illcin  de  C'rane;  door  Mr.  A.  Telling.  —  I,  3,  1855: 
Hulptroepen  uit  Harlingen  naar  Zweden  gezonden  in  1609; 
door  .Mr.  W.  W.  Biima.  Aanleckeningen  van  Dr.  J.  G.  Otlema. 
Nadere  aanleekeningen  van  Mr.  W.  W.  Buma.  Inlichtingen  van 
Jr.  Mr.  J.  K.  J.  dcJonge,  omirent  de  staalkundigc  betrekkinsen 
tuschen  Nederland  en  Zweden,  in  de  jaren  1592  —  1609.  Juw 
Helles  Dckcma,  de  laalslc  Poleslaat  in  Fricsland;  door  Jr. 
.Mr.  H.  B.  van  Sminia.  Frisiaca ;  medegedeeld  door  .Mr.  U.  A. 
Evertsz.  —  I,  4,  1856:  Severinus  Feyta ,  of  Leuven  in  1542 
door  Maarlen  van  Rossem  bcrend.  Eene  vorlezing  mel  aanlec- 
keningen;  door  Mr.  J.  Dirks.  —  Geschiedcnis  van  de  znmen- 
stclling  en  uilgave  van  hei  Groot  Plakkaal-  en  ("barlerboek 
van  Fricsland  etc.;  door  W.  EcKholf.  Bcloog,  dal  de  eerste 
druk  van  de  Oude  Friesche  W  eilen,  bezorgd  door  Heer  llidde 
Cammingha,  omsirceks  den  jare  1-IH4  is  gedruckt  te  Leeuwar- 
den etc.;  medegedeeld  door  W.  Eckliolf.  Geene  hecriijkhedcn 
in  Friesinnd ,  of  Dr.  Sikke  Dekema  en  Mammema-slatc  te 
Jellum;  door  Mr.  W.  W.  Buma.  —  II,  I,  1857:  Voorlezing 
over  hei  leven  van  Petrus  Wierdsrii»  en  zijne  Verdiensten 
omirenl  de  gitschirdenis  en  letlcrkunde  van  Friesland;  door 
W.  Eckhofl.  Voorlezing  over  de  gninilslagi'n  van  de  orlbo- 
grapliie  der  Frii-schc  laal ;  door  J.  II.  Itchrns,  Overzigt  vnn_ 
iwee  Alba  Amicorum  uit  de  XVII''»  eeiiw ;  door  Jhr.  H.  B 
van  Sminia.  Hunnebedden  in  Denemarken.  Knpilein  Haring 
van   llirrrnvma  llioe  Heeg;   door  Jhr.   Mr.   II.  B.   van  Sminia.   — 


65 


Anzein-er  für  Kundo  der  deulschen  Vorzeit. 


66 


Tm  Namen  dprselbrn  Gcscllscliafl  herausgegeben  liegt  uns  noch       et   1711,    de    Sicco    van    Goslinga,    publi(!j    par   MM.    V.    A. 
vor:  Meiiioires  relalifs  a  la  giierre  de  succcssion  de  17(6 — 1709       Evertsz  et  G.  M.  Delprat.     fLeeuwardcn,  1857.) 


\  a  c  li  r  i  c  li  t  c  n. 


Eiiteratiir. 


Neu  erschienene  Werke. 


16j  Diis  Pranionslralcnscr  Mün  ch  s  li  lostcr  .Steinfcld 
in  der  Eifel.  Von  Dr.  Georg  Barsch,  kiinigl.  preu- 
fsischem  geheimen  Regierungsralhe  und  hanseatischem 
Major  a.  D.  Sihleiden,  1857.  Gedrucia  Ijci  K.  \V. 
Braselmann.     XIV  u.   172  S.     S. 

Ein  anf  eine  äufsere  Veranlassung  hin  verölTentlichtes 
Fragment  aus  des  Verfassers  seit  Jahren  vorbereiteter  Eiflia 
Sacra.  Das  Kloster  Steinleld  in  der  Eifel,  aus  einem  um  950 
gestifteten  Benediclinernonnenkloster  in  der  ersten  Hälfte  des 
11.  Jahrhunderts  in  ein  Pramonsiratensernionchsliloster  umge- 
staltet, gewann  bald  innerhalb  dieses  Ordens  und  weit  über 
die  Eifelgegcnden  hinaus  grofse  Bedeutung;  sein  Aht  fungierte 
in  der  Kegel  als  Generalvicar  des  l'ranionstratensergcnerals  in 
den  t'ircarien  Westphalen,  Ilefeld  und  Waldgassen;  über  12 
Klöster  (darunter  3  in  Holland,  1  in  Irland,  2  in  Biihmen  und 
Schlesien)  hatte  es  das  jus  paternitatis ;  l'atronalsrechte  übte 
es  bei  18  Kirchen  und  Kapellen;  sein  Gütercomplex  war  ein 
sehr  umfassender.  Einllursreich  nach  Aufsen,  im  Innern  meist 
gut  disciplinicrt,  öfters  auch  an  wissenschaftlichen  Zeitbestre- 
bungen bedeutsam  hctheiligt,  bestand  es  fort,  von  den  Stürmen 
der  Reformation  wenig  berührt,  bis  zur  franzosischen  lievolu- 
tion,  wo  es  nach  der  Besitznahme  der  Kheiulandc  durch  Frank- 
reich als  „IVationaleigenthum"  erklärt  und  aufgehoben  wurde, 
die  Gebäude  verkauft,  die  reichhaltige  Bibliothek  zerstreut  und 
verschleudert.  Vor  Kurzem  hat  endlich  die  preufsischc  Regie- 
rung die  (iebäude  an  sich  gebracht  und  zu  einer  Besserungs- 
anstalt für  junge  katholische  N  erbrecher  eingerichtet,  wahrend 
das  schone  Getäfel  des  Refektoriums  nach  Belgien  und  von  da 
nach  England  kam.  Ueber  alle  diese  Verhaltnisse  in  ihrem 
historischen  Werden  bis  auf  die  unmittelbarste  Gegenwart 
herall  gibt  die  vorliegende  Schrift  Aufschlufs,  zwar  schmuck- 
los, aber  sehr  sorgfaltig  und  zum  Theil  auf  Grund  von  bisher 
noch  unverolTentlii^ht  gebliebenen  archivalischen  Aktenstücken. 
Besonders  dankenswerth,  nicht  allem  für  den  Specialforscher 
der  Rhein-  und  iMoselgegenden ,  erscheinen  die  vielen  kultur- 
iind  namentlich  wirtbschaftsgeschicbtlichcn  INiilizcn  ober  die 
Güter  des  Klosters.  Ein  Anhang  gibt  IVachrichten  über  KlOstcr, 
welche  dem  I'riinionsiratenserurden  durch  die  lleformalion  ent- 
zogen wurden,  bes.  in  den  Circarien  Westfalen,  Ilefeld  und 
VValdgassen,  und  über  das  Kloster  Strahov  bei  Trag.  Auch  hier 
begegnet  man  ilem  grofsen  Saimiiiincifse  des  Verfassers  wie- 
der: über  einige  der  erwähnten  Kloster  gibt  er,  gleici. falls 
archlvalisch  gut  gestutzt,  wesentlich  neue  AufsclilUfse. 


17)  Leben  und  T  baten  des  weiland  wohledlen  und  ge- 
strengen Herrn  Sebastian  Schertlin  von  Gurten - 
bach,  durch  ihn  selbst  deutsch  beschrieben.  Nach  der 
eigenen  Handschrift  des  Ritlers  urkundlich  treu  heraus- 
gegeben von  Ottmar  F.  II.  Schönhuth,  Pfarrer  in 
Edelfingen.  Münster  1858,  Druck  und  Verlag  der  Aschen- 
dorlTschen  Buchhandlung.     VIII   und   178  S.     8. 

Herberger  hat  in  seinem  vortrefTlichen  Buche:  „Sebastian 
Schertlin  von  Burtenbai:h  und  seine  an  die  Stadt  Augsburg  ge- 
richteten Briefe^  (.\ugsburg,  1852)  die  gewaltige  Persönlichkeit 
Scherllins  dem  Verstanduifs  der  Zeitgenossen  nahegeführl ; 
dessen  Autobiographie,  die,  jedoch  nach  spateren  unsicheren 
Handschriften,  Christoph  Sigmund  von  Holzschuhcr  1777  ver- 
öffentlichte, nach  der  in  der  Bibliothek  zu  Stuttgart  befindlichen 
Originalhandschrift  herauszugeben,  war  ihm  nicht  möglich. 
Hr.  Sciionhulh  hatte  seit  Jahren  diese  eigenhändigen  Aufzeich- 
nungen des  Ritters,  die  dieser,  wie  unser  Herausgeber  aus 
den  im  Verlaufe  unsicherer  werdenden  Schriftzügen  schliefsen 
zu  können  meint,  erst  als  Greis  vollendete,  abgeschrieben 
und  publiciert  im  obigen  Werke  seine  Abschrift,  wie  sie  ist, 
ohne  dafs  er  ihr,  anfser  der  einleitenden  Notiz  über  die  Hand- 
schrift, irgendwie  sprachliche  und  sachliche  Bemerkungen  bei- 
gegeben hätte.  Nur  die  in  der  Hs.  bald  klein,  bald  grofs  ge- 
schriebenen Eigennamen  hat  er  grofs  geschrieben  und  die 
Interpunktion  „richtiger  gestellt".  Das  „richtigste  Bildnifs" 
Schertlins,  dessen  Original  sich  im  Schlosse  zu  Giebelstatt  bei 
Würzburg  findet,  ist  beigegeben.  Allen  Freunden  der  Ge- 
schichte unserer  Kcformntionszeit  ist  mit  dieser  Publikation 
einer  der  markigsten  und  farbigsten  Geschichisqnellen  ge- 
wifs  ein  Dienst  gethan. 

18)  Geschichte  der  H oben s taufen  und  ihrer  Zeil. 
Von  Friedrich  von  Raumer.  Dritte  verbesserte  und 
veruiehrle  Auflage.  In  sechs  Banden.  1.  Band,  .\1I 
und  3'Jü  S.  2.  Band,  444  S.  3.  Band,  VIII  u.  101  S. 
4.  Band,  408  S.     Leipzig,  F.  A.  Brockhaus.     1857.     8. 

Bei  seinem  ersten  Erscheinen,  1823,  ist  diesem  Buche  wie 
wenigen  die  enthusiastische  Bewunderung  der  deutschen  Jugend, 
wie  die  ehrende  Anerkennung  der  geli'hrlen  Zeitgenossen  zu- 
gefallen ,  und  selbst  (iölbe  hat  es  als  ein  „schönes  Lese- 
buch" begrüfst.  Lange  Zeit  für  alle  Darstellung  nnllclnller- 
licher  Geschichte  das  Vorbild,  wurden  seine  Anschauungen  für 
diese  Epoche  die  allgemeinen,  von  den  lleldengeslalten  aus 
der  Zeit  der  Stanfor  erbte  sich  die  Haumer'sche  Zeichnung 
typisch  fort;  nicht  leicht  hat  ein  historisches  \Ncrk  diese  Wir- 
kung hervorgclirai  ht.  ^ocll  \ur  wenigen  Jahren  hiil  einer 
der  grofslen  Kenner,  Böhmer,  an   ihm  gerühmt  (Hegesien  von 


67 


Anzeiuer  für  Kunde  der  deiilsclicn  Vorzeil. 


68 


1198—1234,  S.  LXXXIl,  wie  es  „am  früheslcn  (.•iiun  wiclili- 
gen  Abschnilt  unsertr  Viilt'rlaii(isgeschiclile  in  reirlitr  AulTas- 
sung  und  in  würdiger  Form  dargcslelll  und  dadurch  die  Kennl- 
nifs  dieses  Abschnittes  unter  den  (iebildeten  der  Nation  in 
einer  noch  nicht  übertroHenen  Ausdehnung  verbreilel"  und  wie 
von  dem  Verfasser  „alle  Gegner  gelernt  und  keiner  derselben 
an  Billigkeit  des  Urtheils  und  kaum  einer  nn  Griindliclikeit 
ihn  iihertroffen."  —  In  Wahrheit  kann  man  noch  heule  sagen, 
dafs  von  den  neueren  grcjfserrn  Werken  iiber  die  Stiiuferzeit 
keines  dem  Raumer'schen  auch  nur  von  Ferne  verglichen  wer- 
den kann.  —  M  cnn  dennoch  selbst  dessen  zweite  Aullage 
(1844)  fast  an  keinem  Punkte  den  Anforderungen  der  histori- 
schen Wissenschaft  mehr  geniigt,  so  ist  das  ebenso  durch  die 
ungemeine  Vergrofserung  des  bekannt  gewordenen  Materials, 
dessen  ein  guter  Theil  erst  in  den  letzten  Decennien  aufge- 
funden und  noch  lange  nicht  vollständig  veripllentlicht  ist.  als 
auch  durch  die  bedeutende  gelehrte  Thatigkeil  auf  diesem  (ie- 
bicle  erklärlich,  an  der  aufser  Deutschland  auch  Frankreich  und 
Italien  Theil  nahmen,  und  bei  der  die  nationalen,  politischen  und 
kirchlichen  Gegensätze  unserer  Tage  sich  geltend  machten, 
oft  in  einer  Schroffheit,  dafs  zwischen  den  verschiedenen  Dar- 
stellungen einer  und  derselben  Zeit  alle  Beriihrungspunkte  auf- 
gehört hatten.  .Man  denke  an  die  Auffassungen  Friedrichs  II., 
wo  nach  Böhmer  „der  cardo  rerum  für  die  mittleren  Zeilen  liegt, 
etwa  wie  bei  Gustav  Adolf  für  die  neueren.  Wer  diese  bei- 
den Persönlichkeiten  falsch  auffafst,  mufs  folgerichtig  in  allen 
übrigen  irren."  Ein  Werk,  das  hier  relativ  ahschliefst,  wird 
noch  lange  nicht,  mindestens  erst  dann  möglich  sein,  wenn 
die  Mnniimcnla  Germaniac  mit  der  Slauferzcit  abgeschlossen 
haben  werden.  —  Um  so  mehr  wird  man  es  unserem  geleier- 
ten Geschichtschreiher  zu  danken  haben,  dafs  er,  unterdessen 
mit  .\rbeiten  ganz  anderer  Art  bescliiilligl ,  in  seinem  (jreisen- 
altcr  wieder  dem  Werke  seiner  Jugend,  vielleicht  seines  Le- 
bens, seine  Thaligkeit  zugewendet  hat.  Er  hat  nach  Kräften 
gebessert,  namentlich  für  die  Zeit  seit  Heinrich  VI.,  wo  Böhmer, 
Iluillard-Breholles,  Abel,  Kicker  u.  v.  A.  inzwischen  aufge- 
treten waren.  Oh  die  vielfachen  Veründcrungen  und  Ver- 
bcsserungen, die  wir  gegen  die  Irühere  Auflage  bemerken, 
nicht  noch  ungleich  zahlreicher  hatten  ausfallen  sollen,  ist  eine 
Frage,  über  die  iViemand  mit  dem  Verfasser  rechten  wird. 
Am  wenigsten  wird  ihm  Jemand  zugemulhet  haben,  die  ganze 
Anlage  des  Werkes  umzugestalten.  Sind  die  Anforderungen, 
die  die  heutige  (Jeschichtschrcibung  an  sich  selbst  stellt,  viel- 
leicht andere,  so  hat  ein  Werk,  das  durch  seine  klare  ninl 
besonnene  Auffasung  über  ein  .Menschenalter  in  der  lli.^tori- 
schen  Literatur,  man  kann  sagen,  gidierrschl  hat,  gewifs  sein 
hislorisihes  Kechf.  —  .Mögen  die  beiden  letzten  Bande  recht 
bald   nachfolgen. 

I9J    Geschichte  der   deutschen  Kaiscrzeil.    \(iu  Wil- 
helm Gicac brecht.     Zweiter  Band.     BlUthe  des  Kai- 
serthums.     Braunschweig,    Schwelschke    und    Sohn    f.M. 
Bruhn).     )8J8.     XXII  u.  620  S.     8. 
Der    ersten    Hälfte    dieses    Bandes    haben     wir    bereits    bei 
ihrem  Erscheinen  gedacht.      .Mit  der  vor  kurzem  herausgekom- 
menen zweiten  ist  das  ausgezeichnete  Geschichtswerk  bis  zum 
Tode    Kaiser  Heinrichs  III     InrIgelUlirt.     Es    ist    bekannt,    wie 
vor   30  Jahren    Stenzels    berühmtes    Buch    für    die   Erforschung 


der  (ieschichte  der  frankischen  Kaiser  Bahn  brach;  in  dem 
iMenscIienalter,  das  seitdem  verstrichen  ist,  ist  nicht  nur  die 
Kritik  scliarler  und  sicherer,  sondern  auch  das  .Material  bei 
weiteni  umfangreicher  geworden,  so  dafs  Stenzels  Werk  liingst 
schon  nach  keiner  Seite  hin  mehr  genügte.  Gleichwohl  kam 
keine  der  einschlagenden  neueren  .Monographicen  an  seine  Um- 
sicht und  Genauigkeit  heran,  und  die  Parteileidenschal't  für 
Kirche  oder  Keich ,  die  sich  auf  diesem  Gebiete  in  den  letzten 
Jahrzehnten  nur  zu  sehr  eindrängte,  bat  noch  \ollends  getrübt. 
War  es  da  an  sich  von  Wichtigkeit,  einen  Geschichtschreiher 
dieser  Epoche  zu  begriifseri ,  in  welchem  v.jterlamlischer  Sinn 
und  wissenschaftlicher  Ernst  in  gleichem  Mafse  vereiril  waren, 
so  ist  es  von  um  so  unberechenbarerem  Werthe,  in  einem 
Augenblicke,  wo  die  .Monumenta  Germaniae  mit  dem  Drucke 
der  Quellen  das  Ende  der  salisclien  Periode  erreicht  haben, 
die  Uesultale,  die  aus  den  mitgetheillen  Scliätzen  der  histori- 
sclien  Wissenschaft  sich  ergehen,  gleich  von  vornherein  von  einer 
solchen  Meisterliand  gehohim  zu  sehen.  Darstellung  und  Kritik 
hat  llr.  (i.  in  diesem  Buche  bekanntlich  getrennt,  letzlere  in 
die  .\nliange  verwiesen ,  wo  wir  eine  kritische  Würdigung 
siimnitlicher  gleichzeitiger,  sowie  der  einschlagenden  späteren 
Geschichtsquellcn,  ferner  in  den  Anmerkungen  eine  gute  Zahl 
einzelner,  oft  neues  Licht  verbreitender  Bemerkungen  erhallen; 
auch  werden  sieben  wichtige,  zwar  meist  schon  einmal  ge- 
druckte, aber  nie  bekannt  gewordene,  oder  vergessene  Doku- 
iiienle  nutgetheilt;  diese  Anhänge  sind  für  di-n  Historiker  eine 
Fundgrube  Aber  auch  nur  einer  so  staunenswerthen  Geistes- 
arbeit, wie  es  die  kritische  Durchdringung  eines  so  vielseitig 
zerstreuten  urkundlichen  StolTes  ist,  konnte  diese  lebensvolle 
Darstellung  ent(|uellen,  die  in  Wahrheit,  den  Wunsch  des  Ver- 
lassers erlullend,  „auf  Herz  und  Gesinnung  jedes  deutschen 
Lesers  njil  zwmgender  Gewalt  einen  fesselnden,  anregenden 
und  aulrichtenden  Einllufs  übt'.  .Man  hat  gerade  an  diesem 
Bande  tadeln  wollen ,  dafs  er  zu  wenig  die  eigensten  W  orte, 
die  individuelle  Anschauung  der  einzelnen  Quellen  gehe:  möchte 
vielleicht  wirklich  durch  ein  solches  Mosaik  die  Darstellung 
farbiger,  charakteristischer  geworden  sein,  gewifs  nicht  cha- 
rakter\ oller,  wie  die  vorliegende,  von  deniselhen  Hauche  eines 
kraftigen  vaterländischen  Enthusiasmus  durchweht!  Es  versteht 
sich  von  selbst,  dafs  die  .\ulfassung  des  Verfassers  von  fast 
allen  bisherigen  weit  abweicht.  Durch  die  entschiedenste  Be- 
tonung der  unermefslichen  Wichtigkeit  des  deutschen  Episcopats 
in  seiner  Verbindung  mit  dem  Keich  (S.  513:  „Man  kann  sagen, 
die  Kaiser  hatten  mit  den  Bischöfen  das  Itegiment  getheilt"  1, 
durch  die  einsichtige  Würdigung  der  Cluniacenserreforni  in  ihrer 
Wirkung  auf  das  gesaninile  Kirchliche  Lehen  des  Jahrhunderts, 
enillich  durch  den  sielen  Hinweis  auf  die  Gefahr,  „welche 
schon  damals  dem  deutschen  \olke  von  der  Entwicklung  einer 
bedeutenden  Slavenmacht  drohte,"  sind  die  Grundlagen  der 
Darstellung  eben  andere  geworden.  Wie  doch  so  abweichend 
von  allen  bisherigen  Schilderungen  erscheint  die  Persimlichkeil 
lli'inrichs  III.!  „Ihm  fehlte  der  Scharfblick  und  die  Fesligkeit 
de»  \atcrs,  um  das  Werk  in  dessen  Sinne  zu  vollenden.  Es 
zeigte  »ich  bald,  dafs  das  Kaiserlhum,  machtvoll  genug  gegen 
aufsere  Feinde,  zur  Verniihtuiig  des  deutschen  Fiir.ttenlliuiiis 
Mcl  zu  schwach  war."  „Die  Meinung,  dafa  Heinrich  lli.  in 
der  ItlUthe  der  Macht  aus  dem  Leben  geschieden,  wird  man 
aufgeben    müssen."     In    der  Thal    ist    der    Wendepunkt    in    der 


69 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


70 


üescliirhle  des  Kaiserthiiins,  dessen  Bliillu'  eben  noch  liei  Hein- 
richs Leiizeilen  sich  neigte,  nieniiils  scharler  crlHlst  und  khirer 
gezeichnet  worden.  —  Erwähnt  sei  noch,  dafs  Hr.  G.  in  einem 
IVachtrng  u.  A.  millheilt,  dafs  er  in  einer  l'erganienthand- 
schrifl  der  hdnigsberger  llniversiliitshibliothck  eine  bisher  un- 
bekannte Kaiserchronik  vom  Ende  des  13.  Jahrh.  (jefunden 
habe,  welche  eine  altere  sachsische  Quelle,  wahrscheinlich  die 
noch  unedierte  Chronik  von  Cuhlde,  mit  .Marlinus  I'olonus 
conibiniert,  und  „interessante  Beilrä^je  zur  Sagcngesclnchle  und 
namentlich   auch  zur  Legende  Heinrichs  11.-   gihl. 

20)  C'hronicon  Sancti  .Michaelis  monasterii  in  pngo 
Virdunensi.  E\  anliquissimo  codice  nunc  priiuuin  integrum 
edidil  Ludovicus  Trofs.  Hamniune,  MI^IXC'I.VII. 
US  S.  4. 
Vom  C'hronicon  S.  .Michaelis  edierte  zuerst  die  ersten  20 
Kapitel  .Mabillon  (Analecta  t.  II.),  der  eine  Abschrirt  der  im 
Kloster  bclindlichen  Handschrift  erhalten  hatte;  dann  druckte 
Calniet  in  seiner  {icschichic  Lothringens  diese  ab  und  lügt 
c.  28 — 31)  hinzu  (c.  21 — 27  lies  er  weg,  weil  sie  Wunderge- 
schichten enthielten],  jedenl'alls  aus  derselben  nandschrilt.  \  er- 
gebens  aber  wurde  diese  von  Wailz  bei  seinem  Aulenthalle 
in  S.  .Mihiel,  Ende  Oktober  1839,  gesucht  (vgl.  l'ertz,  Archiv 
8.  Bd.  S.  9)  und  er  niurste  sich  für  die  Ausgabe  unserer  Chronik 
in  den  Monumenta  tierinaniae  (.Scr.  IV,  79)  mit  dem  Abdruck 
der  Mabillon -Caliiielschen  Edition  und  einigen  auf  der  Hand 
liegemlcn  Berichtigungen  begnügen.  Dennoch  existierte  jene 
Handschrift  noch  in  .Mihiel,  im  Privatbesitz  eines  Hrn.  .Marcliand, 
von  dessen  Erben  sie  an  den  Sohn  des  Herausgebers  in  Paris 
verkauft  wurde,  der  sie  der  kaiserlichen  Bibliothek  iiberant- 
wortet  hat.  Herr  Trofs,  der  sie  eben  aus  den  Händen  seines 
Sohnes  zur  Benützung  empfieng,  erwirbt  sich  durch  ihre  Publi- 
kation ein  grofses  \  erdienst.  Aber  zu  wünschen  wäre  ge- 
wesen, dafs  er  seiner  Ausgabe  auch  eine  Beschreibung  der 
Handschrift  lieigelügl  hätte,  denn  nicht  jedem  Leser  ist  sein 
Büchlein:  „Cnlalogue  des  archives  de  labbaye  de  St.  Mihiel 
en  Lorraine.  Paris,  1853",  auf  welches  er,  ohne  eine  Seiten- 
zahl zu  erwähnen,  ganz  im  Allgemeinen  verweist,  gleich  zur 
Hand  und  in  dem  angegebenen  Büchlein  findet  man  zwar  gleich 
bei  INr.  1 :  „Carlulaire  de  l'ancienne  abbave  de  St.  Miliiel  en 
Lorraine.  Manuscrit  de  la  prciniere  moitie  du  XII.  siicle,  pet. 
in  Folio,  veau"  u.  A. :  „Les  preniicrs  feuillels  renferment  une 
hisloire  interessante  du  monaslere  de  St.  Mihiel,"  aber  der 
Leser  hat  keinen  Anhaltepunkt  dafür,  dafs  hier  dns  Chronicon 
St.  Michaelis  gemeint  sei.  Auch  über  die  drei  Schlufskapitcl 
(c.  37—39),  die  in  der  Ausgabe  der  Monumenta  Germaniae 
fehlen,  hätte  man  eine  Andeutung  erwartet.  Dankenswerth 
ist,  ilafs  die  von  Mabillon  und  Calniet  weggelassenen  7  Capilel 
\\  undergeschichlen  hier  iiiitgeilicilt  werden.  Im  Uebrigen  ist 
zwar  der  l'nlerschied  des  jetzigen  Textes  von  dem  früheren 
kein  wesentlicher,  doch  wird  letzterer  mehrfach  verbessert  wer- 
den können ,  namentlich  in  Bezug  auf  Kamenschreibung.  Und 
so  sei  denn  diese  Ausgabe  einer  recht  interessanten  (Jeschichlii- 
quelle  allen  Freunden  der  Geschiclilc  eiiipliihlen. 

21 J  Anthcil  der  Deutschen  an  di'r  Entdeckung 
von  Südamerika  oder  Abenleuer  iIcs  Amlirosius  Dal- 
finger    und    des    iNicolaus  Kedermann ,    beider    von  lllm, 


des  Georg  Hohemut  von  Speier  und  des  fränkischen 
Kilters  l'liilipp  von  Hütten  unter  der  Herrschaft  der 
Meiser  von  Augsburg  in  Venezuela.  IVach  den  Haupt- 
quellen dargestellt  von  Karl  Klunzinger.  Slult^arl, 
1857.  In  Commissinn  der  C.  A.  Sonnewald'schen  Buch- 
handlung. VHI  und  116  S.  8. 
Eine  fleifsiire  und  interessante  Schrift,  die  aus  spanischen 
und  deutschen  Onellen  die  kühnen  Entdeckungszuge  in  Süd- 
amerika erzählt,  auf  die  im  Dienste  der  Weiser  von  Augsburg, 
„der  Kothschilde  des  16.  Jahrhunderts",  innerhalb  etwa  eines 
Menschenalters  eine  Reihe  von  Deutschen  ausgieng,  um  das 
Goldland  zu  suchen.  Um  l.')27  halten  die  Welser  mit  Kaiser 
Karl  V.  unter  günstigen  Bedingungen,  da  sie  ihm  5,  nach 
anderen  12  Tonnen  Goldes  geliehen,  einen  Vertrag  abgeschlos- 
sen, der  ihnen  die  Stiitlliallerschaft  des  Landes  Venezuela  und 
noch  viele  wichtige  Vorlheile  zusicherte,  wogegen  sie  Schiffe 
und  .Mannschaft  ausrüsten  und  das  Land  gründlicher  unterwer- 
fen und  befestigen  sollten.  Ambrosius  Dalfingcr  von  Ulm  führte 
demgemafs  1528  3  Schilfe,  4(K)  Mannsch^ift  und  SO  Pferde  nach 
Venezuela,  unterwarf  es,  erbaute  die  gleichnamige  Stadl  (wie 
hier  nach  Herrera  angenommen  wird)  und  entdeckte  Ncu- 
granada.  Aber  schon  auf  dem  zweiten  Entdecknngszuge,  den 
er  von  Venezuela  aus  machte,  starb  er  in  Folge  einer  vun 
den  Indianern  im  Gefecht  erhaltenen  Wunde  (1532).  Der  ihm 
schon  früher  nachgesandte  Ulnicr  Nicolaus  Federinann  der 
Jüngere,  sowie  Dallingcrs  Nachfolger  in  der  Stalthallerschafl, 
(Jeorg  Holicmut  von  Speier  und  (interimistisch)  Philipp  von 
Hütten,  unternahmen  verschiedene  zum  J  heil  höchst  gefahrliche 
E.vpeditionen ,  über  die  wir  hier  manches  historisch  wie  geo- 
graphisch gleich  interessante  Detail  erhalten,  bis  denn  Philipp 
von  Hütten  auf  einem  ähnlichen  Zuge  1541,  in  Gemeinschaft 
mit  SL'lnein  Lieutenant  Bartholomäus  Welser,  der  die  Interessen 
seiner  Familie  persönlich  vertreten  sollte,  durch  die  Hinterlist 
des  Spaniers  Don  Juan  de  Carvajal  ninkaiii  |1546).  IVeun 
Jahre  spater  verloren  die  Welser  durch  einen  lange  Zeit  schwe- 
benden Prozefs  ihren  Antheil  an  Siidamerika  ganz;  sieben  und 
zwanzig  Jahre  hatte  ihre  Herrschaft  in  \cneznela  gedauert. 
Von  zwei  Anhangen  gibt  der  erste  eine  Schilderung  der  durch 
die  Deulsi  lien  unter  der  Herrschaft  der  Welser  in  Venezuela 
verübten  (iraiisamkeiten  nach  de  las  Casas,  der  zweite  geogra- 
phische iVolizen  iiber  das  damalige  Venezuela,  Dankenswerth 
ist  eine  beigegebenc  Karte  dieses  Landes,  auf  welcher  die 
Ziige  des  Dallinger,  Federinann  und  Georg  von  Speier  notiert 
sind.  Eine  ihr  vorausgeschickte  Schlufsbemerkung  gibt  zum 
Texte  einige  Berichtigungen  oder  schärfere  Bestimmungen. 

22)  Deutsche   Weihnachtspiele    aus    Ungern.     Geschil- 
dert und  mitgetlieilt  von  K  nrl  Julius  Seh  roer.    \\  ien. 
Keck  und  Coinpagnie.      I8,')8.     8.     VIll  u.   220  Stn. 
Diesen   Weihnachtspiebn   bal   Hr.   Schrocr,    der  bereits  ein 
anderes  in   den  weiinar.  Jahrb.   111  virolfeiillichle,   all  die   Ehr- 
furcht,   Sorglalt  und   Ausführlichkeit  nngedeihen  lassen,    womit 
derartige  volksthümliche  Reste  heiiliutage  behandelt  zu  »erden 
pflegen,  und  er  bringt  sogar  mehr,  «Is  der  Titel  erwarten  laf»!. 
Den  Hiiuptinbalt  bildet  ein   in  nicrkwiirdiger  Vollständigkeit  und 
Ursprungliclikeit    erhaltenes  Weilinaclilspiel    (Chrislgebiirls-   mit 
einem  nn^ollsl:lndigen  schon   früher  in    den    wiiin.   Jahrb.    mit- 
getheillon  Pnradeisspielj,  dns  der  Herausgeber  in  dem  nahe  bei 


71 


Anzeigor  für  Kunde;  der  dciilsiluTi  Vorzi-it. 


72 


Presburg  gelegenen  Dörfchen  Überufer  vorfiind  und  selbst  aiil- 
fuliren  s;ih.  Kin  gewuhnlieb  den  Sclilufs  der  Aufführung  bil- 
dendes Kiislnacbtspiel  hui  er  wegen  corrupten  Textes  sich 
gescheut  jetzt  schon  niitzutheilcn.  Weiter  bringt  er  noch  ein 
bisher  ungedrucktes  Salzburger  Piirudeisspiel  und  einen  Anhang 
von  Wcihniichts-  und  Ureikünigsliedern ,  den  Text  der  saniint- 
licben  Stücke  mit  reichlichen  erläuternden  IVotcn  begleitend. 
Viele  iMühe  gibt  er  sich,  die  Beziehungen  der  mitgetheiltcn 
Spiele  und  Lieder  zu  andern  bis  jetzt  bekannt  gewordenen 
ins  Licht  zu  stellen,  und  sucht  zu  demselben  /.wecke  in  einem 
Nachträge  noch  das  Verhiillnifs  des  II.  Sachs  zu  den  \Veih- 
nachtsspielen  darzulegen.  Eine  besonders  interessante  Partie 
des  Buches  bildet  die  zu  .\nfang  gegebene  Beschreibung  der 
Aufführung  des  Oberufercr  Weihnachtspieles.  Der  Heraus- 
geber ist  der  Ansicht,  dafs  die  Art  und  Weise  der  Darstellung 
weit  über  die  Zeil  der  Abfassung  des  Spiels,  die  er  in  das 
16.  Jahrb.  verlegt,  zurückreiche,  und  in  der  Thal  zeigt  sie 
jenen  Ijpischcn,  symbolischen  Charakter,  der  an  die  noch  mit 
dem  religiösen  Kultus  verwachsenen  Iranfange  der  Schauspiel- 
kunst gemalmt.  Wenn  der  Herausgeber  jedoch  diese  kind- 
lichen Anfiinge  auf  hobern,  richtigem  Kunstprincipien  beruhend 
glaubt,  als  unsere  moderne  Darstellungsweise,  so  verführte  ihn 
zu  dieser  Annahme  wohl  nur  die  über  der  Beschäftigung  mit 
seinem  StulTe  gewonnene  Vorliebe  lur  denselben. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Das  Ausland:  IVr.  1.  Dir  ürcgenzerwald  und  das  \\  alscr- 
ihal.  Kr.  3.  Ein  venetianischer  (jesandlscbaftsbericbl  aus 
dem  Jahre  1617  bis  1619.  Kr.  7.  Altdeutsche  Bühne  in 
Ungarn. 

Blätter  für  literarische  l'ntc  rhaltung:  Kr.  4.  Aeltcre 
Satiren  gegen  die  Geistlichkeit. 

Europa:  Kr.  4.  Ein  deutsches  Weihnachlspiel  aus  Ungarn. 
Nr.   7,    Die  Kinnhndcr. 

Die  Grenz  boten:  Kr.  1.  Bilder  aus  der  deutschen  Ver- 
gangenheit. I.  Die  Doricr  und  ihre  Geistlichen  im  dreifsig- 
jahrigen  Kriege.     Kr.  2.     Der  Pfarrer  Martin  Bdtzinger. 

Jahrbuch  des  gemeinen  deutschen  Kechts:  1.  Bd. 
3.  H.  Die  Grundsiitze  der  deutschen  Rccbtsquellen  des 
tliltelaltera  über  den  Gerichtsstand.  (A.  Stobbe.)  Kaeh- 
Iragc  über  das  we.stburgundische  Reich  u.  Recht.   |Bluhnie.) 


Die 
(11. 


Frankfurter  K  on  versatiousblatt:  Kr.  29  (f.  Aus  Kur- 
land. Das  Inselfriiulcin.  Eine  Volkssagc  in  der  Schweiz. 
(II.  Kunge.) 

Deutsches  iMuseuni:  Kr.  5.  Die  Enlwickclung  des  .Men- 
schengeschlechts und  die  Bildungsfahigkeit  der  Rassen. 
(H.  SchaafTliausen.)  —  Wanderungen  eines  Jesuiten  in  der 
Schweiz.     VI.     Der  Canton  Zug.     (E.  Osenbrüggen.) 

Berliner  Revue:  12.  Bd.,  2.  H.  ff.  Johannilerordcn :  Alte 
Ritterlisten. 

Unterhaltungen  am  hauslichen  Herd:  Kr.  1H  (T. 
Slawen  in  Korddeutscliland.  Geschichtliche  Skizze. 
Asmus.) 

Deutsehe  V  iertcljahrsschrift,  1858,  l.  Augsburger  Stu- 
dien. 

Allgemeine  Zeitung,  Beilage  zu  Kr.  36.  Die  Fresken  im 
Kaisersaal  zu  Aachen.  Beil.  zu  Kr.  46.  Die  (ieschichte 
der  Dresdener  Gallerie. 

lllustrirtc  Zeitung:  Nr.  761.  Städtewahrzeichen.  VI.  Halle. 
3.  Der  Roland  am  Rolhen  Thurnie.  4.  St.  Katharina  über 
dem  östlichen  Eingange  zur  Morizburg.  Kr.  763.  Slädte- 
wahrzeichen.  VI.  Halle.  5.  Der  Schellenmoriz  in  der 
Morlzkircbe.  —  Der  Schälllertanz  in   München. 

Neue  Münchener  Zeitung,  Abendblatt  zu  Kr.  24.  Die 
schmerzhafte  Kapelle  bei  Jlünchen.  Nr.  25  IT.  Das  Fich- 
telgebirg,  die  sechs  Aeniter  und  das  bayerischi'  Voigtlanil. 
(E.  F'entsch.)  Aus  der  (ieschichle  der  Kreuzzüge.  III. 
(v.  Sybel.)  Kr.  37.  Kunst  und  Kunststudien  in  Ocster- 
rcich.  Nr.  39.  Zur  Sittengeschichte  (Verordnungen  wegen 
Seuchen). 


Veriiilsclite  Xacliricliten. 

11)  Auf  der  Ingolstadter-Ambcrger  Staatsslrafse  zwischen 
Keuninrkl  und  Kastl,  zunächst  dem  Dorfe  PfelTertshofen ,  fand 
man  beim  Lehmgraben  ein  altgermanisches  Grab  mit 
Ueberreslen  menschlicher  Skelette,  mit  Urnen trummern,  13 
gröfseren  und  kleineren  zierlichen  Ringen  und  Haften  von 
Bronze,  2  Wiricin  von  Bernstein  und  bemaltem  Thon  und  drei 
Messerklingen.  Diese  interessanten  Alterthümer  hat  das  kgl. 
Regierunufpräsidium  dem  historischen  Vereine  zu  Regensburg 
zur   Aufiiahine  in  seine   S  animlungen  übersendet. 


Insorato  iiiid  nrlvaiiiitniacliiiiiü;on. 


2)  Von  Dr.  Wilhelm  Mannhardt,  dem  bekannlen  Her-  logische  Forschungen"  erscheinen,  auf  das  wir  hieinit  zum 
Ausgeber  Her  von  J.  W.  Wolf  begründeten  Zeitschrift  für  deutsche  Voraus  aufmerksam  ninclicn.  Eine  nähere  Anzeige  werden 
.Mythologie,  wird  in  kurzer  Zeit  ein  intcrcsanntca  Werk  „Mytho-       wir  seiner  Zeit  folgen  lassen. 


Vernntwortliche  Ileduclion:     Dr.  Freih.  v.  o.  z.  Aufiesa.    Dr.  A.  v.  Eye.    Dr.  G.  K.  Frommanii. 

Druck  von  Fr.  Campo  *  8oliu  in  NUmborg. 


irÖSNBEEG.  D.is  AI.  iiiiciDent  desBlat'es, 
welcbes  nl;.  M  I  ...ti  ..  i^chcint,  wird  i;«nz- 
jähriK  aiik''UMii.[(,^ii  uii.l  betrüBt  nach  der 
neuesten  r.j^tcunventiuii  bei  allen  Pustam- 
tern  und  Buchhandlungen  Deuttchlands  incl. 
Oestreichs  ü  fl.  4äkr.  im  24  fl.  -  Fufs  oder 
1  Thlr.  16  8gr. 

Für  Frankreich  abonnirt  man  in  Strafs- 
burg bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Pari»  bei  dein- 
«elben,  Nro.23.  rue  NotreDame  deNazareth, 
und   bei  der  deutschen  BuchhaiidlunK  von 


mmmn 


m  mn  m 


Neue  Folge. 


F.  Kllnckäieck  ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  oder 
bei  dem  Posunit  in  Karlsruhe;  für  Eng- 
land bei  Williams  &  NorRate,  14  Henriette- 
ätreet  Covent-Garden  in  London ;  für  Nord- 
amerika bei  den  Postämtern  Bremen  und 
Uambure.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anreißers  und  dessen  wissenschaftlichem 
Gebiete  in  Verbindung  stehen,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Columnen- 
zeile  mit  7  kr.  oder  2  Skt.  berechnet. 


riuir'iir^ 


V 


ririT 


Fünfter  Jahrgang. 


1858. 


i)\\u\\  DES  (i;i:ir>i\MsniFA  miseims. 


März. 


Wissenscliariliclio  Millliciliiiiiten. 


Geschichte.  ."TIeiHter  llernianii.  ein  «leiitsriiei* 

Person. n-  OlitHtiialer  «lew   «ierzeliiiteii  JalirliiiiiilertM. 

geächirhle. 

KUnstiir.  \^^„  l)r   |,  ihI  w.  S e li  II e f  ff  u II s ,  Stiidtarcliivar,  in  Slralsbuio. 

Die  Kathedrale  von  Melz  ist  nicht  aliein  den  grofsartig- 
slen  Denkmälern  der  mittelalterlichen  Kirchenbankunst  bei- 
zuzählen, >ondern ,  abgesehen  von  diesem  an  und  für  sich 
schon  höchst  bedeutsamen  Vorzuge,  zeichnet  sich  dieselbe 
auch  noch  durch  ihren  uneemeinen  Rcichtlium  an  allen  und 
werthvollen  Glasmalereien  aus.  Diese  letztem  bilden  lieuli- 
gen  Tages,  wo  so  viele  andere  Kunstwerke  der  verflossenen 
Jahrhunderle  für  immer  verloren  sind,  einen  Hau|it>ilimu(k 
jenes  hehren  Gotteshauses. 

Die  in  Hinsicht  der  Kunst  merkwürdigsten  dieser  Male- 
reien gehören  zwar  erst  der  Beformationszeit  an.  Sie  rüh- 
ren von  dem,  seinem  Taleule  und  Verdienste  nach  bei  Wei- 
tem nicht  hinlänglich  genug  bekannten  und  gewürdigten 
elsafsischen  Glasmaler  Valentin  Buch  oder  Busch  her, 
welcher  dieselben  in  dem  Zwischenräume  von  1521  bis 
1539  fertigte.  Nach  dem  Urtheile  sehr  stimmfähiger  Rich- 
ter sind  diese  kunstvollen  Malereien  in  die  erste  Reihe  der 
schönsten  und  ausgezeichnetsten  Meisterwerke  iillerer  Glas- 
malerei zu  setzen.  Ja,  der  k.  süchs.  Hofmaler,  Hr.  Karl 
Vogel,  stand  sogar  nicht  an,  dieselben  im  Jahre  1831  als 
die  schönsten  aller  Glasmalereien  zu  preisen,  die  er  je  ge- 
sehen. ') 


Alliier  diesen,  wie  es  scheint,  wirklich  vortrelTlichen 
Meisterwerken  Buschs  besitzt  aber  die  Melzcr  Domkircbe 
noch  andere  und  altere  gemalte  Fenster,  welche  gleitblall.-- 
vuu  einem  deutschen  Künstler  gefertigt  wurden ;  und  da, 
meines  Wissens  wenigstens,  dieser  Letztere  bisher  in  Deutsch- 
land beinahe,  wo  nicht  völlig,  unbekannt  geblieben  ist,  so 
mache  ich  es  mir  zur  (' nicht,  das  Andenken  und  den  Namen 
dieses  ebenfalls  ausgezeichneten  altern  Glasmalers  der  jeden- 
falls unverdienten  Vergessenheit  zu  entreifsen,  welcher  der- 
selbe bis  jetzt  anheimgefallen  war. 

Derselbe  stammte  aus  Westfalen  und  hici's  Meister  Phi- 
lipp Hermann.  In  seiner,  heuligen  Tages  nicht  mehr 
vorhandenen,  Grabsibrift  war  .Munster  als  dessen  Geburtsort 
bezeichnet. 

.Meisler  HeimMiin  irehorle  der  Mille  und  der  zweiten 
Hälfte  des  14.  Juhrliuriderls  au;  und  an  der  Kathedrale  zu 
Metz  allein  schon  schciul  sein  Wirken  kein  unbedeutendes 
gewesen  zu  sein. 

Sein  Hauptwerk  alldurt  war  die  grofse  Rose  oder  das 
grofse  Radfenster,  welches  in  seiner  Grnbschrift  unter  der 
Benennung  ^li  graut  ost"  ausdrücklich  als  sein  Werk 
bezeichnet  wird. 

Aufser  diesem  sind  noch  jetzt  acht  andere  gemalle  Fenster 
in  dem  .Metzer  Dome,  unten  an  dem  .MiltcIsehilTe,  zu  sehen, 
die  ebenfalls  durch  .Meister  Hermann  ausgeführt  wurden. 
Es  cnlhallen  dieselben  eben  so  viele,  in  ernstem  Style  und 


75 


Anzeiger  Rir  Kunde  der  deulsrhen  Vorzeit. 


76 


ia  zipmlirli  grofsem  Mafi^labe,  ia  g'anzer  Fig^ur  gemalle 
Heiligenbilder,  welche  abwechselnd  mi(  den  Iniliiilcn  des 
Heisters,  P  und  II,  geschmückt  sind. 

Beifolgend  Iheilc  ich  nach  ilem  Werke  des  Hrn.  Begin 
über  die  Kathedrale  von  Mcl7.  •),  welchem  ich  diese  An- 
gaben über  Meister  Hermann  entnommen  habe,  das  eine 
dieser  Monogramme  mit.  Es  ist  dasjenige,  welches  sich 
unter  dem  Bildnisse  der  h.  Kalliarina  belindcl  nnd  in  einem 
rcichsezierfen,  al>  Künsller/.eichen  in  ein  Schild  geslelllen 
golhischen  II  besteht. 


Meister  llcrniaiins  sonstige  Werke  sind  unbekannl. 

Dieser  verdienstvolle  Künstler  starb  am  Festtage  der 
Verkiindigiing  Maria,  also  den  2.').  Mar?.,  1392. 

Seine  Grabschriri,  welche  dies  ehmals  bezeugte,  lautete 
folgendermarsen: 

„Ci  :  detant  :  gisl  :  niaisire  :  Hermann  : 

y,li  :  variier  :  de  :  iVunsIre  :  en  :  Wiiistcfall  :  ijiie  : 

„fisl  :  li  :  grant  :  osl  :  de  :  snians  : 

y.il'ie  :  nioiiriil  :  loii  :  iotir  :  de  :  feste  : 

^ISiisIre  :  Dame  :  en  ;  niierz  : 

-/*.  MCCCjjjjXX  et  Xij  :  ans  : 

^prieis  :  por  :   li  :"  ') 

Zu  Deutsch:  „Hier  liegt  Meisler  Hermann,  der  Glasmaler, 
von  Münster,  in  Westfalen,  welcher  das  grofse  Radfenster 
dahicr  eemachl  hat,  (und)  welcher  starb  an  dem  Festtage 
Unserer  Liehen  Frauen  im  März,  im.lalire  13'.»2.  Betet  für  ihn  "• 


'l  I.  an;;lois,  Essai  historiquc  .sur  Ia  p  ein  tun-  sur 
verrc,  S.  1-13.  —  In  der  angcziijencn  Stelle  des  durch 
Hrn.  Vo!;cl  im  Februar  1831  au.i  Dresden  an  den  Vcr- 
faiser  gerichlclen  Briefes  heifsl  es:  «Ces  vilres  sonl 
les  plus  helles  que  j'aie  janiais  vues,  et  reoia- 
ment  haute nient  raltention  des  connaisseurs." 

Ilr.  Vogel  gibt  dem  Kiin.otlcr  unrichtigerweise  den 
Vornamen  Simon,  und  Hr.  Sl.  Fnrgeau  in  aeinem 
Dictionnaire  geogrnphique,  hiatorique,  nd- 
ni i n i s I r a I  i f ,  i n  d u a I r i e I  et  c o ni m e  r c i a I  de  t o u I e s 
Ic»  Comniunea  de  Ia  Krnnce,  Tuuie  II,  p.  .577,  nennt 
denselben  eben  so  irrig:  Anlon. 

IVach  beiden  wire  Bu.-rh  von  Sirnfaliurg  (jeweaen. 
Sein  Testament  beweial  jedenfalla ,  dnfa  er  aua  dieacr 
Stndl  avibal  oder  aua  deren   Umgegend  atamnile. 


Kbenso  wird  v<in  den  ansrfuliricn  französischen  Sclirifl- 
stcllern,  nach  den  auf  Husch  l)czüglichen ,  silcichfalls  in 
franzuslschcr  Sprache  abgefafslen  Urkunden,  des  Künst- 
lers Familienname  auf  sehr  verschiedenartige  Weise,  ein- 
mal Buch,  dann  wieder  ßouch  und  auch  Bousch  ge- 
schrieben. 

Dieser  ausgezeichnete  Künstler  starb  zu  .Metz  im  .Monat 
August  l.i41.  Den  25.  .März  zuvor  hatte  er  sein  oben 
angezogenes  Testament  errichtet,  aus  welchem  Ilr.  Begin 
in  seinem  Wirke  über  die  Kathedrale  von  Meli, 
Band  II,  S.  44,  einige  luichst  interessante  Auszüge  initlheilt. 

'I  1.  Band,  S.  157,  159  f.,  auch  165  u.  178,  u.  II.  Band.  S  408. 

'J  Benin,   in  seinem  genannten  Werke,   Band  11.  S.   408. 


Her  iialire  IVaiiie  drN  Kililli>«iiei*M  «irr 
l4uiiMlniixt*r  l><tiiitliiireii. 

Von  Dl-.  I.  II  d  w  .  Schneega  ns,  Stadiarchivar,  in  Slralsburg. 

In  dem  durch  den  Anzeiger  (1857,  Kr.  12)  veri^ifl'ent- 
lichten  Berichte  über  die  auf  die  Konstanzer  ChorstUble  be- 
zügliche Urkunde  von  1467,  habe  ich,  nach  dem,  so  viel 
mir  bekannt,  allsemein  befolgten  Vorgange  des  Verfassers 
der  Ablheiliing  Konstanz  in  den  Denkmalen  deut- 
scher Baukunst  des  Slittcl  nilers  am  Uberrhein 
(S.  It)  und  18),  den  Namen  des  Bildhauers,  welcher  im 
Jahre  1470  die  reichgesciimückten  Domlhüren  der  west- 
lichen Fa(,ade  fertigte,  Simon  Bai  der  geschrieben.  So 
wird  dieser  Künstler  dort  durchweg  benennet. 

Ich  war  um  so  mehr  berechtigt,  diese  Lesart  mit  voller 
Zuversicht  zu  befolgen,  da  der  Verfasser  der  angeführten, 
höchst  schiilzbaren  Abhandlung  über  den  Dom  zu  Konstanz, 
abgesehen  von  der  Beriicksichliirung  seiner  anerkenniings- 
vvürdigen  Gewisscnliafligkeit,  den  iNamen  des  Künstlers,  so 
zu  sagen,  im  Angesichte  der,  wie  es  scheint,  üufsersl  deut- 
lich und  scharf  in  grofsen  Buchstaben  ausgeliaiienen  Inscbrill 
schrieb,  welche  der  Verferliger  der  Donithüre,  beide  Flügel 
durchlaufend,  oben  an  denselben  angebracht  hat,  und  da  er 
aufserdcm  noch  die  unrichtige  Lesart  Fucl'sli"s  und  Fiorillo"s, 
welche,  wie  er  sagt,  „den  Kamen  des  Künstlers  irrig 
in  Baldcr  verwandelt"  haben,  bervorgebobcn  hat.  Die- 
sem nach  scheint  in  der  Thof,  die  Lesart  Bai  der  die  allein 
wahre  und  richtige  zu  sein. 

F^ine  .Mitlheilung,  die  mir  mein  Freund  und  Studiengc- 
nii^se,  Ilr.  Eduard  Manch  aus  Ulm  zugehen  lafsl,  zeigt  nun 
aber,  dafs  dem  keineswegs  also  ist. 

,,  B  e  z  u  g  I  i  c  h  des  Meisters  der  Domlhüren-,  — 
schreibt  mir  mein  l'lmer  Freund,  —  ,,crlaube  ich  nur 
zu  bemerken,  dafs  mein  scel.  Bruder,  welcher  mit 
seinen  Zöglingen  der  poly  I  ecli  n  ischcn  Scliu  le  in 
Stullgnrt   ellichc   M  a  1  e  K  unslausf  lU  gc    noch    Con- 


77 


Anzeiger  für  Kunde  der  dänischen  Vorzeit. 


78 


Schhn. 

BnndschrlfteD- 
kunde. 


stanz  und  auf  die  Keicheuau  maihle,  eiitdeclite, 
dafs  sein  >'ame  nicht  „ßaider"  sondern  „Haider" 
beifse,  wovon  ich  mich  später  auch  überzeugte.'' 
Das  Zeugnifs  eines  so  bewührleii  Kenners  und  lieurlhei- 
lers  unserer  mittelalterlichen  Denkmaler  wie  Hr.  Eduard 
Hauch  verdient  den  Freunden  und  Mitsirebenden  nicht  vor- 
enthalten zu  werden.  Jegliche  Beseitigung  irgend  eines 
Irrthumes.  ^elbst  die  blofse  Bericlitigunsr  eines  Namens,  bil- 
det eine  F.rrungenscIiaK  in  unserer,  derzeit  noch  so  viel- 
fach verworrenen  Kunst-  und  Kunsllergeschichle  des  Mit- 
telalters. 

Wenn  man  übrigens  einen  Blick  auf  das  dritte  Blatt  der 
Denkmaler  wirft,  welches  die  Konstanzer  Domthüre  und 
oben  an  derselben  die  angezogene  Inschrift  in  ziemlich  gro- 
fsem  Jlal'sstabe  zur  Ansicht  bringt,  so  ersieht  man  ganz  wohl, 
dafs  der  Zeichner,  welcher  ohne  Zweifel  durch  die  von  dem 
Verfasser  der  Ablhciluiig  Konstanz  festgehaltene  Lesart 
befangen  war,  im  Namen  des  Künstlers  das  in  der  Inschrift 
gewifs  deutlich  geformte  H  (h),  indem  er  die  Striche  unten 
ganz  zusammenführte,  in  ein  selbst  so  noch  in  itlujuskel- 
schrift  höchst  ungewöhnliches  B  (b)  umwandelte;  gerade 
wie  er  auch,  in  Folge  eines  andern  Mifsversländnifses,  über 
den  Kelch  des  heil.  Koniad,  statt  der  bekannten  .Spinne, 
eine  Ho>tic  setzte. 

Simon  Haider  ist  demnach  der  nodi  jetzt  durch  die 
Inschrift  bewahrte  und  bezeugte  authentische  Name  des  Bild- 
hauers, w  elchem  Konstanz  die  kunstreich  geschnitzten  Thilren 
des  Haupt|)ortales  am  Dome  zu  verdanken  hat. 

So  treffen  wir,  nicht  ffanz  ein  Jahrhundert  später,  die- 
sen Künstlernamen  wieder:  Jakob  Haider  hiel's  der  Werk- 
meisler  des  Pfalzsrrafcn  C'hurfürst  Friedrich,  welcher  in  den 
Jahren  1555  und  1556  in  langwierige  Streitigkeiten  mit 
der  Haupt  -  und  Oberhütte  der  Steinmetzen  zu  Strafsburg 
verwickelt  war. 


1  eher  die  llniitlodiril'lrii   tit'r   .\iiriiliri*Ker 
'^tiultliihliotliek. 

Von  Dr.  Karl  Bartsch,  Professor,  in  Rostock. 

I  .Schlufs.  I 

Cent.  V.   10  a.  Leben  der  Schwestern  Prediger  Ordens.   XV. 

Jahrb.     Perg.   u,   Pap.     Fol.     141    Bl. 
Cent.  V.   11.  Lanntrecht  puch.    .\V.  Jahrh.    Pap.    Fol.    2&(i 

Blatter.     (Homeyer  .Nr.   517.) 
Cent.  V.   14.  Petrus  Blesensis,  epislolae.  XV.Jnhrli.  Pap.  Fol. 
Cent.  V.    .'^7.     Buch    der   Bchaimhischen    l.andl.sordnung    in 

Tenische    übertragen    uon    Peter  Stirba.     15ü(').     Pap. 

Fol.     (Homeyer  Nr.  519.) 


Cent.  V.  38.  Herman  Schiefser,  Kathschreiber  in  Speyer, 
Repertorium  gemeiner  Erbarnn  Frey  vnnd  Reichs  Stett 
Registratur.  XVI.  Jahrh.  Pap.  Fol.  —  Derselbe, 
summarischer  E.\lract  aus  dem  andern  Theil  der  Re- 
gistratur getzogenn ,  gehaltene  Reichstag  besagende. 
1356—1582. 

Cent.  V.  42.  Eid  der  Aerzte  zu  Nürnberg.  XVIL  Jahrh. 
Anfang.  Pap.  Fol.  —  Eid  der  Apotheker.  Ordnung 
der  Wundärzte,  1529.  —  V.  Cociter,  ein  ordentlich 
Regiment  wie  man  sich  im  wildtbadt  (zu  Wemhdingen) 
hallen  soll,  u.  A.  meL^-t  Nurnbergisches. 

Cent.  V.  73.  Bullae  paparuui.  .\V.  Jaliili.  Perg.  Fol.  21  1  Bl. 

Cent.  V.  90.  Inveclive  perditi  Georgii  de  Podiebrat  heretici. 
XV.  Jahrh.  Pap.  4.  (Pertz  7,  1 12).  —  Aen.  Syl- 
vius,  tract.  de  miseria  curialium. 

Cent.  \.  91.  Constitucio  Innocencii  pape.  .XIII.  Jalirli. 
Perg.     4.    (Pertz  7,  112.) 

Cent.  VI.  11.  Graliani  decretum  c.  glosa.  XV.  Jahrh.  Pap.  4. 

Cent.  VI.  25.  Franz  Schürslab  zum  llohenstein,  Beschreibung 
der  vier  iMonarchieen.     1621.     Pap.     Fol.    351  BI. 

Cent.  VI.  34.  Derselbe,  Chronica  der  vier  Monarchieen. 
3  Bücher.     1629.    Pap.    4.     641   Stn. 

Cent.  VI.  39.  Derselbe,  vom  Ursprung  der  Jesuwiter.  1625. 
Pap.     4.     714  Sin. 

Cent.  VI.  43  b.  Von  dem  Closter  zu  Weiller  genant  predi- 
ger  Orden,  was  got  den  selben  andechtigen  Swestern 
gnaden  gethan  hat.     XV.  Jahrb.     Pap.     kl.  4. 

Cent.  VI.  43  o.  Sibillen  Weissagung.  ,,Got  waz  ye  vii  ist 
ymer  •.  XV.  Jahrh.  Pap.  4.  18  Bl.  Das  bekannte 
deutsche  Gedicht. 

Cent.  VI.  43  t.  Exorcismus  salis  et  aque.  XV.  Jahrh.  Perg.  8. 

Cent.  VI.  53.  Ablass  des  Deutschordens.  XV.  Jahrh.  Pap.  4. 

Cent.  VL  60.  Lehen  der  Heiligen.     XV.  Jahrh,    Pap.    8. 

Cent.  VI.  79.  Legen<le  sanctorum.  XIII.  Jahrb.  Perg.  8. 
298  Bl. 

Cent.  VI.  80.  Chronice  ordinis  Carthusiensium.  .XV.  Jahrh. 
Perg.    8.     (Pcrlz  7,  112.) 

Cent.  VI.  92.  Ablass  der  Kirchen  vnd  goczhaus  Sani  Kalhrein 
(in  Nürnberg).     .XV.  Jahrh.    Pap.    8. 

Cent.  VI.  90.  Wer  auf  dem  BeichAtagc  zu  Nürnberg  1521 
zugegen  gewesen.     .XVI.  Jahrh.     Pap.     8. 

Cent.  VI.  91.  Sihilla  und  die   15  Zeichen.    H2b.    Pap.    8. 

Cent.  VII.  3.  Constitiicione.s  ordinis  fratrnm  predicatorum. 
XV.  Jahrh.     Pap.     12. 

Cent.   VII.    11.   Leben  der  beil.  Hedwig.   XV.  Jahrb.   Pap.   8. 

Cent.  VII.  19.  Brief  der  Karthauser  von  Puscliciin  an  die 
Schwestern  in  Sieinpuch.     .XV.  Jahrh.     Pap.     12. 

Cent.  VII.  46.  Hlsloria  de  s.  Afra.    MV.  Jahrh.   Pap.    12. 


79 


Aiizeijrer  lur  Kumlo  der  doutst  lieii  Vuizeil. 


80 


Litcratar 
Poesie. 


Cent.  V'll.  51.   Gebe!   wider   die  Türken   von  l'iii>  II.    1  Jtid 

iingeordoel.     XV.  Jahrh.     Pap.     12. 
Cent.  VII.  (il.  üii.-selbe.     XV.  Jahrh.     Pap.     l(i 
Cent.  VII.  03.  Lesenda  santlorum.    XV.  .lahrli.    Pap.    Ki. 
Cent.  VII.  7H.   Lehen  der  heil.  Kiicharius,  Valerins  und  Ma- 

lernus.     XV.  .hihrh.     Pap.     4. 
Cent.  VII.  79.  Büiherverzeitlinifs  de.-  Katharinenklosters  zu 

Mirnherg.     XV.  Jahrh.     Pap.     4. 
Cent.  VII.  92.    BUcherverzeichnil's  desselben  Klosters.    XV. 

Jahrli.    Pap.     4. 
Cent.  VII.  95,    Anniversarien  desselben  Klosters.    .W  .  Jalnli. 

Per?.     8. 


Melater  AllMitert. 

Von  Prof.  Dr.  A.  v.  Keller  in  Tübingen. 

Aus  dem  fünfzehnten  Jahrhundert  sind  uns  mehrere  Ge- 
dichte erhalten,  welche  den  Namen  Meister  Allswerls  tragen. 
Zu  näherer  Betrachtung  derselben  ist  durch  die  ISöO  für 
den  litterarisclien  Verein  in  Sluttyart  gedruikle  .'^anuiilung 
angeregt.  Darauf  von  neuem  hinzuweisen  und  die  Erklärung 
dieser  Dichtungen  zu  fördern,  ist  der  Zweck  der  sciienwär- 
ligen  Zeilen. 

Der  >ame  des  Dichters  kann  aus  dem  geslandeu  s  wert 
S.  7  hervorgeganiren  sein,  umgekehrt  aber  auch  diese  Stelle 
aus  seinem  Namen. 

Die  früher  gewagte  Vermutliung ,  dals  Altswerl  <lem 
Handwerkerstand  angehört  habe,  bestätigt  sich  nicht.  Sie 
wird  auch  dadurch  erschüttert,  dafs  seine  Geliebte  G.  dem 
Adelslande  angehört  hat. 

Die  4  ersten  Gedichte  unserer  Sammlung  haben  sicher 
einen  Verfasser,  ebenso  die  beiden  letzten  einen  andern, 
aus  Schwaben  gebürtigen. 

F.  II.  \.  (i  Ilagen  (Minnesünger  4,  ötiÖ.  019)  schreib! 
den  Schiller  dem  Grafen  Hugo  von  Monifort  (geb.  1390) 
zu  niiil  Gcrvliius  leiit  einem  Hugo  von  Monifort  auch  die 
Reisebeschreibung  ins  heilige  Land  bei. 

In  der  Vorrede  zum  Heister  Altswert  S.  VI  habe  ich 
die  Vermulbung  ausgesprochen,  dafs  der  Spieecl  und  das 
SIeigertUechlin  nicht  von  ihm,  sondern  von  Hermann  von 
Snchsenhcim  herrühren  mögen.  W.  Wackcrnaircl  (deutsches 
l.eseb.  4,  293)  leugnet  difs;  schon  der  Versbau  sei  da- 
eegen.  Eine  kleine  Besliirkung  meiner  Vermuthung  linde 
ich  darin,  dafs,  wie  mir  Kranz  Holli  mittheill,  in  der  auf 
der  Frankfurter  Bibliolliek  befindlichen  Abschrift  der  „klei- 
neren Gedichte  Hermanns  von  Sachscnheim",  welcher  eine 
gute  Handschrift  zu  Grunde  ligl,  der  Schleier  mit  der  Murin 


und  dem  goldenen  Tempel  zusammen  steht,  (ierade  der 
Versbau  war  es,  was  mich  zuerst  auf  jene  Vernuilhung  ge- 
bracht hatte,  welche  Heime  und  Wendungen  /.ii  beweisen 
scheinen.  Karl  Weinliold,  über  den  Dichter  Graf  lluijo  VIII. 
von  Monifort  (Graz.  1857)  sagt  S.  2b:  „Nebenher  sei  er- 
wähnt, dafs  F.  II.  V.  d.  Ila^en  das  Gedicht  der  Spiegel 
(S.  129  —  202)  unserem  Hugo  zuschrieb  (Minnesanger  4, 
568.  019.)  Dafiir  liifst  sich  nicht  das  Mindeste  geltend 
machen.  .Mit  mehr  Wahrscheinlichkeit  gehört  jenes  Gedicht 
dem  Ilerniann  von  Sachsenheim".  Beweise  für  meine  Be- 
liau|ilunL'  gibt  Gödeke  in  Pfeiffers  Germania  1  ,  301.  Der 
Dichler  des  Spiegels  ist  ein  Schwabe  (S.  199),  Allswert 
ein  Elsässer  (S.  V.) 

Ich  trage  liier  einige  lienierkuugeii  iiiid  Berichtigungen 
zu  unserer  Ausi^abe  nach. 

Das   alle    s  w  e  r  t. 

7,  3.  Die  Bedeutung  des  allen  swertes  erhellt  aus  einer 
Rede  Engelmars  im  Neithartspiel.  Fastnachlspiele  aus  dem 
15.  Jahrhundert  S.  426,  38  —  427,  8. 

Der    kittel. 

23,  4.  Vgl.  II her  das  Versteckspielen  mit  Namen  W'ein- 
hold  a.  a.  0.  S.  20. 

40,  9  ?  schein.  —  44,  17  ?  zieren.  Rapp.  —  21 
'Progc.   —  40,  19  ?  gezieret. 

Is.  21.  Die  gleiche  Einkleidung  der  Satire  und  des 
Tadels  der  Sitteuziistande  der  Getrenwarl  im  Verffleicb  mit 
der  besseren  Verirangenbeit  lindcl  sich  in  Griminelshausens 
Simplicissimus,  Buch  5,  Cap.  15,  S.  700  meiner  Ausgabe. 

50,  27.  Ganz  ähnlich  ist  die  Stelle  in  dem  Gedichte 
über  die  neue  Mode  in  meiuen  Erzühluugen  S.  676,  25. 
lieber  die  weiten  houptlöcher  s.  Grimm,  deutsches  VVör- 
terb.  1  ,  958.  Der  Ausdruck  begegnet  auch  S.  84.  Kon- 
rads Engelhart  S.  99,  Z.  3052. 

51,  18.  Etelich  wip  wolt  sich  ser  sdiawen,  E  sie  mit 
vier  buolen  benUgen  wolt.  Vgl.  S.  XV  die  neue  Ordnung 
der  Frau  \enus:  Wir  fraw  Venus  von  gots  gnaden  Erlau- 
ben on  allen  unsern  schaden.  Das  iealich  guot  fraw  und 
man  Sol  furbas  dri  bulen  han. 

53,  30  lies:  Driimb  sage  war!  schiuch  nilil  dar  an! 

54,  21  alter  pars.]  In  Willenweilers  liinir  21',  22: 
alter  part  ^  anderswo.  24.  lies:  versortcniu.  AB  haben 
dafür  das  gewöhnlichere  Wort  verhil.  Diese»  ist  wohl  luich 
in  \\  illeiiweilers  Ring  38,  10  statt  vercleiter  zu  lesen 

29.  Die  in  der  Vorrede  S.  VI  ausgesprochene  Ver- 
iniilhiinir  über  den  Beruf  Allswerls  habe  ich  schon  in  den 
Anmerkungen  zu  den  Faslnacblspielen  S.  1273  zu  berichti- 
gen .Aiilafs  genommen.  Dazu  gibt  auch  eine  weitere  Stelle 
aus  Haus  Folz  Anlafs,  Haupts  Zeitsilirift  8,  513:  Du  dapst. 


81 


Anzeiger  für  Kunrle  der  deutschen  Vorzeil. 


82 


als  habestu  sein  recht.  Idi  nieiti,  du  ^^eist  ein  mezierkneilit. 
Ebenso  in  dem  Spiel  von  der  vasiuulil ,  Faslnailitspieie 
S.  .381,  32.  Anch  uocli  iu  Grimmelsliiiii>eii>  Vogelnest  1,  9. 
Sinipliciäsimus  2,  274.    Ntirnbere,  1713. 

63,  29  ?dich.      30  ?niit  Rujien. 

66,  18.  Ailswerl  zieht  den  Formen  auf  -as  die  Kiiduna: 
-ast  vor.  So  hier  adnniii.sl  :  fast,  adamast  :  gast  43.  adaniast: 
2elira>(  36.  palast  :  irliisl  40.  47.  glast  :  palasi  25.  Anlser- 
deni  kommt  der  Keim  ast  in  den  2  ersten  Gedichten  39. 
47.  59  vor. 

Der   lugenden   schätz.. 

71,3.  Otfer  ist  erklärt  in  J.  Grimms  Mythologie  S.  638. 
Die  gl.  sielst.  86,  33  bieten  die  Form  odoboro.  J.  Grimm. 
Die  Stralsunder  Hs.  des  Vocahularius  theutonicus  um  1480 
hat:  adebare  is  ein  vagel,  ibis,  ciconia.  Schwäbisch,  im 
Rcnislhal,  begegnet  noch  der  Ausdruck  Aiber  für  Storch. 

79,  26  ?Stand.  Rapp.  —  81,  9  ?  Dienent.  —  85,  18. 
Rapp  will:  ZweiV.  —  90.  9  lies:  platz.  —  12  ?mi"isen  :  liiseu. 

90,  19.  Rrucke  ohne  Umlaut,  was  Grimm,  Wörterb.  2, 
415  mhd.  für  unerwiesen  ausgibt,  findet  sich  hier  durch 
den  Reim  besluligt.  Ist  auch  in  Türlins  Krone  6829  brücke 
:  rucke  zu  lesen  statt:  und  sluont  ein  allherrc  vor  dem  tor 
üf  der  brücke,  der  häte  sinen  rucke  gein  Gäwein  gekeret? 
Rcneke- Müllers  Wörterbuch  1,  266  ninunt  linicke  neben 
brücke  an.  Schwäbisch  sagen  wir  Brück;  Lauclierls  Laut- 
lehre der  Mundart  von  Rolweil  S.  10.  Der  Umlaut  fehlt  auch 
im  Namen  der  Freiherren  von  Brück.  Den  Ausdruck  ,.der 
fülen  brücken  spiln"  weist  Grimm  auch  aus  Fischarts  Gar- 
gantua  nach. 

92,  24  ?  leiten.  —  94,  2   ?  von  hoffenunffc.  —  103,  9 
?miise.    Vgl.  90,  12.  14.    Vgl.  Fastnachtspiele,  S.  110.  18. 
125,  6.  126.  1487.  —  104,  27.  Ir  suln  ist  noch  elsäfsisch. 
Vgl.  S.  110,  18.  125,  6.  —  108,  33  lies:  reizung. 
(Fortsetzung  folgt.) 


'>«;«'  l'eher  naiiiliriiiiiM. 

Von  Dr.  Karl  (jautscli  lu  Dresden, 
.ledermanri    kcnnl    dos   Bild   in    den  Bierstuben    mit    der 
Unterschrift : 

„(jambrinus  im  Leben  ward  ich  genannt, 
Ein  konig  von  Flandern  und  Brabant, 
Aus  Gerste  habe  ich  Malz  gemacht"  u.  s.  w., 
wonach   Ganibrinus    als   der  sagenhafte   Erlinder    des  Bier- 
brauens  erscheint.    Allein  die  Literatur  kennt  keine  derartige 
Sage,  auf  welchen  aiiffiilligen  Umstand,  unseres  \N'issens,  zu- 
erst der  Sagenforscher  Dr.  Griifse  in  Dresden   in  den  deut- 
schen Jahrliüchern  (.lahrsrang   1842,  Nr.    157,  S.  626)  auf- 
merksam gemuchl  hat.    Hiervon  hat  Dr.  Coremans  in  Brüssel 


Veranlassung  üenommen  .  weitere  Forschungen  anzustellen, 
deren  Ergebnifs  er  im  fünften  Bande  des  Coinple  rendu  des 
seunces  de  In  commission  (rhisloire,  p.  378,  verolTentlicht 
hat.  Das  NNenise,  was  beide  Herren  aufzufinden  vermocht, 
ist  Foleendes: 

Tacitus  (Germ.  2.)  und  Strabo  (VII,  1.)  gedenken  eines 
deutschen  Volksstammes  der  Gambrivier.  Diese  Erwähnung 
wahrscheinlich  hat  den  bayerischen  Geschichtschreiber  Thnr- 
maier,  nach  seiner  Geburlssladl  Abensberg  gemeiniglich 
Aventinus  genannt,  bewogen,  einen  seiner  Urkiinige  Deutsch- 
lands, deren  er  mit  der  kritiklosen  Unbefangenheit  seines 
Zeitalters  (1466  — 1534)  eine  ganze  Reihe  aufzählt,  Gam- 
brivius  zu  nennen.  Annales  Bojor.  I,  6.  11.  Er  läfst  den- 
selben zu  den  Zeiten  des  egyptischen  Joseph  gelebt  haben. 

Gräfsc  vermuthet  nun,  dafs  aus  diesem  fabelhaften  Aven- 
tiuisclien  Gambrivius  der  sagenhafte  Gambrinus  entstanden 
sei.  Coremans  ist  mit  dieser  Vermuthung  einverstanden  und 
macht  (S.  379  und  383)  weiter  bemerklich,  dafs  die  Ge- 
sichtszüge des  weitverbreiteten  Gambrinusbildes  der  Ab- 
bildung des  Herzogs  Johann  I.  von  Lothringen  und  Brabant 
(1261 — 1294)  glichen,  wie  solche  auf  dessen  Grabmale 
zu  Brüssel  noch  zu  sehen  sei,  sowie,  dafs  noch  jetzt  in  den 
Niederlanden  die  Bierhäuser  häufig  das  Schild:  „Au  duc  Jean 
de  Brabant'''  zu  führen  pdegten.  Er  findet  daher  wahrschein- 
lich, dafs  die  lebendige  Volkssage  im  Laufe  der  Zeiten  den 
alten  Gambrivius  oder  Gambrinus  mit  diesem  Herzog  Johann, 
zu  dessen  Zeiten  vielleicht  die  Brauerinuungcn  sich  fesler 
geordnet  hätten,  zusammengeworfen  habe. 

Indes  sind  das  alles  unsichere  Vermulhungen;  mehr 
Licht  würde  die  Geschichte  der  Sage  gewinnen ,  wenn  es 
gelänge,  über  die  Herkunft  der  (iambrinusbilder  etwas  in 
Erfahrung  zu  bringen.  Allein  hierüber  scheint  noch  nichts 
erforscht  zu  sein  und  die  einzige  Nachricht,  welche  Weibe 
in  den  Stendaler  Sasen  (Theil  H,  S.  153)  mittlieilt:  dafs  in 
der  Baumainrsclien  Brauerei  der  genannten  Stadt  ein  der- 
gleichen ..alles"  Bild  sich  vorfinde,  ist  wesen  mangelnder 
genauerer  Bcslirnmnng  eben  dieses  Allers  ungenügend. 

Schlicfslich  sei  noch  bemerkt,  dafs  nach  Carpenlicr's 
histoire  de  Cambray  (P.  III,  p.  35  1)  eine  Familie  Cambrin 
seil  dem   13    Jahrhundert  in  ("anibrnv  Mirkoniml. 


Ilaiir  und  lluri  <l<>r  lIciitHrlieii   im 
TlilO-liiKfr. 

Von   Jacob    Falke. 
(Schlufs.) 
Das   15.  Jahrhundert  verlaiiguci  auch  am  Kopf  des  Man- 
nes  niclil    seinen  Tbarakler    des  Luxus    und    selbst    üppiger 
Weichlichkell.   Ein  völlig  glatlgeschorenes  Gesichl  blieb  die 


Leben 
L«bcnibC(]arr 


83 


Anzeiircr  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeit. 


84 


Regel,  wie  zuvor,  und  aiiili  da»  llniiptliuar  heliielt  im  (jaii- 
zeii  die  frühere  Korni,  wonach  es  von  der  Mille  der  Stirn 
naih  beiden  Seilen  gelockt  bis  gegen  die  Schullern  licrab- 
liel.  Aber  die  Fliege,  die  ihm  /-u  Tbeil  wurde,  war  eine 
weil  eitlere,  raflinierlere.  SlatI  des  geschwungenen,  mehr 
scheinbar  natürlichen  Lockenfalles  wurili-  rjiil  u^rolserer  Kunst 
und  Muhe  ein  feines,  zierliches  GekriiusLl  hergestellt,  bei 
dem  auch  <las  Brenneisen  noch  eine  bedeutendere  Holle  wie 
früher  zu  spielen  halte.  >Iiin  liel's  es  auch  langer  wachsen 
und  strebte  nach  nidglichsler  Fülle,  welcher  mau  im  NOlb- 
fall  mit  falschem  lluar  zu  Hülfe  kam.  Letzteres  geschah 
allerdings  vorzugsweise  von  Frauen,  und  zwar  schon  am 
Ende  des  lt.  .Jahrhunderts  in  dem  .>lal'se,  dafs  wir  es  mehr- 
fach polizeilich  verboten  linden,  in  der  langen,  mehr  oder 
weniger  gezierten  Weise  trug  das  Haar  Vornehm  und  Ge- 
ring, der  Fürst  und  der  Bürger,  und  vielfache  Klagen  be- 
weisen, dafs  auch  die  Bauern  in  manchen  Gegenden  von 
der  althergebrachten  Kürze  des  Ilaares  abwichen  und  in 
Lange  und  duftender  Salbenfülle  als  Dorfstulzcr  hinter  der 
eleganten  Welt  nicht  zurückstehen  wollten  Ich  erinnere 
hier  an  die  Schilderung  der  Bauerueilelkeil  in  Branl's  >ar- 
renschilT  und  verweise  zur  Vergleichnng  auf  Hefner  II,  145. 
—  Gegen  das  Jahr  1100,  noch  mehr  aber  in  den  ersten 
Jahrzehnten  des  15.  Jalirliunderts,  als  die  fiuher  erwuhiite 
ausnahmsweise  Tracht  des  Schnurrbaris  w  ieder  verschwand, 
gefiel  sich  eine  grofse  .Anzahl  wurdevoller  llüupicr  mit  einem 
in  mafsiger  Lange  gehalleneu  Vollbarl.  So  die  dculsclicu 
Kaiser  dieser  Zeil,  NN'enzcl  und  SigniuiMl.  und  ru^ini  lic  Fur- 
stcn,  z.  B.  Friedrich,  der  erste  hohenz(dlerisclie  Ku^^ur^l 
von  Brandenburg;  neben  ihnen  aber  auch  manche  Bitter  nie- 
dern  Banges  und  selbst  stadtische  Patrizier.  Diese  Sitte 
scheint  in  Deutschland  gehliehen  zu  sein,  denn  Frankreichs 
und  Englands  Konige  und  Grofse  tragen  sich  bartlos  nach 
wie  vor.  —  Seit  der  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  wird  die 
ßartlosigkeit  eine  so  allgemeine  Regel,  dafs  sie  bis  gegen 
den  Anfang  des  Ifi.  kaum  eine  Ausnahme  zuzulassen  scheint. 

Noch  an  der  Scheide  beider  Jahrhunderte,  nufderGranze 
de»  .Mittelalters,  wurde  das  männliche  Haupthaar  bei  glattem 
Gesichl  so  lang  getragen  wir  kaum  je  zuvor.  Es  steht  das 
in  Verbindung  mit  der  Sitte  der  weilausgesdiiiillencn  Klei- 
dung, welche  in  der  männlichen  Well,  wie  in  der  weiblichen, 
bi.s  zur  Veriiihliing  jeglichen  Auslandes  gediehen  war.  Dm 
Miinnern  wallen  die  langen  Locken  über  den  tief  enlblnIVliu 
Nacken  und  die  blanken  Schullern  ,  denen  sich  die  nackten 
Arme  zugesellen.  Ich  erinnere  an  das  rorlrnl  Durers.  wel- 
ches ihn  in  seinem  21).  Jahre  darstellt.  .>alurlich  hielt  sich 
das  reifere  Alter  von  solchen  l'ebertreibungen  der  Jugend 
fern. 


.Mit  der  Reformation  trat  auch  in  der  aul'sern  Erscheinung 
der  Menschen  eine  grol'se  Veränderung  ein.  Zwar  die  Lands- 
knechte und  lindere  mit  ihnen  fuhren  fort  sich  iii  tollen 
L'ebertreibungen  zu  gefallen,  im  Ganzen  aber  wurde  der 
Charakter  der  Kleidung  ernster  und  w  iiidevoller.  Da  Hemd 
uiiil  Jucke  oder  U'amnis  wieder  zum  Halse  in  die  Hohe 
giengen  und  die  Schaiibe  sich  mit  breitem  l'elzkriigen  aus- 
legte, SU  trat  auch  das  lange  Haar  \on  den  Scliiillei  ii  zurück 
zu  besclieidiiercr  Lange.  Die  Form,  die  es  iiiiii  annahm, 
linden  wir  gewöhnlich  iiiil  dem  Wort  „Koihe"  bezeichnet. 
Die  Ilaare  des  Vorderkopfes  wurden  über  die  Stirn  herein- 
gekaiiuiil  iiiid  in  gerader  Linie  von  Sclilaf  zu  Sililaf  ver- 
schuillen.  Au  den  Seiten  iiiicl  im  i\acki;ii  diildele  man  sie 
etwas  langer,  doch,  niogluhsl  schlicht  gehalleu,  wurden  sie 
auch  hier  von  einem  Ohr  zum  andern  durch  einen  scharfen 
Schnitt  in  solcher  Kürze  beschrankt,  dafs  Hals  und  Nacken 
frei  erscheinen.  In  dieser  Gestalt  wurde  die  Kolbe  allge- 
meine Tracht.  Die  dazu  gehörige  Kopfbedeckung  war  das 
Barelt  und  die  Haarhaube,  Calolte  genannt,  — 

Kaum  ist  so  das  Haupthaar  innerhalb  strenger  und  be- 
scheidener Grenzen  festgehalten,  als  im  Gegensalz  zum  gan- 
zen Mittelalter  sieh  eine  allgemeine  Liebe  zum  Bart  ein- 
stellt. Wer  ihn  hat,  liilst  ihn  voll  und  kräftig  wachsen, 
wo  er  will,  doch  nicht  wie  er  will,  denn  unter  dem 
Kinn  stutzte  man  ihn  in  grader  Fläche  ah.  Von  einzelnen 
Launen,  wie  z.  B.  einem  unverkürzt  langen  SchiiuiTbart,  der 
zu  luiden  Seilen  über  den  gesliilzlen  Vollbart  herabfallt, 
Miii  ciiiein  zoplarlig  gedrehten,  tiefherabhängenden  kinn- 
liart,  der  vielleicht  nur  auf  der  einen  Seile  sitzt,  sehen  wir 
hier  ab.  Für  die  Kolbe  mit  dem  geslutzten  Vollbart  ver- 
weise ich  auf  Durers  spätere  l'ortrals  in  llolzschiiilt  und 
.Medaillen. 

Als  mit  der  Jacke  das  Hemd  bis  unter  das  Kinn  herauf- 
genachsen  war  und  sidi  hier  mit  einer  Krause  umlegte,  die 
alsbald  unter  spanischen  Einflüssen  zu  der  ungeheuren  Bad- 
krause,  der  „Krose",  sich  ausbildete,  da  blieb  auch  für  die 
bescheidene  Kolbe  nicht  mehr  Kaum  genug  übrig.  Das 
Haupthaar  wurde  nun  über  den  ganzen  Kopf  hm  in  gnifscr, 
gleichmafsiger  Kürze  gehalten,  die  oft  das  aiilsersle  Mafs 
erreichte,  und  auch  der  Bart  wurde,  namciillirh  an  den 
Wangen,  weil  starker  beschnitten,  so  dafs  sich  zum  ersten 
Mal  die  Neigung  zum  spitzen  Kinnbart  zeigt  —  doch  blieb 
es  noih  bei  der  Neigung.  —  Dies  war  die  llauptform  iii 
der  zweileii  llalfle  des  16.  Jahrhunderts.  Wie  nun  niil  dem 
wachsenden  Naiurulismus  und  der  Oppo.-ilion  gegen  die 
spanische  Steifheit,  zugleich  mit  dem  Fall  der  Krose  und 
dem  lleruntcrsinken  des  einfachen  Spitzenkragens,  auch  das 
Haar  wieder  lunger  wird  und  sich  in  Linken    auf  die    frei- 


85 


Anzeiffer  für  Kunde  der  deutsilicn  Vorzeit 


86 


ffewordetien  Schultern  le^l,  wie  dann  bei  etwaigem  Mangel 
die  PeirUcke  dieser  Mode  zu  Hülfe  kommt  und  sie  emllicli 
ersetzt,  das  wollen  wir  liier  uiir  noch  aiidculiHi. 

Es  bleibt  uns  noch  übrig-,  die  Haarlrailil  der  Kranen  natli 
ihrer  Eni«  ickliins  in  derselben  Zeit  zu  bespredien.  >()eli 
im  14.  Jalirliundert  ver^andelle  sich  das  lanffe  freie  l.oeken- 
haar  in  die  gewundenen  Zopfe,  welche  um  die  Ohren  ge- 
legt niid  meistens,  nanieiillich  \ou  verlieirallietcn  Frauen 
mit  Hauben  bedeck!  wurden;  jenes  hielt  sich  nur  noch  in  nicht 
haufigeo  Fallen  bei  Jungfrauen,  zumal  fürstlichen  Standes, 
bis  ins  15.  .lahrhunderl  hinein.  Im  .MIgemeinen  tritt  die 
Eitelkeit  des  lanoen  und  schonen  Haares  vor  der  Lust  an 
kostbaren  Hauben  so  sehr  zurück,  dafs  an  Schlafen  und 
Stirn  das  wider.spänstige  Haar,  welches  sich  nicht  verbergen 
lassen  wollte,  wegrasiert  wurde.  Zu  keiner  Zeil  ist  mit 
Hauben  ein  gröfserer  Luxus  getrieben  worden,  und  zu  keiner 
Zeit  sind  sie  an  lieichlhum,  Abenteuerlichkeit  und  Wider- 
sinnigkeit der  Formen  übertrofTen  worden,  wenn  wir  von 
den  Haargebiiuden  der  2.  Hiilftc  des  18.  Jahrhunderts  ab- 
seben, die  mehr  Frisuren  als  Hauben  waren.  Locken,  Brenn- 
eisen und  duftende  Salben  blieben  der  männlichen  Eitelkeit 
fast  völlig  überlassen. 

Der  Sturm  der  Keformatioosperiode  fegte  zwar  alle  die 
hohen  und  spitzen,  die  breilen  und  wulsligeii  llauhen  niit- 
sammt  den  nonnenhafi  verhüllenden  Kopfluchern  hinweg, 
ohne  aber  das  Haar  der  Freiheit  zurückzugehen;  nur  selten 
tritt  es  in  vereinzelten  Locken  unter  dem  breiten  Federbarett 
heraus;  meistens  ist  e>  völlig  mit  einer  >etzhaube,  der 
Calolte,  umschlossen,  auf  welcher  das  Barett  befestigt  ist. 
Nur  bei  Briiuten  wird  es  Sitte,  an  ihrem  Ehrentage  das 
Haar  lang  und  aufgeloset  die  Schultern  und  den  Bücken 
hinabniefsen  zu  lassen.  In  der  2.  Hälfte  des  Ki.  Jalirhnn- 
dcrls  zwingt  die  spanische  Krose  auch  die  Frauen,  ihr  Haar 
mehr  nach  oben  zu  frisieren,  da  sie  es  nicht,  gleich  den 
Miinnern,  kurz  abschneiden  können:  sie  streichen  es  überall 
aus  Nacken,  Stirn  und  Schläfen  nach  dem  Scheitel  hinauf, 
wo  es,  mit  Schmuck  durchflochlen,  vielfache  Formen  an- 
nimmt, welche  der  einzelnen  Erfindungsgabe  zum  urolscn 
Theil  überlassen  waren.  Hüufig  war  es  stall  des  nun  \ er- 
schwindenden Baretts  mit  einem  kleinen  Hülchcn,  man  kann 
nicht  sagen  bedeckt ,  sondern  nur  geschmückt.  Die  freiere 
Richtung,  welche  um  das  Jahr  1600  eintrat,  halte  mit  dem 
Sturz  der  Kreise  und  des  steifen  Kragens  dieselbe  \\irkung 
auf  das  Haar  der  Frauen,  wie  wir  sie  bei  den  Mimnern 
haben  kennen  lernen.  Nunmehr  senkten  sich  wieder  Lorken 
zu  beiden  Seiten  des  Kopfes  und  im  Nacken  herab,  wenn 
oncli  nicht  in  der  freien,  ungekünstelten  \Neise,  wie  sie  die 
Blülhezcit  des  Mittelalters   bezeichnet   hallen,   bis  sie    unter 


der  Fonlange,    dem  Seilenslück  der  Perrücke,   wieder  ver- 
schwanden. — 

Diese  wenigen  Bemerkungen  mögen  hier  dem  vorge- 
setzten Zwecke  genügen,  in  raschen  Zügen  ein  Bild  von 
dem  Entwicklung.sgange,  den  die  Tracht  des  Haupthaars 
bei  beiden  Geschlechtern  genommen  hat,  zu  entwerfen.  Hin- 
sichtlich weiterer  Ausführung  kann  ich  nunmehr  auf  meine 
demnächst  erscheinende  Geschichte  der  deutschen 
Trachten  und  Moden  verweisen,  von  welcher  der  erste 
Band,  das  gesaminte  Mittelalter  umfassend,  sich  im  Druck 
befindet. 


Zum  lluleii  der  ^itrcliHeite. 

Von  Dr.  Reinhold  Köhler,  grofsh.  Bibliothekar,  in  Weimar. 

Im  Anzeiger  1855,  Sp.  67  IT.  86  f.  und  124  (f.  ist  von 
der  Speckseite  am  rothen  Thurm  zu  ^^"ien,  vom  Bachenholcu 
im  deutschen  Hofe  und  von  ähnlichen  englischen  Brauchen 
die  Rede  gewesen.  Ich  mache  auf  eine  entsprechende  Sitte, 
die  ich  kürzlich  zufallig  in  Havecker's  Chronica  und  Be- 
schreibung der  Städte  Caibe,  .^cken  und  Wanlzlebeii  (llalber- 
stadt,  1720),  S.  114  fand,  aufmerksam.  Hävecker  erzählt: 
„Die  Einwohner  von  ßrumbi  (einem  Dorfe  im  Amte  Calbe) 
H  aren,  wie  erzehlet  « ird,  im  Pabslhum  schuldig,  dem  heili- 
gen Antonio  ein  Schwein  zu  halten  und  zu  ernehren,  welches 
denen  Tempelherren  (die  ein  Gut  in  Brumbi  besafsen)  zu- 
standig gewesen,  mit  dem  Bedeuten,  dafs  wer  in  demselben 
Dorfe  in  seinem  Hause  absolute  Herr  wäre,  dem  solle  dieses 
Schwein  zu  eigen  werden.  Als  nun  auf  eine  Zeil  ein  Bauer 
solcher  absoluten  Herrschaft  sich  rühmele,  wurde  zwar  dem- 
selben das  Schwein  zu  holen  vergönnt,  weil  aber  dasselbe 
im  Heimholen  sich  sperrte  und  ihm  die  Strümpfe  besudelte, 
und  er  sorgele,  es  würde  seine  Frau  mit  ihm  deshalb  nicht 
zufrieden  sein,  mufsle  er  diesmal  das  Schwein  fahren  lassen 
und  sich  zur  absoluten  Herrschaft  in  seinem  Hause  besser 
Icgilimiercn." 

Hier  ist  also  der  Preis  nicht  lilos  eine  Speckseile,  son- 
dern £in  ganzes  Schwein. 


Kur  (iicHrliirlite  «Irr  •itnir«'  «Ipm  MteintrnKrnH 
tltr   \t>il>rr. 

Von  Jos.  Zahn,  Professurscandidalen,  In  Wien. 
Der  Anzeiger  f.  K.  d.  d  V.,  Jahrg.  1837,  brachte  in 
Nr.  3  u.  4  (Sp.  86  —  88  n.  ll;t— 120)  eine  ZiLsommen- 
stellung  verschiedener  hislorischcr  Notizen  und  E.vcerpte 
über  den  sogen.  Klapper-  oder  Loslerslein  und  in  Bezug 
auf  die  Sitte,  böse  Weiber  solchen  tragen  zu  lassen,  inso- 
fernc  sie  im  Elsal's  und  in  den    ungrun^ccnden    fraaiosischoo 


Lebensweise. 

Sitten  lind 
Gebräuche. 


SlanU- 
ansl.illen. 

Otrlrht« 
vorftlirpn. 


b7 


Anzeiger  liir  Kurul 


1   (Icutsclicii  \  orzeil. 


88 


Disiricicu  im  Millt'lnllt'r  lii'rrsilili-.  Die  L)iii>lt'lliiiii;  Hrn. 
Slübcrs  ist  auf  tiiundlajjc  der  einsililiiL'f niliii  l'arnLMu|ilieii 
voo  Grinim>  Keclitsaltcrlhümerii  gesliilzl  und  (dini'  Zweifel 
eine  weM'nIluhe  Bereiilieriine  der  Antfiiben  die.-e>  Werkes. 
Immerliin  alier  durfte  e>  inlerei-Meren.  die  Zahl  der  aufffe- 
TührleD  Beispiele  durch  ein  weileres  luul  zwar  hiithsl  an- 
7.iehende^  liereiiherl  zu  sehen,  das  nui-  theilweise  ct'<lru(kt 
und  bekannt  ist. 

Feierabend  erwähnt  in  seiner  (jeschichte  des  Klosters 
Otlobeuren  (II.  303 — pü6)  eines  Gesetzes,  das  Abt.lidiann  I. 
im  Verein  mit  den  Bureern  des  Städtchens  ge^en  Verlauin- 
der  und  VerlaumderiuiieM.  sowie  ilberbaupt  gegen  üble 
Nachreden  erlassen.  Er  bringt  auch  einen  Theil  des  Ge- 
setzes, beruft  sich  aber  im  Ganzen  auf  den  Chronisten  des 
Klo^tc^s,  Elbugcii  oder  Ellenbog.  Eine  gelegentliche  Be- 
nützung dieses  noch  nngedruckten  Cbronisirn  des  lö.Jahrh. 
im  k.  bair.  Reichsarchive  trcstattetc  mir,  das  bezügliche  Ge- 
setz in  seinem  ganzen  l'mfange  einzusehen,  und  es  ist  mir 
somit  muilich,  auch  jenen,  fiir  <lie  Dinsteiliiug  (irimnrs  weil 
intere.-santoten  Thcil  zu  geben,  den  l-pierabend  nicht  mehr 
beibrachte  Wenngleich  ferner  das  ganze  Gesetz  für  den 
bezuglichen  Artikel  nicht  anwendbar,  dürfte  es  dennoch 
nicht  als  Baumverschwendiing  erscheinen,  es  hier  in  seinem 
vollen  Umfange  anzuführen,  da  immerhin  für  die  Kechts- 
geschichte  daraus  Gewinn  hervorgehl. 

Ich  schicke  nur  zur  Erklärung  der  inneren  Haltung  des 
Gesetzes  voraus,  dafs  der  Chronist  Anfangs  gewillt  gewesen, 
eine  blofse  Copie  zu  geben,  wie  er  denn  sonst  auch  das 
zusammengetragene  Materiale  aus  Saal-  und  Traditionsbü- 
chtrn  und  Urkunden  zumeist  nur  einfach  abschreibt,  oder 
doch  blos  oberfluclilich  bearbeitet:  spater  streicht  er  die 
bereits  geschriebenen  Zeilen  wieder  aus  und  macht  den  Abt 
wie  die  Bürger  zu  dritten  Personen.  Das  hindert  ihn  indes 
nicht,  den  Tenor  der  Urkunde  auf  das  ecnauc^te  selbst  da 
einzuhalten,  wo  er  der  am  Anfange  genommenen  Abände- 
rung nicht  mehr  entspricht.  Diese  Stellen  wurden  hier,  um 
doch  ein  einlieillKhcs  Ganzes  zu  bringen,  nach  Malsgabe 
verbessert. 

Er  leitet  Bl.  js''  folgender  Mafsen  ein: 

Mortuo  abbute  llcnrico,  (pii  per  31  annos  rcgnauit, 
sacccssit  ei  Abbas  Johannes  naius  de  altmashofen  circa 
annos  domini  13.1.3  •  .  .  .  fuit  abbas  ille  o-qiiitalis  amalor 
et  iniquitatis  inaliciB'qiie  osor  arguiiiento  in  constitiicione 
quam  tempore  eins  factam  inuenimus,  et  est  lalis. 

>nch  Ausstreichung  des  ordentlichen  Einganges:  Nos 
Joannes  u.  s.  w.  setzt  Elhogcn  also  fort: 

>am  dominus  abbas  Joannes  vnacum  primnrijs  villip 
in  vllinburra  conuenerunt  et  Ula  ac  jurgia  prieuenire  voieoles 

Verinlwortlirhr  Redartion:     Dr.  Freih.  v.  n.  i.  A 

Druck  »on  Fr.  C«nipo 


con>lilueruut  ac  decreuerunt  vnauiuiiter  subscripta  statuta  iiiuiu- 
labiliter  ohseruanda  all  omnibiis  lioniiiiihus  in  vttinburrn 
viris  et  miilieliribus.  Quodsi  qiiispiam  ea  transgressus  esset 
poeiias  sub^c^iptas  omni  gracia  deneirata  ad  intesrrum  so- 
luebat.  Primo  itaque  conslituerunt  [iriedictus  abbas  et  pri- 
marij  villie,  ut  >i  qtiispiani  aliuni  iniuriatus  esset,  verbis  mo- 
ledi(endo  ,  appeliando  alium  nebiilonem  vel  neqnam  aiit 
fureni,  aut  certe  si  aliuni  mentiri  diccrct,  aiit  (juibuscunque 
verbis  iniuriosis  et  opprobriosis  conuiciatus  fuisset,  et  ser- 
muiiem  suum  probare  suflicienter  nequiuisset,  Talis  lenealur 
dare  pro  poena  domino  abbuti  et  iudicihus  dcrem  libras 
obolorum  et  per  mensem  foris  villam  nianere  cogeliatur  nee 
aiitea  introniittebaliir,  i|u:iin(si)  pra-fatani  pecuniam  soluebat. 
Et  horiim  omiiium  prii-slare  cogehuliir  iiiranieutuin  coiani 
iudicibiis.  Quodsi  iiilra  mensem  occulte  vel  nianile.-le  ciui- 
tateni  iiigrediebatur,  arcebatur  adhuc  per  viium  alium  men- 
sem a  villa'  ingressu,  et  nihildmiiius  periurij  reus  habehalur. 
Nulla  ergo  racninc  Ijcelial  lalem(!)  iiigredi  villam,  nisi  forte 
necessitas  ignis  et  ineendij  postulasset.  Tunc  enim  ingredi 
villam  vttinhiirrlianam  ei  lirebal,  sed  mox  ut  isnis  sopitiis 
erat,  actutum  ahire  babebat.  (Juicunque  se  huic  constitucioui 
opposuisset,  decreto  abbatis  et  iudicum  omni  honore  et 
honestate  defacta  (de  facto?)  priuatus  erat.  —  Secundo 
statutum  fuit,  vt  si  mulier  aliqua  aiiam  verbis  maledicens 
aggressa  fuisset  et  eam  merelricem  appellassef ,  tocies  quo- 
cies  hoc  fecerat  seniper  obligata  erat  dare  abbati  et  iudici- 
bus  decem  libras  obolorum,  aut  si  pecuniam  dare  re- 
cusasset  aut  certe  non  habuisset,  portarecoge- 
b a  t u r  I a  p i d e m  d e d e c o r i s  et  i g ii o  m i  u i e  in  cl o m i - 
n  i  c  a  die  c  i  r  c  u  ni  e  c  c  I  e  s  i  a  m  tempore  c  i  r  c  u  i  t  u  s  s  o  I  i  t  i 
et  consucti,  quo  ante  officium  ccciesia  circumiri 
s o I e t  ( ! s o I e b a t ) ,  et  p o s t  c i r c u 1 1  u  in  r e p o n  c r  c  ba- 
bebat lapidcm  ante  siimmiim  altare.  ()iia'cunc|ue  iiero 
mulier  poenam  banc  subirc  recusasset  a  villa-  vttinbiirrliaiia 
inbabitacione  prohibclur(!  prohihebatur),  donec  statuto  salis- 
fecissct.  Muli  er  eeiam,  qiue  aliam  mentiri  diceliat, 
q  u  i  n  q  u  e  libras  obolorum  soluebat,  aut  |i  r  a  e  d  i  c  t  u  m 
lapidem  modo  supradirto  portabat,  et  hoc  tocies 
facere  cocebatur,  quories  statuta  infreeisset.  Eandem  luebal 
poenam  mulier,  qua-  aliam  quibuscHn(|ue  verbi>  inhonestis 
pulsasset,  qiiibiis  alterius  famam  denigrare  potuit.  Quodsi 
vir  quispiam  mulierem  aliquam  verbis  dilTamassct  et  conui- 
cia  in  eam  iccisset,  eädem  mulrtabalur  poena.  quam  snperius 
viri ;  similitcr  et  mnlier  si  vinim  qiiempiam  verbis  maledicens 
et  detratoris  (!  detractoriis,  detrectatoriis)"aggressa  fuisset, 
poenam  snbibat  superius  de  miilirribus  datam. 


(.Mit  einer  Beilage.) 


uftcii.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  Fronimann. 

4  Solin  Iß  NUrobcrf;. 


Bi:i[.\GE  ZLM  ANZEIGER  FtK  RIXDE  DER  DEITSCIIFA  VORZEIT 

1858.  JM  l  März. 


(liroiiik  des  ÄcrmaiiisciKii  llusomiis. 


Aus  den  liinrrn  Verhiillnissi-n  iles  Miiseiiins  hal>en  wir  nilt- 
zutlieilen,  dafs  der  Jahresbc  richl  vom  1.  Oktober  1850  hu 
Ende  1857  zwar  längst  ferlifi,  wegen  Wassermangels  der  l'a- 
picrrabriken  jedoch  im  Abdruck  aulgehalten  war,  dennoch  aber 
nun  mit  einem  neuen  Aufruf  zur  weiteren  Unterstützung 
des  Museums  wird  ausgegeben  werden.  Friihcren  Besi  hlussen 
geniiirs  gibt  der  jetzige  4te  Jahresbericht  nur  die  Nachtrage 
und  Ergänzungen  zu  dem  3ten  von  1856/57  in  gedrängter 
Kürze.  Umfangreichere  Berichte,  wie  letzterer,  sollen  wegen 
bedeutenden  Kostenaufwandes  nur  alle  3  J;'hre  gegeben  werden. 
Seit  iVenjahr  hat  das  Museum  nn  jedem  Montag,  IVacbmittags 
3 — 7  Uhr,  öflenlliche  Ausstellungen  veranstaltet,  die  den 
Zweck  haben,  den  in  Nürnberg  anwesenden  Freunden  des 
Museums  alle  in  den  M:i|)pen  und  rrachtwerkcn  der  Kunst- 
sammlung und  Bibliothek  enth<iltenen  Schätze  in  bestiniinter 
Reihenfolge  vorzulegen  und  sie  so  mit  dem  noch  weniger 
bekannten  Inhalte  wie  mit  den  Zwecken  der  Sammlungen  des 
Museums  vertraut  zu  machen.  Es  wurden  der  Reihe  nach  bis 
jetzt  zur  Anschauung  gebracht:  das  deutsche  Kriegswesen,  die 
Trachten,  die  Festlichkeiten,  die  Wand-,  (ilas-  und  Tafelmalerei, 
die  Wappen,  die  l'orträts ,  die  kirchliche  und  bürgerliche  Ar- 
chitektur, die  Prospekte  alter  .Slädte,  Kloster,  Kirchen,  liurgen, 
die  .Minialuren,  die  fliegenden  Blätter,  Kirchen-  und  llausge- 
rathe.  In  folgenden  Ausstellungen  werden  vorgelegt  werden; 
Handzeichnungen,  Holzschnitte,  Kupferstiche,  Landkarten  und 
.Alles,  was  die  mittelalterliche  Länder-  und  Völkerkunde  brtriIVt. 
Bilder  aus  der  deutschen  Kriegsgeschichte,  die  I'lastik  in  -Stein, 
Metall  und  Holz,  Münz-  und  Medaillenkunde,  Gewerbe  und 
Künste,  Handel  und  Schilflahrl,  GrabmUler  und  Inschrif- 
ten, Schriflenkunde  und  Initialen,  Katur-  und  Heilkunde  mit 
deren  Ausartungen  als  Magie,  Alchymie,  Astrologie.  Die  Ord- 
nung ist  so  gelroflen.  dafs  der  jetzt  festgestellte  Cjklus  gerade 
ein  halbes  Jahr  füllt  und  die  Reihenfolge  dann  neu  beginnt. 
Mit  einiger  Befriedigung  können  wir  jetzt  schon  auf  die  erst 
seit  kaum  2  .Monaten  begonnene  Weise,  dem  .Museum  eine 
ausgedehntere  l'opularilat  zu  sichern  und  dessen  verborgene 
Fächer  auch  dem  grüfsern  Publikum  zu  erschliefsen ,  blicken, 
indem  stets  die  Ausstellungsräume  mit  wifsbegierigon  Besuchern 
gefüllt  sind. 

Zu  berichten  haben  wir  noch,  dafs  Herr  Heinrich  Tod 
aus  Oldisleben  in  Thüringen  am  'il.  Febr.  aus  d<'in  Dienst  des 
Museums  trat;  ferner,  dafs  die  lulh.  Kinliinverw.illiing  in  Nürn- 
berg eine  reiche  Saiiitnlung  von  Handsi  hriflen  und  allen  Drm  keii 
der  Musikwerke  Urlando's  di  Lns.io  der  Bibliothek  des 
Museums  mit  Eigenthumsvorbchnll  übergeben  hat.  Diese  Art, 
dem  Museum  Schätze  zuzuführen ,  verdient  alle  IVarhahmiing, 
indem  hieriliiri  h  manche  seltene  und  interessante  Werke,  welche 
nn  unbekannten  Orten  nnbcniiUt  sclilummerlen .  wieder,  ihrem 
Zwecke  entsprechend,  der  Rpnulznng  saihkundiger  .M.inuiT 
zuganglich  gemacht  werden.    —    Eine   andere  schone  und  daii- 


kensuerthe  Anerkennung  wurde  dem  .Museum  durch  die  Be- 
riiliti-  der  Illustrierten  Zeitung  in  Leipzig  zu  Theil,  wodurch 
dem  deutschen  Publikum  die  nun  hergestellte  Karthause  und 
ihre  Sammlungen  bildlich  vor  .\ugen  geführt  und  naher  be- 
kannt werden.  Da  uns  ilurch  das  Geschenk  eines  flicht  der 
4  Holzstcicke  die  Mittheilung  an  unsere  \erchrlichen  Leser  er- 
leichtert ist,  so  fügen  wir  einen  derselben  im  Abdruck  unserer 
Chronik  bei.  Es  hat  sich  bis  jetzt  die  deutsche  Tagsprcsse  schon 
so  mannigfach  an  der  Forderung  des  Nationalmuseums  bethei- 
ligt, dafs  wir  es  für  nicht  uninteressant  und  zugleich  liir  einen 
Akt  der  Dankbarkeit  halten,  mit  Nächstem  die  uns  bekannt 
gewordenen  Artikel    in  unserer  Chronik  zusaiuiiiiiizustellen. 

Von  den  neu  eingezeichneten  Bei  tragzahlen  d  e  n  ma- 
chen wir  namhaft  das  Ar  til  le  riereginien  t  Prinz  Luil- 
pold   in  München. 

Eine  neue  Agentur  «urde  zu  Freiberg  in  Sachsen  er- 
richtet. 

Zu  den  mit  dem  gernian.  .Museum  in  Verbindung  stehen- 
den  Vereinen   ist  hinzugcirelen: 

SociiSte    dhistoire    de    la    Suisse  Rom  and  e    in 
Lausanne. 

Für  die'  im  Nachstellenden  verzeichneten  Geschenke  sagen 
wir  unsern   besten   Diink: 

I.    Für  das  Archiv. 

Baron  von  Reitzenstein  zu  Friedrichseck: 

896.  F)in  Faszikel  von  In  Urkunden,  Thüringen  betrefTend. 
1346  —  1559.     Neue  Pap.-Abschr. 

897.  FJIn  Faszikel  von  4  Schreiben,  dos  Schlofs  Rugheim  und 
die  von  Sehanmbcrg  betr.     1472.     Neue  Pap.-Abschr. 

898.  Ein  Faszikel  von  7  Schreiben  ,  die  Handel  zwischen  den 
von  Brandenstein  und  dem  Bischof  Georg  von  Bamberg 
wegen  Mefsen,  Weifsmain,  Nordeck  und  Sladlsleinach 
betr.     1472  u.   1473.     Neue  Pap.-Abschr. 

899.  Ein  F'aszikel  von  5  Schreiben,  Injuriensachen  zwischen 
dem  von  Brandenslein  zu  Nordeck  und  Heinz  von  Kinds- 
berg zum   W'ernslein   betr.     1477.     N.   Pap.-Abschr. 

yoo.  Ein  Faszikel  \on  13  Urkunden  die  Reilzenstein'sehe  Fa- 
milie und  die  stammvcrwiindlen  Geschlechter  Snck ,  von 
der  Grün  und  Wildc'nslcin  belrelTend.  1442 — 1535.  8  Ori- 
ginale und  5  neue  Pap.-Abschr. 

9111.  Ein  Faszikel  von  5  Aktenstücken  die  Felid<'  des  Kusln- 
chius  von  Thiingen  mit  dem  Bischöfe  Georg  >oii  Bamberg 
belr.      1510.     Neue   Pap.-Abschr. 

91)2.  Ein  Faszikel  von  21  Akteiisiücken,  ilio  F'ehde  des  Millers 
Eucharius  von  Aiifsefs  mit  dem  Bischöfe  Heinrich  von 
Bnniberg  betr.  147(1  -  I4'.l|.  5  Origmiile  und  !•'.  neue 
Pap.  -  Absrhr. 


91 


Anzeiger  für  Kunde  der  ileulsilieri  Vur/eil. 


92 


Ignaz  Petters,  (7yninasinllehrer,  lu  Lcilmcrili: 
9(l.i.    K^urbnil    ilir    himrad    von    Arnslnin    und    seiner  Ehcfrao 
für  Krim  Elsbii   Min  Bin  hlurg  üIxT  2  l-elien.    1309.    >i'UR 
I*ap.  -  Aliäcbr. 
Sixt  Armin,  Hiiuptmann,  zu  Wdzinr: 
901.    Irkundc    uhiT    <lir  Vcrmarkmia    iinil  Ausslriniing   der    in 
Olier-  lind   Airder-Rofsbaeher  (ieinarkung  geleifenen,  dem 
Junker   Dielrieh    Min    (jreilVen-t'loe    von  Viilratz   gehiirigen 
Landeri'ien  und   (Jüter.     15T5.     I'ers. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Städtler,  kaurniann,  in  Kurlli: 
4855.    Miindat   des   Katlia   der   Sindt   >ürnticr|{   an   umliegende 
OrUihaflen,  die  durch  den  Krieg  geslürlc  Bebauung  der 
Felder  betreffend,     riip.     Ildsehr.     1627.     2  El.     2. 

Dr.   LÖ^  ,   Haliiuner,   in   Fürth: 
•iM.Sb.    Hiigaila.    Ferg.-HHsehr.   m.  eiil.  Uandzeichnungen.     .>Iilte 
des    15.  Jabrh       42   Bl.      kl.   2. 

SeitZ,  Pficrrer,  in  Ip.<heiin: 
4H57.    II'.    U.  V.  Heineeken,)     ^'achrielilen    von    Künstlern    und 
Knnsisa.hen.     2.   Tbl.      17ß9.     s. 

Hugo  Ritter  von  und  zu  Goldegg'  m  Bozen: 
48.i8.    J.  J.SlalTler,  Tirol  und  Vorarlberg.  iN'euc  Ausg.  1848.  8. 

4859.  üers.,  das  deutsche  Tirol  u.  Vorarlberg.  2  Bde.   1847.  8. 

4860.  L.    rfeclniejer,    Erinnerungen    an    Süd-Tjrol.     Lilhogr. 


0.  0.  u.  J. 


<|U 


4861.    J.  A.  Adam,  Augsburg  u.  s.  Stahlschicfsen.     1821.     4. 
48r)2.    Ileiligenl.ililer  aus   Kalendern.     25  Blltr.      17.  Jhdt.     8. 
Franz  Waldmüller,  Apotheker,   in  St.  .Mirhael  im  Kppan: 

4863.  ("oneordat:!  rialionis  (jernianicae.  T.  I. — III.  17(l--73. 
Ad  Concorilata  n.  G.  doeninentoruin  Fa.^e.  II  —  IV.  1776. 
1777.     8. 

4864.  I'h.  (lang,  Anleitung  zu  dein  gemein.,  urdentl.,  biirgerl. 
l'rocer..ie.      1797.     K. 

4865.  Cb.  L.  Bluemblachcr,   Tradnt  von  Anlail-Ueiht.   1721.  4. 
G.  Simon,   Oberpfarrer,   in   .Mi(  liel.slaill : 

4n66.  Üers.  ,  die  (iesi  lirchle  der  (irafen  und  Dynasten  zu  Er- 
baeh   und   ihres   Landes.      IH.'iH.      8. 

Dr.  G.  Kours,   .^linislerinlbcamler,  in   Berlin: 
4m67.   Kerd.  v.  Lüdinghausen  gen.  Wnin,  kurze  Geachichtc  des 

freihcrrl.  Geschl.   von   Lüdinghausen.    I'ap. -Ildsehr.    4   Rl 

1857.     2. 
4868.    II.  Her«  arlb   von  Bittenfeld ,    IVaehriehlen    über    das  Ge- 

jchle(ht  der  Merwarlh      I'ap. -Ildsehr.    6  Bl.     1857.     2. 

L'Institut  historique  m  Paris: 
4f'C9      D.I..- .   I.  IriM  ,l.i::ileur.     276  u.  277  livrais.     I8.'j7.     8. 

Dr.  W.  Wacl^ernagel,  l'nivers.-I'rofirssor,  in  Basel: 
.|«70.    ,>eujahrsblall  lur  Basels  Jugend.     XXXVI.     )858.     4. 

Dr.  Reufs,  qu.   Frofe.4sor.   in  IXiirnberg  : 
4H71.    Chr.  Bulaeus,   Brcitae  Francnruin  oppidi /(«lur/Xia.    1.'j98. 

Absrhr.     2. 
4.H72.    St.   Kiliana-Bruderschnll  /.u   \\  ur/.linrg.      1858.     8. 

GrUb,    licaniter  am   Juliushospital,   in    Wurzliurg: 
1873.    I'erg.-Blall   aua    einem    dialeliachen    Manii~iT.    des    .MV. 
Jahrb.     2. 


Dr.  Lobach  in  ^Vurzburg: 

4874.  Ders. ,    einige    histor.    Bemerkungen     und    medicio.    Er- 
liliruniiiri    über   Carduus   Mariai'   ...      0.    J,      8.      3  El. 

Hietor.  Verein  v.  u.  f.  Oberbayern  in  .Muocbea: 

4875.  Ders.,  Archiv.     XVI,  3  u.  XVII,  1,  2.     1857.     8. 

4876.  Ders.,  19.  Jahresbericht.      1857.     8. 

G.  Parthey,   Besitzer  der  iVicolaischen   Burhh.   in   Berlin: 
4«77.    Ders.,   Wenzel   Iloilar.    1853.    8.    Nachtrage  und  Verbes- 
serungen.     18.58.     8. 
Dr.  Märcker,  ki;l    iireufs.  geh.  .Vrchivrath  u.  Hausarchivar, 
in    Berlin: 

4878.  Th.  Berber,  precis  historique  de  l'ancienne  Gaule.  1822.  8. 

4879.  Th.  Berlier,  precis  historique  de  la  Gaule  sous  la   clonii- 
nalioii   romaiue.      1835.     8. 

F.  Schuler  V.   Libloy,   I'rofrssür,   in   llennannsladt  : 
4hs().    lter>.,   Sielienliur;;isi  he   Heelitsgescliiilile.      II.   lid.      3.   II. 
18.58      8. 

Gesellschaft    zur    Beförderung   des   Ackerbaues, 
der  Natur-  und  Landeskunde  in  Brunn : 
4ts^l.    Dies.,  .Mittluilungen.     INr.  27  —  52.     1857.     4. 
48'<2.    Dies.,  .\iiti/.enlilall     Nr.  7—12.    1857.    4. 

J.  G.  Hamel,  Stadthibliolheknr,  zu  Homburg  vor  d.  Hohe : 
4ä83.    Tobias   inurali  docirina  illiistrntus    a   H.  Drexeliu.     1611. 
kl.  8. 

4884.  J.   Cviacii  in  Jvlii   l'avii  Heeeplarvm  .Sententiarvm  Inter- 
prelaliones.     1589.     8. 

4885.  S.   Vautuis,  traclatvs  de  in  lliliilllivs  processwui  ,ic  sen- 
tenliarvm.      1588.     8. 

4886.  Thvcydidis    de    hello    l'elloponnesiaco    libri   oeto.      1594.     . 
kl.  8. 

4887.  Wilhelnius  Dainasi  Lindanus  slruniali  m  libri  tres.   1577.  8. 

4888.  Ders.,  concordia  discors.     1583.     S. 

4889.  G.  Stengel,  nivnd\s  et  nivndi  partes.      1645.     8. 

4890.  Ders.,  spes  &  fulucla  cvris  jvdiciisqve  Dei  erga  hoinines 
firmata.      IC45.     8 

4891.  INic.  Rusca,    acta    ilispnlalionis  Tiranensis    adu'rs>s  Cal- 
vinvm.     1598.     8. 

4892.  Confessio  Augustnna.     1613.     12. 

4893.  .\vgvslini    libellus     de    Fide    &    Synibolo    cditus    a    Job. 
.Alieh.   Dilberro.     1643.      12. 

4894.  M.  Luther,  Knehiridion,  der  kleine  Caterhisnius.  I6.')0.   12. 

4895.  J.    A.    Maginus,    (ieographiae     vniversae    absoivt.    opvs. 
I5il(i.     4. 

Ih9i;.     (  aleiliisiniis   Boinanus.     (I,59(I.J     8.      Tilelbl.    fehlt. 

A.  Scheiffele,  l'rulessor  am  Obcrgyninasium  in  Ellv%'angen: 

4897.   rerganiiMil-lldsrhr.,  den  Franziskanerorden  lielr.   BruebsL 

V.    5  Blllr.    Uli!   .Malereien.      Auf.    d.    15.   Jahrb.      4. 

Stettin'sehe    BuehhdI.   in   Ulm: 

4.'*9s.    \.  Weyennann,    Naebrirblen    von   Gelehrten,    biinstlcrn 

und   and.  nierkvv.  Personen  aus  Ulm,     1798.     8. 
4899.     Ders.,    neue    IVaebriehten    von   (iclehrten    und    KOn.^tlerii 
etc.      IH29.     8. 
Dornick,   Pastor,  in    lliiinewaidu   bei   Zittau: 
49(MI      Si  Inxdische»  hriegs-lieehl.      HKVl.      4. 
r.KIt.    t'iintinuirte    Parliculana    vnd    Bericht    Von    der  Schlacht 
vnd  Victurien,   su   Ihr  CburL    Durcbl.    zu  Sacbssen   den 
7.  Supl.  mit  Tilli  gehullen.     1631.     4. 


93 


Aiizeiffer  für  Kuiido  der  deutschen  Vorzeit 


94 


4902.  Christi.  Dancksiieurig,  So  im  Churfurslrnlh.  Sarlissen 
wegen  der  Viciori  wider  Tilly  angeurdnet  wurden. 
1631.     4 

4903.  Copia  Churl'.  Sächsischen  Ahfcrliannes-Kesolulion,  denen 
.\ugspuri;.   .Xh^'i-ordnetiiii  ertheilil.      1629.     4. 

49Ü4.  Copia  des  Memorials,  U  as  hcy  der  Itoiu.  keyserl.  .Mayesl. 
Des  Kürsleu  .  .  Johanns  (jeorgen  zu  Sachsen  etc.  Ab- 
gestindten  vor-  \nd  aiiiuhrin^en  irislruiret  gewesen. 
1630.     4. 

4905.  Copia  des  vierten  Schreibens,  so  an  die  liom.  Kays. 
Mayest.  etc.  von  der  Churl'.  Durchl.  zu  Sachsen,  wegen 
der  horhliedranKten  Evangc^lischun  BürgerschafTt  zu  Aiigs- 
purg  aligangi'n.      1ß3l.     1. 

4906.  Copia  der  Resolution  vnd  .\nlwort,  welche  die  Churf. 
Durchleucht.  7.u  Sachsen  etc.  dein  keyserl.  Abgesandten 
erlheilt.     1631.     4. 

4907.  Vindiciae  Pacificationi.'«  Pragensis.     1635. 

4908.  liechtmess.  Beanlw.  folgender  Krage,  Wann  in  einem 
Bundnufs  der  Vcreinigungsnotul  diese  clausul  inscrirct 
worden,   dafs  etc.   etc.      1635.      4. 

4909.  Abdruck  <lcs  Kriedens- Schlusses  Von  der  Kuni.  Kays. 
Mayt.  vnd  Churf.  Durchl.  ru  Sachfsen  etc.  zu  l'rag  auff- 
gerichtet.     (1635.)     4. 

4910.  Stammen-  und  Geburl-Kegister,  Der  Durchl.  Königen  in 
Schweden.      1632.      4. 

4911.  V.  llofTiriann,  rarmen  deposiloriviii,  aufs  neue  zum  Drucke 
bcfurderl.   von   .1.   li.   Scheinhardten.      1711.      4. 

Dr.  J.  G.  Wagner,  Landrichter,  in   .Marburg: 
1912.    Ders.,  Geschichte  von  Schmalkalden.     1849.     8. 

A.  Dittmer,  VerlagshdI.  in  Lübeck  : 
491if.    Ilr(il>\itliae    (iarulesh.   Comcdias    sex    edid.    J.   Bendixen. 

1857.  kl.  8. 

Hahn'sche  Hofbuchhandl.  in  Hannover : 
4911.    J.  Leunis,  Synopsis  der  drei  >aliirreichc.    1.  Th.   2.  Hälfte. 

1.  Abth.     1857.     8. 
4915.    J.    Beck,    Gesch.     der    Griechen    und    Itomer.     3.    Ausg. 

1858.  8. 

Cirk  Heinrich  Stürenburg,  liatli,  zu  Aurich  (f): 

49lli.    Der,-.,   iislfricsischc,-.   W  ipi'k  rbuch.      1S57.      8. 

Dr.  Ernst  Förstemann,  Bibliothekar,  zu  Wernigerode: 

4917.  Ders.,  Altteutsches  Aamcnbueh.  11.  Bd.  Ortsnamen. 
4.  Lief.     1857.     4. 

K.    Ic.    Centralcommission    zur   Erforsciiung    und 
Erhaltung  der  Baudenkmale  in  Wien: 

4918.  Dies.,  MitthciluiiKcn.  lida.  Icur:  K.  Weifs.  II.  Jahrg. 
(Ictob.,   .>uv.,  Dez.    HI.  Jahrg.  Jan.   1H57  u.  1858.   gr.  4. 

TrowltZBCh  <&  Sohn,  llofbuchdr.  in  Frankfurt  a.  d.  O  : 

4919.  Monatsschrift  fiir  deutsches  Städte-  und  Geiucindewesen. 
HL  Jahrg.  II  II  ii.  12.  IV.  Jahrg.  II  1  u.  2.  1857 
n.    1858.     8. 

Polytechn.  Verein  /.n  Wurzhing: 

4920.  Ders.,  \>  ochenschrill.  VII.  Jahrg.  Ar.  15  — .')2,  und 
VIII.  Jahrg.     l\r.   1  —  5.      1857  u.  58.     8. 

T.  F.  A.   KUbn,  Verl.  u.  Antiqu.-Ildl.,   in   Weimar: 

4921.  G.  Steinacker,  die  Reformation  des  .\VI.  Jalirh.   1857.  8. 


4922.  Zur  Erinnerung  an  die  Feier  des   3.  u.  4.  SepL     1857. 
0.  J.     gr.  4. 

C.  Weychardt,  BuchhdI.  in  Efslingen: 

4923.  Dr.  Völler,    Deutschland   und  die  angrenzenden  Länder. 

1857.  8. 

Vandenhoeck  &  Ruprecht's  VerlagshdI.  in  Götlingen: 

4924.  G.  Schuiidt,  bibliollieca  hi>tor,  gcogr.     V.  Jahrg.     1.  H. 
1^*57.     8. 

Allgemeine  geschichtsforschende  GeaellBchaft  der 
Schweiz : 

4925.  Dies.,  Anzeiger,  IV.  Jahrg.     Kr.  1.     1858.     gr.  8. 
Verein  für  Thüringische  Geschichte  in  Jena: 

4926.  Ders.,  Zeitschrilt.  :!.   IJds.   1.    II.      I>s57.     8. 

4927.  A.  L.  J.  Michelsen,  die  ältesten  \N  appcnschilde  der  Land- 
grafen von   Thüringen.     1857.     gr.   4. 

Verein   von   Alterthumsfreunden   in    den   Rhein- 
landen in  Bonn  : 

4928.  (Braun),  der  Wiistenroder  Leopard.     1857.     4. 
Schleswig-Holstein-Lauenburgische    Gesellschaft 

f  vaterländische  Geschichte  m  Kid: 

4929.  Dies.,  Urkundensamuilung.  IL  Bds.  3.  Abth.  1856.  gr.  4. 

4930.  Dies,  Nordalbingische  Studien.    1.  Bds.   2.  H.    1844.    8. 

4931.  K.  W.  ftitzsch,   die  Kieler  Taufbecken  der  Kieler  Kico- 
laiMrcbc.     1857.     8. 

J.  L.  Schmid's  Verlag  in   INürnberg: 

4932.  A.  V.  Eye  u.  Jac.  Falke,  Gallerie  der  Meisterwerke  alt- 
deutscher Holzschneidekunst.     5.  Lief.     1858.     gr.  2. 

Du  Mont-Schauberg'si  he  Buchhandl.  in  K(j|n: 

4933.  Organ  für  christl.  Kunst.     1857.     Ar.  22,  23  u.  24  um! 

1858,  i\r.  1—3.     4. 

Redaction  der  numismat.  Zeitung  in  Weifsensee : 

4934.  Dies.,    i\uiiiisiuat.    Zeitung,     24.    Jahrg.     >r.  23    u.    24. 
1857.     4. 

Dr.  Hölscher  in   Herford: 

4935.  A.   L.   Iran<ke,    Gesch.    des    Friedrichs -Gymnasiums    zu 
Herford.     1840.     8. 

4936.  G.  A.   W.   Hermann   llarlefs,    Blatter    aus    seinem  Leben 
und  zu  seinem  Gediichlnifs  von  s.  Vater.     1844.     8. 

4937.  Der  verleutschte  Jnslinus,  durch  J.  F.  Schwescr.  4.  Aufs- 
fertigung.     1697.     8. 

Dr.   Ch.   A.   Pescheck,   .\rchiiliakonus,   in   Zittau: 
493».     Ders..  iltr  protcst.  Kiri  hcnthurni  in   Böhmens  Hauptstadt 

vor  dir  Gegenreformation.     1857.     8. 
1939.    Barthol     Hingwaldl,   Kpilhalnmivni.      1797.     8. 

Dr.  H.  J.  Knothe  in  Zittau: 
■19III.    J   1'..  Carp/iiv,  .\iialc(  la  I'a.-toruni  Zitlavicnsium.    1716.   2. 

K.  Freih.  v.  Reitzenstein  in  Kricdrichscck: 
19  11.    Ders.,    yuellrn    zur    deutschen    Ueihlsgrsch.    von   1793. 

|s.^8.      8, 

Mähr,  schles.   Gesellschaft  z.  Beförd    d    Ackerb., 
d.  Natur-  u.  Landeskunde  in  Brunn: 

19  12.     Chr.   (IKUcrl,   (iiM-liu  lili-   dir   Sliidien-,  Schul-   und    Kr- 
ziehnngs- Auslallcn     in     M. ihren    und    iisterr.    Schlesien. 
1857.     8. 
Comit^  z.  Herausgabe  d   mähr.  Landtafel  m  Brilon: 

4943.    Da.-s.,  LandtakI,   l.\.— ,\l.  Lul.      !>•;       2.     2   Kx. 


95 


Anzeiger  fiir  Kunde  dri   (Icutsiln'n  Vorzi-it. 


96 


Anton  Emmert  in  Trient: 
4941.    Cnliildjus  citri  ilioecesis  Tridintinap  ineunle  a.   1858.  8. 

J.  S.   Seibertz,   k.  \>r.  Kriissfrichlsralh,  in   .^nisbi-rg: 
494j.    Dcr.s.,   Liindcs-  u.  Kcchlsgesch.  des  Htrzoglh.   \N  t'.-llalen. 
I.  Allh.     1845.     8. 

C.  Krebs,   Buchhandl.   in  AschalTinburK: 
494)3.     \.    >.    IltTrIcin,     .AsrhofTiMiiiur);    und     suine    Umgegend. 

Mäbr.  stand.  Landesarchiv  m  Brunn: 
4947     Dass.,    alphali.    Calaloi;    d.    liililiuth.     des    mähr,     stand. 
I.;indi  sarchivcs.      \iit(>j;r.      l''r]H       •>. 

Historischer  Verein  f.  Niedersachsen  in  llannovcr: 
4948.    Derä.,  Zeilschrifl    Jahrg.  1855.  Jahrg.  1856.    I.  Doppclh. 
1.   Ahlh.      IH.ST.     S. 

Römisch -german    Centralmuseum  m  Mainz: 
4949     Das.«  ,  Jahr.-,lieri.ht.      IH57.     gr.    1 

Gesammtverein  d.  deutschen  Geschichts-  u  Alter- 
thums -Vereine  in  11; umt: 

49.'>i).     D.Ts.,  t  (.rrr,|M.nili'nzldall.    M.Jahr;;.  >r.    In.:').    18jS.   4. 

Verein   f.   Nassauische   Alterthumskunde    u.  Ge- 
schichtsforschung in  \\icsbnden: 

4951.  H.   Bar,  diplum.  üisch.  d.   AMfi  Ehcrhach,   Hd.  11,   1.  II. 
Bearbeitet  und  herausgeg.  v.  K.  Kossei.     1857.     8. 

W.    V.     Knobelsdorff.     Premier- l.icutenanl    im    Garde- 
Bes^rv  r  -  Inlaiilerie  -  Keginienl,   in    Berlin: 

4952.  üers. ,    zur  (iejch.  der  Familie    vun  KnobelsdorfT.     2.  u. 
3.  Hfl.     )ft.^>6  u.  1857.     gr.  8. 

V.  Bieber,  jiens.  Lieutenant,  in  Augsburg: 

4953.  B.  Alliretht,   Hanfs  vnd  Kirchensohalz.      1620.     8. 

4954.  \V.  Seher,  hurlulns  hihliius.      1649.     8. 

Dr.  Märcker,    k.   preufs.   geh.   Arcluvralh  u.  Ilausnrchivar, 
in    Berlin: 

4955.  Ders. ,     Albrei'iil    der    Schone,    Burggraf    zu    Nürnberg. 

ifi:>8.    2. 

Dr.  Madler,  Bevierforsler,  zu  Weiden: 

4956.  Ocrs.,  das  Kloster  auf  d.  Kngelberg.    2.  Aufl.    1857.   8. 

in.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung. 

G.  Ney,   kui.   ha;r.    Majur,   im   Haschenlinl    bei   iNnriilierg: 

2172.  itiiiiiis<  hu,  auf  deutschem  Boilen   gefundene  Thi>nlaiii|)e. 

2173.  I'feilspilze   von   Aibal,   «alirsi  heinlii  h   allgermanisch. 

2174.  31    auf  deul.scheni  Boilen  gefundene  nun.  huplermünzen. 

2175.  7  desgl.  Silbermiinzen. 

2176.  3  chines.   Kupfermünzen. 

2177.  2  «chwedische  Kupfermünzen. 

2178.  8  mittelalterliche  SilhermUnzen. 

2179.  3   Brnnrejelnn«  V.    16.  — 18.  Jhdl. 
21**"  ■'    XMrifszeirhen   viin   .Messing. 

Blaurock,  .Magazinier,  in   i\urnberg: 
2IHI.    18  Sehwefclnligfisic  von  Medaillen  des   16.  — 18.  JhdI.t. 

Freih.  v.  Reitzenetein  in  Weimar: 

'J|H;i,     lOM  Ij}  psal'gus^e   \i»n    niittelalterlichen   utid   neueren   Sie- 
geln. 

Hugo  Ritter  v.  u.  z    Goldegg  m  Bozen: 
2lh3.    58  Kupferslii'he,  Krcif.tlentheil.i  \  erzierungeii,  v.    |H,  Jhdl. 


Gust.   Seelos  in   Bozen: 
2I>'I.     I'hiitographie   der   l'farrkirche  zu   Bozen. 

Ign    SeelOB,    Maler,   in   Bozen: 
21b  1.    13    Zeichnungen    naeh    allen    Archileliluren ,    Skulpturen 
und   Malereien  in  Südtirol. 

2186.  2   Blatter  mit  Tiroler  Volkstrachten,  Steindr. 

2187.  Ansicht  des  Schlosses"  Henneherg,  Stahlstich. 

F.   Waldmüller,   A|io(hcker,   zu  Sl.    Michael   im   Eppan: 
218S.    .');i  ilellcr  villi   lim,  Kegensburg,  Chur  und   Basel. 

Stahl,   Bosolifahrikant,  in  IVflrnberg: 
218",l     ;i   Bbitlcr   mit  Vasen,  Kiiplerstiche  v.  Sus.  M.  Sandrart. 

Ambr.   Rösner,   Buchliindcrineisler,  in   Wurzliurg: 
2190.    6  Blatter  mit  .\hbildungen  von   Allerthuiiiern  u.  a. 

Agentur  zu  Homburg: 
21'JI.    (Iriyinalsiegel  des  Johann   Brendel  v.  15.  Jhdl. 

Freih.  V.  Altek,   Kanimerherr,   in  Oldenburg: 
219J.    2  Siegel  lies  (irafin   .\nt.   (iiinther  v.  Oldenburg. 

V.   Wedderkop   m    (IMenburg: 
2l9:i    :>   ^iiiTcl    ilcr   Stallt   Oldenburg. 

Dr.  Reufs,   qu.   I'rofessor.   in   iViirnberg: 

2194.  3  Originalsiegel   \oui   l.i    Jhdl. 

Fr.  Gräfin  Fückler-Limpurg,   geb.  Grafin  v.  Bodmer, 

zu   bairnliaili : 

2195.  Schreibkunsistück  mit  Goldschnft  und  gemalter  Einfassung 
v.  J.   1.586. 

Niclas,    Secoiidelieutcnant    im    3.  Jagerbalaillon ,    in   Aura- 
berg: 

2196.  Silberinunze  des  Kurfürsten  Job.  Friedrich   v.   Sachsen. 

2197.  Silbermedaille  auf  die  Stadt  Frankfurt  a.  M.   v.  J.  1648. 
21 9'^.    Altdorler  rreismedaillc  v.   Blei   v.  J.    1620. 

2199.    3   Bleimedaillcn  vom   18.  Jbdt. 

22(iO.    Ku|iferiue<laille  auf  Kiinig  Karl   XII.  \on  Schweden. 

Julius  Frank,  Skribent  am   german.   .Museum  : 
2'JOl.    Ilililcsheimcr  Seclisijriisihcn.sluck   von    1673. 

Hans  Freih.  v.  Aufsefs  in  Aurnberg: 
2202.    Kleiner  geschnilzler  Vogelkorb  v.   17.  Jbdt. 

Fr.  Cath    Sattler  in  Schlofs  .Mainberg: 
.'2(i'i.    Biiinccnicilaillc    auf   die   golilne   Hochzeit    de.s    Hrn.    W. 
S.ilticr  lind  der  Fr.  ('.  Sattler. 

Engelhardt,  l'rivalier,  in   Nürnberg: 

2204.  I'orlrat  Kr.  Josephs  I.  mit  geschriebener  Perriicke,  Kupfer- 
stich. 

Ben.  Wifs  in   Aurnbcrg: 

2205.  Silberninnzc  der  Kgn.   Elisabeth  v.  England  v.   1582. 

2206.  Oeslerr.  Silberinunze  v.    1626. 

2207.  Augsb.   Silhermünie  v.   I(j3ö. 

2208.  (Jrafl.  Stolberg.  Silbermiinzc  v.   1673. 
Dr.  Wagner,  Landrichter,  in  Marburg: 

22ti9.    III  Silbeniiiinzen    und    10  Kupferniiinzen    der  Landgrafen 

und   Kurfürsten   von   Hessen   v.   1592   bis  zur  (legeiiwart. 
2210.    5  Kuplermiiuien  des   Königs  Jeroine  von   M  estfidcn. 
221  t.    6  (lypsinedailUins  mit  den  Bildnissen  (inllinger  Gelehrten. 
Freih.    von    EstOrfT.     k^'l      niederland.     Kanimerherr,     zu 
.Si'blofs  Jager»burg  : 
2212.  Lackabdruck  eines  geisll.  Siegels  v.   I  I    Jlnli. 


97 


Anzeiger  für  Kundo  der  deutschen  Vorzeit. 


98 


2213.  4  Dienslsiejel    des   vom  ülirist- Lieiit.  Alhr.  von  EstorlT 
Crgen   ^npoleon  errichteten   iHvallericregiiiienls. 

C.  Ells.  Lehrer,  Conserv.  des  Doinschalzes  in  Halbersladt: 

2214.  liesticktes    Wappen    des    Cardinal -Eribischofs    Allirecht 
von   Miiini  von   ir)l6. 

2215.  Scliriflprobe  aus  einem  mittcliilterlichen  Eviingelienliuclie 
im   Uomschatzc  zu  llalberäladt. 

2216.  3  Bleimedaillen  vom   16.  JhdI. 


2217.  10  Blei-  und   I    lironremedaille  vom   17.   u.   18.  Jhdi. 

2218.  Halliersladltr  Bractcat  vom   15.  Jhdl. 

2219.  üslerwieker  Hulilpfennig  vom   15.  Jhill. 

2220.  3  .XbschlaRe  von  Münzen  und  Zeichen  des  16.  u.  17.  Jhdts. 

2221.  Gypsalipufs    eines   Siegels    des    S.   Wigmann,    (jrafcn    io 
l.indow. 

Vollmer,  Kedakleur,  in  Nürnberg: 

2222.  Silberniünze  des  Herzogs  Ulrich  von  Württemberg. 


lliroiiik  der  liislorischeii  Vereine. 


Von  der  Gesellschaft  fiir  vale  r  hm  disch  e  Aller- 
Ihümer  in  Basel  werden  seit  1843  „Alillheil  ungen"  in 
unbe.stimmten  Zwischenräumen  veröfTentlicht,  welche  für  die 
ältere,  römisch-germanische  Periode  unserer  Ge- 
schichte enthalten:  die  riimischen  Inschrillen  des  Kantons 
Busel,  von  i>r.  K.  L.  Hoth  (i\r.  1.  1843.)—  L.  Jlunatius  Plan- 
cus;  von  dems.  (Kr.  IV.  1S52.J  —  Eine  roni.  Medcriassung  in 
Frick  etc.  von  Dr.  Wilh.  Vischer  (Kr.  IV,  1852).  Der  .Münz- 
fund von  Reichenstein,  beschrieben  von  Dr.  Wilh.  Vischer; 
nebst  einem  kurzen  Anhang  über  röm.  Broncen  aus  Wallen- 
burg.  Für  die  Geschiohtc  der  Baukunst  und  der  an- 
dern bildenden  Künste:  Die  Kirche  zu  Ottmarsheim  im 
Elsafs,  von  Dr.  II.  Burrkhardl  (II,  1844J.  Die  Barfiifserkircbe 
in  Basel,  von  Adolf  Sarasin  (III,  1845).  Die  Dominikaner- 
Klosterkirche  in  Basel  von  L.  A.  Burckhardt  und  Chr.  Wip- 
penbach (VI,  1855).  Die  goldene  Allartafel  von  Basel,  von 
Wilh.  Wackernagel;  mit  4  lithogr.  Blättern  (VII,  1857).  — 

Der  historische  Verein  für  Oberbayern  gibt  uns 
in  seinem  neunzehnten  Jahresbericht,  185fi,  aufser  den 
Berichten  ein  Vcrzeiclinifs  des  Zuwachses  seiner  Sainmlimgen 
und  Erlasse  der  k.  hayer.  Regierung,  die  Teulelsmauer  und 
Auffindung  von  .Münzen  betreffend.  Das  .Archiv  desselben 
Vereins  enthält  Bd.  XVI,  Heft  3,  1857,  für  Landes-  und 
Ortsgeschichte:  Die  iMaxIrainer,  eine  liislor.  gcnenlogisrhe 
.Aiihandlnng  von  Prof.  Dr.  Th.  Wiedcmann,  (die  Kaclikonimen 
\\o\{  Dietrichs  und  Wolf  Wilhelms  |.  Kurze  (Jescliichte  der 
ehemaligen  Rcichsgralschall  Haag;  von  Bernli.  Zupf.  Die 
Pfarrei  Argel,  Dekannts  Obirloliring  des  kgl.  Landgerichts 
Wolfrathshausen,  von  14>s9  bis  zur  Gegenwart;  von  G.  Schnell. 
Uebersicht  der  von  dem  Kloster  Bencdiktbeuern  fUr  das  all- 
gemeine Lnndesdcfensionswesen  im  spanischen  Erbfolgekrieg 
aufgebotenen  Lnlerthanen  etc.  von  .Max  Graf  Topor  Morawilzky. 
Volkszahlung  im  .\nite  Wildi-nwart,  nach  einer  lieschrribung 
vom  27.  Kov.  1679  ;  von  Prof.  Dr.  Kunstmann.  Band  .\\  II, 
Heft  1  u.  2,  1857,  für  die  rüiniscli- germanische  (ie.'icliichtc : 
Bericht  über  eine  Begehung  der  Tcufelsniaucr  —  Valium  lladriani 

—  von  der  Donau  bis  zur  Würnilz  etc.  ;  von  Graf  Fr.  Ilektor 
Hundt.  Der  römische  .Mosaikboden  in  Westerhofen;  von  Prof. 
Jos.  von  Ilefncr.  —  An  ()  uel  I  en  bei  Irä  ge  n  :  drei  Urkunilen 
aus  der  Vallirella  zu  Rom,  milgetheilt  von  Prof.  Dr.  B.Diidik. 
Ungedruckte  Urkunden   und   Rcgeslen   von  Benefiz.  Erncst  (ieifs. 

—  Für  .Münzkunde:  Münzen  bayerischer  hlnsler,  Wallfahrts- 
orte   und    anderer    geistlicher  Institute,    be.^chrieben    von  J.  P. 


Beierlein.  —  Zur  Landes-  u.  Ortsgeschichte:  Geschichte 
der  ehemaligen  Hofniark  Fagen,  im  k.  Landgericht  Aibling; 
von  Dr.  Th.  Wiedeniann.  Beiträge  zur  (ieschichte  der  Türken- 
kriege von  1683 — 1688  etc.;  aus  amtlichen  .\nlzeiclinnngen  niit- 
gelhcill  von  M.  Graf  Topor  .Morawilzky.  Miscellen  zur  Ge- 
schichte von  Fiirstenleld  und  seiner  Uiiigeliung  von  Karl  Midi. 
—  Für  die  ältere  Rechtsgeschich  te:  Eine  Verhandlung 
über  Todschläge  vom  Jahr  1473;  aus  dem  handschr.  Rücklasse 
des  gräfl.  preising'schen  Administrators  Buehl.  —  Für  die  Ge- 
schichte der  geistlichen  Orden:  Erinnerung  an  die 
Gründung  und  erste  Verbreitung  des  Instituts  der  englischen 
Fräuleins  in   Bayern,  von   Dr.  Joh.   Nep.   Buchinger.   — 

Die  Zeilschrift  des  historischen  Vereins  für  Nie- 
dcr-Sachsen,  Jahrg.  1855,  enthält  für  Verfassungs-  und 
Rechtsgeschich  le:  Gab  es  Abstufungen  oder  erhebliche 
Verschiedenheiten  unter  den  .Mini.slerialen  des  .M.  A.?  insbe- 
sondere 1.  edle  lind  freie  und  2.  nicht  ritterbürti^e  .Ministeria- 
len? eriiricrt  von  Ed.  Fri'iherrn  von  Schele.  Der  Prozefs  des 
hildeslieim'schen  BUrgermeislers  von  Molleni;  vom  .Amtsrichter 
Fiedeler.  Die  Freidingsginossen  zu  Eilen>en  und  deren  Vcr- 
vehmung;  von  dems.  Des  Weyl.  Herrn  Premier-.Ministers  und 
Kammer-Präsidenten  Herrn  (ierlach  Adolf  von  Alünchhaiisen 
lirnlerlassener  Unterricht  von  der  Verfassung  des  Chnrfiirstl. 
I!raunsclnveig.-Lün(linrgisihi:n  Geheimlilen  lialh  und  Cammer- 
Collegii.  —  Verordnung  des  Erzb.  Chrisloph  von  Bremen  in 
Betreif  des  Stiftes  Bardowiek,  1.  Juli  1533;  vom  Reichsfrei- 
herrn Grt)le. —  Zur  Landes-  und  Ortsge schichte:  Uebcr 
die  grangia  Caldenhusen ;  von  Kamnierrath  Hübner.  Die 
Güter  Heinrichs  von  Bodwede;  von  Freih.  v.  Hammerstein. — 
An  0  uell  en  beitragen  :  Der  Kekroloü  und  die  Verzeichni.sse 
der  Proliste  und  Aebtissinnen  des  Klosters  \^'ienhaiisen,  von 
IL  Biittger.  .\uszuge  ans  einem  Prolokollbuche  des  Stiftes 
Bardowiek,  1569  —  1608;  vom  Reichsfreilierrn  Grole.  —  Zur 
A  ller  th  u  ms  kiin  de:  Untersuchung  eines  Leichenhugels  im 
Katlenburger  Korstrevier;  iiiitgctlieilt  von  C  Eiiifeld.  Ein  ger- 
manisches Haus,  von  dems.  Das  Steindenkmnl  in  Steinbeck 
.\mt  iMoishurg,  von  dems. —  Für  die  Miinzknnde:  Die  marca 
argenti  usualis  von  C.  L.  (irolefend.  —  Derselben  Zeilsi  lirifl, 
Jahrgang  |8.')6,  Doppi'lheft,  enthalt  in  der  ersten  Alillieiliiiig 
für  die  R  eclitsg  eschi<  hte:  Darstellung  der  im  llenogtliiiin 
Bremen  beslehenilen  besonderen  und  abweichenden  Jun.«- 
diktionen,  — 


9!) 


ArizeijjiT  für  Kiimlo  dfi   deutschen  Vorzeit. 


100 


Die  Zeilschrifl  desVereins  für  tliUrlncisrhe  Ge- 
schichte II.  Allcrlhuirisk.  in  Jena:  III,  I,  1857  vnlhall  lur 
Quellenkunde:  L'rkunilenverieii'hnifs ,  Johann  Holhe  helref- 
fend ,  milgelheill  von  .\.  L.  J.  iMichelsen,  —  Kur  l.andes- 
und  Ort»  geschieh  te:  Ueber  die  Herrn  von  Schlotheini  als 
ehemalige  Erhtruchsesse  der  Landgrafen  von  Thüringen  von 
Dr.  Funkhänel.  Die  Ephoric  Runneburg  und  die  Dotirung  der 
zu  ihr  geliiirendcn  Plarreien,  1556;  von  Dr.  Schwarz.  —  Aufscr- 
dem  an  Beilragen  lür  die  A  Iterlh  uinskun  d  e:  Siegcl- 
sarnmlung  des  llerzoglhuuis  Koburg,  von  A.  L.  J.  .Michelsen. 
llonuini  ntales,  von  tViih.  Kein.  Kur  Geschichte  der  Li- 
teratur: Ueber  die  Benennung  der  gottesdienstlichen  Dramen; 
von  Dr.  Kunkhänel.  —  Kiir  Geschichte  der  geistlichen 
Orden:  Zur  Statistik  des  Dominikaner- Ordens,  namentlich  in 
Deutschland;  von   \V.  Rein.   — 

Ein  Programm,  zur  Keier  der  5.  Generalversammlung, 
2.  Aug.  |K57,  desselben  Vereins  vero(Tentli<ht,  enthalt  für  die 
Wappenkunde  als  werthvollen  Beitrag  von  A.  L.  J.  Michel- 
sen:  Die  ältesten  VVappenschildc  der  Landgrafen  von  Thüringen, 
mit  einer  lithograph.  Tafel.   — 


Der  Verein  für  Nassauischc  Alterlhu  ms  künde 
und  Geschichtsforschung  hat  1H57  durch  Dr.  Karl  Rössel 
herausgegeben:  l'.  Ilirniiinu  li;ir,  di|iloiii:itische  Geschichte  der 
Abtei  Eberbacb   im   Hbeingiui,   Band   II,   Heft  I. 

Der  Verein  ^  on  A I  ter  tli  u  m  s  f  re  u  n  den  indenlihein- 
landen  verölfentlichle  als  Feslprograuim  zu  Winkelmanns  Ge- 
burlsiag  durch  Prüf.  Dr.  Braun:  Der  Wüstenroder  Leopard, 
ein  rüin.  Kobortenzcichen.   — 

Von  der  Schleswig-Holstein-LauenburgischenGe- 
sellschaft  etc.  liegt  vor:  ürkundensanimlung,  Urkunden  des 
13.  u.   14.  Jhdts.   enthaltend,  Band  II.  Heft  3,   185ti. 

Für  Rechnung  der  histor. -statistischen  Sektion  der 
k.  k.  mä  hr. -seh  I  es  isch  en  Gesellschaft  etc.  hat  der  tha- 
tige  Vorstand  ilerselben,  Kinanzrath  Christian  d'Elvert,  bearbei- 
tet und  herausgegeben:  Geschichte  der  Studien-,  Schul-  und 
Erziehungsanstalten  in  Mahren  und  Österreich.  Schlesien,  ins- 
besondere der  ülniülzer  Universität,  in  den  neueren  Zeiten; 
1857.  — 


N  a  c  h  r  i  c  li  1  c 


I^ilerittiir. 

Neu  erschienene  Werke. 
23)  Alpensagcn.  Volksüberlielerungen  aus  der  Schweiz, 
aus  Vorarlberg,  Kärnten,  Steiermark,  Salzburg,  Ober- 
und  Miederiistcrreich.  Von  Theodor  Vernaleken. 
Wien,  L.  W.  Seidel.  1858.  8.  X.\  u.  436  Stn. 
.Vit  der  immer  stijrkern  Anschwellung  der  Sagensamm- 
lungen  wiichst  das  Verstandnifs  dafür  und  das  Geschick  in  der 
Behandlung.  Einen  Beweis  dessen  liefern  die  vorliegenden 
„.\lpensagen",  die  ohne  Widerrede  den  besten  S:ininilungen 
dieser  Art  beizuzählen  sind.  In  der  sehr  lesenswerthen  Vor- 
rede, wo  der  Sammler,  obwohl  „den  Kennern  deutscher  iMy- 
th(dogie  hier  zum  ersten  Male  auf  diesem  Keldc  begegnend", 
Zeugnifs  gibt,  dafs  er  vollkommen  auf  diesem  Kelde  zu  Hanse 
ist,  äufserl  er  U.A.:  „Ein  zusammenfassendes,  vergleichen- 
des Werk  wird  nicht  ausbleiben,  wenn  einmal  alle  Theile  lies 
deutschen  Landes  vertreten  sind".  Es  wäre  zu  wünschen,  dafs 
dem  liearbeiler  eines  solchen  Werkes,  das  sich  bald  als  eine 
INi)thwenili';keit  herausstellen  wird,  die  Losung  der  niil  dem 
Wailislhum  des  Materials  stets  schwieriger  werdenden  Aufgabe 
erleichtert  wurde  in  der  Weise,  wie  dies  vom  Verfasser  ge- 
schehen ist,  indem  er  die  Sogen  nicht  nur  unter  gewisse  Ab- 
theiliingen  gebracht  f  die  letzte  gibt  noch :  Zeiten  und  Feste 
des  Volks,  Sitten  und  Gibriiiiche,  Aberglauben),  sondern  auch 
den  meisten  Mythen  Hinweisungen  und  Erliiiilerungen  beigc- 
fiigt  und  dem  Ganzen  ein  alphabetisches  Sachregister  ange- 
hängt hat  Der  grofslc  Theil  der  gesammelten  Mjthenreste 
beruht  auf  miindlicher  .Miltheilung;  „Alpensagcn"  nennt  sie  der 
VrrfaMer,  weil  sie  dem  Gubietu  vom  Genfer  See  bis  zu  den 
nordtisllichen  Ausläufern  der  Alpen  an  der  Donau  angehören; 
er  hat  sich   jedoch    auf   ein   Gesamnitbild    beschranken    niUssen, 


wobei  ihm  vor  Allem  Kuhn's  norddeutsche  Sagen  als  .Musler 
gedient.  Das  Gesanimelle  Iragl  natürlich  durchweg  die  der 
gesammtdeutschen  .Mythe  gemeinsamen  Züge ;  indes  ,Jeder 
Landesstrich  hat  seinen  eigcnlhüinlichen  .Mythencharakter,  wie 
er  auch  seine  besondere  .Mundart  hat",  und  so  bringt  auch  die 
vorliegende  Saniriilung  neben  vielem  iiberall  WicdiTkehreiidrii 
manches  Eigcutliümlicbe,  wie  gleich  in  der  ersten  .\blheilung 
„Vergletscherung". 

2  Ij  Vorschule  zur  Geschichte  de  r  Ki  rehenbau  kun  s  t 
des    .Mittelalters.      Von    Wilhelm    Lübke.     Vierte 
uiiigcarli.  und  verm.  Autl.     Mit  85  in  den  Text  gedruck- 
ten lllustr.     Leipzig,  Emil  Graul.     1858.      8.     81  Sin. 
Das  kleine  praktische  Büchlein,  welches  die  EiilwicMiings- 
geschichle  des  Kirchenbaues  in  kurzen  Zügen  nebst  Erkliiruiigen 
der  vorkommenden  technischen  Ausdrücke  gibt,  erscheint  hier 
in   neuer  Gestalt,  welche   namentlich   durch  die  .>lengc  der  neu 
hinzugekommenen  Holzschnitte  als  eine  wesentlich    verbesserte 
zu   betrachten   ist.     Aufserdem   ist  auch    der  Text    umgearbeitet 
und  drei  Abschnitte:  die  allchristliche  Basilika,   der  bjzaiitinisclie 
Stil  und   der  deutsche  Backsteinbau,  sind  neu  hinzugekommen. 
25)   Danzigcr    Bauwerke.     In    Zeichnungen    von    Julius 
Grcth.     Mit  erläuternden)  Text:    Danzigs  nltertliümliche 
Gebäude.    In  artistischer  und  historischer  Bedeiiliing  dar- 
geslellt  von   Riid.  (Jenee.      Danzig,    hei   Theodor  Bcrt- 
ling.     1858.     Kol.     Heft  9,    II)  und   12. 
Das  Werk   selbst   ist   den  Kreunden   aller  Kunst  schon   durch 
die    früheren    Lieferungen    bekannt    und    empfohlen.     Die    vor- 
liegenden enthalten  Abbildungen  der  St,  Kalharinen-Kirche  und 
der  Kirche  zu  St.   Bnrtholomiii.   des  Franziskaner- Klosters  und 
eine  Totalansicht   von   Danzig,    Das    12,  lieft  inllult   dm  Srhliifs 
des  Textes. 


101 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


102 


Au/satxe  in  Zeitschriften. 

L)  euuchia  n  d ,  Beil.  1.  Der  Kicolifuslag  in  Tirol.  16.  Die 
Feste  Naiisburg  im  Argau.  20.  Die  Uelerlrugung  der 
Reste  Heinrichs  Jasnniirgolt  in  eine  neue  Gruft  in  die 
Srhottenkirrlie  in  Wien.  27.  Die  Stadt  Riiltenliurg  am 
Neckar.  44.  Das  Schlof,  Welidorf.  Das  Todtenfcld  bei 
Ulm. 

Correspondant,  T.  VI.  Du  prelendu  niariagc  d'Anne  d'.\u- 
triclie.  (Chalambert.J  La  lorät-noire.  (.MarrnierJ.  Poesie 
allemande.     Les  Minnesinger.     (dAssuilly.) 

Ergäti  lungsblS  ttcr  zum  Convers  -  Lex.  XIII.  Der  Kiilner 
(iürzenich. 

Die  (j  rem  boten:  Ar.  8.  Bilder  aus  der  deulsclien  Vergan- 
genlieit.  Deutsche  Fürsten  auf  einem  Keichsla^'e.  ]\r.  10. 
Bilder  aus  der  deutschen  Vergangenheit.  Deutscher  Adel 
im    16.  Jahrhundert. 

Jahrhiicher  für  deutsche  Theologie:  1.  Die  Lehre  der 
altprotcstnnt.  Diigiiiatiker  von  dem  testim.  spir,  S.  und 
ihrer  dogmatischen   Bedeutung. 

Wcslcrrn.  Monatshefte:  INr.  18.  Volkssa;;en  Her  Schweiz: 
Der  Killer  von  (jrinimenslein.  Die  Kirche  von  V>  yla. 
(.Runge.) 

Berliner  Wach  richten,  5.  Beil.  Einzug  des  aus  dem  Tiir- 
kenkricg  zurückkehrenden  Churpr.  Joachim  11.  in  Berlin. 
1Ö32.     35.  Leichenfund  in  der  St.  Marienkirche  in  Elliiug. 

Revue  con  te  ni  pora  ine,  I,  3.  Jean  de  Will:  vingt  ans  d'in- 
lerregne  dans  le  Slalhouderat  au  XVII'   siecle.     (Parieu.) 

Revue  numismat.,  5.  Monnaies  episc.  de  Strafsbourg  et 
de  Constance. 

Vico  Giamb.,    8.    .Monle   t'assino    e    Carolo   Magno.     (Tosti.) 

Zeitschrift  für  Gymnsi  al  wesen ,  XI,  3.  Die  .Mark  Bran- 
denburg, ihre  Katur  und  deren  Einllufs  auf  Geschiclite  und 
Leben  der  Einwohner.     (Kofs.) 

Zeitschrift  für  dculsclies  Itechl:  ^r.  1.  l'rsprnng  und 
Entwicklung  der  Ausiragaliristanz  in  Deulschlaud.  (Goliren) 
Die  Theiliiahme  am  Verbrechen  nach  altdeutschem  Rechte. 
(Osenbrüggen.J 

Illustr.  Zeitung:  Kr.  761.  Zur  deutschen  h'ullurgeschichte. 
Aus  der  Zopfzeit 

Kcue  .Münchener  Zeitung,  Abendblatt  zu  i\r.  4T.  Der 
Mythus  vom  heiligen  Gral  und  Lohengrin.  Ar.  57.  Die 
römische  Grenzmarke  gegen   Deutschland. 

Oeslerr.  Zeitung,  Kr.  21.  Christ.  Beyriin,  ein  Kriegsrefor- 
nialor  des  XVI.  Jahrhunderts.     (.Meynert.) 

Neue  Preufs.  Zeitung,  Beil.  zu  Kr.  .50.  Hohenzollcrnsche 
Skizzen.  III.  Friedrich  von  llohenzollcrn,  Bischof  zu  Augs- 
burg.    (14><6  — 1,505.) 


VeriiiiMClite  i\aclii-icli««>ii. 

12)  Auf  der  Insel  Gulland,  wo  die  Fundgruben  aller 
Münzen  unerschöpflich  zu  snin  scheinen,  sind  jüng.u  wieder 
auf  einem  Acker  in  der  Erde  dicht  bei  dem  sog.  Kirclii'n>unipr 
zu  Orja  unter  einem  grofsen  Stein  74  kuflsche  Silhcrniünzi-n 
neben  16  Bruchstücken  von  uralten  Broncesrliuallcri  gefunden 
Worden. 


\3}  lu  den  .Marniorsteinbruchen  des  Unlcrberges  bei  Salz- 
burs  fand  nmn  jungst  in  einer  .Marniorhohlung  des  sog.  Vcil- 
bru<lies  romische  Miinzen  als  Beleg,  dafs  diese  .Marmor- 
sleinbruche schon  zur  Houierzeil  bekannt  und  bearbeitet  wur- 
den. Die  Münzen  sind  26  an  der  Zahl  und  rühren  von  ver- 
schiedenen Kaisern  her.  Sie  sind  Eigcnthum  des  Landes- .Museums 
in  Salzburg. 

14)  In  dir  Kiihe  von  Zürich  ist  auf  den  Lebern  ein  Kel- 
tengral) aufgedeckt  worden.  Die  Wände  beslanden  aus 
trocken  auf  einander  gelegten  Feldsteinen,  die  Bedeckung  aus 
Platten  von  rothem  .\ckcrslein.  Der  darin  Bestattete  trug  als 
Schniuik  Ohrringe  von  Erz,  ein  Halsband  von  farbigen  Glas- 
korallen, Schnallen  verschiedener  F'orni  aus  Bronce  und  Eisen. 
Ein  Messer  war  dem  Verstorbenen  ins  Grab  (lelegt  worden. 
.Man  nimmt  an,  d;ifs  der  Fund  dem  letzten  Jahrhundert  der 
römischen   Periode  des  Landes  angehöre. 

15)  Auf  der  Hochebent:  des  Berges  St.  Barbe,  bei  dem 
Dorfe  Bainvillc,  in  Lothringen  hat  man  ein  grofses  Leiclienfeld 
aufgefunden,  das,  wie  Altertliunisforscher  nach  den  vorgefun- 
denen Wulfen  etc.  berechnet  haben,  etwa  aus  dem  4.  Jahr- 
hundert unserer  Zeilrechnung  staninil  und  einer  Scliaar  jener 
Ililfslruppen  (Leti)  angehorte,  die  das  gallische  Gebiet  liir  die 
Homer  gegen  ihre  germanischen  Land»kule  \eilheidigten. 

16)  Ueber  die  Vorkehrungen  zur  Durchführung  der  Restau- 
ration des  St.  Slephansdomes  in  W  len  vernimmt  man,  dafs  be- 
reits ein  C'oiuile  zusammengetreten  ist  und  nach  vor^insge- 
gangener  Mahl  eines  Dombaumeislers  eine  umfassende  Um- 
hebung  des  Bauzuslandes  und  der  Gebrechen  des  Domes  ver- 
anlassen wird.  Kehen  diesem  Comite  wird  sich  unter  der  un- 
mittelbaren Leitung  des  Hrn.  Erzbischofs  der  Donibauverein 
constiluircn.  Der  von  Sr.  .Maj.  dem  Kai.-er  auf  die  Dauer  Non 
liinl  Jahren  liewilligle  Beilrag  jährlicher  5ü,0U0  II.  wird  schon 
bcucr  fliissig  gemacht. 

17)  Für  die  innere  Restauration  der  Frauenkirche  in  Efs- 
lingcn,  welche  ihrer  aufsern  Bauart  nach  ihresgleichen  sucht 
und  welche  vom  gleichen  Baumeister  wie  das  Timer  .Munster 
theilweise  gebaut  worden,  hat  der  Slifiungsralh  16,000  11.  ver- 
billigt, so  dafs  mit  Hinzurechnung  der  freiNMlIigrn  Gaben 
20,000  fl.  zusammenkommen  werden. 

18>  In  der  elieniHligen  .Maiilbronner  Abrei  werden  im  KrrUz- 
gange  und  S( icr-Kcfectoriuiii  Beslaural Ionen  vorgenuinmen. 

19)  Aus  einer  coiiiinissioiiellcn  Besichtigung  der  .Mlsladler 
Hauplpliirrkirche  am  Teyn  in  Prag  irgab  sich,  dafs  eine  gniiid- 
liche  Ausbesserung  dieser  Kirche,  namenllicli  aber  der  auf>eren 
Theile  derselben,  inil  besonderer  Berücksichtigung  ihrer  Ealil- 
reichen  Sculpturen  als  wünschenswrrlli  erscheine. 

2ü)  Die  schiinc  Burg  in  ileni  alten  iiischor«silr.e  ltcni|irn 
ist  ilurch  Ankauf  von  Seite  der  Stadlbehorde  vor  siclicriiii 
l'ntergange  gerettet  worden.  Sie  soll  im  .\l\.  Jnhrh.  von 
Huri.  Heinrieh  von  Virnebnrg,  Eribischof  von  Knlii ,  erlniiil 
Worden    sein.     Es    ist    löbliche  Absicht    der    Slndlvcrordneten, 


lu. 


Anzeiijer  lur  Kiiiiilc  ilur  dcutst'lien  N'orzeit. 


104 


diesen  Rllchrwiirdipcn  Sitz  der  kölnischen  Kurnirslen  von  kunsl- 
verülanrlictr  Hand  ßani  in  dem  ursprunglirht-n  Geiste  und  den 
reinen  Formen  des  Mittelalters  wiederherstellen  zu  lassen,  und 
das  neue   kathol.   (iyninasiuni   darein   zu  a  erleben. 

21 J  Manrher  AlturthumsFreund  war  hekünimert  um  die 
Wäsehenliurj,  vulgo  „Wäscherschlüfsle",  diesen  allehr«  ürdigen 
Stammsitz  der  Ilohenstaufen ,  da  sie  die  seitherigen  Patrone 
verkaufen  wollten  und  dabei  dem  Schlüfschen  der  Abbruch 
drohte.  Sein  Fortbestand  Ist  nun  wohl  auf  immer  gesichert. 
Der  Staat  hat  nämlich  das  Kitlergut  snmmt  dem  Schlürschen 
angekaurt. 

22)  Die  k.  Regierung  von  Potsdam  bat  ncuerlirb  wieder 
einen  schon  früher  ergangenen  .Vinislerialerlafs  mitgelheilt,  wo- 
nach alte  Leichensteine  von  urkundlicher  oder  kiinsllerischer 
Bedeutung  ohni'  (ienehmigung  des  Slinistcriunis  nicht  veräufsert 
oder  anderweit  verwendet  werden  dürfen.  Kbenso  sollen  alle 
aufser  Gebrauch  gekommene  Taufsteinc  wo  möglich  nur  wie- 
der in  den  kirchlichen  Kaumcn  aufgestellt  werden. 

23)  Unter  den  mehr  oder  weniger  zerstörten  Häusern  in 
Mainz  befindet  sich  auch  dasßrnuhaus  „Huf  zum  Jungen",  auch 
,.zuni  (lUtenberg"  genannt,  in  der  Franziskanergasse.  Hier 
belindet  sich  auch  eine  Tafel  von  .Marmor  mit  der  Inschrift: 
^lldf  zum  Jungen,  erstes  Druckhaus  des  J<]hann  Gen.slleisch  zum 
Gutlenberg,  1453—1450",  geweiht  von  Carl  Barth  1828.  Diese 
Tafel  ist  unbeschiidigt  geblieben. 

24)  .Auf  der  alten  Moselbriieke  bei  Koblenz  beabsichtigt 
mau,  dem  beruhiiilen  Krbauer  derselben,  Kiirf.  Balduin,  aus 
dem  Hause  der  Lutzelburgcr,  welcher  iu  der  Zeit  von  1331  — 
1344  dieses  Pur  Hie  damalige  Zeit  bedeutende  Meisterstück  mit 
14  grofsen   gewölbten   Steinbogen    ausführen   liefs,   ein    Denk- 


mal aus  Bronce  zu  errichten.     Ein  Cnmitc  ist  gebildet   und  der 
Bildhauer  Härtung   mit  der  Ausfubrutig  betraut. 

25)  fn  Bacharach  wurde  der  weitherühnitc  Barchusslein 
(.\llar)  mit  seiner  denkwürdigen  griechischen  Inschrift  aus  den 
Flulben  erhoben,  um  an  einer  seiner  würdigen  Stelle  in  der 
Stadt  angebracht  zu  werden.  Ein  Beweis,  wie  sehr  man  hier 
die  historischen  Erinnerungen  zu  ehren  und  im  Volke  rege  zu 
halten  versteht,  ist  auch  die  AulTubruug  des  wohlbekannten 
Eistanzes,  welcher  eine  .Menge  Menschen  bei  dem  „grofsen 
Leyen"  auf  dem  Rheine  versammelte,  wenn  gleich  nicht  wie 
früher,  in  der  kurpfalzischen  Zeit,  das  beste  Fuder  aus  dem 
Apostelhuf  verzapft  wur<le,  und  nicht  wie  ehmals  der  würdige 
Rathsbürgernieister  mit  dem  Stndtschreiber  den  Tanz  organisierte. 

26)  Eine  aus  dem  Mittelalter  stammende  Handwerkssittc, 
welche  bisher  noch  im  Herzogtbum  Kubiirg  bestand,  ist  jetzt 
durch  eine  Regierungsverl'ugung  abgeschalft  wurden.  Es  ist 
dies  das  sogen.  Sehauen  der  Waaren,  welche  von  frem- 
den .Meistern  zum  .Markte  uder  zur  Messe  gebracht  werden, 
und  für  welche  von  den  Innungen  ein  sogen.  Schaugeld  er- 
hoben wurde. 

27)  Entgegen  der  dichterischen  Darstellung  Göthe's  hat 
gerade  im  Jahre  1518,  in  welchem  der  Götz  der  Tragödie  auf- 
tritt, derselbe  sich  vermählt,  und  zwar  mit  der  ehrbaren  edlen 
Jungfrau  Dorothea  v.  Gayling.  Seine  eigenen  Verwandten,  ein 
Herr  von  Seldcneck  un<l  sein  Schwager  Arnold  v.  Gayling,  sind 
Zeugen  des  nach  der  Sitte  der  Zeit  mit  allen  Formeln  und 
Clauscln  verwahrten  Vertrags.  Das  Eingi'brachte  der  Braut 
betrug  700  Florin;  die  Wiederlage  des  Briiutigams  eben  so  viel 
und  die  Morgengabe  400  Florin,  was  Götz  auf  seine  Eigen- 
gUter  und  Lehen  versicherte.     So  der  Ehevertrag. 

38)  In  Breslau  hat  sich  ein  Verein  für  Errichtung  eines 
scblesischen  .Xlterthumsmuseums  gebildet. 


liis(M'alo  1111(1  Holvaiiii(iiia('liiiiii>;oii. 


3)  Soeben  erschien  und  i.-.t  durch  alle  Buch-  und  Kunst- 
handlungen zu  beziehen  : 

Lagorkatalog  des  Leipziger  Kunst -Comptoir's. 

Z"eile   ,\bllieilung.      Preis:   20  i\gr. 

Derselbe  enthalt  eine  ungewöhnlich  reiche  .\uswahl  (circa 
3000  Auiiimcrn)  sciiöner  Blatter  von: 

Aldegrever  (481,  B.  u.  H.  S.  Beham  (1,56),  Cranach  (36), 
DUrcr  (246),  L.  van  Leyden  (37),  Mantegua,  Marc  Anton  (31), 
J.  van  Merken  (13),  Penrz  (54),  M.  Schon  (24),  Bergbem  (22j, 
liolh  (20|,  itieirieh  (65),  Dusnrt  (17),  van  Dyk  und  nach 
ihm  (82),  Everdingen  (lil),  Claude  Lorrain  (17),  Naiwincx 
leomplett).   Ostnde  (108),   Polier   (12),   llembrandl  (303),   van 


L'den  (19),  de  Vlieger  (15),  Waterluo  (20G),  Zclmann  (16), 
Rubens  und  nach  ihm  (112),  F'aithorne  (36),  J.  Faick  (26), 
Hollar  (84),  .Morin  (18),  Ponlius,  Bolswerl,  Vorslerman,  ü.  V. 
Schmidt  (47),  Suilerhoef  120),  C.  Visscher  (25)  etc.  in  vor- 
züglichen  .Miilruikeii. 

Viele  dieser  Blatter  sind  ehemals  Zierden  berühmter  Ka- 
binette wie  z.  B.  von  Lord  Aylcsford,  Barnird,  Robert  l)u- 
uiesnil,  Esdaile,  Graf  Fries,  de  Grnaf,  Marielte,  Fürst  Paar, 
Verstolk  etc.  gewesen  und  es  wird  hierdurch  Kunslfreuuilen 
eine  seltene  (ielegenlieil  zur  Bereicherung  ihrer  Sammlungen 
geboten.  In  einigi'n  Monaten  erscheint  ein  ebenso  reiebhalli- 
ges  Vcrzclclinifs  der  achünstcn  Porlnitstichc. 


Verantwortliche  Redaclion:     Dr.  Freih.  v.  n.  z.  Aufscs«.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.   h.  Frommann. 

Druck  Ton  Fr.  Campo  *  Sohn  In  MUmborg. 


MVR5BEH0.  Das  Abonnement  de»  Blattes, 
weU-tK's  allu  Monate  erücheint,  wird  ganz- 
jührit;  anK<^noninn-n  und  belräiiit  nach  der 
□^Beuten  Po-^tcuiiventiuu  bei  allen  Puatam- 
tem  undBuchhandlunf^en  £>ftir«cA/an<Jj  incl. 
Oeslreichs  2  fl.  4a kr.  im  24  fl.  •  Fufa  oder 
1  Thlr.  16  Sgr. 

Für  Frankrfich  abonnirt  man  in  Strafs- 
burg bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben, Nro.  33.  rue  Notre  Dame  de  Nazareth, 
and   bei  der   deutschen  Buchhandlung  von 


mmam 


Fliu  um  m 

Nene  Folge. 


'c%2^^ 


F.  Klincksieck  .  Nr.  11.  rue  de  Lille,  od«T 
bei  dem  Postamt  in  Karlsruhe ;  fUr  Eng- 
land bei  William»  &  NorKate,  14  Henriett©- 
Street  Covenl-Garden  in  London;  fUr  A'ord- 
amerika  bei  den  Postimtem  Bremen  und 
Hamburg.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anseigera  und  deäüen  wiMsenschaftHchem 
Gebiete  in  Verbindung  stehen,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Columnea- 
zeile  mit  7  kr.  oder  2  Sgr.  berechnet 


nnmv 


mmm  \mm. 


Fünfter  Jahrgang. 


1858. 


OKGAX  DES  (JEltM VMM Ilt:\  MLSEIMS. 

JV?  4. 


April. 


Wissensclialdiclie  Mi((lieiliin»;en. 


Ober   die   CirianKeiiiieliniiiiiK  de»  Griiren 
KeiiiliartI  «on  $iolniii. 

Von  Dr.  Johannes  Voigt,  k.  pr.  geli.  Rcgierungsralh 
und  Universilälsprofessor,  in  Königsberg. 
Wenn  man  zu  Kaiser  Karl's  V.  Zeil  die  vornchmslen 
Reiihsgrofsen  anfgezeiclinet  findet,  stellt  Graf  Reinhard  von 
Solms  fast  immer  mit  in  erster  Reihe.  Auf  ihm  ruhte  der 
Ruhm  eines  uralten,  reichbegüterten,  um  das  Reich  vielver- 
dienten Geschlechts.  Er  stand  unter  der  Lehensherrlidikeit 
des  Landgrafen  von  Hessen,  denn  in  dessen  Landen  lagen 
die  meisten  und  bedeutendsten  seiner  Besitzungen.  In  der 
verhiingnifsvollen  Zeit  jedoch,  als  (1546)  der  Landgraf 
Philipp  von  Hessen  und  Kurfürst  Johann  Friedrich  von 
Sachsen  sich  zu  ihrem  Heereszug  gegen  den  Kaiser  rüste- 
ten, konnte  Graf  Solms  sich  nicht  entschliefsen ,  seiner 
I-ehenspllicht  Folge  zu  leisten  und  mit  seinem  Lehensherrn 
gegen  den  Kaiser  ins  Feld  zu  ziehen.  Er  trat  vielmehr  auf 
dessen  Seite  über.  \\ir  finden  ihn  schon  im  Juni  am  kai- 
serlichen Hofe,  von  wo  ihn  Karl  mit  einem  kaiserlichen 
Ralli  nach  Fulda  und  in  Frankenl.ind  umher  sandle,  um  den 
Rcichsadcl  ynu  dir  Redlichkeit  seiner  Ah.-Iihlcn  zu  ulier- 
zeugen  und  für  ihn  zu  t-'cwinncn.  In  gleicher  \N'eise  ge- 
schah es  auch  im  nächsten  Jahr  (1517)  durch  seine  und 
Kurt»  V.  Boyncburg  eifrige  Bemühungen,  dafs,  nachdem  Land- 
graf Philipp  schon  fast  völlig  wehrlos  und  verlassen  da- 
stund,   die   vornehmsten   Mitglieder   des   hessischen  Landes- 


adels sich  dem  Kaiser  zuwandten.  Schon  damals  hatte  ein 
kaiserlicher  Machtspruch  das  Lchensverbültnifs  zwischen  dem 
Landgrafen  und  dem  Grafen  von  Solms  fiir  aufgelost  er- 
klart und  somit  diesen  von  allen  LehenspHichten  entbunden. 

Kein  Wunder,  wenn  durch  diese  Vorgiinge  des  Land- 
grafen Seele  mit  tiefstem  Groll  gegen  den  Grafen  erfüllt 
war.  Er  sprach  sich  unter  Anderni  auch  dann  aus,  dafs 
er  bei  der  Abbitte  und  dem  Fufsfall,  den  er  zur  Aussöhnung 
mit  dem  Kaiser  thun  sollte,  sich  ausdrücklich  die  Gegen- 
wart des  Grafen  Reinhard  von  Solms  verbat.  Und  dieser 
Groll  mufste  sich,  wo  möglich,  immer  noch  mehr  steigern, 
wenn  mau  horte  und  sah,  wie  der  Graf  als  kaiserlicher  Be- 
fehlshaber wahrend  des  Landgrafen  Gefangenschaft  in  des- 
sen Land  mit  schonungsloser  (iewall  Nerfidir,  wie  er  nicht 
blos  anordnete,  dafs  die  Vesten  des  Landes,  Giefsen,  RUs- 
selshcim  u.  a.  geschleift  wurden,  sondern  selbst  einen  völlig 
vertragswidrigen  Angriff  auf  die  Ve>le  Ziegenhain  unter- 
nahm, der  nur  durch  den  besonnenen  Heldeiiinuth  des  dor- 
tigen Befehlshabers  lleinzo  von  Lüddcr  vereitelt  wurde, 
oder,  wenn  man  vernahm,  des  Grafen  Frau  treibe  täglich 
auf  (li'ii  Wallen  zu  (iielxu  die  armen  Leute  zum  AusfullcD 
der  (iralien  und  Abbrechen  der  Bcfesligungcn  an,  er  selbst 
aber  solle  geaufserl  haben:  er  wolle  es  noch  dahin  bringen, 

dafs  man  dem  Hause  Hessen  kein  Maofs  Wei ihr   borge. 

Und  es  war  in  kurzer  Zeit  durch  ihn  bereits  dahin  gekom- 
men,  dafs   in   ganz  Hessen   nufser  Ziegenhain  keine  iinzigc 


107 

Fe^lung  mclir  vorhanden  wnr.  Endlich  hatte  er  beim  Kaiser 
bewirkt,  dafs  ihm  die  jungen  Fürsten,  Philipps  Sohne,  eine 
Brandschntzung  von  20,000  Gulden  halten  zahlen  und  die 
Stadt  Königsberg  in  Oberhessen  auf  20  Jahre  einriiumcD 
müssen. 

Diesen  EiTer  des  GraTen  belohnte  Karl  auch  damit,  dafs 
er  ihn  zum  kaiserliiheii  Ralh  ernannte  und  als  solcher  stand 
Solms  auch  noch  in  des  Kaisers  Diensten,  als  sich  wahrend 
der  .laliie  löTid  iijid  1551  /.wijclicii  den  Herzogen  miji 
Meklcnliurs  und  PrenlVen.  dem  Markurafen  Johann  von  liran- 
denhurg,  dem  Kurfürsten  Moriz  von  Sachsen  und  den  jungen 
Fürsten  von  Hessen  ins  Geheim  jener  FUrstenbnnd  bildete, 
der  die  hochgetriebene  Gewallhcrrschaft  des  Kaisers  brechen 
sollte.  Im  Juni  (1551)  halte  dieser  schon  Nachricht  von 
der  ihm  drohenden  Gefahr;  er  traf  eiligst  Anstalten  zur 
Rüstung.  Reinhard  von  Solms  ward  alsbald  als  kaiserlicher 
Commissarius  mit  einer  gemessenen  Instruction  nach  Frank- 
furt a.  M.  gesandt,  um  dort  mit  den  dahin  hescliiedenen 
Hauptleuten  Wilhelm  von  Grnmbach,  Konrad  \iiri  lliiri>lein, 
Jost  von  Dalwig,  Philipp  von  Erenherg  und  AIhrcchl  von 
Rosenberg  in  des  Kaisers  Namen  wegen  Anwerbung  eines 
Reiterbaufens  das  Nöthigc  zu  verhandeln.  Allein  die  llnupl- 
leute  liefsen  sich  nicht  so  leicht,  wie  der  Kaiser  geliodl, 
zu  seinen  Diensten  bereit  finden.  Aufser  Vielem,  was  sie 
in  den  ihnen  vorgelegten  Bedingungen  mifsbilligten,  fufsten 
sie  auch  Mir.^lrauen,  der  Kaiser  werde  sich  des  Reilerhau- 
fcns ,  anstatt  ihn,  wie  er  vorsehe,  nach  Italien  zu  führen, 
zur  Bekümpfung  ihrer  Lehen-  luid  Dienstherren  bedienen 
wollen. 

Damals  erwachte  bei  den  jungen  hessischen  Fürsten  der 
Gedanke,  sich  des  Grafen  Solms  wo  möglich  zu  bemächti- 
gen und  ihn  des  Kaisers  Diensten  zu  entziehen.  Wir  lassen 
hiernächst  den  noch  vorhandenen  liericlit  über  des  Grafen 
Gefangennehmung  folgen. 

Wegen  der  dem  Grafen  Reinhart  von  Solms  gelegen 
heimlichen  Nachstellung  von  Hessischen  Prinzen,  'i 

Ludewiges  bericht  lautet  also,  als  Bernerdl  njid  ehr  obni 
nechslen  von  hie  apgcrileu,  seyn  sie  den  nei  lisleii  na(  h  ileui 
lande  Meysen  geriten,  alclii  seyndt  sie  Ui:u  Aldenbiir!.'k  kom- 
men, dl)  i-l  ,V.  ■;.  b.  iiiari,'raf  Allirechl')  gewesi  und  \\r- 
Izchen  lag  fiir  ihrer  ankirnfll  sich  aldo  wideriinib  crlndien 
und  nach  Magdeburgk  gel/.cjgen  und  ist  Filip  von  der  BriK  k  *) 


Anzeiger  lür  Kunde  der  deutschL-n  Vorzeit.  108 

mit  s.  f.  g.    aldn   gewest   und   hat  sich  vilip  von  der  BrnfK 
tzü  Aldcnhurgk  wider  seynen  wirdt  hören  lassen,   ehr   bab 
niargkgralT  Albrecht  einen  furschlagk  gethan,  s.  f.  g.  solten 
für   Magdeburgk    nicht   tzihen,    dann   s.  f.  g.    wurden   aldo 
weniiik  oder  gar  nix  schalfeii,  wo  oder  s.  f.  g.  seynem  ratb 
folgen  wolten  und  sich  ahn  die  orth  wenden,  wie  ehr  dann 
furgescblagen,   so   woldt  ehr  s.  f.  g.  fünff  hunderdl   pferde 
bewerben  und  t/.ammen  bringen  und  dieselbigen  unterhalten 
iHiil  besolden,   also   lang   der  selbig  tzugk  weret.     Darüber 
seyn    der   margkgrafT   und   ehr   uichl    eins   worden    und     ist 
M.  g.  b.  margkgralT  Albrecht  fordt  nach  illagdeburgk  gclzo- 
gen  und  Filip  von  der  Brück  mit  vir  pferden  widerumb  nach 
Aügspurgk  dem  kayser  nach  gctzogen,  so   haben   Bernerdl 
und  Ludew  igk  dem  von  der  Brück  tzwen  kunlschalfter   aulTs 
eylcndest  nachgeschickt,    der  eine   beyst  der  lange   pauer, 
ist  Albrecht  von  der  Kosenberges  diener  gewest,  der  ander 
beyst  Ilensel  Bot,   die  ihm  dann  seynes  weges  gefolget  bis 
ken  Aügspurgk  und  seyn  sie  auch   gefolget   und   seyn   aldo 
gelegen,  bis  das  des  kaysers  söhn  der  junge  printz  von  do 
auff  und  nach  Spanien  getzogen  und  ist  der  von   der  Brück 
mit  von  do  auH'  getzogen,   dem   haben  Bernerdl   und  Lude- 
wigk    gefolgel   bis   ken    Pingen    aliin    Heyn   iij    nieyl    nnler- 
halben  Mayntz  und  ballen    vorrnejudl,    dal's    ehr    sich    vom 
liaulTen   lluin   bei   sollen,    welches   den  nicht  gcsidielien  und 
haben  also  leuers  Izerens  halben,  auch  das  sie  da  nuhn  mer 
nicht  vil  ahn  ihm  bellen  schalTin  können,  \on  ihm  apeelas- 
sen  und   ihm  dannoch  eynen  kunscbalTler  nach  gescbyckt  bis 
ken  Kolleii   und   isi   derscibige   tzu  Kollen   wiederumb   ge- 
wendl  und  hat  nngelzeygkt  das  der  von  der  Brück  nie   von 
dem   haulfeu   kommen   und   ist   also  mit  dem  prinlzen  bis  in 
Spanien  getzogen,  also  ist  Bernerdl  und  Ludewigk  widerumb 
mit   fünf  pferden   nach   dem   landt   tzu   Hessen  geriten   und 
seyn  ken  Grumhergk  ')  kommen  tzu   dem   hessischen  rendl- 
meyster,   da    haben   sie  der  jungen  landtgraffen  marschalgk 
fuuden  Wilhelm   von  Schacbcten , ')   der  hat  sie   angespro- 
chen und  gesagkt,   das   sie  seynen  bcrren  wol  dienen  kon- 
<len,  wan  sie  wolden,  so  hat  sich  bernerdl  und  auch  lude- 
wigk erboten,  wo  sie  den  jungen  herren  und  auch  ihm  mit 
ihrem  leyb  und  allem  vormogen  dienen  kontten,  des  weren 
sie    erbotigk,    soliclics    bat    der    niarscbnlgk    seynen    herren 
angelzcygkt,    aulT    das    hahcri    die   Jungen    herren    Bernerdl 
fordern  lassen  und   ihm  alda  erlzaldt   und    angelzcygkt,    wie 
das  sie  einen  graffeu  liellru,  der   unler  ihnen  gesessen,  mit 
nanien  gralT  HcyncrdI  von  Solmilz,   der  selbige   richtet  ahn 


')  Wir    gebrn    diesen   Berlrhl    witrillrh    »o,    wie    er   sich  im 

geheimen    Archiv   lu   Knnicslierg  belindel. 
'l  .Markgraf  AIhreclit  Ahibiadcs  viin  Ürandenburg-Kulniiineh. 
')  Philipp  von  Brack,  einer  der  damallKcn  Soldner-Ilauplleulc. 


')  (irunherg,   KreisslRdt  in  Hessen -Dnrmslndt. 
')  Wilhelm   von  .Scliaclilen,   Marschall  der  jungen  Landgrafen 
^<)n  Hessen. 


109 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


110 


und  lliel  auch  alles  so  ihnen  nuurl  (zuwider  wer,  hett  auch 
so  vil  bey  k.  M.  ')  getrieben,  das  sie  ihm  XX  lausendl  gül- 
den betten  geben  müssen  braudlsehalzung  und  tryb  auch 
<unst  alle  falsche  pracktyken  bei  k.  M.,  derliallien  sie  ihm 
gern  widerumb  tzu  Dach  weren,  helten  oder  noch  tzur  tzeydt 
keyne  fullyge  ursach  tzu  ihm. 


')  Kaiserl.  .Majestät. 


(Schlul's   folgt.) 


Frelniarkt. 

Vom  Archivar  Ilerschel  zu  Dresden. 

llallHUs  erklärt  in  seinem  Glossar  das  mittelhochdeutsche 
Wort  Freymarckt  (Freymarcken,  Abfreymarken,  Verfrey- 
miircken)  mit  Tausch,  führt  dabei  mehrere  urkundliche  Be- 
lege an,  erachtet  jedoch  selbst  seine  Deutung  nicht  für  viil- 
lig  zureichend.  Es  sei  daher  gestattet,  hier  auf  zwei  wei- 
tere Urkunden  hinzuweisen,  in  welchen  das  Wort  wieder- 
kehrt und  sich  vielleicht  näher  bestimmt. 

In  einem  landesfürsUichen  Lehnbriefe,  ausgestellt  zu 
Meifsen  am  14.  April  1457,  welchen  zuerst  der  Sekretär 
Gnindmann  in  Dresden  in  den  ohne  Nennung  seines  ISamens 
17,>9  herausgegebenen  „Nachrichten  von  Neustadt  bei  Stol- 
peii  und  Wehlen"  S.  13,  freilich  ohne  Angabe  seiner  Her- 
kunft abdrucken  licls  und  welcher  von  da  aus  weitere  Ver- 
breitung gefunden  hat,  heilst  es:  —  „vnil  ilinricb  von  Tor- 
gow  hat  vor  vns  an  eides  stadt  hekanth,  das  dyselbigen 
guller  synen  vater  Folzc  von  Torgow  yn  frymargte  vor 
Mockeiiberg  von  Nickel  und  Allisch  von  Kockericz  ankörnen 
sindt  mit  eynen  dorife  gnant  Pogericz  vnd  eyn  stugke 
waldifs,  den  er  Poppe  von  Kockericz  ym  selbir  und  seynen 
brudrn  abegefreymurgkt  vor  dem  Kewbcrg  vnd  eynen  sleyn- 
berg  zu  der  Dawbe  geyn  Libentayl  obir  gelegin." 

Liifst  sich  nun  auch  aus  diesen  Worten  keine  andere 
Bedeutung  entnehmen,  als  die  von  llaltaus  aufgestellte,  so 
scheint  dagegen  eine  zweite  Urkunde  mehr  Ausbeule  zu 
gewähren.  Es  ist  ein  wol  noch  ungedruckles  Magdeburger 
Scliiippenurthel,  welches  aus  Bl.  220''.  des  unter  Jl.  IM'. 
in  der  Dresdner  Bibliothek  aufbewaliricn,  im  XV.  Jahrhun- 
dert zusammengeschriebenen  Kechtsbuclis  luKhlnIgcnil  mil- 
getlieill  wird. 

„Ab  frimurgtis  handclunge  vnde  geschichle  mit  rechte  möge 
gesyn  vnde  besteyn, 

Vnsm  frnndlichcn  grus  zcuuor.  Krsiimcn  besundirn  lie- 
bin frund.  Ir  hnbit  vna  vmbc  recht  gefragit  noch  difscn 
Worten. 


Lorenz  Lubenicz  der  junge  spricht,  wie  das  die  ersamen 
burgir  der  stat  Dresden  cyne  wirtschalTl  miltennander  ge- 
habt habin  vor  vasnacht  ya  dem  jare  alzo  man  schreybet 
nach  Christi  geborte  tawfsint  virhundirt  vnd  yn  dem  sebin 
vnd  czwenezigisten  jare  vnd  yn  der  selbigen  wirtschafR 
habin  sie  vndir  ynnandir  eynen  fryhnmarg  gemacht  vnd 
gewillekort,  das  yderman  do  awsbiten  vnd  reyten  machte 
was  en  gelüste,  doruff  yderman  kegin  des  andir  wäre  reyten 
was  her  weide  vnd  wcichirley  wäre  so  keigen  vnd  uff 
enandir  yn  dem  frymargte  gerelhen  wart,  die  gab  man  zcu 
schaczczcn  czweyn  des  frymarglis  compan  nach  cren  ge- 
duncken  welche  war  vnde  was  cyner  dem  andern  zcu  ge- 
bin  Saide  etc.  vnd  dem  frymargte  worden  gewillekort  vnd 
gesaczl  richtcr  vnd  siheppin  So  frogten  denne  richter  vnd 
scheppin  die  ausrcyter  wenne  ir  war  alzo  geschaczt  vnd 
aufgekundigit  wart,  wie  geuellit  euch  der  kouff  czu  eynen, 
zcum  andern  male,  zcum  dritten  male  nam  der  richter  eyne 
schussil  vnd  karte  der  den  bodcm  ufT  vnd  sprach,  weme 
der  kouff  gefellit,  der  schrybe  mit  kryde  eyne  schrifH  adir 
eynen  strich  vnd  volfare  wem  her  nicht  geuellit  zcum  drit- 
ten male  der  kraccze  mit  einem  vinger  sam  her  schrebe 
vnde  gebe  seyne  gesaczte  bufse  vnd  sey  ledig,  wenne  sie 
denn  beide  schreybin  zo  musten  sie  beide  volfaren,  wenne 
sie  beide  nicht  schrebin  vnd  kraczten,  zo  mufsten  sie  beyde 
die  bussc  gebin. 

Bynncn  sulchem  frymargte  ist  komen  Hans  Golt  vnd  hat 
ausgebolen  vnd  ausgeryttcn  eyn  stucke  ackirs,  das  do  be- 
soyt  were  mit  dreyn  scheffiln  korns  vnd  drcyn  scbclfiln 
gersten  vnd  yerlichin  czinfsete  eynen  scheffil  korns  vnd 
eynen  scheffil  weysses.  Doruff  bat  ym  Lorcncz  Lubenics 
gerytten  eyn  maldir  korns,  eyns  scheffils  mynner  adir  mehir, 
adir  die  die  czeit  was  gesoyt  III.  scheffil  korns,  das  andir 
log  brocke.  Do  frogle  Hans  (nill  Lorenczen  ab  soyn  ackir 
icht  wassir  hctte,  sprach  Lurencz,  habin  meyne  nackewir 
ob  wenig  vnd  nyd  wenig  wossir,  czo  habe  ich  euch  wassir. 
AIczo  worden  die  eckir  geschaczt  vnd  die  schaczunge  aus- 
gesayt  vnd  sie  dorobir  gefragit  vnd  heyfsen  schreybin,  alzo 
hnbin  sie  beyde  gcschrebin  zcu  uolfarunge. 

Nu  spricht  Hans,  her  habe  vormals  glonbit,  alzo  her 
den  ackir  kouffle,  her  weiden  seynen  weihe  lassin  lyhcn 
vnd  habe  difsen  fryniargliskouff  yn  der  nacht  vnde  yn  byr 
weyfse  gethnn  vnd  Lorencz  helle  ym  gcsayt,  seyn  ackir 
hello  nicht  wassers ;  nu  dirfunde  her  hyn  vnd  her  eynen 
strynien  korns,  das  andir  were  ylcl  wassir  vnd  mcyncd 
difsin  kouff  do  niete  zcu  wegern. 

Spricht  Lorcncz.  her  habe  ym  nndir  globde  nach  ynsage 
nicht  gclhan  denne  oliin  ueschrcbin  >tchl,  biUel  Loren« 
ym   rechte   zcu    irkcnnen,    ab    ym   Hans   .-e>ucn   kouff  nach 


II 


Alizeiger  für  Kiiinii'  ilir  (iculsi-lii'it  Vorzeit. 


112 


sulchen  vorhaodillen  ^escliichlen  icht  hillig-er  rnd  ehir  hal- 
den  miifse  denn  her  ym  mit  siiiciiir  seyner  yosoge  geweigerii 
möge  adir  was  hirvnib  recht  sey. 

HirulT  spreche  wir  sclieppin  zcu  iMagdeburg  eyn  recht. 
Sulch  g-eschefrte,  da.-  man  ncker  crlie  adir  cyjifen  adir  andir 
gut  iilT  den  gcwilkorteii  fi-y  niarg  rylh  viul  richter  vnd  .-cliep- 
pen  adir  schaczmeisler  dorczu  kiirjcl,  dos  ist  vnredeliche 
handelunge  vnd  en  mag  mit  rechte  nicht  he>lcndig  seyn 
vnd  Miiiii  darlT  siilclien  vorliiindillen  koulT,  detr  Lorencz  vnd 
Hans  an  eren  etkeren  vif  dem  frymargte  gethan  hahen, 
nicht  stete  haldin.  Von  rcchliswegin  vorscgill  niil  vnfsm 
ingesegil." 

Nach  diesem  Rechtsspruche  wiirdc  alM)  unter  Freimarkt 
nicht  ein  einfacher  Tausch  sondern  ein  Kliickstoiirarligcs 
und  unredliches  Tou.schgeschiifl  zu  verstehen  sein.  Doch 
mufs,  da  der  erzahlte  Dresdner  Fall  ein  vereinzelter  sein 
kann,  die  Froge  nach  der  eigentlichen  Bedeutung  des  Werls 
noch  olTen  hieihen. 


InschrifteD.         Ili«'  liiMciirlft   iii  (Irr  MOKen.  Rfiiiioliatlile. 

Von  Karl  liaiilsch  in  Dresden. 

Im  J.  1S20  schon  gab  ein  gev^isser  Karl  Merkel  unter 
dem  Namen:  ,,Biela  oder  Beschreibung  der  westlichen  säcli- 
sisch-bölimi.-chen  Schweiz''  eine  kleine  Schrift  heraus,  worin 
er  die  auf  dem  linken  Elbufer  oberhail)  Pirna  bis  zur  böh- 
mischen Grenze  gelegenen  romantischen  Gegenden  schildert, 
hauplsiichlich  den  herrlichen  Biela-Gnind.  der  auch  in  neuerer 
Zeit  durch  eine  Wasserlieilanslall  auswärts  bekannt  gewor- 
den ist.  Dort,  S.  43,  beschreibt  er  auch  eine  in  jenem  Thale 
von  ihm  im  J.  1824  erst  entdeckte  Höhle  sehr  nnsfuhrlicli 
und  bemerkt  dabei,  dafs  zwei  aufgefundene  Feuerungsplalzc 
sie  ols  frühem  Aufenihaltsort  von  Menschen  beurkundet 
halten.  ,. Höchst  merkwürdig,  führt  er  dann  fort,  ist  eine 
unten  bcliiKÜichc,  in  Sloin  gehauene  Inschrift  in  Folgendem 
bestehend  : 

y\    /..   Duiijn.   -j-.  -p.  •{■. 

1401 

Benno  (ein  Kelch). 

Vergleicht  man  diese  Inschrift  mit  den  kriegerischen 
Zeitereignissen  des  hier  angegebenen  Jahres,  so  findet  man, 
dafs  in  demselben  der  Burgcraf  .Maul  zu  Dohna  von  den 
Truppen  Markgraf  U'ilhclms  des  Einäugigen  von  Mcifsen  beim 
Hammerwerke  Fichte,  1  Stunde  von  dieser  Höhle,  erschla- 
gen wurde.  Wer  aber  dieser  Benno  war,  l»f^t  sich  schwer 
enlriilhseln;  wahrscheinlich  war  es  ein  Geistlicher." 

Die  Entdeckung  bat  spater  in  fast  alle  griifscren  Be- 
schreibungen ilcr  sogen.  sachsis(  hen  .Schweiz  Kiuffon^'  ire- 
fundcn  und   es   ist  dabei    nidil    blos   diese  Iiisrhrifl   vielfach 


nachgebildet,  sondern  auch  mit  mannigfachen  Conjekturen 
begleitet  worden,  aber  Niemanden  ist  eingefallen,  die  Echt- 
heit dieser  Schrift  zu  prüfen,  zu  uniersuchen,  ob  die  Worte 
anch  wirklich  dem  Zeilaller  angehören,  welchem  sie  die 
darunter  stehende  .lahreszahl  zuschreiben  liifst.  Wahrend 
Einige  ganz  gliiuliig  diesem  angeblichen  antiquarischen  Funde 
Wichtigkeit  beilegten,  wagten  Andere  nur  leise  zu  fragen, 
ob  auch  hier  eine  gleichzeitige  Inschrift  vorliege.  Dazu 
kam  noch,  daf^  das  Besteigen  dieser  Höhle  früher  mit  grofsen 
Schwierigkeiten  verknüpft  war  und  Niemand  ledislich  im 
Interesse  der  Wissenschaft  eine  Untersuchung  und  l'rufung 
der  Scliriflzuge  vom  diplomatischen  Standpunkte  aus  unter- 
nahm. F!ine  solche  fand  denn  vor  Kurzem  durch  den  Ein- 
sender dieses  und  einen  seiner  Freunde,  einen  wohlbe- 
wanderten Diplomaliker,  statt  und  lieferte  das  Ergebnifs, 
was  beide  schon  aus  verschiedenen  andern  Gründen  ver- 
muthel  halten,  dafs  die  fragliche  Inschrift  ein  Mach- 
werk der  Neuzeit  sei.  Schon  die  versuchte  Nachbildung 
in  dem  Merkeischen  Schriftchen  S.  44  mufste  jedem ,  der 
Schriftwerke  des  15.  Jahrhunderts  zu  sehen  Gelegenheit 
gehallt,  die  Gleichzeiligkeil  der  Inschrift  verdiichlig  machen; 
die  Beschauung  an  Ort  und  Stelle  aber,  besonders  die  Ge- 
staltung der  Jahrzahl  1401  lehrte  auf  den  ersten  Blick,  dafs 
siimmtliche  Schrift-  und  Zahlzeichen  weder  den  Charakter 
des  15.  Jalirh.  noch  den  einer  spiitern  Zeit  an  sich  Innren, 
sondern  sie  nur  ungeschickte  neuere  Nachahmungen  solcher 
sein  sollen. 

Die  Lokalität  sowie  die  In.^chrill  an  sich  selbst  bieten 
noch  andere  Gründe  gegen  die  Echtheil  derselben  dar,  allein 
es  genügt  hier  die  Scibsiscbnu  schon  vollkommen,  um  alle 
Zweifel  zu  entfernen.  Wenn  man  dort  in  der  Gegend  um- 
laufenden Gerüchten  Glauben  beimessen  darf,  so  war  es 
nicht  .Merkel  selbst,  der  hier  die  Rolle  eines  Simonidcs  ge- 
spielt hat,  sondern  irgend  einer  seiner  Bekannten  machte 
sich  den  Spafs  und  myslificierle  diesen  für  Romantik  in  Natur 
und  Geschichte  schwiirmenden,  aber  mit  Diplomatik  und 
kritischem  Scharfblick  gar  nicht  ausgerüsteten  Mann  mit  einer 
selbst  gefertigten  Inschrift  und  das  grofsc  Heer  der  Topo- 
graphen der  Sachs.  Schweiz  liefs  sich  seit  'M)  Jahren 
ruhig  mit  myslificicren. 


ITIelHler  AllHitrrl. 

Von  Prof.  Dr.  A.  v.  Keller  iii  Tubingen. 
(Fort.sctzung.) 
Der    spict'cl.    I. 

121,  30     Das  Geschenk  eines  Spiegels  erinnert  an  Fast- 
nachtspielo  S    450  [   und  an  Willcnwcilcrs  Ring. 


r.llerRtnr. 
Vortlt. 


H3 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  N'orzoil. 


114 


126,  22.  Ueber  den  Hund  Will  vsfl.  Grimms  deutsche 
Mythologie  S.  1198.  Ueber  den  Liebesgott  S.  14.  L'hland 
in  Pfeiffers  Germania  1,  10.  Aehnliehe  allegorische  Hunde- 
oamen  s.  Faslnachlspiele  S.  1420. 

Der   Spiegel.   II. 

Grimm  (deutsches  Wörterbuch  1,  776)  setzt  das  Gedicht 
in  den  Sclilufs  des  14.  oder  den  Anfang  des  15.  Jahrhun- 
derts. Für  Schwaben  hat  das  Gedicht  besondere  Bedeutung 
durch  die  lucalen  Beziehungen:  Stuttgart  201,  2".  Lieben- 
zeil 201,  23.  Pfalzgriirin  von  Bayern,  Grüfin  von  Wiirtlem- 
bere  200,  17. 

133,  15  ?lerzen,  wie  S.  217,  10.  Aehnliehe  Stellen 
gibt  Wilh.  Müller  im  mhd.  Wb.   1,  96:. 

142,  15.  Zu  den  von  J.  Grimm  Mythol.  S.  441  über 
die  Piiwifse  beigebrachten  Stellen  fuge  ich  aul'ser  der  gegen- 
wärtigen noch  Fastnachtspiele  S.  255.  1463.  Noch  iu 
Andreas  Gryphius  Horribilicribrifax  (Tiecks  deutsches  Theater 
2,  227.  Berlin,  lbl7.)  heifit  es:  Du  Pileweissin. 

143,  24  lies  alefenze.  Grimm,  Wörterbuch  1,  203. 
153,  37  lies  entseben.    246,  24  entsabt. 

157,  17  ?Parzifal.     31   ?  spreche,  uns. 

158,  6.  Burcalysen.  S.  lieber  das  Gedieht  von  Wil- 
helm von  Oesterreich  s.  Graffs  Diutiska  2,  57.  Haupts  Zeil- 
schrift 1,  220.  Karl  Gödeke,  deutsche  Dichtung  im  Mittel- 
alter S.  865.     Mein  Verzeicbnifs  altd.  llss.  Nr.  41. 

159,  24  ?;iii.  —  162,  1.  Die  Stelle  ist  interessant  für 
die  Geschichte  der  Hofnarren. 

164,  11  ?ie  mer.  —  167,  15  ?der. 

173,  21.  Den  seltenen  Ausdruck  warf  uf  ein  blat  er- 
klart Grimm,  deutsches  W'örlerbuch  1,  776. 

180,  37  ein  stum.  So  im  Iwein :  daz  er  ein  stumbe 
WGere.  Noch  Jetzt  in  Tübingen  ein  stumm  für  das  nhd.  ein 
Stummer. 

Ib4,  1  ff.  Die  Stelle  ist  verbessert  und  erläutert  von 
II.  Ruckert  in  seinem  Tbomasin  S.  573.  Vgl.  Zarncke  zu 
S.  Brants  Narrenscbiff  S.  294.  Bat  ^  Veranlassung  zum 
Schmerz. 

187,  3  lies  recht.  —  195,  31  ?  hun.  —  198,  15 
?min  halb  ein  niQs.  Rapp.  —   199,  31  Vsweim.  Rapp. 

200,  17.  Die  Pfalzgriilln  aus  Biiyerlaud  ist  wohl  keine 
andere  als  Metlitild,  Tochter  Ludwius  Pfiilzgrafeii  bei  lilieiu, 
verheiralhet  1434  an  Ludwig  GraTcn  von  Württemberg, 
1445  Mutter  Eberhards  im  Bari,  spiiter  ersten  Herzogs  von 
Württemberg,  Stifters  der  Lniver.sitat  Tubingen,  I  4.)0  \\  itlwe, 
1451  verheiralhet  an  Albrecht  VI.  Erzherzog  von  Oester- 
reich, Stifter  der  Universität  Fnilinrg.  In  ihren  späteren 
Jahren  wohnte  »ie,  vielseitig  lliiitjg  und  als  Beschützerin 
edler  Künste   verehrt,  meist  in  Rotenburg  «.  N.   und  starb 


22.  Aug.  1462  iu  Heidelberg.  Ihre  zuerst  in  Guterstein 
an  der  Seile  irhes  ersten  Gemahls  beigesetzte  Leiche  ward 
1583  durch  Herzog  Ulrich  in  die  St.  Georgenkirche  in 
Tübingen  versetzt.  Vgl.  Wirtembergische  Geschichte  von 
C.  F.  V.  Stalin,  2,  439  ff.  712  f.  716.  Ihr  hat  Pülterich 
von  Reicherzhausen  seinen  Ehrenbrief  gewidmet.  Haupts 
Zeitschrift  für  deutsches  Allerlhum  6,  32.  .\uch  Hermann 
von  Sachsenheim  dichtete  in  ihrem  Dienste  die  .Murin.  Gödeke 
in  Pfeiffers  Germania  1,  361. 

201,  II.  Ueber  Affenberg  vgl.  meinen  Elblin  von  Esel- 
berg, S.  11. 

Das    sleigertüecblin. 

Dieses  Gedicht,  das  mit  Sicherheit  dem  15.  Jahrb.  an- 
gehört, ist  poetisch,  sprachlich  und  sittengescbichllicb  nictit 
ohne  Bedeulnn?. 

Franz  Roth  hat  mir  mit  zuvorkommender  Güte  die  Ab- 
weichungen der  Franklurler  Hs.  für  dieses  Gedicht  initge- 
theilt,  die  Fehler  des  Abschreibers  übergehend.  Ich  gebe 
hiernach  einige  dieser  Varianten,  aus  welchen  sich  zeigt, 
dafs  das  der  Frankfurter  Copie  zu  Grunde  liegende  Original 
eine  gute  Handschrift  gewesen  sein  mufs.  Ein  grofser  Theil 
bezieht  sich  aufGliittung  des  Verses.  Eine  Ueberschrift  fehlt. 
Die  Zusammensetzung;  sleigerlüchlin  kommt  im  Gedichte 
selbst  nicht  vor,  aber  sleier  209,  11.  sleigerlin  209,  8. 
luechlin  210,  7.  216,  19.  217,  4.  218,  26.  219,  10. 
224,2.  227,4.  247,21.  Vielleicht  ist  also  als  Titel 
Sleigerlin   anzunehmen. 

203,  1.  Vy  (verniuthlicli  für  Ey)  süsse.  2  niöcht  .... 
schimpfenthiir.  4  synne.  5  deinem  gwalt.  9  künstenrichcm. 
11  vertriben.  Die  Hs.  hat  immer  richtiges  t.  12  marter, 
wohl  für  marter.  13  diser.  15  Gezwang  div.  21  tett. 
Ebenso  204,  30.    26  kung. 

(Schlufs  folgt.) 

Zur  (äeMvIiiflile  tIeM  ciiicIlnirlK'n  MrliiteiTHeM.     >Vissensch»ri. 


In  der  Bibliothek  des  german.  Museums  befindet  sich 
eine  im  J.  1533  geschriebene  Papierhandsehrifl,  hclilclt: 
„De  origine  et  rebus  gestis  illustrium  et  generosorum  comi- 
tum  in  Waldcck.  Autore  Chnnrudo  Scipionc  Corbachio", 
welche  am  Schlufse  (Bl.  145  f.),  unter  dem  Jahre  1529, 
nachstehende  Aufzeichnung  enthiilt,  die  die  Fragmcnia  hislo- 
rica  in  Gruneri  scriptor.  de  sudorc  anglico,  cd.  ILiescr, 
pag  405,  ergänzt:  „>e  aulem  in  lanlii  rerum  oninium  Ircpi- 
datione  iilla  niiscris  iimrlnlibus  esset  salus,  erce  misera  et 
nunquam  audita  Ines  iib  Occano  pcrnicibns  Aqiiilonis  flati- 
bus  e  nestigio  erinnpit,  oppidatim  olior  Euro  gms.Milur, 
prosternit,  conlicit.     Huic  rej)enlino  peslilenti  pcrnitiosissi- 


Iloükundo. 
äeucben. 


H'o 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeit. 


116 


moque  morbo  ßriltannico  Midori  iiomen,  qiiüil  peciiliuritcr 
a  40  annis  infesliverit  ac  etiuniiiiini-  Britiiiiiiiiiin,  riipjt  hoc 
malum  muKa  hominum  millia,  »tque  trucidnt,  niitequum 
coffnitum.  Subita  morbi  novilate  celerilateque  coiislernati 
mirum  in  modum  mortulium  animi:  nemo  sibi  coiistabat, 
nemo  sibi  crastinum  promiltebat,  mortis  hora  cum  semper 
incertu,  tum  vcro  in  strage  tnm  dira,  in  conciissione 
tarn  enornii  incertissima.  Qiiippe  quod  formidolosis- 
sima  Ines,  intra  viginti  qiialuor  horas,  plerumque  cilius, 
hominem  conficeret.  Primum  omniuin,  capita  fervore  in- 
censa,  oculi  sulTusione  rubenlc»,  aiirts  tinnitu  sonoro,  vullus 
torvus,  crebra  suspiria  eaque  grnveolenlia,  dein  sternutatio, 
mox  somnus  proTundissimus  existebat.  Corpora  forinsecus 
subrubicunda,  intrinsecus  ila  exipstuabant,  ut  velamenta  vel 
tenuis>ima  ferre  non  possent.  Unicum  ac  itidem  prieslantis- 
üimum  putabatur  remcdium  vigilantia,  et  si  quam  plurima 
velamenta,  eademque  villosa,  icgroto  a;stuanti  imposuissent, 
mortiferum  veru,  si  vel  levis  aura  afflasset.  Astabant  dex- 
irorsum  sinistrorsumque  cubantem  vellicantes,  excitantes, 
niolestique  dormiluiicnti,  siiinmopere  caventes,  ne  somnus 
opprimeret  alioqui  morituruni.  Ea  res  elTecit,  ut  quam  plu- 
res  imprudenter  nimio  testu  perirent,  alioqui  mediocritate 
victuri.  Ha-c  dira  Ines  uno  atque  altero  die  triginta  cives 
viribus  et  »täte  ilorentcs  Corbatia^  absumpserat.  Vagabatur 
hoc  malum  perniciosissima  velocitate,  unico  tantum  mense, 
nimirum  Septeuibri  per  totam  fere  Germaniam,  ac  mulla 
hominum  millia  subita  et  inopinata  strage  confecit. 


I.iinil  II.  Leute.  JUnt*  röiiilHc-lie  HiiHlell  Aüho  iin<l  «Ins 

Topuitriphle.  varianiMdie  Kclilarlitreld. 

Von  M.  F.  Essellcn,  k.  pr.  Hofrathe,  in  Hamm. 
Nach  Herausgabe  der  Schrift  „das  römische  Kasteil 
Aliso"  etc.*)  hat  sich  Manches  gefunden,  das  zur  Bestäti- 
gung meiner  Ansichten  iiliir  die  Lage  des  genannten  Kastells, 
des  Teutoburger  Waldes  u.  s.  w.  dient.  Auf  Folgendes 
mufs  insbesondere  aufmerksam  gemacht  werden: 

1.  Das  Lager  im  Havixbrock,  —  von  mir  als  das  des 
Varus  bezeichnet,  —  hat  nach  einer  Seile,  wo  eine  Kochstelle, 
ein  Herd,  gcwoen  7.ii  sein  scheint,  gut  erkennbare  Dop- 
pilwnll".  W  Clin  die  l  in>Iiiiiile  es  erforderten,  errichteten 
die  Romer  I)i)p|iclwiillc.  Ciiesur  de  b.  G.  8,  9, — ■  Livius  10, 
25  —  30,  10,  besonders  3H,  41  ;  auch  Hyginus,  castra- 
mctatio  in  fine  etc. 

2.  Aliso  betr.,  wird  in  der  Abhandlung  von  E.  v.  Wie- 
tershcim,   Jahrbücher  der  Schilicr-Stiftiing,  Band  I,  S.  32 


bemerkt:  „Ueber  den  Ort  dieser  Festung  (Aliso)  ist  viel  ge- 
stritten worden.  Die  Einen  suchen  ihn  ungefähr  1 '  j  Stun- 
den unterhalb  Paderborn  bei  iNeiihaus  und  dem  Dorfe  Elsen, 
woselbst  ein  preulVischcr  Baumeister  sogar  altes  ruinisches 
Mauerwerk  enldeckt  liiiheii  \^ill.  Ich  habe  die  üertlicbkeit 
selbst  untersucht  und  statt  jenes  römischen  Mauerwerks  nur 
eine  2  bis  300  Juhr  alle  Kelicrmauer  gefunden,  kann  auch 
sonst  jene  Statte  kaum  für  die  richtige  hallen.  —  Schon 
Ledebur  hat  dieselbe  südlich  von  Lippstadt  am  Zusammeo- 
flufs  der  Glenne,  in  welche  sich  zuvor  die  Lise  ergiefst,  mit 
der  Lippe  finden  zu  müssen  geglaubt,  und  ein  preufsischer 
Ingenieurobristlieiitenant  Schmidt  soll  nach  olfentlichen  Blüt- 
tern  diese  Vermulhung  begründet  und  die  Ueberzeugung 
gewonnen  haben,  dafs  diese  Festung  dort  gelegen  habe." — 
In  einer  Note  dazu  wird  jedoch  bemerkt:  „Nach  spaterer 
Rücksprache  mit  dessen  Bruder,  dem  k.  pr.  General  Schmidt 
zu  Berlin,  hat  derselbe  keinen  anniihernd  sichern  Grund  für 
obige  Vermulhung  aufgefunden,  daher  auf  solche  späterhin 
selbst  wenig  VVerth  gelegt." 

3.  Herr  v.  VVietersheim  scheint  die  neueren  Schriften 
über  diesen  Gegenstand  nicht  gekannt  zu  haben.  Inzwischen 
nimmt  er  doch  auch  das  varianische  Schlachtfeld  an  der 
Westseile  des  Osniug  (des  sogen.  Teutoburger  NN'aldes)  und 
der  üürenschlucht  —  nur  nicht  weit  genug  westlich  —  an. 


*)  S.  Beilage  111  die.icr  Nummer  des  Anzeigers  :  Literatur,  26. 

D.  Red. 


JBfirenraiiK  im  FIrhtelgebirge. '^) 

Von  Ludwig  Zapf  in  Münchberg. 

Auf  dem  Rücken  des  nördlichen  Höhenzuges  des  Fichtel- 
gebirgs,  etwa  fünfliundert  Schritte  westlich  vom  grofsen 
Wald.-.tein,  steht  dicht  an  dem  \\aldwege,  welcher  nach 
Zell  hinabfuhrt,  ein  gut  erhaltener  Bürenfang,  vielleicht 
zur  Zeit  noch  der  einzige  dieser  Art  auf  deulschem  Boden. 

Es  ist  dies  ein  längliches,  schmales  Gebäude,  aus  star- 
ken üuadern  errichtet  und  gegenwärtig  mit  einer  Holzbe- 
dachiinj,'-  versehen,  dessen  Verhältnisse  am  besten  aus  bei- 
folgender Abbildung  bemessen  werden. 

Die  oberhalb  der  beiden,  nach  Ost  und  West  oITcnstehen- 
den  gleichliohen  Eiiiciinirc  sichtbaren  vertieften  Flachen 
und  die  zu  beiden  Seilen  dcrsflbcii  nicderlaufendeu  Fugen 
lassen  deutlich  erkennen,  dofs  fnihcr  hier  eiserne  FallthUren 
angebracht  waren,  welche  durch  irgend  eine  Vorrichtung 
zu  gleicher  Zeit  niederstürzen  iniifsten,  sowie  ein  Rnubthicr, 
durch  den  Köder  angelockt,  in  das  Innere  eingedrungen 
war.     Das  durch  dieses  Niederfellen  entstandene  Getöse  soll 

*)  Wohl  diirf  iingcnoinincn  werden,  dnf»  der  Barciirniig  schon 
in  früheren  Jahrhunderten  Klinliih  war,  somit  hichur  diese 
Beschreibung  pnfsl. 


Leben. 

Lebensbedarr. 
Erwerb.  Jagd. 


il7 


Anzciffer  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


118 


bis  in  die  unten   am  Waldsaume   liegemien  Ortschaften   ge- 
hört worden  sein. 

In  der  sudlichen  Wand  zeigt  sich  ziemlich  weit  unten 
eine  andere  kleinere  OefTnnng  (auch  auf  dem  Bilde  ersicht- 
lich).    Neben   dieser   wnr   im  Innern   die  Lockspeise  aufge- 


legt, wie  der  daselbst  befindliche  Steintrog  ergibt.  Es  läfst 
sich  annehmen,  dafs  das  in  den  engen,  finstern  Raum  pliilz- 
lich  eingeschlossene,  geitngstigte  Thier  durch  diesen  nied- 
rigen Ausgang  zu  entkommen  suchte  und  hiebei  vielleicht 
von  einer  Schlinge  oder  dergleichen  gepackt  und  festge- 
halten wurde,  so  dafs  man  es  von  auf.-^en  mit  leichter  Mühe 
tödten  konnte.  Andere  erziihlen,  man  habe,  wenn  die  Thii- 
ren  gefallen  waren,  einen  Kasten  vor  das  erwähnte  Loch 
gestellt  und  den  Büren  durch  von  oben  in  den  Fang  ge- 
worfene Feuerbrunde  etc.  gcnolhigt,  durch  dasselbe  in  die- 
sen Kasten  zu  kriechen,  wodurch  man  ihn  lebendig  in  die 
Gewalt  bekommen  habe  (was  auch  bei  den  anderwiirls  zu 
gleichem  Zwecke  ungelegten  Gruben  öfters  geschieht). 

Ich  finde  den  Uürenfang  zuerst  in  Pachelbels  „Beschrei- 
bung" etc.  crwühnt  (S.  82),  zu  dessen  Zeiten  es  im  Fich- 
telgebirge „der  grofsen  Wald -Baren  in  ziemlicher  Zuhl" 
gegeben,  „dafs  man  sowohl  Marggräfisch-  als  Pfältzischer 
Seiten  Biiren-Fiiuge  und  Fall-Tliore  aufijerichlct."  (S.  105.) 
Die  Fntstehuiig  ilicses  Gcbiiiides  scheint  demnach  ungefähr 
in  das  Kndc  des  17..lahrli.  zu  ruilcu.  Das  letzte  Mal  schlös- 
sen sich  die  Kisenthilreu  in  den  1  77(lger  .Inhren,  um  welche 
Zeil  der  Fang  wieder  hergcsiclll  w<irdcn  war;  keine  grim- 
migen Bürenlatzen  aber  halten  die  verhüngnifsvolle  Schwelle 
iiberschrillen,  sondern  die  Sandalen  friedlicher  Gotlesdicner 
—  zweier   Kapuziner,    welche   über   das    Gebirge  wanilern 


wollten  und  hier  von  einem  Unwetter  überrascht  wurden. 
Nun  ist  alles  Eisenwerk  langst  verschwunden.  Der  letzte 
Bur  des  Ficlilelgcbirgs  wurde  17G9  geschossen.  Dieser, 
schon  bedeutend  alt  und  ziemlich  zahm,  so  dafs  er  sich  den 
Holzhauern  nidierle  und  das  Brod ,  das  sie  ihm  vorwarfen, 
frais,  wurde  als  der  letzte  seines  Geschlechts  gehegt  und 
that  auch  Niemanden  was  zu  Leide;  nur  einen  Förster 
konnte  er  nicht  leiden,  ihn  verfolgte  er,  sobald  er  seiner 
ansichtig  wurde,  oo  dafs  dieser  sich  einst  zur  Nothwebr 
seiner  BUcbse  bediente  und  das  Thier  trotz  des  Verbotes 
tödtete.    (S.  Sommerer,  das  Alexanderbad  etc.,  S.  118.) 


Vor  Freiiüliilil  an  «ler  breiten  Eit-Iie. 

Von  J.  S.  Seibertz,  k.  pr.  Kreisgerichlsrath,  zu  Arnsberg. 

In  Nr.  11  des  Anzeigers  von  1857  wird  von  Hrn.  Dr. 
Achenbach  zu  Siegen  die  Hiclitigkeil  der  Ansicht  Kopps, 
dafs  eigentliche  Femgerichte  (Freistühle)  nur  innerhalb  der 
Grenzen  Westfalens  gewesen  seien,  mit  Bezug  auf  Arnoldi's 
Geschichte  der  oranien- nassauischen  Liinder  bestritten  und 
rücksichtlich  des  in  der  Unterschrift  gedachten  Frcisluhls 
die  Ansicht  geltend  gemacht,  dafs  er  der  Mittelpunkt  einer 
eigenen,  in  der  Mainzer  Diocese,  also  aufserhalb  Westfalens, 
gelegenen  Freigrafschaft  gewesen  sei.  Wir  wollen  versu- 
chen, die  Ansicht  Kop|)s  gegen  diese  AngrilTe  zu  rechtfertigen. 

1.  Arnoldi  behauptet  allerdings,  dafs  es  auch  im  frän- 
kischen Lande,  aufserhalb  des  sächsischen  Westfalens,  echte 
westfälische  Freistiililc  gegeben  habe,  und  beruft  sich,  zur 
Belegung  dessen,  auf  die  Freistühle  zu  Ginsberg  im  Nas- 
sau-Siegenschen  und  zum  Holen« er  oder  Laasplie  im 
Witlgcnstcin"sclien.  Die  Behauptung  ist  aber  unbegründet. 
Nach  den  von  ihm  angeführten  Urkunden  (Arnoldi  I,  233.) 
wollen  wir  zwar  nicht  bezweifeln,  dafs  Konig  Wenzel  1381 
wirklich  die  Absicht  halte,  den  Grafen  Johann  I.  von  Nassau- 
Dillenburg  mit  einem  recht  eigentlich  westfälischen  Frei- 
gerichte zu  begnadigen,  dessen  Freislulil  nach  der  Urk.  von 
1309  zu  Ginsberg  stehen  sollte.  König  Wenzel  war  dem 
Grafen  Johann  überhaupt  sehr  gnädig,  wie  er  ihn  dann  auch 
1379  mit  der  Grafschaft  Arnsberg  belieb,  obgleich  sie  nicht 
vncani  war  und  sein  Vater  Karl  IV.  bereits  den  Erzbischof 
von  Cöln,  der  sie  angekauft,  damit  beliehen  hatte.  Aber  so 
wie  die  Belehnung  mit  Arnsberg  ohne  Erfolg  blieb,  so  war 
es  auch  mit  dem  Ginsberger  FVcisluhle  der  Fall;  obgleich 
Wenzel  noch  l.'iS9  einen  vom  (irafcn  Jobann  für  jenen 
Stuhl  prüsciilicilcri  Frciiiiafcii .  W'nmcUc  noii  lliU  iKMilim  Ii, 
als  solchen  lu'slali<;te.  I']s  liatlc  niimliili  mit  den  Frci>tülilcn 
eine  eigene  liewnndtnifs,  die  Kiiiiig  Wenzel  In  Bnlimcn  nicht 
recht  zu  bcurlhcilen  wufsle.  Nach  der  festen  Ucbcrzcugung 
der  Freigrnfcri  wie  des  Volks,  waren  sie  * on  Korl  d.  Gr. 
selbst  eingesetzt  und  zwar  so   unabänderlich   fest,   dafs  »io 


Sta:its- 
anstallen. 

StAaUschutx. 
Oerichte. 


119 


Anzeiger  fiir  Kiiiidi'  der  dfubiluri  Vorzoit 


120 


nicht  einmal  von  den  uralten  >lnl|ilulzen  vcrleffl,  ndcli 
viel  weniger  durch  die  Anlegung  neuer  auswärtiger  Stühle 
io  ihrer  Wirksamkeit  besihränkt  werden  konnten.  Der 
Erzbisihüf  von  Coln,  als  kaiserlicher  Statthalter  der  we>t- 
falischen  Freigerithte,  wachte  hierauf  mit  eifersüchtiger 
Besorgnifs  und  dafs  dies  auch  von  Friedrich  III.  geschah, 
geht  aus  der  Bestaligungsurkunde  hervor,  die  er  sich  über 
seine  Befugnifse  als  Vertreter  des  Königs  in  Beaufsichtigung 
der  Freigerichte  1382  von  Künig  Wenzel  selbst  ausstellen 
liefs  (Seibertz,  Urk.-Buch,  I,  Nr.  862).  In  diesem  Sinne 
cassierte  Kiinig  Wenzel,  auf  den  Antrag  Friedrichs,  1387 
und  139Ü  nicht  nur  die  Freisliihle,  welche  die  v.  Padbcrg, 
Diedrich  v.  d.  Mark,  Johann  Stecke,  Diedrich  v.  d.  Ilorst 
und  Rutger  v.  Galen  zum  Präjudiz  des  Erzbischofs  erschli- 
chen hatten,  sondern  er  hob  sogar  das  1393  von  ihm  seihst 
der  Stadt  Soest  ertheilte  Privileg,  den  Freistuhl  von  Deyl- 
vordinchusen  unmittelbar  an  die  Stadtmauer,  hei  die  Elve- 
rikspforte  verlegen  zu  dürfen  (daselbst,  >r.  886  mit  der 
Nota),  am  1.  Januar  1398  aus  dem  Grunde  wieder  auf: 
-wan  wir  van  redlicher  wissentlicher  kuntschalTt  also  eigent- 
lich ondcrwist  syn,  daz  die  stnele  ind  frygerichle  van  Reicht 
vff  der  vurgenanten  slat  nyt  ligen  eti  mach  noch  en  sali 
vnd  daz  nemlichen  ouch  ist  weder  sulche  fryheide,  priuilc- 
gien,  brieve  ind  Reichte,  als  der  Eirwerdige  Frederich  Erlze- 
busschof  zo  Colne,  vnser  vnd  des  heiigen  Rychs  kurfurste 
ind  lieber  neue  vnd  seine  vurfarcii  Ertzebusschoue  vaii  vns 
ind  vnsen  vurfaren  —  habcnt  behalden''  (das.  Nr.  896). 
l'nler  solchen  Umstanden  liifst  sich  erwarten,  dafs  Erzbischof 
Friedrich  auch  den  Freistuhl  zu  Ginsberg  nicht  geduldet 
haben  wird,  theils  weil  er  eben  nicht  seueiet  war,  dem 
Grafen  Johann  zu  Nassau,  der  ihn  durch  die  Arnsberger 
Belehnnng  tief  gekränkt,  irgend  etwas  nachzusehen,  theils 
weil  überhaupt  die  Anlage  westfälischer  Freistühle  nur 
in  Engern  und  Westfalen  slaltfindcn  sollte;  weshalb 
namentlich  der  Landgraf  von  Hessen  und  der  Erzbischof 
von  .Mainz  auch  nur  mit  Freislühlen  „vfT  engerscher  oder 
wcstfelschcr  Erden"  beliehen  wurden  (Kopp,  §.  78).  Es 
ist  Ulis  zwar  keine  Revocationsurkunde  bekannt,  welche 
bezüglich  Ginsbergs  das  Gesagte  belegt,  aber  die  Richtig- 
keit desselben  um  so  weniger  zu  bezweifeln,  weil  Arnoldi 
selbst  gesteht,  dafs  sich  keine  weitere  Spuren  von  dem 
Stuhle  zu  Ginsberg  finden,  dafs  er  vielmehr  bald  wieder 
eingegangen  sei  und  Graf  Johann  der  Wirksamkeit  der 
Femgerichte  in  seinem  Lande  sich  eifrig  widersetzt  habe 
(Arnoldi,  I,  23 J.  11,  137). 

2.  Noch  unerheblicher  ist  dasjenige,  was  Arnoldi  von 
dem  Frcistiihle  nn  dem  llolnarc  sagt;  denn  dieser  lag 
gar  nicht  in  der  Grofsrhafl  Wittgenstein,  sondern  nur  an 
der  Grenze  derselben  und   zwar  im  Herzogthum  Westfalen. 


Er  gehorte  zu  der  westfälischen  Freigrafschafi  Zii>chen, 
worin  sich  drei  Freislühlc  befanden,  von  denen,  einer  alten 
handschriftlichen  Nachricht  zufolge,  der  erste  zum  Hallen- 
berg hinter  der  Burg,  an  dem  Ilagen,  der  andere 
zu  Zusehen  in  dem  Dürfe  unter  dem  Kirchhofe  und 
der  dritte  auf  dem  Gewälde  welches  der  Holenar 
genennt  wird,  gelegen  war.  Die  Freigrafschaft  gehörte 
1302  dem  Grafen  von  Waldeck  (Kopp,  Urk.  68.  S.  518.). 
Graf  Heinrich  v.  Waldeck  belieh  damit  1327  den  Grafen 
Sivert  v.  Wittgenstein  (Kopp,  Urk.  61.  S.  503.).  Später 
waren  mehrere  Sluhlherren  zu  idealen  Theilen  daran  be- 
rechtigt, z.  ß.  1410  der  Landgraf  v.  Hessen,  1553  die  von 
Viermündeu  zu  Nordenbeck,  1555  die  Winter  zu  Zusehen 
n.  s.  w.  (Kopp,  §.151.  v.  Steinen  westf.  Gesch.  IV, 
1101.).  Haiipliuhabcr  aber  blieben  die  Grafen  v.  Wittgen- 
stein, die  dann  auch  wohl  von  ihrer  Stadt  Lnasphe  aus 
den  Freistuhl  durch  einen  Freigrafen  mochten  be^ilzen  lassen, 
oliuc  dafs  derselbe  dadurch  nach  l.aasphe  wäre  verlegt 
worden,  wie  Arnoldi  (S.  234)  anzunehmen  geneigt  ist.  Und 
wenn  in  einer  Urkunde  v.  1485  einer  Freigrafschaft  Laasphe 
wirklich  gedacht  wird,  so  ist  dies  jedenfalls  ein  ganz  un- 
eigentlicher Ausdruck;  denn  von  einer  solchen  ist  gar  nichts 
bekannt.     Folgende  Urkundenauszüge  belegen  dies  niiber. 

1490  erschien  auf  dem  Kapilelstage  zu  Arnsberg  für 
Holenurn  und  Zusehen  der  Freigraf  Jürgen  Denieder  (Kind - 
linger.  Beitrage  III.  Urk.  S.  624.).  Nach  dessen  Absterben 
präsentierte  1500  am  Montag  nach  Ocuii  der  Giaf  Wilhelm 
zu  Wittgenstein,  in  Gemeinschaft  mit  Bürgermeister  und 
Ralh  zu  Laspe  „zu  der  FreyengraueschalTt  ZUschenae  vnd 
Friggenstuell  nemlich  vff  dem  llolcnaire  in  derselben 
Graueschafft  gelegen",  den  Freigrafen  Johann  Den- 
ledder.    (Nach  ungedruckten  archivalischen  (.lucllen). 

Damit  stimmt  dann  auch  eine  alle  Federzeichnung  von 
der  Grafschaft  Zusehen,  welche  den  Freistuhl  durch  einen 
Baum  bezeichnet,  der  an  der  westlichen  Grenze  der  Frei- 
grafschafi, nicht  weit  von  dem  Wege  sieht,  welcher  von 
Zusehen  nach  dem  Wittgenstein"schen  Kirchdorfe  Girkhauscn 
fuhrt.  Der  Wald  heifst  Hohenloh  oder  auf  dem  Hohelar. 
Der  Name  wird  in  den  alten  Urkunden  mit  vielen  Variationen 
z.  B.  Holenor,  auf  dem  Fryenholenar,  DoUenarden, 
Holvern,  Holcnarden,  llolcnahorn,  Hollundern 
u.  s.  w.  geschrieben  und  ist  daher  bald  im  Münsterlande, 
bald  im  Hessischen,  bald  im  Waldcckischen,  bald  im  llcr- 
zogthiim  Westfalen,  worin  er  allein  liegt,  gesucht  worden. 
Da  die  Dingstätte  in  einem  Walde  lag,  so  war  es  natürlich, 
sie  durch  einen  Baum,  wahrscheinlich  einen  allen  hohlen 
Ahorn  zu  bezeichnen. 

(Schlnfs  folgt.) 

(Mit  einer  neilBgo.  | 


Vcmnlworllii  hr  Hrdnclion:     Dr.  Freih.  v.  n.  i.  Auf»c«».     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  FriMimiH  n  n. 

Druck  Ton  Fr.  Campe  *  Solin  In  NUrnhcrif. 


BEILAGE  ZDI  ANZEIGER  Fl  l{  KINDE  DER  DEl  TS(  IIE\  \ ORZEIT 

1858.  J\?  4.  April. 


riiroiiik  des  gemianisiiieii  Museums. 


Die  Versendung  des  nunmehr  vollendtlen  Jahresberichts 
hat  bereits  begonnen  und  wir  hoffen ,  dafs  die  dadurch  doku- 
mentierten Fortsrhrilte  des  Nationalniuseums  geeignet  sein  wer- 
den, das  Wohlwollen  und  die  thatUraltige  Theilnahnie,  die 
sieh  bis  jetzt  in  allen  Kreisen  des  deutschen  Volkes  gezeigt 
hat,  lu  festigen  und  zu  rrjehren.  Dafs  wir  hierin  nicht  irren, 
davon  dürften  schon  vorläufige  Anzeigen  über  den  günstigen 
Eindruck  des  Berichts  zeugen.  Aus  mehreren  anerkennenden 
Empfangschreiben  theilen  wir  hier  mit,  wie  sich  das  Ministerium 
des  konigl.  Hauses  im  Kamen  Sr.  Majestät,  des  Königs  von 
Sachsen  aussprach:  „—  Mit  dem  aufrichtigsten  Danke  haben  Se. 
Alajestal  diese  Schriften  enigegengenoninien  und  das  unter- 
zeichnete Ministerium  beauftragt,  ilen  Herrn  Vorständen  des 
geruian.  Museums  diesen  Dank  auszudrücken  und  die  Ver- 
sicherung zu  erneuern,  dafs  AllcrhOchstdiesellien  auch  fernerhin 
fortfahren  werden,  der  gedachten  Kationalanstalt,  zu  deren 
Gründung  Allerhöchstsie  selbst  mit  Anregung  ge- 
geben haben,  unter  Ihrer  jetzigen  trefflichen  Leitung,  Ihr 
lebhaftes  Interesse  zuzuwenden  und  zu   belhatigeii/' 

Der  llülfsverein  von  Berlin  für  das  germ.  Musi-um  hielt 
ajn  27.  März  seine  zweite  Jahresversammlung,  hauptsächli(  li 
zum  Behuf  einer  Aeuwahl  des  Vorstandes.  Aus  der  Ansprache 
des  Herrn  Vorsitzenden,  Kreisgerichtsdirektors  Odebrecht,  worin 
derselbe  einen  Bückblick  auf  die  Geschichte  des  Museums  und 
des  Hülfsvereins  wirft,  die  schnellen  und  glücklichen  Forschritts- 
momente beider  hervorhebt,  theilen  wir  folgende  Stelle  mit. 
die  als  ein  Zeugnifs  der  richtigen  .\ulTassung  der  Hauptauf- 
gabe eines  Hülfsvereins  gelten  kann.    Er  sagt  unter  .anderem: 

„Wir  dürfen  vor  Allem  hierzu  zählen  die  vermehrte  Kennt- 
nifsnahme  von  diesem  germanischen  Museum  in  unserer  Resi- 
denz und  in  unsern  Marken  etc.  In  Nürnberg  soll  der  Sam- 
melpunkt sein,  wo  wir  die  Herrlichkeil  unil  .Mannigfaltigkeit 
deutscher  Kunslschöpfungen ,  wie  die  /uslände  deutschen  Le- 
bens in  der  Vorzeit  in  grofsen  Ueberblicken ,  ebenso  durch 
treue  IVach-  und  Abbddungen  wie  durch  Originale,  im  Zusam- 
menhange in  uns  aufnehmen;  das  sind  diu  Sammlungen.  In 
MUrnberg  soll  aber  auch  der  Sammelpunkt  sein,  wo  Alles,  was 
das  geschichtliche  Leben  der  Deutschen  bis  1650  umfafsl ,  in 
geordnetem  Zusanunenliangc  und  ebenso  für  den  Oesterreicher 
wie  für  den  Holsteiner,  für  den  Schwaben  wie  fijr  den  rominer, 
durch  geordnetes  Verzeichnen  des  fast  unermefslichen  Vorrathes 
zu  erfahren  ist.  Das  sind  dieArbeiten.  Die  Anfragen  über 
alle  geschichtliche  Gegenstände  über  alle  l'unkte  der  Kulturge- 
schichte, sollen  umfänglich  und  erschöpfend  beantwortet,  es  sol- 
len alle  Quellen  mul  Hulfsmitlel  nachgewiesen  werden.  Dazu  die- 
nen die  Heperlorien,  diese  Arbeiten  der  mühevollsten  und  pein- 
lichsten Sorgfalt,  wie  sie  nur  deutschem  l-leifse  und  deutscher 
(irundlichkeil  ihunlich  sind.  Aber  diese  Erfordernisse  solcher 
Arbeiten  erziehen  auch  einen  Nachwuchs,  woran  es  bisher,  bei 
allen    Pflanrschulen    für    andere    Bestrebungen,    in    Deutschland 


fehlte;  eine  Anzahl  tüchtig  vorgebildeter  .\rchivare  und  Biblio- 
thekare wird  aus  dieser  Pflanzschule  hervorgehen ,  Männer, 
welche  ihre  wissenschaftliche  Vorbildung  durch  die  stete  Be- 
schäftigung mit  Gegenständen  ihres  künftigen  Berufes  verwerlhen 
und  belhätigcn,  W(^lche  durch  die  Umgebung,  durch  die  reichen 
Sanimlungen,  durch  die  Karlhause,  ja  ich  mochte  sagen  durch 
Küriiberg  selbst,  die  rechte  Stimmung,  die  richtige  Lebens- 
stininiung  eniplangen  ,  wie  sie  der  Archivar,  der  Bibliothekar, 
wie  er  sein  soll,  zu  seinem  düsteren  und  doch  so  belohnenden 
Berufsleben  bedarf." 

Die  in  der  Ulustrirten  Zeitung  gegebenen  Abbildungen  aus 
der  Karthause  gaben  Anlafs  zu  dem  Vorschlag,  die  dort  auch  ab- 
gebildete „K  rauen  ha  II  e"  zum  Anknüpfungspunkt  für  einen 
bald  in  Wirksamkeit  tretenden  „Fra  u  en  v  er  e  in  "  in  Berlin  zu 
benutzen.  Der  Schatzmeister  des  Vereins,  zugleich  Agent  des 
Museums,  Herr  L.  Wittich,  machte  Mittheilungen  über  die  Thä- 
tigkeit  der  Agentur  in  Berlin,  deren  Liste  von  Beitragzahlen- 
den die  Summe  von  16'i  Thlr.  erreicht,  und  endlich  erfolgte 
die  IVeuwahl,  die  alle  bisherigen  Mitglieder  des  aus  'J  Personen 
bestehenden  Vorstandes  bestätigte  und  zu  Stellvertretern  die 
Herrn  Prof.   Guhl  und  Däge  bestimmte. 

Eine  bis  jetzt  noch  nicht  dagewesene  Art  eines  jiihrlichen 
Beitrags  ergab  sich  durch  die  Zusage  des  Xylographen  Robock 
zu  IVürnberg:  im  Werthe  von  10  fl.  jahrlich  gratis  einen  Holz- 
schnitt zu  fertigen.      Möchte  dies  Kachahmung  linden  I 

Als  Archivgehülfe  trat  am  7,  März  bei  dem  .Museum  ein 
Herr  Kechlscandidat  Kud.  Raspe  aus  .Meklenburg. 

Leider  müssen  wir  mit  diesen  erfreulichen  .Mitlheilungen 
die  betrübende  iVachricht  verbinden,  dafs  der  Gelehrtenaus- 
schufs  schon  wieder  durch  den  Tod  um  eines  seiner  thäligen  und 
eifrigen  Mitglieder  vermindert  worden  ist.  Dr.  Ludwig  Schnee- 
gans, Archivar  der  Stadt  Strafsburg,  auf  dem  Gebiete  der 
deutschen  nn'ltelalterlichen  Kunst-  und  Kulturgeschichte  bekannt 
und  dem  deutschen  .\atii>nalmuseum  und  seinen  Strebungen  mit 
uncigenniitzigem  Wohlwollen  zugctlian ,  starb  am  1.  April  im 
noch  nicht  vollendeten  45.  Leben.'ijahr  in  Folge  längerer  Krank- 
heit. Auch  der  Anzeiger  des  Museums  verliert  in  ihm  einen 
thatigen  Mitarbeiter.  IN'icht  minder  hat  das  Museum  den  Tod 
eines  seiner  für  Kunstgeschichte  bedeutendsten  Mitglieder,  des 
Herrn  Gelieimenraths  Dr.  Fr.  Kugler  zu  beklagen. 

.Mit  besonderem  Danke  heben  wir  aus  den  materiellen 
F<irderungen ,  die  der  verflossene  Monat  gebracht  hat,  hervor, 
dafs  der  historische  Verein  für  das  (irufsherzogthum  Hes- 
sen in  Darmstadt,  einen  jährlichen  Beitrag  von  10  fl.  gezeich- 
net hat.     Beigetreten  ist: 

S o c i e t e    d  ' h i s t o i r c    et    d '  a r c h e o I o g i  e    de    G c n e v c. 

Keue  Agenturen  wurden  errichtet  in:  Mernn,  Offen- 
bach, Saarbrücken,  Sehr  oben  haus c n  und  Traun- 
stein. 


123 


Anzeiger  lur  Kunde  der  duutsiliiTi  Vor/.eil 


124 


Kür  die  im  Nachstehenden  verzeichneten  Gi-sclionke  sanin 
wir  unsern   besten  Dank: 

I.    Für  das  Archiv. 

Fischer,  l'fiirnr,  zu  Artelsliolin: 

905.  SchulilviTichreibung  des  Paul  hrefs  zu  Aiirnliera  für 
Sebald  llaller  daselbst  über  69  Gulden.     1  146.     l'erg. 

906.  Urfchdebrier  des  Christoph  Maulen,  Baders  zu  Hersbruck, 
für  Georg,  Pfalzgr.  b.  Khi-in  u.  Ilirzos  in  Bayern.  1502. 
Pap. 

907.  .Muslerrolle  über  ein  Kahnici»  iMusijuetirer  von  der  Bür- 
gerschaft zu  Hersbruck,  welches  den  14.  Mai  iö'M.  von 
iVeuciii  gemuslerl  «urde.      1631.     I'ii|i. 

908.  Bericht  des  Bürgermeisters  und  Rathes  zu  Hersbruck  über 
diu  beim  Durchzug  der  Schweden  an  dem  Armenhaus 
von   denselben  angerichteten  Verwüstungen.    1648.    Pap. 

Engelhardt,  Privatier,  zu  Nürnberg: 

909.  Bestaligun^'slirief  des  Kaisers  K.irl  V.  für  den  von  der 
Reichsstadt  Windsheini  zum  Oberrichler  angenommenen 
Sebastian  Hagelstain.     1544.     Pap. 

Frank,  (iehulfe  am  gernian.  .Mu.seum: 

910.  iNolariatsinsIrument  des  Notars  Katalis  a  Joamiibu.<  de 
Mieli  über  den  Yerkaur  eines  Stück  Landes.  1634.  Perg. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Comite  Flamand  de  France  in  Dunkirchen: 

4957.  Dass.,  Bulletin.  Kr.  7.  Janvier  et  Fcvricr.     1858.     8. 

K.  Statist. -topogr.  Bureau  in  Stuttgart: 

4958.  lla.vs.,  \\urllernbcr;;isclic:  Jiilirbiicher,   IH56.   l.u.  2.  H.  8. 
Seybold,  hrauterhandler,  in  iNurnberg: 

4yj"J.    Neu    erulln.  Schauplatz    der   Römisch  -  Teulschen   Kaiser. 
8.     (Defekt.) 

Emil  Freiherr  V.  Hammerstein,    kgl.    hanni)V.  Premier- 
I.ieutenaut,   in   llannorcr: 

4960.  \y.  C.  C.  u.  E.  F.  V.  v.  Hammerstein,  Gesch.  der  Frei- 
berrl.   von  Hammerstein'schen   F'aniilie.     1*^56.  S. 

K.    k.    Centralcommission    zur   Erforsciiung   und 
Erhaltung  der  Baudenkmale  m  Wien: 

4961.  Dies.,  .Miltlieilunirrn.  Hnbilvieur  WriCs.  111.  .lahrg.  Febr. 
iHbH.     gr.   4. 

E.  G.  Föratemann,  Professor,  in  iVordhausen: 

4962.  J     lilii  ÖnnesMon   und   Kriilalle.     1770.     4. 

4963.  Reichs-Hanilwercks-Ordnung  in  IVordhausen.  1768.  4. 
Aebst  ri   kleineren  Schriften.     4. 

Dr.  Friedr.  Thudlchum  in  (iiefsen: 

4964.  Dcrs. ,  Geschichte  des  Freien  geri<:hts  Kaichen.  1858. 
«.     2  Ex. 

Emil  Penck,  Buchhandl.  in  Leipzig: 
496 j.    W.  .Schafer,    der    .Montag    vor    Kiliani    \or    400  Jahren. 
1855.     8. 

Du   Mont-Schauberg'sche   Buchhaudl.    m   h..ln: 
A'Jiili.    Uri;an   lur  •  bnsll.   hiinst,   heramgeg.   und   riclig.   von  Fr. 
Bnudri.     \lll.  Jahrg.     INr.  4  u.  5.     1858.     4. 


Redaktion  der  numismatischen  Zeitung  in  Weifsen- 

sec  : 

4967.  Dies.,   .>uinisiiiat.   Zeitung.     2:').  Jalirn.     iVr.  3.     l'^JS.    4. 

Polytechnischer  Verein  in  Wuriburg: 

4968.  Ders.,  Wochenschrift.    VIII.  Jahrg.    Kr.  6— 9.    1858.    8. 

Dr.  Ethbin  H.  Costa  in  Laibach: 

49611.    Der». .     Iiibliiii;riiphie     der     ileutschcn     Rechtsgescbiclitc. 

1X.")S.      «. 

Ph.  van  der  Haeghen- Russinger  in  Brüssel: 

4970.  Ders.,    La    verite   hislorique.     Rcvu«   hcbdomndaire.     2. 

I.ivrais.     18.')«.     8. 

Rud.   Weigel,  Kunst-,  Buch-  und   Lanilklidl.  in  Leipzig: 

4971.  C.  Becker,  Jobst  Amman,  Zeichner  und  Foriiischneider. 
IVebst  Zusätzen   von  Rud.   Weigel.     1854.     kl.  4. 

Friedr.  Ehrlich's  Buch-  und  KunsthdI.  in  Prag: 

4972.  A.   H.   Sprin^'cr,   kunsthistor.  Briefe.     1857.     8. 
Bernh.  Schlicke,   \erlagslidl.  in  Leipzig: 

4973.  L.  Wollram,   sind   zur  F>lernung    der   deutschen  Recht- 
schreibung besond.  Regeln  nothig?     1858.     8. 

4974.  Neue  Volksbücher.    44  &  45.   Doppelheft.    Dithinarschen. 
Von   M.    Trutzschuiann.     12. 

Dr.  R.  Haas,   Direclor  d.  publicist.  Bureaus,  in  Wiesbaden: 
497.').    Ders.,  illustr.  Wiesbadener  Curkalendcr.    Centralblatt  des 
deutschen  Badclebens.    1.  u.  2.  Jahrg.    Kr.  1 — 6.     1857 
bis  1858.     4. 

4976.  Ders.,   die  griech.  Kapelle  lui  Wiesbaden.     (1*,t7.)     4. 

Verein  f.  Kunst  u.  Altertb.  in  Ulm  u.  Oberschwa- 
ben zu  Ulm: 

4977.  Ders.,    12    Vemnenllichung.     185H.     gr.  2. 
Wilh.  Weingärtner  in  Breslau: 

4978.  Job.  Stradanus  u.  Phil,  (iallaeus,  passio,  mors,  et  resvr- 
rectio  Du.  nostri  Jesv  l'hrisli.     32  Bl.     iju.  4. 

Dürr,  Landrichter,  in  Kürnberg: 

4979.  Donawerthisehes  Blut -Bad.     1704.     4. 
Dr.  Reufs,  (|u.  Professor,  in  Kürnberg: 

4980.  J.  E.  Probst,  Verzeichnifs   derer  inn-  u.  ausliind.  Bäume, 
Stauden   .  .  des  C.   Bosischen  (iartens.     1747.     8. 

Dr.  G.  Barsch,  j;eli.   Itegierungsrath,  in  Coblenz: 

4981.  H.   Biijge,   de  Cjclopibus   Homericis.     1850.     4. 

4982.  Ch.   Bliiiiiliarilt,    Verllieidigungsschrifl  gegen   Dr.   de  Va- 
lenli.      ISriO.     H. 

Karl  Gödeke  in  Celle: 

4983.  Dcrs.,  Rcinfril  von  Braunschweig.     I85I.     8. 

4984.  Ders.,  Burchard  Waldis.     18.52.     8. 

4985.  Johannes  Rmnoldl,  x.  K.  Giideke.     1855.     8. 

4986.  Koning    filrmeiirilus    Döt,     Herausgeg.    >on    K.   Godeke. 
1851.     8. 

4987.  Kunz  Kislener.     (Herausgeg.  v.  K.  Güdeke.)    1855.    8. 
8.  Erlaucht  Graf  V.  Giech,  Standeshcrr,  in   Thurnnu: 

498H.    Hausgrselz    im   (ieschlechle    der  Grafen   und   Herren    von 
(iieeli,    nebst    .Motiven.     Mit    einem   Vorwort    herausgeg. 
von  C.  F.  v.  Gerber.     1858.     8. 
W.  Violet  in  Leipzig: 
49H9.    I'.  Sinlenis,    der  Anfang  der  deutschen  Kirchcnrefurma- 
tioD.     1845.     8. 


125 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


126 


4990.    Dcrs.,    Dciikschr.   lur  Feier  d.  300jähr.  Todestages  Dr. 
.M.   Liilh.r.*.      1846.     f». 

Oberlausitzische  Gesellschaft  der  Wissenschaften 

in   (jiirlitz: 
•1991.    G.  Kcililir,  cod.  (lijiloni.  Lusatiae  superioris.     1856.     8. 

V.  Ebner'sche  BuchhdI.   in  IViirnberg: 

4992.  Die   dfulsilitn  Mundarltn.     Ht'rausgt'g.    v.  G.  K.  From- 
mann.    IV.  Jahrg.     Octolier  —  Decemb.     1857.     8, 

Dr.  Ad.  Kuhn,  Professur,  in  Berlin: 

4993.  Ders.,  .Märkische  Sagen  und  Jlarchen.     1843.     8. 

4994.  Ders.    u.    \\ .  Schwanz,    iVorddenUche   Sagen,   Märchen 
und  (;.hr:.i](hc.     1848.     8. 

Edmund  Dorer  in  Dresden: 

4995.  Dcrs.,  Roswitha,  d.  IVonne  aus  Gandersheim.    1857.     8. 

Hahn'sche  llolljurhhdl.  in  Hannover: 

4996.  J.  Leunis,    analyt.  Leitfaden    f.   d.   ersten  Wissenschaft!. 
Unterricht  in  der  IValurgesch.     1.  H.     1858.     8. 

A.   Stöber,  Professor,  in  IWülhaiisin: 

4997.  Alsatia.     Ilerausgeg.  v.  A.  Slober.     1856—57.     8. 
D.  F.  Palm,  Direktor,  in  Planen: 

499h.    Jahrcsbcr.  iibcr  das  Gymnasinni.     1857—58.     4. 

Trowitzsch  u.  Sohn,  llc.fbuchdruckerei  in  Frankfurt  a/0.: 
4999.    .Monals.schrift  fiir  deutsches  Städte-  und  Gemeindewesen. 
Jahrg.  IV.     Heft  3.     1858.     8. 

J.  Zeiser's  Buch-  und  Kunsthandl.  in  IViirnberg: 
.^i(HHI.    AIhrechl-Dürcr-Alburri.      1.  — 4.  I.iif.     0.  J.     gr.  2. 

K.  Gesellschaft  der  Wissenschaften  in  Goitingen: 
.5001.    Dies.,  Goltingische  gelehrte  Anzeigen.  1.-3.  Bd.  1857.  8. 
.5002.    Dies.,  IVachrichten.     Vom  J.  1857.     8. 

Dr.  Andresen  in  JVürnberg: 

5003.  Taschenbuch    für  Reisende   in   den  Hcrzoglh.  Schleswig, 
Hülslein  und  Lauenliurg.     1847.     12. 

5004.  V.   Statz,   mitlelalterl.   Bauwerke   nach   .Merian.     1.  Hfl. 
1856.     gr.  8. 

5005.  Museum,   Bliiltcr    fiir    bildende    Kirnst.     Herausgeg.    von 
F.  Kugler.     4.  Jahrg.     1H36.     4. 

5006.  G.  Thaulow,  das  Kieler  Kunslnmseum.     1853.     8. 

5007.  Ders.,  wie  man  in  Frankreich  mit  der  deut.<clien  Philo- 
sophie umgeht.     1851.     8. 

Bauer  <fc  Raspe  IJul.  Merz)  ßnchhdl,  in  IViirnberg: 

5008.  Zeilschrift  fiir  deutsche  Kullurgesch.    Herausgeg.  v.  Job. 
Mililer  u.  Job.   Kalke.     Mnrzhcft.     1858.     8. 

Historisch  Genootschap  in  Utrecht: 
50(l<j.    Dies,,  hronijk.    12.  Jaarg.    1856.   Derde  Serie.    2.  Deel. 
1856.     8. 

5010.  Dies.,   Bcrigtcn.     10.  Deel,     1.  St.     2.  Serie.     1.  Deel, 
1.  St.     1857.     8. 

H.  L.  Schlapp,   Bucli-  n.   Anli(|iiarlidl.   in   Darmslndt: 

5011.  3  Sclinlien  über  Friedrich  II.  Honig  von  Preufsen.    1786 
u.  1787.     8. 

5012.  E.  L.  Posscil,    dem  Valerlandslod    der   400  Bürger  \on 
Pforzheim.     1788.     8. 

5013.  Deutschlands  Erwartungen  vom  Fürslenbunde.    1788.   8. 

5014.  A.   Ch.   v.  Lilgenau,  d.   Komische  König.     1786.     8. 


C.  Becker,   k.   preufs.   Sieucrinspector,  in  Würzburg: 

5015.  hillel,    die    Bau-Ürnamente    aller  Jahrhunderte   an  Ge- 
bäuden der  Stadt  AschalTenburg.     3.  Lief.     1845.     8. 

Gesammtverein   der  deutschen  Geschichts-   und 
Alterthumsvereine  m  llunimvcr: 

5016.  Ders.,  Cornspondenzblatt.     VI.,  Nr.  6.     1858.     4. 
G.  D.  Teutscb,  Direktor,  in   Schäfsburg: 

5017.  Dcrs.,    GcKchichte    der   Siebenbiirger    Sachsen.     5.  Hft 
1858.     kl.  8. 

Bieber,   qu.  Lieutenant,  in  Augsburg: 

5018.  Beschr.   d.  Klosters  und  der  Wallfahrt  .Maria  Einsicdcin. 
1845.     12. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthiunssammlung. 

Götz,   Kaufmann,  in  Aürnberg: 

2223.  A.^lroniiinische  Uhr  vom   18.  Jahrh. 

V.  Bieber,  pens.  Lieutenant,  in  Augsburg: 

2224.  2  Jelüns  vom  17.  u.   19.  Jahrh. 

2225.  11   Monatsbildcr  in  cd.  Kupferstich  vom  18.  Jahrh. 

2226.  3  Ablafszeicben  vom  18.  u.  19.  Jahrh. 

2227.  ßiciniedaille  auf  Kranz  Tiipsl,  Propst  zu  Fölling. 

2228.  Fächer  vom  18.  Jhdl. 

2229.  ReliquicntalVI  vom   18.  Jhdl. 

Fr.  Frfr.  v.  Schaumberg,  Hof-  u.  Siifisdame,  in  Nürn- 
berg : 

2230.  Benialles  Kastchen  vom    18.  Jhdl. 
Wilh.  Weingärtner  in  Breslau: 

2231.  3  ("onvolnle  von  gestochenen  Porlräls  aus  Druckwerken 
vom   lli.   u.   17.  Jhdl. 

Chr.  Braunstein,  Bibliolheksgehülfe  im  germ.  .Museum: 

2232.  4  Kupferstiche  von  Kuscheweyh  nach  allen  italienischen 
Meislern. 

Dr.  J.  H.  V.  Hefner-Alteneck,   Prof.  u.  Cons.  d.  ver- 
einigten Saiiiinlungen  in  Muiiihin: 

2233.  Die  Hoflahrt,  Kederz.  v.  Ende  des  16.  Jhdts. 

2234.  Color.  Zeichnung  nach  einem  Ringe  v.  1565. 
Lust,  kgl.  Advokat,  in  Straubing: 

2235.  Ein  jüdischer  Silbensekel. 

2236.  5   kleinere  ."»ilbeniiunzcn   v.    17.  Jhdt. 

Dr.  Beyerlacher,  prakl.  Arzt,  in  Nürnberg: 

2237.  SaUlMiru-T  Silbi-rnuiiize  v.   1692. 

G.  Gottschalk,  Kaufmann,  in  Nürnberg: 

2238.  Iliil(ligung.smnn7.e  des  Markgriii.   K.   \V.   Kricdr.   v.   Bran- 
denburg. 

C.  Becker,  Kgl.   prrufs.  Steuerinspektor,  in  Wurzburg: 

2239.  Taniirpaar,  Kpfrsl.   v.   II.   Aldegrever. 

2240.  Kduig  David,  Kpfr.-il.  v.   B.   Bruju. 

2241.  Baseler  Wappen,  Hlzsclin.   v.    1511.     Top.  Steindr. 

2242.  l."i   lilaller    Kupferstiche,    Holzschnitte    u.   s.  w.    nul  Ab- 
bildungen  von  Allcrlhiiinern. 

Schmid,   BUrcaudiener  am  gernian.   Viiseuni: 

2243.  2   kleine   Kupler,<lichc  vom    18.  Jahrh. 
Stahl,   llosolifabrikiinl,  in   IVurnberg: 

2244.  Nürnberger  Thaler  von   1621. 


127 


Anzeiger  füi   Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


128 


K.  Rudel,  k.  PfarriT  bei  St.  Lorenz  in  Kürnberg: 
224.T.    liiLhenpfennig  vom   16.  Jhdt. 
Assum,  Pfarrer,  in  Edelsfeld: 

2246.  Karte  der  Klieinpfalz  v.  1652. 

O.  Ritter  von  Maffei  in  Kreising: 

2247.  Kal.^ilir  l';i\r.   Sill>iTinünze  von   l.ll9. 
Ein  Ungenannter: 

2248.  2  Kürnberger  Silbermünzen  \oiii  17.  Jliill. 
Fuchs,  Revierförster,  in   Miltenberg: 

2'24y.    Kine  römische  und  e    polnisi-he  Silberniünze. 

V.  Bossert,  1«.  Chevauxlcgerlieutenanl,  in  i\iirnberg: 
2250.   3  aufgefundene  Hufeisen. 


F.  Haill,   lurstl.   Kevisor,   in    Werllieini: 

2251.  SiiinniliMig  von  4,')7  alteren  und  neueren  Siegeln. 

2252.  17   Kupfersliihe,  llulzsrhnille  und   -Malereien   vom    17.  u. 
18.  Jhdt.  zum  Tluil  aus  Büchern. 

G.  Ney,  kgl.  bayr.  Major,  in  Klaschenhof  bei  IVürnberg: 
22^:<.    3   kliiiic  (IrabgiTafsc  von   gebranntem  Thon. 

Dr.  Andresen  in  Mirnberg: 

2254.  Allegorie  des  Kleifses,  Wassernialerei  v.   1595. 

2255.  Das  .Martyrium   des  heil.  Sebastian   mit  einem  Gebet  gegen 
die  Pest.     Holzschnitt;  n.  Abdr. 

2256.  St.  Benno,  Holzsrhn.  v.  16.  Jhdt. 

2257.  Portrat  des  .Mich.  Springinklee,  hpfrst.  v.   16.  Jhdt. 
22.')H.    Spottbild    aus     dem     niederländischen    Befreiungskriege. 

Kpfrst.     6  Blatter. 
2259.    4  kleinere  Kupferstiche  aus  der  2.  Hälfte  des  17.  Jhdts. 


llii'oiiik  der  liistorisclieii  AciTiiie. 


Die  .Mittheilungen  der  k.  k.  Cent  ral  kom  niiss  ion 
zur  Erforschung  und  Erhallung  der  Baudenkmäler  etc.,  II.  Jahrg. 
Oct.  Kr.  10,  enthalten  Tür  AI tert humskunde  und  Kunst- 
geschichte: einen  .\bdrHck  der  schon  iii  die  .Mittheilungen  des 
.\ltrrthuinsvereins  zu  Wien  II,  1  aufgenümmeneu  Abhandlung 
von  J.  Scheijer:  vom  EinHusse  der  l'Hanzen  auf  die  Zerstörung 
der  Kuinen ;  die  Verlheidigungskirchen  in  Siebenbürgen,  von  Fr. 
Müller;  der  Elisahethdom  zu  Kaschau  in  l'ngarn  (Schlul's);  der 
liischofsslab,  dessen  liturgisch-symbolische  Bedeutung  und  all- 
inahlige  Entwicklung  seiner  Gestalt,  von  A.  L.  Ritter  v.  Wolls- 
kron;  die  Kroninsignien  Böhmens,  von  Fr.  Bock  (SchlufsJ. 
i\r.  II,  Kovb.  fiir  die  Alterth  umsk  unde  und  Kunstge- 
schichte: die  röm.  Biider  in  Alt-Ofen,  von  Dr.  Eduard  Frh. 
von  Sacken;  das  Taufhecken  im  Museo  Correr  in  Venedig,  von 
R.  von  Eitelberuer;  die  Wandgemälde  in  der  Kathedrale  zu 
Gurk  in  Kärnten,  von  Georg  Schellander;  über  ein  in  iler 
Burg  zu  Wiener-Neustadt  befindliches  Bas-relief,  von  Alb.  Ca- 
mesina;  ein  .Milhrasdenknial  in  Krain,  von  E.  H.  Costa.  Zur 
Geschichte  des  Adels  im  üesterreichischen:  über  die 
allen  (irafen  von  Bregenz  und  jene  von  .Monll'orl,  von  Jos. 
Bergmann.  .\r.  12,  Dcobr.  für  AI  terth  ums  kun  d  e  und 
h  unsliicschichte  :  .\ndeutungen  über  .Malerei  und  Bilclli.ruerei 
des  M.  .\.  in  Üeslerreich ,  von  Karl  Haas;  das  Florianillior  in 
Krakau,  von  A.  Essenwein;  vier  steinerne  Denksaulen  zu 
Oedenburg  und  .Mattcrsdorf ;  Reisebericht  über  einige  Denk- 
male zwischen  Blitzen,  Tirol  und  St.  Pauls,  dann  des  Thaies 
Mnreil  nnd  Hiednaiin  in  Tirol,  von  G.  Trinkhauser  ;  die  Dop- 
pelkapelle und  der  Thiirni  auf  der  Ruine  Grünberg  in  Tirol, 
»on  G.  Trinkhau.icr ;  die  Doppelkapellr  und  der  Thunii  auf  der 
liuine  (ininberf  In  Tirol,  von  .Ma\  Hitler  von  Moro.  --  Aufser- 
dcni  eniball  jedes  Heft  Notizen,  lilerar.  Anzeigen,  Korrespon- 
denzen. — 

Derselben  Zcilsthnfl  III.  Jaliri;.  l^'.'iH.  ^r.  1.  Januar  eni- 
ball für  deutsche  A  Iterlhii  ni  s  k  unde  und  Kuiislge- 
schichlo:    Kunst    und    Allorlhuui     in    ihrem    Wechselverkehr, 


Min  H.  von  Eilelberger;  mittelalterliche  Bauilenkmaler  in  Trient 
und  einigen  lombardischen  Sliidten  von  Alois  Mefsnier:  der 
gothische  Flügelaltar  zu  Hallstadt  in  Oberösterreich,  von  Ed. 
Fr.  von  Sacken ;  die  Entwicklung  der  miltelallcrlicheii  Bau- 
kunst mit  liucksirht  auf  den  Elnllufs  der  verschiedenen  Bau- 
materialien, von  A.  Essenwein.  Aufserdem:  die  Erweiterung 
der  Sladt  Wien  ;   IVotizen ;   Correspondenzen   etc.  — 

Der  Anzeiger  für  schweizerische  Geschichte 
und  .'VItcrthumskunde,  IV.  Jahrg.  Kr.  1.  .März  1858  enthäll 
aiifser  dem  Programm  für  die  Landesgeschichte:  zur  Ge- 
schichte der  drei  Länder  ;  Gütertausch  zwischen  Graf  Eberhard 
fdeiii  Seligen)  von  Nellenburg  und  Bertold  (von  Zahringen), 
Herzog  von  harnten,  von  G.  v.  W.:  Herr  Hermann  von  Lan- 
denberg, Schiedsrichter  zwischen  Züriih  und  Winterthnr,  1343, 
von  denis.  —  Zur  A  I  Icrthu  ms  k  un  de  :  über  Slädlesiegel 
und  Pässe  im  XV.  Jahrb. ;  der  Zahringer  (irabstein  in  Solo- 
Ihurn,  von  Theodor  Schcrer;  Bericht  über  einen  Miinzfund  zu 
Ermensee,  von  Pf.  Urcch  ;  Münzherrn  in  Grauliündten  ;  Amulele 
und  Sesienssprüehe  u.  a.  —  Literatur.  — 

Das  Bulletin  du  Co  mite  Flamand  de  France, 
Jahrg.  18.i7  enthält  in  Nr.  1,  Januar  und  Februar,  aufser  den 
Berichten  früherer  Sitzungen :  notices  siir  l'argcnlerie  et  les 
valeurs  cnicvees  nux  egiises  de  l'arrondisseiuenl  de  Dunkerque 
sous  la  Convention,  pnr  .M.  V.  Derode;  Jean  Nevius  et  Erasme, 
par  M.  van  de  Pulle;  noie  sur  un  livre  d'heures,  par  .M.  J.  J. 
Carlier.  Nr.  2,  .März  und  April,  aufser  Silziinffsberichlen  und 
Nekrologlen:  Inscriplinns  limmlaires.  pnr  M.  A.  Bonvarb'l ;  Dii- 
cumenls  sur  l'art  <lriiiiialli|ue  chez  les  Flamands  de  France,  par 
M.  I'abbe  Carnel.  Ar.  3,  .Mai  und  Juni,  aufser  Sitzungsberich- 
ten: Lc  Perc  Jean  Vcrnininien  par  M.  de  Baecker;  une  lettre 
du  Comle  d'Eginont  pnr  M.  de  Coiissemaker;  livrcs  perniis  ei 
di'fendus  au  XVI.  siede,  par  M.  de  Baecker  et  Dcrodc;  docii- 
meiil  sur  l'arl  drnniatii|ue  etc.  (Forlsel/ung).  Nr.  5,  Sept.  und 
Oktober,  aufser  den  Silzungsbericblen :  extraits  des  proces- 
verbaux ,    pnr    M.  Raymond    de    Berlrand,    (forlgesetzt    in    den 


129 


Anzeiger  für  Kinulft  der  (ieulsclicn  Vorzeit 


130 


folgftidfn  lleflen);  note  sur  les  coulunirs  et  les  iiiicii'nnes 
cffigics  judiciaires  en  Flandre,  par  M.  Kayiii.  de  Berlraiid; 
notices  sur  quelques  jesuilrs  flainands,  par  le  K.  P.  Possoz, 
(fortgcs.  in  Nr.  7j.  Nr.  6,  IVovemb.  und  Deccmb.,  aufser  einem 
Bericht  über  die  Sitzung  vun  1837  über  die  Arbeiten  des 
Comilc:  tableau  chronolo'ique  et  hcraldlque  des  bourgue- 
ineslres  de  la  ville  et  cliälellenle  de  Brrgiiis  Sl.  W  inoc,  depuis 
l'union  en  1556;  Kr.  7,  Januar  und  Kebruar  1858:  Quelques 
Miots  sur  Ics  concours  de  poesie  flaniande  au  XVI«sieclc,  par 
M.  Auguste  Rii'our;  docunienis  en  langur  flainande  qui  existent 
a  la  bibliotheque  Imperiale  de  Paris;  inscriptions  tumulaires 
dans  l'eglise  de  Buysscheure.  — 

Die  Jlenioires  et  documents  puMirs  par  la  Sociele 
d'histuire  de  la  Suisse  romande,  toni.  XIII,  1853,  enthal- 
ten aufser  einem  Rückblick    auf  die  früheren  Verütruntlichungcn 


der(jesellsclijfl:  chronicjue  de  Marius,  par  M.  J.  Rickly;  le  prieure 
de  la  commune  de  Baulmes,  par  M.  L.  de  C'harriere;  quelques 
eclaircissements  sur  Ihisloire  des  Sires  de  Cassonay  et  de 
Prangins ,  par  M.  L.  de  C'harriere;  dclaircissement  relatif  ä  In 
Situation  de  celui  des  chäteaux  de  Mont  qui  appartenail  aux 
Sires  de  Prangins,  par  M.  I,.  de  C'harriere;  mcfmoire  sur  les 
monnaics  des  pays  voisins  du  Lcman,  avec  8  planches,  par  M. 
R.   Blanchet.  — 

Desselben  periodischen  Werkes  Band  XIV,  1857,  enthalt: 
Recherches  historiques  sur  les  acquisitions  des  Sires  de  Mont- 
faucon  et  de  la  niaison  de  Chalons  dans  le  pays-de  -  Vaud, 
precedees  d'une  introduction  avec  un  plan  et  suivies  de  pieces 
justilicativis  et  de  liuit  tableaux  genealogiques  de  la  maison 
de  Muntfaucon,  par  AI.  F.  de  Gingins -la-Sarra,  president  de 
la  Soeiete  etc.   — 


Nachrichten. 


Literatur. 

Neu  erschienene  Werke. 
26  J   Das    r  (Jini  sc  he  hasluii  .Vliso,    der    Teutoburger 
Wald    und    die  Pontes  longi.     Ein  Beitrag  zur  Ge- 
schichte der  Kriege  zwischen  den  R(>nieru  und  den  Deut- 
schen  in  der  Zeit  vom  Jahre  12  bis  zum  Kruhjalir  16  nach 
Chrislus.     Von   M.  F.  Essellen,  königlich  preufsischcm 
Ilolralhe.     Hannover,     Carl    Riimpler.     1857.      VIII    und 
232  S.    8. 
Es   sind   drei,    theilweis   schon    früher   von  dem  Verfasser 
verfochtene   Behauptungen ,    die    diese   Schrift   unter   Anrufung 
aller  Zeugen   der    verschiedensten  Zeiten    und    gegen    alle  Wi- 
dersacher,  namentlich   Giefers,  erweisen  soll,  erstens:  dafs  der 
Ort     der    varianischen    Niederlage    zwischen    den    Flüssen  Ems 
und  Lippe  zu  suchen  sei,    zweitens:    dafs    das   Kastell   Aliso  in 
der  INahe    der  Stadt  Hamm,    am  Zusammenilufs    der  Ahse    und 
der  Lippe  gelegen  habe,  und  drittens:  dafs  die  Pontes  longi  im 
Burlanger  Moor  angenommen  werden  müssen.     Man  wird  dem 
Verfasser    gern     die    Anerkennung    zolli:n,     dafs    er    sein    Vor- 
haben nicht  leicht  genommen  hat ;   mit  wahrhaft  unermüdlichem 
Eifer  wird   der  Leser  durch  zahlreiche  (Juellenstellen    und    Ar- 
gumentationen   hindurchgelührl,    wobei    doch    einige  Beschran- 
kung wunschenswerth  gewesen  wäre,  so  sehr  der  grofse  Sam- 
melfleifs    des    Verfassers   zu   achten    ist.     Zu    entscheiden ,    ob 
der   Verfasser    mit    seinen    Annahmen   Recht    habe,    oder    Dr. 
Giefers,   der   die    vnrianische    Niederlage  zwischen   die    Dören- 
schlucht    und  Ufleln    oder   Herford  verlegt  und  das  Dorf  Elsen 
als     die    ursprungliche    Stalte     des     Kastells     Aliso    vcrlheidigl, 
kann  nicht  die  Aufgabe  iIcs  Anzeigers  für  Kunde  der  deutschen 
Vorzeit  sein    und    darum    unierdrücken  wir,  unter  nochmaliger 
Anerkennung  der  Bemühungen  des  Hrn.  Essullen,  etwaige  Be- 
denken. Beigegeben  sind  vier  recht  hübsch  gearbeitete  Karten, 
die  ersten  drei  in  Bezug  auf  den  historischen  Inhalt  der  Schrift, 
die    vierte    eine  Karte    der    belrellcnden    Gegenden,    nach    der 
geognostischen    Uchersichlskaric    ilcr    Kreidcbildungen     NNCsIfa- 
lens  von  Römer  gearbeitet. 


27)  Ulrich  von  Hotten.  Von  David  Friedr.  Siraufs. 
Erster  Theil.  XVI  und  374  Sin.  Zweiler  Theil.  VI  und 
378  Stn.  Leipzig,  F.  A.  Brockhaus.  1858.  8. 
Was  David  Straufs  schreibt ,  wird  stets  durch  den  Zauber 
der  Form,  den  er  über  jeden  Inhalt  auszugiefsen  versteht, 
eine  ungeiTieine  Anziehungskraft  üben,  und  nach  dieser  Seile 
hin  ist  das  vorliegende  Buch  ,  das  vollenilelste  des  Verlassers, 
sicher  eine  der  glänzendsten  Erscheinungen  der  neueren  histo- 
rischen Literatur.  Hutlens  iiufsere  Schicksale,  wie  sein  eigen- 
stes innerstes  Geistesleben,  sein  .Ausgang  von  einer  Ritterburg 
durch's  Kloster  in  die  Welt,  die  Verwickelungen,  in  die  seine 
Jugend,  die  Stürme,  in  die  sein  Mannesaller  (iel ,  die  Zeitge- 
nossen, deren, Führer  oder  F'eind  er  war,  die  Kampfe,  in  denen 
nach  errungenem  Ruhm  er  endlich  zusammenbrach,  Alles  ist 
mit  ursprünglicher  W  ahrheit ,  mit  fesselnder  Gewalt  erzahlt, 
wie  nirgends.  Und  bei  seiner  Begeisterung  für  Hütten  hat  der 
Verfasser  doch  auch  die  tiefen  Mangel  ,  die  in  dessen  Wesen 
lagen,  nicht  verschwiegen.  Auch  als  Zeitgemälde  steht  das  Buch  in 
seiner  Art  einzig  da ,  die  verschiedenen  Stallen  und  Persön- 
lichkoiten  der  reformatorischen  Bcwi.'gung  sind  mit  einer  F'ein- 
heit  der  Charakteristik  geschildert,  die  geradezu  an  Leopold 
Ranke  erinnert.  —  Das  aber  ist  nicht  das  Einzige.  Als  die 
beiden  grofsen  Aufgaben  ,  die  sich  die  Wissenschaft  in  Bezug 
auf  Hütten  zu  stellen  habe,  bezeichnet  Hr.  Str.  in  der  Vorrede 
eine  neue  Biographie  und  eine  neue  Ausgabe  seiner  Werke; 
letztere  halle  natürlich  der  ersleren  vorangehen  müssen.  Für 
jene  war  Manches,  aber  nur  Mangelhalles  geleistet ,  das  Beste 
vor  mehr  als  hundert  Jahren  vom  Hildliurghauser  Jacob  Burck- 
hard  in  einer  Zeil,  die  Hotten  nicht  vcrslaml  :  in  die  spateren 
biographischen  Arbeilen  ballen  sich  zahllose  Irrlhiimer  einge- 
schlichen. Als  Gesaninitausgabe  der  Werke  hatte  man  nur 
die  ungenügende  von  Ernst  Munch  (1821  —1827).  Doch  bald 
wird  eine  neue  Ausgabe  aus  den  besten  lliinden  hervorgehen, 
indem  seit  Jahren  Eduanl  IJoc  hing  in  Bonn,  der  Freund  und 
(ii-islesgenossi'  l.achmanns,  dafür  gesammeil  und  gesichtet  hat, 
und  das   Gluck  wollte,   dafs  er   D.  Sltoufs  für  den   rechten  Bio- 


131 


Anzeiger  Tür  Kunde  der  deutschen  Vorzeit, 


132 


eraphen  Hullrns  hielt  und  ihm  seinen  canzen  bedeutenden 
Hutlenapparni  neidlos  und  liberal  genug  zur  Verfüoung  gestellt. 
Solche  Materialien  und  snnst  noch  Allej,  wm  <lie  damalige  und 
spätere  Literatur  bot,  in  der  Arbeil  eines  solchen  Kritikers  — 
und  es  konnte  nicht  anders  sein,  als  dafs  über  zahllose  Punkte 
biitorische  AuHdarung  gewonnen  wurde.  — 

2^1  Bert  hold  von  Holle.  Herausgegeben  von  Karl 
Bartsch.  Nürnberg,  Bauer  u,  Raspe  (Julius  Merz). 
1H58.  LX.WIII  und  250  Stn.  8. 
Eine  Gesammtausgabe  der  Gedichte  Bertliolds  vuii  Uulle 
zu  veranstalten,  von  denen  nur  in  lünf  verschiedenen  Hand- 
schriften Bruchstücke  auf  uns  gekommen  sind ,  war  ein  ebenso 
wichtiges,  als  schwieriges  rnleruehmcn,  recht  geeignet  für  die 
klare  und  gediegene  Kraft  des  Herausgebers,  sich  daran  zu 
versuchen.  Zuerst  hatte  von  Berlholds  Demantin  iMafsmann 
ein  ihm  von  Wiggerl  in  Magdeburg  zugekommenes  Bruchstück 
verülTenllichl,  das  dann  W.  .Miiller  Berlhold  vindicierte,  dann 
edierte  Lisch  ein  bald  von  Jacob  Grimm  Berlhold  zugewiesenes 
Rostocker  Bruchstück  und  Hr.  Bartsch  weist  jetzt  nach,  dafs 
beide  die  Bruchstücke  einer  und  derselben  Handschrift  sind. 
Vom  Cranc  hatte  ein  Bruchstück  Wilhelm  Grimm,  ein  anderes, 
in  Gottingen  befindliches  \V.  .Müller  herausgegeben ;  die  frei- 
lich auch  nicht  vollständige  PominersreMer  Handschrift  ver- 
glich Hr.  Bartsch  und  veroireiulicht  sie  jetzt  zum  ersten  Male. 
Das  einzige  Bruchstück  des  Darifant  halte  Nyerup  und  nach 
ihm,  zugleich  es  als  Bcrthold  angchorig  erweisend,  gleichfalls 
\V.  .Müller  veriilfentlicht.  Alle  diese  Fragmente  standen  so 
vereinzelt,  dafs  man,  ohne  dem  grofsen  Verdienste  W.  Müllers 
zu  nahe  zu  treten,  für  Hrn.  Bartsch,  der  auch  bemüht  gewesen 
ist,  das  Wenige,  was  über  Berlholds  Leben  zu  ermitteln  war, 
sorgfällig  zusammenzustellen,  das  Verdienst  beanspruchen  kann. 
Berthold  von  Holle  mit  dieser  Ausgabe  in  die  deutsche  Litera- 
turgeschichte eingeführt  zu  haben.  —  Die  Sprache  des  Dich- 
ters ist  die  mittelniederdeutsche  und  hat,  da  es  hier  bei  der 
Herausgabe  von  Texten  noch  keine  eigentliche  Regel  gibt, 
ihre  besonderen  .Schwierigkeiten,  um  so  mehr,  als  keine  der 
Handschriften  ein  ri'ines  Niederdeutsch  bot.  Der  Herausgeber 
hat  einen  .Mittelweg  einschlagen  zu  müssen  gemeint,  sich  zu- 
niichsl  an  das  haltend,  was  die  Handschriften  geben,  aber  den 
sprachlichen  Eigenthünilichkeiten  des  Textes  in  der  Einleitung 
eine  umfassende  Charakteristik  widmend.  Inwieweit  ihm  das 
.Mies  gelungen,  darüber  wird  allein  den  wenigen  Fachgenossen 
im  strengsten  Sinne  des  Wortes  ein   L'rtheil  zustehen. 

29)   K  11  n  s  t  d  e  n  k  m  a  I  e  r   des   christlichen    .Mittelalters 
in     den     Rheinlanden.     Herausgegeben    von    Ernst 
aus'ni  Wcerlh.     Erste  Abtheilung.     Bildnerei.     Erster 
Band.     Leipzig,  T.  0.  Wcigcl.     1857.     Imp.  2. 
Freudig  begrüfsen  wir  diese  schime  Gabe,  welche  uns  mit 
einer  grofucn  .\nzahl  bisher  nicht  edierter  vaterlandischer  Denk- 
mäler bekannt  macht,    die    auf    dem    kleinen   Räume  von  etwa 
vier  Quadrntmeilen,  den  grüfsern  Theil  des  Herzogthums  CIcvc 
umfassend,  vorkommen.     Es  ist  kaum  eine  Dorlltireho  in  jener 
(iegend,  welche  nicht  irgend  ein   kunstgeschichtlich  inleressan- 
tet  Werk  der  Vorzeit ,  trotz  den  mancherlei  Verwüstungen   der 
vorigen    Jahrhunderte    und     den    Verschleppungen    in     neuerer 
Zeit,  aufzuweisen  halte. ""Der  Verfasser  hal  mit  diinkenswcriher 


l'msicht  und  mit  unverdrossenem  Flcifs  diese  Kunstwerke  aul- 
gcsuchl,  welche  hier  dem  Publikum  auf  20  Tafeln  in  grofstem 
Formal  dargeboten  werden  und  mehr  wie  60  verschiedene 
Werke,  darunter  viele  in  verschiedenen  Ansichten,  in  trefflichen 
Lithographieen  darstellen.  In  einer  geschichtlichen  und  kunsl- 
historischen  Uebersicht  von  XXII  Seiten  und  in  einer  Beschrei- 
bung der  Werke  von  45  Seiten  gibt  der  Verfasser  die  erforder- 
liche Auskunft  über  die  von  ihm  dargestellten  Hildwerke  und 
weist  die  hunsteiitwicklung  nach,  wie  diese  durch  den  EinHiifs 
Colns,  wahrend  der  romanischen  Periode  und  durch  die  Ver- 
bindungen Clcve'scher  F'ürsten  mit  Prinzessinnen  des  pracht- 
und  kunslliebe:iden  burgundischen  Hauses,  im  Laufe  des  14. 
und  15.  Jahrhunderts,  wodurch  die  Kunstrichtung  der  Eyk'sehen 
Schule  an  den  Rhein  verpflanzt  wurde,  sich  .iiisgebildet  hat. 

Von  besonderer  Wichtigkeit  in  dieser  Hinsicht  war  die 
durch  ausgebreiteten  Ilanilcl  ausgezeichnete  kleine  SladtCalcar, 
um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  sogar  der  Sitz  eines  Bi- 
schofs für  das  Herzoglhum  Cleve,  in  welcher  eine  bedeutende 
Maler-  und  Bildschnitzerschule  unter  unverkennbarem  Einflufs 
der  Eyk'sehen  entstand.  Die  Kirchen  des  Landes,  besonders 
jene  in  Calcar  und  Xanten,  bewahren  noch  heule  eine  Anzahl 
mit  Malereien  und  Bildschnitzwerk  geschmückter  .Mtare,  welche 
sich  den  besten  Werken  dieser  Art  in  allen  deutschen  Landen 
zur  Seile  stellen  kimnen.  Selbst  nach  den  fernen  Oslseestadten 
gelangten  durch  Handelsverbindungen  und  Uebcrsiedlungeu 
niederrheinischer  Kaufleute  Werke  der  Schule  von  Calcar, 
wie  dies  die  in  der  Marienkirche  zu  Danzig  befindlichen  Schnitz- 
altäre,  beschrieben  durch  Passavanl  im  Kiinslblalt  1847, 
Nr.  3,3  und  34,  bekunden. 

.Möge  dies  schiine  Werk,  welches  in  drei  Abiheilungen: 
Baukunst,  .Malerei  und  Bildnerei  erscheint,  der  Gunst  des 
Publikums  sich  erfreuen,  um  ununterbrochen  fortgeselzl  wer- 
den zu  können.  Der  nächste  Band,  deren  jährtich  einer  er- 
scheint, wird  die  so  wichtigen  Kunstwerke  der  Bildnerei  aus 
der  Ollonenzeit  in  der  ehemaligen  Stiftskirche  zu  Essen  ent- 
halten, f.  Becker. 

30)  Geschichte  der  Kloslorschule  zu  \Nalkenried. 
Von  Dr.  Karl  Volk  mar,  Oberlehrer  am  Pädagogium 
zu  Ilfeld.  Nordhausen,  1857.  Verlag  von  Adolf  Buch- 
ung.    IV  u.  64  S.     8. 

Von  den  vier  Klosterschulcn,  die  in  der  Refurmationszeit, 
zwischen  den  Jahren  1545  — 1557,  am  Harz  gegründet  wur- 
den, zu  Illeid,  ll>enburg,  .Michaelstein  und  \>  alkeuried  hat  sich 
zwar  nur  die  erste  bis  auf  unsere  Tage  erhallen;  im  lf>.  und 
17.  Jahrhundert  aber  waren  alle  von  wesentlichem  Einflufs. 
lieber  die  Ilsenbiirger  ist,  wie  der  Verfasser  im  Vorwort  be- 
merkt, nur  wenig  noch  zu  ermitteln  und  in  Bezug  auf  .Michael- 
slcin  ist  noch  immer  auf  Leuekfeld  unil  Slübner  zu  verweisen; 
dagegen  lieferte  Klippel  im  hannoverschen  Magazin  eine  (ie- 
schichle  Ilfelds,  die  bald  in  neuer  Bearbeitung  er.icheinen  soll, 
und  unser  Verfasser  versucht  im  obigen  Buche  eine  Geschichte 
der  Klosterschule  Walkenried,  woiiei  ihm  nufser  dem,  was 
Eckslorms  Chronicon  Waldcnredcnsc  (1617)  und  Lcnckfclds 
Anli(|iiitates  Walkenredenses  (1705)  mitgelheilt  haben,  eine 
Anzahl  von  ungeilriii  ktcn ,  Ihcils  in  Wolfenbütlcl,  theils  in 
Blankenbiirg  liefindlichen  Aktenstücken  zu  Gebote  standen. 
Den    ersten    Abschnitt    über    das    Kloster    Walkenried    vor    der 


133 


AnzeiVer  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


134 


livrcirnialioii  hallen  wir  eiiifelieniler  gcwiinschl,  da  di'sseii  Be- 
deutung lijr  die  kirchliihü  Knl«  icklurij;  dir  lliirzsejiendin  und 
namenllich  des  nurdliclien  Thüringens  eine  sehr  weilgreifende 
war.  Der  iweile  Abschnitt  erzählt  die  spateren  Geschicke 
des  Klosters  und  der  hloslerschule,  welche  letztere  am  5.  Okto- 
ber 1057  von  den  Gr.-ifen  von  Huhcnstein  „ad  purioris  evangelii 
doctrinae  conservationem"  gestiftet  wurde  und  J668  nach  ge- 
rade llljahrigem  Bestünde  wieder  eingieng.  Ungleich  be- 
lehrender und  für  Geschichte  der  l'adagogik  wie  für  kullur- 
[;eschicht!iche  Forschung  reirhe  Beule  gewahrend  ist  der  drille, 
den  innern  \  erhailnissen  der  Klosterschule  gewidmete  Ab- 
schnitt, wo  wir  über  Lehrer  und  Schüler,  Studien  und  Schul- 
gesetze zur  Genüge  Aufschlufs  erhalten  und  wobei  besonders 
zu  rühmen  ist,  dafs  der  Verfasser  seine  Akten  stets  würtlich 
niittheilt.  IVoch  fehlt  eine  Geschichte  der  Klosterschulen ;  sie 
wird  erst  niOglich  werden,  wenn  wir  über  alle  die  einzelnen 
Arbeiten   dieser  Art  erhallen   haben. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

fl  islor.-polit.  Blatter:  .\LI,  Ar.  5.  Dr.  Remling  und  die 
Ketscherlegende  in  Speier.  Kr.  7.  liussitica.  1.  Ueber  den 
Geleitslirief,  welchen  K.  Sigisinund  dem  Mag.  Huss  er- 
theiltc.    II.   lieber  die  Ursache  des  Utraquisiuus  in  B<jhmen. 

üeutschland:  Kr.  52.  Briefe  aus  Schwaben.  I.  Der  Bussen. 
Kr.  54.  Zum  Kegensburger  Dombau. 

Gartenlaube:  Kr.   10.     Das  bayrische  Hochland. 

ilausblatter:  Kr.  7.  Korddeutsche  Sagen  und  Geschichten. 
(H.  TrohlcJ  Kr.  H.  Aus  der  Vergangenheit.  1.  Schmuck 
und  Schmuckkästchen  im  16.  Jahrb.     (Joh.  iMüller). 

Kordhauser  In  te  lligenz- Bla  tt:  Kr.*71.  Die  Kirche  auf 
dem  Frauenberge  bei  Elrich. 

I'reufs.  Jahrbücher:  1.  Die  Aufgabe  deutscher  Staats-  und 
Hechtsgescliicble. 

Deutsches  Kunstblatt,  Februar:  Ueber  ein  Gemälde  aus 
der  alten  Schule  von   Ulm.     (G.  F.  Waagen.) 

Magazin  für  die  Liter,  des  Auslandes:  Nr.28.  Stellung 
des  kurischen  Bauern  zum  ("hrislenthum. 

Schwab.  Merkur:  Kr.  71.  Der  Hansische  Stahlhof. 

Deutsches  Museum:  Kr.  II.  Deutsche  Geschichte  und  Sage 
aus  dem  10.  Jahrh.  (F.  Lolier.)  Kr.  13.  Die  Verbindung 
deutscher  Kunslvereine  für  histor.  Kunst  in  Deutschland. 
(R.  Prutz.) 

Frankfurter  .Museum:  Kr.  11.  Die  neuesten  Untersuchungen 
über  den  Dichter  Gottfried   von  Strafsburg.     (Sleitz.) 

Berliner  Kachrichten:  Kr.  78.  Der  junge  .Markgraf  (.'hri- 
stian  Ernst  von  Brandenburg  in  Berlin.     (Schneider.) 

Augsb.  I'ostzeitnng:  Kr.  .M,  Beil.  Der  Schalflerlanz  in 
München  und  die  nord.  Gridh  oder  vielmehr  die  heil.  Mar- 
garetli.  (Korik.)  Kr.  (>2.  Der  Tod  Ludwig»  des  Bayern 
und  die  Bärenjagd.  Kr.  65.  Di«  Glockenkunde  in  Altbayern. 
Nr.  91.  Landsberg. 

Kcuc  Prcufs.  Provinziulblatter:  III.  Folge,  1.  Bd.  2.  H. 
Der  Copcrnicusvercin  für  Kunst  und  Wissenschaft  in  Thorn. 
.MUnzenfnnd  in  KIcntikau.  3. 11.  Kiichricbl  über  den  1  hor- 
ncr  Annalisten,    eine    neu  aufgefundene  Quelle  zur  preufs. 


Geschichte.  (K.  Strehlke.  |  .Mit  einer  Kaclischrift  von  Top- 
pen. —  Das  nordliche  Pomcrellen  und  seine  Altcrthumer. 
Alterthunisfund   in  der  Gegend  von  Thorn. 

Berliner  Kevue:  12.  B.  11.  H.  Die  steigende  Macht  der 
Geschichtschreibung.     Wappensnge:  van   Barnekow. 

Revue  num  ismalique:  6.  p.  441.  Variete  inedite  dun 
dcnicr  inedit  de  Charlemagne.     (Bretagne.) 

Zeitschrift  für  Protestantismus:  35,  H.  3.  Flacius,  von 
den   kirchlichen  .Mitteldingen. 

Zeitschrift  fü  r  chrisl  liehe  \\  issen  s  eh  aft :  Kr.  11.  Zur 
Geschichte  des  Ehescbeidungsrechtes  in  der  evangelischen 
Kirche.     (Richter.) 

Allgemeine  Zeitung,  Beil.  zu  Nr.  61.  Der  Dombauverein 
in  .Mainz.  Nr.  67.  Die  Grabmäler  der  Piipste.  Kr.  101. 
Ein  Lulherbild  von  Lucas  Cranach.  Das  bayerische  Ka- 
tionalmuseum. 

Illustr.  Zeitung:  Nr.  766.  Das  germ.  Musetjm  in  der  Karthause 
zu  Kurnberg  nach  seiner  neuen  Einrichtung.  Kr.  768. 
Stadtewahrzeichen.  VII.  Breslau,  i.  Die  Armensünder- 
glocke auf  dem  Maria -Magdalcncn-Thurm.  Kr.  769.  — 
2.  Die  steinerne  Martinsäule  in  der  Kahe  des  Maria-.Mag- 
dalenen-Gymnasiums.  Kr.  770.  —  3.  Der  steinerne  Kopf 
an  der  .Mittagseite  der  Kathedrale  St.  Johannes  des  Täufers. 

Landsli.  Zeitung:  Kr.  73  —  75.  Idee  und  Verfall  des  deut- 
schen  Kaiserthums. 

Neue  Münch.  Zeitung,  Abendblatt:  Kr.  67.  Ueber  die 
Dichterin  Hrotsvitha.  Kr.  70.  Die  Stiftungen  der  H  ittels- 
bacher.  Kr.  81.  Die  Einfuhrung  der  Kcformation  in  den 
.Markgrafschaften  Ansbach  und  Bayreuth.  Kr.  82.  Ueber 
Gambriniis.     (K.  Gautsch.) 

Wiener  Zeitung:  Kr.  26.  Ueber  Geschiclitsquellcn  in  den 
Kronländern.  Kr.  70.  Das  Schniidthor  in  Linz  und  die 
Niederlage  der  aufständischen  Bauern,  1626.  Abend- 
blatt: Kr.  11.  Ueber  die  Herrn  von  Radecz.  Kr.  30.  Die 
Restauration  des  St.  Stepliansdoms.  Kr.  74.  Der  Kaiser- 
dom in  Speyer. 


VerniiMrIite  IVnrliririiten. 

29 1  In  M  ürteinberg  ist  zur  sorgfaltigen  Erhaltung  der  im 
Vaterlande  belindlichen  Denkmale  der  Kunst  und  des 
Altert  bums,  insuferiie  sie  durch  ihren  hunslwerth  oder  ge- 
schichtliche Erinnerung  Bedeutung  haben ,  in  der  Person  des 
Prof.  Ilassler  ein  eigener  Conservator  aufgestellt  worden.  Die 
belrelTcnde  Bekanntmachnng  des  k.  Ministeriums  des  Kirchen- 
und  Scluilwesen.s  enthalt  nebst  der  Instruction  eine  Aufforderung 
an  ilie  iilleiilli(  lien  Diener,  die  wuhIvMillende  Absicht  der  k. 
Staatsregiernng  durch  bereitwilliges  Eiilgegeukommcn  nach 
Kräften   zu   unterstützen. 

30)  Die  S I.  A  0  g  i  d  i  e  n  -  K  i  r  c  b  e  auf  d  e  r  li  u  r  g  i  n  \\  n  s  - 
serburg,  sicher  die  allesle  Kirche  der  Sladi  und  die  ehemalige 
Schlofs-Kapelle  des  graflichen,  dann  hirioglichen  Schlo.ise», 
bisher  als  Keinisc,  Banstadel  nn<l  Heumagnzin  benulzl,  wurde, 
zur  Abhaltung  des  Gutlesdienstes  wieder    in  .Stand   gesetzt. 


135 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


i36 


31)  In  drin  V»  Stunden  von  Landshut  cnifornttn  Orte 
Schunbrunn  wird  gegenwärtig  der  vordere  Sih  lüfs  t  tifil 
liegen  die  Slaill  tu  dcä  banfälligen  Diichsluhles  «egen  abge- 
brochen. Da  dieses  von  dem  Kigenthüiner  aus  Utililälsgrunden 
geschieht,  so  ist  licine  IIolTnung  vorhanden,  dieses  der  theil- 
weisen  Zerstörung  ohnehin  schon  verfallene  Klostergebiiudf  mit 
seiniii  reichen  Erinnerungen   l'erner  noch  zu  erhalten. 

32)  Die  grofshenoglich  hessische  Regierung  beabsichtigt 
die  ehrwürdige  Kirche  des  St.  Petcrsstiftes  zu  Winipfen 
im  Thale  restaurieren  zu  lassen.  Von  der  alten  Kirche,  die  im 
Rundbogenslile  erbaut  war,  sind  nur  noch  die  zwei  Wehr- 
llifiriiR-  an  der  Westseite  der  jetzigen  Kirche  vorhanden.  Die 
jetzige  Stiftskirche  zu  Wimpicn  im  Thale  ist  im  besten  Spilz- 
bogenstilc  auf  Anordnung  Richards  von  Üietcsheim  erbaut 
worden,  welcher  als  Dekan  dieses  Stifts  im  J.  1278  gestorben 
ist.  n.-r  Baumeister  war  aus  Paris.  Eine  gleichzeitige  Stifts- 
chronik bezeichnet  das  schone  Baudenkmal  als  ein  opus  fran- 
cigenum. 

33J  S.  Kais.  Hob.  der  Herr  Erzherzog  ,\lbrecht  von  Oesler- 
rcich  hat  fiir  die  Wiederherstellung  und  Vollendung  des  Mainzer 
Doms  die  Summe  von  fünfhundert  Gulden  C.  M.  überwiesen. 

34)  Seit  einigen  Tagen  ist  an  der  Stelle  im  Rheine,  gegen- 
über dem  Dorfe  Hamm  —  bei  Düsseldorf  — ,  wo  vor  Kurzem 
der  bedeutende  Jlünzfund  gemacht  worden,  auf  Veranlassung 
der  k.  Regierung  eine  Baggeruiaschine  aufgestellt  worden.  Es 
wird  sich  somit  bald  ermitteln  lassen,  ob  die  Sage,  welche 
dort  einen  ganzen  Kriegsschatz  versunken  glaubt,  sich  bestä- 
tige. Am  «alir.<cbeinlichsten  ist  wohl  die  ViTiiiuthung,  dafs 
um  die  Zeit  der  Belagerung  von  iNeufs  (l.')83)  ein  Trupp  über- 
setzender Spaniir  durch  irgend  einen  Zufall  das  in  Rede 
stehende  Geld  eingebUfst  hat. 

35)  Der  Brunnen  im  Hofe  der  Speyerer  Stadtschule, 
welcher  in  alten  Zeiten  Rathshofbrunnen   war  und   als  solcher 


reich  verziert  gewesen  sein  soll,  ist  bei  Gelegenheit  der  Tiefcr- 
legung  die  Fundgrube  mehrerer  A  I  ler  th  uiiio  r  geworden, 
unter  andern  einer  Wallbuchse,  eines  Wappenschildes,  gehalten 
von  einem  stammigen  .Manne  mit  Baret  als  Koplbedeikung. 
einer  Perlenschnur  um  den  Hals  und  mit  kurzem  Waffenrocke 
angelhan;  der  Kopf  ist  vom  Kumpfe  getrennt,  aber  unverletzt, 
dagegen  fehlen  die  Füfse;  das  Ganze  in  seinem  jetzigen  Zu- 
stand ist  etwas  über  einen  Fufs  hoch;  der  vüllkommcn  erhal- 
tene W  appenschild  enthalt  in  streng  heraldischer  Stilisirung  den 
zweiköpfigen  Reichsadler.  Dieser  M  appenlialter  fand  wahr- 
scheinlich durch  .Melak's  .Mordlireniicr  sein  nasse.-  (irab. 

36)  Seit  dem  niedcrn  \\  assirstaiide  des  Rheins  sind  von 
der  ehenial.  uralten  Brücke  zwischen  Rheinheim  und  Zurzach 
—  sehr  wahrscheinlich  ein  Werk  der  Römer  —  12  Pfeiler 
über  der  Wasserfläche  sichtbar.  Es  wurde  unter  grofser  Krafl- 
anstrenguug  ein  Pfeiler  ausgehoben,  der  zehn  F'ufs  im  Boden 
stak  und  an  dessen  Ende  ein  zugespitzter  sogenannter  Stiefel 
von  gehiirlelern  Stahl  aiigeliraclit  ist,  und  mehrere  Kieselsteine 
fest  an   demselben,   wie  angewachsen,  sich   vorfanden. 

37)  Der  niedrige  Wasserstand  des  Rheins  hat  manche 
Altert  hü  nie  r  zu  Tage  gefordert,  die  seit  langer  Zeil  von 
den  Stroinwellen  überflulhet  waren;  so:  Waffen  aus  dem  vori- 
gen und  ans  dem  siebenzchnten  Jahrhundert,  Kugeln,  Schwerter 
u.  s.  f.  Bei  Altrip  sind  die  (irundmauern  am  linken  Rheinufer 
bis  auf  einige  Zoll  an  die  Obernäche  getreten,  und  lassen  die 
Gestalt  der  überllullieten  Gebäude  der  Alta  ripa  erkennen,  in 
welcher  einst  Kaiser  Valentinian  (Cod.  Theoilos.  leg.  IV.  tit.  31 
lib.  XI.)  Verordnungen  erliefs.  Dieselben  erheben  sich  jetzt 
noch  über  vier  Fufs  aus  dem  Grund,  scheinen  aber  nur  ein 
Vorwerk  gegen  den  Strom  gewesen  zu  sein,  da  die  meisten 
Anticaglien,  Töpferwaaren  etc.  sich  auf  den  Aeckern  landein- 
wärts finden.  Auch  auf  dein  badischen  Ufer  sind  (iriindniaiiern 
zu  Tage  getreten,  jedoch,  nach  dem  Mörtel  zu  schliefsen,  dem 
deutschen   Mittelalter  angehurig. 


Inserate  und  HeKaiiiitniacliiiiiiien. 


■I)  Das  kupferne  Ta  u  fberk  en  im  Dome  zu  0  sn  a  br  üc  k, 
auf  welches  Hr.  Dr.  Trofs  in  IVr.  2  des  Anzeigers  d.  J.,  S.  5."), 
wie  er  meint ,  zum  ersten  iVale  üircntlieh  aufmerksam  macht, 
findet  sich  in  meinem  Werke  über  die  mittelalterliche  Kunst  in 
Westfalen  auf  S.  417  f.  ausführlich  beschrieben  und  kunst- 
historisch   gewürdigt.  W.   I.  übke. 

5)  Ich  arbeite  fiir  eine  (ieschichte  des  Bisthuins 
Meifsen.  Der  Je.iiiit  (alles  in  Wien  besafs  ein  Ms.  be- 
titelt: „Registratur  aller  Brieff  des  Stiftes  Meifsen,  vollendet  im 
Jahr  l.^Sl",   welches   der   Jesuit  Steycrer,    als   er    Beichtvater 


der  Königin  von  Polen  in  Dresden  war,  dort  erworben  und 
mit  nach  Wien  genommen  hatte.  —  Wer  mag  wol  jetzt  im 
Besitze  dieses  wichtigen   .Ms.  sein  ? 

Von  der  Chronica  inontis  sereni  des  Presbyters  Conrad 
habe  ich  nur  drei  Handschriften  auffinden  können  :  die  F'abricius'- 
schc,  jetzt  in  Dresden  s.  XVI.,  die  IlHllesche,  sonst  FVeher'sche, 
von  1192,  die  (i'ottinger.  sonst  Plotho'sche,  von  150(i.  Sind  sonst 
noch   llandsrhriften   vorhanden? 

Ist  ein  Werk  vorhanden,  welches  die  Zeit  der  Kano- 
nisation  der  Heiligen  nachweist? 

Görlitz.  Gustav   Kohler. 


Verantworllii  he  Hedaction;     Dr.  Frcih.  v.  n.  z.  Aufsess.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  Frommano. 

Druclt  von  Fr.  Campo  h  SohD  In  Ntlmbcri;. 


KÜBNBEBO.  Datt  Abonnement  des  BlattCb, 
welches  alle  Monate  erscheint,  wird  canz- 
jähriK  anBenommen  und  beträpt  nach  der 
neueüten  Poatconvention  bei  allen  Postim- 
tem  und  Buchhandlungen />cul«c/i^Tuf'f  incl. 
Oestreichs  2  fl.  42 kr.  im  24  fl.  -  Fufs  oder 
1  Thlr.  16  BgT. 

Für  Fratikreieh  abonnirt  man  in  Strafs- 
bürg  bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben, Nro.23.rueNotreDamedeNazareth, 
und   bei  der   deutschen  Buchhandlung  von 


MZEIGER 


m  wm  m 


Nene  Folge. 


F.  Elincksieck  .  Nr.  11.  rue  de  Lille,  oder 
bei  dem  Post&mt  in  Karlsruhe;  für  En^ 
land  bei  Williams  &  Normale,  14  Henriette- 
Street  Covent-Garden  in  London;  für  A'ord- 
amenJca  bei  den  Postämtern  Bremen  und 
Ilaiiiburn-  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anzeigers  und  dessen  wläsenäcbaftlichem 
Gebiete  in  Verbindung;  stehen,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Columnen- 
Zeile  mit  7  kr.  oder  2  Sgr.  berechnet. 


'"'W: 


V 


nrii 


Fiinlter  Jahrgang. 


1858. 


ORGW  DES  GEI{>l\MSlIli:\  MISEIMS. 

JW  5. 


Mai. 


Wissenschaltliclie  Mi(lli(Mliiiii!;en. 


schichte.    Ueber  die   fiiernnK<'»neliniuiiic   des  OraTeii 
ersoncn-  Reinhard  ton  Moiniü. 

!8ChichlC.  ,  c    1  I    r     \ 

I  scliliilä.) 
lographJeeD. 

Von  Dr.  Johannes  Voigt,  k.  pr.  ^eli.  Regierunn.sralh 
und  Universitätsprofessor,  in  Königsberg. 
Haben  hicranIT  ahn  Bernerdl  sresonncn  und  seynes  lalhes 
begcrdt,  ob  ehr  etwann  Ursachen  wüst,  dadurch  ehr  anlzu- 
graydcn  wer,  darauf  hall  ihn  Bernerdt  l/.ur  audtwordt  ge- 
ben, nachdem  grafT  Keynardl  von  SohniU  der  juuseu  graUcu 
von  Hana  ')  oberster  furinuudt  wer,  so  hett  ehr  Bernerdt 
eynen  gesellen,  der  selbige  wer  unter  denen  von  Hana  ge- 
sessen, dem  hett  gralT  Reynerdt  als  ein  furmundt  der  selbi- 
gen herren  seynes  vetlerlichen  erpleyls  cndtsetzt,  als  vil 
dan  desselben  gewest  und  es  eynem  andern  und  fremden 
eingcreumpt  und  gegeben,  nuhn  ist  der  selbige  meyn  gcsel 
Ludewigk  Rumpctum  ^)  von  dreyen  Fürsten  ahn  die  von 
Hana  vorschryben  worden,  dadurch  ehr  vermeyndt  das  seyne 
tzu  erlangen  und  auch  Izum  olTlern  mal  angehalten  hat  oder 
ni.Y  erlangt,  Über  das  so  trachten  sie  ihm  nach,  wie  sie  ihn 
gefengklicli  kriegen  mochten,  des  sie  doch  keyne  ursacli  ha- 
ben, nun  ist  hieraus  gnugsam  tzu  ermessen,  das  es  niemandt 
trcybt  dann  der  von  Solmitz  als  deren  herren  furmundt,  so 
hett  nuhn  meyn  gesel  gcnungsame  ursach  tzu  ihm ,  so  ist 
ehr  tzu  arm,  das  er  sich  wider  ihn  nicht  legen  kann,  hieraulT 

')  Hanau.     '|  So  sieht  illcser  IVumu  deutlich  liri  litnclil. 


haben  sich  die  jungen  herren  kegen  Bernerdt  versprochen, 
do  ehr  uml  Iziivor  seyn  gesel  sich  der  Sachen  unternemen 
weiten,  \>eren  sie  erhotigk  ihnen  ihr  landt  tzu  iilTen  und 
sie  desselben  Unkosten,  so  ihnen  draulf  ginge,  frey  Izu  hal- 
ten, des  hat  sich  Bernerdt  und  Ludewigk  mit  eynander 
underret  und  eyngangen  und  haben  die  jungen  herren  als 
haldt  einen  von  ihren  dienern  mit  ihnen  abgeferliget,  der 
sie  frey  liallen  und  alles  so  aulT  kuntschall't  leufft,  verlegen 
sol  und  leydt  Bernerdt  tzu  Grumhergk  ihm  rendlhofT  ein 
nieyl  weges  von  hunga  ')  da  der  gralf  wonliatrijgk  ist  und 
trachtet  dem  gralTen  aulTs  fleysigeste  nach,  ihn  tzu  erlegen, 
ferner  ist  lodewigk  nach  Kulmbach  geriten,  yost  haken  -|  tzu 
shuehen  und  ihn  alda  gefunden,  so  hat  yust  ihm  soynen  handel 
angelzeygkt,  wie  doch  seyner  sacken  apIzuhellTen  wer  und 
hatt  ferner  angetzeygkt,  wie  das  gralT  reynerdt  von  Solmis 
eine  von  Mnusfclt  tzu  eim  weyb  hett,  so  vermeynet  ehr,  so  ehr 
seyn  gewaldigk  mocht  werden,  das  ehr  seyne  sach  dadurch 
orteren  woldl,  auch  hetl  ihm  gralT  reynerdt  seynen  Bruderen 
vorstricken  wollen  und  von  ihm  wissen  wollen,  op  ehr  sich 
yosteiis  auch  aunemcn  woldl,  so  hat  ihm  ludewigk  seynen 
handel  nuhn  widerumb  ertzaldt  und  gemeldet,    wie  das  ehr 


')  Hungin,   eine  Slaill  in   Hessen- Dariuslndl  an   ihr  HdrlulT. 
')  Josl  Hake  stand  nachmals  im  Kricpsdiensl  ilc>  Mnrkgriifrn 

■Mbriilil    von    BrnndinburR    als    Rillriieislcr    und    Mich    in 

der  Schlachl  bei  Sievershnusen. 


139 


Anzeii;er  für  Kunde  Hit  deutschen  Vorzeit. 


140 


algereydt  ilim  nergk  »ere  und  liulTel  alle  In^  ihn  (zu  er- 
legen, also  ist  yost  hack  und  ludewigk  eins  worden  und 
ihre  hendel  tzammen  gesihlugen,  uulT  das  was  cynen  an- 
ging den  andern  auch  betrelTen  soldl,  es  hat  auch  yost  hack 
ludewigen  angelzeygkl,  wie  das  ehr  mit  Wilhelm  von  gruui- 
bach  geredt  helle  seyncr  sachen  halben,  darinnen  ihm  dan 
\N'iIhelni  geraten  und  gesagkl,  er  köndt  keyn  besser  mittel 
finden,  dadurch  seyn  sach  tzu  orteren  wer  den  gralT  reyner- 
ten  von  Solmilz,  so  ist  yost  und  ludewisk  mit  einander  aulT- 
gesesscn  und  nach  Kassel  gerilen  um!  haben  aldo  Wilhelm 
von  schachaten  und  auch  seyncri  liruilir  Henrich  runden, 
mit  denen  sie  folles  ihre  sach  bereit  und  ijcschlossen  und 
hall  alda  yost  hack  und  liidcwigk  sich  Keygen  den  yungen 
landtgrafTen  versprochen,  sie  «oldcn  des  ihres  hundels 
ofTendIlich  und  keysen  nienniffklicli  bekandl  seyn,  es  keni 
auch  «orlzu  es  wolle,  liieraulT  haben  sich  die  jungen  landt- 
graffen  noch  erbotteii,  sie  ihn  allem  Izu  verlegen  und  da 
golh  das  glück  geh,  dafs  sie  den  grall  erlegten,  wollen  sie 
ihnen  halten  und  hei  ehr  nicht  gnung  ahn  eynem  gemach, 
sie  wollen  ihm  tzwey  oder  drey  eynreumen  und  haben  aldo 
die  jungen  herreu  yosten  und  ludwigen  den  rendimeysler 
tzu  grunbergk  Izu  gegeben  mit  geldt  vcrlag  und  kundt- 
schalTl,  so  leydt  nuhn  yost  und  berncrdi  Izu  grumbergk  mit 
tzwellT  pferden  und  hofTen  alle  tage  des  glUcks  und  haben 
yost  und  bernerdt  einen  kundlschalTter  bey  sich  in  diensten, 
der  kundlscbatTter  der  leydt  aidu  Izu  hunga,  da  der  grall' 
wonhalTlig  ist  und  hat  eynen  Schwager,  derselhigc  ist  bey 
gralT  reynerdi  von  Snimitz,  ist  seyn  satelkncchl,  von  dem 
selbigen  seyneni  schwager  hat  ihr  kundlschalller  -cync  kuiiill- 
schain  gutli.  <lie  ehr  ihnen  dan  tzu  wissen  lluil,  der  selliige 
satelknerbl  \ve)s  nicbl  das  geringste  wordt  von  ihrem  ban- 
det, es  wirdt  auch  il/.l  aufT  kommende  fasnachl  der  ellesle 
gralT  von  hana  >eyne  hcimfUrung  buhen .  alihi  denn  gralT 
reynerd  von  .Solmil/.  an<li  •<■>  n  mus.  do  holfen  sie  ihn  Izu 
ertupen,  auch  hal  W  ilhrlm  von  grumbach  yosten  angetzeygkt, 
das  gralT  reynerdi  \on  Solmitz  itzundt  kcgen  den  friiling 
seync  liniiptleudt  l/.ii  sammen  vorholen  wil ,  aldo  sie  denn 
auch  ihre  kundtschalTl  aiill  ihn  haben  wollen. 

Do  nuhn  .M.  g.  h.  berncrdes  oder  ludewigs  bedurften, 
findet  man  sie  tzu  grumberg  oder  beym  schiilleschen  Izu 
ober  ahm  1  )  ein  meyl  weges  von  grumberg,  he>st  hehvigk 
geyse,  bey  dem  schullescn  magk  man  sie  tzum  ersten 
suchen,  dir  \%iril   «dl  nachweynuiig  Ihiin. 

Wer  der  Benchtcrslalter  Lud\Mg  und  ilrr  mim    ihm    ge- 
uanote  Bernhard  gewesen   seien   und    ob    unter  dem  Ersten 

')  Obcrnu,  ein  Durf  m  HbiTheiscn. 


vielleichl  der  dem  hessischen  Fijrstenhause  Iren  ergebene 
Ritler  Ludwig  von  Baunihach  vennulhel  werden  dürfe,  müs- 
sen wir  dabingestelll  sein  lassen,  denn  aus  dem  Bericht 
geht  darüber  nichts  hervor.  Gewifs  ist  aber,  dafs  dieser 
Bericht  etwa  in  der  Mitte  des  Februar  1 .552  abgefafst  wurde  M. 
Graf  Kciohard  von  Solms  war  damals  in  Verbindung  mit 
Konrad  von  Hanslein  und  Jost  von  Dalwig  immer  noch  mit 
Werbungen  für  den  Kaiser  bcschiiftigl.  Auf  Fastnacht,  in 
den  ersten  Tagen  des  März,  fand  die  Hoch/.eilsfeicr  des 
ältesten  Grafen  von  Hanau  statt.  Solms  auflnuernde  Feinde') 
hatten  bereits  auskundschaftet,  dafs  er  an  dem  Feste  Theil 
nehmen  werde.  Keine  Gefahr  ahnend,  war  er  auch  wirk- 
lich erschienen.  Auf  der  Ruckkehr  aber  ward  er  plötzlich 
überfallen  und  gefangen  auf  die  Veste  Ziegenhoin  gebracht, 
wo  ihn  der  dortige  Befehlshaber  Heinze  von  Lüdder  in 
strengen  Verwahrsam  nahm.  W  ie  Markgraf  Johann  von 
Brandenburg  dem  Herzog  Albrechl  von  Prcufscn  schon  nach 
einigen  Wochen  mildele,  halle  sich  bald  das  Gerücht  \er- 
breitct,  man  wolle  den  gefangenen  Grafen  muh  Frankreich 
bringen  und  ihn  dort  zu  mehrer  Sicherheit  dem  Könige 
überliefern.  Üies  bcsliitiglc  sich  indessen  nicht.  Schon  in 
der  Instruction,  welche  der  junge  Landgraf  Wilhelm,  Phi- 
lipps iilleslcr  Sohn,  im  Feldlager  vor  Innsbruck  am  25.  Mai 
seinen  Kiithcn  zur  Friedensverhandlung  in  l'sissau  gab.  hiefs 
es  unter  .Inderm  auch :  „Mit  Grafen  Reinhard  von  Solms 
wolle  man  es  billig  machen."  Nach  Abscblufs  des  Passaiier 
Vertrags  und  des  Landgrafen  Philip|)  Befreiung  ward  auf 
dessen  Befehl  (jraf  Solms  seiner  Haft  wieder  entlassen.  F.r 
mufste  jedoch  am  12,  Septemb.  1352  wegen  seiner  Ge- 
fangenschafl,  wie  es  damals  gebriiuchlich  war,  eine  gemeine 
L'rfelide  ausstellen,  und  der  Landgraf  liefs  nun  auch,  nach- 
dem er  sich  über  gewisse  Slreilpiinkle  mit  ihm  in  einem 
Vertrage  ausgeglichen,  alle  Ungnade  gegen  ihn  fallen. 


VAn  hiMiier  iiiihekniiiitcr  ^>|irii<>li  niiT  die         Zustände. 
Ntadt  .'Viiriihcrs;.  Sprache  u. 

Schria. 
Von  Dr.  K.  A.  Barack,  Bibliolhekssekrelar  des  german.       Bib»ogr«pliie. 

Museums. 

E\n  mir  vor  kurzer  Zeit  zur  Einsicht  ubergebener.  nun- 
mehr in  <len  Besitz  des  germanischen  Museums  übergegangener, 
aller  Druck  enthiilt  ein  Gedicht  auf  die  Stadt  Nürnberg,  das 
weder   Nürnberger    Geschichtsforsclicrn    bekuiiiil    ist.    noch 


')  Diei    gehl    aus  den   Worten  herMir:    „ilzl   aufT    Ki)iiiiiiende 

faüMnrhl"   etc. 
'1   l'nter  ihnen   ohne   /weilel   nurh  Jiisl   von  llake. 


141 


Anzeiger  Tür  Kunde  der  deuUclicn  \Orzfil. 


142 


auch  von  einem  der  Bihliograplien  ti  wulint  wird.     Das  Büch- 
lein besteht  aus  16  Blattern  in  kl.  &.,  mit  je  24  Zeilen  auf 
der  Seite,  die  erste  und  letzte  au.sirenoninien,   vüu  welihun 
diese  nur  22,  jene  zum  Titel  einen  Holzsclinilt,  einen  knieen- 
deo  Enfrel  mit  dem  Stadt\va|ipeii   in    der  Hand    vorstellend, 
und  unter  diesem  den  Tilel  der  .Silirirt  selbst  nrnfarst: 
Eyn  new  gediihl   der  lnblidien  Stat 
iNürmbere  von  dem  reeiment  s^ehot 
vfi  satzunff  eyus  (sie!)  erlicni  weysen  Hat.-. 
Der  Text  beginnt  auT  1   h  : 

Von  iugct  auf  so  het  iih  •rüsl 
zu  schöner  meisterliche'  küst 
und  schliefst  16  h  mit  Zeile  22: 

dz  heir  VHS  mnria  die  edel  krön 
die  L'eh  vns  ein  seligs   endt 
domil  ist  di|5  gedieht  volleiidt. 
V.  688  —  689   gibt    das  Jahr    1490   als  Zeil  der   Ab- 
fassung an,  und  am  Schlüsse  nennt  sich  (ohne  den  gewöhn- 
lichen   Reim)    Kuntz    Ha|5    als    Verfasser.       Seitenzahlen, 
Kustoden  und  Signaturen,  sowie  die  Angabe  von  Druckort, 
Drucker  und  Druckjahr  fehlen.    Der  Te.xt  ist  ohne  alle  Inler- 
|inuUtion    und   der    Druck    nicht    ohne   Fehler,    die    hei   der 
grofsen    Anzahl    alter    Ausdrucke    inilniiter    Schwierigkeiten 
im  Verständnisse  hervorrufen.    Eigenlluiinlich  ist  der  durch- 
gängige Gehrauch   einer   und    derselben  Type   für  K  und  li, 
wie    er   bisweilen,    wol    nur    aus    Versehen,    in   SchclePs 
Chronik  (Miirnherg,  Ant.  Koberger,  1493)  vorkommt. 

Dem  Namen  des  Dichters,  der,  wie  aus  dem  Anfange 
des  Gedichtes  hervorgeht,  ein  Meistersäuger  w  ar,  begegnete 
ich  nur  einmal,  wo  er  als  Verfasser  der  in  Bamberg  ge- 
druckten Schrill:  „Hierin  vindet  man  die  vrsach  wodurch 
alle  hendell  yetz  in  diser  well  verkert  und  verderbt  werde." 
Am  Ende:  „Gedruckt  vnd  volendet  in  der  werden  stat  Bam- 
berek  Uon  Marxen  ayrer  Lnd  Hans^en  Bernecker  in 
der  zinckewerd  Im  LXXXXIII.  Jare."  4.  (S.Sprenger,  älteste 
Buchdruckergesch.  von  Bamberg,  S.  61  ;  Ilain,  II,  Nr.  8368: 
Panzer,  I,  Nr.  373;  Gral'se,  II,  Ahth.  2,  S.  709j  erscheint. 
Diese  Beziehung  zu  Bamberg  veranlafste  Jack,  unsero  Dichter 
in  sein  Pantheon  (Zweites  Pantheon,  S.  46)  der  Literaten 
und  Künstler  Bambergs  aufzunehmen,  jedoch  mit  L'nrecht, 
denn  Hafs  (Has)  ist  ohne  Zweifel  ein  Nürnberger.  Nicht 
allein,  dafs  dies  seine  in  diesem  Gedichte  dargelegte,  bis  in"s 
Einzelnste  eingehende  Kennlnifs  der  Nürnberger  Zustande 
wahrscheinlich  macht,  es  wird  durch  das  zweimalige  Vor- 
kommen des  Namens  Kuntz  Hafs  (Conz  Has)  in  allen  Nürn- 
berger Bürgerbüchern  (im  kgl.  Archiv  daliier,  unter  den 
Jahren   1405  und   1497)  fast  zur  Gewifshcit  erhohen. 


Ob  Hafs,  wie  Sprenger  als  wahrscheinlich,  und  Jäck 
auf  Grund  hievon  ( a.  a.  0.)  für  au.-cemacht  annimmt,  auch 
Verfasser  des  1494  in  Bamliersr  gedruckten  Spotllied.-  auf 
das  fehlgeschlagene  Ansuchen  Herzog  Albrechts  von  Sach- 
sen, seinen  Sohn  Friedrich  zum  Coadjutor  in  Wür/.liurg 
wählen  zu  lassen,  (Lor.  Fries,  in  Ludewig,  Gescbichl- 
schreiber,  S.  b61J  sei,  bleibt  Veiinuthuug,  wäre  jedoch 
einer  nähern  L'ntersuchung  werlli. 


-Tleluter  .%ltHi«er(. 

Von  Piul.  Dr.  A.  v.  Keller  in  Tubingen. 
(l'orlselzung.j 

204,  1.  ouch.  Jedoch  Z.  3  cutlaulfen:  straulTen.  2  .Azahcl. 
So  Hagens  Minnas.  2,  234.  3  möcbt.  4  mynn  straulTen. 
5  Sünden.  10  zur  fehlt.  11  gliickes.  12  Als  zoi  des. 
20  tagen.  25  gieug  spazieren.  26  varben  zieren.  27  derj 
des.  32  tal.  33  tielT.  35  schnelleklich.  37  gieng.  3b  Durch 
ain  niwen. 

205,  6  und  liseu.  8.  Da.  1  6  gelbe.  Vgl.  gelber  ( :  selber) 
S.  208,  3:\  18  mangen.  21  bekannt.  23  Kuckt  ich  in. 
24  ganfs  i?  gözj  im.  25  liiler  vnd  clai-.  30  lougenlich. 
31   mangem.     33  sennenden.     37  zachem. 

206,  14  ich  das,  24  vnd  wider.  30  gescbrift.  31  Schi- 
nastulander. 

207,  1  Gewann.  2  Gamurelles.  9  Rält  Als  titerei  ouch 
lett.  11  fronirlell.  28  Vff  Tabernisclier.  31  barruck  über 
zugen.     35  zuj  so. 

208,  I  lange.  24  gergen.  37  .<rhmer(z.  38  Sein 
äugen  schlug  er  v. 

209,  8  llögerlin.  o  zz;  oy.  9  meiischeu.  10  pirinius, 
11  schlair.  14  Der  sey  den  (d.  h.  siden)  vom  S.  15  Was 
es  ...  .  gelich.     21    ungeliick:  Rück.     23  llUgcn. 

210,  14  krön  23  genadig.  33  vlisse.  34  üb  ich  es 
hätte  stall.     35  den]  dan. 

211,  5  lande.  9  liaimlich.  15  heuilin.  19  in  aller 
voller.     35  in  allen   art'cii   lii,-l.     37   den  |  daii. 

212,  1  Des.  4  lursl.  1  1  nymen.  IC)  bist  nun  wol  ain. 
17    Der   jar    in.     18  Erzaig.     26  geselle.      33  ffrusenlidi 

36  So  scliarpffe  wind  vnsusse. 

213,  1  Jorigen.  2  vnd  vergcn.  7  Erzaig.  31  Vernyni 
Wes.    33  Der. 

214,  6  werde.  11  tarlcry.  18  0  werde  frowc.  21 
heliben.    24  ere  betrüben.    27  ere.    35  ere  bewar.    38  sind. 

215,  3  Da.  6  liartz.  20  zUchtiglich.  21  Gern  Ruine 
werde.    Nach  27  noch:  Als  sich  dan  wol  gopurl.   29  wvse. 

37  Dorthin  ainholb  ju  ain  gaden.     38  beschlossen  fehlL 


Literatur. 
Poesie. 


143 


Anzeiger  für  Kundt'  der  deutschen  Vorzeit. 


144 


216,  9  Barsilonger.  14  raioe.  15  Gepiettund.  Ifi 
frowe.  17  larner.  19  ain  kamer  20  blute.  21  wan] 
dan.    29  raine 

217,  1  Dilz.  9  nast  ob.  14  liernaucher.  uu  =  ä.  17 
erojse.  19  orliens.  21  grosse.  27  lussenl.  37  So  der 
lieh  tut  verletzen. 

218,  9  inust  das  leiden.  13  banudelung.  19  bitler- 
lichem.     22  fürbas.     25  sunderbar.     26  dry.     28  fehlt. 

219,  4  Gamurzetes.  6  trure.  7  zu  mir.  9  fehlt.  18 
werde.     23  gefugt  :  überclUgt.     30  meine  gelieder. 

220,  2  vngetrwe.  11  dise.  19  bedancht  (  :  hrandit) 
für  bedaucht:=hedäbt  :  brüht.  20  die  w  iL  23  on.  28  Die 
kam  dortt  her.  30  dise.  31  zorens.  35  das  brufV  ich. 
36  Werend.     38  beschurl. 

221,  15  auf  ain  Nest.  17  ir  ye.  21  ain  Laib.  27  feh- 
lerhaft :  Durch  ewrii  willen  v.  30  Sigon.  35  Syend  vn- 
schuldig.     36  sach  in.     38  fehlt. 

222,  10  kommend.    11   ?zu.   20  und  heyden  fehlerhaft. 

21  wol  mocht.     28  truren.    29  Erzaig.    34  frowe. 

223,  3  Pcliranns.  4  Feni.x.  7  Gelich.  10  lages.  11 
verkerel.  14  karfunckel.  15  Sol  dich  mein  Hertz  durch- 
schinen.  16  Vor  Ewiglichen  pinerr.  21  Junckfrowen.  22 
euch  zu  jresagt.  23  Ir  Riiine  fruclil  »eh.  31  gcnanden  für 
genaudcn  d.  h.  ffcnadcn 

224,  8  seines.  9  Vollklich.  20  lande.  25  selbes. 
26  India.  33  brilT]  triff  :  schiff.  35  gen  billiger.  38  Der 
eilest  mich  do  bat. 

225,  5  Rodes.  22  ganns  wer.  32  >un  h.  37  vii- 
gestinn  =z  ungestSm,  wie  239,  3  f.  il  :  u  steht.  38  ver- 
blinn  z=  verblum. 

226,  2  wir.  12  .^tul.  1  J  wouiid.  Iti  Gib  da>.  17 
den.  18  grund.  31  beliben.  34  mastbom.  35  iiber- 
zwerch  :  verch.     37  verseret. 

227,  4  ditz.  6  enndl.  8  Polarlicu».  11  slercn  vnd. 
16  Sein  llaillikail  ~ein  art.  IH  stund.  22  der  Wahrheit 
gschwijr.     23  ahgotlery.     27  geliehen.     29  abgott. 

228,  4  furler  11  mich  warff.  20  alle.  25  Darcow 
Ist  Doron,  Thorn.  gemeint  ?  2()  ßogatt.  Diese  Stelle  ver- 
dient Beachtung  als  Zeugnis  für  die  Eiiifiihrung  der  Ducalen 
in  Deutschland.    Ve\.  244,  4.     27  luprecher  guldin. 

220,  3  eculier  ?eskclicr.  8  waren  fromdc.  10  kiing. 
12  von  Hern.  15  seine.  23  frowe.  24  ToufTc  25  ui:- 
taulTel.     27  kricrhisch.     29  nimh  \il  zu. 

230,    17    Vom.      19   jmer.      Ebenso    29,    M    nimer. 

22  schänden.     24  lioiner  drietl.     ?  hön  er  briet.     27  Ditz 
29  Der  .-elb.     32  emcrat. 


231,  1  eupfieng:  gieng.  4  mägte.  5  Da  selbst.  9  wur- 
den. 16  gelich.  18  one.  23  aincr  ein.  Jedoch  235,  38 
kunsel.     24  here.      29  Beliben. 

232,  22  Als  In  die  Vngersch.  24  vor  Nicapol.  29  Der 
vergiirtet  R.    33  vngetrwe. 

233,  13  vergefs  :  mefss.  15  römisch  ordenung.  20 
meinen.     22  herlz  vnnd  auch  mit.     27  Besainpt. 

234,  7  Der  gardion  den.  12  in  die  hennd  (  :  nennt) 
13  acht  :  angebracht.     20  ich  hie  sag. 

235,  7  tische.  16  Mary.  Vgl.  227,  24  18  \Va  Ir 
für  das  L?has]  hin  varen.  22  gardion.  25  schlach.  29  An 
aiuer.     30  t.  er  gieng.     35  glaublen  an  Machmett. 

236,  1  gemüte.  3  An  all.  5  Vnnd  ouch.  10  den 
thalmut.  1 1  vcrwysen.  30  kemenani  für  kemenaut  d.  i. 
kemenät. 

237,  5  Driueltiglicb.  7  ain  zum.  16  Mit  esel  vnd 
kameltbier.  17  konsul.  21  segnen.  22  fehlt:  es  ist  für 
eine  Zeile  Raum  gelassen.  25  beraubet.  29  Gemüschet. 
35  suchent.    36  müde  gelicder. 

238,  5  bilgerin.  9  aim.  10  On  h.  v.  on  seh.  16  fehlt; 
es  ist  Raum  für  die  Zeile  frei.  17  frunden.  21  Den  kaut. 
22  trurens.     34  ain.     36  in  unserm.     38  moehtent. 

(Schlufs  folgt.) 


.  Uie  Pfurrkireli«-  zu   lirrrkerfeld. 

Von  Dr.  \\illi.  Lul)kc  in  Berlin. 

In  dem  Städtchen  Breckerfeld  (preufs.  Provinz  West- 
falen, Regierungsbezirk  Arnsberg,  Kreis  Ilagen)  hatte  ich 
vor  einiger  Zeil  Gelegenheit,  die  Pfarrkirche  zu  unter- 
suchen, die  mir,  wie  der  ganze  schmale,  gegen  das  bergi- 
sche Land  grenzende  südwestliche  Streifen  Westfalens,  bei 
meiner  früheren  Bereisung  der  Provinz  unbekannt  :;eblicben 
war  und  dc^liiilb  in  meinem  liuche  über  die  westHilische 
Kuii>l  keinen  Platz  f;iiiil.  Die  Kirche  ist  Mein,  nnansehnlich, 
von  geringer  baulidier  ("onic|ilioii  und  «iirdo  weder  ihrer 
Dimensionen,  noch  ihrer  sehr  bcschuideneii  kuiisllerischen 
Ausbildung  wegen  der  Erwähnung  werth  sein,  wenn  nicht 
ihre  Anlage  eine  interessante  .Abweichung  von  dem  in  ganz 
Westfalen  herr:-chenden  Typus  zeigte,  so  dafs  vielleicht  hier 
ein  Markstein  gegeben  ist,  der  den  Beginn  des  Einflusses 
rheinischer  Bauweise  anzeigt.  Trotz  ihres  gothischcn  Cha- 
rakters nämlich  und  trotz  der  geringen  Dimensionen  (23Furs 
weites  MittcIscIiilT,  15  Fufs  weite  SeiteiischilTe)  hat  die  Kirche 
niedrige  Seitenschiffe  uml  ein  >cllistiindig  beleuchtcs  Mittel- 
schilT,  während  alle  von  nur  unlersuchlcn  golhischen  Kirchen 
Westfalens  die  llallenanlegc  zeigen.     Allerdings  Nerriilh  die 


Kunst. 

Bildende  Kunst. 

BftukunBt. 


145 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit 


146 


romanische  PfeilerbilriiiDg  des  SchifTes  die  Benutzung  einer 
früheren  Anlage,  wie  denn  die  romanisch  geformten  Käm- 
pfer?e>imse  der  Pfeiler  an  den  vordem  Sei- 
ten foi'tgeschlagen  sind,  um  runden  Dien- 
sten mit  gothisthen  Laubkapilalen  Platz  zu 
sehen,  wahrend  auch  in  den  SeitensihilTen 
neben  den  Wandpfeilern  Konsolen  mit  go- 
Ibiscbeni  Laubwerk  die  Gewölbrippen  auf- 
nehmen. Das  entschieden  golhische  Profil 
der  letzteren,  das  Backsteinmaterial  der  Gewölbkappen,  die 
Schlufssteine  der  Gewolbrippen,  das  alles  spricht  für  die 
golhische  Umgestaltung  eines  Baues  der  Uebergangszeit,  von 
welchem  die  breiten,  nur  an  den  Ecken  abgefasten  Quer- 
gurle  übrig  geblieben  sein  mögen.  Die  Stabwerkgliederung 
der  Fenster  bietet  keinrn  Anhaltspunkt  mehr,  da  sie  samnit 
dem  viereckigen  Westthurme  das  Piodukt  einer  höchst  un- 
geschickten, modernen  Restauration  ist.  Die  Plananlage  der 
Kirche  ist  einfach.  An  das  aus  zwei  Traveen  bestehende 
Langhaus  legt  sich  ein  QuerschiH',  dessen  Arme  über  die 
Breite  des  Langhauses  nicht  vorspringen.  Der  Chor  schliefst 
sich  dem  Miltelquadrale  an,  hat  ein  Gewölbjoch  und  dann 
den  gewöhnlichen  Polygonschlufs  aus  dem  Achteck.  Die 
Kreuzgewölbe  der  östlichen  Theile  sind  nicht  so  hoch  wie 
die  des  Mittelschifles.  Das  Aeufsere  ist  völlig  schmucklos 
aus  Bruchsteinen  errichtet.  —  In  der  Kirche  findet  sich  noch 
ein  Rest  eines  Holzschnitzaltares  vom  Anfang  des  16. 
Jahrh. ,  allerdings  in  der  nianieristischen  Entartung  der 
damaligen  Kunst,  mit  wirr  knitterigem  Faltenhruch,  aufser- 
dem  neuerdings  durch  den  unvermeidlichen  Oelansirich  seines 
Farbenreizes  entkleidet,  aber  dennoch  durch  guten  Ausdruck 
der  Köpfe  und  tücbtiee.  w  enngleicb  etwas  handwerksmäfsig 
steife  Arbeit  immerhin  von  Interesse.  In  der  oberen  Ab- 
theilung stehen  in  Nischen  mit  krausem,  spatgothischem  Laub- 
werk die  grofsen  Gestallen  der  Madonna  und  der  Heiligen 
Jacobus  und  Christophorus.  In  den  SeitenIliJgeln  kleinere 
Heilige  in  einzelnen  Ahtheilungen.  Die  Predella  zeigt  die 
Darstellungen  der  Fufswaschung  und  des  A!)eridmahls  Durch 
das  in  evangelischen  Landkirchen  beliebte  Hineinzwängen 
der  Kanzel  ist  der  ehemalige  Zusammenhang  und  Aufbau 
des  Altares  gestört  wurden. 


l'ntei-irdiHrlif  (>uiik<'« 

Von  A.   Birllni;er  in  Tubingen. 

Was  die  im  Anzeiger  .-chon  mehrmals  ( I8.'>4,  Sp.  112  (T. 
214    f.     240)     erwilhnlcn     unterirdischen     Giinge     anbe- 
I,   so   wufste   man  davon  früher  sehr  viel  auch  aus  der 


Roltenburger  Gegend  zu  erzählen  und  hört  es  jetzt  noch 
da  und  dort.  Von  der,  eine  halbe  Stunde  von  Roltenburg, 
rechts  vom  Nekarufer  droben  gelegenen  Weilerburg,  die 
einst  Rottenbuig  geheifsen  haben  soll,  den  Hohenbergern 
eigen,  fuhrt  ein  unterirdi>cher  Gang  in  die  Sladtpfarrkirche 
von  St.  Moriz  in  Roltenburg-Ehiugen.  Da  solleu  die  Ilohen- 
berger  allemal  in  die  Kirche  vierspännig  heruntergefahren 
sein.  Ein  anderer  Gang  vom  Klösterle  in's  Nonnenkloster 
bei  der  Kirche  soll  noch  jetzt  e.xisliereu.  Häufiger  finden 
sich  Gänge  nach  dem  Volksglauben  zwischen  Burgen  und 
Schlofsern,  Burgen  und  Klöstern.  So  führte  von  Hohen- 
lubingen  auf  den  Spitzberg  ein  Gang  und  von  da  soll  einer 
in's  alte  Kloster  Schwerzloch  gehen.  Ein  Gang  führte  ferner 
von  der  alten  Sulzburg  (bei  Gerabronn)  in  das  eine  Stunde 
entfernte  Raubritterschlofs  Leonfels.  Einer  vom  Helfensteini- 
schen  Herwartstein  in  das  Kloster  Königsbronn.  Vom  west- 
lichen Abhang  des  Hohenstaufen  sollen  unterirdische  Gange 
von  den  beiden  HeidenlOchern  aus  zum  Rechberg,  nach 
Lorch  und  zum  Stift  Oberhofen  gehen.  Untersuchen  wir, 
was  diesen  Gängen  zu  Grunde  liegen  mag,  so  müssen  wir 
annehmen,  dafs  wirklich  viele  solcher  existiert  haben  und 
theilweise  noch  existieren.  Dafs  aber  w  irklich  überall  Gange, 
wo  der  Volksglaube  welche  setzt,  vorhanden  sind,  ist  un- 
richtig. Es  scheint  dies  überhaupt  ein  beliebter  Stoff  für 
die  Volksphanlasie  gewesen  zu  sein.  Besonders  gern  mochte 
man  solches  von  Klostergangen  sich  vorgestellt,  ausgemalt 
und  weiter  gesagt  und  gesungen  haben.  Dafs  auch  Wahr- 
heit dahinter  steckt,  ist  nicht  in  Abrede  zu  ziehen.  Zu  den 
Klostergangen  haben  gewifs  die  Ungeheuern  Kellerriiume, 
die  man  sich  kaum  denken  mair,  in  den  Klöstern  vielfache 
Veranlassung  segeben.  Auch  ."^icherheilsgünge  in's  Freie 
hei  Ueberrumpelung  und  Raubanfallen,  wie  fast  hei  allen 
Burgen,  scheinen  hauptsachlich  derlei  Ueberlieferungen  her- 
vorgerufen zu  haben.  Ferner  sind  kleinere  und  gröfsere 
Wasserahzuge,  kloakenartige  Kanüle  hielier  zu  ziehen:  wie 
ja  der  Gang  von  der  Weilerburg  nichts  anderes  als  ein 
Kanal,  in  den  Neckar  laufend,  sein  soll  und  jetzt  noch  halb 
mit  Wasser  angefüllt  ist.  Endlich  sind  die  rumischen  \N  as- 
serlcitungen,  die  besonders  in  Rottenburg  sich  vorfinden,  zu 
beachten,  sowie  alte  verschüticle  Romergewölhe,  wie  erst 
noch  kürzlich  solche  aufgedeckt  worden  sind.  Das  Unheim- 
liche, das  mit  dergleichen  Gangen  und  Gewölben  verbunden, 
lafst  eine  Rechtfertigung  der  Traditionen  im  Volke  zu.  ilie 
sich  gerne  um  unheimliche  Orte  ranken. 


14: 


AnzeigtT  für  Kunde  der  deulsihcn  Vorzeit. 


148 


Land  u  L.Ute    Dan    Gemelndeln-tltu«   der  \«ehl.ar»*liar«. 

i^A'^ud»":.  Von  Alexander  Grebel,  k.  Friedensrichler,  m  St.  «oar. 

Dorfwfs«n  11      r     c    u    I 

Die>e   uralle   Einrichlun?,    worüber   Herr   Prof.    Schiller 
r.  Libluy    in  Nr.  9   des  Anzeigers    von  1857    in  Beiue   auf 
des  deutsche  Siebenburgen  höchst  interessante  Noliien  gelie- 
fert, besteht  noch  jetzt,  wenngleich  mit  beschnuikterer  Wirk- 
samkeit in  vielen  Dörfern  und  Studien  üeutMlilunds,  insbe- 
sondere in  der  Rheingegend.    In  der  Stadt  Sl.  Goar  kommt 
das  Institut   der   Zehner    oder  zehn   Nachbar.-idiafls -Meisler 
schon   gegen    die   .Mitte    des    13.   Jahrb.    vor.      Sie    waren, 
gleichwie  der  Gemeinde-Bürgermeister,  eine  Eroberung  der 
bis  dahin  vom  Stadtregimente  ganz  ausgeschlossenen  Hand- 
werker und  Bürirer,  den  alten  Geschlechtern  und  dem  Ralhc 
gegenüber.     Sie  t•r^chcinen  überall  als  das  Organ,  wodurch 
die   Bürgerschaft   ihre   Beschwerden    gegen    Mafsregeln    des 
Ralhes  vorbrachte,    und   als  die  unermüdlichen  Kampfer  für 
die  bürgerlichen  Freiheiten  und  Gerechtsame;  bei  Prozessen 
zwischen   Bürgerschaft    und    Ralh    stellten    sie    Namens    der 
Bürger   die  Vollmachten   ans;    aus   ihrer  Mitte   wurden   dem 
Stadtralhe  drei  Mitglieder  als  conlrolierender  Ausschufs  der 
Bürgerschaft,  also  eine  Art  Volkstribünen,  beigegeben,  und 
es  stand  ihnen  das  Veto  zu.     Ob    die  Zahl   der  Zehner   ur- 
sprünglich  mit   den   zehn   in  St.  Goar  bestundenen  Zünften, 
oder  mit  der  Eintheilung  der  Stadt  in   fünf  Naclibarschaften 
zusammenhangt,  ist  zweifelhaft.     Letztere  Annahme  scheint 
die  richtigere  zu  sein,  indem  noch  jetzt  jede  Nachbarschaft 
zwei  Nachbarschafls-Meister,  welches  in  der  Regel  die  bei- 
den jüngsten  Bürger   sind,    wählt.     Ihre  Stellung  ist  jedoch 
jetzt  eine  ganz   andere,    wie   früher;   auch    beschrankt   sich 
ihr  Dienst  blos  auf  die  Anordnung  der  Begrabnisse  und  die 
Verlbeilung  der  ülTenllichen  Arbeiten  bei  Eis-  oder  Wasser- 
gefahr. 

Mit  dem  Verluste  der  Freiheit  und  der  Selbstverwaltung 
der  Städte  giengen  auch  die  alten  Gemeindeinstitule,  wovon 
in  den  neueren  Gemeindeordnuniren  auch  keine  Spur  mehr 
zu  finden  ist,  zu  Grunde. 


Lehen. 

ErxeuKuoR  Dnd 

Erwerb. 

HkDdelimlltfl. 


Zur  .TlünzUuiide  der  Abtei  .Meiibiir«;. 

Von  Th.  Stcnzel,  Pastor,  in  Nulhn  liei  Zerbsl. 
!d  dem  verdienstvollen  Werke  meines  vüterlichen  Freun- 
des, des  früh  verstorbenen  Herrn  v.  Posern- Kielt.  „Sach- 
sens Münzen  im  Mittelalter-'  lesen  wir  S.  2S:\ :  „Münzen 
der  Abtei  Nienburg  kennt  man  zur  Zeil  nicht."  —  Es  sind 
jetzt  gerade  12  Jahre  her,  dafs  jener  hochberUhmte  Kenner 
und  wisscnschaflliche  Sammler  millclalterlichcr  Münzen  dies 
Wort   geschrieben   hat.     In    dem   Zeilraum    von    12  Jahren 


aber  können  auch  auf  dem  Gebiete  der  Münzkunde  viele 
Forschungen  und  Erfahrungen  uemacbl  werden,  welche  ge- 
eignet sind,  frühere  Ansichten  llieiis  zu  entkräften,  Iheils  zu 
berichtigen. 

Das  gilt  auch  vielleicht  jetzt  sclidii  in  Bezutr  auf  Obiges. 
Es  ist  jetzt  mehr  als  wahrscheinlich,  dafs  in  den  letzten 
Jahren  Münzen  der  Abtei  Nienburg  (in  Anhalt)  bekannt  ge- 
worden sind. 

Wenn  auch  mein  geehrter  Freund  und  Amtsbruder,  Herr 
Pfarrer  Leitzmann,  in  seiner  „Numismat.  Zeitung  von  1856 
S.  IbOff.  zu  weit  darin  geht,  dieser  Abtei  die  dorlNr.  21— 38 
beschriebenen  Brakleaten  und  Ilalhbrakleateu  zuzutheilen 
(vgl.  seine  Erklärung  a.  a.  0.  1857,  Nr.  8),  so  gebührt 
ihm  doch  das  Verdienst,  aus  verschiedenen  Gründen  nach- 
gewiesen zu  haben,  dafs  wenigstens  folgende  Münze  (a.  a. 
0.  Nr.  21)  nach  der  Abtei  Nienburg  gehört:  Nr.  1.  Hs. 
Zwischen  2  Thuruien,  welche  durch  einen  Bogen  verbunden 
sind,  das  Brustbild  eines  geistlichen  Herren  in  lockigen 
Haaren  (punktiert).  Rückläufige  Umschrift:  ADELBEKTVSf. 
Ks.  Kirchengebiiude  zwischen  2  Palmen;  Umschrift  unleser- 
lich. (Das  im  herzogl.  Cab.  zu  Dessau  befindliche  E.\emplar 
dieser  Münze,  welches  ich  vor  mir  habe,  ist  besser  erbalten, 
als  das  damals  dem  Herrn  Pf.  L.  vorliesrende  Stuck.  Doch 
vermag  auch  ich  es  nicht,  ans  mehreren  und  verschiedenen 
mir  vorliegenden  E.xemplaren  die  Umschrift  der  Rs.  zusam- 
menzustellen und  zu  deuten;  es  sind  nur  hie  und  da  öiii- 
zelne  Buchslaben  zu  erkennen). 

Hr.  Pf.  Leitzmann  weist  nun  a.  a.  0.  auf  die  unver- 
kennbare Aehnlichkeit  bin,  welche  diese,  zum  Theil  schon 
bei  Leuckfeld,  llalberstudl.  Münzen  Tab.  II.  Nr.  35  (und 
Rs.  V.  Nr.  36)  abgebildete  Münze  mit  einer  echt  halber- 
stiidL  hat  (Numism.Ztg.  1856,  S.  119,  Nr.  13).  Diese  echt 
halbersladt.  Münze  zeigt  das  Bild  des  heil.  Stephanus  zwi- 
schen 2  Thurmen  und  die  Umschrift;  SISEHV  f  (Sanctus 
Stephanus)  und  hei  einem  andern  mir  vorliegenden  Stempel 
SISIIVTR  .  .  .  und  ist  aus  der  Zeil  des  Bischofs  Reinhard. 
1107  —  22;  vgl.  damit  auch  Leuckfeld,  V,  73.  Diese  Aehii- 
lichkeil  beider  Münzen,  sowie  der  Umstand,  dafs  selbige 
aus  Einem  Funde  herrühren,  weist  nach  L.  mit  Recht  darauf 
hin,  dafs  der  Priigeort  crsterer  Münze  in  der  Nahe  des  Prage- 
ortcs  der  letztern,  also  unfern  Halbersladt,  zu  suchen  ist 
"lind  dafs  beide  Münzen  in  Eine  Zeit  zu  verlegen  sind.  Dem 
habe  ich  ferner  noch  Folgendes  hinzuzufügen:  Dafs  wir  zu- 
gleich den  Pragcorl  unserer  Münze  auch  in  der  Nühe  von 
Magdeburg  zu  suchen  haben  ,  beweist  uns  die  Aehnlichkcil. 
welche  das  Kircbengebaude  auf  der  Hs.  derselben  mit  den 
auf  magdebnrgiscben  llalbbrahtealcn  hat.  von  denen  Herr 
Direktor  und  Prof    Wiggert  sagt:    ,un,    IIOii  ireschlagen". 


<49 


Aiizeiffer  für  Kunde  der  deulschen  Voizeil. 


150 


Sind  dieselben  (^^  7  und  8)  etwa  erst  um  1120  eeprugt, 
so  sind  sie  volliff  Zeitgenossen  von  unserem  Adelberlus; 
sind  sie  aller  als  dieser,  so  wurde  vielleicht  derselbe  se- 
rade  ihnen  als  erzbischull.  Miinzen,  die  auch  anderwärts  in 
der  Nühe  von  Mairdeburir,  in  llalbcrstodt  und  Nienburor,  Gel- 
tung und  An^ehen  hatten,  nachgebildet.  Vcrgl.  4  Tafeln 
lilhograph.  Abbildungen  Magdeb.  Münzen,  nach  den  Origi- 
nalen in  der  Sammlung  des  Hrn.  Prof.  \\  iffiiert.  Es  bilden 
diese  Tafeln,  welche  von  dem  verdienstvollen  Hrn.  Verfasser 
mir  verehrt  worden  sind,  wahrscheinlich  einen  Anhang  zu 
einer  Geschichte  Magdeburgs,  die  ich  leider  nicht  kenne. 

Ferner  sagt  H.  Pf.  L. :  „Da  nun  unsere  Münze  den  Na- 
men Adelbert  tragi,  ein  Abt  dieses  Namens  zu  derselben 
Zeit  ( —  1131')  dem  Kloster  Nienburg  vorstand,  welches 
in  der  Nahe  von  Hallicrstadt  las,  wo  liischof  Reinhard 
(1107 — 22)  regierte,  so  dürfte  es  nicht  gewagt  erscheinen, 
diesem  Abt  Adelhert  von  Nienburg  diese  Münze  zu- 
zuerkennen. N\'ir  kennen  nanilich  aus  jener  Zeit  sonst  kei- 
nen Bischof  oder  Abt  aus  dieser  Gegend  mit  Namen  Adel- 
bert, als  zu  Nienburg." 

Auch  hinsichtlich  der  Zeit  ihrer  Entstehung  würde  un- 
serer Münze  noch  der  Umstand  zu  Statten  kommen,  dafs 
derselbe  Abt  von  Nienburg,  Albero  oder  Adalbero,  ein 
Graf  von  Freiburg,  im  Jahre  1130  Bischof  zu  Basel  wird, 
wie  wir  bei  Beckmann,  Mist.  v.  Anhalt,  III.  S.  450  linden, 
(llrstis.  Basler  Chron.  L.  II.  Meibom.  Chron.  Berg.  f.  298.) 

Wie  diese  Münze  also  höchst  wahrscheinlich  dem  Nien- 
burger  Abt  Adelbert  zugehört,  so  scheint  mir  das  2)  auch 
der  Fall  zu  sein  mit  einer  derselben  sehr  ähnlichen,  die  ich 
finde  auf  ,,Ran"s  Tafeln  Brandenburgischer  u.  a.  Münzen". 
(Das  Herzogl.  Münz-C;il)inet  zu  Dessau  hat  dies  höchst  sel- 
tene und  wichtige  \\  erk  durch  gütige  Vermittlung  des  Hrn. 
geh.  Archivraths  und  königl.  Hausarchivars  Dr.  Mürcker  in 
Berlin  von  der  königl.  Akademie  der  Wissenschaften  da- 
selbst erhalten).    Tafel  X,  Nr.  21   zeigt  folgende  Münze: 

Hs.  Ganz  dieselbe  Vorstellung  wie  bei  Nr.  1  oben;  Um- 
schrift, ebenfalls  rücklanlig:  ADEL Rs.  Brustbild  zwi- 
schen 2  brennenden  Kerzen.     Umschrift  unleserlich. 

Ob  mit  dem  Brnslbilde  auf  der  Rs.  der  Heilige  des  Klo- 
sters (in  Nienburg:  Cyriacus),  oder  der  Schirmvoigt  des- 
selben (in  Nienburg  etwa  Otto,  Graf  von  Anhalt,  f  1123) 
angedeutet  werde,  miigon  Knudieere  entscheiden. 

Ware  nicht  bekannt,  dafs  der  Verfertiger  jener  Tafeln 
meist  sehr  ge^is.-.cnhall  zu  Werke  gegangen  ist  bei  Ab- 
bildung der  ihm  vorliegenden  Münzen,  —  doch  weifs  ich 
sehr  wohl,  dafs  auch  manche  Versehen  vorgekommen  sind, 
z.  B.  .\IV,  4;   WII,  17  —  >o  k()niite  man,    da  die  eine  Seile 


aller  Halbbrakteateo,  zu  denen  unsere  Münzen  hier  gehören, 
flach  geprägt  und  sehr  undeutlich  zu  sein  pflegt,  in  Ver- 
suchung kommen,  zu  vermuthen ,  diese  Münze  Nr.  2  und 
jene  Nr.  1  sei  ein  und  dieselbe.  Man  vergleiche  nur  genau 
Rau  X,  21   mit  Leuckfeld  II.  30. 

Wem  es  vergönnt  ist,  Rau  X,  21  in  natura  im  königl. 
Münz-Cabinet  zu  Berlin  anzusehen,  kann  leicht  berichten, 
ob  die  Zeichnung  bei  Rau,  welche  ohne  Zweifel  beim  Er- 
scheinen von  Leuckfeld"s  \\erkclieu  (1  721 )  schon  vorhanden 
war,  ganz  gelreu  wiedergegeben  ist.  \\enn  auch  das 
der  Fall  ist,  so  mufs  es  doch  gerechtfertigt  erscheinen, 
anzunehnicu ,  dafs  auch  diese  Münze  dem  Abt  Adelhert 
von  Nienburg  angehört.  — 

(Schlufs  folgt.) 


Der  FreiMtulil  an  der  breiten  Eirlie. 

Von  J.  S.  Seibertz,  k.  pr.  Kreisgerichlsrath,  zu  Arnsberg. 

(Schlufs.) 

3.  Ganz  in  ahnlicher  Weise  verhält  es  sich  nun  mit  dem 
Eingangs  gedachten  Freistuhl  an  der  breiten  Eiche, 
den  Hr.  Achenbach  dem  Laude  Siegen  vindizieren  möchte. 
Er  bezieht  sich  deshalb  zuniicbst  wieder  auf  Arnoldi,  der 
nachgewiesen,  dafs  dieser  bei  Siegen  gelegene  Freistuhl 
146t)  gegen  den  Amtmann  Philipp  v.  Bicken  Ihütig  gewesen 
und  auf  üsener,  der  ihn  als  bei  Siegen  gelegen  aufführe. 
Dem  ist  jedoch  nicht  ganz  so.  Arnoldi  sagt,  es  kommen 
in  den  Rechnungen  unter  Johann  IV.  und  \'.  mehrmals  Kosten 
in  Ausgabe  wegen  der  heimlichen  Gerichte  vor,  welche  zu 
Siegen  an  der  breiten  Eiche  gehalten  wurden  (Arnoldi, 
III,  2.  Ahth  ,  S.  77.).  Dieses  kann  aber  nur  den  Sinn  ha- 
ben, dafs  der  Freigraf  des  Stuhls  an  der  breiten  Eiche,  in 
der  Sache  gegen  v.  Bicken,  zu  Siegen  Tage  gehalten  habe. 
Dafs  dergleichen  damal.s  bisweilen  geschah,  geht  aus  den 
bei  Usener  abgedruckten  beiden  Schreiben  des  Freigrafen 
Jacob  mit  den  Hunden  an  der  breiten  Eiche  von  1485  her- 
vor, worin  er  in  Sachen  Heile  Schmidt  von  Bonames  gegen 
Conlzchin  Schmidt  von  Wcrheim  zuerst  einen  Termin  zur 
gütlichen  Austragung  der  Sache  nach  Homburg  vor  der 
Höhe,  zur  Beijuemliclikeit  der  rarlheieii ,  welche  weil  von 
Westfalen  wohnten,  anordnet  und,  als  der  Verklagte  dort 
nicht  vor  ihm  erschien,  weil  der  Stadirath  \on  Frankfurt 
schrieb,  dafs  -eine  l'iilcrijcbciicii  durch  kaiserliche  Privi- 
legien von  der  Jurisdiction  der  Freigcnchle  e.ximiert  seien, 
ferner  bekundet,  der  Kluger  sei  hierauf  wieder  vor  ihm 
am  Frcistuhl  (also  nicht  zu  Homburg)   erschienen   und  habe 


Staats- 
ansUillcn. 

&taatS8Cbut2. 
Gerichte. 


151 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


152 


um  ein  Vollirfricht  nach  freien  Stuhls  Rechte  gesren  den 
Verklairten  gebeten.  Er,  Freipraf.  habe  dieses  zwar  noch 
einmal  aufgehnllen,  gebe  aber  dem  Verklagten  auf.  die 
Sache  so  gewifs  bis  Dienstag  nach  Visilationis  Muna  r.uni 
gütlichen  Austrage  zu  bringen,  als  er  widrigenfail>  an  diesem 
Tage  nach  Vorschrift  der  kaiserlichen  Kefornialion  gegen 
ihn  verfahren  werde,  d.  h.  am  Freistuhl,  (l'scner,  die  Frei- 
nnd  heiml.  Gerichte  Westfalens,  S.  50  u.  die  Urk.  44  u.  45.) 
So  wenig  man  aber  daraus,  dafs  der  Freigraf  von  der  brei- 
ten Eiche  einen  Vergleichstcrmin  nach  Homburg  vor  der 
Höhe  ausschrieb,  folgern  kann,  dafs  sein  Freislubl  zu  Hom- 
burg gelegen  habe,  so  wenig  kann  auch  daraus,  dafs  er  in 
Sachen  gegen  Philipp  v.  Biikcn  Tage  nach  Siegen  ansetzte, 
gefolgert  werden,  die  breite  Eiche  habe  bei  Siegen  gestan- 
den. L'sener  setzt  zwar  in  seinen  Ueberschriflen  der  Ur- 
kunden voraus,  der  Stuhl  zur  breiten  Eiche  habe  bei  Sie- 
gen gelegen,  weil  sich  der  Freigraf  unterschreibt:  „Jacob 
mit  den  Hondcn,  gewirdigler  Frygreve  des  Edeln  vnd  wail- 
geborn  Hern  .lohan,  GralT  tzo  Nassauw  vnd  Dietze  vnd 
der  Stuelhern-;  aber  daraus  folgt  nicht,  dafs  der  Freistuhl 
an  der  breiten  Eiche,  den  er  bekleidete,  bei  Siegen  lag. 
sondern  nur  ,  dafs  der  Graf  v.  .Nassau  sein  Landesherr  war, 
oder  höchstens,  dafs  derselbe  an  der  damals  vielgetheilten 
Stuhlherrscbaft  über  die  Stuhle  der  Freigrafschaft  Hundem, 
wozu  auch  der  an  der  breiten  Eiche  gehörte,  mitberechtigt 
war.  Wir  haben  wenigstens  aus  dem,  was  über  den  ephe- 
meren Freistuhl  zu  Ginsberg  gesagt  worden,  gesehen,  wie 
bemüht  die  Grafen  v.  Nassau  waren,  selbst  einen  Freislubl 
zu  besitzen.  Graf  Adolf  zu  Nassau -Wiesbaden  lieh  sogar 
1415  den  Freistuhl  zu  Eversherg,  um  sich  desselben  gegen 
Adolf  V.  Nassau-Dietz  zu  bedienen  (Kopp,   §.  148). 

Hiemit  stimmen  dann  auch  die  ferneren  L'rkundenauszüge, 
die  Hr.  Achenbach  aus  d.  J.  1464  u.  Hg.  liefert,  wonach 
die  Familie  mit  den  Hunden  eine  altsicgenscbe  ist.  Der 
Freigraf  Jacob  mit  den  Hunden  wohnte  wahrscheinlich  zu 
Siegen,  v>'eshalb  Ulrich  Engern  v.  AschafTenburg  sich  in 
seiner  Klagsarhe  gegen  Sylicl  Schollen  und  Consorten  dort 
an  ihn  wendete,  und  der  Hath  zu  Siegen  hatte  es  gerne, 
wenn  einzelne  seiner  Bürger  FreischülTen  wurden:  r,l)\e  da 
wissen,  wie  es  in  dem  Lande  stehe  und  fuhrt  (man)  so  bes- 
ser.'' Es  könne,  wie  der  Unth  .sagt,  jeder  ohne  »eine  Er- 
laubnif»  FreischufTe  werden,  aber  ein  solcher  solle  andere 
Burger,  die  keine  SchölTcn  waren  (Nichtwissende),  nicht  an 
das  Freigericbt  laden. 


Dafs  übrigens  der  Freistulil  an  der  breiten  Eiche  wirk- 
lich nicht  bei  Siegen,  soiidcni  in  der  westfälischen  Frei- 
grafscliaft  Hundem,  hart  an  der  franki^cb-nassauischen  Grenze, 
stand,  ist  durch  die  positivsten  urkundlichen  Beweise  ge- 
wif>.  Wir  wollen  nur  folgende  anfuhren.  Auf  dem  Ge- 
neralcapitei,  welches  1490  am  Freistuhle  zu  Arnsberg  „in 
dem  Boemhove,  gelegen  under  der  Borch,  vor  der  Oleipor- 
ten"  gehalten  wurde,  erschienen  Johann  Voij.'!  v.  KIspe  und 
Consorten  wegen  Welscheneuuesl,  Hundeinen,  Heinsberg, 
Broichhausen,  Bamenol,  Elspe,  Waidenburg  und  an  der 
Breiteneicke  an  der  Nassawischen  Grenzen  (v. 
Steinen,  westf.  Gesch.  IV,  1 100).  1520  bekunden  mehrere 
Zeugen,  dafs  zur  Freigrafschaft  Hundem  fünf  Freistühle  ge- 
hören, nämlich  1 )  in  dem  Hofacker  id  est  in  agro  ad  arcem 
nobllcm  Hiindeinensem  spectante,  2)  Hcinsperg  infra  domum 
Johanni.s  Mencken.  3)  Hrachthauscn  in  agro  Kebbcnsi,  seu 
Kebbenhorst,  4)  in  finibus  dioecesis  Coloniensis 
oec  non  comitatus  Nassovici,  an  den  braiden 
Eichen,  5)  in  Welschen  Enncst  (Voigt  v.  Elspe,  duca- 
tuum  Angaria*  et  Westphali»  delineatio  etc.  Cap.  27.  Aus- 
zugsweise bei  v.  Steinen,  II,  1532). 

Nach  diesen  übereinstimmenden  Zeugnissen  von  Zeit- 
genossen, kann  billig  nicht  bezweifelt  werden,  dafs  der 
Freislubl  an  der  breiten  Lüche  zur  FreigrafschafI  Hundem 
gehörte  und  dafs  er  in  derselben  nahe  an  der  nassauischen 
Grenze  stand.  Die  Orte  Wcischenennest,  Brachlhausen  und 
Heinsberg  liegen  noch  heule  in  einem  Halbkreise  um  Hun- 
dem, ebenfalls  nahe  an  der  Nassau-Siegen'schen  Grenze; 
ob  sich  der  Name  der  breiten  Eiche  im  Walde  an  der 
Grenze  ebenfalls  erhalten  hat,  ist  uns  zwar  nicht  bekannt, 
jedoch  scheint  unbedenklich,  dafs  die  Dingstatt  an  derselben 
nicht  der  Mittelpunkt  einer  eigenen  nassauischen,  der  Main- 
zer Diöcese  angehörigen  Freigrafschaft,  sondern  nur  ein 
einzelner  Stuhl  in  der  westfälischen  FreigrafschafI  Hun- 
dem war,')  aus  der  vielleicht  auch  die  Familie  mit  den 
Hunden,  dem  Namen  nach  zu  schliefsen,  stammte,  ehe  sie 
eine  allsiegen'sche  wurde. 


*)  Damit  ist  auch  einverstanden  Bcnk  (Jesch.  der  wistf. 
Fi'Migcrichtc  S.  224,  wo  überhaupt  nach  den  damals 
bekannten  (Quellen  die  Geographie  iler  Kreisluhle  am 
volUtandigsten  abgehandelt  ist. 

(.Mit  einer  Beilage.) 


Verinlwortlichr  Kedartion:     Dr.   Kreih.  >.  u.  i.  Aufacss.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.   K.  FronimanD. 

Druck  von  Fr.  Oftmpo  *  Sobn  io  Nürnberg. 


BEILAGE  Zl>I  WZEKilER  FÜR  RIXDE  DER  DEITSCREX  VORZEIT 

1858.  J\o  5.  Mai. 


( lirdiiik  des  ffernianlsolien  Miiscunis. 


Mit  dem  Frühling,  der  nun  seine  Blüthenknospen  entriiltct, 
ist  auch  der  ffff**»  '"  gewisser  Berrehiins  merkwürdige 
Karthausergarten  rings  um  die  germanischen  Museunisgc- 
bäude  in  frischem  Grün  erwacht  und  dem  rublicum  eriiH'net. 
Wenn  die  kleinern,  zwischen  altem  Gemiiuer  zerfallener  Mönchs- 
zellen versteckten  historisch -botanischen  Gärten,  in  denen  die 
Gartengew iichsc  bestimmter  Zeitaller  und  Persönlichkeiten,  als 
z.  B.  Karls  des  Gr.,  des  Walalrid  Strabus,  der  hl.  Hildegard,  Al- 
berts  des  Grol'sen ,  sowie  die  in  der  .Magie  und  SynjpathetiU 
des  Mittelalters  benutzten  t'flanzen  in  ihrer  (iesainmtheit  ver- 
treten sind,  fast  in  eine  wehmüthige  Stimmung  versetzen  konn- 
ten ,  so  erfreut  sich  doch  Herz  und  Auge  an  den  jungen  Ra- 
senriächen  der  grofsen  Gartenraume  aufser-  und  innerhalb  der 
Kreuzgange,  wo  am  Ende,  halb  versteckt  hinter  einem  alten 
Ziehbrunnen  und  Gartenliause,  ein  Muhendes  Blumengnrtchen 
im  reinsten  Sljl  dis  15.  Jahrhunderts  hervorblickt  und  dem 
Besucher  ein  stilles  Kuheplalzchen  bietet,  von  wo  aus  er  die 
schöne  Keihe  gothischer  Fenster  des  erhaltenen  Theiles  des 
grofsen  Kreuzganges  in  malerischer  Ausstattung  \on  Laubwerk 
überschaut. 

Eine  buchst  erfreuliche  .\nerkennung  hat  das  .Museum  in 
der  badischen  S  tände  versa m  ml  ung  erfahren,  und  wir  glau- 
ben, den  Freundin  des  .Museums  schuldig  zu  sein,  hier  im 
Auszuge  niitzutheilcn,  was  die  Augsb.  allgem.  Zeit,  in  iNr.  126 
darüber  berichtet  hat.  Der  Abgeordnete  All  mang  erstattete 
im  iVamen  der  ("onimission  Bericht  über  eine  Eingabe  der 
Vorstande  des  german.  Museums  und  hob  darin  die  hohe  Be- 
deutung dieser  Anstalt  für  deutsche  Wissenschaft  und  Kunst, 
insbesondre  lür  Erweckung  und  Forderung  eines  nationalen 
ßewufslseins  heraus.  Die  Commission ,  um  auch  den  Schein 
zu  vermeiden,  als  ob  ein  so  schönes,  deutsches  Unternehmen 
der  Kammer  gleichgültig  wäre,  schlug  vor,  nicht,  wie 
V  67  der  Verfassnngsurkundc  bei  Petitionen  nicht  hadischer 
Staatsbürger  verlange,  zur  Tagesordnung  überzugehen,  son- 
dern zu  Protokoll  zu  erklaren,  dafs  die  Kammer  gegen 
eine  solche  Unterstützung  nichts  einzuwenden  habe. 
Der  .\bgcordnele  Artaria  unterstützte  diesen  Antrag  aufs 
wärmste  und  erklärte  die  Unterstützung  des  germ.  Museums  fiir 
eine  Ehrensache  aller  Deutschen.  Der  Antrag  wurde 
einstimmig  angenommen.  — 

Nachdem  die  deutsche  Presse  sich  seither  mit  daiikeris- 
werlhcm  Eifer  der  Angelegenheiten  des  Museums  angenomnien 
hat,  und  gewifs  ein  guter  Theil  seines  Fortganges  ihrer  Mit- 
wirkung zugeschrieben  «erden  darf,  so  nehmen  wir  nicht 
Anstand,  den  Kedaktioncn  unsern  Dank  auszusprechen,  und,  um 
zugleich  von  dieser  Theilnahme  ein  umfassendes  Bild  zu  geben, 
theilen  wir  eine  übersichtliche  Zusammenstellung  der  uns  be- 
kannten Zeitschriften  mit,  die  das  .Mu.seuin  und  dessen  An- 
gelegenheiten zum  Gegenstand  ihrer  Bcsprecliungen  gemacht 
haben. 


Im  Königreich  ßajern:  Die  Allgemeine  Zeitung  in 
Augsburg.  Gröfsere  Aulsatze:  1852,  IVr.  341,  6.  Decb.  Haupt- 
blalt.  1853:  Ar.  192,  II.  Juli;  Nr.  19«,  17.  Juli  und  >r.  200, 
19.  Juli,  Beilagen.  1854:  Nr.  360,  26.  Decb.  Hauptbl.  1855: 
l>r.  263,  20.  Sept.,  Hauptbl.;  Nr.  267,  24.  Sept.  Hauplbl.; 
Nr.  300,  27.  Oct.  Hauptbl.;  Nr.  346,  12.  Dec.  Beil.  1856: 
Nr.  58,  28.  März,  Beil.  1857:  Nr.  29,  28.  Jan.  Beil.:  Nr.  256, 
13.  Sept.  Hauptbl.;  Nr.  259,  16.  Sept.  Beil.  —  Der  Kor- 
respondent von  und  für  Deutschland  in  Nürnberg. 
1852:  Nr.  258,  14.  Decbr.  1853:  Nr.  195,  14.  Juli;  Nr.  327, 
23.  Nov.  —  1854:  Nr.  116,  26.  April;  Nr.  345,  11.  Decbr.; 
Nr.  361,  27.  Decbr.  1855:  Nr.  133,  13.  Mai;  Nr.  323,  19.  Nov. 
1857:  Nr.  98,  23.  Febr.;  Nr.  244,  10.  Juni,  Nr.  372,  22.  Juli, 
Nr.  591,  17.  Nov.  1858:  Nr.  117,  5.  März  u.  a.  —  Die  Neue 
.>Iünchner  Zeitung.  1855:  Nr.  47,  21.  Febr.;  Nr.  246, 
15.  Oct.;  Nr.  itSy,  10.  Nov.;  Ar.  29N  14.  Decbr.  Da..  Abend- 
blatt derselben  Zeitung  bringt  seil  dem  Anfang  des  Jahres 
1857  in  höchst  dankenswerther  Weise  regelmafsige  monatliche 
Berichte  über  die  Fortschritte  und  Thatigkeit  des  National- 
museums  auf  Grund  seiner  im  Anzeiger  erscheinenden  „Chronik". 
.\ufserdcm  noch  kurze  Nachrichten  vom  germanischen  .Museum, 
deren  auch  nebst  einigen  gröfscren  Artikeln  in  diesem  und  den 
Vorjahren  brachten:  Der  F'riedens-  und  Kriegskurier 
und  der  F'ran  kische  K  urie  r  in  Nürnberg,  die  Neue  Würz- 
burger Zeitung,  die  .Augsburger  Postzeitung,  der 
Allgemeine  Anzeiger  für  Kronach,  das  Ba  y  e  rische 
Volksblatt  in  München,  die  Bayreuth  er  Zeitung,  das 
Fürther  Tagblalt,  die  Pfalz  er  Zeitung  in  l.udwigs- 
lialen.   — 

Im  Kaiserllium  Oesterreicb:  0  esterrc  ichischc  Bial- 
ter f.  Literatur  u.  Kunst  1857,  Nr.  21,  23.  Mai.  Katholische 
Literatur-Zeitung,  1858,  15.  März,  Nr.  II.  Politische  Zei- 
tungen: Oesterreichiscbe  Zeitung  in  Wien,  1855,  Nr.444, 
31.  Oct.  Triester  Zeitung,  1856:  Nr.  3,  4.  Jan.;  Nr.  130, 
9.  Juni;  Nr.  132,  II.  Juni;  Nr.  178,  7.  Aug.  Innsbrucker 
Tagblalt,  1856,  Nr.  6,  10.  Jan.  u.a.;  Linzer  .\heiidbote, 
1856,  Nr.  131,  9.  Juni;  Neue  Salzbiirger  Zeitung,  mit 
Nebenblatt,  1856,  Nr.  132,  1 1.  Juni.  Presburger  Zeitung. 
(Jrnzer  Zeitung,  1856,  Nr.  203  u.  204,  4.  Sept..  Feuill. 
Der  Siebenliür  gcr  Bote  in  ilermannstndt ,  1857,  Nr.  82, 
27.  April.   — 

Im  Königreich  l'reufscn:  Die  Dioskuren  in  Berlin, 
Jahrg.  1M57,  Nr.  9;  das  deutsche  Kunstblatt  in  Berlin, 
Jahrg.  VIII,  Nr.  7  ii  a.  Die  Zeilsclirift  für  deutsche« 
Städte  Wesen. —  Pulitische  Zeitungen  :  die  Neue  Preufsi- 
sche  Zeitung  in  Berbo,  1856:  Nr.  276,  Beil.;  Nr.  284,  Beil. ; 
Nr.  299,  Beil.  1857:  Nr.  15,  Beil.;  Nr.  39,  Beil  ;  Ar.  61; 
Nr.  70;  Nr.  117;  Nr.  291,  12.  Decb.  Berlinische  Nach- 
richten von  Staats-  und  gelehrten  Sachen:  |f.'i6,  Nr.  122, 
2^.   Mai;     Nr.  2H6 .    5.  Decb.       1857:  Nr.   7,    9.  Jan.:    Nr.  43, 


15c 


Anzeiger  ftir  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


156 


20.  Febr.;  >r.  72,  26.  .März:  i\r.  204,  2.  Sept.  1858:  Nr.  43, 
20.  Febr.  Die  Zeit  in  Berlin:  1856,  Nr.  289,  9.  Dec.  ;  1857, 
ÜT.  49,  27.  Febr.  Die  kön.  privilegierte  berlinische 
Zeitung:  1833,  Nr.  177,  Beil.  II,  2.  Aug.     1856,  Nr.  281,  Beil., 

29.  Nov.  1857,  Nr.  44,  Bell.  I,  21.  Febr.;  Nr.  65,  Beil., 
18.  .März;  Nr.  71,  25.  .März;  Nr.  79,  3.  Apr. ;  Nr.  122,  28.  Mai 
u.a.  Die  Na  tion  alzeitung  in  Berlin;  1857,  Nr.  135,  21.  März. 
Düsstidorfer  Zeituns::  1855,  Nr.  270,  10.  Nov.;  1856, 
Nr.  141  u.  Nr.  142,  12.  Juni  u.  a.  Dussel  dorf  er  Journa  I 
mit  dem  Kreisblatt:  1856,  Nr.  83  u.  84,  6.  Apr.;  Nr.  128, 
31.  Mai;  Nr.  145,  20.  Juni  u.  a.  Aurserdem:  Nordhiiuser 
Kreis-  u.  Nachrichtsblatt:  1858,  Nr.  4;  Magdeburger 
Korrespondent,  Neue  Magdeburger  Zeitung,  Bon- 
ner Zeitung,  Koblenzer  Zeitung,  Ober-Lausitzer 
Stadt-  und   Land  böte,  üanziger  Dainpfboot. 

Im  hönigrcith  Sacriscn:  Gersdorfs  Kepertoriuui 
der  deutschen  und  ausiamlischen  Literatur  in  Leipzig:  1856, 
Juni.  Die  Urenzboten  in  Leipzig,  1853,  Nr.  28,  1.  Juli 
u.  a  0.  Deutsches  .Museum  in  Leipzig:  1853,  Nr.  26, 
23.  Juni  ».  a.  0.  II I  ustrirte  Zeitung  in  Leipzig:  1856,  Nr.  521  ; 
Nr.  717,  28.  .Mrirz  1857;  Nr.  766.  185S.  Kunstjournal  in 
Leipzig  fjetzt  eingegangen):  1f<53,  Nr.  1.  Politische  Zeitungen : 
Die  sachsische  konstitutionelle  Zeitung  in  Dresden: 
18.52,  Nr.  194,  22.  Aug.;  1857,  Nr.  22,  23.  Jan.,  Keuill. 
Deutsche  allgemeine  Zeitung  in  Leipzig:  1855,  Nr.260, 
6.  Nov.;  1857,  Nr.  212,  11.  Sept.  Leipziger  Tagblalt 
und   .\  n  z  e  i  g  e  r. 

Im  hunigreiih  Württemberg:  Der  schwabische  Mer- 
kur   mit     dir    schwabischen    t'hronik:     1855:    Nr.    232, 

30.  Sept.;  1857:  Nr.  44,  21.  Febr.  u.  a.  0.  Die  Ulmer 
S  t  a  d  t  p  o  s  t 

Im  Königreich  Hannover:  Die  (iuttinger  gelehrten 
Anzeigen  haben  wiederholt  eingehende  Besprechungen  der 
Schriflen  des  gerni.  Museums  gebracht;  desgl.  das  Korre- 
spu  nde  nzbia  tt  des  Gesamnitvereins ;  die  Zeitung  fu  i- 
Norddeutschland:  1856,  Nr.  2235,  6.Juni:  1857,  Nr.2661, 
17.  Sept.;  Nr.  2672,  30.  Sept.  Das  Slader  Hoch  e  n  hl  a  tl : 
1857,  Nr.  387  und  388,  15.  Sepl.  — 

In  den  übrigen  deutschen  Bundesstaaten:  Die 
Weimarer  Jahrbücher,    Bd.  V;    die   Muse    in  Darmstadt: 

1857,  Nr.  44  u.  55,  Juli.  Die  Hamburger  Nachrichten, 
Jahrg.  1855,  Nr.  260,  1.  Nov.  Hamburg,  unparteiischer 
Korrespondent:  1856,  Nr.  198,  20.  Aug.  —  Frankfurter 
K  o  n  V  e  rsatio  nsh  I  a  tt ,  Beilage  zur  Postzeilung:  1852, 
Nr.  265,  5.  Nov.:  Nr.  266  u.  267.  Frankfurter  Journal. 
Deutschland,  in  Frankfurt,  und  Beilage.  Karlsruher  Zei- 
tung.    Badische  Landeszeitung:  1857,  Nr.  239,  6.  Nov.; 

1858,  Nr.  30,  5.  Febr.  Mainzer  Zeitung.  Mainzer 
»urhenblatt:  1856,  Nr.  66,  5.  Juni.  .\uze  i  gu  bl  a  1 1  für 
Rheinhessen:  1856,  Nr.  47,  11.  Juni.  Konslanzi-r  Zei- 
tunc:  1857.  Nr.  131,  10.  Juni.  — 

Leider  hol  der  Gelchrlennusschurs  wieder  zwei  Mit- 
glieder durch  den  Tod  \erloren,  den  l'rof.  und  lüliliulhekar 
Dr.  S.  W.  Dehn  in  Berlin  und  den  k.  k.  geh.  Bath  1!  i- il  r  u  s 
Freiherrn  von  Scharlirrg  in  llerninnn>laflt ,  von  denen  di:r 
er.itc  das  Fach  der  (Jeschichlc  der  deulsrhcn  Tonkunst,  der 
letztere  das  der  sielienbUrgischen  Landeskunde  im  .Xusschufs 
verlreten  hat.  — 


Neue  .\genlureii    wurden  errichtet  in   Mein  Ingen    und 
Zus  ma  rs  ha  useu. 

Von  Verlagsbuchhandlungen  sind  neu  beigetreten: 

292.  Herd  er  sehe  Verlagsbuchhhandlung  zu  Freiburg  im 
Breisgau, 

293.  Verlagsbuchhandlung  von   Krjedrich   M;iuke  In  Jena, 

294.  F.  A.  Credner,  k.  k.  Hofliurhlianilliini.'  und  Kunsthand- 
lung in  Prag, 

293.  Die  k.  k.  Horhuchhandluni;  von  Willi.  Brau  muH  er 
in  Wien, 

296.  Verlagsbuchhandlung  von   Palm  u.  Enke  in  Erlangen. 

297.  ('.  A.  Schwelschke  u.  Sohn  (.M.  Brnhu),  Verlagshand- 
lung in   Braunscliwelg, 

298.  Wagner' sehe   Buchhandlung  in   Innsbruck, 

299.  R.   Lechner's   rniversitatslmchhandlung  in   Wien. 
.300.    Fr.  Kaiser,  Buchh.  in  .München, 

sowie  auch  die  Kunsthandlung  von  Pnterno  in  Wien, 
welche  dem  Museum  eine  beträchtliche  Anzahl  vortrefflicher 
Lithographieen  alterer  und  neuerer  historischer  Bilder  iiber- 
sendet  hat. 

Für  die  im  Nachstehenden  verzeichneten  Geschenke  sagen 
wir  unstrii   hebten   Dank: 

I.    Für  das  Archiv. 

Schnizlein,  Professor,  in  Erlangen: 

911.  Bruchstück  einer  Rechnung  über  gemachten  Kriegsauf- 
wand.    Ohne  Ortsangabe.   15.  Jahrh.     Pap. 

Nicolaus  V.   Urbanstadt ,    hnnu-ral- lii  iirks-Koiuniissar, 
in  Egcr: 

912.  Freibrief  des  Sebastian  Pflugk,  Herrn  »om  Rabensleln 
und  auf  Bclz.schnw  ,  für  seinen  L'nlerthanen  Georg  l'rinea 
von  Sclilackenwalde.      1505.     Pcrg. 

913.  Freibrief  des  Heinrich  Rudolph  von  Wetze,  Administra- 
tors zu  Waldsassen,  für  Thomas  Stülp  gen.  .Majer  zu 
Hailzingreut.     1557.     Pap. 

911.  Gcburlsbricf  des  Ralhcs  der  Sladt  Kemnath  in  der  Olier- 
pfalz  für  Sebastian  Seball   daselbst.      1577.     Pap. 

915.  Geburls-  unil  Freibrief  des  Ralhes  der  Sladt  Sclilacken- 
walde für  Hans  Seltler  daselbst.      1570.     Pap. 

916.  Zeugnifs  des  Rathes  der  Stadt  Klagcnfurl  für  den  aus- 
wandernden Hans  Wildiiir  aus  Wolfsberg  In  Karnlhen. 
1601.     Perg. 

917.  Zeugnifs  des  Philipp  Ituinrddl,  .Viuliiianiis  dis  Slifls  M  alil- 
sassen,  für  den  au.swanderiHlcn  Erhard  Srlmlmer  Min 
Muegcl.     160«.     Pap. 

918.  Zeugnifs  und  Kreibrief  des  linrggralcii  und  Herrn  Acha- 
lius  zu  Duhna,  Haupt-  und  Oberanilniauns  ibs  Stifts  \>ald- 
sassen,   für  Veit  Walder  von  Schachten.      1614.     Pap 

919.  Zeugnifs  und  F'reibrief  des  Georg  Adam  von  hot/.au  auf 
llafslau  für  seinen  Unterthanen  Andreas  Silbermann.  1619. 
Pap. 

920.  Zeugnifs  des  Ralhis  des  .Marktes  Selb  für  ihren  bisheri- 
gen Markts-  u.  Gerichtsknechl  Lorenz  Schmidt.  162(1.   Pap. 

921.  Freibrief  der  Acbtissin  Katharina  Rudrischiii  und  de.i 
Konventes  des  Clara -Klosters  in  Eger  für  ihren  l'nter- 
thanen  Hans  Stocken.      1621.     Pap. 


457 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


158 


922.  Fri-ibriel  des  .\J;iiii  .lunker  von  unil  aut  Olicrcuiiriutli 
etc.  für  :>oint'n  Unlcrllianeii  Lonnz  Sladlcr  zu  Ubcrpill- 
iiiersreulh.     1622.     Pap,  j   ..Mm 

923.  Freibrief  des  Andreas  Ludwii;  von  Eger  für  seinen  Un- 
terlhaiien   Kaspar  Stadler  daselbst.      1631.     I'ap. 

924.  Geburtsliriet  des  .Miasverus  vun  I-cihndorH,  üljerrej;iiiitnts- 
ralhs  in  Preufsen,  fiir  fierirg  Thristiipli  Weideiuann. 
1686.     Perg. 

925.  Traucrbriel  des  Kreiherrn  Friedrieb  .\iigust  v.  Kuliiiii  an 
Ignalius  Velterlein ,  Bürgermeister  in  Eger,  wegen  des 
Todes  seiner  Gattin.      1761.     Pap. 

926.  Kundschaft  der  sainmtlieheii  .Meisler  des  Handwerks  der 
Schlofs-,  Eisen-  und  Blecbschniiede  in  Prag  liir  den  (ie- 
sellen  Georg  Hoppel  von  Oberlohnier  in  Böhmen.  1S'i4. 
Pap.  '   ,J  ,    ...r   -tM      ■,- 

M.  Straufs,  Optiker,  in  Schwabaoh  : 

92".  \c]|lin,ichl  des  .\dani  Sweinpeekb  lurn  Haus  liir  Hans 
.Mautner  in  BelrelT  des  Verkaufs  der  Hnfmark  Ahani. 
I51S.     Pap. 

92*^.  Kaufbrief  der  Sihwestern  .Magdalena  Erlinger  von  Ried 
und  Margaretha  Kolb  daselbst  über  eine  Wiese  fUr  Wolf- 
gang Offner.     1541.     Pap. 

929.  Revers  des  Hans  Paur  zu  Dietriching  für  Hilpoll  von 
Schwarzenstein  wegen  des  frcistiflsweise  ihm  eingeräum- 
ten Gutes  Lu  Dietriching.     156Ö.     Pap. 

930.  Oiiillung  des  Abtes  Benedict  im  Kloster  .Metten  für  Johann 
Wolf,  Grafen  zu  Taulkirchen ,  über  70  Gulden  Zinsen. 
1692.     Pap. 

Ein  Ungenannter  m  Aurnberg: 

931.  Indiilgenzlirief  lür  Lazarus  Ratniann ,  Ifermann  Pfann. 
Hans   Groland   und   Andere.     Ohne  Jahr.     Perg. 

Freiherr  Friedrich  V.  Grundherr  zu  Aürnberg: 

932.  Pachlbrief  des  Hans  Glockeniiicfser  von  Aürnberg  für 
l'lrich  Rumpier  von  da  über  einen  Acker,  eine  Wiese 
{ind  einen  Stadel   daselbst.     1549.     Pap. 

Freiherr  v.  AVelser,  Bezirksgerichtsdirektor,  zu  Nürnberg: 

933.  Schreiben  des  Herzogs  von  Alba  an  den  Bürgermeister 
u.  den  Rath  zu  Augsburg,  Nürnberg  u.  Ulm.   1569.  Pap. 

G.  V.  Ney,  kgl.  .Major,  zu  Flaschenhof  bei  Nürnberg: 

934.  Kaufbrief  der  (Jebruder  Kicias,  Philipp  und  Heinrich  der 
Hohenberger  für  Heinrich  an  dem  Anger  zu  .München  iiber 
die  halbe  Aeppleins-Schwaig.     13.53.     Perg. 

935.  Gerichtsbrief  des  Christoph  (liefser,  Unterrichters  zu  .\in- 
berg,  für  Erhard  Püliler  in  Bclrefl'  der  .Mühle  zu  Gcbcri- 
pach.     1472.     Perg. 

936.  Kaufbrief  des  Hans  Pfreumbder  von  Brück  fiir  Pliili|ip 
Botilinger  zu  Culmen  über  seinen  Sitz  daselbst.  1.M4- 
Perg. 

937.  Kaufbrief  des  Abtes  Johann  zu  KastI  Über  den  Verkauf 
eines  Ackers  an  Caspar  H<)nhanicr  zu  Amberg  durch 
Georg  Faustner  zu   Wingenloh.      1.523.      Pgm. 

938.  Confirmation  eines  W  nppenbriefes  des  Kaisers  Maximilian 
durch  Kaiser  Karl  \.  für  Krasnius  Mendel  \on  Sti'infels 
1528.     Perg. 

939.  Wappenbrief  des  Kaisers  Karl  V.  für  Georg  Mullz.  1541. 
Neuere  P«p.-.\bsrhr. 


94(1.  Kaulbriel  des  l'falzgrafen  Friedrich  bei  Rhein  für  Anna 
von  Oedenbcrg  und  ihre  zwei  Sohne  über  175  Gulden 
jahrlicher  Zinsen.      1547.     Perg. 

941.  Wolf  Veit  Pfreumders  Zinsregister  über  seine  Unterthanen 
zu   Bru(  K.   Zwcilfrlau.   Kulrnain  und   Aygen.     1582.    Pap. 

942.  Lehcnbriel  iles  l'falzgrafen  J(]haiin  Casimir  bei  Rhein  für 
Balthasar  Mendl  über  Grundstücke  zu  Sünching  und  Üirn. 
1584.     Perg. 

943.  Ehevertrag  zwischen  Ludwig  Barlholomaeus  von  Thein 
und   .Margaretha   Unrueherin.     1596      Perg. 

944.  Vergleich  des  Hans  Christoph  Kratzer  und  des  Zaiharias 
von  Erkenbreclitshauscn  w  egen  iler  Hinterlassenschaft  des 
Urban  Hcjuliamers  auf  .Modlerslmf  und  .\lzelsricth.  1607. 
Perg. 

945.  Revers  des  Hans  Christoph  Kratzer  und  des  Zacharias 
^<jn  Erkcnbrcchlshausen  in  einer  Erbschaflssache.  1607. 
Perg. 

946.  Tauscbbrief  des  Johann  Bergkman  und  der  Ehefrau  des 
Endres  KeulTer  zu  Amberg  wegen  eines  Hauses.   1612.  I'erg. 

947.  Lehenbrief  des  Pfalzgrafen  Friedrich  bei  Rhein  für  Hans 
Joachim  .Mendel  über  die  Höfe  zum  Bischolberg.  1615. 
Perg. 

948.  Lehenbrief  des  Stifts  und  Klosters  li'astl  für  Johannela, 
verw.  (iralin  von  Ortenburg  über  Atzenreulli.   1617.  Perg. 

949.  Lehenbrief  des  Pfalzgrafen  Maximilian  bei  Rhein  für  Georg 
,\dam  Reng  über  den  halben  Zehnten  zu  .Ahornberg. 
1623.     Pap. 

950.  Saalbuch  der  llofmark  ilofgiebing  im  Rentamt  Landshut. 
1625.     Pap. 

951.  Verzichtliricf  des  Johann  Friedrich  Horwart  von  Hohen- 
burg  zu  Schwindegg  für  den  Pfalz^rafen  Albrecht  bei 
Rhein  über  die  Hofmark  Schwindegg.     1627.     Perg. 

952.  Ehevertrag  des  Hans  Joachim  Mendel  von  Steinfels  auf 
Lintach  mit  Susanna  Elisabetha  geb.  .Mendlin  von  Ge- 
mündt.      1627.     I'erg. 

953.  Wappenbrief  Ferdinand  II  .  romischen  Kaisers,  für  Chri- 
stian  Goliel.      Ui28.     Perg. 

954.  Wappenbriel  Ferdinand  II.,  romischen  Kaisers,  für  Chri- 
stian Gobel.     1628.     Neuere  >idiniierle  Papierabsehr. 

955.  Leheiibrief  des  Landgrafen  .Maximilian  .\dam  zuLeuchlen- 
berg  für  (icorg  Adam  Iteiig  zu  Keunialb  über  den  halben 
Zehnten  von  Aliornberg.     163U.     Perg. 

9.56.  Incolatsbrief  des  riimisehen  Kaisers  Ferdinands  111.  für 
den  Übrislwachlmcislcr  Ernst  von  Fcldhoven.  1636.  Neuere 
vid.   Papierabsehr. 

957.  I.chcnbricf  des   Freibcrrn  Johann  Fraiiciscus  zu  Allen-  und 

Neuenfraunhoven  lur  Christian  (lobel  von  und  zu  llol- 
gielung  über  din  Rnpoltcnhof  zu  Dielermaning.  1642. 
Perg. 

958.  Lehenbricf  des  Bischofs  Albrecht  zu  Regensburg  für  Lud- 
wig F'ederl ,  Pfleger  zu  Eylting,  über  den  halben  Zehn- 
ten zu  Trusching.      1647.     I'irg. 

959.  Lehenbricf  des  Bischofs  Willielm  zu  Hegensbnrg  für  Lud- 
wig Federl,  PflegiT  zu  Eytting,  über  den  halben  Zehnten 
zu  Trusching.     1650.     Perg. 

960.  Fünl    Pergamenturkiinden   aus   den  Jiihrt  n    166.5 — IC.96. 

961.  Vier  l'apleriirkunden  aus  den  Jahren   1666 — 1694. 


159 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulschcn  Vorzeit. 


160 


962.  Ein  Faszikel  niil  i«  Urkunden,  grofstentheils  Wappen- 
briefen ,  sänimllich  aus  dem  18.  Jahrhundert,  darunter 
i  Prrganienturkunden. 

963.  Drei   Pjpierurkunden  aus   dein  19.  Jahrhundert. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Ernst  «fc  Kom,  \erlagsbuchhandl..  In  Berlin: 
.5019.    F.   ,\.  Ritter,   die  Klnslerkirrhe   iiuf  dem  Peter.sherge   hei 
Halle.     1857.     gr.  2. 

5020.  A.  Stiller  und  L.  Lohdo .  die  .\li|ei  -  Kirche  lu  Werden. 
iH.iT.     ZT.  2. 

J.  L.  Schmid's  Verlag  in  Kurnhers: 

5021.  (j.  W.  h.  Lorhner,  die  Einwohnerzahl  der  ehemaligen 
Reichsstadt  >urnherg.     1857.     8. 

5022.  üers.,  die  Urkunden  der  Monuni.  Zollerana  Frankisclur 
Linie  nach  den  wichtigsten  Beziehungen  zusainmenge- 
stellt.     1858.     8. 

.5023.    J.  Sax,    (iesch.   des  Hochslifles  und   der  Stadt   Eichsladt. 
1858.     8, 
Soci6te  d'histoire  de  laSuisse  romande  in  Lausanne: 
501^4.    Llics.,    meiiiuucs    et   doLll^R•nt^.      1.   .\111.   u.   .\IV.      1853 
u.   1857.     8. 
C.  J.  H.  E.  Edl.  V.Braun,  herzogl.  Sachs.-Altenb.  wirkl. 
(ielieimrriilli,    cn   Alleiiliurg  : 

5025.  Der.-.,  Skizzen  aus  dem  diploinat.  Leben  u.  Wirken  des 
Sachs.-Altenb.  (jesandtcn  am  Weslphal.  Friedens -Con- 
gresse,  Wolfg.  Conrad  v.  Thumshirn.     1858.     8. 

5026.  (Dcrs.J,  Aphorismen  aus  den  Geschaftsnia.xinien  und  Er- 
fahrungen eines  iMiiiisIcrs.     0.  J.     8. 

5027.  Dirs  .   iilirr   «las   .Nordlicht.      1857.      8.' 
E.  Wengler,   Buihhandl  ,  in   Leipzig: 

5028.  L.  Elkan,  Album- Bialler  im  iiiillclallerl  Style.  5.  Uli 
(1«5«.|     •>. 

Job    Thomann'sche  BuohhdI.  m  Lamlshm: 

5029.  A.  iNiedermajer,  Künstler  und  Kunstwerke  der  Stadt 
Reginshurg.      1857.     8. 

L.  F.  A.  Zeulmann  m  Bedwitz: 

5030.  iL.  C.  V.  WnliluTMj  lli-loria  ^l>rilllller^e^sis  iliplomalica. 
1738.     2. 

.5031.    Der  Bote  aus  den  6  Aemlern.    Nr.  18  d.  J.  1853— 58.  4. 

LÜBt,  Advocal,  in  Straubing: 
5032.    (i.    Kolb,    hislor.    ^achrirlllc■ll    iiber    Straubings    ehemal. 
VerkehrsverhUltnifse.     1858.     8. 

J.  A.  J.  F.  Weber,  Schullehrer,  in  Tuchenbach: 
.5033.    .M.  T.  liccroni»  ofnciorvin  Lib.  III.  etc.     0.  J.     8. 


Herrn.   Härtung.   Vcrlagslnichhill..   in   Leipzig: 
5113  I     K.   I'rii  r.   Z tzc  z.  Literatur  der  FaiKtsace 


18,^ 


8. 


Dr.  Ad.  Kuhn,   Professor,  in   Rirlin  : 
5035.    Der»  ,    d.  iiivlhen    von    der    herahlinliiiii.'    des    leiiers  bei 
Indnüeriiianen.     18,58.     4. 

W.  Besser's   Nerlngsbuchhdl.  (Kranz  Diincker)   in   Berlin: 
5030.    Die  (ieschichlschrriber    der   deutschen    Vorzeit    in    deut- 
scher Bearbeitung.     32 — 34.  Lief.      1857.     8. 


C.  Siegert,  k    Bczirksgir- Anwalt,  in  Traunstein: 
5037     iDer.'i.),  Seen   in  Oberbayern.     1856.     8. 
G.  Franz,  ßuchhdi.,  in  München: 

5038.  E.   A.  Quitzmann,    Abstammung,   Ursitz  und   iiltesle  Ge- 
schichte  iler  Baiwaren       ls,57.     8. 

H.  L.  Brönner,  VerlagsbuchhdI.,   in   Frankfurt: 

5039.  h.    Öimrock,    die    deutschen    Volksbücher.     7.-9.    Bd. 
1850—56.     8. 

Verein  zur  Ausbildung  der  Gewerke  in  München: 

.■|(UI>.    D.Ts.,   Z.-it.-dirin.      VIII.    1.      IH.-jS.      2 

Histor.   Verein   v.   Oberpfalz  und   Regensburg    m 

Regciisburg  : 
5041.    Ders.,  Verhandlungen.     18.   Bd.     18.58.     8. 
Hist   Verein  in  Mittelfranken  in  Ansbarh: 

:>(){■>.     Dcrs.,   25.   Jahresbericht.      1^57.      4. 
S.  G.  Lieaching,  VerlagsbuchhdI..  in  Suuigart: 

5043.  Ullilas.     Die    heiligen  Scliriften    allen   und    neuen   Testa- 
inenls,  v.  H.  F.  .Mafsmann.      1857.     8. 

5044.  K.   V.   Raumer,   (iesch.   der  Pädagogik.  3.  Aufl.   1H,^7.  8. 

5045.  Martin   Lulber,   geisll.  Lieder.  Ilerausgei;.  v.  Ph.  Wacker- 
nagel.    1848.     4. 

5016.     Ollrieil  von  Weifsenburg,   Evangelieiilmrh.    Ucbcriragen 

V.  G.  Rapp.     18.58.     8. 
.5047.    Heliand.     Ueberlragen  v.   G.   Rapp.     1856.     8. 
5018.    Die  Heilslehre  der  Theologia   deutsch.     Von  F.   G.  Lisco. 

1H57.     8. 
.5049.    Job.  Heerniann,    geislliclie    Lieder,     licrausgeg.    v.    Ph. 

Wackeruagel.     1856.     kl.  8. 
.5050.    M.   V.   Engclbardl ,    Valentin  Ernst  Löscher   nach  seinem 

Leben  und   Wirken.      1856.     8. 

5051.  G.   Schwab,  die  schönsten  Sagen  des   klassischen   Aller- 
thnms.     3  Thie.     1858.     8. 

Bauer  &  Raspe,    Verlagsbuchhill.  iJul.  .Merz),    in  Kürn- 
bcrg : 

5052.  Zeitschrift  für  deutsche  Kullurgesch.    Herausgeg.  v.  Job. 
Muller  u.  Job.  Falke.    Februar-  n.  Aprilheft.    1858.    8. 

Alex.  RolfTs,   Amtsassessor  a.  D.,   in   Emden  : 

5053.  Ders.,   Bilder  und  .Skizzen  aus  IVordernei.     1854.     8. 
L'Institut  historique  in  Paris: 

;i(l.51.    I.lnvcsiigaleiir.     f.  VII.    111.  Sf^rie.    278  u.  279.  Livrais. 
1858.     8. 
Verein  f.  Gesch.  der  Mark  Brandenburg  in  Berlin: 

5055  Riedels     Cod.     diplmii,     l'rancienliiir^ciisis.      I.     Ilaiipllb. 
14     Bd.,   1857;  II     llaiipuli.     (i.   Bd.      1S.5S.     4. 

Mey   11.   Widmayer,   Kunst-  u.  I.andk.-lldl.,  in  Munclicn: 

5056  J.   Ilril/inaiiii.    I'orlrails-Calalog.      1858.     8. 

Falcke   u.   RÖfsler,   VerlagsbuchhdI.,  in  Leipzig: 
51157.    E    \\  elliT.   ilie  falschen  u.  fingirlen  Druckorle.   18,58.  8. 

Weidmann'sche  BucbhdI.  in   Berlin  : 
.5058.    G.   Waitz,    LUIui  k    iuiIit    Jürgen    Wiillen«c»ir.     3   Bde 
1855— .56.     M. 
Carl  RUmpler,   BucbhdI.,   in   liannover: 
5059.    Weiniarisches    Jahrbuib.     Heraii.sgeg.    von    Huirmnnii    v. 
Fallersleben  u.   Osk.   Schade.    4.-6.   Bd.    18.56—57.    8. 


161 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


162 


Commission  z   Herausgabe  bayr.  Quellenschriften 

in  Munchi'n  : 
5060.    Oue"«""  ""■'  Erörterungen  t.  bajer.  u.  deutschen  Üesch. 
Quellen       II.   Bd.      1.   Ablli.      III.    Bd.     1.   Ablh.,      V,   Bd. 
1857.     8. 
Franz  Kindscher,  Olurlehnr,  i»  Ztrbst: 

5ü«)l      l'Llir  Bi  (Im  r,   Zirlislir  l'lirunik  zum  ersicnmal  herausgeg. 
von  F.  Kindsohcr.     I.  Hälfte.     1858.     4. 
H.  Ph.   Cappe,  Crivaliur,  in  Dre-sden  : 
Ö0»)2.    Di-r«..    die  Munzi-n  <ltT  deutschen  Kaiser  u.  Kunise  des 
.Millelaliers.     3.   .\bth.     1857.     8. 
Dr.  H.  F.  Knothe  in  Zittau: 

5063.  Ders.,  Carl  Friedrich  Krelschniann  (der  Barde  Khingulph). 
185«.     -1. 

O.  F.  H.  Schönhuth,  Plarrer,  in  Edelfingen: 

5064.  Götz  villi  Berlithinsen,  Leben,  Fehden  u.  Handl.,  heraus- 
graebin  v,  0.  F    H.  Schimbuth.     1858.     kl.  8. 

Jos.  Niemetschek,   .\rzl,   in  Falkenau  : 

5065.  Verzii,  bri.  aller  dem  egerer  chirurgischen  Uremio  ge- 
hörigen  Bücher  und  Inslrum.     1837.     8. 

Nie.   V.  Urbanstadt ,    K.    K.    Finanzbczirkscommissär,    in 
Egir: 

5066.  V.   .Mach,  ein  Beitrag  zur  Gesch.  Egers.     1857.     4. 

5067.  Seiler -Gesellen  Handwerks- Gewohnheit.     Üefekt.     8. 

5068.  Zuruf  eines  Böhmen  an  seine  Landsleute  zur  Zeit  der 
drohenden   Gefahr  der  niorgenl.  Brechruhr.     0.  J.     8. 

5069.  Der  Volksfrcund.  Jlcrausgeg.  v.  F.  A.  Pabst.  2.  Jahrg. 
8.  St      1811.     8. 

5070.  Mandat  u.  Aufgebot  Kai.«;.  Budolplis  II.  zum  Tiirkenzug. 
1594.     gr.  i|u.  2. 

Städtisches  Archiv    durch  Archivar  Or.  Ennen)  in  Köln: 

5071.  6   Drdiii  liiiniri.   hiiln   liclreflend.      1749  u.  o.  J.     2. 

5072.  Kewe  Ordnung  Eines  Erbaren  Haths  mit  Zuthun  der 
Vier  und  Vierizigcn  ijber  Annehniung  der  newer  Bür- 
geren etc.     1615.     4.     2  E-vpl. 

5073.  Copiae  hinc  inde  ergangener  Edictcn,  Den  fürgcnone- 
mencn  Baw,  erweilerung  vnd  befestig,  zu  Miihlheim  be- 
langent.      1612.     4. 

5074.  Glaubhafllte  .  .  Copey  der  Rom.  Keys.  Mayst.  public.  Vr- 
theil :  Die  Licentcn,  .Aliihlhcimischen  Bav\  etc.  belrelT. 
1612.     4, 

.5075.  Abdruck  .  .  der  .  .  Stadt  Kulu.  Fundamental- Vertra- 
gen oder  sogen.  Verbund  u.  Traiisfix -Briefen  v.  d.  J. 
1396  u.  1513.     fl7«4.)     4. 

5076.  Rolle,  was  man  den  Kuhrleuthen  von  Holtz,  Wein  vnd 
Stein  in  die  Slalt  aulT  zu  fuhren  zu  zahlen  .«cbiildig  sey. 
1593.     8. 

5077.  Verbot  Kaiser  Karls  V.  fijr  den  Papst,  den  König  von 
Frankreich  und  die  Venediger  wider  ihn  oder  des  heil. 
Reichs  Verwandten  zu  Felde  zu  ziehen.  Mandat  von 
1526.     2.     2  Ex. 

507M.  Fuhrloii ,  was  von  der  .MUllengassen  in  die  Statt  Wein 
uuff  zu  tUlircii,  zu  zahlen  sihuldig  seye.  Mandat  von 
1593.     gr.  2. 

5079.  Fuhrion  wa.«  von  der  Weingassen  vnd  Killzengrabcn,  in 
die  Stadt  Holtz,  Wein  vnd  Stein  aufT  zufuhren,  zu  zahlen 
scbiddig  seye.      Mandat  von    1593.     gr.  2.     2  En. 


5080.  Erlafs  des  Burgermeisters  und  Raths  der  Stadt  Köln 
wider  Lästerworte,  Schworen,  schmaheliche  wort.  Brieff, 
Druck,  Famofs  conterfeytung  vn'  Libell.     0.  J.     2. 

50S1.  Erlafs  des  Raths  (der  Stadt  Köln)  gegen  die  wegen  des 
in  den  benachbarten  Landen  entstandenen  Krieges  häufig 
vorkornniem'en    U  eilen.      1610.     2. 

5082.  Erlafs  des  Kaths  der  Stadt  Kuln  in  Bezug  auf  den  Ver- 
kehr und  gegen  aufredende  Verlaumdungen  und  .\n- 
achläge.     1646.     2. 

5083.  19  Schriften  und  Mandate  neueren  Inhalts.  Versch.  J. 
und  ¥. 

Schniziein,  Professor,  in  Erlangen  : 
,5084.    Verzeicbnifs  von  Jahrtagen.     Pergmtblalt.    14.  Jhdt.     2. 

Dr.  K    H.  FunkhÄnel,    Hofrath    u.  Director  des  Gymna- 
siums zu  Eisenach  : 
508.").     Witzsch  •!.   das   Fest  der  Sonnenwende.     1858.     4 

C.  Becker,   k.   preufs.  Steuerinspector,   in  Würzburg  : 

5086.  .\rchiv  des  h.  Vereins  f.  d.  Untermainkreis.  2.  B.  1.  u. 
2.  H.     1''.33-34.     8. 

Martin  V.  Beider,  Professor,   in  Bamberg: 

5087.  Bericht  über  das  Wirken  und  den  Stand  des  (Jewerbe- 
\  ereines  zu   Bamberg.     1857.     8. 

J.  Ch.  W.  Vogel,  Buchhdl.,  in  Leipzig: 
.5088.    W.    Wachsmuth ,     europäische    Sittengeschichte.     5  Bde. 
1831-39.     8. 

H.  Laupp'sche  Buchhdl.  in   Tubingen: 

5089.  C.  J.  llefele,  Gesch.  der  Einfuhrung  des  Christenthums 
im  südwestl.  Deutschland.     1837.     8. 

5090.  Ders. ,  kritische  Beleuchtung  der  J.  H.  v.  Wessenberg'- 
schen  Schrift  über  die  grofsen  Kirchenversanimlungen 
des   15.   und    16.   Jahrh.      1841.     8. 

,5091.    C.  Pelargus,  Gesch.  der  Abtei  Cluny.     1858.     ,8. 

H.  Costenoble,  VerlagshdI.,  in  Leipzig: 

5092.  G.   V.  Schmid,   bist.  Taschenbuch.     1851.     8. 

Decker'sclie  geh.  Ober- Hof- Buchdruckerei  in  Berlin: 

5093.  F.  Piper,  Karls  des  Gr.  Kalendarium  und  Oslertafel. 
1858.     8. 

5094.  F.   Bafsler,   Auswahl  allchristl.  Lieder.     1858.     8. 

5095.  Alfr.  v.  Reuinont,  Beitr.  zur  Italienischen  Gesch.  1.  bis 
6.  Bd.     1853-57.     8. 

5096.  Stammbuch  der  Herzogin  Anna  von  Mecklenburg.    1836. 

G.  H.   Wigand,  VerlagshdI.,  in  Guttingen  : 

5097.  l".  W.  M.  (irein,  Bibliothek  der  angeUachs.  Poesie. 
I.   Bd.      1857.     8. 

5098.  Der.s.,  Dichtungen  der  Angelsachsen,  stabreimend  über- 
setzt.    1.   Bd.     185T.     8. 

Fr.  Vieweg  &  Sohn,  VerlagshdI.,   m   Braunschweig: 

5099.  A.  Rosengarten,  die  architektonischen  Stylarlen.  1857. 
gr.  fl. 

Jos.  Max  U.   Comp..    Hm  IiIhII  ,   in    Breslau: 

5100.  <;.  A.  Sluiizcl,  Urkunden  zur  Gesch.  de.-.  Bi^thums  Bres- 
lau im   Mittelalter.      1845.     4. 

51l»l.  E.  Th.  (Jaupp,  von  Fehmgerichlcn  niil  be«ond  Rück- 
sicht aul  Schlesien.      1^57       **. 


163 


Anzeiger  lür  Kiindn  der  deutschen  Vorzeit. 


It)4 


5102.  J.  C.  H.  Si'hmeidliT,  die  cvanp.  Haupl-  und  Pfarrkirche 
111  Sl.  Elisabelh.     1857.     8. 

C.  J.  Klemann,  Vcrlagshdl.,  in  Berlin: 

5103.  E.  Duller,  die  Gesch.  des  deulsrlicn  Volkes  ''■.  Aufl. 
(1857.)     8. 

Herrn.  Böhlau,  Verlx^shdl.,  In  Weimar: 

5104.  .\.  Schleicher,  Litauische  Märchen,  Sprichworle,  Raihscl 
und  Lieder.     1857.     8. 

5105.  G.  Schöne,  Kurdinallega  hiino.  Bi.<(hiif  viiii  Pr;incsle. 
1857.     8. 

5106.  K.   Kuhler,  alle   Bcrgmannslieder.      1858.     8, 

äl(*7.  IVove  conslilutioncs  dnmjni  .\ll)erli,  d.  i.  der  Landiriede 
V.  J.  1235.  .Mil  d  Glosse  des  ISikol.  Wurm  licrausgeg. 
V.  Hugo  Böhlau.     1858.     4. 

5108.  \V.  Genasi,  Florian  Geyer.     Trauersp.     1857.     8. 
TrO'witZSCh    <fe    Sohn,    Mofhuchdruckcrei.    in    Frankfurt 

a.   d.  ().: 

5109.  .Monatsschrift  Pur  deutsches  Städte-  und  Genieindewescn, 
heraiisgps;.  v.  A.  Piper.     IV,  4.     1858.     8. 

Franz  Köhler's  BuchhdI.  (Karl  Aue)  in  Stuttgart: 

5110.  F.  F.  Faher,  die  württenih.  Familien-Stiftungen.  14. — 
20.  Heft.     1857.     8. 

Gust.  Hempel,  VerlagsbuchhdI.,  in  Berlin: 
Olli.    Das    Sächsische    Weichbildrecht.      Herausgeg.    v.    A.    v. 
Daniels  u.   Fr.  v.  Gruben.     1.  u    2.  Lief.    1857  u.  58.    4. 

1.  G    Müller,   Antiquar-,  Kun.'^l-  u.  LandkarihdI.,  in  (iotha: 

5112.  ('.    P..l;i.k,   die  Schanenhiirg.      18.58.     H. 

C.  B.  Lorck,  BiichhdI.,  in  Leipzig: 

5113.  r.  F.  Allen,  Gesch.  der  dänischen  Sprache  und  Nalio- 
nalilHl.      I.  Thl.     1857.     8. 

Otto  Meifsner,  Budibdl.,  in   Hamburg: 

5114.  M.   Wanner,  Gesch.  des  Klettgaues.     1857.     8. 

Landes- Industrie -Comptoir  in  Weimar: 

5ll,"i.  .\.  Scholl,  Weimar^  .Mirk\Mirdi;;keiten  einst  und  jetzt. 
1857.     8. 

Allg.  deutsche  Verlags- Anstalt  in  Berlin: 

5llfi.  lioriilicrg  s  Zril.^c  linft  lur  praktische  Baukunst,  redig.  v. 
K.  hnolilanch.  Jahrg.  1H57,  II.  7—12,  Jahrg.  1858, 
H.   1-3.     2. 

5117.  Schiller»  Briefe.     2.  Aufl.     4.-12    Lief.     0.  J.     8. 

5118.  (;„the's  Bri.fc.      1.— ß.   Lief.     0.  J.     H. 

Du-Mont-Schauberg'sche  BuchhdI.   in   Köln; 

5119.  Organ  Tür  christl.  Kun<l,  herausgeg.  u.  redig.  v.  Fr. 
Baudri.     VIII,  Nr.   K  u.   7.      1H58.     4. 

Fr.  Commer,   k.  pnufs.  Musikdirector,  in  Berlin: 

5120.  Den.,  collertio  operum  musicorum  Batavorum  saec.  XVI. 
Tom.   X\.     ftS.'i?.)     2. 

K.   k    Centralcommission   z.   Erforschung   u.  Er- 
haltung der  Baudenkmale  m  Wien: 

5121.  Di.s.,  .MmlHiInngin.  Id  .lakl.ur:  K.  Weifs.  III.  .M;irr. 
18,58.     4. 

Polytechnischer  Verein  in  Wünburg: 

.'.122.    Dir,.,   Wchenschr.ri       \III,   i>r.    10-13.      1858.     8. 


Histor.  Filialverein  in  A'cuburg: 

5123.  I'ollcctaneen-Blatl  für  die  Ge<ch.  Bayerns.  22.  u,  23.  J;ihrg. 

1856  u.   57.     8. 

Dr.  Saufse,  Prorector,  in   Guben: 

5124.  Il(r.-,   .lie   Kccht.4)iicher  der  Stadt  Guben.     185S.     4. 

Dr.  Schallern,  prakt.  Arrt,  in   fturnberg: 

5125.  G.  A.  Will,  Gesch.  u.  Beschr.  der  Ntirnbergischen  Uni- 
versität Altdorf.     1795.     8. 

5126.  Beschr.  d.  Loch -Gefängnifs  in  iVürnberg  und  Speciliea- 
tlon  was  dem  Loch-Wirlli  bey  einem  zum  Todt-Ver- 
urlheilten  die  drey  letzten  Taae  zukommt  elc.  Pap.- 
Hdschr.      18.  Jahrh.     8. 

Brendel,   Haufmann,   in    Berlin  : 

5127.  P.  lierlii  romnientariorvm  rerviii  gerinanicarMii  libri 
tres.      Ifi32.     qu.   4. 

5128.  J.  .\.  Bernhard,  antiquitates  Weltcraviae.     1731.     4. 

5129.  M.  Hank,  de  Silcsiorum  rebus  ab  a.  Chr.  550  ad  1170. 
exercitaliones.      1705.     4. 

5130.  Job.  \>üM,  pulit.  Gesch.  des  Eichsfcldes.  1.  u.  2.  Bd. 
1792—93.     4 

5131.  Hort.  Pallauicini,  Avstriaci  Caesarcs  .Maria  .\nnae  .  . 
reginae  in  dolale  avspicivm  exhibiti.     1649.     4. 

5132.  Hadr.  Barlandi  Dvcvni  Brabantiae  chronica.     1600.     4. 

5133.  .M.  Luther,  F;in  SendbrielT  an  die  ersamen  vnd  weysen 
Herrn  Bursermevster  .  .  .  der  Stadt  .Mülhausen.    1524.   4. 

5134.  Ders. ,  Ain  t'hristlicher  Seiidbryeflf  .  .  an  den  Fürsten 
Karolo  hcrizog  zu  Sophey.     1524.     4. 

5135.  St.  A.  Wiirdtwein,  siibsidia  diploniatica.  Tom.  II,  IV, 
V,  VI,  VII,  XII,  XIII.     1773-80.     8, 

5136.  Ders.,  nova  subsidia  diplom.  T.  I,  III,  VIII,  IX,  X,  XI. 
1781—88.     8. 

5137.  Niculai  Henelii  ab  Heniuiireld  lircslographia  rciiovata 
mullis  partibus  auctior.  Pap.-Hdschr.  17.  u.  18.  Jahrh. 
799  Stn.     4. 

5138.  Von  Schlesien  vor  und  seit  dem  J.  1740.  1.  u.  2.  Tli. 
1785.     8. 

Histor.  Verein  von  Unterfranken  u.   Aschaffen- 
burg  in   Wurzburjj: 

5139.  Ders.,  Archiv.     XIV,  2.     1857.     8. 

C.  A.  Sonnewald's  Buch-  u.  Knnsthdl.  in   Stuttgart: 

5140.  Wildbad  und  seine  Umgebungen.     2.  Aufl.     1h57.     8. 

B.  G.  Teubner,  Vcrlagshuchhdl.,  in  Leipzig: 

5141.  M.   Büdinger,  Österreich.   Geschichte.    1.  Bd.     1858.     8. 

5142.  C  H.  Kichter.  die  Herrschaft  .Muhllrolf.     1857.     8. 

Dr,  Rob.  Haas,    Dircclor    d.    publicislischen    Bureaus,    in 
\\  M-sliailrn  : 

5143.  Ders.,  Hheingaucr  Geschichts-  n.  WCm- Chronik.  1854. 
qu.  4. 

.'il4l.    Der«.,  Wiesbadener  Ciirknlendcr.    3.  Jahri;.    .Mit  Adrcfs- 

handbuch.      1R56.     8. 
5145.    Ders.,  illustr.   Wiesbadener  l'urkalcnder.  6.  Jahrg.   1857, 

und  Cenlralblatl    des    deutschen    Cur  -    und    Badelebcns. 

i\r.  7.      1M58.     4. 


165 


Anzeijjer  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


lÖt) 


III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung. 
Gesellschaft  für  bildende  Kunst  u.  vaterl.  Alter- 

thümer  m   Kmden: 

2260.  Abkliilsch    dir   lirabplallu    des   Priesters   Hcriii.   Wessel 
iD   der  rifiirni.   Kinhe  tu  Emden. 

L.  F.  A.  Zeulmann  jh  Redwiiz: 

2261.  Zwei  Siebtel  vom   16.  ii.  i>*.  Jhdl. 

Sigmund  Freih.  v.  Fürer  in  Kürnberg: 

22t)2.     II    (>ri;.'in:ilsicyel   \.    IJ.  Jhdl. 

Dr.  Andresen  in  A'Ornberg: 

2'2(i3.    (Jrundrifs  der  .St    .)Iiir(U#kirilie  in  Venedig. 

2264.    Die  l'assion  Chrisli.   Kn|)fcriti(he    eines   ungen.   .Meisters 

V.  16.  Jhdt.     12  Bltlr. 
2263.    .S   Pr(is|iocle.   Kuplerslicbe  v.   18.  Jhdt. 

Ein  Ungenannter  m  Nürnberg: 

2266.  .M»ria    mit   dem  hinde.   Kplrst.    nach  A.  Dürer  von  van 
Steen. 

Weber,  Lehrer,  in   Tuclienbach: 

2267.  Kleiner    Todtenkopl    von    Eirenbein,    von   einem  Rosen- 
kränze. 

2268.  Kutsche    mit    sechs   Pferden ,    aus   Ellenbein    geschnitzt, 
in   einer  gleichen,  zolllangen  Büchse.     18.  Jhdl. 

C.  Siegert  in  Trostberg: 

2269.  Zeichnung   nach    dem   Grabmale    des   Pfaligrafen    Aribo 
zu  Kl.  Seon. 

Ein  Ungenannter  in  >ürnberg: 

2270.  Theil    eines    Siikr;iiiient-;hause^,    Federz.    aus  Jl.  Schön's 
Schule. 

H.  Weingärtner,   hnulmann,   in   .'Nürnberg: 

2271.  Kini'  snclis.   iiiiil  eine  stralsburg.  Silbermünze  v.  16.  Jhdt. 

Priem,   Literat,   in  Nürnberg: 

2272.  Silbermunze  von  K.   Ferdinand  111. 

C.  Becker,  kgl.  preuls.  Steuerinspektor,  in  Mürzburg: 

2273.  Lederne  Feldflasche  vom  16.  Jhdt. 

2274.  8  Kopie  aus  T.  Kienieuschneider'schen  Werken  in  Gyps- 
abgul's. 

2275.  üypsabgufs  eines  Liivvenkopfcs  mit  Thürring    vom  Dome 
zu   Wurzburg. 

Voit,  Rosolilabrikanl,  in   i>urnberg  : 

2276.  2  Handorgeln   vcun   16.   u.   17.  Jhdt 

Otto  Freih.  V.   Aufsefs,  (»bergrenzkontroleur,  in   \>ald- 

sassien : 

2277.  Aufgel'undencs  kleines  Hufeisen. 

2278.  Sill)erniünze  Ton   K.   Ferdinand   II. 

Nie.  Urban  von  Urbanstadt,   k    k.  Fimmzliezirkscom- 
missar,   in   Kger: 
2270.    2   Uriginalsiegel   vom    16.  Jlidt. 

2280.  3  Lackalldrücke    >un    alleren  und  neueren  Siegelstucken 
der  Stadt  Biiiliau. 

2281.  4  Lacknbdrücke   \»n   >led:iill.n  des   17.   u.   IS».   Jhdts. 


Jos.  Niemetschek,  prakt.  Arzt,  in  Falkenau: 
22^2.    2  Aliilnii  kl-  vun  Siegeln  des  Elbogner  chirur.  Gremiums. 

Jos.  Hällmayer,  Starkmacher,  in  Vilshofen : 

2283.  Christus    den    heil.  Frauen    begegnend,    Relief    aus  Bein 
V.   18.  Jhdt. 

Schaller  in  Nürnberg: 

2284.  .Maria  mit  dem  Kinde*.  Kpfrst.  nach  A.  Dürer. 

2285.  Saturn,  Kpfrst.  von  11.  Aldegrever. 

2286.  Karte  von   Deutschland.    Federz.   von  F'r.  Oertl  v .  1  .")76. 

2287.  Ansicht    von   >urnberg,    Rndirnng  von    H.   L.  Laulensack 
V.  J.  I.'i52. 

2288.  31    BUtter,    Porträts,    .\nsichlen,    Aufzuge    u.  s.  w.    in 
Kpfrst.  u.  Handz.  vom  17.— 19.  Jhdt. 

Braunstein,   Bibliotheksgehulle  am  gerni.   Museum : 
22.''9.    .Magdeburger   Dreier  ^on   1622. 

Handschuch,   .\r(hivsgehiiire  am  gerni.   .Museum: 
2290     SchreibUunstsluck  auf  Pergament  v.   1658. 

G.  V.  Ney,  k.  b.  .Major,  in  Flaschenhof  bei  Nürnberg: 

2291.  Vierschneidige  eiserne  Speerspilze,  Ausarabung. 

2292.  30  irilene  (irabgefafse  verschiedener  Form. 

2293.  Sammlung  von  Bruchstucken  römischer  und    altgemiani- 
sclier  Gefiifse. 

2294.  9  römische,   auf  deutschem  Boden   ausgegrabene  Thon- 
lanipen  und  eine  Anzahl  von  Bruchstücken  solcher. 

2295.  Sammlung    von    Eisengerathen    und    von     Bruchstücken 
solcher  aus  einer  allgerm.   Grabstätte. 

2296.  Sammlung   von    thierischen  Ucberreslen    von    einer   all- 
germ. Begrabnifsstiilte. 

2297.  140  mittelalterliche  Originalsiegel. 

2298.  716  neuere  Lacksicgel. 

2299.  21    Stammbaume    in    Schrift,     Malerei    und    Druck    vom 
16.— 18.  Jhdl. 

2300.  72  Blätter  mit  gezeichneten  und  gemallen  Wappen   vom 
16.— 18    Jhdl. 

2301.  71   Wappen  in  Kupferstich   und  Holzschnitt   vom   16.  bis 
18.  Jhdl. 

2302.  Wappen  der  Lochner  von  Hütlenbach,  Stickerei  in  Seide 
und   Gold   vom    17.  Jhdt. 

2303.  12    llandzeichnungen    vom    18.   u.   19.  Jhdl.,    zum    Theil 
Studien. 

2304.  20   FJinzelblatler    in    Kupferstich     und    Holzschnitt    vom 
17.— 18.  Jhdl. 

Mathilde   V.  Ney  ebendaselbst: 
2:iO:i.    ll;i:iriiMilfl   villi   liriinoc,   Ausgrabung. 
Louise   V.   Ney   cbindaselbst : 

2306.  Ruiiiisches,  auf  deutschem  Buden  ausgegrabenes  Gefafs. 

2307.  Verschiedene   Glasscherben    und    Eisensplitler,    Ausgra- 
bungen. 

Emilie  V     Ney  cbemlaseliisl: 

2308.  Meines    Grabgefafs    und    2    miii.    Tlioiilnmpcii      .\ii.«gra- 
liungeii. 

Louise  Heide  (iHndasellisi: 

2309.  2  mm.  Thuiilampen      Ausgrabungen 


167 


Anzciffer  für  Kunde  der  doiitschrn  Vorzeil. 


168 


Cliniiiik  der  lüsloriscIuMi  \('iTine. 


IVachriem  wir  bis  jeUl  in  ununterbrochener  Folei-  die 
Chronik  der  hislnrischen  Vereine  so  weit  liirlgelührt  hüben, 
dafs  wir  von  ihren  neuesten  Veniffentlichungcn ,  wie  sie  in 
unsere  Hände  gelangen,  stets  sogleich  Anzeige  macheu  können, 
werden  wir,  jene  Chronik  in  regelinafsigein  Wechsel  unter- 
brechend, auch  von  den  hier  einschlägigen,  bereits  erschieoenen 
Schriften  der  Akadeniieen  der  Wissenschaften  eine  leliersicht 
und  von  den  noch  erscheinenden  eine  rei;elniafr.ige  Anzeige 
geben.  Dieser  .Absicht  liegt  keineswegs  die  .Meinung  zu  Grunde, 
als  ob  die  wissenschalllichen  Akadeniieen  und  die  Geschichls- 
und  Alterthunisvereine  in  Zweck  und  Wesen  zusamnicnfallen, 
sondern  allein  das  Bestreben,  auch  die  VerolTentlichungen  jener 
wissenschaftlichen  Korporationen,  die,  von  den  Kegierungen 
mit  Freigebigkeit  unlerslülzt,  mit  überlegenen  geistigen  lund 
materiellen  .Mitteln  arbeilen,  durch  eine  geordnete  lebersiiht 
den  Bearbeitern  und  Liebhabern  der  deutschen  Geschichtswis- 
senschaft naher  zu  bringen.  — 

Wir  beginnen  mit  den  Schriften  der  historisch  -  philoso- 
phischen Klasse  der  k.  k.  Akademie  der  Wissenschaften  zu 
Wien  und  zwar  zunächst  mit  dem  Archiv  für  Kunde  öster- 
reichischer Gesell  ichtsq  u  eile  n  ,  herau.'igegeben  von  der 
zur  Pflege  der  vaterlandischen  Geschichte  aufgestellten  Kom- 
mission der  k.  k.  Akademie,  Band  I  — XVIIl,  Heft  I,  1848- 
1857.  Dasselbe  enthalt  an  Beitragen  für  Alterthums-  und 
Münzkunde,  wie  auch  Kunstgeschichte:  Beiträge  zu  einer 
Chronik  der  archäologischen  Funde  in  der  oslerr.  Monarchie, 
von  Job.  Gabriel  Seidl;  Bd.  III,  Heft  I  u.  II.  Fortges.  in  VI, 
Heft  I;  IX,  X,  XIII,  XV.  —  Bedenken  gegen  die  gewöhnliche 
Ansicht  von  Wiens  Identität  mit  dem  allen  Faviana,  von  Ferd. 
Bbiniberger;  Bd.  III,  Hell  II  u.  III.—  l'eber  das  .Miinzrecht  der 
Fürstbischöfe  und  Erzbischcife  von  (llmülz,  von  Dr.  G.  A.  lira- 
nowitzer,  Bd.  III,  H.  III  und  IV.  —  Archäologische  Kotizen 
gesammelt  auf  einem  Ausflüge  nach  Herzogenburg,  Göttweih, 
.VelK  und  Seitenstätten,  1849,  von  Dr.  G.  Heider  und  J.  V. 
Häufler;  Bd.  V.  Heft  I.  forlses.  in  Heft  III  u.  IV.  -  Materia- 
lien zur  öslerr.  Kunstgeschiihte  mit  einer  Uebersichtslabelle 
und  alphabittisch  ceordnelem  Orieinallexte,  von  Dr.  Job.  Schla- 
ger; Bd.  V,  Heft  III  u.  IV.  —  Ueber  den  Gehalt  des  oslerr. 
Pfenniges  im  14,  Jhdt.,  als  Beitrag  des  österr.  Münzwesens, 
von  Fr.  Blumberger;  Bd.  VIII.  —  Bericht  über  die  Aullindung 
eines  uralten  Leirhcnfeldes  bei  Kettlach  unweit  Gloggnitz  und 
über  einige  andere  beuierkeriswerthe  Fundstucke,  von  Alf. 
Kittcr  von  Franck;  Bd.  XII. —  Zur  slavischeri  Kunenfrage  mit 
besonderer  Bucksicht  auf  die  oliolritischen  Kunenallerlhumer, 
sowie  auf  die  Glagolika  und  Cyrillika.  Als  ein  Beilrag  zur 
coniparativen  gernianisch-slavischcn  .Vrchaologic,  entworfen  von 
Dr.  Ignaz  J.  Hanns,  Bd.  XMII,  Heft  I.  - 

Für  die  Geschichte  der  historischen  ii.  a.  Literatur: 
Bericht  über  ilen  hislorisihen  Vorrath  im  Archive  des  Biiic- 
diklinerstiftes  Baigern  in  Mahren,  von  Gregor  Wolny;  Bd.  1, 
Hefl  V.  —  Prolog»«  Joannis  pniiperis  de  contemplaeione  ora- 
tionis.  (An  die  verwittwete  Kaiserin  Agnes,  .Mutter  Kaiser 
Heinrich's  IV.  gerichtet),  niilgetheill  von  Fr.  Richter;  Bd.  III, 
H.  III  u.  IV.    —    Die    Bibliothek    iIcs    Stiftes    Kloster- iVeuliurg, 


ein  Beilrai;  zur  österr.  Literaturgeschichte ,  von  Dr.  H.  Joseph 
Zeibig,  Bd.  V,  II.  II.  —  her  Austriacuin  1853.  von  W.  Wal- 
tenbach:   Bd.   XIV.   — 

Fiir  die  K  ech  tsgeschichle:  Eine  Bulle  des  Papstes 
Bonifaz  IX.  vom  2.  Juni  1399,  als  Beilrag  zur  österr.  Recbts- 
ffeschichte  (aus  dem  Eisenbuche  im  Wiener  Stadtarchive),  er- 
läutert von  Dr.  Böfsler,  mitgeth.  von  J.  E.  Schlager.  —  Einige 
Dorfweisthünier  (Bau-  und  Bcrgteidinge  i  ans  Mahren;  von  P. 
Hiltor  von  Chlumecky,  Bd.  XVII.    — 

Für  die  Geschichte  ad  elidier  Geschlechter  und 
einzelner  Adelichen  in  Oeslcrreich:  Zur  Geschichte  des 
öslerr.  Frciherrngeschlechts  der  Eizinger  von  Eizing.  Auszüge 
aus  einem  Diplomatarium  dieses  Geschlechtes,  1438 — 1450; 
milgetheilt  von  J.  Chiiiel,  Bd.  I,  H.  II.  Fortges.  in  H.  V,  bis 
l.'ibl  ;  die  Dynastie  von  Hagenau,  .Milstifter  der  Abtei  Seiten- 
statlen  in  Oesterreich,  von  J.  E.  Bitter  von  Koch -Sternfeld, 
Bd.  I,  H.  IV.  —  Von  dems.  ebenda:  Die  Sarchili  und  Schar- 
sach im  Hause  Piayen -Beilstein;  —  die  dynastischen  Zweige 
von  .Moosbach  und  Mang.  —  Heinrich,  Graf  von  Hardeck, 
Burggraf  von  Duino,  Jude.x  provincialis  in  Oesterreiclj,  f  1270; 
v,Mi  Fr.  Firnhaber;  Bd.  II,  H.  II.  —  Die  Grafen,  .Markgrafen 
und  Herzöge  aus  dem  Hause  Eppenslein;  von  Karlmann  Tangl, 
Bd.  IV,  II.  II,  Fortges.  in  Bd.  XI  u.  XII.  -  Die  Jugend-  und 
Wanderjalire  des  Grafen  Franz  Christoph  von  Klievenhiller  nach 
seinen  eigenen  .Aufzeichnungen,  milgetheilt  von  Jodok  Stülz; 
Band  IV,  H.  HI  u.  IV.  —  Von  dems.  ebenda:  Einige  Bemer- 
kungen zu  dem  Aulsalze  des  Herrn  Prof.  Tangl,  belrertend  die 
(iralen  etc.  aus  dem  Hause  Eppenslein.  —  Fünf  genealogische 
Tabellen  lirolischer  Adelsgeschicchler,  von  hogl  in  Brixen; 
Bd.  V,  H.  II.  —  Ein  Beilrag  zur  Geschichte  der  Laniberge  in 
Steier,  von  Fr.  Xaver  Pritz;  Bd.  VII.  —  Die  >orgeschichte 
der  Dynasten  von  .Miirzlhal  und  Eppenslein,  von  J.  E.  Riller 
von  Koch-Stcrnfeld;  Bd.  VII  —  Die  Familienchronik  der  Beck 
von  Leopoldsdorf,  von  Dr.  J.  H.  Zeibig;  Bd.  VIII.  —  Ueber 
den  Grafen  Ulrich  von  Scliaunburg,  den  angeblichen  Erzieher 
des  Herzogs  Kudolf  1\.  von  Oesterreich,  von  Jod.  Slulz; 
Bd.  Vlll.  —  Die  Grafen  von  Pfannberg,  I.  Ablh.  bis  1237; 
von  Dr.   K.   Tangl,   Bd.  XVII.  II.  Alith.,  Bd.  Will.  - 

Zur  Geschichti'  der  Slädte,  insbesondre  in  Oesler» 
reich:  Pater  Bernhard  Bruligs  Bericht  über  die  Belagerung  der 
St.  Wien,  1683,  milgetheilt  von  Bcda  Dudik:  Bd.  IV,  IL  I. 
Fortges.  in  dess.  Bds.  Heft  III  u.  IV.  —  Dreizehn  Urkunden 
über  die  Verpfandung  von  St.  Polten  iinil  M.iiitern  an  den 
liimig  Mallliias  Corviniis,  1481,  nebst  einigen  andern  Beilragen 
zur  Gcscliirhte  iler  Stadt  St.  Pidten,  von  Tli.  Mayer;  Bd.  VI.  — 
Salzburgische  Marklordniingen.  Beitrage  zur  Kenntnifs  der  mit- 
telalterlichen Gesetzgebung  und  der  frühern  Zustände  über- 
haupt. Aus  einem  dem  .WL.luhrh.  angehörigen  salzburgisehen 
Kopialbuche  niilgetheill  von  G.  A.  Pichler,  Bd.  IX.  —  Oester- 
riiihis(  lie  Slaillrec  lile  und  Sal/.ungin  aus  der  Zeit  der  Baben- 
berger,  zusammingeslelll  von  Dr.  .\ndrcas  von  Meiller;  Bd.  X. 
—  Ilrlrachtungen  ober  das  deulschr  Slailtewcsen  im  .\V.  und 
XVI.  Jahrb.  Aus  grörstentheils  ungeilriickleii  Materialien,  von 
C.   Hofier;  Bd.  XI.   —   Verhandlungen   bezuglich   de»   Geschäfts- 


169 


Anzeiger  Tür  Kunde  der  deutschen  Vorzeit 


170 


betriebe»  ausländischer  Kiiufleuto  in  Wien  und  diesfalli{;e  Ver- 
ordnungen Kaiser  Max  I.  vom  22.  Jan.  1515.  (>acli  einem 
hoHe\  der  nitderdslerreichisclien  standischen  Bibliotheli),  von 
Adelh.    .Mainharl    Böhm;    Bi!.  XIV,    —     Zacharias    Bandhauers 


deutsches  Tagebuch  der  Zerslürung  .Magdeburgs,  1631.  Mit 
dem  Corollariuni  desselben  und  Belegstücken  aus  den  grdfse- 
ren  lateinischen  Werken  dieses  .\ugenreugcn  ,  von  P.  Philipp 
Klimesch;  Bd    XVf    — 


^I  a  c  h  r  i  c  h  t  0  n. 


lalteratur. 

Heu  erschienene  Werke. 

31)  Die  l'niversitat  Erfurt  in  ihrem  \erhaltnisse  zu 
dem  Humanismus  uml  der  Relbrmation.  Aus  den  (Juel- 
Itn  dargestellt  von  Dr.  F.  \\ .  K  amjisc  hulte .  Prival- 
docent  der  (ieschiihte  an  der  Univ.  Bonn.  I.  Theil: 
Der  Humanismus.    Trier,  Fr.  Lintz.    IX  u.  239  Stn.    8. 

Der  Schrift  von  Straufs  über  Hüllen  tritt  dieses  Werk  er- 
gänzend zur  Seite,  es  gibt  den  allgemeinem  Hintergrund, 
worauf  sich  das  Bingen  des  Einzelnen  klar  hervorhebt.  Der 
Humanismus  fand  unter  allen  deutschen  l'niversitaten  seine 
erste  pflegende  Stiitte  in  Erfurt ,  und  der  Kreis  von  jungem 
Kräften ,  der  sich  vorzugsweise  um  den  gothaischen  Kanonikus 
Mutian  vereinigte,  ward  wider  die  entgegenstrebenden  Ele- 
mente des  .\lten  auch  der  feste  Halt,  auf  den  gestützt,  die 
humanistischen  Vorkämpfer  den  endlichen  Sieg  davontrugen. 
Kampschultr  macht  bis  zur  Evidenz  wahrscheinlich,  diifs  die 
berufenen  Epislolae  obscurorum  virorum  aus  diesem  .llutiani- 
s(  hen  Bunde  hcrvorgicngen  und  zwar  besonders  von  Crolus, 
Hüllen,  Petrcjus  und  Eoban.  Ihre  Wirkung  war  niederschmet- 
ternd. —  Vorliegendes  Buch  gehört  zu  den  willkommensten 
Erscheinungen  in  neuerer  Zeit;  es  ofienbart  ein  gründliches 
Studium  und  entwickelt  die  Verhältnisse  klar  und  anziehend. 
.Mit  Vergnügen  sehen  wir  dem  folgenden  Bande  entgegen. 

32)  Beiträge  zur  Kenntnifs  des  Harzes,  seiner  Ge- 
schichte und  Literatur.  Eine  Reihe  von  Abhandlungen 
von  Gustav  Heyse.  Erstes  Heft.  Aschersleben,  1837, 
Rob.  Beyer.     118  Stn.     8. 

Enthalt  vier  Abhandlungen.  I.  Sireifzüge  durch  die  Lite- 
ratur des  Harzes.  Es  ist  zu  bewundern ,  wie  sehr  im  Laufe 
längerer  Zeit  die  Literatur  über  dieses  Gebirge,  dessen  Bedeu- 
tung in  Geschichte  und  Sage,  für  Ethnographie  und  Volks- 
wirthochaft  freilich  grofs  ist,  sich  angesaimnell  hat.  Die  Harz- 
biblidthek  des  Verfassers,  die  wahrscheinlich  nicht  einiiial  voll- 
ständig ist,  belauft  sich  auf  mehr  als  70(1  Bande  und  ungclahr 
60  Karten.  Es  ist  darum  der  vorliegende  Versuch,  uns  in  die- 
ser Fülle  zu  orientieren,  mit  Dank  anzuerkennen.  IL  Zur  Ge- 
schichte der  Brockenreisen.  III.  Dammersleld.  IV.  Ueber  die 
vom  braunschweig-lüniburgischen  Fürstenhause  benutzten  ehe- 
maligen Münzstätten  am  Harze,  nebst  [Vaihrichten  von  den 
Münznieislern ,  ihren  Zeichen  und  Jetons.  Dieser  Beitrag  zur 
Miinzgeschichte  ist  besonders  werthvoll.  Theilweise  schon  in 
Leitzmanns  Zeitung  bekannt  gemacht,  erscheint  er  hier  ver- 
mehrt und  verbessert.  Wer  die  Lucken  unserer  heutigen  .Münz- 
kunde nur  einigennarsen  kennt,  weifs,  wie  sehr  solche  Arbei- 
len zu  schätzen  sind. 


33)  Albrecht  Dürer  Album.    Eine  Sammlung  der  schön- 
sten DSrer'schen  Holzschnitte  nach  den  von  dem  Künst- 
ler gefertigten  Originalen  in   gleicher  Gröfse    aufs  Neue 
in's  Holz  geschnitten  unter  Mitwirkung  und  Aufsicht  von 
Dirccior  VV.  v.  Kaulbach   in  München  und  Direclor  A. 
Kreling   in  IVfirnberg.     .\usgerührt    in  dem  .\tclier  von 
J.  Döring.     Nürnberg,    Verlag   von  J.    Zeiser  s    Buch- 
und  Kunsthandlung.     I. — IV.  Lieferung. 
Das  gleichzeitige  Erscheinen   zweier   so  ähnlichen  Werke, 
wie   das    eben    erwähnte    A.   Dürer-.\lbum    und    die    früher 
schon    angezeigte    Gallerie    der    Meisterwerke    altdeut- 
scher Holzschneidekunst,  welche  beide  den  Zweck  haben, 
die  grofsartigen  Leistungen   des  alteren   Holzschnittes  auf  enge- 
rem und    weiterem  Gebiete    durch   getreue  Copiecn   auch    dem 
grofseren  Publicum  zugänglich  zu  machen,  sind  gewifs  ein  be- 
deutsames   Zeichen,    wie    das    Interesse    für    Herrlichkeit   und 
Kuhm  unserer  Vorzeit  von   den   wenigen  Gelehrten,  auf  welche 
dasselbe    sich    sonst    beschränkte,    mehr    und     mehr    ins    Volk 
übergeht.  —    Da    die    ll(jlzschnitlt'    Dürers    von    Kennern    hin- 
länglich gewüriligt  sind,    genügt  es,    den  Inhalt    des  oben  ge- 
nannten   Werkes    anzugeben.     Lieferung  I.    bringt:    Die  Flucht 
der  heil.  Familie  nach  Aegypten ,    aus    dem  Leben   der  .Maria, 
die  heil.  F'ainilic  mit  St.  Anna  und  St.  Joachim  und  die  [Durer 
falschlich  zugeschriebenen]    drei  Heiligen  Stephan,  Gregor  und 
Lorenz;  Lief.   IL:  Der  Engel   erscheint  dem  beil.  Joachim,  die 
Anbetuni;    der    drei    Könige    und    die    Hiiiiinelfahrt    der    .Maria, 
sammilich  aus  dem  Leben   der  .Maria  ;    Lief.   HI. :   .Maria  auf  der 
Mondsichel,  der  Besuch  der  Maria  bei  Elisabeth,  die  heil.  Fa- 
milie   bei   ihrer    häuslichen  Beschäftigung    in  Aegypten ,    eben- 
daher;   Lief.  IV.:     Die    heil.    Dreieinigkeit,    St.  Ilieronjinus    in 
der  Zelle  und  die   Geburt  der  Maria,  Iclzleres  aus   der  genann- 
ten Reihenfolge, 

31)  Urkundliche     Geschichte     der     Edlen     Herrn     von 
Hey  den   in   Westfalen    bis    auf   die    ersten  Jalirzeheiide 
des  X\.  Jahrhdts.    und    in   Pommern  bis  auf  die   neueste 
Zeit.     Von   F.  W.  Barthold.     Greifswald,    1837.     Ge- 
druckt bei  Fr.  Hache.    8.   268  Sin.    (Mit  3\\appentnr.) 
Der   Verf.    findot   den    Ursprung   und  Namen    dieses    ollen 
adelichen  Geschlechts  schon  in  der  vorchristlichen  Zeit  und  stützt 
sich    dabei    hauptsächlich   auf   den   Namen,    den    die  .Mitglieder 
dieses  Staiiiiiies  nicht,    wie    die    von    und    van   der  Hcyde .    de 
MericH  oder   Mirica  übersetzen,    sondern    stets  und  überall   l'ii- 
ganus.      Schon    im     12,   Jahrb.    erscheint    im    siidweslliclicn   (ie- 
biete    des    Bisthuins  .Munster    gegen    ilie   Grenze    von  Friesland. 
Kleve  und  des  allen  ripuarischen  Frnukens  urkundlich  ein  Ge- 
schlecht,  das  nelicn   anderem  (;niiidbrsil7  dir  ursprunglich  vom 


m 


Anzeiger  fiir  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


172 


Rriche  lehnbare  Grafscliall  Heiden  oder  Heyden  inne  hat.  Bis 
tief  ins  U.  Jahrh.  behauptet  dieses  Geschlecht  eine  unbeslrit- 
lene  Ranggleichheit  mit  den  ältesten  Grafen  und  Herrn  West- 
falens. Doch,  theils  geiwungen  durch  die  Bischöfe  von  iMünster, 
theils  wol  durch  eigene  Schuld,  kam  das  (ieschleclit  zunicli, 
inufste  das  freie  Allod  vcraufsern  und  als  Lehn  wieder  an  sich 
nehmen,  so  dafs  seine  Glieder  im  II.  Jahrb.  zu  .Ministerialen 
der  Geschlechter,  denen  sie  vorher  gleichstanden,  herabsan- 
ken. Die  erste  urkundliche  Spur  finden  wir  von  diesem  Gc- 
schlechte  1152.  —  Von  Westfalen  aus  verbreitete  sich  dasselbe 
zur  Zeit ,  da  die  Ostseegegenden  von  den  westlich  niederdeut- 
schen (iegenden  aus  bevölkert  und  angebaut  wurden,  auch 
dorthin  und  setzte  sich  nach  und  nach  in  I'ommern  lest.  In 
.MeUleuburg,  zugleich  mit  der  Gründung  der  Burg  von  Parchiin, 
erscheint  zuerst  um  1218  ein  Dietrich  von  llejden,  als  Diensl- 
mann  des  Herzugs  Borwin  und  nennt  sich,  zum  Unterschiede 
von  andern  ihm  gleichstehenden  Burgmanncrn  von  der  Heyde 
(de  Merica),  im  Bewufstsein  des  Ursprungs  seines  Geschlech- 
tes Paganus,  Pogan.  Von  da  an  verfolgt  dann  der  Verf.  die 
Geschichte  der  von  Heyden  in  diesem  nordöstlichen  Deutsch- 
land und  der  spateren  Grafen  von  Heiden  in  Rufsland  bis  zur 
Gegenwart. 

35j  Die  böhmischen  Exulanten  in  Sachsen.  Zur  Be- 
antwortung der  von  der  f.  Jablonowski'schen  Gesell- 
schaft gestellten  historischen  Preisfrage  etc.  von  Chri- 
stian Adolph  Pescheck,  theol.  Dr.  etc.  Leipzig, 
bei  S.  Hirzcl,  1857.  gr.  8.  170  Stn. 
Wir  besitzen  in  diesem  Werke  einen  gediegenen  Beitrag 
zur  Geschichte  der  Kestauralion  in  Oeslerreich.  Im  sieben- 
zehnlen  Jahrhundert,  in  Folge  der  eifernden  Bestrebungen 
Ferdinands  II.,  begann  auch  in  Böhmen  aus  den  deutschen, 
wie  aus  den  czechischen  Kreisen  und  aus  sammtlichen  grol'se- 
ren  Städten ,  die  Auswanderung  protestantischer  Kamillen  aus 
allen  Standen,  die  sich  in  griifster  Anzahl  in  das  benachbarte, 
ihnen  freundlich  geüffnele  Königreich  Sachsen  zogen  und  dort 
neue  Heimat  und  neuen  Hecrd  fanden.  Der  Verfasser  be- 
rechnet die  .\nzabl  der  so  au.igewanderten  Familien,  (denn  die 
Wanderung  dauerte  mit  zeitweiligen  Unterbrechungen  ein  vol- 
les Jahrhundert)  auf  ungefähr  ,30(100  mit  150000  Kitpfen,  gehl 
dann  die  .sächsischen  Kreise  und  Städte ,  wo  sie  dauernde 
Aufnahme  fanden,  nach  der  Heihe  durch  und  schildert  die 
(iriindung  der  Mederlassungen,  den  Kinflufs  derselben  auf  ihre 
neue  Umgebung,  die  eigenen  weiteren  Schicksale  der  nun 
haushablich  Gewordenen.  Auch  aus  ihrem  Innern  Leben,  aus 
der  gehobenen  religiösen  Stimmung,  die  diese  um  ihrer  Reli- 
gion willen  Vertriebenen  mit  ganzer  Macht  beherrschte,  wer- 
den uns  manche  werthvolle  Einzelzüge  mitgetheilt.  Die  Bei- 
lagen des  Werkes  enthalten  Exrurse  über  Einzelheiten  dieser 
Geschichte  und  verschiedene  Dokumente  nnd  Belegi;  zu  der- 
selben.  — 

^(y)  Da4  Verhäiignifs  .Magdeburgs.  Eine  Geschichte 
aus  dem  grofsen  Zwiespalt  der  deutschen  iValion  im 
16.  u  17.  Jahrh.  Von  Dr.  Heinrich  Wilhelm  Bcn- 
sen.  Schallhausen,  Verlag  der  Fr.  Hurler  sehen  Buch- 
handlung. |H5S.  8.  XV  u.  ÜIJ  Sin. 
Der  Verfasser,  als  begabter  Geschichl'.chreiber  durch  frühere 
Forschungen     über    die    Geschichte     seiner    franki.i(  ben    Heimat 


bekannt,  versucht  in  diesem  umfassenden  Werke,  die  Zer- 
störung der  Stadt  Magdeburg  durch  Tilly  als  eine  Folge  und 
ein  Ergebnifs  der  vorhergegangenen  Geschichte  dieser  damals 
Mühenden  Handelsstadt  darzustellen:  er  beginnt  deshalb  mit 
der  Griinilung  und  dem  ersten  Aufblühen  derselben  und  ver- 
weilt dann,  nachdem  er  im  raschen  Ucberblick  Magdeburgs 
weitere  Entwicklung  durchlaufen,  mit  mehr  Ausführlichkeit  bei 
der  Darstellung  ihrer  Geschichte  und  Verhaltnisse  zur  Zeit  der 
Heform.ition  und  nach  derselben  bis  zu  der  beklagenswertheil 
Katastrophe  der  Erstürmung  und  Zerstörung.  Ihre  Lage  unter 
Karl  V.,  ihre  Belagerung  durch  .Moriz  von  Sachsen ,  ihre  Stel- 
lung zur  Zeit  des  Religiuiisfriedens  und  des  beginnenden  drei- 
fsigjahrigen  Krieges,  die  Belagerung  durch  \\  allenstein,  die 
Unterhandlungen  mit  Gustav  Adolf,  dann  die  Belagerung  und 
Zerstörung  durch  Tilly,  welchem  .\lisrhnitle  in  dankenswerlher 
Weise  gleichzeitige  Berichte  von  .Mitleidenden  über  dieses  Er- 
eignifs  beigegeben  sind,  endlich  die  Stadt  und  der  westfä- 
lische Friede  bilden  den  Hauptinhalt  des  umfangreichen  Wer- 
kes. Dal's  es  bei  einem  solchen  Werke  an  guten  Vorstudien 
nicht  gefehlt  haben  mag,  dafür  bürgt  uns  schon  der  Name  des 
Verfassers;  iiber  den  Standpunkt,  von  dem  aus  er  das  Ver- 
hiingnifs  der  Stadt  und  den  Zusammenhang  desselben  mit  der 
ganzen  Zeitgeschichte,  sowie  diese  selbst  und  ihre  Trager  und 
Werkzeuge  betrachtet,  müssen  wir  uns  hier  in  einer  kurzen 
Anzeige  weiterer  Erörterungen  enthalten.  — 

37)  Geschichte  des  freien  Gerichts  Kaieben  in  der 
Wetterau  von  Dr.  Friedrich  Thudirhum.  Giefsen, 
J.  Rickcr'sche  Buchhandlung.     1858.     8.     96  Stn. 

Das  Bewufstsein ,  dafs  Weisthumer,  wie  Urkundensamm- 
lungen ,  immer  nur  ein  lückenhaftes  Bild  von  der  Geschichte 
auch  eines  noch  so  kleinen  Gerichtes  zu  geben  vermögen,  ver- 
anlafsle  den  Verfasser,  in  genannter  Schrift  als  einen  Heilrag 
zur  deutschen  Rechtsgeschichle  die  umfassende  Darstellung  die- 
ses freien  Gerichtes  Kaiclien.  von  welchem  einzelne  Weisthu- 
mer schon  durch  J.  Ph.  Orth  und  Jakob  Grimm  und  eine  Ur- 
kundensammlung  im  Archive  für  hessische  Geschichte  und  Alter- 
thumskundc,  Jahrg.  1836,  durch  Eigenbrodt  verölTentlicht  sind, 
zu  geben.  Die  Schrift  enthält  Untcrsiirbungen  über  Namen 
und  Umlang  der  Grafscballen  Kaichen  und  Mal.~tall,  über  ihre 
(Jrlsnamen  und  tiaueinthcilung,  wie  über  die  Grälen  der  Wet- 
terau, iiber  Burg  und  Stadt  Fnedberg,  gibt  dann  die  ältesten 
Kacbricblen  vom  Gericht  zu  Kaiehen,  einen  Urtheilsbrief  von 
1293,  schildert  die  Besilzverhaltnifse,  gebotene  und  ungebotenc 
Dinge,  Wahl  und  Amt  des  obersten  Grafen,  Urtheilsiinder, 
Kompetenz  des  Gerichtes,  wie  das  Schelten  des  gefundenen 
Unheils.  Es  folgt  dann  eine  umfassende  Darsicllung  der 
Dorfgerichte  dieser  Grafschaft,  ihre  Zusammensetzung,  Kom- 
petenz, \iTl'ahren;  ihre  Bedeutung  in  und  zum  bäuerlichen 
Leben;  das  Verhältnifs  der  Uurgmannen  zu  Friedherg  zu 
dem  freien  Gerichte,  die  Geschichte  ihrer  Huheitsrechte,  die 
Veränderung  der  alten  Gerichtsverfassung  und  ilie  Beschrei- 
bung einzelner  Proce.<se.  als  Belege  eines  spaliTcn  Verfahrens, 
schliefseii  die  trcfTliche  Schrift,  deren  in  der  Einleitung  iinge- 
Küiiiligleii  Folge:  „Beschreibung  und  Geschichte  der  .Mark  Alteii- 
stadf,  wir  ein  recht  baldiges  Erscheinen  wünschen.  — 


173 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit 


174 


38)  Altdeutscher  Sludentenspiegel.  Von  Karl  Sfi- 
fart.  (Besondrer  und  vermehrter  Abdruck  aus  dem 
Bremer  Sonntagsblall).  Bremen,  Druck  und  Verlag  von 
Heinrich  Stark.  1856.  kl.  8.  71  Sin. 
Dieses  Schnftchen  schildert  uns,  im  ausgesprochenen  Gegen- 
satze gegen  eine  allzuronianlische  Auffassung  von  vergangenen 
Zeiten,  eine  keineswegs  helle  Seile  der  denlsrhcn  Rihlungs- 
geschichte.  Wenn  wir  uns  auch  gern  überreden  möchten,  dafs 
der  Verfasser  in  seiner  Absichtlichkeit,  die  Gegenwart  als  die 
reiner  und  vollkoinmner  entwickeile  Frucht  der  schlimmeren 
Vergangenheil  erscheinen  zu  lassen,  zu  sehr  nur  lür  die  dunk- 
leren Schlagschatten  .Auge  gehabt  und  hier  und  da  ein  Lich- 
teres und  Erquicklicheres  übergangen  hat,  so  miissen  wir  doch 
den  Fleifs  und  die  Grundlichkeil,  mit  welcher  er  die  Einzel- 
züge zu  diesem  Bilde  sammelte  und  vereinigte,  überall  aner- 
kennend hervorheben.  So  viel  es  möglich  war,  entnimmt  der 
Verf.  aus  gleichzeitigen  Quellen  sein  Material  und  liifsl  gern  die 
Zeugen  der  sittlichen  Virworfenheil  und  geistigen  Indolenz  der 
akademischen  Jugend,  wie  sie  uns  aus  jenen  früheren  Jahr- 
hunderten zum  Erschrecken  entgegentritt,  selbst  reden  und  in 
ihren  eigenen  oft  leid-  und  reuevollen  Bekenntnissen  und  Er- 
fahrungen den  Spiegel  des  auch  von  ihnen  durchlaufenen  Stu- 
denlenlebens  uns  entgegenhallen.  Dies  Werkchen  wird  für  die 
Geschichte  der  deutschen  Universitäten  und  Geistesbildung  stets 
ein  bcmerkenswerther  Beitrag  bleiben,  und  wir  wünschen  nur, 
dafs  es  bald  einmal  einer  gleich  talentvollen  Feder  gelingen 
möge,  dem  dunklen  Bilde  die,  auch  in  der  Geschichte  nicht 
lehlenden,  helleren  I.icbter  aufzusetzen.  — 

39j  Geschichte  der  b'  r  e  i  li  e  r  r  I  i  c  h  von  II  a  ni  in  e  r  s  l  e  i  n- 
schen  Familie.  Als  .Manuscript  für  die  Mitglieder  der 
Familie  gedruckt.  Hannover.  Schrift  und  Druck  von 
Fr.  Culemann.  1856.  8.  Mit  .\bbildungen  und  genea- 
logischen Tabellen.  XV  u.  586  Sin. 
„Wer  eine  Geschlechtsgeschicbte  schreiben  will,  inui's  vor 
allen  Dingen  sich  bestreben ,  wahr  zu  sein ;  er  darf  diese 
Pflicht  auch  da  nicht  aufgeben,  wo  Persönlichkeiten  berührt 
werden."  Durch  treue  Befolgung  eines  solchen  richtigen  Grund- 
salzes ,  die  sich  überall  niil  oireiister  Unbcl'angenbeil  gcllcnil 
macht,  gewinnt  das  vorliegende  Werk  einen  doppelten  \>  erlli. 
Zuniichst  freilich  soll  es,  ein  Spiegel  für  die  jetzt  lebenden 
und  spätem  Familicngliedcr,  diesen  ein  „Sporn  der  Nacheiferung 
und  eine  weise  Lehre  für  die  Zukunft  werden",  ferner  das 
Familienbewurstsein  und  das  Band  üchter  Verwandtschafllich- 
keil  sliirken.  Indem  jedoch  so  das  Innere  der  Fainilieiigc- 
schichte  rücksichtslos  enthiillt  wird,  und  zwar  bis  zur  allrr- 
neuesten  Zeit,  steigert  sich  auch  für  den  Geschichtsforscher 
der  Wi-rth  des  Buches  um  so  bedeutender,  je  mehr  ihm  das 
gcsammte  .Material  in  seiner  Vollständigkeit  vorgelegt  wird. 
Wir  können  nicht  umhin ,  dieses  verstandige  und  ebrenwerlhe 
Verfahren  der  Familie  Ilammerslein  andern,  die  eine  gleiche 
denkwürdige  Vergangenlieil  haben,  dringend  zur  unhcdiiiglin 
IVachahinung  zu  enipichirn.  Jene  kleinlichen  Itiicksichten,  die 
der  Gegenwart  das  ileranlreten  zur  Faniiliengesihicbte  wehren 
und  mit  übertriebener  Engherzigkeit  selbst  die  unvirfaniilicli- 
sten  Dokumente  vorenthalten,  geben  ihr  zugleich  das  lUchl, 
dem  Stolz  »uf  dos  nite  Verdienst  der  Familie,  als  zur  Zeil 
nicht  gerechtfertigt,  ihre  Anerkennung  zu   versagen      Wie  sehr 


aber  schliefslich  die  Geschichte,  besonders  die  Kulturgeschichte, 
durch  solche  Merke,  wie  das  vorliegende,  an  wichtigen  De- 
tails bereichert  wird,  bedarf  keines  Nachweises;  zumal  die 
Kullurgescbichte  hat  aus  der  Oeflnung  der  Privalarchive  noch 
die  reichlichste  Fiirderiing  zu  erwarten. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Der  Bund:  Ar.  95  ff.  Der  Linksniader  in  .>1adiswil.  (Roch- 
holz.)    Nr.  98.     Das  Theater  der  alten   Berncr.    (Hidber.) 

Deutschland:  Beil.  Nr.  78.  Das  7(tOirihrige  Jubiläum  zu 
Strafsengel.  Nr.  84.  Das  Bisthum  Osnabrück.  Nr.  99. 
Das  Manuscript  der  sieben  Bufspsalmen  von  Orl.  Lasso  in 
der  .Muncbener  Staatsbibliothek. 

Didaskalia:  Nr.  93  ff.  Der  Rheingau  und  die  Rheingauer. 
(B.  Scholz.) 

lllustrirtes  Familienbuch:  \III,  (1  II.  Ueber  Sagenthom 
des  Erzgebirges.  (K.  V.  Hansgirg.)  Ein  deutscher  Arzt. 
(Theophraslus  Paracelsusj.  Ein  Cullur-  und  Sittenbild  aus 
dem   16.  Jahrh.     (K.  Warlenberg.) 

Der  Feierabend:  Kr.  18.  Eine  Wallfahrt  nach  Kankweil. 
(A.  W.  Grube.) 

Die  Grenzboten:  Nr.  16.  Ilungersnolh  und  Theuerungs- 
polilik  im  .Mittelalter.     Deutsche  Sagen. 

Hausbliitter:  9.  H.  Bilder  aus  dem  Leben  zur  See  im  .Mit- 
telalter.    (Job.  Falke.)     I.  Die  Fischerei. 

Preufs.  Jahrbücher:  I,  3.  H.  Die  Aufgabe  deutscher  Staats- 
und    Rechtsgeschichte.      Ein     noihgedrungener     Nachtrag. 

Korrespondent  v.  u.  f.  Deutschland:  Nr.  221.  Die  Bau- 
meisler  der  St.  Lorenzkirrhe  in  Nürnberg.  Nr.  234.  Her- 
zog Ludwig  der  Reiche  von    Bayern. 

Deutsches  Kunstblatt:  April.  Reisebemerkungen  in  Tirol. 
(K.   Eggers. J     Christliche  Symbolik.     (II.  Scbnaase.) 

Westerm.  Monatshefte:  Nr.  18.  Durch  Südböhnien  nach 
Oberöslerreich.  (Kapper.)  19.  Die  Rofsköpfe  auf  deut- 
schen Bauernhöfen.  (Peel.)  Die  Gyglis-Alp,  das  Wald- 
madclien,  Volkssagen  der  Schweiz.     (Runge.) 

Fiankf.  Museum:  Nr.  13.  Die  KyfFhausersage. 

Deutsches  Museum:  Nr.  15  ff.  Das  deutsche  (iesindcwcsen 
von  ehedem.     (Job.  .Müller.) 

Berliner  Nachrichten:  Nr.  98.  Reniiniscenzen  zur  Ge- 
schichte des  Honenzollerischen  Hauses.  Nr.  100.  Hislor. 
Rückblicke  zur  Verniahlungsfeier  des  29.  April. 

Revue  des  deu\  mondes,  Avril,  3.  Kivalitc-  de  Charles- 
Quinl  et  de  Franvois   I.     (Mignet.) 

Regensburger  Sonntagsbla tl :  Nr.  16.  Alling  an  der 
Laaber.     (Seh.) 

Augsburger  Tagblatt:  Nr.  99.  Die  Posislation  Neuhaus  (ad 
novas)  zwischen  .\ugshurg  und  Landsberg.  Nr.  118.  Der 
Krauentborlliiirm   in   Augsburg. 

Unterhaltungen  »iii  häuslichen  lleerd:  Nr.  31.  .Memoi- 
ren und  Geschichte.  Das  „Wissens«  ürdigsic"  im  Jahre 
1512.    (Eniyklcipadicen   von   Biuo,    Reisch.)    (K.   lieclnm). 

Zeitschrift  fiir  Protestantismus:  X.\X\,  1.  Luthers  GUu- 
beiisrichlung,  seine  Bedeutung  und  Slellimg  in  der  Kirche. 
(Eberle.) 


175 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


176 


Allgcm.  Zeitung:  Hr.  108.  Zwei  Gemälde  in  der  Petcrs- 
kircfae  zu  Löwen  von  Thicrry  Stuerbut  1467.  Nr.  116. 
Bi'il.  Geiehrli-  Kenner  aller  Musik.  IVr.  128.  Slreil  über 
die  Aechlheit  römischer  Allerlhümer  bei  I^heinzabcrn. 

lliuslr.  Zeitung:  JSr.  771.  .Stadtewahrieiohcn.  \  II.  Breslau. 
4.  Die  Uohle  an  einem  (iieiiel  des  Hauptschiffs  der  Kol- 
legiatkirche  zum  hl.  Kreuz.  i>r.  772.  5.  Der  Hahnenslein 
od.  die  Hahnkrahe  vor  dem   >ikolausthore. 

Neue  .Münch.  Zeitung;  Abendbl.:  Nr.  180.  Wappen  und 
Karben  der  Stadt  München.     (0.   T.  v.  Herner.  I 

Wiener  Zeitung:  Nr.  81.  Der  Krainer  histor.  Verein  in 
Laibarh.  Nr.  H9.  Heber  die  Sagen-  und  .Märchen-Literatur 
des  österr.  Kaiserstants.  I  (Wojf/I  Nr.  93.  Zur  (jesch. 
der  gothischen  Baukunst. 


Veriuietclite  IVachricIiten. 

38)  Bei  Abtragung  der  Ufer  des  alten  Niddabeltes, 
links  an  der  Slrafsc  zwischen  Höchst  und  Nied ,  wurde  eine 
neue  Fundgrube  rüniischer  Alterthiimer  erschlossen.  Be- 
kanntlich stand  hier  ein  bedeutendes  Kömcrcastell,  dessen  schon 
Gerning  (Lahn-  u.  .Maingegenden,  S.  91  u.  103)  Erwähnung  thut. 
.Man  hat  bereits  allerlei  Leberreste  gefunden:  .Miinzen  ,  Bruch- 
slücke von  Gefafsen  und  Waffen,  Legionsteine  u.  s.  w.  Unter 
den  letztem  belinden  sich  auch  solche,  welche  das  merkwür- 
dige und  sellene  Cohortenzelrhen  der  Leg.  XXII  tragen ,  eine 
Figur  in  der  Gestall  eines  Ordenskreuzes. 

39j  In  Landshut  fand  man  bei  dem  Fundament  zu  dem 
.Monument  vor  dem  kgl.  Bezirksgerichte  M  cnsch  cnk  nochen 
und  Eisenthetle,  was  sich  leicht  daraus  erklärt,  daTs  vor 
mehreren  Jahrhunderten  auf  diesem  Platze  die  Judensynagoge 
und  der  Begrabnifsplalz  der  Juden  war.  Noch  tiefer  grub  man 
Wasserrinnen  und  Kostplahle  aus,  die  wol  von  den  frühem 
Bauten  im  Isarbetle,  das  damals  über  diesen  I'lalz  gieng,  her- 
rühren.    iLandsh.   Zeilg.J 

40)  Das  Ferdinandeuiii  in  Innsbruck  hat  so  eben  den  in- 
teressanten F r eske n- Cy kl  US  des  Schlosses  Rungel- 
fltein  bei  Bozen  als  Vereinsgabe  in  prachtvoller  artistischer 
Ausstattung  herausgegeben.  Das  Werk  ist  nach  der  Original- 
aufuahme  des  Künstlers  J.  Seelos,  auf  zwanzig  Blattern  in 
Querfulio,  der  .Mehrzahl  nach  in  lilhogr.  Farbendrucke  darge- 
itellt    und    mit    erlaulernderii    Texte    des    Dr.   J.   V.   Zingerle    in 


Innsbruck  begleitet,  in  welchem  derselbe  nach  vorausgeschickter 
kurzer  Darstelinng  der  historischen  Begebenheilen  des  Schlosses 
Klingelslein  diese  F'resken  auf  ihre  Grundlagen ,  nämlich  auf 
Gottfrieds  v.  Slrafsburg  „Tristan  und  Isolde",  Pleier's  „Garel 
vom  blühenden  Thale",  auf  die  Artus-Sage  u.  s.  f.  unter  Bei- 
gabe der  darauf  Bezug  nehmenden  Stellen   zurückruhrt. 

41)  Der  Vurslaiid  des  Du  in  bau  Vereins  in  Mainz  hat 
den  Beschlufs  gefafsl,  die  beiden  seil  dem  Boiiibardement  von 
1793  in  ruinösem  Zustande  benndlirhin  östlichen  Seilenthurme 
unsers  Doms  nach  einem  Plane  Z«irncrs,  im  streng  romani- 
schen Style  wieder  auszubauen.  Der  Bau  des  nordöstlichen 
Thurmcs  soll  beginnen  nach  Festsetzung  der  Kostenüberschläge 
durch  den  Baumeister  Laske.  Auch  die  Wiederherstellung  der 
durch  die  Pulverexplosion  vom  18.  Nov.  v.  J.  zerstörten  Fen- 
ster der  Kathedrale  wird  im  Laufe  des  Sommers  in  einer  mit 
der  künftigen  .Ausstattung  des  Domes  übereinstimmenden  Weise 
ausgeführt   werden. 

42)  Der  Landcseonservalur  Prof.  llafsler  in  Ulm  isl  vor 
einigen  lagen  nach  Dresden  in  .Angelegenheiten  des  Münsters 
abgereist.  Bis  jetzt  ist  vom  .Ausland  nur  aus  Hannover  Unter- 
stützung zum  Münster  eingelaufen.  In  Würtemberg  selbst  hat  die 
Saiijiiilung  für  das  Münster  bei  den  katholischen  Gemeinden 
im   VcrhaUiiifs  mehr  als  bei  den  Protestanten   eingetragen. 

43)  Die  öffentliche  Ansprache  um  freiwillige  Beiträge  in 
Köln ,  um  die  für  die  Geschichte  der  Stadt  so  wichtige  v. 
.Merle'sche  .Münz-  und  Med  a  il  le  nsa  mmlung  anzukaufen, 
isl  ohne  Erfolg  goliliebcwi;  auch  der  Sladtruth  hat  sich  nicht 
dazu  entschliel'sen  können.  Miichle  die  Saiiiinlung  nicht  in  die 
Fremde  wandern! 

44)  Die  vor  Kurzem  abgehaltene  Versteigerung  xylogra- 
phischer  und  ty pographisi  her  Seltenheiten  aus  den 
Doubletten  der  Hof-  und  Staatsbibliothek  zu  München  bei  An- 
tiquar Butsch  in  .Augsburg  zeichnete  sich  sowohl  durch  die 
reiche  .Anzahl  der  merkwürdigsten  Drucke,  als  durch  die  un- 
geheuren Preise  aus,  die  für  sie  bezahlt  \Mirden.  So  stieg 
das  Gutenberg'sche  Katholikon  von  1460  auf  Pergament  auf 
4110  II.,  dasselbe  auf  Papier  auf  671  11.,  Pur  da«  Mi.ssale  Halis- 
bonense  von  1,518  auf  Pergament  wurden  710(1.,  für  den  llolz- 
tafeldruck:  Historia  seu  Providentia  virginis  Marlae  ex  canlico 
canlicorum  12.'j5  fl.  und  für  einen  zweiten  Holztafeldruck: 
Historia  S.  Joaniiis  Evangelislae  ejusijiie  visiones  apocnljjilicne 
1420  H.   bezahlt. 


Inserate  und  Hokaiiiitmai-liuii^en. 


6)  Von  Dr.  Aug.  Pottliast  rrschcinl  deninäclisl  eine  Ge- 
schichte der  ehemaligen  CiBlerzienser.iblci  Bauden  in  über- 
acbleaien  au>  den   Quellen  dargedelll,  aul  diu  wir  sowohl  we- 


gen der  Wichligkeil,  welche  dieses  Stift  fruhiT  eingenommen, 
als  mit  Kiirksichl  auf  die  bewahrte  Tüchtigkeit  des  Verfassers 
zum  Voraus  aufmerksam  machen. 


Verantwortliche  Redartion:      Dr.   Freih.  v.  u.  i.  Aufgess.     Dr.  A.  v.   Eye.     Dr.   G.    h.  Frummann. 

Druck  vun  Kr.  Campe  *  fioliii  iu  Ntlrnbcrit. 


irÜBNBEBO.  Das  Abonnement  des  Blattes, 
welchtb  alle  Monate  erbcheint,  wird  panz- 
jihriK  angenommen  und  beträipt  nach  der 
neuetiten  Postconvention  bei  allen  Postäm- 
tern und  Buchhandllingen />fu(*cAiam/5  incl. 
Oeatreichs  2  fl.  42 kr.  im  24  fl.  -  Fuf»  oder 
1  Thlr.  16  SBr. 

Für  Frankreich  abonnirt  man  In  Strafs- 
burg bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben, Nro.23.rueNolreDamedeNazareth, 
und  bei  der  deptschea  Buchhandlung  von 


ANZEIGER 


m  kii\iiE  »Ell 


Neue   Folj;e. 


F.  Klinckateck  ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  od«r 
bei  dem  Pohtamt  in  Karlsruhe;  für  l-Mg- 
lanJ  bei  Williamti  &  Nor(;ate,  14  Uenriette- 
Sireet  Coven^üa^den  in  London;  fUr  A'orJ- 
aiiierika  bei  den  PoNtümteru  Bremen  und 
Hanibui^.  — 

Inüeratej  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anzei(,'erb  und  deüben  wiNseUNChaftlichem 
Gebiete  in  VerbindunK  bteben,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Culumneu- 
seile  mit  7  kr.  oder  2  8gr.  berechnet. 


EUmm  VORZEIT. 


Fünfter  Jalirgang. 


OllGAN  DES  Gii:i{HAMS(llE\  MUSELMS. 


1858. 


JW  6. 


Juni. 


VVisseiiscIiarilicIie  Hidhoilmii^oii. 


Allier«.  KrzbiNoliof*  von  Iti^cn,  iiiitl  »eine 
ÜiippMCliHi't  iit  aiilMteiK*'»«!*''*  I^iiile. 

Von  E.  F.  Mooycr  in  lliiiden. 

Eine  >Millheilung  des  Hrn.  A.  v.  Iloiningen  genannt  Huene 
im  Anzeiger,  1857,  Nr.  5,  Sp.  149,  wonach  Alberl,  der 
drille  Erzbischof  von  Riga,  zum  Gesihicchte  der  v.  Bux- 
höwden  gehört  haben  soll,  veranlafst  mich  zu  den  nach- 
folgenden Bemerkungen. 

Die  Quelle,  woraus  jene,  freilich  von  den  meisten  alle- 
ren liefliindischen  Geschichtschreibcrn  adoptierte,  iNatbricht 
entnommen  worden  ist,  kenne  ich  zwar  nicht,  möchte  aber 
vermulhen,  sie  sei  Hiarn's  Elist,  I.iv-  utid  Letlliindisiher  Ge- 
sihicble  (Mitau,  1794.  4".  S.  95  u.  f.Hi  fg.)  enliebnl.  Diese 
Annahme,  obgleich  noch  neuerlich  (vgl.  Mitthcilungen  aus 
dem  Gebiete  der  Geschichte  Liv-,  Ehsl-  und  Kurland's, 
Bd.  VI,  H.  III,  S.  324.  328.  331.)  anfcestcllt,  ist  jedoch 
schon  langst  widerlegt  (vgl.  Gruber,  Origtr.  Livoniae,  p.  16.). 
Gleichzeitig  mit  Albert  tritt  zwar  in  Urkunden  und  Chro- 
niken eine  Familie  v.  Bu.xbowden  uns  entgegen;  doch 
sind  gewichtige  Gründe  vorbanden,  welche  gegen  die  Iden- 
tität der  beiderseitigen  Familien  sprechen.  Die  v.  Bux- 
bowden    scheinen    nach    ihrer  Uebersiedclung   in   Licfland 


sehr  bald  nicht  unbedeutenden  Grundbesitz  und  ein  grofses 
Ansehen  erlangl  zu  haben,  wie  denn  auch,  nachdem  Hein- 
rich, Bischof  von  Oescl  (der,  nach  einer  gefalligen  Mit- 
Iheiliing  des  Hrn.  Dr.  Napiersky  in  Riga,  urkundlich  noch 
1203  erwähnt  sein  soll),  seil  1260  nicht  mehr  den  Bi- 
schofssluhl  inne  hatte,  in  demselben  Jahre  Hermann  (1.) 
von  Buxhüwden  dort  zu  dessen  Nachfolger  erwählt  und 
am  22.  Aug.  1262  geweiht  wurde  Urkundlich  erscheint 
dieser  zuerst  am  23.  Aug.  1262  (Liinig,  Teutsches  Reichs- 
Archiv,  XVII,  314.  Leverkus,  l'rkundenbuch  des  Bisthums 
Lübeck,  1,  146)  und  zuletzt  am  4.  Febr.  127Ö  (das.  361); 
doch  soll  er  noch  um  1285  vorkommen  (Urkundenbucb 
der  Stadt  Lübeck,  I,  448),  wahrend  sein  Nachfolger  erst 
im  Jahre   1290  angelrolfen  wird. 

Umstiindliche  Nachrichten  über  .\  liiert  und  dessen  Fa- 
milie linden  sich  in  dem  angezogenen  Werke  Grubcr's,  und 
eine  Stammtafel  der  Vorfahren  desselben  (von  weiblicher 
Seile),  welche  einer  alten  llandschrifl  der  Chronik  des  be- 
kannten Abts  Albert  von  Stade  entnommen  worden,  ist 
ebendorl  (|).  213)  in  einem  Facsimile  beigcfuffi ,  die  ich 
hier  (ccnan  nach  Grubcr's  Erklarunir),  der  daran  zu  knüpfen- 
den Bemerkungen  wegen,  sowie  zur  besseren  l'cbersicbl, 
wiederholen  will: 


171 


Anzeiger  für  ICuiulc  der  diMilscluMi  Vorzeit. 


172 


Elverich  (AIve^icll^) ,  Graf. 
Gem.  >' Olli  bürg. 


Adiko. 


Kichert. 


I)i)d( 


Gol  Ifrled. 


M  u  n  e  tr  o  I  (1 
der  Reiche. 


II  c  I II  r  I  c  li , 
Propst  in  Sliide. 


li  II I  tili  eil. 


Otto. 


VVi 


Vogle  von  Sinde. 


Dietrich. 
Abt. 


Mathilde. 


Otto.      Willer. 
Vügle  von  Stade. 


Hiernach  sind  die  Stammeltern  des  Geschlechts  ein  Graf 
Elverich  und  dessen  Frau  Nothburg.  Der  Filiation  we- 
gen müssen  beide  Eheleute  noch  im  eilTlen  Jahrhundert  ge- 
lebt haben,  und,  nicht  unwahrscheinlich,  möchte  derjenige 
Freie  (über  homo)  jenes  Namens,  der  urkundlich  vor  dem 
Jahre  1102  erscheint  (Lappenberg,  hamburgischcs  Urkiin- 
denb.,  I,  118;  vgl.  171,  Anm.  2.  Gruber,  215.),  für  iilen- 
tisch  mit  obigem  zu  nehmen  sein.  Es  kommt  zwar  ein  Elve- 
rich auch  11Ü7  vor  (Vogt,  Monum.  iiicd.  Urem.,  I,  252. 
Pralje,  die  llcrzogthümcr  Bremen  und  Verden,  IV,  185.); 
doch  ist  begreiflicherweise  an  diesen  unter  keinem  Umstände 
zu  denken;  eben  so  wenig  an  den  11.39  crwiilinten ,  da 
dessen  Frau  Deda  hiefs  (Lappenberg,  Hanib.  L'rU.-Buch.,  I, 
149.),  noch  an  den  1147  genannleii  (Erhard,  (od.  dipl. 
Westfaliae,  II,  50.) 

Die  drei  ältesten  Sohne,  Diido,  liicbcrt  und  Adiko, 
waren  es,  welche  1141  (Lappenberg,  Geschichisquellen  des 
Erzstifles  und  der  Stadt  Bremen,  188.)  oder  1142  (dess. 
L'rk.-B.,  I,  171.,  Pralje,  VI,  8Ü.  Vogt,  I,  147.)  vor  Stade 
den  Grund  zu  einem  Kloster  für  Benediklinermönche  legten 
und  eine  hölzerne  Kirche  erbauetcn,  woraus  das  Maricn- 
kloster  entstand  (Vogt,  I,  129.  Chron.  Alberli  nbb.  Slad. 
ed.  Heimslad.  1587,  f.  Iß3a.)  deren  Einweihung  «m  2.  Juli 
1142  durch  den  bremcnschen  Erzbischof  Adulbert  I.  (1123, 
•j-  25.  Aug.  1148)  vor  sich  gieng  (Chron.  Alberli,  f.  1(53  a. 
Lappenberg,  Gesch. -Qu.,  188).  Eine  andere  Nachricht  liifst 
eine  neue  Einweihung  des  Maricnklostcrs  nebst  der  Kirche 
am  2(i.  Sept.  110)5  durch  den  Erzbischof  Hartwig  1.,  Gra- 
fen V.  Stade  (1148,  f  8.  Okt.  11(18)  erfolgt  sein  (das. 
192  a.  Altes  und  Neues  aus  den  HerzogthUmern  Bremen 
und  Verden,  IX,  77),  Die  Sliflnng  hol  der  Papst  lladrinn  IV. 
(3.  Dezb.  1154,  j  1.  Sept.  1159)  bcsliiliul  (vgl.  Voigt, 
I,  129).  Dem  Kloster  wurde  Adelwanl,  den  der  damalige 
Abt  von  Hosenfcld  (llanscfeld),  Namens  Konrad  (1130, 
j-  1147,  etwa  7.  Juni?)  nebst  anderen  Mönchen  dorthin 
gesandt  hatte,  als  Abt  vorgeselzl.      Er   wurde    nm   0.  oder 


Gertrud. 

Gem.  Daniel 

V.  Blidestorp. 


Iwan    V.        Daniel 
Blidestorp. 


Friedrich. 

Die  trieb    v. 
Hase  Itborp. 

Friedrich    v. 
Hasel  Ihn  rp. 

Adelheid.   Gertrud. 


7.  Juli  1147  ordiniert  und  geweiht  (das.  Lappenberg,  Gesch.- 
Qu.,  189.  Dess.  Hamb.  Urk. -Buch,  1,  171.  188.  Pralje, 
VI,  83.  Altes  und  Neues,  IX,  70.  Lindenbruch,  Scr.  rer. 
Septentrion.  91.  Wedekind,  Noten  zu  einigen  Geschicht- 
schreibern des  Mittelalters,  VIII,  390;  vgl.  Chron.  Alberli, 
f.  163a.)  und  starb  am  11.  Okt.  1177  (Lappenberg,  Gesch. - 
Qu.,  189.  Altes  und  Neues,  IX,  80.  Lindenbruch,  256. 
I.angebek,  Scr.  rer.  Danicar.,  I,  205.  Wedekind,  VIH,  390. 
Chron.  Alberli,  f.  195a.;  aber  Mencken,  Scr.  rer.  Germ., 
HI,  790  mit  1178.). 

Was  die  drei  Brüder  anhingt,  so  werden  dieselben 
untereinander  als  fralres  gerniani  und  frulres  uterini  be- 
zeichnet (Lappenberg,  Hamb.  Urk. -Buch,  I,  171),  welche 
Ausdrücke  sich  zu  widersprechen  scheinen,  denn  unter  den 
letzleren  werden  gemeiniglich  solche  verstanden,  die  eine 
gemeinschaflliclie  Mutter,  aber  verschiedene  Viiler  luitten. 
Nur  diese  drei  Brüder  nennen  die  angeführten  Urkunden 
und  Chroniken;  es  ist  denselben  jedoch  nach  der  Stamm- 
tafel noch  ein  vierter  und  jüngerer,  Namens  Gottfried, 
zugesellt,  wenn  dieser  nicht,  wie  ich  vermuthc,  für  einen 
Enkel  Elvcrichs  zu  nehmen  sein  mochte.  Dagegen  wird 
eine  Adelheid  als  Schwester  der  erstgenannten  drei  Brü- 
der Anzunehmen  sein,  die  zweimal  verheirathet  war,  und 
von  welcher  weiter  unten  Nacbrichlen  folgen  sollen. 

Von  den  drei  Brüdern  wird  Dudo,  weil  er  zuerst  ge- 
nannt wird, der  yllere  gewesen  sein,  ^^'i^  linden  ihn  mit  seinen 
beiden  BrUdern  zusammen  erwähnt  am  2.  Juli  1142  (das.); 
allein  aber  am  3.  Sept.  1142  (das.  157),  dann  1143  (das. 
161,  162;  Origg.  Guelf.,  II,  553),  und  noch  1149  (das. 
177),  Bicberl  erscheint,  mit  Adiko  zusammen,  am 
25.  Juli  1143  (das.  160),  am  5.  April  1148  (das.  173), 
am  9.  Jan.  1152  (das.  185)  und  ertrank  am  l(i.  Febr. 
1164  (das.  141.  241).  Beide  scheinen  nulit  \  erlicirnlbcl 
gewesen  zu  sein.  Adiko  wird  wohl  nuhl  iler  Odiko 
gewesen  sein,  den  uns  bereits  eine  Urkunile  vom  Jahre 
1091   kennen   lehrt  ( dass.  113);    er  kommt    indessen    nach 


173 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


174 


1 152  nicht  weiter  vor.  Seine  «ngeblichen  Kinder  können  den 
Jaliren  nach,  worin  sie  lehlen,  nicht  wohl  siimnilliih  Bruder 
gewesen  sein  ;  wie  üherhaupl  die  Slamnilarel  doch  einige 
Bedenklichlieiten  hervorruft. 

(Forlsetzung  folgt.) 


lieber  tili'  Bedciitime  «oii  Freiiiinrkt. 

Von  llofralh  Dr.  Züpfl  in  lleidell>erg. 
In  Nr.  4  des  Anzeigers  d.  J.  hat  Herr  Archivar  Herscliel 
zn  Dresden  die  Frage  über  die  Bedeuinng  der  Wörter  Frei- 
ina ritt,  frei  mark  ten,  frei  marken  n.  s.  w.  angeregt 
und  mit  Beziehung  auf  die  von  ihm  daselbst  milgelheille, 
sehr  interessante  Urkunde,  ein  wol  bisher  ungedrucktes 
Magdeburger  SchölTcnurtheil ,  das  sich  in  einer  Hand- 
schrift der  Dresdener  Bibliothek  aus  dem  XV.  Jahrhundert 
findet,  die  ganz  richtige  Bemerkung  gemacht,  dafs  unter 
Freimarkt  nicht,  wie  Haltaus  ^nnahm,  ein  einfacher 
Tausch  zu  verstehen  sei.  Herr  Archivar  Herschel  neigt 
sich  sodann  der  Ansicht  zu,  dafs  darunter  ein  unredliches, 
glUckstopfurtiges  Tauschgeschäft  zu  denken  sei,  erklärt  aher 
zugleich, '  dafs  die  Frage  nach  der  eigentlichen  Bedeutung 
des  Wortes  noch  ofTen  bleiben  müsse,  da  der  Dresdener  Fall 
ein  vereinzelter  sein  könne.  Letzteres  ist  nun  wol  nicht  der 
Fall,  da  die  von  Herrn  Archivar  Herschel  miltretlicilte  Magde- 
burger Urkunde  mit  den  bei  Haltaus  angeführten  Urkunden 
in  ollem  Wesentlichen  übereinstimmt,  insbesondere  mit  dem 
daselbst  abgedruckten  Urlheil  der  Leipziger  SchülTen  aus 
dem  XV.  Jahrhdl. ,  worin  ebenfalls  die  erhobene  Klage  auf 
den  Vollzug  des  Geschäftes  darum  abgewiesen  wird,  weil 
die  Sache  einen  Freimarkt  antrifR,  das  loppil  speyl  iinde 
Kette  glich  ist.  Uebrigens  enthält  die  von  Herrn  Archivar 
Herschel  beigebrachte  Urkunde  wol  Momente  genug,  welche 
das  Wesen  des  Freimarktes  vollkommen  deutlich  erkennen 
lassen.  Diese  Urkunde  handelt  überhaupt  von  keinem  Tausch- 
geschäfte, sondern  von  einem  Kau  fsrcsch  ä  fte  ,  indeni  der 
Acker,  der  Gegenstand  des  Geschäftes  war.  „abgeschätzt", 
d.  Ii.  dessen  Werth  in  Geld  durch  Schutzleute  bestimmt  und 
die  Schätzung  aiisyesayl ,  d.  h.  von  den  Scbälzern  ausge- 
sprochen worden  war,  worauf  beide  Theile,  Kaufer  und 
Verkäufer,  darüber  befragt  wurden,  oh  sie  diesen  Preis  als 
einen  ri(hligcn  anerkennen  wollen  und  sich  damit  einver- 
standen erklärt  haben,  was  daraus  hervorgeht,  dafs  sie 
„schreiben"  hiefsen,  d.  h.  verlangten,  dafs  die  in  der 
Magdeburger  Urkunde  bemeldete  eigenthüniliche  Form  der 
Beurkundung  des  Vertragsabschlusses  vorgenommen  werde. 
Ueberdies  bezeichnet  die  Magdeburger  Urkunde  das  Ge- 
schäft ausdrücklich  als  einen  Kauf  ( frymanjtis  kou/f)  d.  h. 
Freimerkl.skauf,  und  am  Schlufse  noch  einmal  als  „solchen 


verhandelten  Kauf".  Auch  das  bei  Haltaus  angeführte 
Leipziger  ScIiolVcnurlheil  ans  dem  XV.  Jahrhundert  handelt 
von  keinem  Tausche,  sondern  von  einem  haulgescbafle,  in- 
dem daselbst  ein  gewisser  Niklus  Im  cm  Eibe  (Gut),  auf 
dem  er  sitzt  (das  er  bereits  im  Be.-ilz  hat),  seinem  Contra- 
henlen  Wenzel  eine  Ge  Idsumuie  zu  zahlen  gelobte.  In 
dem  W  orte  Freienmarkt  ist  nun  aber  an  sich  weder  der ' 
Begriir  eines  Kaufes  noch  eines  Tausches  enthalten,  sondern 
Freimarkl  bezeichnet,  wie  die  Magdeburger  Urkuude  ganz 
deutlich  besagt,  einen  Markt,  forum,  in  der  alten  Bedeu- 
tung von  mallus,  Gericht  oder  Ding,  welches  die  ehrsamen 
Bürger  von  Dresden  in  einer  Wirthschafl,  die  sie  mit  einan- 
der gehabt  (d.  h.  in  einem  Genossenschafts  -  oder  Gesell- 
schaftsbause,  sog.  Trinkstube,  Zeche)  unter  sich  durch  ge- 
genseitige freie  Einwilligung  errichtet  (geicillkohrt)  haben, 
also  ein  forum  eon  ven  ti  ona  le.  Sie  ernannten  (will- 
kohrten)  sich  daselbst  einen  Richter  und  SchölTeo  und  mach- 
ten vor  diesen  Kaufgeschäfte,  wie  sie  sonst  nur  vor  dem 
ordentlichen  Gerichte  (im  dem  rechten  Markt,  im  echten 
Ding)  gemacht  zu  werden  iillegten  und  recbtsbesländig  auch 
nur  gemacht  werden  durften,  ähnlich  den  sog.  Winkelbör- 
sen in  der  neueren  Zeil,  im  Gegensalz  der  gesetzlich  an- 
erkannten Börse.  Hier  pflegten  die  Genossen  (compane) 
dieser  Gesellschaft  Verkaufsanerbielen  zu  machen  („auszu- 
bieteu"J  und  Kaufgebole  darauf  zu  legen  (rey/en  n;  reden) 
und  zwei  Freimarklscompane  machten  die  Schätzer,  gleich- 
sam die  Mäckler  bei  diesen  Geschäften.  Es  scheint,  dafs 
die  Genossen  dieser  Gesellschaft  es  für  sehr  bequem  fanden, 
ihre  Geschäfte  miteinander  in  ihrer  Trinkstube  (ihrem  ge- 
willkührlen  oder  Frei-Markl)  zu  machen.  Es  wurden  ,  wie 
die  Urkunden  bei  llaltaus  zeigen,  an  solchen  Freimärkten 
sowohl  Kauf-,  als  Tauschgeschäfte  gemacht.  Auch  kamen 
die  hier  geschlossenen  Geschäfte  wohl  regelmäfsig  unter 
den  Genossen  zum  Vollzuge.  Entstanden  aber  Anstände 
und  SIreitigkeilen,  die  sich  nicht  gutlich  beilegen  licfsen, 
und  wurden  die  Klagen  aus  solchen  im  Freimarkle  geschlos- 
senen Geschäften  vor  das  ordentliche  Gericht  gebracht,  so 
erkannte  dieses  dieselben,  eben  aus  dem  Grunde,  weil  sie 
nullt  am  gesetzlichen  Orte  geschlossen  worden  waren, 
fUr  ungesetzliche  und  nicht  klagbare  Geschäfte  und  behan- 
delte sie  somit  wie  Klugen  aus  verbotenen  oder  Glücks- 
spielen, (als  „unredliche  Handlung"),  und  dies  ist  es,  was 
die  Majidebiirgcr  Irkiindc  in  fast  u  örtlicher  Uehereinslini- 
niung  mit  dem  Leipziger  ScholTenurlbeile  bei  llaltaus  aus- 
spricht. Ob  das  Geschäft  Kauf  oder  Tausch  war.  mufste 
hiernach  als  ganz  gleichgültig  erscheinen. 

Bemerkenswerlh  ist,  dafs  in  den  beiden  Prozessen,  welche 
die  Magdeburger  Urkunde  im  Anzeiger  Nr.  •!  und  das  Leip- 


175 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


176 


ziger  SchüfTeourlhcil  bei  Haltaus  darstellen,  keiner  der  Be- 
klai^ten  eine  Einwendiiiis  gegen  die  Klage  auf  Errillliing 
seines  Zuhlungsversprccliens  von  der  Eigenschaft  des  Ge- 
schürtes als  Frelmarkts-Kaul,  d.  Ii.  von  dessen  AbscIiluTs  an 
einem  ungesetzlichen  (nur  eew  illkiihrlen)  Forum  hernimmt, 
sondern  in  beiden  Fallen  «erden  die  Einwindiinecn  nur 
daraus  hergenommen  ,  dafs  die  Voranssel/.nng  ,  uiiler-  «el- 
cher das  Zahlungsversprechen  geleistet  worden  —  dafs 
nämlich  das  gekaufte  (jut  auch  der  Frau  und  den  Erben  des 
Käufers  von  dem  compctenlen  (icrii  hie  oder  l.chidiof  «erde 
gelieben  werden  —  nicht  eingetreten  sei.  in  der  Magdeburger 
Urkunde  erscheinen  daneben  als  weitere  Ein«  endiingen  ge- 
gen die  Gültigkeit  des  Geschäftes,  dafs  dieser  Freimarktskauf 
bei  f^aclil  und  in  hijr  -  Weise  geschehen  sei.  Ersteres  er- 
innert an  den  auch  häutig  ander«  ärts  hervortretenden  Recbls- 
gruodsatz,  dafs  Kaufe  nur  bei  hellem  Tage  (bei  Sonnen- 
schein) giiltiff  abgeschlossen  «erden  können.  Letzteres,  das 
Kaufen  in  hyr-  (Bier)  Weise,  klingt  an  den  sonst  bekann- 
ten Weinkauf  an,  oder  das  gerichtliche  „Weinen  oder 
Beweinen"  d.  h.  Verabreichung  von  Wein  an  Richter,  Sch(if- 
fen  und  andere  Zeugen  beim  Geschäftsabschlüsse  liier 
wollte  also  daraus,  dafs  nicht  Wein,  sondern  nur  Bier  ver- 
abreicht worden  war,  ein  Formfehler  abgeleitet  werden.  Die 
Gerichte  nahmen  aber  in  beiden  Fällen  auf  die  von  den  Be- 
klagten vorgetragenen  Einreden  gar  keine  Kiicksicbt,  son- 
dern verwarfen  die  Klage  ohne  Weiteres  aus  dem  von 
Amtswegen  berücksichtigten  Grunde,  dafs  die  Verträge  in 
einem  Freimarkte,  d.  h.  an  einem  Orte  geschlossen  worden 
seien,  wo  solche  Geschäfte  (sie  betrafen  in  beiden  Fällen 
Immobilien)  den  Kecbten  nach  gar  nicht  geschlossen 
werden  durften. 

Ist  hiernach  die  Bedeutung  von  Freimarkt  festgestellt, 
so  ergibt  sich  die  Bedeutung  von  Frei  markts  -  Ka  uf  als 
eines  in  einem  solchen  Freimarkte  abgeschlossenen  Kaufes 
von  selbst.  Ebenso  erklärt  sich  hiermit  auch  der  Ausdruck 
„  fr  eimarklen,  a  bfreim  a  rkten  ,  verfreima  rklen  ", 
d.  h.  in  einem  Freimarkt  handeln,  ein  Geschäft  (Kauf  oder 
Tausch)  abschlicrsen. 

Es  wäre  sehr  zu  wünschen  ,  dafs  der  Anzeiger  öfter  so 
wie  es  von  Herrn  Archivar  Herscbel  geschehen  ist,  zur  Mit- 
theilung von  Urkunden  benutzt  würde,  welche  zweifelhafte 
Recbtsausdrürkc  enthalten.  Es  ist  dies  unverkennbar  der 
zwcckmafsigsle  Weg,  eine  Erörterung  zu  veranlassen,  und 
die  Entdeckung  des  richtigen  Sinnes  anzubahnen. 


Ilie  IInii(lMrlirir<<'iiMaiiiiiiliiiiK  tleM  |$eriiia- 
iilMrlieii  .YIiLHOiiiiiH. 

Von  Dr.  Karl  Bartsch,  Professor,  in  Koslock, 
l'i-bcr  die  .Schwierigkeiten,  in  jetziger  Zeit,  «o  lland- 
sclinften  ein  lliindelsartikel  geworden  sind,  eine  bedeutende 
Sammlung  von  Handschriften  zu  begründen,  hat  sich  die 
Vorrede  zum  gedrucklen  Bihliolhekskataloge  des  germani- 
schen Museums  ausgesprochen.  Dennoch  «erden  die  Freunde 
der  deutschen  Geschichte  und  namentlich  der  allern  deut- 
schen Literatur  auf  manches  interessante  Denkmal  in  dem 
gedruckten  Verzeichnifs  gestofsen  sein.  Sind  es  auch  meist 
nur  traurige  Bruchstücke,  die  von  der  Zerstörungswuth 
früherer  Jahrbunderle  zeugen,  so  haben  sie  doch  auch  als 
solche  einen  Wcrtb  Von  den  für  deutsche  Dichtung  wich- 
tigeren Fragmenten  und  Handschriften  haben  die  früheren 
Jahrgänge  bereits  Nachricht  gegeben:  ich  will  hier  einige 
andere,  die  seitdem  zur  Sammlung  des  Museums  durch  Kauf 
oder  Schenkung  hinzugekommen  sind,  auch  ein  paar  histo- 
rische, etwas  näher  besprechen. 

I.  Ulrichs  von  Eschenbach  Alexander. 
Ein  Pergamentblalt  aus  der  ersten  Hälfte  des  vierzehn- 
ten Jahrhunderts  in  Folio  enthalt  348  Verse  aus  Ulrichs 
Ale.xander  in  gutem  Te.xte.  Das  Blatt  hat  je  drei  Spalten 
auf  der  Seite  und  ist  (pier  durchschnitten.  Zwischen  der 
obern  und  der  untern  Hälfte  sind  je  drei  Zeilen  einer  Spalte 
weggeschnitten  :  das  ganze  Blatt  hatte  demnach  366  Verse, 
die  Spalte  61  Zeilen.  Die  Handschrift  ist  in  Bayern  oder 
Oesterreich  geschrieben.  Das  Bruchstück  entspricht  Bl.  53 
bis  58  der  Stuttgarter  Handschrift,  von  der  mir  Franz  Pfeif- 
fer eine  Abschrift  geliehen  hat.     Anfang: 

Lat  eu  wol  enpholhen  sein. 

Baide  leut  vnd  lant. 

Noch  mer  frowe  seint  gemant. 

Daz  ich  durch  meinen  willen  tut. 

Seit  den  armen  volke  gut. 

Ich  pit  euch  alle  geicich. 

Baide  arm  vnd  reich. 

Daz  ir  durch  trewe  di  kunigein. 

Eu  allen  lat  enpholhen  sein. 
Schlufs: 

In  der  schar  er  schain  airib  da. 

Der  Biirgraue  von  athenia. 

Der  vnverzagt  cschinus. 

Dimus  vnd  nycomacus. 

Di  der  vcinde  wenic  schonten. 
II.    Ulrichs    von    Türheim    Willehalm. 
Aufsor  dem  im  Anzeiger  für  1857,  Sp.  284  schon  be- 
sprochenen Bruchstücke  aus  Ulrichs  Willchalni  (Nr.  6328  a.) 


177 


Anzeijrer  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


178 


besitzt  (las  i^ermanisclie  Museum  nocli  ein  anderes  unter 
Nr.  7216,  von  dem  der  gedru(kle  Kalaloar  der  Bihliollieli 
(S.  20.)  kurze  Naihriclil  s'M.  Es  ist  ein  Persamentdop- 
pelblatt  des  dreizelinten  Jahrhunderts  in  4.,  zweispaltig  ge- 
schrieben, froher  als  Einband  dienend,  daher  das  Pergament 
mitunter  sehr  geschwärzt  und  schmutzig,  und  einige  Stellen 
ganz  unlesbar  sind.  So  gleich  die  ersten  Zeilen  von  denen 
nur  Folgendes  zu  entzifTern  ist: 

Vn  ....  Rennetrart 

Rennewart  ijehah  dich  trol 

Vns  ....  eriiel  .  .  . 

Vit  schiere  sich  tri!  (wenden) 

Gnt  teil  ms  g  .  .  .  iis  senden 

Da  wir  srin  gemaches  pflegen 

Vii  alles  krmhers  gar  erwegen. 
Das  erste  Blatt  schlieCst: 

Rennewarl  la  din  Irnren  wesen 

Wir  srl  beide  «r  genesen 

Ich  han  oranse  ersehen 

Da  vns  sol  liebes  vil  gesehen. 
Wie  viel  zwischen  dem  ersten  und  zweiten  Blatte  fehlt, 
läfst  sich   nicht   ermitteln.     Das   zweite   beginnt    nach    einer 
Zeile,  die  bis  auf  wenige  Buchstaben  weggeschnitten  ist: 

Ich  teil  nilh  gole  entrinnen 

Ich  wil  durch  got  kom  dar 

Also  daz,  ich  der  cristen  schar 

Vor  der  heidenschefte  nere 

Da:,  ich  ril  den  nirnl  geber 

•Vit  gäbe  hie  ze  allen  citen. 
und  schlierst: 

Die  rede  reilens  vf  ir  tart 

Mit  Iriwen  an  allen  rar 

Nv  u>as  der  markis  ein  iar 

Un  dri  mande  gewesen 

Nv  begonde  drnken  kylamesen. 
Beide  Blätter  sind  oben  beschnitten,  wenigstens  um  zwei 
Zeilen,  so  dafs  jetzt  die  Spalten  je  1 J  Zeilen  haben.  Das 
Bruchstück  bietet  einen  allen  und  sorgfältig  geschriebenen 
Text,  der  einem  künftigen  Herausgeber  des  Gedichtes  ge- 
wifs  von  VVcrth  sein  wird. 

(ForUclzung  fulgl.) 


ITlelMter  AltMivert. 

Von  Prof.  Dr.  A.  v.  Keller  in  Tübingen. 
(Schlufs.) 
239,  1    werent.     18  achtent.     2.3  alkir  (wie  2.37,  1) 
wolten. 


240,  I   arme.     2  aillTt.     8  einer.     1 4  Es.     17  bilgerin. 

20  habend  wenig  Rv.    24  ain  srut  scnal  (  ;  Rauls  für  Rauts, 
au  =  ä).     27  an  ir  h.     32  habent. 

241,  2  swerer  vnnd  hörler.    ö  kniiblen.    17  herkamen. 

21  wollen.     31   gelouben.     37  ball  :  matt.     38  ainer. 

242,  1  beliben.  5  sunnderbar.  10  sullend.  12  be- 
stercken.  14  werdcnt.  17  ende.  19  dem.  24  wolt.  27 
Ab  trow  wort  diser  man.  Difs  ist  zum  vorigen  Vers  zu 
ziehen.  ?  dröwort.     31   daheim.     33  disem.    31  vergangen. 

35  beliben. 

243,  5  ain  getter.  7  Werdenl  fraugen  mich.  8  Wie 
es  mir  ergangen  wer.  10  So  hund  die  argen  haiden.  Mir 
mein  b.  12  verfert.  Ueber  bihviz  s.  Faslnaclilspiele  aus 
dem  15.  Jh.  S.  255.  1463.  Grimm's  deutsche  Mythologie 
441.  16  Caldey.  ?  Paldag.  17  Vgl.  239,  33.  18  Das 
macht.     31   truren. 

244,  4  Dogaten  acht.  9  Das  all  nam  vns  g.  1 1  jell- 
lich.  16  ainem.  17  Mumppelier.  20  Josephetas.  21  am 
morgen.  25  ettlicb.  30  machs.  32  aller  hande.  38  Bc- 
claiden. 

245,  2  Der  böhmisclie  Ketzer  Rorkenzan  soll  1471  ge- 
storben sein.  Das  Gedicht  fallt  also  sicher  in  das  15.  Jahr- 
hundert. Nach  dem  Namen  ist  Komma  zu  setzen.  3  böchem. 
4  Junge.  6  Auf  wildem.  13  gute.  15  kam  .  .  .  Ysbruck. 
20  Ringen  springen.     31  gcluit. 

246,  1   Belaib.     19  Der  drang  durch  meine  gelider. 

247,  2  Zwirin  vaden.  6  Ist  es.  8  klebetissen.  12  V. 
von  leowen.  19  nempl  du.  21  aufs  dem.  32  liebe.  34 
guldin.     37  grossen. 

248,  1  Erzaig.  8  minne.  17  Bichles  w.  25  Ditz. 
34  turen.     37  Geformet. 

249,  6  Vnd  sclioweud  wie  meine  gelider.  13  hertzen 
:  schmertzen.  16  zaig.  18  den.  20  zaigt.  23  ganlz  be- 
gier.     27  fromde.     29  Cristen.     33  Amelly. 

250,  2  Mein  fröd.  4  maget  zu  ageryppen.  5  ernste 
arrat.  10  vese  steht  auch  Hs.  41,  11  :  Nu  haben  vor  mir 
die  wcislen  Den  kern  geclaubcl  aufs  den  vesen:  Des  nui()|j 
ich  vor  den  lielwen  lesen  Mein  dichten  als  ein  stopfclman. 
Dir  Miiijlidi  noch  in  sieichen  kan.  F'erner  in  Frischlins 
Uiitli,  2,  1.  5.  Noch  beule  z.  B.  Sliialsanzeigcr  fiir  Wilrt- 
leniberg,  19.  Aug.  1855:  Die  Vesen  sind  grofsciilbcils  drci- 
kürnig.  14  honigsaim.  18  so  lid.  19  ende.  21  sele.  23 
geschlecbte.  25  ewigen.  27  Wol  ir  genädig.    34  verzigcn. 

251,5lndion.  10  edel.  1 1  klelT  d.  h.  Cleve.  Vgl. 
Konrads  Schwanritler.      20  werde.     22  brach.      29  claine. 

36  Dry  für  Ditz. 

252,  1  ein  michel.  ?worte  ein.  5  On  zwiuci  gcwc.^cn. 
23  beliben.     26  komenl.     31   scblelTen. 


179 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulscheii  Vorzeit 


i8ü 


233,  15  haondelunge.  i6  jm  der  junge.  21  leger- 
stalt.     24  argen.     30  liahend.     31   sind. 

254,  8  Owcder.  1  7  niinen,  soll  lielfsen  nierricr.  20  werdl. 
21  belieben  Tür  beleiben:  weiben.  22  GelUck.  24  Ich 
main.  25  euch  von  hinen  m.  30  seyen.  32  baroasch. 
34  loch.     35  werde.     36  ^^■i^  baid  waren  n. 

253,  12  Desselben.  19  zaigl.  2ü  für  kUnnen.  25  is(z. 
27  gachlings  wis  geschehen.  28  iNun  bin  es  sej  versehen. 
34  alle. 


Si«e. 


f.anilirliiiiH. 

Von  ür.  .Martin  hunkel  in  Düsseldorf. 

Ich  trage  kein  Bedenken,  diesen  vielgepriesenen  und 
noch  unentrüthselteii  „König  von  Flandern  iipd  Brabaiif  zu 
enlÄchleiern.  Das  Ganze  i.st  nach  Coremans  (s.  Anzeiger, 
1858,  Sp  81  f.)  nicht  so  schwierig  geworden,  Gambrinus 
ist  eine  flandrisch- deutsche  Verdrehung  aus  Jan  Primus, 
Johann  der  erste  von  Brabant! 

Es  steht  also  nun  den  deutschen  Dichtern  frei,  diesen 
ersten  Johann  zu  feiern,  und  deutschen  Bierfreunden,  des- 
sen Gesundheit  auszubringen. 


Kunst. 

BUdende  Kunst. 
Malerei. 


DaM  .%l(nrKeiiiHl<ie  in  <ier  Hirclie  zu 
ArtelHliorrii. 

Viiin  l'farrer  Fischer  in  .\rtelsliofen. 
In  der  evangelisch -lutherischen  Pfarrkirche  zu  Artels- 
hofen  an  der  Pegnilz  (Dccanals  Hersbruck  in  Mitlelfranken) 
befindet  sich  ein  sehr  wcrihvolles  Altargemäldc.  Meister- 
haft sind  auf  Holz  und  Krcidcngrund  mit  hohen  Farben 
Maria  mit  dem  Jesuskinde,  Anna  und  Joseph,  Zacharias  mit 
einem  Ministranten,  Elisabeth  mit  Johannes,  die  drei  Wei- 
sen aus  dem  Morgcnlande  u.  s.  w.  dargestellt.  Auf  den 
Flügeln  des  Altares  sind  Siephanus  und  Laurenlius,  Christo- 
phorus  und  Sebastianus  und  andere  trefflich  abgebildet. 
Einsender  dieses  ist  nicht  im  Stande,  das  ganze  Altarge- 
malde  genau  zu  beschreiben  oder  eine  Zeichnung  davon 
zu  fertigen,  zumal  selbst  Kunstkenner,  welche  es  sahen,  aber 
die  ni)thigcn  Huirsmiltel  nicht  hei  sich  halten,  von  ver- 
schiedenen Figuren  bis  jetzt  nicht  sagen   konnten,   wen   sie 


vorstellen.  Der  Name  des  Malers  ist  zwar  mit    W/   bezeich- 
net   un<i    als    Jahr    I'jIa^)    angegeben;  allein   schon   1735 


W 


*)  Bekannt  ist  ein  ganz  »hnlirhes  .Vonogrninni  iiiil  der 
Jahreszahl  l.'')16  auf  alten  llolz.schnitlcn,  Brulliot  I,  Nr. 
3160h.  F"ur  jene  Zeil  wäre  es  niiht  unmöglich,  dafs 
der  Maler  des  erwiihnlen  Allarhildes  und  der  Zeichner 
der  Iluluchnitlc  dieselbe  Person  gewesen. 

Anni.  d.  Red. 


wurde  in  den  „Hamburger  Berichten"  angefragt,  welcher 
Maler  sich  dieses  Zeichens  bedient  habe,  und  es  konnte  da- 
mals keine  genügende  Antwort  gegeben  werden. 

Merkwürdig  ist,  dufs  in  Artelshofen  sich  von  Geschlecht 
zu  Geschlecht  die  Sage  erbalten  bat,  das  scbune  Altarbild 
sei  in  einem  Kriege  den  Türken  abgenommen  worden  und 
durch  einen  früheren  Gutsherrn  bieher  gekommen.  Dieser 
Gutsherr  wäre  wohl  Lazarus  llaisdorl'er ,  der  1598  starb 
und  mit  seiner  Gemahlin  unten  an  den  innern  Flugein  des 
Altars  kiiieend  abgebildet  ist.  Unmöglich  wäre  es  nicht, 
dafs  in  die  Hände  eines  nurnhergischen  Patriziers  ein  sol- 
ches Bild  kam,  das  man  in  einem  Kriege  den  Türken  wie- 
der abgenommen  hatte.  Gewifs  ist  z.  B.,  dafs  Dom.  I,  |i.  Trin. 
11)89  in  der  nur  eine  halbe  Stunde  von  Arlelsliofeii  ge- 
legenen Kirche  zu  Vorra  ein  20 — 30  Jahre  alter  Türke 
getauft  wurde,  welcher  im  Turkeukriege  zu  Ul'en  gefangen 
genommen  ,  nach  Nürnberg  gekommen  und  un  den  Patrizier 
Gusl.  Phil.  Tezel  verschenkt  worden  war. 

Einsender  wollte  mit  diesen  Zeilen  Kunstfreunde  und 
Kunstkenner  auf  das  Allargcmälde  in  Artelshofen  aufmerk- 
sam machen  und  erlaubt  sich  die  ergebenste  Bitte,  es  mochte 
gefiilligst  in  diesen  Blultorn  mitgetheilt  werden,  welcher 
Meisler  nach  dem  angegebenen  Monogramme  das  Gemälde 
verfertigt  habe. 


Zur  müiixkiiiide  der  .%btrl  AieiihiirK. 

Von  Tb.  Stenzel,  Pastor,  in  Mutha  bei  Zerbst. 
(Schlufs.) 

Nach  Nienburg  dtlrflen  wir  auch 
3.  folgenden  ganz  dünnen,  llitterarligen  Brakteaten  zu  ver- 
weisen haben:    „In   einem   von  erhöhtem  Bande  umgebenen 
Kreise  wird  von  einem  ausgestreckten  Arme  ein  Krummstab 
gehalten,  an  dessen  Fufs  ein  N  gehängt  ist." 

Dieser  gewifs  höchst  seltene  Braklenl  ist  in  einem  ein- 
zigen Stück  gefunden  worden  mit  Stolhcrger  und  Hal- 
lenser Münzen,  ferner  mit  Münzen  aus  der  Gegend  am  linken 
Eibufer  bis  Werben  iinil  der  östlichen  Seile  des  Harzes, 
einschliefsiich  Goslar,  HallierstadI ,  auch  Magdehure,  dann 
mit  Stücken  auÄ  den  Brandenburg.  Prägcstadleii  der  Gegend 
von  Kyritz  u.  s.  w.,  Sandau,  Brandenburg,  Bathenow,  Plauen 
bis  Burg  und  einigen  Gepragen  der  Altmark  aus  der  Ge- 
gend von  Wolmirslädt.  Da  nun  auf  dieser  ganzen  Strecke 
kein  Bisthum,  keine  Abtei,  kein  Kloster  mit  einem  N  zu  fin- 
den isl,  dem  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit  obiger  Brakteat 
zugewiesen  werden  könnte,  denn  das  Bistlinm  Naumburg 
und    das   Kloster  Nordhausen    haben    auffallend    andere  Gc- 


Lcben. 

Erecu|;unf;  iin( 

Erwerb. 

HaDitcUmittel 


181 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


182 


prüpc  und  ihre  Münzen  tragen  Jahrliunderte  hindurch  einen 
fast  iinveninclcrt  andern,  unserm  Braklealrn  enlscliieden  ent- 
jegenslelienilen  Tjpus  ( vgl.  Posern-Kicll  a.  a.  ü.  S.  264 — 
877,  Tfl.  X\X  IT.  und  S.  167  IT.,  Tfl.  \LIV,  6— 11  und 
XXllI,  1 — .i):  so  er.-cheini  es  mehr  als  wiilirstlieinlich,  dafs 
wir  auch  hier  eine  Nienburger  Münze  vor  uns  haben.     Dafs 


Der  1847  bei  Nienburg  gemachte,  im  herzogl.  Gab.  zu 
Dessau  oiifbewahrle,  von  mir  in  der  Numism.  Ztg.  v.  1856, 
Nr.  18  mitgclheilte  I'°und  entliidt  229  meist  ganz  bekannte 
Brandenb.  Pfennige  aus  dem  Ende  des  13.  und  Anfang  des 
14.  Jahrhdis.  In  diese  Zeit  ^ehOrl  also  auch  unser  daraus 
herrührende  Br.  Nr.  4.    Derselbe  konnte  von  dem  Nachfolger 


dieselbe  spätem   Ursprungs    ist,    als   obige   Halbbrakteateo,      des  oben  erwähnten  Abts  Hermann ,    dem  Abt  Conrad   aus- 


licgt  auf  der  Hand;  denn  in  hiesiger  Gegend  huldigte  man 
höchstens  bis  115U  dem  unzweckaiiiTsigen  N  erfuhren,  llalh- 
brakteatcn  (Bilaterales)  zu  priigen,  d.  h.  die  dtiunen  Miinz- 
blecho  nach  der  Weise  der  früheren  stärkeren  üenure  mit 
zwei  Stempeln  zu  prägen,  wodurch  die  )lünze  ein  undeut- 
liches Gepräge  erhielt,  indem  die  Eindrücke  des  ersten 
Stempels  durch  den  zweiten  meist  wieder  verschlagen  wur- 
den. ") 

Doch  nun  zurück  zu  dem  Aller  unseres  Brakleaten  Nr.  3 
und  der  Zeit  seiner  Entstehung. 

Nach  den  Erfahrungen  eines  sehr  tüchtigen  und  zuver- 
läfsigen  Munzkenncrs,  des  Heim  Krelzschmer  in  Berlin,  der 
diesen  Münzfund  gesiebtet  bat  und  dem  ich  die  Alittbeilung 
darüber  verdanke,  gehören  die  Münzen  dieses  Fundes  in  die 
Zeit  von  1270.  L'nser  Brakteat  konnte  also  von  Abt  Ueb- 
hard,  oder  von  Abt  Hermann  liciiiiliren,  die  vor  und  nach 
1270  in   Nienburg  regierten. 

4.  Mit  diesem  Brakleaten  hat  ferner  folgender,  vielleicht 
nur  20  Jahre  jüngerer,  eine  unverkennbare  Aehnlichkeit: 
„Ausgestreckter  Arm  aus  Wolken,  einen  Krummslab  hal- 
tend; Band  gestrichelt." 

Da  wir  also  hier  gleichfalls  einen  von  einem  Arm  ge- 
haltenen Krummstab,  somit  fast  genau  dieselbe  Vorstellung 
wie  bei  Nr.  3  haben;  da  ferner  dieser  Brakl.  Nr.  4  bei 
Nienburg  selbst,  also  auf  dem  Gebiete  unserer  Abtei  gefun- 
den worden  ist:  so  hat  die  Annahme  viel  für  sich,  dafs  der- 
selbe ebenso  wie  Nr.  3  nach  Nienburg  gebort. 


*)  Vergl.  V.  Posern  a.  u.  O.  S.  lül  iirul  S.  .') ;  und  zum 
Beweis  siehe  II.  l'b.  Cappc,  yuedlinb.  .Münzen,  S.  117 
bis  22,  die  Münzen  der  Aeblissin  Agnes  I.  (,1095—1113. 
Nr.  7-14},,dcr  Aeblissin  Gcrburg  (1113—37.  Nr.  15— 18) 
und  der  Aeblissin  licalrix  II.  (1138—61.  Kr.  19-39.). 
Von  I.clilerer  sind  nach  ('iippeS.22  „die  ersten  IIolil- 
niünzfn,  ilnmals  Pfennige,  spiitcr  viin  .Sihrifl.>-tclliTn, 
Vüni\ollic  (din  Ziilyeniis.sin  I)  nie  BrnUlcaten  (.'cniinnl. " 
Vrrgl.  endlich  auch  die  Alihildiingcn  .MHgdiliiir;,'iT  Mün- 
zen durch  Direktor  Prof.  >Mg(;erl.  Die  ilalbbrakt.  Nr.  7 
und  8  sind  vielleicht  von  Erihischof  Heinrich  (1102 — 
1107)  oder  von  Adelgol  f  1 107— 1 119);  doch  licfscn  beide 
Erzliisrliöfe  schon  reine  und  schöne  Bnikleiilen  priigen, 
I\>.  9—11.  Ob  Nr.  12,  von  Conrnd  (  —  1112)  ein  Dinar 
oder  HalhbrakUiit  ist,  verniiig  ich  nicht  «nzugi-licn. 


gesangen  sein.  Des  Letzteren  Kegierungszeit  vermag  ich 
nicht  genau  anzugeben;  er  wird,  nach  Beckmann,  in  Ur- 
kunden von   1292  und   1303  erwähnt. 

Hatte  ich  den  Brakl.  Nr.  3  schon  vor  3  Jahren  gekannt, 
würde  ich  schwerlich  den  ihm  ähnlichen  Nr.  4  einem  Bran- 
denburg. Bislbum  zugewiesen  haben,  wie  das  in  meiner 
Mittheilung  über  den  Fund  bei  Nienburg  geschehen  ist. 

Die  2.  Art  von  Brakt.  in  diesem  Funde:  „Stehender  Hei- 
liger, in  der  Bechten  einen  Schlüssel,  in  der  Linken  einen 
Kreuzstab  hallend"',  gieht  aber,  obgleich  bei  N.  gefunden, 
keine  Berechtigung,  selbige  darum  auch  dahin  zu  verweisen; 
vielmehr  gilt  wohl  in  Beziehung  auf  diese  meine  frühere 
Annahme  Brandenhurgischen  Ursprungs. 

Sollten  nun  weitere  Forschungen  hierüber  die  Richtig- 
keil obiger  Angaben  noch  näher  begründen :  so  fällt  auch 
v.  Posern -Kielt's  Wort,  S.  283:  „Es  ist  zweifelhaft,  ob 
nach  dem  Jahre  1166  überhaupt  das  Münzrecht  in  Nien- 
burg noch  ausgeübt  worden  sei." 

Wohl  ist  durch  Urkunden  hinlänglich  bestätigt,  dafs, 
nachdem  1166  Kaiser  Friedrich!,  das  Kloster  Nienburg, 
das  zuvor  unmittelbar  unter  den  Kaisern  gestanden,  dem 
Erzbischof  zu  Magdeburg  untergeben  halte,  das  Kloster  von 
den  Erzbischofen  viel  Eingriffe  in  seine  Gercchlsame  er- 
dulden und  deshalb  oft  beim  Papst  klagen  mufste.  Aber 
darum  läfst  sich  noch  nicht  mit  Recht  schliefsen,  dafs  die 
Erzhischöfe  dem  Kloster  alle  Münzgercchlsamkcit  genom- 
men haben.  Wie  lange  aber  in  Nienburg  gemünzt  wurde, 
ist  zur  Zeit  noch  unbekannt. 

Dafs  Nienburg  gar  nicht  Gebrauch  gemacht  habe  von 
seiner  Münzgcrcchlsamkeit  im  12.  Jahrb.,  darf  man  nicht 
daraus  schliefsen,  dafs  in  einer  Schenkungsurkunde  eines 
„devoten  Mannes,  Aggihard  oder  Eggihard  sampt  dessen 
Ehe-Genos.-iii  Adelheid",  welche  nach  Beckm.  S.  433  ,,umbs 
Jahr  1117"  Busgestcllt  und  vom  Magdeb.  Krzbischof Adelgot, 
der  bi^  1119  regierte,  bestätigt  worden  ist,  „6  Solidi  Mag- 
deb. oder  Goslar.  Münze  (Wahrung)"  erwähnt  wer<len. 
Der  Inle.^taterbc  Eginhnrd  war  ja  nicht  an  den  .Miinzfiifs  in 
Nienburg  gebunden,  und  wir  linden  in  amlcrcn  Irkniiden 
gleichfalls  die  \\iihrung  von  Niichharslaalcii  in  l'rkundcn 
von  Stadien  angegeben,  wo  eigene  Münzen  waren. 


183 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsclieii  N Or/.eil. 


184 


Lebensweise.    S|t ielUarteii  voiii  15.  lind  16.  JitlirUiiiiilerl. 

Spiel  und  Zelt- 

'"^'"'-  Von  Dr.  v.  Eye. 

Den  in  Nr.  7  des  vorigen  Jahrganges  unseres  Anzeigers 
besprochenen  Spielkarlen  lassen  wir  die  Beschreibung  einer 
Anzahl  anderer  folgen,  die  ähnlich  «ie  ein  Thtil  jener  vor 
Kurzem  hinter  einer  allen  Wandverliifclung  zu  Nürnberg 
gefunden  und  in  den  Boilz  des  germanischen  Museums  über- 
gegangen sind.  Die  Zahl  derselben  belaufl  sich  auf  b3  Stuck, 
welche  mehr  oder  weniger  gul  erhallen  sind  und  7  ver- 
schiedenen Spielen  angehören.  Ist  unter  diesen  auch  keins, 
das  an  Aller  dem  ältesten  der  früher  beschriebenen  gleich- 
käme, auch  die  spateren  Karten  weder  an  Grofse  noch  guter 
Ausfuhrung  der  Zeichnung  mit  dem  besprochenen  Krfurdler 
Spiele  sich  messen  können,  so  ergeben  sich  doch  bei  Ver- 
gleichung  der  sümmllichen  neuerworbenen  Karlen  einige 
Gesichtspunkte,  die  nicht  ohne  Interesse  sein  dürften.  Wir 
lassen  jedoch,  ehe  wir  diese  hervorbeben,  eine  kurze  Be- 
schreibung der  einzelnen  Spiele  folgen,  soweit  diese  sich 
in  unsern  Händen  behiiden. 

Das  am  vollständigsten  erhaltene  Spiel  ist  zugleich  eines 
der  alteren.  Es  gehurt  der  zweiten  Hälfte  des  15.  Jahr- 
hunderts an  und  enthült  noch  25  einzelne  Bliiller,  darunter 
10  mit  Figuren.  Von  den  in  Abbildung  beigefügten  Karlen 
sind  iNr.  1,  4,  5  u.  6  diesem  Spiele  entnommen,  aus  denen 
ma  n  die  Gröfse  der  Blatter  und  die  Art  der  Zeichnung  er- 
kennen kann.  Die  Originale  sind  mit  der  Chablone  colorirt. 
Besonders  benierkenswerth  sind  aus  diesem  Spiele  die  Kar- 
len Herzenvier  mit  einem  Spruche:  „Ich  edels  plut  das 
wenig  gewint  vnd  vil  vertut",  sodann  Schellenunter 
als  Schütz,  wie  ein  ahnlicher  im  Slargardtschen  Antiquariats- 
kalaloge,  Berlin,  1856,  Nr.  XXVIII,  abgebildet  ist;  Herzen- 
unler,  ein  Mann  in  einer  Gugel,  mit  einer  Art  Narrenpeitsche 
schlagend;  endlich  Eckern  zw  ei  mit  dem  Löwen  und  der  Adresse 
des  Fabrikanten  Clas  Olli.  Ein  zweites  Spiel  von  noch  13 
weniger  gul  erhaltenen  Karten  ist  diesem  sehr  ähnlich  und 
gewifs  gleichzeitig  und  vom  selben  Fabrikanten,  wenn  auch 
nicht  von  denselben  Stöcken  abgezogen.  Als  das  dem  Aller 
nach  drille  Spiel  scheint  uns  dasjenige  bezeichnet  werden 
zu  müssen,  aus  welchem  die  Karte  unter  Nr.  3  abgebildet 
ist.  Es  enthalt  noch  1 1  Blätter  und  darunter  drei  Figuren, 
die  ihrer  Tracht  nach  in  das  2.  Viertel  des  16.  Jahrhunderts 
zu  setzen  sind.  Eckernzwei  zeigt  wieder  den  Löwen  mit 
derselben  Adresse  und  einem  VVappenschilde,  auf  welchem 
eine  Schaufel   oder  Pllngschnr  als  NN'sppenbild  sich  belindel. 


Unter  Schellenzwei  ist  ein  sitzender  Panther  mit  einem  Wap- 
penschilde auf  der  Brust  ohne  Bild  angebracht.  —  Der  Mille 
oder  zweiten  Hälfte  des  16  Jalirliumlerls  gehört  ein  viertes 
Spiel  an,  von  dem  sich  noch  12  Karlen  erhalten  haben  und 
dessen  Figuren  bereits  die  entschieden  ausgebildete  Pluder- 
hose tragen.  Nr.  2,  7  und  8  gehören  diesem  Spiele  an, 
von  denen  der  Löwe  unter  Eckernz«ei  wieder  die  Adresse 
des  Clas  Oth  mit  dessen  Wappen  und  Herzenvier  das 
Nürnberger  \\'appen  trägt.  Die  Karle  ist  etwas  kleiner  als 
die  vorigen,  dürftiger  kolorirl,  aber  in  derselben  Weise 
gedruckt.  Auf  einigen  lillitleni  linden  sich  bildliche  Dar- 
stellungen wie  auf  dem  Eifurdlei  Spiele,  jedoch  ärmer  an 
Erfindung,  wenn  auch  eben  so  schmutzig  in  der  Auffassung, 
z.  B.  eine  Sau  vor  einem  Kuthhaufen  u.  s.  w.  Ans  dersel- 
ben Zeit  stammt  ein  anderes  Spiel  von  noch  18  Karten, 
davon  jedoch  die  Adresse  fehlt.  Die  Figuren  haben  dieselbe 
Tracht,  die  übrigen  Karten  einfache  Tbiere  als  bildliche  Ver- 
zierungen. Die  Ausführung  derselben  verweist  sie,  was  ihre 
Entstehung  belriirt,  in  dieselbe  Wcikstalt.  Viel  hesser  ge- 
zeichnet und  kolorirl  ist  die  einzige  erhaltene  Figur  eines 
anderen  Spieles,  ein  Landsknecht  mit  Hellebarde  und  kurzem 
Schwert,  jedoch  haben  sieb  neben  dieser  nur  noch  Herzen- 
acht und  Eckernsechs  erhalten.  Von  dem  noch  übrigen 
S|)iele  ist  nichts  Bemerkenswerthes  mehr  vorhanden. 

Auffallend  bei  den  erwähnten  Spielen  ist  aber,  dafs 
verschiedene  derselben,  die  durch  einen  Zeitraum  von  we- 
nigstens 60  Jahren  getrennt  sind,  unter  derselben  Adresse 
des  Clas  Oth,  die  ohne  Zweifel  den  Verfertiger  angiebl, 
vorkommen.  Da  sich  nicht  wohl  voraussetzen  läfst,  dafs 
ein  und  derselbe  Fabrikant  von  der  Zeit  der  langen  Sclina- 
belschuhe  bis  zu  den  Pluderhosen  sein  Gcsiliuft  betrie- 
ben habe,  so  müssen  wir  entweder  annehmen,  dafs  ein 
gleichnamiger  Sohn  dem  Vater  gefolgt  sei  oder  dafs  auch 
schon  damals  die  Silte  der  festgehaltenen  Firmen  so  weit 
sich  ausgebildet  halle,  dafs  man  selbst  den  Vornamen  des 
Stifters  darin  nicht  aufgab.  Der  Sitz  dieses  Geschäftes  war 
ohne  Zweifel  in  Nürnberg,  da  das  ^^'appen  dieser  Stadt  auf 
einer  der  Karlen  vorkommt.  Die  Karlen  sind  noch  sämml- 
lieli  in  der  Weise  gedruckt,  wie  die  ältesten  Holzschnitte. 
Walirseheinlirb  hielt  man  den  Druck  dieser  plebejischen 
Kunstwerke  nicht  fur  wichtig  genug,  um  Pressen  dafür  ein- 
zurichten, sondern  legte  die  Blätter  nur  auf  die  Stöcke  und 
druikte  sie  mit  dem  Reiber  ab. 


(Mit  einer  lieilngc.) 


Veranlwortlichr  Redaction:     Dr.  Kreih.  v.  n.  «.  Aufieti.    Dr.  A.  v.  Eye.    Dr.  G.  K.  Fromm»  nn. 

Druck  von  Kr.  Campe  *  Sohn  in  MUrnberK. 


CD 


_y 


^ 


BEILAGE  ZIM  ANZEIGER  FLR  KIXDE  DER  DElTSdIEX  \()RZEIT 

i858.  JS?  6.  Jiiui. 


(lironik  des  aicrinanisiiien  Muscunis. 


Als  Kückiinlwürlen  auf  die  Zusendung  seines  neuesten 
Jahrcslitriihlcs  sind  dem  Museum  in  höchst  erfreulicher  Weise 
ansehnliche  neue  Jahresbeitriise  durch  sehr  anerken- 
nende Zusclirillen  zugesichert  worden.  Sowohl  von  refiiercn- 
den  Forsten,  wie  von  Sr.  Durclil.,  Heinrich  l,.\l.\.  j.  I,.,  Fürsten 
von  Re  ufs-Schi  eiz- Köstritz,  als  auch  von  JTichreren  durch- 
lauchliffcn  und  erlauchten  deutschen  Standeslicrrn  sind  jahrl. 
Beiträge  von  Belang  gezeichnet  worden.  So  von  den  Herren 
Fiirslen  Leopold  von  Wa  Idhurg- Würz  a  ch  10  (!.,  Constantin 
von  Waldhurg-Zeil  u.  Trauchhure  2.jn.;  von  dem  Prin- 
zen August  von  Sa  yn-W  ittiienstein-Iierle  hurg  in  V\  ieslia- 
dcn  12fl.,  von  den  Herren  Grafen  Allred  zu  Er  ha  ch- F  urstena  u 
12  11.,  Philipp  Karl  Fiigger-K  irchh  ei  ni-Hohe  n  eck  10  f1., 
Ferdinand  zu  Iscnburg-Philipp>eich  lOfl.,  Friedrich  Lud- 
wig V.  Rechteren-Linipurg  5  fl.,  Alban  v.  Schönhurg- 
Fordcr-Glauchau  etc.  5  Rthlr.,  Joseph  von  Trauttmans- 
dorff  25  fl.  C.-M.  Se.  Durchl.  Prinz  Alaximilian  von  Wied  zu 
Neuwied  sendete  einen  Beitrag  von  5Thlr.,  Fürst  Otto  Mctor 
von  Schon  hurg  fügte  zu  dem  frühem  (jcschenUe  von  50  11. 
nun  abern]:'L<  25  fl.  Herr  Reiclisrath  Freiherr  von  Lolzbeck 
senior  zu  .München  sendete  dem  gcrm.  .Museum  mit  sehr  an- 
erkennender Zuschrift  ein  üeschenk  von  100  fl.  Aufscrdem 
haben  auch  die  Beitrüge  von  Privaten  nach  der  Versendung 
des  letzten  Jahresberichtes  einen  bedeutenden  Zuwachs  durch 
die  Wirksamkeit  der  Agenten  und  anderer  F'reunde  des  .Mu- 
seums erhalten,  wobei  die  Agentur  Hermannstadt  wieder  als 
eine  in  erster  Reihe  für  Gewinnung  von  Jahresbeiträgen,  die 
zum  Theil  sogar  vierteljährlich  eingezahlt  werden,  bezeichnet 
werden  niufs.  Mit  besonderem  Danke  theilen  wir  auch  mit, 
dafs  die  k.  k.  üsterr.  Regierung  dem  Museum  die  1.  und 
2  Lieferung  der  auf  photographischem  Wege  nur  in  geringer 
Anzahl  von  Exemplaren  prachtvoll  hirgeslelllen  nionumenta 
graphica  medii  aevi  mit  dem  Bemerken  übersendet  hat,  „ilafs 
.«ich  die  .Miltheilung  der  weiter  erscheinemlcn  Lieferungen 
vorbehalten  werde,  und  diese  Zusendung  zu;;leich  als  Gegen- 
geschenk für  die  von  dem  german.  .Museum  dem  Institute  lur 
österr.  Geschichlsforschimg  gemachten,  sehr  dankenswerthen 
Gaben  hingenommen  werden  möge."  Das  germanische  Mu- 
seum kann  sich  nur  geehrt  dadurch  fühlen,  dafs  in  diesem  kost- 
baren Werke  eine  seiner  Hands(  hrilten  aus  dem  neunten  Jahr- 
hundert in  Facsimile  niilgetheill  wird.  .Mit  besonderem  Danke 
erwähnen  wir  auch  eines  Geschenkes  Sr.  Durchlaucht,  des 
Fürsten  Karl  Egon  von  Fürsten  berg,  der  dem  Kational- 
museum  die  durch  den,  allen  Kennern  deutscher  Literatur  un- 
vergelslichen ,  F'reiherrn  Joseph  von  Lafsberg  eigenhändig  ge- 
nommenen trelTIirhen  Abschriften  der  alten  Gedichte  „Gauriel 
von  Munla\el,  der  Ritter  mit  dem  Bock"  und  ,,die  Minneburg" 
übersendet  hat. 

IS'ichl  ohne  Anerkennung  ist  die  Freundlichkeit  zu  erwäh- 
nen,  mit  welcher  die  Direktionen  und  Conimissariate  der  deut- 


schen grofsern  Bader,  an  die  wir  un»  wegen  Verbreitung 
unserer  Berichte  wendeten,  durch  zusagende  Erklärungen  ent- 
gegenkamen, insbesondere  die  zu  Baden-Baden,  Doberan,  Elisen, 
Isihl,  Pyrmont,  Teplitz.  Von  Zeitungsredaktionen  sind  in  Folge 
des  letzten  Jahresberiihles  dankeuswerthe  .Anerbieten,  die  Sache 
des  iXationalmuseniiis   fcirdern  zu  wollen,  eingelaufen. 

l\eue  Agenturen  sind  errichtet  worden  in  König  im 
Odenwald,  Hollfeld  in  Oberfranken,  Zeilitzheim  in  Unter- 
franken, Baden  bei  Wien,  Büdingen. 

Von  Vereinen  sind  neu  beigetreten: 
Der  Verein    für    osnabrückische    Geschichte    und   Lan- 
deskunde in    Osnabrück; 
die  naturforschende  Gesellschaft  zu  Görlitz: 

von   Buchhandlungen: 

301.  J.  G.  Engelhardt  (Bes.  B.  Thierbach)  zu  Freiberg  in 
Sachsen, 

302.  V.  Bück  in   l,u\i  inlnirg. 

Für  die  im  Nachfolgenden  verzeichneten  Geschenke  sagen 
wir  unsern  Dank: 

I.    Für  das  Archiv. 

G.  W.  SeitZ,  k.   Pfarrer,  zu  Mkt.  Ipsheim: 

964.  \\  appenbrief  des  Kaisers  Karl  des  F'ünften  für  Hans, 
Ambrosius  und  Cosmas  die  Quetzen.     1541.     Perg. 

G.  Eiffländer,  Kaufmann,  in  Erlangen: 

965.  F'acsiiiiile    von    Luthers    Handschrift    aus    einem  Schreiben 

desselben  an  Paul   Tucher  in   ^ürnberg  vom  Jahre  1544. 
Pap. 

Ein  Ungenannter  in  Nürnberg : 

966.  Em  Faszikel  von  5  .\klensliu  ken ,  die  Streitigkeiten  der 
alten  und  jungen  .Meistersinger  in  Aurnberg  und  den 
zwischen  ihnen  gelrollencn  Vergleich  betr.  vom  Jahr 
1621,  nebst  einem  Verzeichnifs  derselben  und  Hans  Sach- 
sens hinterlassenen   Schulartikeln  v.   1560.     Pap. 

Dr.  A.  V.  Nitschke  in  Braunschweig: 
96".    Schreiben    des    Erzbischofs    Matthias   von    .Mainz    an    den 
Dekan  und  Kantor  der  Barthnloniaeus  -  Kirche  zu  F'rank- 
furt    «.   .M.    wegen    einer   Bitte    des    Dekans    und    Kapitels 
der  S.   .Marien-  und  (icorgs-Kirche  daselbst.    1325.   Perg. 

968.  Conririnalionsbrief  des  Erzbischofs  (ierlach  >ou  Mainz  über 
die  Gruniluiiu  einer  grofsen  Anzahl  >onVikaricen  in  der 
Stadt  Frankfurt  a.   M.      1355.     Perg. 

969.  Lehenbrief  des  Berthold  van  Rutenberge  für  Henninge 
Kalmese  d.  Ae.  und  seine  Brüder  über  den  halben  Zehn- 
ten  zu  Woltorppe.      1446.     Perg. 

9T0.  Lehenbrief  des  Aschwin  van  Sw  ichelde  fiir  Henning  Kulm 
zu  Brnunschweig  ubci  e.  Hufe  Landes  u.  e.  Hof  iii  Mer- 
dorppe.      I47t>.     Perg. 


187 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


ISS 


971.  Lthenbriil  ili;ä  Htrzocs  Friedrich  l'lrich  von  Ur.iiinscli>%fig 
und  Luntliurg  für  Author  Scliwiijeiilierjik ,  seinen  Bruder 
und  seine  Vellcrn  über  einen  Viertel  Zehenden  zu  Grofsen- 
Winnistedt.     1619.     Perg. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Societe    de    l'Histoire   et  des   Beaux-Arts   de   la 
Flandre  maritime  de  France  m  Uunkirdan: 

5146.  I..   de   Baecker,  nnalogie  de  la  liingue  des  Guths  et  des 
Fnink^  aveo  je   S;iriskrit.      1858.     8. 

Dr.  Wilh.  Giesebrecht,  Professor,  in  (umigsberg: 

5147.  Ders.,  de  Gregorii  VII.   Registro  cmcndando.    1858.    8. 

Dr.  Jul.  Glaser,  Professor,  in  Wien: 
Sll^.    Dcri  .  .Viiiilin  Hüter  von  Keuerbach.     1858.     8. 

C.  F.  Waagen,  Professor  und  Director,  in  Berlin: 
5149.    Ders.,    einige  Bemerk,    (iber   die    neue  Aufstellung,    Be- 

leurhl.  u.  tatalogisirung  der  k.  Geinäldeg.nllerie  zu  üres- 

cleri.     1858.     8. 
K.  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Erfurt: 

5130.    I'.   Cüäsul,    ThiiritiKi.Mhe  (Irt.^rKinien,    '.i.  Abhdl.    185«.    8. 
Fr.  Ebner,  Verlagsbill.  in  Ulm  : 

5151.  Gesrb.   d.   Papste.     1853.     8. 

5152.  12  Hexen-  und  Gespenster-Geschichten.     1854.     kl.  S. 

Dr.  H.  Häser,   Professor,   in  Griifsw.ild: 

5153.  Slrater,   de  ijuelle  uianiere  prenail-on  les  bains  du  temps 
de  C'harles-Ouin'  a  Ai\-Ia-Chapelle.     1858.     8. 

Vandenhoeck  &  Ruprecht'.*    Verlagshdl.  in  Gutlingen: 
5101-    \\      Junghans,    die    Geschichte    der    Fränkischen    Künige 
Childerich  und  Chlodovech.     1857.     8. 

5155.  G.  Schmidt,  bibliothcca  bistorico-gcographica.  IV,  2  und 
V,  1.     1856  u.  1857.     8. 

5156.  Die    Accessinnen    der   k.   Univcrsit.ilsbibliothek    in    Got- 
tingen.    1857.     8. 

5157.  E    Sacgelken,  de   .Miillrri  faliuhi   Avari  nomine  inscripta. 
1856.     4. 

K.   preufs.  Gymnasium  in   Schleusingen: 

5158.  lieber  die  Theuiala  zu  deutschen  Ausarbeitungen.  Progr. 
1H.5ft.     4. 

Reinhold  Bechstein  in   Mciniugen: 
51ö'.*.    Dcr.^  ,  il.   .Vii^spracbe  des  .Mittelhochdenischen.  1858.   8. 

K.  J.  Schröer,  Professor,  in  Prefsburg: 

5160.  Uers. ,    Beilrag    zu    einem    VVürterbuchc    der    deutschen 
.Mundarten  des  (Ingrischen  Berglandcs.     1858.     8. 

G.  V.  Ney,  k.  bayr.  Major,  zu  Flaschrnhof: 

5161.  Misccllanea  gencalogica.     Pap.-Hdsrhr.     1787.     2. 

5162.  II.   M.   V.   Thein,   kurlze  Vorzeichnifs  Meinnefs  lieben  An- 
hernfa,  auch   Viillern  etc.     Pnp.-Ildschr.      17.  Jhdt.     4. 

5163.  .'Sinnspruche     aus     verschied,     latein.    Schrillstellern    gc- 
samnielt  von  ('.   Gobel.     Pap.-IIdschr.      17.  Jhdt.     H. 

5164.  Excerpte    aus    verschied,    latein.    Schriftstellern    von    C. 
Gobel.     Pap.-Hdschr.      17.  Jhdi.     8. 

5165.  Titularbuch.     Pap.-IIdschr.     17.    I.ilirh.     8. 


öltiti.  Hanns  F.ibian  Mulzens  von  ^^  alda  Gedachtnus-Buch. 
Pap.-IIdschr.     1603.     4. 

5167.  J.  G.  V.  Gobel,  genealogische  Beschreibuni;  des  uralt 
adclich,  nunmehr  Keichsgrafliehen  Geschlechts  Deren  >on 
Kreitt.     Pap.-Hdschr.     17H2.     2. 

5168.  Exceptio  Aclorum  den  Lehenstreit  Azelricht  betrelTent. 
Pap.-Hdschr.     is.  Jahrb.     2. 

5169.  Drey  schone  Neue  Weltliche  Lieder.     0.  J.     8. 

5170.  Drey  schone  Lieder.     0.  J.     8. 

5171.  De  Floia,  magna  bumani  gencris  plaga,  authore  Schar- 
reo  Schabhaulio.     0.  J.     4. 

5172.  Job.  Henner,  (Vnterricht  vnd  iMelhodus  peregrinandi  f. 
fürstliche  Personen).     1609.     12.     TitclbL  fehlt. 

5173  Fascikd  von  geistlichen  und  weltlichen  Liedern  aus  dem 
vorigen  Jahrh  ,   meist  bandschrifll.     4.  u.  H, 

5174.  riiibstandliche  lielation  der  Stadt  Ambergisclien  belager: 
od.  villuiclir  Caiionir:  vnd  Bombardtirung.  Anno  1745.  2. 

Palm  &  Enke,  VcrIagsbuchhdI.  in   Erlangen: 

5175.  A.  Schwarz,  die  Gülergeuieinschuft  der  Ehegatten  noch 
fränkischem  Rechte.     1858.     8. 

5176.  Fr.  Stein,  Untersuchungen  über  die  Entwickeluncf  und 
Fortbildung  des  deutschen  Sachenrechtes.  1.  Ahlhcil. 
1857.     8. 

5177.  P.  Roth,  Gesch.  d.  Benelicialwesens.     1850.     8. 

5178.  K.  Barth,  Teutschlands  Urgeschichte.  2.  Aufl.  5  Tbic. 
1840-46.     8. 

5179.  Ders.,  über  die  Druiden  der  Kellen.     1826.     8. 

5180.  Ders.,  die  Kabiren  in   Teutschland.     1832.     8. 

5181.  A.  Buchner,  das  iillentl.  Gerichtsverfahren  nach  altd. 
vorzügl.   aitbaierischer  Rcchtsiiflege.     1825.     8. 

5182.  J.  C'b.  Schwarz,  das  Institut  der  Keallasten.     1827.     8. 

5183.  Ders.,  der  Staat  und  die  ersten  Epochen  seiner  Gesch. 
1828.     8. 

5184.  G.  Th.  Rudhart,  über  den  Unterschied  zw.  Kelten  und 
Germanen.     1826.     8. 

51K5.    F.  W.Vichbeck,  die  Namen  der  allen  Teutschen.  1818.  8. 

5186.  G.  W.  F.  Beneken,  Teulo,  oder  Urnamrn  der  Deutschen. 
1816.     8. 

Lust,  Advokat,  k.  in  Straubing: 

5187.  Ordnung  der  Saltz  Arbaiter  in  Kegenspurg.  Pap.-Hdschr. 
1580.     2. 

5188     Der  Tborwartl   beuelch  (in  Regensbura).     Pcrg.-Ild.<cbr. 
I    Bl.     14.  Jhdt.     (|U.  2. 
Ch.   d'Elvert,  Finanzrath,   in   Brunn: 
blJ^ll.     Ib.  .1.   P.ssina,   Mars   .Moraiicus.      Pars  1.     1677.     2. 

Maximilians -Heilungs- Anstalt  in  Nürnberg: 
519U.    24.  Jahresbericht.     1858.     4. 

C.  Becker,  k.  preufs.  Steuerinspektor,  in  Würzburg : 
5l;il.    Marcus    von   Weida,    der    Spiegel    hochlobliclur  Brudcr- 
schalTt  des  Mosenkraiitz   .Marie.     1515.     4. 

Histor.  Verein  f.  Niederbayem  in  Lundsbui: 

5192.  Ders.,  Vcrhimdlungcn,  V.  Bd.*.  3.  u.  4.  H.     1858.     8. 

Hist.  Filialverein  zu  i>euliurg  a.  d.  D.: 

5193.  Ders.,  C'ollcctaneen-Blntt,  1853,  54  u.  1^55,  mit  Jahres- 
bericht.    8. 


i89 


Anzeijrer  für  KumJi;  der  deulscIuTi  Vorzeit. 


190 


Victor  V.  Zabern,  Buch-,  Kunst-  und   Landkarlenliandl., 
jn   -Miiinz: 
5194.    H.  Emden  und  J.   Wrtlcr,  der  Dom   zu   .Mainz  und  scuu- 
bedeutendsten  Denkmäler  in  Originülpholographien.   185". 
2.     Ohne  Text. 
H.  A.   Weber  au-J  Fulda: 
519  j.    KiTj. ,  iiiiijje  Worte,    den  Zwe<k  der  .Muster-Beschäfli- 
gungsanstalt  betr.     0.  J.     kl.   8. 
Dr.  Jgnaz  Zingerle,  Professor,  in  Innsbruck : 
5196     Der.-.,    Barbara    Pachlerin    und    .Mathias    Perger,    iwei 
Hcxcn|irocesse.      1858.     8. 
J.  Th.  Stettner,  Buch-,  Kunst-  u.  .MusikhdI.,   in   Lindau: 
5197.    J.  B.  Haien,  Gattnauer  Chronik.     1854.     8. 

Otto  Janke,  Verlags-,  Buch-  und  KunsthdI.,  in  Berlin : 
519^.    L.   tioUliimmer,  I.lllliauen.     1858.     8. 

5199.  A.   V.   Wlnlerleld,  (jarnison-Geschichten.     1857.     8. 
C.  H.  Beck'äche  Buclihdl.   in   IVürdlingen: 

5200.  Die  deutschen  .Mundarten.  Vierteljahrsschrift,  herausgeg. 
V.  G.  K.  Krominann.     V.  Jahrg.     1.  H.     1858.     8. 

J.  J.  Weber,  Verlagsbuchhdl.,  in  Leipzig: 

5201.  IL  A.  .Muller,  die  .Museen  und  Kunstwerke  Deutschlands. 
2  Thle.     1857—58.     8. 

5202.  W.Schäfer,  deutsche  Stadtewahrzeichen.   I.Bd.  1858.8. 

5203.  A.  .Morin ,  Abrifs  der  polit.  Gesch.  der  Schweiz.  Aus 
dem  Französ.  v.  Th.  Beck.     1858.     8. 

Brückner  &  Renner,  Hofbuchhdl.,  in  .Meiningen: 

5204.  (.'.  F.  Hartmann,  biogr.  Bilder  und  Skizzen  aus  dem 
lierzogth.  Meiningen.     1.  H.     1857.     8. 

Verein  für  thüringische  Gesch.  in  Jena: 

5205.  Dcrs.,  Zeit.-ichrilt.     III  ,  2.  u.  3.  ti.     1858.     8. 

5206.  Zeitschr.  für  die  Gesch.  d.  Oberrheins.  Herausgeg.  durch 
durch  F.  J.  .Mone.  8.  Bd.  u.  9.  Bds.  1.  u.  2.  H.  1857 
u.  58.     8. 

5207.  C.  G.  DumgC;  rcgcsta  Badensia.     1836.     4. 

KÖrner'sihe   Buchhdl.  (E.   Weingart)  in  Erfurt: 
52(1'*.    J.  Ph.  Heinse,  kurzgefafste  Zusammenstellung  der  merkw. 
in   Erlurl  vorgefallenen  Ereignifse.     1856.     8. 
A.  D.  Geisler,   Buch-  und  KunsthdI.,  in   Bremen: 

5209.  G.  W.  Schäfer,  Grundrifs  der  Gesch.  der  deutschen  Li- 
teratur.    8.  Aufl.     1858.     8. 

Dittmer'ache  Buchhdl.  in  Lübeck: 

5210.  J.  W.  Dittmer,  die  Lübeckischen  Wassermühlen  im  13. 
Jahrh.     1857.     8. 

Gust.   Kühler,  Buch-   u.   KunsthdI.,  in  Crefeld: 

5211.  H.  Kopstadt,  Gesch.  der  früheren  latein.  Schule  in  Cre- 
leld.     0.  J.     8. 

Schulze'.'.i  lie   Buchhdl.   in   Oldenburg: 
521:;.    L.  V.  \\ellzien,  militairische  Studien  aus  Oldenburgs  Vor- 
zeit.    1858.     8. 
Zeiser's  Buch-  und  KunsthdI.   in  IVürnberg: 

5213.  Allirecht   Diirer-Allium.     5.  Lief.     (1858.)     gr.  2. 
Jos.   GÖfsmann,   Landgerichtsrath,  zu  Fulda  : 

5214.  Bellrage  zur  Gesch.  des  vormaligen  Furstcnthums  Fulda. 
lHä7.     8. 


Gust.  Heckenast's  Verlag  in  Pest: 

5215.  V.   Iliinnan^ky,    geogr.    Handbuch    des  Kunigr.  Ungarn. 

1«58.     s. 

Dr.  E.  FÖrstemann,    Bililiuthekar   u.   Lehrer  am    Lyceum 

zu   \\  ernJL'erode  : 

5216.  Dcrs.,  alldeutsches  naiiieiihurh.  II.  Bd.  Orl.«naiiicn. 
fi.   Lief.     185S.     4. 

K.  W.  Bouterwek,  Director  des  Gymnasiums  in  Ellierleld  : 

5217.  Die  virr  E\ani;elien  in  alt- iiordhumbrischer  Sprache, 
heraiisg.  v.  K.   W.   Bouterwek.     1857.     8. 

Polytechnischer  Verein  in  Würzburg : 
521«.    Der.*.,  Wo(  hcnschrift.     VIII,  Nr.  14—18.     1858.     8. 
G.  Simon,  Olierplarrer,  in   .Michelsladt: 

5219.  J.  i'.  W .  LucU,  Versuch  einer  Kelormations-  u.  Kircben- 
gesch.  der  (irafschaft  Erbach  und  Herrschaft  Breuberg. 
1772.     4.     üefect.      • 

5220.  Ders. ,  histor.  Genealogie  d.  Keichsgräfl.  Hauses  Erbach. 
1786-     2. 

V.  Proeck,  Obersllieutenant,  in  Guben: 

5221.  Alb.  Kranlz,  Saxonia,  verdeutscht  crkleret  und  gebessert 
durch  B.  Fabrum  Soranum.     1563.     2. 

5222.  Türckische  Historien.  Von  der  Türeken  .Xnkunffl.  1563.  2. 

5223.  S.  Frhr.  v.  Herberstein,  .Moscouiter  wunderbare  Historien. 
1563.     2. 

IiÜSt,  Advoiat,  in   Straubing: 

5224.  Geschicht-mäfsige  Kachricht  von  dem  Hofniark-  u.  Land- 
sassen-Gut Liickenpaint.      0.  J       2. 

Societe   d'histoire   et  d'arch^ologie  de  Gen^ve  m 

Genf: 

5225.  Dies.,  .Memoires  et  documents.    T.  1  — 10.    1842—54.   8. 

5226.  Leon.  Baulacre,  Oeuvres  histuriques  et  littäraires.  Re- 
cueillies    et    mises    en    ordre    par    Ed.    Mallet.     2    Bde. 

1857.  8. 

Chr.  Ph.  Herbst,  Plarrer,  zu   .Mundingen: 

5227.  Dcrs.,  Gesch.  d.  Dorlis  Mundingen  im  Breisgau.   1856.  8. 

5228.  D.rs.,   die  Burg  Hachberg   im   Breisgau.      1651.     8. 
G.  Brückner,  l'rolessor,  in   .Meiningen: 

5229.  Bamberg,  über  die  reflexiven  Zeitwörter  iler  deutschen 
Sprache.     Progr.     1858.     4. 

5230.  Emnirich,  .Miitheilungen  aus  dem  Archiv  des  Hildburg- 
haiiser  Gymnasiums.     Progr.      1858.     4. 

5231.  Die  deutsche  Sprache  in  der  Realschule.  rro:;r.  (Saal- 
leid).     1858.     4. 

5232.  J.  L.  Heim,  zwei  kurze  Abhandlungen  etc.     1766.     8. 
Comite  Flamand  de  France  in  Dunkirchen: 

5233.  Dass.   liullilin.     .\r.  «.      l.-^j«.     8. 
L'Institut  historique  in  Paris : 

5234.  Dass.,  L'investigaleur.     T.  VI).  III.   Serie.     2^0.  Livrai«. 

1858.  8. 

Dr.  H.   G.  Gengler,  Professur,  in   Erlangen: 

5235.  Dcrs.,  Leilladeu  zu  aknd.  Vorics.  über  das  im  honigr. 
Bayern  diesseits  (1.  Rh.  gellende  gesammtlandiscb«  Pri- 
>  airecht.      1857.      8. 

W.  Streib,  Landbaumeister,  in  Kobuig: 

5236.  .Mandat  Kaiser  Leopolds,  der  Anwerbung  von  Fufsvolk 
von  Seile  Albrechls,  Herz,  zu  Sachsen,  lür  den  Turken- 
krieg  nichts  entgegen  zu  haben.      1694.     gr.  i|U.   2. 


191 


Anzciirer  riir  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


192 


Dr.  Ethbin  H.  Costa  in  Laibadi: 

5237.  iJirs,,   die   AJtläberger  Grolle.      1858.     8. 

Bauer  &  Raspe,  Verlagsbuchli.  (Jul.  Merz),  in  IVürnberg: 

5238.  Zcilschr.  f.  ilruischc  Kullurgcscti.  Herausgeg.  v.  Job. 
Müller  und  Jub.  Falk«.     Slaihefl.     1858.     8. 

G.  Krause,   lunogl.   Anballiscber  llolriitli,   in   ('(ithun: 

5239.  Tai'tbucli  Chrislians  des  Jüngeren,  Fürst  zu  Anball, 
heransgeg.  v.   G.   Krause.      1858.     8. 

E.  L.   Friderichs    VerlagshdI.  in   Elberfeld: 

5240.  .\.  Tiiierry,  Erzabjiingen  aus  d.  merovingischen  Zeilen. 
1857.     8. 

Hurter'si  he  liuibhdl.  in  SchafTliausen  : 
5211.    II.   W.   Bensen,   das   Verbangnifs   .Magdeburgs.     1858.    8. 

5242.  K.  Ilieiiier,  die  Einführung  des  ("hrrslenlh.  in  d.  deutsclien 
Landen.     II.  Th.   l.Bdchen.  III.  Th.  2.  Bdchen.  1858.  8. 

G.  D.  Teutsch,  Director,  in  Schäfsburg: 

5243.  Ders.,  (jesrh.  d.  Siebenbürger  Sachsen.  6.  Hfl.  1858. 
kl.  S. 

J.  L.  Schmid's   Verlag  in  Nürnberg: 

5241.  .\.  V.  Eye  und  Jar.  Falke,  Gallerie  der  Meisterwerke 
alldeutscher  Holzschneidekunst.     6.  Lief.     1858.     gr.  2. 

Dr.  M.  B.  Kittel,  lUrtor  u.  I.yieal-Professor,  in  Asihairen- 

l.lirg: 

5245.  Ders.,  die  Bauurnaniente  aller  Jahrhunderte  an  Gebäuden 
der  Stadt  .\schaircnburg.     1.— 10.  Lief.     1843—57.     4. 

Dr.  Sträter,  Badearzt,  in  Aachen: 

5246.  Ders.,  de  quelle  uianierc  prenait-on  les  bains  du  tenips 
de   t'harles-C'uinl  ä  Ai.\-la-t'ha|iulle.     1858.     8. 

Histor.  Verein  für  das  Grofsherzogthum  Hessen 

in   l)arin:itadl : 

5247.  Uers  ,  Urkunden  zur  hess.  Landes-,  Orts-  und  Familien- 
geschichte.    5.  u.  6.  H.      1858.     8. 

5248.  Ders.,  periodische  Blätter.     Nr.  1—5.     1857—58.     8. 

Fr.  Mauke,  Verlagsbuchhdl.,  in  Jena: 

5249.  A.   Vogel,   Ratherius  von   Verona.     2  Thie.      1854.     8. 

5250.  F.  V.  Huhn .  die  materielle  Ucbereinstiminung  der  rüin. 
und  gern).  Rechlsprincipicn.     1856.     8. 

5251.  C.  Schmidt,  die   Gotlesfreunde  im   14.  Jahrb.    1855.    8. 

5252.  F.  H.  Wcgele,  Arnold  v.  Scienhofcn.     1855.     8. 

5253.  A.   I'hillippe,   Ge.Mh.   der  Apotheker.     2  Lief.     1854.     8. 
52.54.    h.    G.    Naumann,    geneal.    (iesih.    der    Europ.    Staaten. 

1855.     2. 

5255.  C.  W.  tiollling,  Thusnelda,  Arminius'  Geuinlilin,  und  ihr 
Sohn  Thumelicus.     1856.     gr.  iju.  2. 

Dr.  Reufs,  <|U.   Professor,   in   Nürnberg: 

5256.  Uers.,  lecliones  de  scientiarum  naturalium  historia  :  Inest 
lecliunum  Samoniciarum   partic.   I.     f|H36.j     4. 

5257.  S.  Benedict!  Crispi  conimentariuni  medicinale  edidil  J. 
V.   Ullrich.     1835.     8. 

5258.  J.  T.  Kohler,  pnmvs  inlcr  Gernianus  arlis  salvlans  perilia 
cclebrii  Winlarvs  Caruli  .M.  medicvg  illustratvs.   1757.  4. 

5259.  Bedeullung  der  Farben  vnnd  welche  einem  ycden  nach 
Einflufs  der  vier  Complexioncn  zuelragcn  bei|uemb  vnnd 
glücklnh  sein.     I'ap.-Hdschr.     I   Bl.     16.  Jhdi. 


Franz  Kindscher,  Oberlehrer,  in  Zerbst: 

5260.  Dir.*.,  l  rluinilensaiiiriil.  zur  Gesch.  v.  Anhalt.  Einleit.: 
l'eter  Beckers  Zcrbster  Chronik.    (Schlufs.)    1858.    4. 

C.    SchUnemann's    Buchbdl.    (J.    Kühlmann    il'    Coujp.)    in 
IJreiiien  : 

5261.  Gebührende  Zurechtweisung  der  ungebührl.  .Misdculungen 
d.  H.  Dr.  H.  A.  .Müller  in  seinen  Irrlehren  über  plasl. 
Denkmale  in   Bremen.     1857.     8. 

Verein   für  Osnabrückische  Gesch.    und  Landes- 
kunde   in  llsniilirück: 

5262.  Ders.,   .Mitlheilunu'<n.      I.— ö.   Bd.      1848—58.     8. 

C.  A.Sch\vetschked^Sohn,  (.M.Bruhn),  in  Braunschweig: 
.5263.    Allgeni.   Monatsschrift  für  Literatur.      1850—54.     8. 

5264.  \V.  Wachsmuth,  Gesch.  der  polil.  Parteiungen.  1.— 3.  Bd. 
1853—56.     8. 

5265.  Cb.  H.  Si\t,  I'ctrus  Paulus  Vergerius.     1855.     6. 

5266.  J.  Mutzeil,  geisll.    Lieder.     1.  Bd.     1856.     gr.  8. 

5267.  K.  Knies,  die  polit.  Oecunomie  voui  Standpunkte  der 
histor.   Methode.     18,53.     K. 

5268.  J.  F.  üanneil,  Kirchengesch.  der  Stadt  Salzwedel.  1842.  8. 

5269.  G.  Schone,  die  .Amtsgewalt  der  Fränkischen  .Majores 
Domus.     1856.     8. 

5270.  E.  Wippermann,  steht  die  Grafschaft  zu  Waldeck  unter 
hessischer  Lehenshi-rrlichkeit?     1847.     8. 

5271.  F.  Miiller,  Beitrage  zur  Gesch.  des  Hexcnglaubens  und 
des  Hexenprozesses  in  Siebenbürgen.     1854,     8. 

5272.  K.  Barthel,  die  classische  Periode  der  deutsch.  National- 
literatur im   Mittelalter.     1857.     8. 

5273.  E.  Brinckmeier,  Itinerariuni  der  deutschen  Kaiser  und 
Könige.     1818.     8. 

5274.  K.  eil.  L.  Franke,  Gesch.  der  Hallischen  Keformation. 
1841.     8. 

5275.  C.  Hesscnmüller,   die  Frauen   u.  d.  Chrislenlli.    1856.    8. 

5276.  Kegister  über  das  .\rchiv  des  Criminalrechls  von  ilen 
J.  1798  bis  1856  incl.  1857.     8. 

5277.  Die  Gedichte  Walthcrs  von  der  Vogelwcide,  idicrselit 
von  F.  Korb.     1848.     kl.  8. 

5278.  Das  Kitlerbuih.  Von  K.  Koch.  I.  Bd.  Hartmann's  von 
Aue   Iwein   und   der   arme  Heinrich.     1848.     8. 

5279.  v.  Burigny,  das  Leben  des  Dcsiderius  Erasmus.  Mit 
Berichtig,  und  Zusätzen  v,  H.  Ph.  C.  Henke  2  Bde. 
1782.     8. 

5280.  J.  G.  Mittag,  Hallische  Schulhislorie  1.,  2.,  3.  I  hl  1744 
bis   1748.     8. 

5281.  Archiv  für  die  Gesch.  der  kirchl.  Ueformation,  1.  Bd. 
1831.     8. 

5282.  Wächter,  über  die  deutsche  criminalisl.  Literatur  des 
XVI.  Jahrb.     (lH,-i6.J     8. 

5283.  Ilislor.  und  geogr.  Monatsschrift.  Hcrausgeg.  v.  J.  E. 
Fahri  und  K.   HaiiimiTdnrrcr.      12  St.      1788.     8. 

Ernst  Riecker,  Vrrlagsbuchhdl.,  in   Tübingen: 
52^4     H.    liisc  biil ,    Sebastian    Frank    und    deutsche    Gegchichl- 
schrcibiiiig.      1^.')7.      s, 

8e.  Durchlaucht  Fürst   Carl   Egon   von   Fürsten- 
berg in  Donaucschingen: 
52H.').    Konrail   \on   StulTeln,  Gabriel   von   .Montnvel,  ein  Helden- 
gedicht.      Pap.-.Mischr,   v    J.   v.  Lafsberg.     2. 


193 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil 


194 


5286.  Guilii'lit  von  clir  Minricliurg.    Abschr.  v.  demselben      2. 
J.  G.  Engelhardt,   Bu.bh.ll.  fB.  Thicrbach),   in   Kreibers: 

5287.  G.  E.  litnsilcr,  (jesch.  Freibergs  und  seines  Bergbaues. 
■>.   Al.lh,     1853.     8. 

J.  B.  Metzler'sche  BucbhdI.   in  Slutlgart : 

5288.  Germania.  Nerausgeg.  von  Frz.  Pfeiffer.  III.  Jahrg. 
I.  H.     1858.     8. 

J.  Schuler  v.  Libloy,    o.    6.    Profe.'sor    an    der    Rechts- 
akadeinie   in   ilennannstadt: 

5289.  üers. ,  Siebenbiirgiscbe  Kechtsgcschichte.  II.  Bd.  2.  u. 
3.  Lief.     1856  u.  58.     8. 

Verein  für  siebenbürgiache  Landeskunde  in  Kron- 

slndl: 

5290.  Ders.,  Archiv,     fteue  Folge.     III.  Bd.    l.H.     1858.     8. 
Jac.  Scborner,  Buchhdl.,  in  Straubing:  * 

5191.  K.  .Milterniüiler,  das  Kjosler  .Metten  und  seine  Aebte. 
1857.     8. 

5292.  M.  Siegbart,  Geschichte  und  Beschreibung  von  Straubing. 
2  Bde.     1838.     8. 

5293.  M.  V.  Lori,  Gesch.  und  Beschreib,  der  Stadt  Straubing. 
1830.     8. 

5294.  J  R.  Scbuegraf,  Urit.  Untersuch,  über  den  Urspr.  des 
Straubing'schen  Stadtwappens.     1814.     8. 

5295.  P.  .Maurer,  Vers,  einer  Chronik  iiber  den  Markt  Viech- 
tach.     1835.     8. 

5296.  A.  Kien,  der  Bogenberg.     1847.     8. 

5297.  Th.  Mortl,  üonaubilder.     1843.     8. 

5298.  Ders.,  I'.heinbilder.     Keue  Ausg.     1847.     8. 

5299.  Ders.,  Bilder  aus  dem  Bayerwalde.     1848.     8. 

Ph.  E.  Manger,  Kreissekr.  u.  Stiftsrentmeisler,  in  Siegen : 

5300.  J.  H.  Steubing,  Kirchen-  u.  Rcformat.  -  Gesch.  der  üra- 
nien-iVassauischcn  Lande.     1804.     8. 

Ferdinandeum  in  Innsbruck: 

5301.  Dass.,  Zeitschrilt.   III.  Folge,  6.  n.  7.  H.    1857  u.  58.    8. 

5302.  Dass.,  27.  Jahresbericht.     1857.     8. 
Karl  Arnd,  Lnndbaumeislcr,   in   Hanau : 

5303.  Ders,  Beitrage  zur  Erforsch,  der  Baiidenkmale  der  Ger- 
manen und  Römer  in  d.  untern  Maingegend.  1858.  8. 
2   Exempl. 

Dr.  L.  Hölscher,  Oberlehrer  am  Gymnasium  zu  Herford: 

5304.  1.  Jahresber.  d.  westphal.  Gcsellsch.  für  Vaterland.  Cul- 
tur.     1826.     4. 

5305.  K.  Matthison ,  Bemerk,  über  das  Studium  der  deutschen 
ft'ationalliteralur-Gesch.  auf  gciclirten  Schulen.  I.  1831.  4. 

5306.  20  kleinere  Schriften   verschied.   Inhalts.     4.   u.  8. 

Christian  Kaiser,   Buchhdl.,  m   München : 

5307.  K.  Maurer,  die  Bekehrung  des  \orwcg.  Stammes  zum 
Christenlhuiii.     2  Bde.      !h6.^)  u.   1856.     8. 

5308.  Ders.,  Beitrage  zur  Rechlsgcsch.  des  gerinan.  Wordens. 
H.  1.     1852.     8. 

5309.  G.  L.  V.  Maurer,  Einleil.  zur  Gesch.  der  Mark-,  Huf-, 
Dorf-  und  Stadt-Verfassung.     1854.     8. 

5310.  Ders.,  über  die  Frcipfli  ;;e  und  die  Entstehung  der  grufscn 
und   kleinen  Jury  in   England.     1818.     8. 

5311.  B.   Ilubcr,  Otto  von  Freising.     1847.     8. 


5312.  F.   Dahn,   Studien    z.  Gesch.    der    germanischen  Gotles- 

urtheile.     1s.")7.     8. 

Dr    J.  D.  C.  Bragger,  Prof.,  in  Heidelberg : 

5313.  Ders.,   die    wichtigst,    und  nützlichsten  Erfindungen   und 
Entdeck.     1832.     8. 

5314.  Ders.,  die  deutsche  Eiche.  Jahrg.  1850  u.  1851.    4.  u.  8. 

5315.  Ders.,  das  Fremd wörlerwescn.     1844.     kl.  8. 

5316.  Ders.,  das  Urbild  der  deutschen  Reinsprache.    1847.    8. 

5317.  Ders.,  F'reiiidwortcrbuch.     1855.     8. 

5318.  Ders.,  das  e'liristenthum  im  Geiste  des  19.  Jahrh.    1847.   8. 

5319.  Ders.,  aus  d.  Fruhlinge  in.  Lebens.    Gedichte.    1854.  8. 

5320.  Adaig.  Tcuthold,  das  Buch  von  der  Freiheit.    1851.    8. 

5321.  Der  Deutscbkatholizisinus  in  seiner  Entwicklung.   2  Bde. 
1852—54.     8. 

5322.  Deutschkalh.  Volkskalender  für  d.  J.  1848.    Herausg.  v. 
Herib.  Rau.     8. 

5323.  Des  Verhangnifses  Macht.     Gedichte.     Hdschr.     4. 

Bernh.  Appel,  reg.  Chorherr  u.  Bibliothekar,  in  Reicbers- 
berg : 

5324.  Ders.,    Gesch.   d.   reg.   laleranens.    Chorherrenstifles    zu 

Ueichershcrg.     1857.     8. 

Wilh.  Weingärtner  in  Breslau: 
6325.   Ders. ,   die  Aussprache  des  Gothischen  zur  Zeit  des  Ul- 
li las.     1858.     8. 

J.  Ricker,  Buch-  und  Kiinsthandl. ,  in   Giefsen: 
5326.   H.  Siegel,    Geschichte  des  deutschen  Gerichtsverfahrens. 

1.  Bd.     1857.     8. 

V.  Blick,  Buclihdl.,  in  Luxemburg: 
5337,    Joann.  Bertelius,  hisloria  Liixeniburgensis.     1856.     8. 

5328.  J.  W.  Engelhardt,  Gesch.  der  Stadt  und  Festung  Luxem- 
burg.    1850.     8. 

5329.  J.    Pai]uel,    die    Geschichte    des    Luxemburger    Landes. 

2.  Aufl.     1856.     8. 

5330.  J.  Engling,   Gesch.  des  sogen.  Klüppelkriegcs.     2.  Aufl. 

1857.     8. 

TrOWitSCh  d^  Sohn,   Hofbuchdruckerei,  in  Frankf.  a.  d.  ().: 

5331.  Monat,<s<  hnlt  liir  ileulsches  Städte-  und  Gciiieindewesen, 
licriiusjjeg.  von  A.  Piper.     IV.  Jahrg.     5.  H.     1858.     8. 

G.  Braunsche  Hofbuchhdl.  in  Karlsruhe: 

5332.  Zeitschr.  für  die  Geschichte  des  Uberrheins.    Herausgeg. 
von  F.  J.  Mone.     9.  Bd.     3.  Hfl.     1858.     8. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung. 

G.  V.  Ney,   kgl.   b.   .Major  zu  Flaschcnluil   bei  Nürnberg  : 
2310—16.    Sieben  SlainiiibHuiiie  vom    Ih.  Jhdt. 
Reuter,  Karlenfabrikant,  in  Nürnberg  : 

2317.  F'euerznnge,  F'euerschaiifel  ii.  Ofenstocher  vom   18.  Jlidl. 

2318.  Krug  von  glasiertem  Thon  mit  zinnernem  Deckel.    Ih.  Jlult. 
Frl.   Lina  RUdel  in   Nürnberg: 

2319.  SalibiirK<r  .Silberniiinzc  vom  J.  1624,  Niirnbergcr  Silber- 
iiiunze  V.  1593  u.  Wilrzb.  Silbormünzo  aus  dem  14.  Jhdi. 

V.  Grundherr  in   Nürnberg : 

2320.  l'iinr    Bliillcr    mit   Zeichnungen    zu   Köpfen    auf  Snndrnrit 
Gemälde   vom   Friiilcnsinahl   in   .\iirnlurc.      17.   Jhill. 

2321.  PorlrHt,   Federzeichnung.      17.   JbdI. 


195 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


196 


Sigm.  Frhr.  V.  Tucher,  kt;!.   l'^jr.   Iliiuplmann   n.   I).,   in 
Kurnlicrg: 

2322.  Fünfzehn  Bialler  mit  Zeichnungen  zu  Köpfen  auf  Sand- 
rarts  (iemalde  vorn  Friedinsmahl  in  Nurnberp.   17.  Jhdt. 

2323.  f'urlrat,   Bleistiftzcichnunc.      17.  Jhdl. 
Lust,  kgl.  Advokat,  in  Slrauhing: 

232J.    Silliermiinze  K.  Heinrichs  III. 

F.  Paterno,  Kunsthändler,  in  Wien : 
2325.    J'urtrat  des  Kaisers  Franz  Joseph  I.  v.  Oesterreieh,  gem. 

und  lithogr.  \on  Franz  Adam. 
2326—2331.  6  Darstellungen  aus  der  österreichischen  Geschichte 
in  Steindrucken. 
C.  Becker,  kgl.  preufs.  Steuerinspektor,  in  Wiirzburg: 

2332.  Zeuhnung   nach   einer  Kanne   aus  Messing,   im  Dom   zu 
Wurzhurg  lielindliih. 

2333.  Ein  Blatl  mit  Abbildungen  Ton  Waffenstiicken,  Stdrck. 

2334.  Ansicht  der  Burg  Sleinheim,  gest.  v.  Prestel. 
Seybold,  Kräuterhändler,  in  Kürnberg: 

2335.  Hhtinisehe  Vereinsmünze  v.  J.  1630. 
V.  Proeck,  Oberslüeutenant,  in  Guben: 

2336.  14  Radirungen  nach  den  Schlüterschen  Masken  sterben- 
der Krieger  am  Zeughause  zu  Berlin. 

2337.  3  Kupferstiche  von  C.  C.  Glasbach. 
233ft.    27  rolor.   Blätter  mit  Volkstrachten. 

2339.  4  kleinere  Kupferstiche  vom  IS.  Jhdt. 

2340.  Ilnndzeichnung  von   Wilhelminc  v.   Knebel. 

2341.  Das  Strafsliiirger  Münster,  Kpfrst.  v.  J.  1603. 
Braunstein,  Bibliotheksgehülfe  am  german.  Museum: 

2342.  riiurbrandenb.   Silbermünze  V.  J.  1568. 

J.  L.  Hofmann,  kgl.  Studienlehrer,  in  Nürnberg: 

2343.  Zwei  Weingläser  vom  18.  Jahrh. 

Ein  Ungenannter  in  ft'umberg: 

2344.  rTypus  mvsicae";  Holzschn.  v.  1598. 

2345.  Das  Friedensmahl  im  Rathhaussaale  zu  Nürnberg;  Kpfrst. 
von   W.   Kilian  nach  Sandrarts  Gemälde. 

Job.  Falke,  I.   Sekr.  am  german.  Museum: 
234ti.   Slralsliurger  Silbermunze  vom   10.  Jhdt. 
Dr.  Zehler  in  Nürnberg: 

2347.  Silbermunze   des  Erzhzg.  Ferdinand  Karl  v.   1645. 
L.  Bull,  Kaufmann,  in  Nürnberg: 

2348.  Augsburger  Silbermunze  v.  1636  und  Württemb.  Silber- 
munze v.  1641. 

Stahl,  Rosolifabrikant,  in  Nürnberg: 
2:il'.i.    nürlier(inl..md   mit  geprefster  Pergamentdecke  v.  1582. 
Ein  Ungenannter  in  Nürnberg: 

2350.  5  Blatler  mit  Formularen  für  Sonnenuhren  und  anderen 
nsironomisrhcn  Berechnungen,  v.  G.  Harlmann,   1549. 

Lust,  kgl.   Advokat,   in  Straubing: 

2351.  Broneesiliwert  xi.n  2'  4"  Lange,  ausgegraben. 

Freih.  V.  Eeitzenstein,  kgl.  (»bcrzollrnth  u.  Kammerherr, 
in  München : 

2352.  Sachs.  Silbergulden   v.   1598. 


2353.  Träger  (iroschen  vom  14.  Jhdt. 
Oeith,  Kaufmann,   in   Nürnberg: 

2354.  Silbermunze  Kaiser  Leopolds  I. 

J.  J.  Radler,  Gloekengiefser,  in  Hildesheim: 

2355.  Drei  Silbernrnnzen  vom   15.  Jhdt. 

J.   Werneck,  Ockonom,   in   Frankfurt  a.   .M.  : 

2356.  Thaler  des  Abts  Eberhard   v.  Kempten. 

2357.  Sachs.  Thaler  von  161«. 

2358.  Thnler  K.  Lmpolds  I.  v.   1695. 
Ferd.  Wagler  in  Nürnberg: 

2359.  Eine  bei  Gailenreuth  ausgegrabene  Hellebartenspitie  v. 
15.  Jhdt. 

Erhard  in   New -York: 

2360.  Nürnberger  Vierkrenzerstück  v.  1622. 

2361.  Brandenburger  Dreikreuzerstück  v.   1624. 
Eiffländer,  Kaufmann,  in  Erlangen: 

236i     l.iindschaft,   Kpfrst.  von  J.   B.  Racine. 
W.  Hauck,  kgl    Kevierldrsler,  in  Culmbach: 

2363.  Grall.  Sehonburg'sches  AnUssiegel  vom  17.  Jhdt. 

2364.  Aufgefundener  Sporn. 

Ein  Ungenannter: 

2365.  Hornring  und  Seidenstickerei  aufl'apier  aus  dem  Nach- 
lasse der  1749  zu  Wurzburg  als  Hexe  enthaupteten  Maria 
lienata  Singer. 

L.  Bechstein,    herz,   sachs.-meiningenscher  Hofrath,   Ar- 
chivar und   Bibliothekar,  in   Meiningen: 

2366.  Elf  Stück  geprefster  Bilder  aus  Bücherdeckeln  des  16. 
Jahrhdts. 

Dambacher,  Bibliotheksgehülfe  am  germ.   .Museum: 

2367.  Sachs.   Silbermunze  vom   16.  Jhdl. 
Dr.  A.  V.  Nitschke  in  Braunschweig: 

2368.  l'feilspitze   vom   15.  Jhdt. 
Dr.  Kölscher  in  Herford: 

2369.  Silbermunze  des  Bischofs  Konrad  v.  Osnabrück. 

2370.  19  Kupfermünzen  v.   16.— 19.  Jahrh. 

2371.  3  Siluationspläne  westfälischer  Gegenden  v.  18.  Jahrh. 
Federzeichn. 

2372.  Plan  der  Schlacht  bei  Zorndorf  und  der  bei  Ma\en, 
Kplrslche. 

Brendel,   Kaufmann,  in  Berlin: 

2373.  Blciabschlag  eines  rhein.  Vereinsthalers  v.  J.   1572. 

Gramer,  Pfarrer  und  Senior,   in   Hilpollstcin  : 

2374.  Feingedrechselte  Elfenbcinbuchsc  mit  eingelegten  Bil- 
dern auf  F>auenglas. 

Amd,  Lnndbnuincisler,  in  Hanau: 

2375.  Abdruck  des  Abteisiegels  vom  KL  Himmelau.    13.  Jhdl. 

Alterthumsverein  zu  Wien: 
2370.    Facsimile    des   Grundrisses    dir  Stadt   Wien    von   Bonilaz 
Wolmutb  V.  J.  1547;  Farbendruck. 

Ernst  V.  Schenk,  Lateinschulcr,  in  Nürnberg: 
2377.    hatzeneonzerl,   nclgcmalde  v.   IH.  Jhdt. 


19T 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


198 


riironik  der  liistorischen  Vereine. 


Das  Archiv  für  Kunde  österreichischer  Geschichtscjuellen 
enthält  ferner  für  die  politische  Geschichte,  zunächst  die 
nicht  österreichische,  an  Beitragen:  Kränkische  Studien, 
herausgeg.  von  Ur.  C.  Hnfler,  Bd.  IV,  H.  3  u.  4  (lorlRes.  in 
folg.).  Urkunden  zur  (Jeschiclile  der  eidpenüssischon'  Bunde, 
herausgeg.  und  erläutert  von  J.  E.  Kopp,  Bd.  VI.  Ueher  die 
südöstlichen  Marken  des  fränkischen  Reiches  unter  den  Karo- 
lingern 795 — 907,  von  E.  Dümniler,  Bd.  X.  —  Die  Briefe  des 
Aeneas  Sylvius  vor  seiner  Kriiehutig  auf  den  [lapstiiihcn  Stuhl; 
chronologisch  geordnet  und  durch  Einfügung  von  -It!  bisher  un- 
gedruckten vermehrt,  als  Vorarbeit  zu  einer  künftigen  Ausgabe 
dieser  Briefe  von  Georg  Voigt,  Bd.  XVI.  —  Kur  die  politische 
Geschichte  Oesterreichs  und  der  österreichischen 
Länder,  a.  Oesterreich  im  Allgemeinen:  Instruktion  des 
Erzherzogs  Kerdinand  etc.  für  Karl  von  Burgund ,  Herrn  zu 
Brcdam ,  den  er  zu  seinem  Bruder  Kaiser  Karl  V.  abgesendet 
hat,  l.i24,  13.  Juni  zu  Stuttgart  ausgestellt;  milgetheil.  von  J. 
Chinel,  Bd.  I.  H.  2.  —  K.  Kerdinand's  I.  Antwort  aul  einen 
Ralhschlag,  den  ihm  die  oberösterr.  Regierung  zu  Innsbruck 
vorgelegt  hatte,  29.  Jan.  1562,  Bd.  II,  H.  1.  —  Das  (sogen.) 
Korniclbuch  K.  Albrechts  I  ;  mitgeth.  von  Chmel,  Bd.  II.  H.  2. 

—  Zur  Geschichte  K.  Kriedrichs  des  Schönen  (Auszüge  aus 
einer  Handschrift  des  14.  Jhdis.  Verpfändungen  1308 — 1315); 
milgctheilt  von  J.  Chmel,  Bd.  II,  H.  3  u.  4. —  Urkundliches  zur 
Geschichte  K.  Kriedrichs  IV.  Auszüge  aus  einer  Koncepten- 
sammlung  (KanzleibuchJ  im  kaiserl.  Haus-,  Hof-  und  Staats- 
archive von   1478;   mitgetheilt  von  J.   Chuiel,   Bd.  III,  H.  I  u.  2. 

—  Historische  und  topographische  .Mittheilungen,  von  Jos.  Berg- 
mann ;  ebenda.  —  Spicilegium  von  Urkunden  aus  der  Zeit  der 
österr.  babenberg.  Kürstcn;  mitgeth.  von  Th.  Mayer,  Bd.  VI. — 
Die  ostcrr.  Kreiheitsbricfe;  Prüfung  ihrer  Echtheit  und  For- 
schungen über  ihre  Entstehung  von  \V.  Wallenbach,  Bd.  VIII.  — 
Beitrage  zur  ostcrr.  Geschichte  aus  dem  Klosternciiburger  Ar- 
chive; von  Dr.  H.  J.  Zeibig,  Bd.  IX, —  Zur  Geschichte  des  Krei- 
herrn  J.  Erasmus  von  Tschernenibl  und  zur  Geschichte  Oester- 
reichs 1608 — 1610,  von  Jodok  Stülz,  Bd.  IX. —  Urkundenauszüge 
zur  Geschichte  K.  Friedrichs  III.  in  den  Jahren  1452  — 1467 
aus  bisher  unbenutzten  Quellen,  von  E.  Birk.  Bd.  X.  (fortges. 
in  folg.)  —  Historisch- topographische  Studie»;  von  Dr.  A.  v. 
Meiller,  Bd.  .\l.  —  Der  Ausscburslandlag  der  gesanimten  oslerr. 
Erblande  zu  Innsbruck  1518;  von  Dr.  H.  J.  Zeibig,  Bd.  XIII.  — 
Summa  t'uriae  Regis.  Ein  Konnclbuch  aus  der  Zeit  K.  Ru- 
dolfs I.  und  Albrecht's  I.  (aus  einer  Erlanger  Handschrift  des 
14.  Jahrb.);  mitgeth.  von  Dr.  0.  Stobbc;  Bd.  XIV.  —  Aus- 
lüge aus  päpstlichen  Regesten  für  Oesterreichs  Geschichte;  ge- 
sammelt in  Rom  1853  und  vcrciffcntlicht  durch  Dr.  B.  Dudik, 
Bd.  XV.  —  Eigenhändige  Korresponilenz  des  K.  Karls  III.  von 
Spanien  (nachmals  Kaiser  Karl  VI.)  mit  dem  obersten  Kanzler 
des  Königreichs  Böhmen,  Grafen  Joh,  Wenzel  Wratislav  ;  von  A. 
Arnelli ;  Bd.  XVI.  —  Bericht  des  Landeshauptmanns  Sigmund 
von  Üictrichstein  an  den  Erzherzog  Ferdinand  über  den  Ueber- 
fall  bei  Schladming,  3.  Juni  1525;  von  Jodok  Stulz  ;  Bd.  .WH. 
—  Briefwechsel  des  Kreiherrn  Sigmund  von  Herberstein  mit 
dem  Herzog  .\lbrecht  von  Preufsen  ;  von  Job.  Voigt,  ebenda.  — 


b.  Oesterreich  im  Besonderen:  Urkundenregesten 
für  die  Geschichte  Inner-Oeslerreichs  von  1312 — löOO;  mitge- 
theilt von  Alb.  v.  .Muchar,  Bd.  II,  II.  3  u.  4.  —  Geschichte  der 
chemal.  Herrschaft  Kadeck  im  Salzburgischen;  von  G.  Pichler, 
Bd.  VIII.  —  Ausschufstag  der  5  niederosterr.  Lande  in  \>  ien, 
1556;  von  J.  Stülz,  ebenda.  —  Beitrage  zur  Geschichte  von 
Münzbach  und  V^'indhaag  in  Oberiisterreich  im  einstigen  .Mach- 
landviertel ;  von  F.  X.  Pritz,  Bd.  XV.  —  Geschichte  der  Herr- 
schaft Windeck  und  Schwerlburg  im  Lande  ob  der  Enns;  von 
Jul.  StrnadI,  Bd.  XVII.  — 

c.  Tirol  und  Vorarlberg:  Urkunden  der  4  vorarlbergi- 
schen Herrschaften  und  der  Grafen  von  .Montfort.  .Mit  topo- 
graphisch-historischen Erläuterungen  und  einem  Kärtchen  von 
J.  Bergmann,  Bd.  I.  H.  3.  (fortges.  in  folg.)  —  Beitrag  zur 
Geschichte  Vorarlbergs.  (Das  Freigericht  zu  Müsincn,  die  Ge- 
richte von  Rangweil  und  Sulz  und  die  Landammanwahl  in 
diesem  Gerichte  etc.)  von  F.  K.  Zinimermanu,  Bd.  III,  II.  1 
und  2.  —  Beitrage  zur  Geschichte  Vorarlbergs,  von  dcms. 
Bd.  V.  H.  3  u.  4.   - 

d.  Kärnten.  Urkundenregesten  zur  Geschichte  Kärntens; 
von  Gotll.  Freih.  v.  Ankershofen  ,  Bd.  I.  H.  3.  (fortg.  in  folg.) 
Ueber  den  angeblichen  Herzog  Gottfried  von  Kärnten ;  von 
Freih.  von  Ankershofen,  Bd.  IX.  — 

c.  Böhmen,  Polen  und  Mähren.  Die  Wiedertäufer 
in  Mähren;  von  Georg  Wolny,  Bd.  V.  —  E.tcommunication  des 
Markgrafen  von  Mahren  und  seines  Anhanges  1399  und  was 
damit  zusammenhangt;  von  Dr.  H.  J.  Zeiliig,  Bd.  VIII,  — 
Böhmische  Studien;  von  C.  Hofier,  Bd.  XIII. —  Böhmens  Herr- 
schaft in  Polen;  von  Jos.  Fiedler,  Bd.  XIV.  —  Kritik  der  pol- 
nischen Urgeschichte  des  Vincenz  Kadlubek  ;  von  A.  von  Gul- 
schmid,  Bd.  XVII.  — 

f.  Ungarn  und  Siebenbürgen:  Zur  Geschichte  des  K. 
Matthias  (Corvinus)  von  Ungarn.  Elf  Dokumente,  die  Hei- 
rath  seines  unehelichen  Sohnes  mit  Blarika  .Maria  von  Mai- 
land betrefl'end ;  aus  den  Originalen  des  .Mailänder  Archives 
zusammengestellt  von  J.  Chmel,  Bd.  I.  H.  1.  (1486—1489.)  — 
Beilrage  zur  (leschirhte  Ungarns  unter  der  Regierung  der  Konige 
Wladislaus'  II.  und  Ludwigs  II.,  1490—1526.  Grorsleniheils 
nach  Originaldokumenten  des  k.  k.  oslerr.  Haus-  und  Slaols- 
archivcs;  milgelh.  v.  Kr.  Kirnbaber,  Bd.  III,  II.  3  u.  4.  Bei- 
träge zur  Geschichle  Siebenbürgens  unter  K.  Lud«ig  I.  1342  — 
1382;  von  G.  D.  Teutsch,  Bd.  V.  H.  2.  —  Aktenslucke  zur 
Aufhellung  der  ungrischen  Geschichte  des  17.  u.  18,  Jhdl.  ,\us 
Privatarchiven  milgelh.  von  F.  Firnhaber,  Bd.  VIII.  —  Der 
Prozcfs  des  Schafsburger  Bürgermeisters  Johann  Schullcr  von 
Hosenthal;  von  K.  Kabrilius,  Bd.  IX.  —  Siebenbürgen  vor 
Herodot  und   in  dessen  Zeitaller  ;  von  J.  K.  Schullcr,  Bd,  .\IV. — 

g,  Obe  r  -  1 1  al  ic  n  :  Beilrage  und  Berichligungin  der  Er- 
werbungen .Mailands  durch  Kranz  Sforza;  \ou  Dr.  Th.  Sickel, 
Bd.  XIV.  — 

Kur  die  Geschichle  dir  Kirche,  der  hloslcr  und 
Orden:  Auszüge  au»  einer  Perg.-Ildschr.  des  13.  Jhdl,<,,  vom 
Abu-  Hermann  von  INieder-Altnich  begonnen  und  ^on  mehreren 
seiner    ^achfolger    fortgesetzt-,    milgelh.    von    J.  Chmel.     (Eni- 


199 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeit. 


200 


ball  auch,  aiifser  gesiSichllichcn  Beilr.igtn  uLer  iSitiltr-AllaicIj, 
den  bajer.  und  öslerr.  Landfrieden  1244 — 1256,  Slalulen  für 
Landshul  1256).  Bd.  I.  H.  1.  —  Forschungen  ulier  den  Erz- 
bischof Wichniann  von  .Magdeburg  und  die  .\btei  Seilenstetlen  ; 
von  }.  E.  Riller  von  Koch-Slernfeld,  Bd.  I.  H.  4.  —  Aeltesles 
Urbnrium  der  Ablei  Seilensicllen,  1290 — 1308;  niitgelheill  von 
J.  Chmel,  Bd.  I.  H.  5.  —  Urkunden  des  Pranionslralenser- 
Sliflcs  Geras;  zusamniengeslelll  und  erliiulerl  von  Th.  .Mayer, 
llhH — 1416,  ßd.  II.  H.  1.  —  Beilrage  zur  Geschichte  des  deut- 
schen Ordens  in  Tirol,  Bd.  II.  II.  1. —  Einstige  Klüsler  und  Ort- 
schaften im  Lande  unter  der  Enns;  aus  dem  hiostcrneuburger  Ar- 
chive von  .M.  Fischer,  ebenda.  —  Urkunden  und  geschichtliche 
Kotizen,  die  sich  in  den  Handschriften  des  Cisterzienser-hloslers 
Zwell  finden;  initgelheilt  von  Job.  v.  Fräst,  Bd.  II.  H.  3  u.  4. — 
Die  ältesten  Urkunden  des  Klosters  Gleink;  kritisch  erörtert 
von  Joduk  Slülz,  aus  den  Jahren  1088,  1125,  1128—1192. 
Bd.  111,  H.  1  u.  2.  —  Genealogische  und  topographische  For- 
schungen über  die  Stifter,  die  Stiftung  und  Ausstattung  von 
Ebernilorf,  Gurnik,  Teinach  und  St.  Lorenz  zu  Burg  Stein  in 
Kärnten;  von  Ritter  von  Koch  -  J^ternleld,  Bd.  IV,  H.  1.  — 
Regesten  und  urkundliche  Daten  über  das  Verhältnirs  des  Kard. 
IVikolaus  von  Cusa  als  Bischofs  von  Brixen  zum  Herzoge  Sig- 
mund von  Oeslerreich  und  zu  dein  Lande  Tirol  1459—1460; 
milgelheilt  von  .\lbr.  Jäger,  ebenda  (fortges.  in  folg.)  —  Bulle 
des  Papstes  Alexanders  IV.  d.  Anagni  25.  Juli  1256  für  das 
Frauenkloster  von  Pfullingen  (gefunden  zu  Bludenz);  mitgeth. 
von  Jos.  Bergmann;  Bd.  V.  H.  2.  —  Ueber  das  wahre  Zeit- 
alter des  h.  Rupert,  des  Apostels  der  Bojoaricr  und  Gründers 
des  Erzslifles  Salzburg;  nach  den  Forschungen  und  Vor- 
arbeiten des  Ritters  von  Koch-Slernfeld.  Dazu  als  Anhange: 
über  Dr.  Rettbergs  Kirchengeschichle;  dus  der  gelehrten  Reise 
.^labillons  durch  Deutschland.  Bd.  V.  H.  3  u.  4.  Ueber  das 
Zeitalter  des  h.  Rupert;  von  VV.  VVattcnbach,  ebenda.  —  Die 
(irundung  des  Collegintstifles  vvclllichcr  Chorherrn  zu  Matig- 
hofen  ;  von  F.  X.Prilz,  ebenda. —  Des  Abtes  Zacharias  Gröbla- 
cher Annales  Ozziacenses  mit  der  Fortsetzung  durch  Abt  Her- 
mann Ludinger  aus  den  Blattern  eines  Ossiacber  Kodex;  mil- 
gelheilt durch  G.  Freiherrn  v.  Ankcrshofen ,  Bd.  VII.  —  Die 
kleine  Kloslerneuburger  Chronik  1322—1428   (Nr.  I.    der  mo- 


num.  C'laustroncoburg.) ;  von  Dr.  II.  J.  Zeibig,  ebenda.  — 
Das  Kloslerneuburger  Todlenbiich  (Nr.  II.  der  mon.  Cl.);  Ur- 
kundenbuch  der  Stadt  Kloslerneubiirg  1298 — 1565  (Nr.  III. 
der  mon.  Cl.);  von  deins.  ebenda.  —  Die  ältesten  Urkunden 
des  Kunonikatsstiftes  St.  Georgen  in  Unteroslerreich  1 1 12 — 1244; 
mitgeth.  und  mit  Erläuterungen  begleitet  von  \V.  Bielsky ; 
Bd.  1\.  —  Geschichte  des  aufgelassenen  Stiftes  der  regulirten 
Chorherrn  des  h.  Auguslin  zu  \Valdhausen  im  Lande  ob  der 
Enns ;  von  F.  X.  Pritz ,  ebenda.  —  Geschichte  des  einstigen 
Kollegialsliftes  weltlicher  Chorherrn  zu  Spital  am  Pyrn  im 
Lande  oh  der  Enns;  von  Fr.  .\.  Pritz,  Bd.  X.  —  Ueber  die 
Frage  vom  Zeilalter  des  h.  Rupert;  von  Fr.  Blumherger,  eben- 
da. —  Geschichte  des  aufgelassenen  Cisterzienserkloslers  Baum- 
garlenbcrg  im  Lande  ob  der  Ens;  aus  Urkunden  und  Quellen 
von  F.  X.  Pritz,  Bd.  XII.  —  Fundatio  Monaslerii  in  Walder- 
bach, nebst  Vorerinnerungen  über  die  Familie  der  Regensbur- 
ger Burggrafen,  (irafen  von  Stiivening  und  Kiiienburg;  von 
Th.  .Mayer,  ebenda.  —  Das  Banntaidungsbuch  von  Ebersdorf 
im  Viertel  ober  .Mannhartsbers;  von  Andr.  von  Meillcr,  eben- 
da. —  Die  pannonische  Legende  vom  h.  Methodius,  von  E. 
Dümmler,  Bd.  XIII.  —  Oh  der  Salzburger  Erzbischof  Gebehard 
der  Gurker  Kirche  Friesnch  entzogen  und  Erzbischof  Thienio 
ihr  solches  vorenlhalleu  habe?  von  G.  Freih.  v.  Ankershofen, 
ebenda.  —  Entgegnung  auf  den  Aufsatz  des  Freih.  von  Ankers- 
hofen elc;  von  Dr.  K.  Tangl,  Bil.  XIV.  —  IVlrus  de  Pulk«, 
Abgesandter  der  Wiener  Universität  am  Konciliiim  zu  Konstanz; 
von  Fr.  Firnhaber,  Bd.  XV.  —  Georg  111.,  Slobaus  von  Palni- 
burg,  Fürstbischof  von  Lavant ;  nach  seinem  Leben  und  Wir- 
ken geschildert  von  Dr.  Jakob  Stepischneg,  ebenda.  —  Rege- 
sten  und  urkundl.  Daten  über  das  Verhältnirs  Tirols  zu  den 
Bischöfen  von  Chur  und  dem  Bündnerlande  von  den  frühesten 
Zeiten  des  M.  A.  bis  1665;  mitgeth.  von  Albr.  Jager,  ebenda. 
—  Ueber  die  Frage,  ob  der  h.  Rupert  das  Aposlelamt  in  Bayern 
bis  an  sein  Lebensende  geübt  habe?  von  Fr.  Blunibergcr, 
ßd.  XVI.  —  Beiträge  zur  Geschichte  des  deutschen  Ordens  in 
Tirol;  von  Dr.  B.  Dudik,  Bd.  XVII.  —  Geschichte  des  aufge- 
lassenen Stiftes  der  regulirten  Chorherrn  des  h.  Augustin  zu 
Ranshofen  in  Oberöslerreich;  von  F.  X.  Pritz,  Bd.  XVII.  — 


Nachrichten. 


lilt«Tatiir. 

Neu  erschienene  Werke. 

40j  Regesicn  und  Urkunden  zur  Geschichte  des 
Geschlechtes  Wangenheim  und  seiner  Besitzungen. 
Eine  erste  bis  »um  J.  1533  reichende  Sammlung  von 
F.  H.  A.  von  Wangenbeim  seinen  Vettern  und  Freun- 
den gewidmet.  Als  .Munuscript  gedruckt.  Hannover, 
Schrift  und  Druck  von  Fr.  Cuirmann.  1857.  8.  390  Sin. 
Indem  es  dem  Herau.'igcber,  einem  hochneslelllen  k.  han- 
nover.  Beamten,    an    der  nothigen   .Mufse  fehlte,    das    von  ihm 


gesammelte  Material  zu  einer  Geschichte  der  Familie  abzu- 
runden, übergibt  er  einstweilen  dieses  selbst  der  OelTenllich- 
keil.  „Der  Titel:  Regesten  und  Urkunden  zeigt,  was  man  von 
dieser  Sammlung  zu  erwarten  hat,  und  lirauche  ich  nur  hin- 
zuzufügen ,  dafs  bei  der  Anordnung  des  Ganzen  mich  der  Ge- 
danke geleilet  hat,  das  chronologisch  zusammenzustellen,  was 
sich  Iheils  in  bereits  gedruckten  Urkundenbüchern  und  (ic- 
schichtswcrken ,  theils  in  mir  zuganglich  gewesenen  Archiven 
auf  die  ursprünglichen  Stammguter  der  Familie  oder  deren 
Glieder  Bezügliches  mir  dargestellt  hat."  M  enn  sich  in  ge- 
druckten   yuellen    das    Urkundliche    nicht    direcl    auf   Wangen- 


Anzeiger  Für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


201 

heimisches  Besililhum  beiog  und  die  Glieder  der  Familie  nicht 
als  selbständig  handelnde,  sondern  nur  als  Zeugen  u.  s.  w.  he- 
iraf,  wurde  nur  eine  Regesle  gegeben.  Im  Uebrigen  ist  auf 
die  jedesmalig,  n  Kurilen  verwiesen.  Die  Brmi.  hbarKeit  des 
Materials  ist  durch  die  zahlreichen  Anmerkungen,  sowie  durch 
ausfuhrliche  Personen-  und  Orlsr.gister  bedeutend  vermehrt, 
und  wir  wünschen  sehr,  dals  uns  der  Herausgeber  in  ahnlicher 
Weise  auch  seine  übrigen  Materialien  für  die  Zeil  nach  1533 
baldigst  zügiinglich  machen  möge. 

41)  Geistliche  Lieder    der   evangel.  Kirche  aus  dem   17. 
und    der    I.    Hälfte    des    18.  Jahrb.,    von    Dichtern    aus 
Schlesien    und    den    umliegenden    Landschaften    verfafsl. 
Zusammengestellt  und  nach  den  ältesten  Drucken  heraus- 
gegeben  von   Dr.  Jul.   .Miitzell.     1.   Bd.    Braunschweig, 
C.   A.   Schwetschke    und   Sohn.     1858.     gr.  8.     XIV   und 
394  Stn. 
Die  unermüdliche  Sammellust  unserer  Tage,  die  mit  rück- 
wärts    gewandtem    Auge     besonders     auf    Sprache,    Literatur, 
Sitte    und  Sage    sich    geworfen    hat,    ist    auch    dem    geistlichen 
Liede    zu  Gute    gekommen.     Unter   verschiedenen    Arbeiten    in 
dieser  Richtung  erinnern  wir  nur  an   das  bibliographische  Werk 
Wackernagel's,  eine  Frucht   des  bewundernswürdigsten  Fliifses. 
Einen  nicht  unwesentlichen   Beilrag  zu  der  neuen  Wissenschaft 
der  Hymnologie    liefert    nuch   Herr   Mutzeil    in    dem    oben    ver- 
zeichneten Werke,  das  sich  als  Fortsetzung  an  die   früher  von 
ihm  herausgegebene  Sammlung    „geistlicher  Lieder   der  evang. 
Kirche  aus  dem  16.  Jahrb."  (3  Bde.)  anschliefst.     Um  bei  der 
Masse  des  Materials  den  Anforderungen    der  Wissenschaft  nicht 
untreu  zu  werden,  mufste  er  sich  auf  die  Gegend  beschranken, 
die    (ür    die    geistliche    sowohl,     als     die    weltliche    Dichtkunst 
der  gewählten  Periode  die  grofste  Bedeutung  halte.    Aber  auch 
hier  ward  nicht  Alles    aufgenommen,    sondern    eine   bestimmte 
Auswahl  gelrolTen,    und    zwar  nach   dem  Grundsatz,    dafs   nur 
aufzunehmen  sei,  was  kirchliche  Anwendung  gefunden.     Etwa 
1200  Lieder  wurden  ausgewählt   und   in   12  Gruppen  aufgeführt, 
deren  letzte  die  anonymen   enthalten  soll  \m(l  für  deren  übrige 
als  oberstes  EinthiMlungsprincip   das  chronologische  gewählt  ist. 
Unter  den   Liederdichtern    des  vorliegenden  Bandes  r.igen  her- 
vor:   Johann  Heermann,    Martin   Opitz,    David    von  Schweinitz 
und  Andreas  Gryphius.     Bei    den  Texten    ist  der  Sammler,    so 
weil  möglich,  auf  die  ersten  Quellen  zurückgegangen.    An  der 
Spitze  eines  jeden   Liedes  sind  bibliographische  Nachweisungen 
gegeben,    besonders   über    die    Verbreilnng,    die    es    gefunden. 
Den  Schlufs    des   Buches  soll    eine  Uebersicht    des  Inhalts,    ein 
alphabetisches  Verzeichnifs    der   Liederdichter,    ein  chronologi- 
sches   Verzeichnifs    der    benutzten    byniiiologisclien  Werke    mit 
geschichtlichen  Erläuterungen,  ein   Verzeichnifs  der  wichtiasten 
Lieder,  nach  dem  Inhalt  geordnet,  und  ein  alphabetisches  V  er- 
zeichnifs  sammllicher  Lieder  bilden. 

42j  Oslfriesisehes  Wörterbuch.    (;esammell  und  heraus- 
gegeben   von    Cirk   Heinrich    Slürenhurg.     Aurich 
1857.    Verlag  von  Carl  Otto  Scydc.    XII  u.  356  Sin.    8. 
Der    ostfriesischen   Mundart    beut    die    allfriesische  Sprache 
zu  Grunde  ,    die   jedoch    im  Verlaufe    der  Zeil  so  sehr  von  der 
s.   g.   nicdersachsi.s.hen   Mundart  überschwemmt  und  verschlun- 
gen worden  ist,    dafs    heutzutage    nur    noch    einzelne  Trümmer 
des   iTspruiiglichen   -irb  erhallen    haben.    Indef»  sind   diese  im- 


202 


mer    noch    beträchtlich    genug,    dafs    sie  neben  andern  Eigen- 
thümlichkeilcn,  die  der  ostfriesi.^ichcn  Mundart  vermügc   der  ab- 
gesonderten Lage   des    Landes,   zumeist   auf   den  Küslcninseln, 
bewahrt  geblieben  sind,    ein    oslfriesisehes  Wörterbuch  als  ein 
sehr    dankenswerthes    Unternehmen    erscheinen     lassen.      Das 
obige    Werk    ist    der    erste    Versuch    dieser    Art,    der    vor    die 
Uellenllichkeit  getreten  ist.     Herr  Slürenhurg,    der  leider  bald 
nach  der  Herausgabe  starb,  hat  20  Jahre  lang  an   dem  .Material 
gesammelt,  das  zum  Tlieil  altern  Druckwerlun  und  llandselirif- 
ten,  zum  gröfsten  Theil  aber  dem  Munde   des  Volks  eulnominen 
ist.      Dabei  wurde  der  Grundsalz  l'esUuhalten  gesucht,  nur  die- 
jenigen Wörter   aufzunehmen,    welche  nach  irgend  einer  Seile 
hin    eine    Eigenlhiimlicbkeit    darboten.     Auch  Kedensarlen    und 
Sprüchworler  lan<l.n  Aiilnalime.   wo  immer  ein  Wort  dazu  Ver- 
anlassung gab.     Bei   dem   Wunsche  des  Herausgebers,  noch  %or 
seinem   Tode,    der    nicht    unvorhergesehen    erfolgte,    das  Buch 
dem  Dru(k  übergeben   zu  sehen,  war  nicht  die  Vollendung  zu 
erreichen,    die    dem   Werke    zu    wünschen    gewesen   wäre.     So 
mufste  denn   auch  ein  Nachtrag    unverarbeitet    angehängt    wer- 
den.    Uebrigens   nennt    der    bescheidene    Herausgeber     in    der 
Vorrede  sein  Buch  selbst  eine  Dilellaulenarbeit,   eine  Aeufserung, 
welche    zunacht    auf   seine  Etymologie    nicht    mit  Unrecht    An- 
wendung   fände.     Die    Schreibung    schliefst    sich    in    der    Kegel 
so  getreu  wie  möglich  der  Aussprache  an,  und  zwar,    da   fast 
jedes  Dorf  eine  andere  hat,    der  Aussprache    eines  beslimmten 
Theils   von  Ostfriesland    (des   in    der  Mille    gelegenen  Auricher 
Amts).     Dies   und    einige    Ungleichheiten    erschweren,   bei   der 
streng    alphabetischen    Anordnung,    das    Aullinden    der    Wörter 
nicht  wenig,  so  dafs   man  oft  die  verschiedensten  Schreibwei- 
sen durchzupr.d.ieren  hat,    bis    man  die  vom  Herausgeber  ge- 
wählte trini    Wer  z.  B.   „weelbeend"   zu  sprechen  gewohnt  ist, 
wird  lange  suchen,    bis  er  auf  „woolbeend'   slofsl:    es   konnte 
ja  auch  „wehlbeend,  welbeend ,  wülbeend,  wahlbeend,  waal- 
beend,    wiHbeend,    wöhlbeend"    geschrieben   sein.     Jedenfalls 
wird    uns    in    dem  Buche    ein    reiches    Material    geboten,    und 
es    wäre    zu   wünschen,    dafs    ein    Kundieer    bald    Gelegenheit 
fände,  in  einer  zweiten  Auflage   auch   den  Anforderungen    der 
Wissinscbafl  gerecht  zu  werden. 

43J   Album-Blatter  in   miltelalterlichem  Style  in   lith.  Far- 
bendruck von   D.   Levy   Elkan   in   Coln.    5.  Heft.    Leip- 
zig, Verlag  von  E.  Wengler.     1858. 
Das  5.  Heft  schliefst  sich  dem  schon  besprochenen  vierten 
in  Wahl    der    Darstellungen    und    Ausführung    derselben    genau 
an,    indem    es    auf  jedem  der  4   Blatter  den   Heiligen  oder  das 
Fest  eines   Kalendertages   in   verzierter  E.iifa.^sung   vorführt.    .So 
haben  wir  für  den    25.   März    die  Verkündigung   .Maria    und    tur 
die    bestimmten    anderen    Tage    die    heil.    Königin    Helena.    M. 
Katharina    und    St.    Slephanus.     Der    Farbendruck    i.t    überaus 
glanzenil   und   mit  grolVcr   Genauigkeit  ausgeführt. 

41)  Geschichte     der     Abtei    lluny     von     ihrer    Stiftung 
bis  zu  ihrer  Zerstörung  zur  Zeil    der    franzosischen  He- 
volution.     iXach   I'.   Lorain    bearbeitet    von   Dr.  f.  I'e- 
liirgn.s.    Tubingen,  II.  Laupp.     18.'^i8.    K     X  ii.  2r.l  Sin. 
Die  hohe  Bedeul.Bmkeil  der  Abtei  lluny  lur  die  gesniumle 
Bildung    lies   Mittelalters,    auch  für  Deutschland,    i.-l   im   Allge- 
meinen   bekannt,    wenn    auch    ihre    lange    und    glänzende    Gc- 


203 


AnzeiijcT  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


204 


schichte  noch  nicht  volUlandig  aufgeslellt,  ihre  vveitgreirenden 
Einflürsc  noch  nicht  gerecht  und  unberiingen  gewürdigt  sind. 
Gerade  das  mittelalterliche  .Miinchthuni  hat  die  extremsten  Be- 
urlheilungen  erfahren.  Um  so  verdienstlicher  ist  ein  l'nler- 
nehnicn,  welches  eine  quellenniafsige  Oarstellunff  dieser  Ver- 
hältnisse, eine  Schilderung  des  Beginns,  Wachslhurns  und  Kal- 
les  einer  so  hocliberuhuiten  Benediktineralilei ,  in  deren  Kril- 
wieklurfg  sich  ein  grofsartiges  Stiick  nicht  Mos  des  kirchlichen 
Lebens,  sondern  der  gcsaniniten  mittelalterlichen  Kultur  ollen- 
barl,  sieh  zum  besondern  Gegenstand  genommen  hat.  Das  vor- 
liegende Werk  trägt  den  Charakter  franzüsisclier  Leichtigkeit, 
es  gibt  diinkenswcrthc  IVarhrichten  in  ansprechender  Form, 
hat  jedoch  im  Ganzen  mehr  das  Wesen  einer  Apologie  als  der 
abwägenden,  ernsten  Geschiciite.  Her  Grofsartigkeit  des  ge- 
wählten StoHes  gebührte  eine  massivere  Behandlung  und  am 
Allerwenigsten  hier,  wo  so  viele  Zweifel  zu  beseitigen,  so 
manche  Vorurtheile  niederzuschlagen  im  Zwecke  lag,  durften 
Belege  und  die  beweisenden  Ouellencitale  wegbleiben.  Der 
deutsche  Bearbeiter,  dessen  Uehersetzung  ührisens  lobenswerth 
ist.  hat  diesem  Mangel  nicht  abgehollen;  in  dieser  Dichtung 
beschrankt  sich  sein  Verdienst  darauf,  dafs  er  in  der  Vorrede 
von  einigen  Queilenwerken   die  Titel   angibl. 

45)  Die    Herrsihafi    Mühltroff    und    ihre    Besitzer. 
Zur  Erinnerung    an    die    am  Abend    aller    Heiligen   13.i7 
erfolgte     Uebergabe     der    Herrschaft     Mühltroff    an     die 
IMarkzrafen   von   iMeifsen  uml  Liindgrafen   von  Thüringen. 
llerau.'Sgegeben    von    C.    H.    Kichter.      Leipzig,    Druck 
von  Teubner.      1857.     8.     XIM  u.   162   Sin. 
Am   Abend  aller  Heiligen,  1.  November  1357,  verlauschte 
Heinriih   der  .\eltere,    Voigt    von   Plauen,    genannt  der  Lange, 
das  Schlofs    und  Städtchen  iMühltrolT  au    die  Fürsten  Friedrieh, 
Balthasar  und  Wilhelm,   .Markgrafen   von   Meir>ien  und  Landgra- 
fen   von    Thüringen.     So  lange  gehurt  das  Slädlchen   im  Voigt- 
lande,   dessen    Geschichte    vorliegendes    Buch    behandelt,    dem 
Sachsenhause   an       Zu    dieser  Geschichte  hat  der   Verfasser  be- 
nutzt,  was  ihm  an   ()uellen   nur  zu^fängliih  war,  birsonders  die 
von  .Moliius  herausgegebenen  historisch  diplomatisch«  n  >achrich- 
ten  vom  Voigtlande,  insonderheit  von   der  in  solchem  gelegenen 
Sladi    und    ehemaligen   Herrschaft   Mühllrnn'.     Der  Verfasser  er- 
zählt  mit  Fleifs  die   Geschichte    der  Besitzer,    vom   Grafen   Otto 
von  .Vrnshangk  -  Lobdal'urg    an   bis  zum   letzten  herab,    dem  er 
sein  Werk  gewidmet  hat. 

•16)  .M  il  it  a  irische  Studien  aus  Oldenburgs  Vorzeit  und 
Ge.Hcbichte  des  Olilenhurgischen  Contineents  von  Louis 
v.  Weltzicn.  Oldenburg,  1858.  Schnellpressendruck 
und  Verlag  der  Schulzeschen  Bucbhandlimg.  \l  und 
358  Sin.     8. 

I'rn  dem  Buche  gerecht  zu  «erden,  ist  die  schon  im  Titel 
angedeutete  Art  seiner  Eiilslcluing ,  sowie  der  Zweck  zu  be- 
rücksichtigen. Der  Verfasser  ist  Militair,  der  in  dem  Bestre- 
hen ,  die  Geschichte  seines  vaterlandischen  Truppenkurps  ken- 
nen zo  lernen ,  allniuhlich  zu  einer  Reihe  von  Studien  geführt 
wurde,  welche  er  in  der  HolTnung,  dem  gleiihen  Interesse 
seiner  Kameraden  und  Landsleute  zu  begegnen,  liiiiniit  ver- 
üfTentiicbl.  Für  ein  subhes  /'ublikujri  enthalt  das  Buch  des 
Anziehenden    gewifs    genug.      Für    weitere   Kreise    beginnt    der 


Verfasser  erst  da  wichtiger  zu  werden,  wo  er  den  allgemeinen 
Boden  verläfst,  und  statt  aus  bekannleren  Werken  zu  schupfen 
sich  das  .Material  grüfsten  Theils  aus  urkundlichen  (Quellen  ge- 
sammelt bat.  Diese  neuere  Zeit  ist  auch  quantitativ  bedeutend 
bevorzugt.  In  Bezug  auf  die  altern  und  besonders  alleriillesten 
Zeilen  «ird  nichts  Keues  initgetheill ;  doch  selbst  in  diesem 
kurzen  Abrisse  läfst  sich  Manches  anfüliren.  was  noch  zu  be- 
ricIiUgen  wäre.   —  Die   .\u>>lalluMg    ist   \  ortrelTlich. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Abb  a  ml  lim  gen  aus  dein  Gebiet«  der  K  at  urwisscn- 
sc  haften  ( licrausgeg.  v.  d.  naturwisscnsch.  Verein  in 
ilaiuburg).  IV.  Bd.  1.  Abth.  Die  eihlen  l'erlen:  Ein 
Beitrag  zur  Luxus-,  Hanilel*-  und  IValurgeschichte  der- 
selben.    (K.    Miibius.  I 

Blätter  aus  dem  rauhen  Hause:  i\r.  1  ff.  Sitte  und  l'nsitte 
bei  Verlobnissen,  Trauungen  und  Taufen.  Kr.  3.  Die  Wein- 
glocke in  MUnnerstndt  und  Zittau. 

Bulletin  de  la  Soc.  de  l'hist.  du  I' rote  s  ta  n  ti  snie 
frani,ais.  VI'  annee  pag.  178:  La  coiifession  de 
l'eglise  reformee  fran^aise  de  Strasbourg  publice  p:'r  le 
Min.  J.   (^lrnier.    l.')49. 

Blind:  >r.l33.  Die  Schweizei-Dialecle  mit  Proben.  i\r.l37. 
Schweizerische   Bäder   der  guten  alten  Zeil,     (Kunge.) 

Europa:  Nr.  22.     Englischer  und   deutscher  Adel. 

Die  Grenzboten:  l\r.  23.  Bilder  aus  der  deutschen  Ver- 
gangenheit.     Der  deutsche  Teufel   im   Ki.  Jahrb. 

Neue  Jahr  liiicli  ir  für  Philologie  und  Pädag.:  77.  u. 
78.  Bd.  4'.  il.  Briefe  über  neuere  Erscheinungen  auf 
dem   Gebiete  der  deulschcu  Philologie.  3.  Forts.  (Zacher.) 

Jahrbiicher  lür  deutsche  Theologie:  III,'  2.  II.  Die 
Anfänge  des  Anahaplismus  in  der  Schweiz.     (Heberle.) 

Das  Jahrhundert:   i\r.l9.   Kritik   der  Geschichtsehreibung,  IL 

.■V  11g  cm.  K  i  rcli  e  uze  itu  ng:  !\t.  17.  Ablafsbrief  an  .Martin 
Bichter  von  Oberlieehtenau  1.50(1  von  Papst  l'rbnn  ertheilt, 
aus  dem   Original   milgellieilt  von  Hergang 

Evang.    K  irclienze  i  lung:    i\r.  21.      .Mclaiichlhon. 

Deutsches  K  ii  n  sl  b  I  al  t ,  Maihcll:  Kin  Besuch  im  Schlofs 
Tliurnau.  .Vrchaologischer  Uiickblick  auf  das  J.ihr  1857. 
I  K.  Schnaase.) 

Kurier  für  I\  ieder  ha  ye  rn  :  Ar.  142—45.  Herzog  Ludwig 
der  Keiche  von   Bayern  -  Landshut. 

.M  on  a  t  seh  r  ift  des  w  issen  seh.  \  ere  in  s  in  Zürich  :  i\r.  3. 
Deiiische  Kechtsallirlhüiiier  aus  der  ScJiweiz.  (Osenbrüg- 
geii  I 

Weste  rrii.  .Monatshefte:  iNr.  20.  Desid.  Erasnius ,  sein 
l'raallehen   und  sein  persönlicher   Charakter.     (Lange.) 

Deutsches    iMuseum:    Kr.  21.      rullurgcschichle. 

Frank  L  Museum:  i\r.  19.  l'eher  lllnstralinnen  der  Ge- 
schichte in  Bildwerken  und  .\nthologien.  (H.  \\.)  .>i.22. 
Gottfried   von  Strafsburg. 

Berlin.  A  a  chri  chte  ii :  Ar.  Itlj.  Mahnruf  zum  Schulze  iler 
Adrdseeinselkelle  mit  histor.    Kuckblicken.     ((  iemenl.) 


205 


AiizeigiT  für  Kunde  der  deulsclien  Vorzeil. 


loa 


Augsli.  I'osl- Zeitung:  iVr.  104.  Die  bayerisriieii  Herz.ogc 
als  eifrige  Verehrer  der  Mutter  (iotles  1266  — 1777.  — 
Kr.  11)9.  Kiitizen  iilier  den  Bau  und  die  Baunieisltr  der 
Sl  l.oren/.kirclie  lu  Aiirnbcrg,  Ergänzung  zum  Nürnber- 
ger rorrcspondenlin.  >r.  IIT.  Zur  (iescliiclite  der  Be- 
gründung Münchens.  (Korh-.Slernrold.) —  Nr.  118.  Bar- 
tholomäus Holzhäuser.  >r.  123  IT.  Kaihrirhten  über  die 
St.  Sebalduskirche  zu  IVijrnberg,  aus  bisher  unbenutzten 
Quellen. 

Berliner  Itevue:  13.  Bd.  I.  u.  2.  II.  I'ricsinnd  und  die 
Friesen.  Johanniter- Orden  :  Ueber  die  historisch  richtige 
Benennung  der  Balley  Brandenburg. 

Hildesheim  er  Sountagsbl  a  1 1 :  Ar.  10.  llildesliLimer  Klei- 
derordnung. (\V.  Andreii).  Ein  Stück  Ilildesheiniische  Vor- 
zeil. 

H  ön  igsberger  S  on  n  tagspos  I :  Ar.  19.  Luther  auf  dem 
Reichslage   in   Worms,   1^.  .\pril    1521. 

Zeitschrift  f  ii  r  die  liistor.  Theologie:  18.'i8,  3.  Heft, 
llinkmar  und  Pseudu-Isidor.  Eine  historische  l'ntersuchung. 
(J.  Weizsäcker. J 

Zeitschrift  für  vergl.  Sprachforschung:  3.  Die  a-i- 
reihe  im  deutschen.  (Schleicher.)  —  e  als  i  -  vocal  im  alt- 
hochdeutschen.    ( Schleicher.) 

Allgein.  Zeitung,  Beil.  zu  IVr.  156.  Die  yuillen  zur  Gesch. 
der  Cuncilien  des  1.').  Jahrb.  —  Kunstdenkniale  in  Ungarn. 
Ar.  159.  Einige  neuere  Erscheinungen  aus  dem  Gebiet 
alt<r  und  alleier  deutscher  Literatur.  Ar.  Iü2.  Die  Khcin- 
zabern'schen   Antiquitäten. 

Illusir.  Zeitung:  Nr.  771.  Städtewahrzeichen.  VU.  Breslau. 
4.  Die  Dohle  an  einem  Giebel  des  IlauptschilFs  der  Kol- 
legiatkirchc  zum  hl.  Kreuz. 

Neue  .Münch.  Zeitung,  Abendblatt  zu  Nr.  128.  Der  Geis- 
bock von  Lambrecht  fin  der  l'lalz).  Ar.  130.  Die  altdeut- 
schen Fresken  auf  Schlofs  Hnnkelslein  in  Tirol.  Nr.  131  ff. 
Wildlhatigkeit  in  Burghausen.  Nr.  134.  Skizzen  aus  dem 
früheren  Münehener  Leben.    I.  Bürgerliche  Feierlichkeiten. 

Wiener  Zeitung:  Ar.  109.  Aus  .Mailänder Archiven.  (Sickcl.) 
Ar.  110.  Fund  Küm.  Gräl>er  am  Wiener  Berge,  (v.  Sacken.) 
Ar.  115.  Die  Abbildungen  der  Burgund.  Gewandir  des 
goldenen   Vliefses  in   der  Akad.-Ausstellung. 


VeciiilM«-lile   \arliricli(eit. 

45)  Das  k.  k.  .Ministerium  lür  Kultus  und  Unterricht  bat 
beschlossen,  alle  jene  Intel riclils-  und  wissensrballlichen  An- 
stallen, welche  entweder  das  .Studium  der  l'alaographie 
selbst  oder  doch  das  historische  yiiellensludiuiri  wissenschaft- 
lich zu  betreiben  oder  doch  zu  fordern  berufen  sind,  mit  E.ieni- 
plaren  des  unter  der  unmittelbaren  Leitung  desDr.Sickel  unter 
dem  Titel:  „monuinenta  graphica  medii  aevi",  erschienenen 
Werkes  zu  betheilen.  Die.ies  für  das  palaogrnphische  Studium 
höchst  wichtige  Werk  enlhalt  bekanntlich  eine  ausgewählte 
Sammlung  photographisch  nachgebildelcr  l'acsimiles  von  alteren 
Schriftdciikmali'u  aus  österreichischen  .\rchiven  und  Bibliotheken. 

46)  In  der  Sladtvcrordneten-Vprsiiiiiiujung  zu  Kiilii  wurde 
von   einem  Mitgliede  die  Herstellung  der  huppel  auf  der  Kirche 


von  Sl.  I'aiilaleon  in  Erinnerung  gebracht.  In  der  nämlichen 
Sitzung  erklarte  sich  die  Vcrsaiiimluiig  auf  Anregung  des  sladti- 
sclicii  Archivars  damil  einverstanden,  dafs  ein  Urkunden- 
buch  aus  dem  reichhaltigen  Archive  dieser  Stadt  hcrau.^ige- 
geben  werde.  Vorerst  soll  ein  Band  —  die  Vcrfassungäge- 
schiehte  der  Stadt  Köln  von  den  ältesten  Zeilen  bis  zum  Ein- 
tritte der  Fremdherrschafl  enthaltend  —  erscheinen. 

47)  Der  Ausschufs  des  historischen  Vereins  für  Steiermark 
hat  unlängst  einen  Aufruf  an  die  deutschin  Sieirer,  jedoch 
nicht  ohne  den  Wunsch  und  die  Hoffnung,  .Tuch  die  windi- 
achcn  Landsicute  zu  einem  ähnlichen  unternehmen  anzuregen, 
erlassen,  nämlich  zu  einer  umfassenden  Snininlung  der  Sie  ieri- 
schen  Volkslieder  und  Volksreime,  die  dann  bestimmt 
wäre,  geordnet  und  kritisch  gesäubert  dem  ganzen  Lande 
durch  den  Druck  als  Gemeingut  übergeben   zu    werden. 

48)  Der  Architekt  Baidinger  in  Wien  hat  die  von  ihm 
angefertigte  Zenlinuiig  der  Kanzel  im  Stephans  doiii  c , 
eines  Meisterwerks  der  entwickelten  Gotliik,  durch  den  Künst- 
ler Kirchhofer  in  Kupfer  stechen   lassen. 

49)  In  Blaubeiiren  beabsichtigt  gegenwärtig  ein  junger 
talentvoller  Mann,  Franz  Gremser  aus  Augsburg,  den  berühm- 
ten Hochaltar  in  der  dortigen  Kirche  bis  auf  seine  unschein- 
barsten Theile  in  Elfenbein  zu  schnitzen  und  hat  Proben 
hievon,  nach  der  bekannten  HeidelofT'scIien  Abbildung  gefertigt, 
bei  sich,  die  ein  Kunstwerk  erster  Grofse   versprechen. 

50J  Der  Photograph  Schneider  in  Fraiiklurl  beabsichtigt 
die  Bau-  und  Kunstdenkniale  Deutschlands  aufzu- 
nehmen, und  daraus  eine  Collection  zu  machen,  die  durch  Ver- 
vielfältigung auch  in  den  Buchhandel  kommen  wird. 

51)  Die  allerhöchste  Genehmigung  zum  .Vusbau  des  Ke- 
gensburger  Doms  nach  dem  vorgelegten  Bauplan  ist  nunmehr 
erfolgt  und  einzig  und  allein  nur  von  der  Bedingung  des  .\ach- 
weises  der  dazu  erforderlichen  Geldmittel  abhängig  gemacht. 
Dieser  wird  in  kürzester  Zeil  vollständig  geliefert  werden 
können. 

52)  lieber  den  Platz ,  welcher  in  Zukunft  die  restaurierte 
.Martyrsäulc  vor  dem  Weih-  St.  Petersthore  in  Regensburg 
einnehmen  soll,  hat  sich  der  historische  Verein  nun  entschieden. 
Das  .Monument  wird,  um  es  recht  augenfällig  zu  machen,  den 
Eingang  in  die  Allee  von  dem  l'latze  «or  dem  .Mailhure  aus- 
schmücken, und  so,  nur  wenige  Sihrille  von  seinem  bisherigen 
Standpunkte  entfernt,  seine  historische    Erinnerung   wahren. 

53)  In  der  Kirchi'  zu  Bingen  hat  man  das  Grab  des  im 
Jahre  1658  gestorbenen  Bartholomäus  Holzhäuser  durch 
wiederholte  Aachgrabung  aufgefunden.  Die  .\uflindüng  iliesrr 
ehrwürdigen  Reste  fügt  den  frommen  Schätzen,  in  deren  Be- 
sitz  die   Gemeinde    Bingen    ist,   einen    neuen   liiiiiu. 

51)  Hei  den  ßaliiihon>auten  in  Bern  ist  mnn  bei  den  Fun- 
dainentu'uiigsarbeiten  auf  ein  betriichlliclies  LngiT  von  iiirnsch- 
lichen  Gebeinen  und  Schadi-In  gi  .slofsen ,  ib'nn  l'rsprung 
jedenfalls  auf  mehrere  Jahrhunderte  luruckdaticrl.    Einige  vcr- 


207 


Anzeiger  für  Kiiiule  der  deulsclien  Vorzeil. 


208 


muthen,  es  seien  hier  zur  Zeil  des  „schwanen  Todes"  oder 
einer  spalern  Seuche  die  Todlen  niassenhaPt  verscharr!  wor- 
den; Andere  jedoch  wollen  aus  der  Lage  der  Geheine  scliliersen, 
es  sei  hier  nur  der  Inhalt  eines  KirchhoTs  zusanunengclegt 
worden.  Bekannllich  sieht  das  in  der  ersten  Hallte  des  vori- 
gen Jahrhunderts  nebenan  erbaute  Bürgerspital  auf  dem  Bo- 
den eines  ehemaligen  Begriibnifsplatzes. 

55)  Der  alten  Riiincrburg  und  FraukensladI  Xanten  gegen- 
über, am  rechten  liheiniilcr,  wurde  von  Fischern  eine  antike 
Statue  gefunden,  die  als  ein  überaus  nierkvfürdiges  Denkmal 
bezeichnet  wird. 

56j  Vom  abgebrochenen  Murthore  in  Gralz  hat  man 
Ansichten  und  sogar  von  verschiedenen  Seilen  im  .\rchive 
der  k.  k.  Stalthalterei  gefunden,  welche  auf  Veranlassung  des 
damaligen  (iouverneiirs  Sr.  Exe.  des  Grafen  Wickenburg  auf- 
genommen wurden. 

57)  Zu  dem  bevorstehenden  300jiihrigen  Jubiläum  des 
Danziger  Gymnasiums  hat  dasselbe,  sowie  die  Communal- 
behiirde  Danzigs,  bei  dem  Medailleur  Prof.  Fischer  in  Berlin  einen 
Stempel  zu  einer  Erinn  e  ru  ngs-.Veda  il  I  e  anfertigen  lassen, 
welche  in  Silber  und  in  Bronee  geprägt  werden  soll.    Auf  der 


einen  Seile  befindet  sich  das  Brustbild  des  berühmten  Bürger- 
meisters Consl.  Ferher,  des  Ilauplbegründers  der  Anstalt  (1558), 
und  auf  der  andern  die  Abbildung  des  prachtvollen  Gjniiiasial- 
gebäudes. 

5h I  Als  Platz,  auf  welchem  das  W  in  k  el  ri  ed-D  en  k- 
ni  a  I  aufgi'stellt  wird,  soll  nun  die  sogen.  Breite  bei  Slans, 
an   der  Strafse    nach  Buochs  gelegen,  bezeichnet  sein. 

59]  In  Kegensliurg  sind  durch  den  Abbruch  der  soge- 
nannten Slritzelbiickerladen  k  ata  kom  benahnlichc  Ücffnungeo 
zu  Tage  gefördert  worden. 

601  Bei  den  Erdarbeiten  zur  Anlage  der  Eisenbahn  im 
Gartenlelde  unterhalb  Mainz,  resp.  der  Gegend  bis  zu  Inounda- 
tionsschanze  hinab,  wurden  römische  Aschenkrüge,  Münzen, 
Gerülhc  von  Metall  und  sonstige  Alterthümcr  verschiedener 
Art  zu  Tage  gefördert.  Diese  Ausgrabungen,  sowie  bereits 
frühere  Funde,  werden  dazu  dienen,  die  verschiedenen  An- 
sichten imd  Behauptungen  über  den  Lauf  des  Hheines  bei  .Mainz 
zu  Kiiuierzeilen  zu  berichtigen.  Jedenfalls  geht  darius  hervor, 
dafs  da,  wo  diese  obenerwähnten  Gegenstände  aufgefunden 
wurden,  früher,  wenigstens  zur  Zeit  der  Ri)mer,  der  Khein  nicht 
geflossen  sein  kann,  sondern  vielmehr  sein  heutiges  Bett  inne- 
gehabt hat. 


Inserate  und  Hekannlnia(iiuna;en. 


7)  Sollte  Jemand  im  Stande  sein,  über  die  früheste  Ge- 
schichte des  aus  Franken  nach  Pomnicrn  gekommenen  Adels- 
geschlechtes derer    von  Somnitz    und    insbesondere  über  die 

Entstehung  seines  Wappens  („ein  auf  dem  Kopfe  stehender 
Pfeil  mit  Halbmond  und  zwei  Sternen")  weitere  Auskunft  z« 
geben,  so  bitten  wir,  solche  gefalligst  an  die  Redaktion  des 
Anzeigers  gelangen  zu  lassen. 

8)  Aus  dem  Nachlasse  des  verstorbenen  Dr.  Max  Göbel 
herrührend,  ist  ein  vollständiges,  sehr  (;ut  erhaltenes,  in  halben 
Franzband  gebundenes,    Exemplar    der    Eiflia    illustrata    des  J. 


F".  Schannat,  übersetzt  und  herausgegeben  von  G.  Biirsch,  in 
8  Biinden,  für  fünfzehn  Thaler  zu  verkaufen.  Die  ersten 
4  Bande  sind  auf  Velinpapier  gedruckt.  Das  Werk,  dessen 
Subscri|itionsprcis  14  Thir.  5  Sgr.  uncingebunden  war,  ist  im 
Buchhandel  gar  nicht  mehr  zu  bekommen,  und  kommt  nur 
noch  selten  vollständig  auf  Versteigerungen  vor. 

Wer  das  Werk  zu  erwerben  w unscht,  wolle  sich   gefälligst 
an  den  Unterzeichneten  wenden. 

Coblenz,  den   12.  Juni  1858. 

Dr.   G.  Barsch, 
geheimer  Regierungs-Rath. 


Jahresconferenz  des  germanischen  Museums. 

Die  Jahie.stdiileieiiz   der    beiden    «;r()fsereii   .Viis.scliiis.se    des    ;;  e  rniiin  isch  en    Museums 
^^ird   fiir   18.'j8  an  dessen  Sitz,  in  der  Karthnuse  zu  Nürnberg, 

vom  Abend  des  19.  bis  zum  Morgen  des  23.  Aiignst 
abgehalten,  wozu  hiemit  die  verein  lidien  Herren  Mitglieder  (h-s  \  erualtiings-  und  des  (Jelehrten- 
aiiss»  Iltisses,  v\ie  audi  die  Herren  Agenten  rreiiiidliiiisl  eingeladen  werden.  Die  XOrlage  der  Bc- 
rathungsgegeiistände  wird  rechtzeitig  erfolgen.  Da  es  nach  §.  45  des  Organismus  jedem  eiii/.cliien 
Aiiss»  liiiCsiiiilglicde  zusteht,  eiiisi  hlägif^e  Fragen  zur  Heiathiing  zu  bringen,  so  wird  gebeten,  der- 
gleichen,  wo   möglich,  schon  zuvor  und   zwar  bis  Ende  Juli  d.  J.  geliilligst  mitzutheilen. 

Nürnberg,  im  Juni  1858. 

Die   Aorstäiide  des  germani.schen   Museums: 

Ur.  Frhr.  v.  o.  z.  .\ursers.  ür.  Deeg. 


Verantwortliche  Kcdaclion:     Dr.  Freih.  v.  u.  z.  Anfacis.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  Frommann. 

Druck  TOD  Fr.  C&mpo  A  Sohn  In  KUmbcrg. 


NÜBKBSRO.  Das  Abonnement  des  Blattes, 
welches  alle  Monate  erscheint,  wird  ^aiiz- 
jährig  an^;enommen  und  belräRt  nach  der 
neuesten  Postconvention  bei  allen  Postiiu- 
tem  vindBucbltandlungen />cuf«cAi<inJi  iiicl. 
Oestreich»  2  fl.  4Skr.  im  2*  ti.  -  Fufs  oder 
1  Tblr.  16  Sgr. 

Für  Frankreich  abonnirt  man  in  Strafs- 
burg bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben, J»ro.23.  nieNotreDamedeNaziireth, 
and   bei  der   deutsehen  Ünchhandluni;  von 


ANZEIGER 


FÜR  KIIPE  IIEe 


Neue  Folge. 


'-5-^3 


F.  Klincksieck  ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  oder 
bei  dem  Pobtamt  in  Karlbruhe ;  für  An^r- 
tanJ  bei  Williams  &  NorRate,  U  Henriette- 
ütreet  Covent-Garden  in  London  ;  für  Sord' 
umtrika  bei  den  PoatämterD  Bremen  und 
Hamburg.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anzeigeru  und  de-s^en  witisenscbaftlichem 
Gebiete  in  Verbinduutc  (i^ehen,  werden  auf- 
genommen und  der  Kaum  einer  Columnea- 
zeile  mit  7  kr.  oder  2  ögr.  berechnet. 


^1  l^iU^III^^ 


v 


ririi 


Füntter  Jahrgang. 


OllGW  DES  GEIIM AMSlllEN  MLSELMS. 


1858. 


M  7. 


Juli. 


Wissensdiariliclie  >li(llieiliiiiü;en. 


.tlhert.  Erzbimvliof  von  lliKH.  und  »eine 
MiiiitMCliart  in  aiilHteigeiiüer  I^iiii«*. 

(ForlscUung.) 
Von  E.  F.  Mooyer  in  Minden. 


gellen,  da  jener  er.>l  \2'i\ ,  nach  dem  25.  Jan.,  Prnp^t 
wiirtfe  (das.  392.  ürubcr,  219.  VogI,  I,  lö8j,  als  soltlier 
noch  1236  aiifirilt  (das.  434.  v.  Westphalen,  Monum.  ined. 
11,  34),   aber   am    15.  Okt.   1238    diese  Wurde  nicht  mehr 


Manee:old   der  Reiche  (dives)   dürfte  für  einen  Sohn  bekleidete   (das.  438.  v.  Westphalen,  II,  3(i.    Liinig,  XVI, 

Adiko's  gelten  können,  da  er  urkundlich  am  2').  Juli   1143  Anh.   112.    Lindeubruch ,  173);    eher    miichle   er  für  einen 

(das.  160),  vielleicht  auch  am  I.Juli  1174  (das.  219),  und  Knkel  des  Adiko  zu  halten  sein. 

wol    noch    am    8.   Juni    1199    (das.   280)    genannt    wird.  üoltfried  war  sladescher  Vogt  und  erscheint  urkuud- 

Er   soll    der    Vater    einer   nicht    naher    bekaiinteii    Tochter  lieh  am  28.  .Nov.  llbti    (das.  241.   Altes   und  Neues,  VIII, 

.Mathilde  gewesen  sein;  hatte  indessen  einen  Sohn  Diel-  124)  und  am  19.  Sept.   1188    (das.  Geschichte   der  Hause, 

rieh,  welcher  1204  noch  im  wellliclien  Stande  lebte  (das.  II,  10;  Urk. -Buch  der  Stadt  Lübeck,  I,  12;  Michclsen,  l'rk.- 

307.  Pralje,  VI,  97),    dann  aber  Alit  L'ewordcn  sein  soll;  Sammlung  der  Schle>w.-llol.-!.-l.aueiib.  üesellsch.  für  vnter- 

ddili  wird  dieser  der  gleichnamige  Abt  von  Stade  niilil  ge-  land.  (iescli.  I,  5.).      Wenn    er   aber   derselbe  sein  mOchle, 

wcsen   sein,   da  lel/.lerer   1240   zu    dieser  \\mi\c   gelangte,  der   auch   1201    (das.   208.    .>lichel>en.   I,  452)   und    1204 

und    erst    am    20.  Juni   1281    mit  Tod    abgieng    (das.   190.  (das.   307.  309.    l'ralje,    VI,    97)    nambafl    genincht    wird, 

.41les  und  .Neues,  l,\,  84.  85;    WedcUind  ,    Hl'.   \II1,  .'!9();  (hmii    iliirfle    er    niibl    der  Sohn   Adikci's    sein,    da  (Millfned 

Schlichlhorsl,  Beyliiige  zur  Erliiiileruiig  der  altern  und  neuern  damals  (1204)  einen  lirudcr  Niiinens  lliinricb  hatte,    lieide 

Gcsch.   der    llerzoglliümer    Bremen    und    Verden,    1,208).  müssen  wieder  von  den  \(ii;len  Otto  und  Gott  fr  ied  uiiUr- 

Anch  wird  nicht  füglich  an  den  gleichnamigen  Abt  des  braun-  schieden  werden,  « ildie  etwas  spüler  Icblcn.  und  von  ilrncii 

schweigi.-dien  Blasiuiklostcrs  zu  denken  sein,  der  nach  1209  Otto    von    1221    (da.s.  392.   Griiber,  221)   bis   I23(i    (das. 

erwählt    wurde   und    als   solcher   von    122(>   (richtiger   von  434),   Gottfried   aber  bis    1245   (l'ralje  IV,  21,   2('>)   gc- 

1235)  bis   1248  namhaft  gemacht  wird.  iiaiint  werden,  wie  ich  denn  einen  Vogt  Ollo,  der  der  Sohn 

Heinrich  soll  Propst  in  Stade  gewesen  sein;  wenn  er  Adiko's  halte  sein  können,  nicht  angelrolTen  habe, 

aber  der  gleirlinamiEe  l'ropst   des  Georgcnklosters   daselbst  NN'iller,    welcher    der    er-le    mir    bekiuinle   N  ogt    >üu 

war,    dann    kann   er   nicht  füglich    fur   einen  Sohn  Adiko's  Stade  war  und  als  .«oMn  r   II  IT  nngefuhrl  steht  (du».  127. 


211 


Anzeiger  für  Kiimle  der  deutschen  Vorzeit. 


212 


Gruber,  216),  würde  zwar  für  einen  Sohn  Adiko"s  gelten 
kunnen;  ich  müclile  ihn  jedoch  lieber  für  einen  Bruder  des- 
selben hüllen.  Gleichwohl  konnte  ein  anderer  Willer  ein 
Sohn  Adiko's  gewesen  sein,  da  ein  solcher  eine  Tochter 
Namens  Gertrud  hinterlassen  haben  soll,  deren  121!)  Er- 
wähnung geschieht  (d;is.  379),  und  welche  die  Frau  eines 
Daniels  v.  Bliedersdorf  (de  Blidestorpe)  war,  der  sich 
nach  dem  jetzigen  adelichen  Gute  desselben  iNamens  im 
Kirchspiele  >eu-Klosler  schrieb.  Dieser  Daniel  kommt  1204 
(Origg.  Guelf.  III,  632  vgl.  691.  v.  HoJcnberg,  Archiv  des 
Klosters  iNendorf,  5.)  und  121!)  (I.a|ipenberg,  Hanib.  Urk.- 
Buch,  I,  378,  vgl.  Oiigg.  Guelf.  III,  tijl)  vor,  und  halte 
mehrere  Kinder,  namentlich  einen  Iwan,  der  mir  urkunii- 
lich  von  1219  (das.  379)  bis  124.J  (I'ralje,  IV,  2(i)  auf- 
geslof>en  ist,  und  einen  Daniel,  welcher  als  bremen'scher 
Domherr  1223  (Lappenberg,  Gesch.-Qu.  207;  dess.  Hanib. 
L'rk.-Biich,  I.  HO.  411.  Sla|iliorsl,  Hamburg.  Kirchengesch. 
I,  653)  und  1231  (das.),  als  Domkuster  aber  1235  ge- 
nannt wird  (das.  Itlushard,  Bremischer  Rittersaal,  492),  der 
vielleicht  1232  auch  Propst  des  dortigen  Sicphansslifls  war 
(Vogt,  II,  19.  21.).  Wenn  der  Zusatz  F  mit  hlia  gleich- 
bedeutend sein  soll,  dann  hat  Gertrud  auch  eine  Tochter 
Namens  Elisabeth  gehabt  (Lappenberg,  Ilamb.  Urk.-Buch 
I,  379),  vielleicht  auch  noch  eine  andere  Namens  Malhilde 
(das.).  VV'ir  finden  auch  einen  Dienstmann  der  bremen"schen 
Kirche,  Namens  Friedrich  v.  Bliedersdorf,  in  einer 
Urkunde  vom  15.  Mai  1228  (das.  424;  Stnpliorst,  I,  II, 
17;  vgl.  Musliard,  110.),  der  vermutblich  ebenfalls  ein 
Sohn  des  obigen  Daniel  war.  Dieses  Friedrichs,  oder  des 
Iwan  Sohn  wird  derjenige  Rilter  Daniel  gewesen  sein,  der 
urkundlich  von  1257  (I'ralje,  VI,  123)  bis  1297  (Urk.- 
Buch  der  St.  Lübeck,  I,  595)  angetrolfen  v>ird.  Iwan  balle 
1241  eine  Tochter  (Musliard,  110).  Im  I'ebrigen  findet 
sich  eine  Stammtafel  der  früheren  Glieder  dieses  Geschlechts 
iu  der  Chronik  des  stade'schcn  .Abb  Albert  zum  Jahre  1112 
(fol  153a;  vgl.  Mushard ,  109).  Wenn  aber  noch  ein 
Johann  Blirstorf  in  Urkunden  aus  den  Jahren  1231 
(Nieserl,  Bcilr.  zu  einem  Münsterischen  Urkundenbuche,  1, 
Abth.  II,  217),  1232  (v.  Ledebur,  Gesch.  der  Stadt  und 
Herrschaft  VIotho ,  123)  und  1234  (Moser,  Osnabrück. 
Gesch.  III,  303,  oder  dessen  Werke,  VIII,  217)  nomhaft 
gemacht  wird,  dann  geborte  dieser  wol  einem  anderen 
Geschlechtc  an;  dahingegen  wird  ein  Iwan,  der  1288  ge- 
lebt haben  soll  (Mnsbard,  110),  hierher  gehören,  voraus- 
gesetzt, dofs  er  nicht  ear  mit  obiirem  Iwan  eine  und  die- 
selbe Person  war. 

Friedrich    \\ircl    eher    lur   einen    Enkel     als    fiir   einen 
Sohn  Adiko's  zu  nehmen  sein.    Er  »ar  der  .'>liimnnaler  des 


mit  seinem  gleichnamigen  Enkel  wieder  erloschenen  Ge- 
schlechts V.  Hasel  d  orf;  er  erscheint  urkundlich  von  11S7 
bis  1224  und  starb  an  einem  2.  April  (vgl.  v.  Aspern, 
Beiträge  zur  iillern  Geschichte  Holsteins,  H.  I,  77).  Mit 
seiner  Frau  (die  vermutblich  Jutta  hiefs  und  am  2.  Mai 
starb)  zeugte  er  einen  Sohn  Dietrich,  der  seit  1221  vor- 
kommt und  am  22.  Sept.  1236  in  Liefland  um's  Leben  kam 
(Hiarn,  153).  Dieser  hatte  von  seiner  Frau  Helene 
(■[-  12.  Aug.)  einen  Sohn  Namens  Friedrich,  der  anfang- 
lich im  weltlichen  Stande  lebte  und  erst  1252  auftritt,  bald 
nachher  aber  (1257)  jenen  mit  dem  geisilichen  vertauschte 
und  schon  1257  (vgl.  Slaphorst,  I,  II.  Vorr.  I.\,  15)  und 
1258  als  hamburgiscber  Domherr  erscheint.  Zu  Anfang 
des  Jahres  1208  wurde  er  Bischof  von  l)üi|)al,  regierte 
bis  1280  (Miltheil.  aus  dem  Gebiete  der  Geschichte  Liv-, 
Eslh-  und  Kurland"s,  Bd.  VI,  II.  III,  338),  und  soll  am 
4.  De/..  1285,  wenn  nicht  (wie  mir  Dr.  Napiersky  aus  Biga 
schreibt)  zwischen  1285  und  1289,  vielleicht  im  letztge- 
nannten Jahre,  gestorben  sein.  Die  ihm  zugeschriebenen 
Tüchter  Adelheid  und  Gertrud  dürften  ausfallen  (vgl. 
v.  Aspern,  Beilr.  I,  77  —  94.),  wenn  sie  nicht  etwa  aus 
einer  Ehe  stammen  ,  in  der  er  vor  seinem  Eintritt  in  den 
geistlichen  Stand  gelebt  halte. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Ili«'  IIaii«lHrlirirt<'iiNaiiiiiiliiii)e  ileH  ^<>riiiR- 
■liMClien  iTluMeiiiiiM> 

Von  Dr.  Karl  Bartsch,  Professor,  in  Rostock. 

(Fortsetzung.) 

III.    Enenkels    Wcitchronik. 

Fiinf  Blatter  einer  Papierhandschrift  des  1  I.  .labrhdls.  in 
4".  (Nr.  7217)  enthalten  Biiicbsliicke  aus  verschiedenen 
Theilen  von  Johann  Enenkels  Wellchronik.  Die  ersten  bei- 
den Blätter,  zusammen  120  Verse,  erzählen  von  Chanaus, 
Nimrod  (nemmroch),  seinem  Sohne  .\ssur,  und  \  on  Niuus 
und  Semiramiis.     Anfang: 

(I  a  z  \  b  c  r  all  il  i   \\  e  r  1 1  g  e  1  e  i  c  li 
Dl  h I  0  (I i > li a  1 1) e  n  m  e r z  \>  o  r il  c  u  (I.  waren) 

bei  den  selben  i  a  r  n 
Enli  alb  merz  waz  i  r  vi  I 

d  I  i  I  II   II  i  c  II  t   all  n  c  n  ii  o  ii   v\  il. 
Schlufs  von  Semiramis : 

S  w  0  s  i   I  a  M  t  o  d  c  r  s  I  o  t   \>  e  s  I 

ez  "  a  III  Ire  w  nl  n  iler  ges  t 
I)  i  I  «  a  n  g  s  i  b  e  s  u  n  il  e  r. 


Schrift. 


213 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


214 


Bl.  3  und  4  folgen  nicht  unmitlcibar  aufeinander,  be- 
handein aber  denselben  (iegciistand.  Das  erste  erzählt,  wie 
die  Juden  das  Manna  erhielten,  beginnt: 

getröstet  vnd  gehaizzen  bat 
Daz  sein  volkcb  genez  de  mit 

ou  viel  daz  taw  nach  regens  sit 
und  schliefst : 

swelhez  smakchs  er  gert 
daz  er  den  gar  dar  an  v  a  n  l , 
im    Ganzen    58   Verse.      Das    vierte   Blall    erzählt    von   dtii 
ersten    Kämpfen    der   Juden     mit    den    Heiden    in    I'alii.^lina. 
Anfang: 

An  sein  stat  eleazar 

vnd   daz  er  d  e z  n  a  ni  vv  a  r. 
Schlur^: 

Dez  fügt  in  g o t  g r u z z e n  p e i n  vnd  schaden 
mit    c  h  r  0 1  e  n    vnd    mit    n  a  d  e  i-  n    wurden    sie 

vb  erladcn. 
61  Verse.     Das  letzte  Blatt  ist  ein  Stück  aus  der  Geschichte 
von  Julius  Cäsar,  wie  er  die  Plattfüfse  und  Einüugigen  be- 
siegt (gedr.  bei  Mafsmann,  Kaiserchroiiik  3,  492): 
Di  waren  g r a w I e i c h  g e s t a 1 1 

er  war  i  ii n c h  oder  all. 
Er  het  einen   fuz  alz  einen  schilt. 
Dann  seine  Gründung  dehlscher  Städte  (Mafsm.  3,  512) 
in    verkürztem   Texte;    endlich   >cine    HückUehr    nach   Hom 
(Mar^m.  3,  522,  523)  und  schliefst  mit: 
Der  ain  der  hiez  cato 

<ler  ander  der  hiez  plato 
Er  vertraib  auch  rigiduin. 
Der  Text  ist,   soweit   ich  vergleichen   konnte,    schlecht. 
Das  Bruchstück  ist  mit  einigen  rohen  Federzeichnungen  aus- 
gestattet,   von  denen    die   eine  (Bl.  5)   einen  l'lattfufs   dar- 
stellt. 

IV.    liriichstUck  des  Renners. 

Ein  Perganionllilatt  des  vierzehnten  Jahrhunderts  in  kl. 
Folio  (Nr.  9030)  enthält  ein  Bruchstück  aus  llugo's  von 
Trimberg  Renner,  wahrscheinlich  dasselbe  Blatt,  das  nach 
Pertz"  Archiv  9,  550  früher  Herrn  .>!.  M.  .Mayer  gehörte. 
Dies  Bruchstück,  in  abgesetzten  Versen  zweis|)altig  geschrie- 
ben, enthalt  auf  jeder  Spalte  32  Zeilen,  im  Gonzen  also 
128  Reimzcilen,  Vers  8288  — 8413  der  Bnmberger  Ausgabe. 
Der  Anfang  lautet : 

W  i  7,  z  e  t  er  ist  ein  » e  I  i  c  man. 

Der  r eilte  halten  .  vn  geben  k  a  n. 

In  der  w  i .s h  e i  t  h  i'i  che  stat 

G  e  M  h  ri  li  c  n  ein  w  o  r  I  .   daz  lohe»  v  i  I  h  a  t. 


Diese  Handschrift  stimmt  so  genau  mit  der  Erlanger,  die 
der  ßamberger  Ausgabe  zu  Grunde  liegt,  dafs  sie  nur  zwei 
verschiedene  Abschriften  au*  einer  Handschrift,  vielleicht 
dem  Originale,  sein  können.  Ich  gebe  die  wenigen  Ab- 
weichungen unsers  Bruchstückes,  die  den  Bamberger  Text 
zum  Theil  berichtigen,  an.  8322  nunnen  (ur  minnen,  wo! 
ebenso  die  Erlanger  lls.  8331  ienre.  die.  Der  nächste 
Ah.^chnitt  in  dem  Bruchstücke,  übereinstimmend  nul  dem 
Regi^le^  der  Erlanger  H-s.  (S.  4  der  Ausgabe),  durcli  .\X 
bezcKliiiel,  führt  die  kürzere  üeberschrifl  von  der  werlde 
rililern.  833'J  ist  geleit  aus  kleide  gebessert.  8340 
Vnz,  darüber  Biz.  8342  Nit  für  mite;;  dann  folgte  vü, 
das  aber  mit  Punkten  untertUpfelt  ist  ^  libe  ist  dazwischen 
geschrieben.  8343  ein,  zwischengesclirieben.  8349  so 
sprach.  8352  ichz.  8353  noch  zwischengesclirie- 
ben. 8362  brfnget  (so!).  8365  vor  im  fehlt.  8369 
grozzerj  mauigerleie.  8377  geben.  8393  meht  für 
machte.  8391  begnügen.  8395  bete.  8396  tu.  8397 
smerzen  spät  vii  frii.  8401  sin".  8405  rehtes.  8409 
nimmer,    ri'ireu.     8413  der  vor  wisheit. 

Bei  V.  8342.  43.  steht  am  Rande  folgender  leoninischer 
Hexameter  als  Uebersetzung  beider  Zeilen: 
Jlunus  amor  t error')  odiuni  sunt  iudicis  error. 

Das  Blatt  führt  die  Aufschrift  ren,  d.  i.  Renner,  und  die 
Zahl  .\I1I.  Es  gehört  mithin  zu  der  zerstückelten  Hand- 
schrift des  Renners,  von  der  sich  zwölf  Blätter  in  der  Hcif- 
und  Staat.-bililiolhtk  in  München  und  andere  im  Privatbe- 
sitze in  W  ur/.l)urg  helindeu.  Diese  Re^nerlland.^cllrlft  bil- 
dete die  13.  Abtheilnng  in  der  sogenannten  Würzburger 
Hiindschrift,  die  mitlelhochdeutsche  Liederdichter,  poetische 
Erzalllungen  und  Schwanke  u.  s.  w.  enthalt.  Für  die  Text- 
kritik ist  diese  Handschrift  von  grofser  Wichtigkeit.  Z\>ar 
ist  es  nicht  die  urspniiiglichste  Recension  ,  sondern  die  von 
.Michael  de  Leone,  auch  .Michel  von  \\  urzburg  genannt,  zu- 
gerichtete Bearbeitung;  aber  als  solche  \ou  hohem  Werthe, 
weil  sie  die  Mutter  der  meisten  lieniiciliandschriflen  ist.  So 
stammt  aus  ihr  die  Krlangcr  llandschnll,  die  der  Bamberger 
Ausgabe  zu  (irundc  liegt:  ferner  eine  Wdlfenbulller  Hand- 
schrift u.  s.  w.  Eine  genaue  Prüfung  der  llandschriflen,  die 
sehr  zahlrci(h  sind,  wird  ermitteln  lassen,  ob  es  möglich  ist, 
den  Renner  vor  der  Itecension  .Michaels  de  Leone,  d.  b.  in 
ursprünglicher  Gestoll,  herzustellen.'  llolTentlich  gibt  uns 
Rückcrt's  bald  erscheinende  Ausgabe  darüber  näheren  Anf- 
scblufs.  Das  Weitere  über  die  Würzburger  Handschrift  und 
ilie    ihr   ehemals   angehörigen   Rennerbruchslücke   sehe   uian 

')  Es  »t^ind   linior,   diiruher  ist  Itrror    grsi  liriciirn ,    wiu 
der  lu  jener  Zeil  übliche  weibliche  llcirii  irforderle. 


215 


Anzeiger  für  Kutuk'  der  ilfiiUilirn  Vorzeit. 


216 


Bibliographie. 


Lit«.Tattir. 
Poeiti«. 


in  A.  Ruiand's  Schrift:  „Die  Würzburger  Handsclirifl  difr 
k.  L'nivorsitiils -Bibliothek  zu  Miini-hen  und  das  in  ihr  ent- 
haltene Pulizcy- Gesetzhuch  Bisihofs  Otto  von  WolfT.-keel. 
Besonderer  Abdruck  aus  dem  Archive  des  historischen  Vereins 
zu  ^^  iirzhurs.  Würzhurg,  1851.  8  " 
(Schlufs  foloi.) 


Zur  Conieteii- Utfratiir. 

Von  E.  W  eller  Jii  Ziirjcli 
Der  228.  Catalog  von  F.  Heerdeeen   in  Niirnbers   zeiat 
fünf  Schriften  an,    welche   auf  den  Cometen  von  1577  Be- 
zug haben    und    in  meinem  früheren  Verzciclinisse  (Anzeiser 
1857,  Nr.  10  u.   11)  noch  nicht  genannt  sind. 

1.  Kiirtze  Beschreibungen  des  Cometen,  welcher  ist  ge- 
sehen worden  am  Himmel  Anno  1577  den  ll.Nouem- 
ber  etc.  Durch  Jolian  Creat.  o.  0.  u.  J.  (1577).  4. 
mit  Reimen. 

2.  Vom  Cometen,  Sojtzund  in  Latiludine  Mcridionali  ascen- 
dente  etc.  zu  einem  zeichen  Giitlliciies  zorns  etc.  in  Druck 
vorferliget.  L.  T.  (Leonli.  Tlnirneisser?)  o.  0.  1577. 
4.  mit  Abbild. 

3.  Von  dem  Cometen,  welcher  im  .NOuemb.  1577.  erscbi- 
nen  observ.  in  Leipzig.  Ausspurg  o.  .1.  (1577.)  4.  mit 
1   Holzschn. 

4.  Hamel,  L. ,  Theolugischer  Bericlit  von  dem  erschreck- 
lichen Cometen  und  seinen  Effecten,  1577.  In  Deutsche 
Reym  verfasset.     Frankfurt  a.  M.     1578.     4. 

5.  Heerebrand  ,  J.,  Predig  von  dem  erscbrocklichen  Wuu- 
derzeichen  am  Himmel,  d.  newen  Cometen,  oderPfawen- 
schwantz.     Heidelbcre.     1577.     4. 

Die  in  Nr.  11   cilierte  Schrift  von  B.  Saxer  ist  mir  seit- 
dem complett  vorgekommen;  sie  Iriigt  am  Schlufse: 

Getruckt  zu  Bern,  bey  Bendicht  Vlman,  vnd   Vincentz 
Im  llolT.    M.D.I.X.WHI. 
und  ist  12  Bl.  4.  stark. 


F.lii  KereliiitiT  lileltoHltrirf  niiH  dem 
Ki.  Jiilirliiiiiilfrl. 

Milgctheilt  von  Prof.-  Dr.  Iirri.  Zinserle  in  Innsbruck. 
Ein  lioiidschrifiliches  (liccendes  Blatt  des   16.  Jalirh.,  das 
mit    anderen    Volkslieilern    in    einem   Kaufladen    in   Sudtiro! 
aufgefunden  ^^u^d>'  und  gegenwärtig  in  meinem  Besitze  sich 
befindet,  entliall  folgenden  gereimten  Liebesbrief. 
Von  lieb  zu  lieb  gesanndt 
der  aller  liebsten  jii  jr  baild 


jili  wun.sch  euch  ein  frewndllichen  griie[J 
\on  der  schaidel  biß  auf  den   nie(3 
vnd  gruelJ  cudi  got  mein  morgen  stercn 
mein  baiden  äugen  sechcn  euch  gereo 
Ich  wünsch  euch  ein  klaines  stubelein 
vnd  darein  die  klaine  wald  vogclein 
vnd  fraw  nacblisrall  mit  jrem  gesang 
damit  euch  ein  knrlzer  weil  riit  werd  lang 
das  seyllen  spil  sol  auch  da  sein 
dar  zu  ein  gueter  kueller  wein 
Ich  wünsch  euch  auch  ein  kamerlein  wol  geziert 
darein  jr  soll  werden  gefuert 
von  palsam  ein  bct,  von  seiden  ein  cieckb 
von  wolgcniuet  ein  staiig 
von  vergip  nit  mein  ein  fürhaiiü 
entzwisclien  von  muscbgat  ein  dur 
von  Negle  ein  risl  darfür 
\nd  von  zimet  vor  uin  dach 
darein  den  aller  pesten  gschmach 
vnd  also  warm  vnd  mich  selbs 
an  euerni  scbneweyscn  arm 
Hiemit  wil  ich  beschliefsen 
wellet  euch  sollichs  mein  schreiben 
nit  lassen  verdriefsen 
vnd  also  jni  be(5l(?)  amen 
ich  bolT  wier  wellen  bald  zusamen  kernen 
Ich  betf  euch  geren  mer  gescliriben 
midi  hat  die  jnprinstigkait  der  lieb  verdriben 
vnd  waii  der  liimel  war  papier 
vnd  ein  yeder  sIeren  ein  stolzer  Schreiber  wür 
so  khund  jch  euchs  hcrtz  lieb  nit  al(5  erschreiben 
dnrbey  bfs  jcbs  beleiben,  vnd  lafs  euch 
got  so  laug  leben  bi^  ein  milslain  drest 
wein  rebcn  vnd  spar  euch  gar  gesiindt 
b\[!)  ein  krebs  erlaufH  ein  jaghundt 
1548 
verbarlt 
R.  G  V  li.  Von  mir  vngenandt 

ii  li  hoff  ich  sey  euch  wol 
bckhaiidl. 


IV«-r  frülieHtp  iloiitMclir  lIolxHchnltt  In 
'l'ttiiilriirk. 

Bisher  I.-.I  bi'kniiiillicli  dio  üiilie  der  h  eil  i  gen  Fa  ni  i  li  e 
auf  der  F  I II eil I  nach  Aegypten  von  L.  Cranacb,  vom 
J.  15()'.>,  für  >lon  iilteslen  Holzschnitt  gehalten,  der  mit 
mehreren   Platten  gedruckt   vorkommt.    Auf  der  Bibliothek 


Kunst. 

Dlldcndo  Kunal. 

X>  loxmpliii'. 


217 


Anzeiger  für  Kumio  der  deutschen  Vorzeil. 


218 


EU  Erlan:;eD  bcnodet  ^icll  alier  dur  Kaiser  Maximilian 
zu  Pferde  von  H.  Burffkniair  in  Tondruck  und  zwar, 
was  Barisch  hei  Anführung  dieser  üruclie  nicht  erwähnt, 
vom  J.  13ÜÖ.  Gewöhnlich  trügt  dieses  Blatt  zwar,  wo  es 
im  Schwarzdruck  erscheint,  die  Jahreszahl  1518;  doch  sind 
auf  dem  Erlairger  Exemplare  die  ZilVein  durchaus  nicht  an- 
zuzweifeln, und  es  ist  aber  wahrscheinlich,  dals  aus  dem 
Holzslocke  zum  Z«eck  eines  zweiten  Abdruckes,  gewisser- 
mafsen  einer  zweiten  Aiifliii|;e,  die  >ull  herausgenommen 
und  mit  einer  Eins  verlauscht  sei,  als  umgekehrt.  Das 
jugendliche  Aussehen  des  Kaisers  in  der  schüiien  Daistcllung 
pulsl  auch  eher  für  das  Jahr  15U8  als  für  das  Jahr  l.'>lh, 
wo  er  sich  schon  dem  Alter  nahte.  Der  Erlanser  Druck 
ist  von  höchster  Feinheit  und  Frische,  wahrend  die  von 
1318  gewöhnlich  stumpf  sind  und  auf  eine  abgestumpfte 
Platte  schliefsen  lassen.  Der  Ton  ist  schön  rölhlich  grau; 
die  ausgesparten  Lichter  sind  mit  grofser  Scharfe  gezeichnet 
und  an  richtiger  Stelle  gedruckt. 

V.  E. 


Zur  CieMCliirlit«  der  'rracliteii. 

Von  R.  V,  liellberg  in  München. 

lieber  das  Beinkleid    des   Millelallers   herrscht   hiiulig, 
nicht  bios  bei  Kuiisllern,  noch  eine  irrige  oder  uoch  unklare 


Vorstellung,  und  es  dürften  daher  aucli  hier  einige  Bemer- 
kungen über  diesen  Gegenstand  Raum  linden,  unler  denen 
namentlich  die  hervorzuheben  ist,  dafs  das  Beinkleid  dunh- 
aus  nicht  durchweg  von  der  Hüfte  bis  zu   den  Fufsen   ganz 


ansrhiiefsend  war  und  dafs  die  Pluderhosen  im  16.  Jahrhdt. 
nicht  zum  er.-ten,  sondern  zum  zweiten  Mal  auftreten.  Um 
aber  diese  Behauptung  nicht  abgerissen,  sondern  im  Zusam- 
menhange vorzutragen,  erlaube  ich  mir,  hier  eine  kurze  Ge- 
schichte des  millelallerlichen  Beinkleides  zu  skizzieren. 

Schon  die  allen  Frauken  Irusen  bereits  Beinkleider  von 
gewalkter  NN'olle,  um  die  Hüfte  mit  einer  Schnur  oder  einem 
Riemen  neliallen,  und,  wie  die  allen  Deutschen  überhaupt 
gern  Ringe  trugen,  so  nameullicli  auch  solche  um  il;is  Bein 
unter  dem  Knie.  Die  Langobarden  trugen  von  lim  Waden 
abwärts  weil'se  Slrüiupfe  ( P.  Diac.  1,  24).  In  dem  huigo- 
bardischen  Königsverzeichnil'se  des  .Mönches  von  Salerno 
heifsl  es  vom  König  Adeloald  (616—26),  dafs  er  zuerst 
Hosen  gelragen  habe,  worauf  —  nach  der  Zeil  der  Königin 
Teudelinde  —  die  Langobarden  überhaupt  anfiengen,  Hosen 
zu  tragen,  über  die  sie  beim  Reiten  wollene  Gamaschen 
zogen;  diese  Tracht  haben  sie  indefs  erst  von  den  Römern 
angenommen  (P.  Diac.  4,  22).  —  Unler  den  Karolingern 
(752 — 911)  ist  das  Beinkleid  lang,  eug-anschliefsend  und 
mit  geschlangelten  oder  zackigen  Windungen  besetzt,  oder 
unter  den  Knicen  festgeschnürt.  Die  Franken  trugen  entwe- 
der solche  Beinkleider,  welche  blos  das  Schienbein  bedeck- 
ten (tibialia),  oder  auch  solche,  welche  Hüften  und  Lenden 
bedeckten  (co.\aIia;  vgl.  Monach.  Saugall.  1  ,  34.).  Als 
Karl  der  Grofse  auf  der  Jagd  einen  Auerochsen  nicht  ge- 
hörig' traf,  zerrifs  ihm  das  wilde  Thier  den  Schuh  (gallicu- 
lam)  und  die  Beinbinde  (fasciolam).  Da  wollten  alle  seine 
Begleiter  ihre  Hosen  „bossas  suas"  (Mon.  Sang.  2,  8.) 
ausziehen,  woraus  hervorgeht,  dafs  das  Beinkleid  nichts 
Seltenes  mehr  war. —  Unter  den  sächsischen  Kaisern  ('.>11 
bis  1024)  trug  man  entweder  ein  engauschliefscndes,  mit 
der  Fufsbekleidung  zusammenhangendes  Beinkleid  oder  mit 
Halbsliefeln,  oder  das  Unterbein -Kleid  mit  Kreuzbiiudern 
umwickelt  und  Schuhe  dabei,  oder  endlich  wol  auch  ein 
kurzes,  nur  bis  zum  Knie  reichendes,  gezallelles  Beinkleid. 
Uebrigens  werden  um  972  auch  schon  Uberniiifsig  weile 
Beinkleider  genannt;  hornm  ctenim  libiaU-s  (lualer  sesquipede 
pateul";  Richer,  3,  41.  —  Unter  den  fränkischen  Kaisern 
(1024  —  1137)  ist  ein  Beinkleid  beliebt,  wobei  das  Bein 
absatzweise  wie  mit  Rc'ifen  eines  Fasses  nmbiindert  ist, 
Schuhe  dabei;  oder  ein  enges  Beinkleid,  bis  auf  die  Fufs- 
Unöchel  reichend,  und  Schuhe  dabei  oder  weile  hcrabhungende 
Stiefel.  —  Ueber  das  Beinkleid  des  12.  Jhdis.  geben  uns 
namentlich  die  Bilder  des  llorlus  dcliciarum  (um  11751  die 
klar>le  Anschauung.  Mährend  es  nämlich  in  der  Regel  scheint, 
als  wäre  das  Beinkleid  durchaus  sehr  eng-anschliefscnd  ge- 
wesen, indem  das  UnlerUleid  (lunica)  meistens  den  obcru 
Thcil   verdeckt,    so    war   solches    durchaus    nicht    der  Fall, 


219 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


220 


sondern  was  man  gemeiniglich  für  Hosen  zu  hallen  versucht 
wird,  waren  nur  lange,  bis  zur  Mitte  des  Schenkels  liinauf- 
reichende,  farbige  (meist  rothe)  Strümpfe;  zuoberst  aber 
wurden  vielmehr  sehr  weite,  förmliche  Pluderhosen  ge- 
tragen, welche  freilich  nur  dann  sichtbar  wurden,  wenn  der 
Mann,  namemilich  auf  der  Reise,  sein  L'ntergewand  nuf- 
schürzte  oder  irgend  eine  Bewegung  zufällig  dea  oberen 
Tlieil  der  Beine  zeigte.  Diese  l'ludcr-  oder  Pumphosen 
waren  weifs,  wol  von  Leinwand,  und  liiengen  vor  dem 
Leibe  wie  eine  Schürze  herab,  indem  sie  zu  beiden  Seiten 
in  die  hingen  Strümpfe  hineingesteckt  wurden,  die  wiederum 
in  die  Hulie  gehallen  « urden  mittelst  eines  starkin,  durch 
eine  OelTnung  am  Hände  durchgesteckten  und  unterhalb  der 
überhangenden  Hose  an  deren  Gurt  festgeknüpften  liiemen. 
Die  langen,  in  der  Kegel  allein  sichlbaren  Strümpfe  schlös- 
sen allerdings  eng  um  die  llulfte  des  Oherbeins  und  das 
Unterbein  an,  und  waren,  wie  bereits  erwähnt,  einfarbig 
oder  auch  reicher  gemustert.  Dabei  wurden  Schuhe 
oder  Halbstiefelchen  getragen,  bisweilen  auch  noch  zuvor 
ein  Paar  kürzerer  Strümpfe  übergezogen,  und  namentlich 
auf  der  Heise  eine  Art  Gamaschen,  von  breiten  Zeugstreifen 
ineinander  getlochten.  Auch  im  13.  Jhdt.  wurden  noch 
Schuhe  bei  obiger  Beinbekleidung  getragen,  wie  z.  B.  im 
Iwein  345(i  ausdrücklich  bemerkt  wird:  „schuohe  und  hosen 
von  sei."  Meistens  jedoch  sind  jetzt  jene  langen  Slriinipfc 
mit  der  Fufsbeklcidung  eins:  „desselben  trug  er  auch  Izwo 
hosen  gestrichen  eben  an  sine  bein,  davon  erlucht  manch 
edel  stein  ubir  al ,  bis  ulT  die  spitze,  zcubracht  mit  speer 
witze"  Herz.  Ernst  2634.  Die  langen  Strümpfe  wur- 
den „Hosen"'  genannt,  die  kurzen  eigentlichen  Hosen  aber 
„Bruch":  „bruoili  von  buckerain"  Parz.  588,  15.  Dafs 
auch  jetzt  noch  jene  linnenen  „bruoch"  oder  llüflhosen 
grade  so  getragen  wurden  wie  im  12.  Jhdt.,  beslaligl  Parz. 
166,  2:  „al  wiz  gewant  im  was  bereit,  von  golde  unde 
sidin  einen  bruochgürtel  zöch  man  drin,  schariachens  Imsen 
Till  man  streich  an  in.''  Erst  in  der  2. "Hälfte  14.  .Ilidls. 
kamen  die  genannten  Pluderhosen  wieder  ab,  wie  sogleich 
nachgewiesen  werden  wird ;  übrigens  haben  die  Geringeren 
vielleicht  niemals  Pluderhosen  getragen,  '')  sondern  nur 
Strumpfe   oder   gar    blofse   Beine.    —    Im    14.  Jhdt.    enges 


*)  Dem  dürften  die  Bilder  zur  lierrad  von  Landslicrg  dircct 
widersprechen;  denn  eben  hier  wird  diese  weifse  PIut 
derhose  nur  bei  Leuten  gemeinen  Standes  sichtbar,  wie 
Bnulirr,  Juden  u.  s.  w. ,  und  diesen  durfte  sie  vielleicht 
\  orzugsweisc  zugeschrieben  werden.  Der  beigefugte 
II0I7S1  hnitt,  welcher  Figuren  aus  dem  llnrtus  delicinrum 
nnrhgehildel  ist,  stellt  zwei  Leute  niedern  .Standes  mit 
dieser  llo.se  dnr,   einen  Arbeiter  .1111  lim  lioU  ti   iiinl   einen 


Beinkleid  wie  früher,  dabei  Schuhe  mit  Querriemen  über 
der  Spanne  oder  auch  ohne  solche.  Uebrigcns  waren  bei 
Geringeren  die  Hosen  selbst  in  diesem  Zeiträume  durchaus 
noch  nicht  allgemein  eingeführt,  namentlich  am  Oberrhein. 
Am  Millelrhein  dagegen  trat  sogar  um  1362  bereits  ein 
Wechsel  ein:  „In  diesem  Jar  vergiengen  die  grofse,  weite 
Pluderhosen  und  Stielfeln.  Die  hatten  oben  rot  Leder,  und 
waren  verhauen,  und  die  lange  Lederscn  mit  langen  Schnä- 
beln giengen  an.  Dieselben  hatten  krappen  einen  bey  dem 
andern  von  der  grofsen  Zaheu  bi|i  oben  aus  und  hinten 
aulfgeneslell  halb  bi|j  aulf  den  Bücken"  Limb,  cliron.  S.  48. 
Seitdem  nun  die  Pluderhosen  wieder  abkamen,  —  erst  jetzt 
entstand  das  eigentliche  lange  Beinkleid,  welches  auch  den 
L'nicrieib  mit  bedeckte  unii  mit  Nesteln  am  l'nlerwams 
angeheftet  wurde.  Dabei  kommt  nun  auch  (namentlich  im 
15.  Jlidl.)  ilie  zweigelheilte  Tracht  (mi-parti)  immer  mehr 
in  Schwung.  In  der  2.  Hälfte  des  15.Jhdts.  ist  das  enganlie- 
gende Beinkleid  auch  wol  mit  verschiedenfarbigen  Zacken 
besetzt  oder  hat  eine  angesetzte  Oberhose.  Auch  in  der 
1.  Hälfte  des  16.Jhdls.  trug  man  noch  enge  Beinkleider,  die 
zugleich  die  Füfse  bedecken;  daneben  jedoch  kommen  jetzt 
wieder  solche  auf,  welche  von  der  Hüfte  herab  unil  zwar 
bis  zum  Knie  sehr  weit  und  mit  einzelnen  bunten  Streifen 
besetzt  sind,  oder  auf  <ler  Hüfte  und  dem  Oberschenkel 
mehrfach  aufgeschnitten ,  mit  anderem  Zeug  unterlegt  und 
aufgepuFTt.  Bisweilen  auch  über  ein  durchaus  enganliegen- 
des Beinkleid  noch  eine  Oberhosc,  die  jedoch  schon  am 
Sitz  endet,  l'ni  1550  sodann  arteten  die  Pullhosen  in  die 
selbst  von  den  Geringeren  getragenen  eigentlichen  soge- 
nannlfu  Pluderhosen  aus,  welche  übertrieben  ein-  und  diirch- 
geschlilzt,  wie  lauter  bunte  liand,--lreifen,  oll  bis  auf  die 
Erde  herabhiengen;  dabei  lange  Strumpfe  mil  Knichändern. 
L'ebrigcns  zeigen  sich,  namcnllich  gegen  das  Ende  des  Jahr- 
hunderts, neben  jenen  PulT-  utid  Pluderhosen  auch  gemälVig- 
tere  Formen,  kurze  Hosen  mil  langLii  Slriiiii|ilen  und  Knie- 
band, und  selbst  in  den  (iOgei  Jahren  niicli  das  einfach  enge 
mit  den  Strümpfen  ziisammetdiangende  Beinkleid.  Bei  der 
spanischen  Tracht  ist  das  enge  Beinkleid  nur  bis  zur  Hälfte 
des  Oberbeins  gebauscht.  Auch  lange  Stiefel  trug  man  bei 
der  engen  Hose.  Millhcilnngen  über  die  späteren  Jahrhun- 
derte würden  die  Grenzen  dieses  Blattes  überschreiten. 


Wahnsinnigen,  der  letzten'  trugt  die  Leinwandhose  allein, 
der  zweite  aber  die  Siriinipfe  oder  Bruch  dniu  mit 
der  Belestigiing  durch  .«eiikreehic  Biinder,  .10  dafs  beide 
zusaniinen  die  BeschafTenlieil  dieser  Tniiht  vullslandig 
klar   machen.  Aiiiii.   d.   Ued. 


221  Anzeiger  Tür  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 

Xiir  OeHChicIile  den  deiitHclieii  •liidcnrerlitM 

\on  Prof.  Dr.  Genffler  zu  Erlangen. 


222 


In  den  Darstellungen  der  miltelalleriicli-deutsciien  Juden- 
Verfa.^.sung,  w  ie  sie  in  den  neueren  rethl.>.liistorisclien  Wer- 
ken, diiruriler  am  Vollsliindig.-ileii  in  F.  \Valter"s  deutscher 
Reihlsgeschichle  (2.  Auü.)  Bd.  II.  §§.  431—33  S.  63  flg., 
angetrolTen  werden,  hlieh  lii.s  jetzt  iiuffallender  Weise  ein 
Document  uuerwahnl  und  iMilieniilzt ,  «elilies  mir,  als  eine 
neue  Epoche  im  deiilsL-licn  .liuienrechlc  erschliefsend,  von 
grol'stcr  Bedeutung  zu  sein  scheint.  Ich  meine  die  Urkunde 
König  Huprecht's  d.  d.  Nürnberg  den  3.  Mai  1407,  welche 
—  nachdem  bereits  auf  dieselbe  J.  Schilter,  Institut,  juris 
pnbl.  Honi.-Germ.  (169(5)  Tom.  I.  p.  63,  und  diesen  aus- 
schreibend G.  D.  Hoffmann,  De  advocatia  imperaloris  Ju- 
daica  (1748)  §.  XXII.  p.  25,  sowie  ITefliniier,  Corp.  juris 
publ.  Tom.  III.  p.  1293^'  aufmerksam  gemacht  —  meines 
Wissens  zuerst  Jos.  Climel  im  Anhange  zu  den  liegesta 
chronol. -diploniat.  Ruperti  Begis  Bomanorum  (Krankfurt, 
1834  4».)  ad  Nr.  2306  vollstiindig  aus  den  Wiener  Reichs- 
Registraturhüchcrn  verolTentlicht  hat. 

Nach  dem  weitlauligen,  die  Hälfte  der  l'rkunde  füllenden 
Eingange,  durch  welchen  der  Konig  die  in  jener  gelrofTene 
neue  Malsregel  nach  allen  Seiten  hin  zu  motivieren  bemüht 
ist,  mufs  der  Zustand  der  israelitischen  Gemeinden  Deutsdi- 
lands  im  beginnenden  XV.  Jahrhunderte  ein  höchst  betril- 
hender,  und  die  nächste  Ursache  hievoti  die  schlechte  Ver- 
waltung des  Rabbiner-Amtes  durch  dazu  geistig  wie  sittlich 
unbefähigte  Individuen,  von  welchen  sich  sogar  Manche  den 
Titel  und  die  Bechle  eines  ,, Hochmeisters  in  jüdischen  Kün- 
sten" aus  gewinnsüchtiger  Absicht  bctrüglich  beilegten,  ge- 
wesen sein,  indem  diese  entweder  die  ihnen  Untergebenen, 
um  Geld  zu  erpressen,  durch  Mifsbranch  des  grofsen  .Schul- 
bannes (Cherem)  auf  das  Härteste  bedrängten  und  so  Viele 
zur  Auswanderung  nöthigten,  oder  bei  wirklichen  Vergehens- 
fullcn  in  der  Ausübung  der  ßau^igewalt  so  sciilalT  und  lässig 
verfuhren,  dafs  manche  kundbare  Missethat  ungerugct  blieb 
und  die  Frevler  nur  „desto  durstiger"  wurden,  ihre  Ver- 
brechen fortzusetzen.  Diesem  selbst  für  die  h(inii;liiliuu 
Finanzen,  welchen  die  Kamnicrknechtschafl  der  Juden  l>e- 
triuhtliclicn  Zullufs  darbot,  licdrolilich  wcrdciidcti  Unwesen 
zu  steuern,  erscliiin  nun  dein  Könige  als  das  geeignetste 
Mittel  die  Aufstellung  eines  durch  ihn  zu  ernennenden 
obersten  Hochmeisters  für  die  gesamniten  deutschen 
Laude,  welcher  die  ihm  untergeordneten  Vorsteher  (Meister, 
Hochmeister,  Judcnhischofe,  niafistri  Judeoriiui,  derlei)  der 
einzelnen   jüdischen   Gemeinden   in    ihrer   Amtsführung    und 


Beclilsprechung  überwachen  und  hiebei  selbst  eine  mit 
letzterer  concurrierende  Jurisdiction  über  alle,  von  da  an 
gleichsam  in  eine  einzige  religiös-politische  Hauptgemeinde 
vereinigten  Juden  des  deutschen  Reiches  —  natürlich  inner- 
halb der  den  Rabbinern  überhaupt  vorgesteckten  Grenzen 
und  auf  Grundlage  der  mosaischen  Bücher  —  ausüben  sollte. 
Da  aber  dem  Könige  „von  mcrglichen,  glauhhalTtigen  luten 
„furgegeben  ward,  duz  der  jüdisch  meister  Israhel,  sein 
„vnd  des  rirhs  camerknedit,  in  juilisdieu  kunsten  ein  be- 
„werter  vnd  aller  meyster  vud  aiicli  in  der  judisdilieit  eins 
„solidieu  euten  leumden  sy,  daz  er  keinem  Juden  ny  kein 
„vnrecht  getan  habe,  suuder  daz  er  in  sinem  jüdischen 
„glauben  ein  gelerter  vnd  redelicher  Jude  sy,  vnd  auch 
„nye  keine  Juden  oder  Judinne,  wo  die  gesessen  oder  wie 
„die  genant  sin,  mit  sinem  judischen  banne  oder  andern 
„Sachen  zu  vnrecht  vmbgelrieben  oder  besweret  habe,  noch 
„furbaz  wider  rechte  vmbtriben  oder  besweren  wolle":  so 
setzte  Ruprecht  sofort  diesen  gerühmten  .Meister  in  die  neu 
geschalfene  Stelle  ein  und  wies  die  übrigen  Hochmeister 
alles  Ernstes  an,  demselben  in  allen  mit  den  judischen  Rech- 
ten zusammenhängenden  Verhältnissen  unterthanig  und  ge- 
horsam zu  sein.  Dieser,  die  Erucuuung  selbst  cutliultende 
Haupitheil  der  Urkunde  lautet  aber: 

„Dorumbc  zu  furkommen  soliche  vorgeschrieben  vnser 
vnd  des. richs  vnd  der  cgenauten  kiirfursten,  fiirsten,  herren 
vnd  der  stelle  rechte,  die  wir  vud  ein  iglicher  oder  iglich 
an  Juden  oder  Judynn  von  rechts  wegen  haben,  zu  hantlia- 
ben  vnd  furbasser  zu  stercken,  haben  wir  von  romi.-cher 
kuniglicher  macht  vnd  gewalt,  vnd  mit  rechter  wissen,  vnd 
auch  durch  solicher  vorgenanteu  redelikeit  willen,  als  vns 
von  dem  egenanten  Israhel  furgegeben  ist,  denselben 
Israhel,  zu  vnscrem  und  des  richs  jüdischen  hochmeyster 
über  alle  vud  igliche  jüdische  hohcmeistere,  Juden  vnd  Jii- 
dyun  in  tutscheu  landen  geuomen,  em|)fangcn,  vud  von  be- 
suudern  vnscrn  gnaden  gesetzet,  nemen  empfahen  vnd  seczen 
in  cralTt  di|i  brielTs,  vnd  haben  im  auch  beuolhen  vnd  vollen 
gewalt  gegeben,  vnd  geben  mit  diesem  hriefe,  alle  vnd 
igliche  Juden  und  Judynn  in  tutscheu  landen,  wie  die  ge- 
nant oder  «o  die  gesessen  oder  woidialTtig  sind,  für  sich 
zu  heischen,  zu  laden  vnd  mit  dem  judischen  baiuie  vud 
rechten  zu  straffen,  zu  bannen,  zu  vrteilen  vnd  zu  busseii, 
als  jüdisch  recht  innhaldeu  ^nd  nach  dem  vnd  ein  iglicher 
nach  u|5wysnnge  judisdis  rechten  gebrochen  hat,  vnd  >on 
desselben  rechten  weircn  zu  strallen  vnd  zu  busscn  ist,  nne 
alles  geuerde.  Ouch  haben  wir  dem  \orgenanten  Ysmlicl 
ernstlich  beuolhen  vnd  gancze  macht  gegeben,  alle  vnd  islirhe 
vusere   vnd   des    richs   rechte,    die    vns   als   ejm   ronnschen 


223 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


224 


kuni^  von  allen  vnil  iglichen  Juden  oder  Jiiillniic  in  dulsilieii  Wie  lange  enillicli  und  mit  welchem  Erfolge  Rupreclit's 

landen,  ez  sy  von  nit  bezalunge  der  gülden  oppferjifennii»«,  Inslitulion  geblüht   habe,    lafst   sich   nach   den   zur  Zeit    uns 

oder   gcwonlithcr   slure,   oder  sust    von  velle   vnd  hrüilie,  gebotenen  Quellen  kaum  enlriilhseln.    Jedenfalls  ist  es  aber 

oder    andcrr  roniisebcr  keiser   vnd    kunige,    vnsrer    furfarn  c'"  Irrlhum,  wenn  sich  in  dieser  Beziehung  Chr.  Wildvogel 

an  dem  riebe,   rcclile   vnd   gewonheit,   oder  des  jüdischen  '"  seiner  Dodctas  legalis  de  Jiidaeorum  reeeptione  ae  lole- 

banncs  wegen,  von  rethle,   gewonheit  vud  allen  berkomen  raiilia  (ITüD)  Tlies.  V.  p.   !(!,  17  daliin  aulsert:    „Cui  [sc. 

geburen  vnd  werden  sollen,  von  vnsern  wegen  inzuuordcrn,  Hupcrii  instituliunij  deinceps  derogavit  diploma  Friederici  III. 

inzusewynnen  vnd  inzuuemen  vnd  doriun    vnd   doiumbe  zu  '"'!'•  »'""J  1  1"0  in  verbis :  die  gemeine  Jüdisihlieit  uns  als 

tutid,  daz  mit  laden,  bannen  ü<ler  vrleylen  in  dem  juiliselnn  Huui.  Kiiysr  von  de^  Heil.   Heiihs    wegen    ohne  Mittel,    und 

rechten  zu  lunde  ist,    von  reiht  oder  gewonheit,    docli   in  niemandes    anders    unterworlTen    scyn    und    zugehören.    — 

allen  vorgeschrieben  dingen  mit  nanien  verjorgel,  daz  keyii  (juiipropter  eliam  Jodocus  cognoniine  von  Hescliein,   (jui  se 

Jude  oder  Judynne,  be>anipt   oder  be.-undcr,  wo  oder  >nler  üefjierer    gemeiner   Judiscbbcit    scrijiserat,    in    Camera    fuit 

wem   die   gesessen   sini,    wider   rechte   oder    wider  ynianez  eondemnatu»   in   2  Marck   lütiges  Goldes    dem  Kayserlicheni 

gnade  oder  friheil,    oder   wider  jüdisch  reihte,    oder  umlie  tisco  zu  Slralf  cum   e.xpensis  zu  enlnclitcn.-'     Denn   genial's 

vuwarbairiiger  Sachen   willen,    geladen,   furgeheisclien ,    ge-  '-'""-''"     »'-''"'     beacliteiiswertlieii ,     in     Jak.     Golthelfs     bist.- 

bannen   oder  geurleiit    werden    sollen    in   delieiu   wise   aiie  dogmat.  Darstellung   der  rechtlichen  Stellung   der  Juden   in 

alles  gcuerde;    als    auch    der    vorifenaiit   Israhel    alle   vnd  üayeru  (1851J   S.  2ö — 27    Note   3   abgedruckten  Urkunde 

igliche   stucke,   puncle    vnd    artickel   vngeuerlicb    zu   tnnde,  ''•  <•■  '^'n'ichen  den   !.  Juli   1551,  worin  sidi  der  Jude  Jesel 

zu  halten  und  zu  follenfuren    nach   sinem   besten   vermögen  n" 's  gemainei  J  udischait  Beuelchhaber  in  Teutsch- 


by  sinen  truwen  geloht  vnd  gesworn  hat,  als  dann  ein  Jude 
billich  globen  vnd  swercn  sal  ane  alles  geuerd.  Vnd  ge- 
bieten darumbc  allen  vnd  iglichen  judischen  hohmeistern, 
Juden  und  Judinnen  in  allen  tiitschen  landen,  obern  vnd 
uydern,   wonhafTtig   vnd   gesessen,    ernstlich    vnd  vesliclich 


land"  auffuhrt  und  die  Garantie  dafür  übernimmt,  dals 
künftig  kein  Jude  mehr  im  Fürstentbume  Ober-  und  Meder- 
bayern  mit  Wohnung  und  Gewerbe  sich  niederlassen  werde, 
muls  im  XVI.  Jahrhundert  das  Überhochmeister- Amt  noch 
in  voller  Wirksamkeit  gewesen  sein,   und    es   mag  der  cr- 


mit    disem    briefc,    daz    sie    den    vorgenanten   Israhel    für      «ahnte  Jodok  von  Keschein  nicht  deswegen,  weil  er  uber- 
yrcn  obcrislen   hohmcister   vITncmen  vnd   haldcn,    als   vor-      haupt  die  Würde  eines  obersten  Hochmeisters  in  Anspruch 


begrilfen  iat,  vnd  yme  auch  in  jüdischen  rechten  gehorsam 
vnd  vnterlenig  sin  sollen  by  vnsern  bulden,  vnd  als  liebe 
\ii  sy  vnser  vnd  des  richs  swe^e  vngnade  zu  uermyden." 

.Mit  vrkund    di(i    brieffs    versiüclt   mit   vnser  knniglichen 
maiestat  ingesisel.      Geben  zu  .Nnremberg,   nach  (  hii>li  ge- 
liurle  vierzehenhundert  jare  vn<l   daniaili   in    dem   sybendcn      g'erer  p.  410 
jare,  am  dritten  tage  dez  meyen,   vnsers   richs   in   dem  sie- 
benden jare." 

Ad  mandatum  domini  Regis  Jdh.  Kirchen. 

.Manche  Punkte,  w  eiche  aufgehellt  zu  sehen  von  Inte^e^^e 
Ware,  liifsl  die  l'rkunde  allcrdinirs  uneroricrt,  so  insbeson- 
dere die  Frage,  wo  der  neue  Reichs  -  Hochmeister  seinen 
Sitz  haben  follte,  ob  an  einem  bestimmten,  sich  stets  gleich 
bleibenden  Orle,  oder  immer  in  derjenigen  Stadt,  in  wel- 
cher der  jeweilige  Triiger  des  Amts  wohnhall  sein  würde. 
Es  deutet  jedoch  eine  nrkundli(he  .Mitlheilung  in  Josl's 
Geschichte  der  Isrneliten  Tbl.  VII.  (Ib27j  S.  415  darauf 
hm,  (lafs  mindestens  zeitweise  die  alle  Reichsstadt  Friedberu 
in  Hessen  der  .Sitz  des  judisiben  Oberhochmeislerlhums  ge- 


genommen, sondern  vielmehr  nur  darum,  weil  er  einen  mit 
derselben  unvereinbaren,  lediglich  auf  Slaalsamter  („publica 
oflicia^'J  Anwendung  leidenden  Tilcl  sich  angemafst  halte, 
vom  Kammergerichte  mit  der  bezeichneten  Geldbufse  belegt 
worden   sein.     \\  ehneri  Pract.  Observat.  tl(i74j   s.  v.   Re- 


Mle  %VMHiiii|cer  >*rliüty,<-ii»riliiiiiiK  »oiii 

Von  l'rof.  (i.  liruckner  in  .Meiningen. 
Die  Stadt  \\  asunjren  im  Ilerzogtlium  .Meiningeii  besilzl 
als  einziges  Denkmal  ihrer  um  l(j7ü  abgestorbenen  Schützen- 
gescllschafl,  deren  (;rundung  bis  in"s  16.  Jahrh.  zurückreicble, 
eine  Schutzenordiiung  v.  J.  1  (i |  1  ,  welche  als  ein  Bild  der 
dem  ."JOjiihrigen  Kriege  vorangehenden  Zeit  und  ihres  klein- 
sladtischen  Lebens  nicht  ohne  Redenlung  ist.  Eine  Abschrirt 
derselben  habe  ich  dem  gennaii.  Museum  übergeben. 


VVnffenschiiti. 
SchUtxunwescn. 


Wesen  sei. 


Versntwortlirhr  Rcdnrlion: 


Dr.  Freih.  v.  a.  «.  Aufsesa.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  (. 

Druck  von  Fr.  C»nipc  4  8olm  In  Nürnberg. 


(.Mit  einer  BeÜRge.) 

h.  Prommann. 


BEILAGE  ZUM  WZEIGEH  Flll  KINDE  \)VA\  DElTStllEX  A OBZEIT 

1858.  JW  7.  Juli. 

Cliroiilk  des  germanisclien  Museums. 

Vor  Kurzem  berichteten  wir  ühcr  den  von  der  badisclic  n  Neue    Agenturen    wurden    errichtii    in:    Dunauwurlh, 

Ständckanimer    lu    (.unsten    des    .Museums    gefaTslen    Besrhlufs.  Leitmeritz,    K  e  usl  relitz,     Oslerrode,     Pappenbeim, 

Heute  sind  wir  im  Stande,    eine  nicht  minder  erfreuliche,    aus  Ravensburg,  Thurnau. 

Stuttgart    uns    rugeUommene    .Millhcilung    über    den    Bericht  Folgende    Vereine    sind    neuerdings    mit    dem   .Museum    in 

zu  geben,  den   die  Finanzkonimission  iiber  eine  Eingabe,  weiche  Schriftenlausch  getreten  : 

die  Vorstünde  des  germanischen  Museums  an  die  württem-  Der  Hanauische  B  ez  ir  lis  vere  in  für  hessische  Ge- 
bergische Stund  ekammer   richteten,    erstattet  hat.     Nach-  schichte  und   Landeskunde  in   Hanau: 

dem  der  Referent  in  gründlicher  Auseinandersetzung  für  die  der  Verein  für  Erdkunile  und  verwandle  Wisscn- 
Gewiihrung  der    erbetenen  Slaalsunterslützung    sich    ausgcspro-  Schäften   in  Darriistadl; 

eben  und  hinsichtlich  der  Hohe  des  Beitrags  bemerKt  hatte,  der  Verein  für  Geschichte  und  .\lte  rt  hu  mskun  d  e  in 
„annühcrnd    konnte    der   von  Bayern   verwilligle  zum  .Mafsstali  F'rankfurl  a.  M. ; 

genommen  werden,  wonach  sich  der  Beitrag  Württembergs  die  b  ü  n  d  n  erisclie  gcscliichtsfo  rsch  ende  Gesellschaft 
zwischen    500   und    1000  f1.    zu   halten    hiitte",    trat    die   ganze  in  (hur, 

Comnnssion   dem  Antrag   bei:    „die    hohe  Kammer  wolle  gegen  von  "welchen   der  erstgenannte  in  seiner  Zuschrift  dem  Museum 

die  kgl.  Rcgierinig   die  Geneigtheit  aussprechen,    für    das  ger-  mit  sehr  dankenswerlhen   .Anerbietungen   enlgegenkoininl. 
manische    Natioualmuseum    in    Nürnberg    einen   jahrlichen    Bei-  In  Folge  jiingst   versandler  Aufforderungen  haben  wir  nach- 

trag  aus  der  Slaatska.sse  zu  verwilligen  und   diesen  Beitrag  auf  stehende  Buchhandlungen   als  neu   beigetreten  aufzuführen: 

den  Etat  des  Kirchen- und  Schuldepartements  zu  übernehmen."  303.  Franckh'sche  Verlagshandlung   in  Stuttgart, 

Als  weitere  Folgen   der   in   voriger  Nr.  erwähnten  Versen-  304.  G.  Fröbel,  Verlagsbuchhandlung  u.  Hofbuchdruckerei  in 
duiig  des  neuesten  Jahresberichts  sind  nicht   wenige  Erklärun-  Rudolstadl, 

gen  zur  Theilnahmc  und  Unterstützung  eingegangen.    Se.  Durchl.  305.  J.  J.  Lentner'sche  Buchhandlung  in   München, 

Fürst    Vinzenz    Karl    von    Auersperg    hat    einen    Beilrag  von  306.  Nasse'scbe  Buclihanillung  fAlbreclit  Ziegler)   in   Soest, 

10  (I.   C.-Mze.   übersandt,    und   Se.   Durchl.    Fürst  Friedrich  zu  307.   Gropius'sche   Buch-  und   Kunsthandlung  in  Potsdam, 

\V  a  Id  bu  rg- \V  ol  f  egg  -  Waldsee    einen    jahrl.    Beitrag    von  308.   Schmidt  «t  Spring,  Verlagsbanillung  in  Stuttgart. 

25  fl.  auf    10  Jahre    zugesichert.     Ferner  haben  die   Magistrate  309.  Adolph   Oetinger,  Buchhandlung  in  Stuttgart, 

folgender    Städte    Jahresbeitrige    verwilligl:     Aniberg    3    fl.,  310.  Friedrich  Lintz'sche  Buchhandlung  in   Trier, 

Bonn  5  Rlhlr.,  Donauwörth  5  fl. ,   Fürth  10  11.,  Scliwä-  311.  Albert  Nauck  &  Comp.,  Verlagsbuchhandl.   in  Berlin, 

bisch  Hall  8  fl.,  .Memmingen   5  fl. ,    Oslerrode    2   Rlhlr.,  312.  Müller'sche  Buchhandlung  fllugo   >eumann)  in   Erfurt, 

Stuttgart    25  fl. ,    Wunsiedel    5  fl.    24  kr.;    einzelne    der-  313.   F.   Tempsky,  Verlagsbuchhandlung  in  Pr.ii;, 

selben  haben  sich  selbst  zur  Vermittlung  v(m  Beilragen  erbo-  314.  Ferber'sche  Universitatsbuchliandbing  |  Eiiill  Holh)  in 
ten  oder  Agenten  aufgestellt.     Aber  auch  der  Zugang  an  (ield-  Giefsen, 

geschenken    und  Jahresbeiträgen    von  Privaten    war  ein  höchst  315.  Joseph   Lind  a  uer'selie   Buchhandlung  in   .München, 

erfreulicher;     denn    nicht    nur    lauteten    die    Berichte    einzelner  316.  F"r.   Seybold's  Buchhandlung  in   .\nsbach, 

Agenturen  günstig,  sondern  es  kam  auch  Ncnnenswerthes  un-  317.   R.  Gärtner,  Verlagsbuchandlung  in  Berlin, 

mittelbar  dem  Museum  zu,  wie  z.B.  von  Herrn  K.  B.  Stiive,  318.  A.  Trassler's  Verlag  in  Troppau. 

kgl.    hann.    Land-    und    Schatzrath,    Bürgermeister    in    Osna-  Auch  die  Kunsthandlung    von   Artaria    und  Fontaine    in 

brück,    ein   Geschenk  von    25  Hthlr.,  nebst  Jahresbeitrag  von  Mannheim  hat  zugesagt. 

2  Rlhlr.;  Hr.  Dr.  jur.  Klofs  in  Frankfurt  a.  .M.  erhohle  bei  \  on  Zeitungen  und  Zeilscliriften,  welche  grüfsere  oder 
Gelegenheit  seines  Besuches  im  .Museum  seinen  bisherigen  Bei-  kleinere  Artikel  über  das  .Museum  gebracht,  sind  ferner  (s.  An- 
trag von  2  auf  10  fl.;  das  Ireiherrl.  Geschlecht  der  Riedesel  zeiger  Nr.  5.  Beil.  S.  154—55)  zu  nennen:  Bozner  Zeitung 
von  Eisenbacb  sicherte  einen  Jahresbeitrag  von  50  D.  nebst  Nr.  40,  19.  .Mai.  Dnrmslädler  Zeitung  Nr.  114,  25.  Apr. 
allen  erwünschten  Urkundenabschriften  aus  dem  Hausarchive  und  115.  26.  Apr.  Elberfelder  Zeitung  Nr.  132,  IC.  .Mai 
zu.  Von  Badern,  welche  auf  unser  Gesuch  um  Verbreitung  und  148,  2.  Juni.  Erfurter  Zeitung  Nr.  105,  13.  Juni, 
unserer  Berichte  zusagende  Erklärungen  machten,  können  wir  H  a  m  bu  r  ger  L  i  tera  r  ische  und  K  rili  sehe  Bla  t  ler  Nr.47, 
nachtragen:   Hofgeismar  und   Kissingen.  12.  Juni  und    19,   19.  Juni.     Hamelnsrhe  Anzeigen    H.  St., 

Den  Acccfs  am   Archiv    des   Museiinis    ciliicll    III  rr   lliiiiliiild  21.    Febr.     Hannoversche     Tagespost     Nr.    l'-'S,     II.    Mni. 

Bechstein   aus   Meiningen.  Tra  nssil  van  ia  ,    Beibl.   i.  Siebenb.    Doleii   (m    Herinanusladl ) 

Als  neuer  Mngazinverwalter  und  Werkfuhrcr  ist  Herr  August  Nr.  8—12,  22.  Febr.  —  22.   Mari,   und  Nr.  25  u.  26,  21.  u. 

Plorhmann  aus  (irofshabersdorf  in  Mittelfranken  beim  Museum  28.  Juni.     Iserlohner  Wochenblatt   Nr.  58.     Blatter  für 

angestellt  worden.  (Je  ist,    Geuiulh    ii  ii  il   Vaterlandsliebe  (in  Kroniladl)   Nr. 


227 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


228 


22,  5.  Juni  und  23,  12.  Juni.  .Mainzer  Zeitung  >r.  137, 
13.  Juni.  Patriotische  Zeitung  (in  Minden)  Nr.  153,  4.  Juli. 
>as3auiäche  Zeitung  Nr.  132,  6.  Juni.  Nicht  polit.  Nc- 
bcnbl.  z.  Neuen  Salzburger  Zeitung  Nr.  106,  11.  Mai. 
\V.  .Menzel's  L  i  tc  rat  u  r  bl  a  tt  (in  Slultgarl)  Nr.  54,  7.  Juli. 
Triesler  Zeitung  Nr.  141,  24.  Juni.  Würzburger  An- 
zeiger, Beibl.  zur  Neuen  Wiirzb.  Zeiluni;,  Nr.  154,  5.  Jnni. 
Lusatia  (in  Zittau)  Nr.  39,  16.  Mai.  —  Die  Redaktion  der 
Augsburger  Postzeitung  hat  gleichfalls  Aufsätze  zu  bringen 
versprochen  und  ihr  Blatt  gegen  den  Anzeiger  zum  Tausch 
angeboten. 

Zum  Beweise,  dafs  auih  im  Auslanib'  die  Aufmerksamkeil 
auf  das  gernian.  .Museum  im  Zunehmen  be^irilTen  ist,  mag  der 
Umstand  dienen,  dafs  ein  Schriflsleller  aus  England  kürzlirh 
für  nüthig  fand,  für  ein  englisches  Reisehandbuch  iiber  das  Mu- 
seum an  Ort  und  Stelle  sich  genaue  Notizen  zu  verschaflen. 

Für  die  im  Nachfolgenden  verzeichneten  Geschenke  sagen 
v%'ir  bestens  Dank : 

I.    Für  das  Archiv. 

Emil  Hecht,   Schukr  <l.   polylerhn.  Schule  zu  Nürnberg: 

972.  Lchenbrief  des  K.  Joseph  II.  fiir  Job.  Seb.  Wacker  zu 
Lauf  über  e.    Hof  zu   .Xrzlohr.     iTGS.     Perg. 

A.  Schierenberg  zu  FriinKfuri  a.  .M.: 

973.  Urfelulebrief  des  Hermann  Slulfenborde  für  den  Junker 
Bernde,  Herrn  zur  Lippe,  u.  d.  Stadt  Hornc.  1500. 
N.  Fap.-Abschr. 

Fr.  Woeste  zu  Iserlohn: 

974.  Verschreibung  des  Goswyn  Zobbe  für  Job.  Slymmen  iib. 
s.  Hof  u.  3.  Zehenden  zu  Osebern.  1397.  N.  Pap.-Abschr. 

975.  Verschreibung  d.  Heinricli  Nicker  für  Evert  van  Halveii- 
schede  über  d.  Husninnshof.     1402.     N.  Pap.-.-\bscbr. 

976.  Quittung  des  Wjlleni  in  dem  Oberhuf  zu  Tospcl  für  die 
Jungfer  vani  Loe  ihom  Holle  über  7  Thlr.      1471.     Pap. 

Wagler,  Amtmann  und  .Magistratsrath,  zu  Nürnberg: 

977.  Ablafsbrief  mehr.  Bischöfe  für  d.  Kirche  zu  Retzclsdorf. 
1501.  Spiitere  Abschr.  m.  üebers.  Pap.  Nebst  Bestii- 
tigung  des   Bischofs  Laurentius  von  M'ürzburg  v.  1508. 

Sichart  v.  Sichartshofen  zu  Hofeck: 

97H.  (iranzlieschreibung  des  Gerichtes  Lichtenberg  nach  den 
Heinbachen.     Ohne  Jahr.     Neue  Pap.-Alisrbr. 

Ritter  von  Goldegg  zu  Bozen : 
979.   Adels-  u.  Wappinbrief  des    Erzbisch.    Sigmund   v.  Salz- 
burg für  Franz  Anton  u.  Job.  Georg  Aman,   1767.  Perg. 

Fr.  Zeultnann  zu  .Markt  Kedvtilz: 
9W).    Haiilbri.l    des    Gg.   Ernst  Hendell    für  Job.  Friedr.  DeilTel 
von   l'irckensrr   iib.  den   Knlenhanuner  elc.    1655.    Pgm. 

981.  Conacna  d.  Markgr.  Fr.  Wilh.  v.  Brnndi'nbnrg  für  Hans 
Friedr.  TeulTel  von  Pirckenscc  zur  Aufnahme  eines  Dar- 
lehns  auf  Pilgramsreiith.      1657.     Pgm. 

982.  Vcrzichtbrief  des  l'eler  von  Blischrre  inif  Scliwiirtzenfeidt 
(ur  Hans  Friedr.  Tiullel,   l'ilgranureulh   belr.    |l>5't.    Pgm. 


983.   Ehevertrag   des   Jobst   Bernh.    von  Lindenfels   ufT  Windi- 
schenleibach  m.  Lucie  DeutTelin  von  Pirckensee.  1676.  Pgm 

II.  Ftlr  die  Bibliothek.  *) 

Du  Mont-Schauberg'sche  Bucbhandl.   in   Köln: 

5333.  Organ  f.  christl.  Kunst,  herausgeg.  v.  Baudri.  VIII.  Jahrg. 
Nr.  9  und  10.     1858.     4. 

Redaktion  der  numismat.  Zeitung  in  Weifscnsce: 

5334.  Numismal.   Zeilung,  25.  Jahrg.  Nr.  6,   7  u.  8.    1858.   4. 

Verein  für  hessische  Gesch.  u.  Landesk.  inCasael: 

5335.  Ders.,  Zcilschrilt.     Bd.  Vll,  H.  3  u.  4.     1858.     8. 

5336.  G.  Landau,  histor.-topogr.  Beschreib,  der  wüsten  Ort- 
schaften im  Kurfürslenth.  Hessen.  7.  Suppl.  d.  Zeitschr. 
1858.     8. 

5337.  Ders.,  (Jesch.  und  Beschreib,  der  Stadt  Waldkappel. 
1858.     8. 

Karl  Arnd,  Landbaumeisler,  in  Hanau: 
533K.    Ders..  (iesch.  der  Provinz  Hanau.     1858.     8. 

Dr.  L.  Kölscher,  Oberlehrer  am  Gymnasium  zu  Herford: 

5339.  E.  Kuefel,  Gesch.  des  Friedrichs -Gymnas.  in  Herford. 
1817.     8. 

Wunderer,  qu.  k.  Landrichter,  in  Nürnberg: 

5340.  Carl  Wilh.  Friedrichs,  Marggr.  zu  Brandenb.,  .Anordn. 
wie  das  2.  ev.  Jubel-  und  Danck-Fest  gebalten  werden 
solle.      1730.     2. 

Sassenhagen,  Bürgermeister,   zu  Lcba   in   Pommern: 

5341.  R.  Gramer,  Ge.seh.  der  Lamle  Lauenburg  und  Bülow. 
1.  u.  2.  Th.     185«.     8. 

F.  Sichart  v.  Sichartshofen  auf  Hofeck : 

5342.  Jos  F'urltenbach ,  halinilro-pyrobulia.  Beschreib,  einer 
neuen   Buchsenmeisterey.     Iti27.     2. 

Wittenberger  Verein   f.  Heimathkunde   des  Kur- 
kreises: 

5343.  G.   Stier,    Miltenberg   im    Mittelalter.      1H55.      8. 

5344.  Ders.,  Inscriplioues  Vitebergae  lat.   2.  .\usg.   I856.   kl.  8. 

5345.  A.   M     Meyiier,  (iesch.  der  Stadt   Wittenberg.     1856.    8. 

S.  Maj.  Kaiser  Franz  Joseph  I.  von  Oesterreich: 

5346.  Th.  Sickel,  monumenla  graphiia  medii  aevi  Fase.  I. 
und  IL     1858.     gr.  2. 

Brodtmann'sche  Buch-  uml  Kunsthandlung  in  Basel: 
5,i47,    1».  Schweiz.     iMonatsschr.  d.  literar.  Vcr.  in   Bern,   hrsg. 
V.  L.  Eckardl  4  P.  Vollmar.     Nr.  1—5.     1858.     4. 

E.  V.  Schenk,  Schüler  der  lat.  Schule  in  Nürnberg : 

5348.  p.  Om.Iü  Meiamorph.  Lib.  XV.     1575.     8. 

L.  V.  Fuchs,  Kreis-  und  Stadlgerichlsrath,  in   Miinchcn: 

5349.  Joh.  Nep.  v.  Fuchs,  ges.  Schriften.  Redig.  v.  C.  (i. 
Kaiser      1856.     4. 

J.   Zitzlsperger,   Ldinr,   m   .Vmbirg: 

5350.  Ders.,  Beitr.  zu  einer  (iesch.  der  ll.inilucrkr  und  Ge- 
werbe Ambergs.     (1857.)     4. 


•)   Im  OoBctii'Tikvcrr.olrlitilfH  <l,.r  viirlRi'n  Nr.  tut  vnr  ^20fi  clneiiitchatlCQ : 
O.  Braun'sche  HofbuchhandlunB  In  Karlanilic. 


229 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


230 


Histor.  Verein  für  Niedersachsen  in  Hannover: 

5351.  Ders.,  21.  Kachrichu     18jh.     b. 

5352.  Ders.,  Zeilschr.   Jahrg.  1856.     2.  Doppelh.     1858.     8. 

Otto  Janke,  Verl.-,  Buch-  u.  Kunsthdl.,  in  Berlin: 
535.1.    Fraru.   Duikher,   Saltzburg.   Chronica.      1666.     qu.  4. 

Verein  für  Erdkunde  und  verwandte  Wissensch. 

in    DariiisladI: 

5354.  Ders.,  Slatulen.     2.  Abdr.     1852.     8. 

5355.  Ders.,   Beilr.   zur  Landes-,    Volks-  u.  Stanlskunde   des 
Grofsh.  Hessen.     I.  u.  2.  H.     1850  u.  53.     8. 

5356.  Der».,   Kotizbl.  Nr.  21—46.  1.  u.  2.  Jahrg.  u.  I\'.  Folge 

I,  Jahrg.     ^'r.   1—20.     1855-58.     8. 

Gust.  Sommer,  k.  pr.  Bauinspector,  in  Merseburg: 

5357.  HarpIFeii  IJavids  mit  Teutschen  .Sailen  bespannet.  1669.  8. 

5358.  A.  Haninierschmied,   musikalischer  Andachten  ander  Theil. 
1.,  2.,  3.,  4.  Stimme  und  General-Bafs.     1641.     4. 

5359.  Ders,   Kirchen-    ii.   Tafel-.Music,    1.,   5.  u.  7.  Stimme. 
1622.     4. 

5360.  Joh.  Thüring,  sertum  spirituale  niusicale.  Vox  sec.  1634.  4. 
Voraus  gehen   mehr,  kirchl.   Lieder  in  lldschr. 

5361.  L.  Kabus,   der  Fcldbaw,  oder  das  Buch  von   der  Feld- 
arbeyl.     (l.'iDl.l     8. 

A.  von  Hoiningen  ,    gen.  Huene,    k.   pr.  Bergmeister, 
in  Siegen: 

5362.  M.  Belidor,  architeclure  hydraulique.  1737— 53.  4Bde.  4. 

5363.  Jac.  Leupold,  Iheatrum  niachinar.  gen.     1724.     2. 

5364.  Ders.,  theatrum  machinarium.     1725.     2. 

5365.  Ders.,  iheatrum  niachinar.  hydrolechnic.     1724.     2. 

5366.  Ders.,  theatrum  pontificiale.      1726.     2. 

5367.  Ders.,  theatrum  arithmelico-geometr.     1727.     2. 

5368.  Ders.,  theatrum  staticum  univcrs.   P.  1  u.  IL    1726.    2. 

5369.  Ders.,  thealri  niachinar.  hydraulic.  T.  I  u.  IL  1724 — 25.  2. 

J.  C.  Hinrichs'scbe  Buchhdl.  in  Leipzig: 

5370.  Vierteljahrs- Catalog  aller  neuen  Erschein,  im  Felde  der 
Literat.     Jahrg.  1857.     1—4.  H.     8. 

Du  Mont- Schauberg'sclie    Buchhdl.   in    Köln: 

5371.  Organ   f.   cliristl.   huiisl,   hcrausg.   v.   Fr.   Baiidri.     Ar.   11 

II.  12.      Ib.')8.      4. 

Verein  f.  LUbeckische  Gesch.  u.  Alterthumskunde 

in   Lübeck: 

5372.  Ders.,   ZiilsdiriM.      Hell   2.      l^.'iS       8. 

Dr.  Ch.   A.  Pescheck,   .\rcbidiaconus,   m   Zittau: 

5373.  C.  H.  F.  V.  Zehmen,  die  Schicksale  der  liirstl.  Begriib- 
nissc  im  Kloster  Alten-Zelle.     (1H46.)     8. 

5374.  Bericht  v    J.   1829  an  die  Alitglicdcr  der   deutschen  Ge- 
sellsch.   etc.   in   Leipzig.      1829.     8. 

5375.  E.  Sarturius,    die  ISundeslade  u.   die   Bundeshauptslücke. 
1H57.     8. 

Lust,  Advokat,  in  Straubing: 

5376.  G.  Kolb,  Gesch.  d.  Wohlthütigkeilsanst.  d.  St.  Straubing. 

Ih.'iH.       8. 
Mich.  Müller,   Kaplan,  in   .Meilerichstadt: 

5377.  Ders.,  d.  Wohlthatigkeits-Slifl.  zu  Mcllerichsladl.  1858.  8. 
Carollno-Auguateum  in  Salzburg: 

5378     Uass.,  Jahre>-I5iricht  f.   d.  J.   1857.     gr.  8. 


Dr.  K.  A.  Barack,  Conserv.  u.  Sekret,  der  Biblioth.  des 

gerniaii.    .Miisciiiiis: 

5379.  Kunlz  Hars,  ein  Lobgedicht  auf  A'ürnberg  a.  d.  J.  1490; 
herausg.  v.  K.   A.   Barack.     1S5S.     8. 

Verein  f.  Gesch.  u.  Alterthumsk.  in  Frankfurt  a.  >!.: 

5380.  Uer.^..   .Milllu-ilungin.      I^TiS.     8. 

Rectorat  des  Gymnasiums  zu  Erlangen: 

5381.  Frid.  Thierschio  .  .  gratulalur  gyranas.  Erl.  Interpret. 
Liidov.  Doedcrlcln  et  Gotli.  Fricdlein.  1858.   4.     2  Ei. 

Soci^t^  de  la  morale  chr^tienne  in  Paris: 

5382.  Dies.,  Journal.     Tome  8.  Nr.  1.  u.  2.     1858.     8. 

Ph.  van  derHaeghen,  Directeur  de  laVdrit^  historiquc, 
in  Brüssel: 

5383.  Ders.,  niaximcs  popiilaires  de  l'Inde  nieridionale.  1858.  8. 
L'Institut  historique  de  France  in  Paris: 

5384.  Dass. ,  L'Invesligateur.  i.  VIII.  3.  Serie.  281  livr. 
1858.     8. 

Van  der  Beeck,  Bürgermeister,  in  Neuwied: 

5385.  Die  Stl^lllnL.•^ll^kundcn   der  St.  Neuwied.     8. 
Badischer  Alterthumsverein  in  Karlsruhe: 

5386.  Ders.,   Generalbericht.   Erstattet  v.  A.  v.  Bayer.   1858.  4. 
C.  Becker,  k.  pr.  Steuerinspector,  in  WUrzburg : 

5387.  Album  d.  deutschen  Vereins  z.  Untersliitz.  d.  Hinterlas- 
senen  vi-rdiciilcr  Künstler.     1858.     8. 

Böhmisches  Museum  in  Prag: 

5388.  Dass.,  Pamätky.  Kedaktor  K.  V.  Zap.  Dilu  III.  sesit. 
1858.     4. 

Dr.  A.  L.  Warnkönig,    geh.    Hofrath    u.    Professor,    in 
Stuttgart: 

5389.  .Messagcr  des  sciences  historiques,  des  arts  et  de  la  biblio- 
|ir.ipliie  de  Belgique.     Annee   1856,  4  livr.  u.    1857.    8. 

J.  H.  Pinder,  k.  pr.  üburprasid.  a.  D.,  auf  Woinowilz: 

5390.  St.  Gerlach,  Tag-Buch  einer  in  die  Türekey  6järigen 
Rum.  Keyserl.  Gesandtschaflt.     1674.     2. 

5391.  Joh.  Stumpft,  Keyser  lleinrychs  des  vierdten  Tiininzig- 
liiriL'r   lli.-loria.     1556.     2. 

Dr.  M.   Sadebeck,   Professor,  in   Bre.-lau: 

5392.  Ders.,  der  Zobtenberg  u.  s.  Umgebung.    (1855.)   gr.  4. 
Dr.  A    Potthast,    Erzieher    der  Prinzen    Sr.    Durchl.    des 

llirz     von   liiilibor,   in    Itaudeii: 

5393.  H.  Labe,  malus  inier  ligna  syhar.  seil  bisloria  D.  V, 
Laurelanae  in  sylva  sacra  (vulgo  HagekJ  regni  Bohe- 
miae.     1689.     8. 

5394.  Srbweidnitzischer  T.ischcn-Caliiider  a.   <\.  J.    IT:(H,    12. 

Königl.  bayr.   Akademie  der  Wissenschaften    m 

.München : 

5395.  Dies.,  Abliandl.  der  plulos.  -  philol.  Tlnsse ,  Bd.  1—6, 
7.Bd8.  2.  U.3.  u.  Vlll.  lfd....   l.u.  2.  Ablh.    1833-57.    4. 

Bauer  &  Raspe  (Jul.   .Merzj,  Buchhdl.,  in   Nürnberg: 

5396.  Zeilsdir  I.  d.  hullurgesch.  Hgg.  V.  Joh.  .Muller  u.  Joh. 
K;ill.i.      IH.SH       Jiiniheft.      8. 

Dr.  Andresen  in   Aumberg: 

5397.  M.  H.  Bloxam,  die  mitlelaltcrl.  Kirchcn-Bnukun«!  in  Eng- 
land.    (1845.)     8. 

5398.  Jo.   Owen,  rpigraniniBluMi  edil.   primn.      lli.'ll       12. 


231 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


232 


Histor.  Verein  f.  d.  Niederrhein  in  Köln: 

5399.  DiTä.,  Ann^lcn.      ').   Hell.      ISjs.     8. 

5400.  Ders.,  Bericht  über  d.  J.  1857.     185«.     8. 
Dr.  F.  A.  ReufB,  qu.  Professor,  in  Nürnberg: 

5401.  IK-rs. ,  .Maleriiiiien  zu  e.  vergl.  gesch.  Diirslell.  (i.  Enl- 
sti'hung,  Enlwickl.  u.  Ausbild,  der  Besprechungen  u. 
Sogen  in  Krankheiten.     Hdschr.     Fase.     2. 

Secretariat  der  Universität  Würzburg: 

5402.  II.  .Müller,  über  .Moenus,  iMo\'untia,  Speclitesbiirt  u.  Wir- 
ziburg.     1858.     4.     2  Ex. 

Hugo   Hitler  von  U.   ZU  Goldegg  in   Boren  : 

5403.  B.   Weber,    Meriiii   und   seine   liriigebungcn.      1845.     8. 

5404.  Crisp.  Passaeus  ,  delineatio  quntuor  potentiss.  totius  Eu- 
rnpae  Miinarchor.     Kpfrst.     5  BItlr.     4. 

Fr.  Waldmüller,  Apotheker,  zu  St.  Michael: 

5405.  J.  Tb.  Zauner,  .\uszug  d.  wichtigsten  hochfürstl.  Salz- 
burg. Landesgesetze.     1.— 3.  Bd.      1785-90.     8. 

5405  a.    Dom.  Custos,  Aqvila  signifera  S.  R.  Iniperii.    Kupierst. 
8  Bl.     4. 
von  Bieber,  qu.  I.ioutcnani,  in  Augsburg: 
540ti     A.    Ih.   Kttner,  Ur.   M.   Luthers   LebenstJesch.   1816.  4. 

5407.  Die  .Molkenkur-Anslnit  Beuron.     1843.     8. 

5408.  .1.   B.   Niedergesees,   .Mittel-Eiiropa's   Badeorte.   1843.    8. 

5409.  C'alal.   d.   Industrie-Austell.   in   Augsburg.     (18j2.)     8. 

5410.  J.   C.   Funek,   kurtzgefalste  Reform. -Historie.     1717.     8. 

5411.  J.  N.  Flamizer,  ars  artium:  oder  des  polil.  (icsichts- 
schärfTers  geheimes  F'ern-Glafs.     1689.     8. 

5412.  Unlerred.  über  d.  vier  letzten  Hauptst.  d.  lulher.  Kate- 
rhisniiis.     4   Thic.     1824—30.     8. 

5413.  W.  J.  A.  Werber,  d.  Stahlsiiuerling  zu  (i'ricsb.ich  am 
Fufse  des  Kniebis.      1840.     8. 

Fr.  von  Raumer,  geh.  Rcg.-Rath,   in  Berlin: 
5411.    Dens,  (lesili,  (kr  Ilohenstaufen.  3.  Aufl.  5.  Bd.  1858.  8. 

Dr.  Brenner-Schäffer,  prakt.  Arzt,  in  Weiden: 
5415.    .\lle  llucli«ürdigisten  .  .   Bisebouen :   auch  Errzbisthouen, 
des    ErczstifTls    Salczburg   Beschrcibunge.     Pap.- Hdschr. 
17    .Ibdt.     4. 
Dr.  Andresen  in   Aürnberg: 
54Ui.    Vi(i,  .Sirigeliiis,  h  liiilen,  geh.  in  Leipzig.     1563 — 65. 

5417.  Dcrs.,   Danielis  proph.  siript.  illiistr.  (ISfi.').)     8. 

5418.  Ph.  Meliinclithon ,  rommcnt.  in  Danielen!  prophetam, 
(1543.J     8. 

Franz  Köhler.  BucbhdI.,  in  Stuttgart: 

5419.  K.  F.  Falier,  d.  x\ürttemlicrg.  Fani. -Sliflgn.  21.  Hfl. 
I><.')H.      H. 

Gesammtverein   d.   deutschen  Oeachichts-  u.  Al- 
terthumsvereine  m  llannuMT: 
54'>0.    Dirs.,   lorrespondrnz-Blalt.     Nr.   9.     1H5H.      4. 

Dr.  H    ZöpH,   lldfratb  u.   Prof.,  in  Heidelberg: 

5421.  Der.^.,  Hndelb.  Jahrb.,  Nr.  31.  Rcccnsion  d  Ouellen  i. 
bajr.   u.   driilsrb.  Gesch.     (1858.)     8. 

Dr.   K.   Th    Pyl,   Itoicnt   an   d.   l'niver.<.  zu  Greifswald: 

5422.  Der».,  hunsluerke  alter  u.  neuer  Zeil.     1857.     8. 

Fr.   Lintz'schc   BucbhdI.   in   Trier: 

5423.  J.   .Marx,   das   Wallfabrlen   in   d     k.iib.   hinhr.     IH42.    8. 


5424.  Ders.,  Gesch.  d.  Erzst.  Trier.     1.  Bd.     1858.     8. 

5425.  Ders.,    d.  Ausstellung   d.    h.   Rockes  in   d.   Domkirche  zu 
Trier.     1845.     8. 

5426.  J.  Sleiningcr,   Gesch.   d.  Trevirer   unter   J.  Herrsch,    d. 
Franken.     2  Bde.     1845—50.     8. 

5427.  ()er3.,  die  Ruinen  am  Altthore  zu  Trier.     1835.     8. 

5428.  Codex  sancti  Simeonis  exhib.  lectionarium  eccles.  graecae. 
Edit.  See.     1856.     4. 

5429.  G.  Barsch,  Beschr.  d.  Rgbzks.  Trier.  l.Th.  1849.  gr.  4. 

5430.  Jahresbcr.  d.  Gesellsch.  f.  nülzl.  Forsch,  zu  Trier.  1853, 
55  u.  57.     4. 

5431.  J.  H.  Wyttcnbach,    Beitr.   z.  Gesch.   d.  Schulen  im  ehe- 
nial.  Churfslth.  Trier.     0.  J.     4. 

5432.  Ders.,   Forschungen  üb.  d.  Rom.  Alterlh.  im  Moselthale 
von  Trier.     2.  Aufl.     1844.     8. 

5433.  Ph.  Laven,    d.    kirchl.  Tradition    v.    h.  Rocke.     2.  Aufl. 

1845.  kl.  8. 

5434.  Ders.,    guido    de    l'Etranger    a    Trcvcs.    Deuxieme     ed. 

1846.  kl.  8. 

5435.  Ders.,  Trier  u.  s.  Umgeh.     1851.     kl.  8. 

5436.  Ders.,  Gedichte  in  Trierseher  Mundart.     1858.     kl.  8. 

5437.  Th.  V.   Haupt,  Panor.  v.   Trier.    Aufs  Neue  hrsg.  v.  Jac. 
Schneider.     3.  Aufl.     1856.     kl.  8. 

5438.  Legendenbuch  a.  d.   Munde   deutsch.   Dichter.   1854.    8. 

5439.  J.  H.  Schmitz,  Sitten  ii.  Sagen,    Lieder,   Sprüchwort.  u. 
Ratbsel  d.  Eiller  Volks.     2  Bde.     1856—58.     8. 

5440.  .M.  F.  J.  .Müller,    histor. -topogr.   Beitrage   zur  Kenntnifs 
d.   Saur-Thales.     1841.     8. 

5141.    Jac.  Schneider,    d.    alten   .MauerwerKc   auf  den   Gebirgen 

d.  link.  Museiseite.     1844.     8. 
5412.    O.Schneemann,  d.  Rom.  Trier  u.  d.  Umgegend.  1852.  8. 

5443.  W.   Ch.   v.   Florencourt,    IJeilr.    z.  Kunde    all.   Gütlerver- 
ehrung im  Belg.  Gallien  etc.     1842.     8. 

5444.  Ders,,  Erklärung  d.  rathselhafl.  Umschr.  der  Conseorat.- 
Munzen  des  Roniiilus.      1843.     8. 

.'■)445.    J.J.  Hewer,  Castell  (an  d.  Saar),  e.  bist.  Topogr.  1839.  8. 

5446.  Ders.,  Rundschau   d.   Kreises  Saarburg.     1852.     8. 

5447.  Ders.,  Beurich  u.   s.   Wundcrbild.      1854.     8. 

5448.  (Ders.J,  iMosaik   der  Rinn.   Villa  zu  Neunig.     1854.     8. 

5449.  Anfänge  d.  chrisll.  Glaubens  zu  Trier.     1833.     8. 

5450.  Leben    und   Thalen    der  Heiligen,   deren  Andenken    bes. 
im  Bisib.  Trier  gefeiert  wird.     1837.     8. 

5451.  .Mitlh.    a.    d.   Geb.    d.    kirchl.   Archüologie    u.   Gesch.   der 
Dioc.  Trier.     1.  H.     1856.     8. 

5152.    J.   G.   .Miiller,    d.    bildl.   Darstellungen   im  Sanclnaniiin   d. 

chrisll.  Kirche.      183.5.     8. 
5I.')3.    GraelT,  itineraire  historiquc  et  pittoresque  du  cours  enlier 

de  lu  Moselle.      1841.     8. 

5454.  C.  F.  Quednow  ,    Bcsclir.    d.   AIUtiIi    iii   Trier  ii.  dessen 
Umgeh.     1820.     8. 

5455.  Westeuropäische  Grunzen.     1853.     8. 

5456.  Th.  Regliier,  d.  Verpfliihtgn.  d.  Civil-Gemeinden  in  Anseh. 
der  Plarrbauser  etc.      1814.     8. 

5457.  l"h.  W.  Si  hmidl,   d.   Hmu.  Trier  u.  s.  Ringmauer.   0.  J.  4. 

5458.  Th.   V.   Haupt,  Trierisches   Zeilbuch.     1822.     8. 

5459.  Ph.  Laven,  kleine  Lieder.     1846.     8. 
5400.    Trierüches  Kochbuch.      1857.     kl.  8. 

5l(il.    K.  Facbinger,  \\  ilhelm  11.,  Kg.  der  Niederlande.  18,55.  8. 


233 


Anzeigfer  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


234 


5462.  Criminal-Procedur  geg.  Dr.  C.  Grün  u.  22  Genossen. 
1850.    8. 

5463.  M.  Schäfer,  .Moselfauna.     1844.     8. 

5464.  J.  Steininger,  geognosl.  Beschr.  d.  Eifel.     1853.     4. 

5465.  Annuairu  lopograph.  et  pulit.  du  Departement  de  la 
Sarre.    Redige  par  C.  II.  Delaiiiorre.  I.  annee.    1810.   8. 

5466.  J.  F.  Schannut,  Eillia  illustrala;  übers,  etc.  von  G.  Barsch. 
2.  Bds.     2.  Abth.     1844.     8. 

F.  A.  Brockhaus,    Verlagslnichhdl.,  in  Leipzig: 

5467.  llisliir.  rasctitiibucli.  Herausgeg.  v.  Kr.  v.  Räumer. 
Keue  Folge,  1.— 10.  Jahrg.  u.  3.  Folge,  1.  — 9.  Jahrg. 
1 840—58.     8. 

5468.  D.  F.  Straufs,  Ulrich  von  Hütten.     2  Thie.     1858.     8. 

5469.  ü.  Dolch,  Gesch.  d.  deutsch.  Studententhums.    1858.    8. 

5470.  Wolfram  von  Eschenbach,  Parcival,  übers,  v.  San-Marte. 
2.   Aufl.     2  Bde.     1858.     8. 

5471.  Gottfried  von  Slrafsburg,  Tristan  u.  Isolde.  Uebers.  v. 
K.  Simrock.     2  Tble.     1855.     8. 

5472.  G.  F.  Waagen,  Kunstwerke  und  Kunstler  in  Deutsch- 
land,    2  ThIe.     1843—45.     8. 

5473.  Ders.,  über  d.  Stellung,  welche  d.  Baukunst,  d.  Bild- 
hauerei u.  Malerei  unt.  d.  Mitteln  menschl.  Bildung  zu- 
kommt.    1843.     8. 

5474.  J.  Zacher,  d.  goth.  Alphabet  Vulfiliis  u.  d.  Runenalpha- 
bet.    1855.     8. 

5475.  C.  Grünhagen,  Adalbert,  Erzbisch,  v.  Hamburg.  1854.  8. 

5476.  Fr.  Sirehlke,  Martin  Opitz.     1856.     8. 

5477.  N.   Hocker,  d.  Rhein  v.   Mainz  b.  Köln.     1857.     8. 

5478.  Schwed.  Volkslieder  d.  Vorzeit,  übcrtr.  v.  R.  Warrens. 
1857.     8. 

5479.  G.  .4.  I'rilzel,  thesaurus  literaturae  liotan.  1847  —  51. 
gr.  4. 

5480.  Zur  Erinnerung  an  d.  funl/.igjahr.  Jubiläum  d.  Firma 
F.  A.  Brockhaus.     1857.     gr.  4. 

K.  k.  Centralcommission   z.  Erforsch,  u.   Erhalt, 
d-  Baudenkm.  in  Wien: 

5481.  Dies.,  Mittheilungen.  Redakteur  K.  Weifs.  Hl.  Jahrg. 
Mai.     1858.     4. 

F.  Tempsky,  Verlagshdl.,  in  Prag  : 
5482     E.    F.    Rufsicr,    deutsche    Rechlsdenkm.    a.    Böhmen    u. 
Mühren.     2  Bde.     1845—53.     8. 

5483.  W.  W.  Tomek,  Gesch.  d.  Sladt  Prag.    1.  Bd.    1856.    8. 

5484.  Ders.,  Handbuch  d.  Oesterr.  Gesch.     1.  Th.     1858.    8. 

5485.  J.  M.  Schotlky,  Prag  wie  es  war  u.  wie  es  ist.  2  Bde. 
1831—32.     8. 

5486.  J.  S.  Grüner,  Beilr.  z.  Gesch.  d.  Stadt  Eger.    1843.    8. 

5487.  J.  A.  llelfcrt,  Hus  u.  Hieronjmus.     1853.     8. 

5488.  F.  Pnlacky,  Popis  kralowstwi  cesktiho.     1848.     8. 

Jos.  Bermann,    Kunsl-  u.   Mnsikhdlg.,   in  Wien: 

5489.  Verzcjihu.  d.  \.  d.  k.  k.  Feldmarschall- Lieut.  L.  de 
Traux  hinterlnss.  Münz- u.  Medaillen-Sammlung.  1856.  8. 

TrowitZSCh  <&Sohn,    llnflMirlidrurkcrei  in  Frankfurt  »/().: 

5490.  .Moniilbsclirilt  lür  deutsch.  Städte-  u.  Genieindewesen, 
hrsg.  V.  A.  Piper.     Jahrg.  IV.  H.  6.     1858.     8. 

Dr.   Wuttke.   Professor,  in   Leipzig: 

5491.  Albuiii  d.  litterar.  Vereins  in  Bern.     1858.     8. 


Polytechn.  Verein  in   Würzburg: 

5492.  Ders.,  Wuchinschrifl.     Nr.   19—26.     1858.     8. 
Dr.  Andresen  in  Nürnberg: 

5493.  F.  Thran,   Munster  in  L'lm.     0.  J.     8. 

5494.  A.   Trendelenburg,  d.  Kölner  Dom.     1853.     8. 

5495-   J.  D.  Passavant,    eine  Wanderung   durch   die    Gemalde- 

Samml.  d.  Stadel'schcn  Kunslinstituts.     1855.     gr.  8. 
5496.   G.  G.  Gervinus,  Einleit.  i.  d.  Gesch.  d.  19.  Jahrh.  1853.  8. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumesammlung. 

F.  Baidinger,  Kunstlcr,  in   Wim: 

2378.  Die    Kanzel    im    Stephansdome  zu  Wien,  Kpfrslch.  nach 
dems.  von  Kirchhoffer. 

V.  Glisizinski,  Offizier,  in   Magdeburg: 

2379.  Stcrbethaler  des  Ilzg.  Johann  Casimir  v.  Sachsen.  1633. 

2380.  Thaler    des    Hzg.     Friedr.    v.    Braunscbweig -Lüneburg. 
17.  Jhdt. 

Primbs,  Eisenhandler,  in  Straubing: 

2381.  Degengriff  v.    17.  Jhdt. 
Frhr.  von  Lochner  in  Lintach: 

2382.  Dolch   mit  eisernem   Grifl"  vom   15.  Jhdt. 

2383.  Ausj;egrabenes   Hufeisen  vom  15.  Jhdt. 

Udo  Graf  von  Uexkiill  in  Ravensburg: 

2384.  W  ap|p(n   von   Ravensburg,   in  Thon  gebrannt. 

von  Schwarz  in   Ilenfenleld: 

2385.  Kolossales  Haupt  Christi,  Hlzschn.  von  A.  Dürer. 
C-  Becker,  kgl    prcufs.  Sleuerinspector,  in  Würzburg: 

23S6.    2  (ivp-aliffüsse  von   geschnitzten  Kastchen  und  einer   von 

cinrin    liisciirdl.    Kiri^r. 

F.  Sichart  V.  Sichartshofen  auf  Schlofs  Holeck  b.  Hof: 
2387.    Siegelstuck  der  Aeniilia  von  Hirsperg,    letzten  Aebtissin 

dos   St.   Clarr.klosters  zu   Hof. 
Dr.  Potthast  auf  Schlofs  Randen: 
23HS.  61   Lackalldrücke  von  alteren  und  neueren  Siegeln. 
23'>!(.    Prager  Groschen   vom  14.  Jhdt. 

2390.  5  kleinere    Silbermünzen    u.    6  Kupfermünzen    v.    18.  u. 
19.  Jhdt. 

G.  N.  Weifs  in  Nürnberg: 

2391.  Würzljiir'jcr  Sillierinuiue   v.    17.  Jhdt. 

Prof.   Dr.  Reufs   in   Nürnberg: 

2392.  2  Reliquien  von  St.  Simon  u.  Judas  und   vuiu   Bette  des 
heil.  Bischofs  Frigdianus. 

Büttner,   Directnr,  in   Halle: 

2393.  Zweigruschcnsliick   v.    1(127. 

Dr.  J.  L.  Bautenbacher,   llenefizial,  m   (iunzburg: 

2394.  Maria  mit  dem  Kinde,    vom  Evangelisten  Johannes  ver- 
ehrt, Kpfsich.  V.  A.  Alldorfer. 

2395.  Venus  und  Amor,  Kpfsl.  v.  H.  S.   Behnm. 

2396.  2   Srhriflpnilirii   auf  Pcrgiimenl   v.    13     n.    14.   Jlidl 

Dr.  med.  H.  Holder  in  Siuiigurt: 

2397.  1  I  allere  Portriils  in  Kupferstich,  Holzschnitt  n.  Ilandi. 

2398.  27  neuere  Porträts  in   Kupferstich  u.   Steindruck. 

2399.  4  Ilolzschn.  von  II.  Schiiufclein,  z.  Theil  aus  Derschuu»  Slg 

2400.  Kartenspiel  in  Kupferst.  v.   19.  Jhdt.   u.  4  Heiligenbilder. 
V.    IK.  Jhdt. 


235 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


236 


M.  Münz,  Zeichner  am  gernian.  Museum: 
24(l|.    >ürnlierger  Kreiiicr  von   1650. 

von  Bieber,  pcns.  Lieutenant,   in  Augsburg: 
240-     Kiirtf   des  Obcrilonaulirciscs  vun   Chr.  Fembo. 

H.  Ritter  von  Goldegg  in  Bozen: 

2403.  ürntl.   niunllorl  »che  u.   bayr.   Silbermunzc  v.   18.  Jhdl. 

2404.  4  Lackabdriickc  von  alleren  und  neueren  Siegeln. 
Jgn.  Seelos.   .Maler,  in   Bozen: 

24ü.i.    l'oln.  huplermünze  v.  1790  u.  Tiroler  Zwanziger  v.  1809. 

2406.  Salzburger  Klippe  v.   17.  Jhdt. 

2407.  Ein  aufgefundener  Sporn  u.  ein  Hufeisen   v.    17.  Jlidl. 

2408.  7  Zeichnungen  nach   niittelallerl,   Deiilunalern   in   Tirol. 

2409.  .\liliildung    des    Riesen    Haymon ,    l'hutogr.    nach    einem 
alten  Kupferstiche. 


F.  WaldmUller,  Apotheker,  zu  St.  Michael  im  Eppan: 

2410.  2  Tiroler  Kreuzer  v.  1809. 

2411.  Saliburger  Kreuzer  v.   1805. 

2412.  Eine  uncarische  u.  4  venetianischc  Kupfermünzen  v.  1849. 

Fr.  Zeulmann  in  Kedwiiz : 

2413.  Siegel  der  Stadt  Redwitz  v.  1498  ii.  1647. 

2414.  Color.  Ansicht  von  Redwitz. 

Plafs,  Lehrer,  in  KastI  bei  Amberg: 

2415.  2  Handschellen  von  Eisen. 

2416.  9  Originalsiegcl  v.  14.— 17.  Jbdi. 

Weif 8,  Kevierforster,  in  Thuriiau: 

2417.  Originalsiegel  v.  15.  Jhdl. 


Cliroiiik  der  liisliirisclion  \on'ine. 


Wir  fahren  jetzt  fori,  über  die  öffentliche  Thätigkeit  der 
Vereine  kurzen  Bericht  zu  erstalten ,  und  werden  spater  von 
den  Verzeichnissen  der  historischen  Schrillen  der  Akademie 
die  Fortsetzungen   folgen  lassen.  — 

Die  „Meinoires  et  docunients,  pubiii^s  par  la  Societe  d'histoirc 
et  d'archeologie  de  Ueneve,  tome  I— X,  enthalten  liir  die  äufsere 
und  innere  Geschichte  der  Stadt  und  des  Landes  Genf:  räcit 
des  fites  celebrees  i  l'occasion  de  I'entr^e  a  Geneve  de  Beatrix 
de  Portugal,  duchesse  de  Savoie,  d'apres  un  manuscrit  du 
lenips,  avec  une  introduclion ,  par  M.  M.  les  docteurs  Ch. 
Coindet  et  J.  J.  de  Chaponniere ;  tom.  I. —  Apen.u  sur  l'hisloire 
de  Geneve,  par  .M.  G.  .Mallet;  tom.  II.  —  Franchises  de  Geneve, 
promulgnees  par  l'evdque  Adtimar  Fabri  (mit  urkundl.  Bei- 
lagen); tom.  II.  —  Recherches  au  sujct  des  titres  remis  ii  In 
garde  de  .M.  .M.  de  Fribourg  apres  la  journcc  de  Payerne,  par 
Louis  Sordet;  lom.  IV.  —  De  l'ancienne  et  nouvelle  policc  de 
Geneve,  par  Fran(;ois  Bonivard;  toiii.  V.  —  Des  leproseries 
de  Gent've  cn  ([uinzienie  sii'cle,  par  le  docteur  J.  J.  Chapon- 
niere; lom.  I.  —  Des  höpitau.x  des  Genive  avant  la  reforma- 
tion,  par  M.  .M,  Chaponniere  et  Sordet;  tom.  IIL  —  .Mriiioire 
sur  le  pouvoir  que  la  maison  de  Savoie  a  exerctS  dans  (Jeneve, 
par  E.  Mallet  (fortges.  in  folg.);  lom.  VII.  Lettre  de  Fran^ois  I. 
a  sa  mere,  le  lendemain  de  la  bataille  deMarignan;  tom.  VIII. 
—  Etat  maleriel  de  Geneve  pendant  la  secondc  moitie  du 
quinzierne  siede  par  M.  Chiiponiiicre;  lom.  VIII.  —  Petit 
meniorial  du  notaire  Meffiez;  lom.  IX.  —  La  plus  ancienne 
chronique  de  Geneve  1303 — 1335,  par  Ed.  .Mallet;  lom.  I.\. — 
Noticc  sur  la  colonie  anglaise  Stabile  ii  Geneve  de  1555— 
1560,  par  Th.  Heyer;  lom.  IX.  —  Jean  Klebcrger,  le  bon 
Allcmand ,  par  Th.  Heyer;  lom.  IX.  —  Preuve  diploma- 
tique que  Geneve  a  fail  partie  du  royaume  de  liourgogne  Irans- 
juranc  sur  Rodolphe  I.  en  H99;  lom.  IX.  —  Journal  du  Syndic 
Jean  Baiard  ou  relation  des  evenements,  qui  se  sont  passes  a 
Geneve  de  1525  .i  1531  ,  nvcc  une  introduclion  hisloriqiic  el 
biographique  de  la  famillc  Balard,  par  le  Dr.  J.  J.  Chaponniere 
tom.  X.   —    Hierher  gehören  auch  die  in  Verbindung  mit  der- 


selben Gesellschaft  erschienenen:  Oeuvres  bistoriques  et  lille- 
raires  de  Leonard  Boulacre,  uncicn  bibliothecaire  de  la  republi- 
que  de  Geneve  (1728 — 1756J,  recuillies  et  mises  en  ordre 
par  Ed.  .Mallet;  tom.  I  el  II.  1857.  —  Für  die  Geschichte  der 
Kirche  von  Genf:  rapport  sur  l'EvöchfS,  par  .M.  Paul  Lullin, 
lom.  I.  (fortges.  in  folg.)  —  Notice  sur  quelques  pretendus 
Eviques  de  Geneve,  par  M.  Ed.  .Mallet;  tom.  I.  —  Memoires 
sur  les  leltres  de  Pierre  de  la  Baume ,  dernier  evique  de 
Geneve,  par  M.  Sordet,  lom.  II.  —  Mtimoirc  historique  sur 
l'election  des  eviques  de  Geneve,  par  M.  G.  .Mallet;  (mit 
urkiiiidl.  Beilagen^  tom.  II.  —  Des  abbayes  ou  socieliis  laiques 
de  Geneve,  par  L.  Sordet;  lom.  IV.  —  |iN'otice  sur  Frant'ois 
Bonivard,  prieur  de  St.  Victor  el  sur  ses  jicrits,  par  J.  J. 
Chaponniere;  tom.  IV.  —  .Memoire  historique  sur  l'election  des 
eviques  de  Geneve,  par  M.  Ed.  Mallet;  lom.  V.  —  Coup  d'oeil 
sur  les  registres  du  Consistoire  de  l'Eglise  de  Geneve,  par  A. 
CraiiR-r;  tom.  IX.  —  Aimon  du  yuart  et  Geneve  pendaiil  sou 
episcopat,  1304  —  11,  par  M.  Ed.  Mallet;  tom.  IX.  —  De  la 
deineure  de  Calvin,  par  Th.  Heyer;  tom.  I.\.  —  Für  die  Ge- 
schichte der  Wissenschaften,  der  Künste,  für  Archüologie 
und  deren  Zweige:  IVoticc  sur  les  livrcs  imprimtis  a  Geneve 
dans  le  quinzi6ine  siicie  par  M.  G.  Favre-Bertrand ;  tom.  I.  — 
Trois  lettres  sur  des  monnaies  Cufique,«,  rares  ou  inediles,  du 
inust!e  de  Geneve,  par  F.  Sorcl;  lom.  I.  —  Lettres  aux  membres 
de  la  Societe  d'hisloire  et  darcbeologie  sur  les  enfouissemcnts 
monetaires  de  Geneve  et  de  ses  environs,  par  F. Sorel,  (forig. 
in  folg.);  lom.  I.  —  Rapport  sur  quelques  ancicns  lieux  de 
sepulture  des  environs  de  Geneve,  par  F.  Sorel;  tom.  I.  — 
Notice  sur  la  munnaie  giincvoiso  au  lemps  des  rois  Bourguignons 
de  la  prcmiere  race,  et  sur  quelques  monnaies  meroviugienncs, 
par  H.  Bordier;  lom.  I.  —  Explicnlion  de  deux  insrriplions 
Romaines  exisinntes  a  Pnssy  cn  Faiicigny,  par  M.  Ferrucci; 
lom.  I.  —  .\llegorie  represenlee  ii  Geneve  enl53l;  lom.  II.  — 
De  I  inslilulion  des  ouvriers  monnoyers  du  St.  Empire  Romain  et 
de  Icurs  parlemenis,  par  J.  J.  Chaponniere;  tom.  II.  —  Lettre 
i    Mr.    Zardetli    sur   des    monpaics    tronväns   aux    environs   de 


237 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit 


238 


Genfeve,  par  F.  Sorel ;  toni.  11.  —  Relation  du  proces  criniincl 
inlent^  ä  Gcncve  en  1553,  contre  Michel  Servel,  par  A.  Ril- 
lict;  toin.  III. —  Rccueil  de  renseignemenls  relalifs  a  la  ciilture 
des  teaui-arU  a  Genuvc,  par  J.  J.  Rigaud ;  toin.  IV.  (foriges. 
in  folg.)  —  Descriplion  de  l'eglise  de  Sl.  Pierre,  ancienne 
cathcdrale  de  Geneve,  par  J.  D.  Blavignao;  lom.  IV.  —  Re- 
cberches  sur  quelques  fragments  d'architecture  roinaine  dccou- 
verts  ä  Geneve,  par  J.  D.  Blavignac;  tom.  V.  —  L'ancienne 
monnaic  tpiscopale  de  Genive,  par  E.  Mallet ;  tom.  V.  — 
Descriplion  de  quelques  nionunicnls  celtiques  situes  dans  les 
environs  de  Geneve,  par  J.  D.  Blavignac;  lom.  V.  —  'Kotes 
historiques  sur  l'eglise  de  St.  Pierre,  ancienne  cathcdrale  de 
Geneve;  Reslauralion  des  slalles  hautes  de  lancieniic  calhedrale 
de  Gentve ;  Kotice  descriptive  sur  les  nionnaies  trouvees  dans 
le  tr^sor  de  Fcygeres;  Armorial  genevois,  rechcrches  sur  les 
armoiries,  les  sceau.x,  les  bannicres  et  les  nionnaies  de  Geneve 
(foriges,  in  folg.):  par  J.  D.  Blavignac;  tom.  VI.  —  Lettre  a 
M.  L.  Vullieniin  sur  un  ancien  eimetierc  decouverl  ä  Bcrolles, 
sur  la  Classification  de  l'entrelacs  et  sur  l'adoption  de  l'iniagerie 
paiennc  dans  les  nionunicnls  chrctiens;  Addition  ä  la  notice 
sur  le  trdsor  de  Fejgeres;  Kotice  historique  sur  Ic  ciinetiere 
de  Geneve:  par  J.  D.  Blavignac,  toin.  VII. —  Kotice  sur  dan- 
ciens  cimetieres,  Irouves  soit  en  Savoic,  soit  dans  le  Canton  de 
Geneve,  par  H.  J.  Gosse,  tom.  IX.  —  Lettre  ä  H.  Meyer  sur 
quelques  nionnaies  arahes  trouvees  a  Moudon,  par  F.  Sorel. 
Aufserdem  enthalten  die  einzelnen  Bande  dieser  Zeitschrift  in 
der  zweiten  Ahtheilung  eine  grofse  Anzahl  Urkunden  und 
Aktenstücke  zur  Geschichte  von   Genf. 

L'investigateur  Journal  de  liiistitut  historique 
(Paris,  lome  VII,  Serie  III.)  enthalt  die  Berichte  über  die 
Sitzungen  und  die  Arbeiten  der  Mitglieder  und  andere  Vereins- 
angelegefiheilen ,  Auszüge  aus  Vortragen,  Korrespondenzen, 
literarische  Anzeigen  u.  dgl. 

Bulletin  du  Coniile  Flaniand  de  France,  1858, 
Kr.  8,  Mars  et  Avril  (I)unUerquc)  enthalt  neben  Auszügen  aus 
Vortragen  u.  a.:  Coniplaintes  et  rhansons  inedites  en  langue 
flamande,  qui  existent  ä  la  bibliotbeque  de  Donai,  par  A.Ricour. 

Die  Mittheilungen  des  historischen  Vereins  zu 
Osnabrück,  Bd.  I  —  V. ,  enthalten  für  die  politische  Ge- 
schichte der  Stadt  und  des  Bisthums :  Zur  Geschichte  des 
Bischofs  Franz  von  Waldeck  1532  — 1553,  aus  dem  Lateinischen 
des  Kaspar  Schelc  \on  D.  .Meyer;  Bd.  I.  —  Die  Streitigkeilen 
des  B.  Franz  von  \>aldeck  mit  Herzog  Heinrich  dem  Jüngeren 
und  den  Gebrudern  von  Halle,  von  Dr.  Stüve;  Bd.  I.  — 
Verlheidigung  des  Schlosses  und  Stadtleins  Fürstenau  durch 
den  Droslen  von  Tambach  1647,  von  Freih.  von  Dincklage; 
Bd.  I.  —  Herzog  Heinrich  und  Julius  von  Braunschweig,  B. 
Johann  von  Osnabrück  (von  Hoya)  und  die  Koadjiitorie  zu 
Paderborn  1559—15(52,  von  Dr.  Stüve;  Bd.  I.  —  Miltheiliingen 
über  die  (irenzstreitigkeiten  zwischen  dem  B.  zu  Osnabrück 
und  dem  Grafen  von  Tecklenburg  wegen  der  Grenzen  des 
Amtes  Reckenberg  und  der  Herrschaft  Rheda  von  1529 — 1553, 
aus  Mosers  Papieren  mitgclheill  von  Jul.  Sudendorf;  Bd.  IL  — 
Topographisches  von  Dr.  Meyer;  Bd.  II.  —  Zur  Geschichte 
des  Osnabriick'schcn  Bischofs    Erich    von    der   Hova   1  138 — 41, 


aus  Mosers  Papieren ;  Bd.  II.  —  Die  Bursprache  im  Fürsten- 
thuin  Osnabrück,  von  J.  Sudendorf;  Bd.  IL  —  Landslände, 
Kapitulationen  und  Landcsvertrage  von  Osnabrück  vor  1532, 
von  Dr.  Stüve;  Bd.  II.  —  Auszug  der  Denkwürdigkeiten,  so 
in  der  Gertrudenberger  Historie  vorkommen;  von  J.  J.  Sand- 
lioff.  Bd.  III.  —  Die  Verschwörung  der  Bauern  des  Amtes 
Vechte,  1534,  von  Dr.  Cornelius;  Bd.  III.  —  Bemerkungen 
über  das  OsnabrUek'sebe  Lehnswesen  mit  dem  Lehnsbuche  von 
1561  von  Dr.  Stüve;  Bd.  III.  —  Das  Burgmannsreebl  von 
(luakenbrück  von  1422,  von  Dr.  Stüve;  Bd.  III.  —  Topogra- 
phische Bemerkungen  über  die  Stadt  Osnabrück  etc.  von  Dr. 
Stüve;  Bd.  IV.  —  Kachrichten  über  den  Sailclhof  Lengerich 
auf  der  Wallagc,  von  Past.  Goldschniidl;  Bd.  IV.  —  Briefe 
des  Grafen  Johann  von  Hoya  wahrend  seiner  Gefangenschaft 
im  Bucksthurme  zu  Osnabrück,  von  Dr.  Stüve;  Bd.  IV.  — 
Topographische  Bemerkungen  über  die  Feldmark  der  Sl.  Osna- 
briick  und  die  Entwicklung  der  Laischaftsverfassung,  von  Dr. 
Stüve;  Bd.  V.  —  Kachrichten  über  das  Schlofs  und  Amt  Vor- 
den  aus  dem  J.  1449  und  den  folgenden  Jahren,  niitgelh.  von 
Freih.  v.  Dincklage;  Bd.  V.  —  Aufserdem  zerstreute  einzelne 
Urkunden  und  Aktenstücke.  —  Für  die  Geschichte  einzelner 
Geschlechter:  Staniinlafeln  einiger  Dynasleiigeschlechter  nebst 
Urkunden  von  C.  F.  Mooyer.  I.  Dynasten  von  Holte,  Bd.  IV.  — 
II.  Dynasten  von  Blankcna;  Bd.  V.  —  Bemerkungen  zu  den 
Slainmiafeln  der  Dynasten  von  Holle,  von  C.  W.  Hippermann ; 
Bd.  V.  —  Zur  Geschichte  der  Kirche  und  der  Kloster:  Die 
Geschichte  v.  Essen  und  .Malgarten,  von  Dr.  Sudendorf;  Bd.  I. 
(loriges,  in  folg  j  —  Gcgeurefurmation  zu  Hildesheini  durch 
den  B.  Franz  Wilhelm  von  Osnabrück,  1632,  1633,  aus  dein 
Lateinischen  von  Dr.  Schvverdlmann;  Bd.  I.  —  Das  Kollegial- 
stift St.  Silvcstri  in  Quakenbrück,  von  Kieberding;  Bd.  II.  — 
Kapellen  und  Vikarien  an  der  Kirche  zu  Dissen,  von  J.  Suden- 
dorf; Bd.  III.  —  Kachriclit  über  die  Gründung  des  Klosters 
Herssebrock  und  über  eine  Heise  des  Bisch.  Egilmar  von  Osnabrück 
nach  Palastina,  von  Dr.  Sudendorf;  Bd.  111.  —  Calendarium 
et  Kekrologium  vetustissiiiiuni  ecclesiae  Cathedralis  Osnabru- 
gensis;  herausgeg.  von  Dr.  Meyer;  Bd.  IV.  —  Ueber  die  Grün- 
dung der  Kirche  zu  VValenhorst  bei  Osnabrück,  von  D.  Meyer; 
Bd.  V.  —  Für  Literatur,  Sagen-  und  Alterlhumskundc:  Die 
drei  Legenden  vom  Kloster  zu  Ruile,  von  C.  Kaven;  Bd.  I.  — 
OsnabrUek'sebe  Sagen,  gesammeil  von  J.  Sudendorf;  Bd.  IL  — 
Sagen,  von  Kieberding:  Bd.  III.  —  Ein  Lied,  belreffend  die 
Greiizfehde  zwischen  Osnabrück  und  lihcda,  1549,  von  Adv. 
Detmold;  Bd.  I.  —  Die  llunenburg  bei  Emsbühren,  von  Freih. 
Groto;  Bd.  I.  —  Sonderbare  Zeichen  an  einer  alldeulschca 
Urne;  Beschreibung  alldeutscher  Handmiihlen  .  von  demselben; 
Band  I. 

A  r  c  li  i  \  des  Vereines  für  s  i  e  b  e  n  b  u  r  g  i «  c  h  e  Lan- 
deskunde. Keue  Folge  III.  1.  I85H  (Kronstadt):  Eine  Kir- 
cheinisilalion.  Zur  Kulturgeschichte  iler  Sachsen  des  17.  Jahr- 
hunderts von  G.  D.  1  eutsch.  —  Mitlheilungen  über  ein  .Med- 
wischer  Stndtbuch  aus  dem  16.  u.  17,  Jahrhundert  von  Freih. 
Bedeus  von  Scharberg.  —  Des  merkwürdigen  Hermannsladlor 
Konigrichlers  .Markus  Pciiipfliiiger  letzte  Lebenstage  uiiil  Ende. 
—   Bericht  über  den  Schafsburger  Zweigverein.   — 


239 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


240 


N  a  c  li  r  i  c  h  t  0  n. 


Kjlteratiir. 


Neu  erschienene  Werke. 

47)  Geschichte  des  Klettpnues  im  Unirifs  bis  zum  Ab- 
schlufs  der  Reformution.  Nach  den  Quellen  dargestellt 
von  Dr.  Marl  in  Wanner.  Hamburg,  Verlag  von  Otto 
Meifsncr.     1857.     f.     126  Sin. 

Nachdem  der  Verf.  die  allgemeine  IVatur  dieses  Landstri- 
ches ,  der  die  nördliche  Hälfte  des  Kantuns  SrhalTliausen  bildet 
und  durch  den  Randen  von  der  südlichen,  dem  Hegau,  geschie- 
den wird,  im  llmrifs  geschildert  hat,  geht  er  über  zu  der  Ge- 
schichte dieses  Gaues  unter  den  Gelten  und  Römern.  Den 
Namen  Klettgau  leitet  er  ab  vom  celtischen  Worte  cladh  d.  i. 
Ufer,  also  der  Ufergau,  und  sucht  dann  im  Gegensatz  zu  Momm- 
sen  nachzuweisen,  dafs  hiiT  der  Schauplatz  einer  bedeutenden 
Romerkolonie.JuliomaguäfSchleithcini),  gewesen  ist;  ein  grofser 
Reichthum  von  röm.  Ueberresten  in  einer  Ausdehnung  von 
V«  Stunden  unterstützt  diese  Ansicht.  Der  Verf.  verfolgt  dann 
die  Niederlassung  der  Alemanen  und  den  Anbau  dieser  Gegen- 
den durch  dieselben  zur  Zeit  des  Frankenreiches,  stellt  in  kur- 
zen Zügen  die  Geschichte  des  L;indrhens  zur  Zeit  der  Schwei- 
zer- und  späteren  U.nucrnkriegc  dar  und  schliefst  mit  der  Ein- 
fuhrung der  Reformation.  Liehe  zu  seinem  crwiihlten  Gegen- 
stände, genaue  Kennlnifs  der  Oerlliihkeiten  und  fleifsiges  Stu- 
dium zi-ichnen  diese  im  Ganzen  nor  kurzgefafste  Spezialge- 
schichte   aus.  — 

48)  Geschichte  des  Hochstiftes  und  derStadtEich- 
städt.  Ein  Versuch  von  Julius  Snx,  kgl.  Regierungs- 
rath.  Nürnberg,  J.  Ludw.  Schmid's  Verlag.  1858.  8. 
536  Sin. 

Mit  gewissenhaftem  Fleifse  hat  der  Verfasser  das  Material 
von  den  ältesten  Zeiten  bis  in  die  neuesten  gesammelt  und 
hier  zusammengetragen.  Er  beginnt,  nachdem  er  die  älteste 
Zeit  und  deren  auf  uns  gekommenen  dürftigen  Nachrichten  in 
der  Einleitung  kurz  dargestellt  hat,  mit  dem  Jahre  74,t,  da 
Eichstadt  vom  Conrilium  zu  Mainz  als  fester  Wohnsitz  eines 
Bischofs  erklärt  und  Wilihald  (745—781)  als  erster  Bischof  ein- 
gesetzt wurde.  Gründlich  und  sorgfältig  verfolgt  das  Werk 
dann  die  Geschichte  aller  einzelnen  Bischöfe  durch  da.i  Mit- 
telalter bis  zur  Reformation  herab  und  verwebt  hier  und  da 
manche  auch  für  die  allgemeinere  und  insbesondere  für  die 
deutsche  Sittengeschichte,  Cur  die  Entwicklung  des  Klerus  etc. 
brnuchhare  Züge.  Die  Zeit  der  Reformation,  die  Leiden  und 
Kiimpfe  des  dreifsigjalirigen  Krieges,  die  letzten  franziisisch- 
deut-chen  Kriege  finden  auch  in  dieser  Loknlgeschirhle,  wie 
in  den  meisten  deutschen,  eine  breitere  und  ausführlichere  Dar- 
stellung; der  letzte  Abschnitt  schildert  uns  Eichstädt  unter 
weltlicher  Hoheit  seil  1802.  Die  Beilagen  enthalten  Excurse 
über  einzelne  Funkte,  die  als  streitige  eine  geniigende  Dar- 
li^gung  im  Werke  selbst  nicht  hallen  finilcn  können  ,  und  ver- 
schiedenes neue  Material  von  .\ktenstni  kcn ,  Hechnungen  n.  H. 
Des  Brauclibarin  und  Zuverlas.iigeu  finilet  hier  Jeder,  dem  die 
Stadt  und  da»  Erzstift  Eichsladt  und  deren  Geschichte  von 
Inicresac  lat,  genug. 


49)  Von  F  e  hmgeri  cht  en  mit  besonderer  Rücksicht  auf 
Schlesien.  Eine  rechtsgeschichlliche  AbliandlLing  von  Dr. 
Ernst  Theodor  Gaupp,  k.  geh.  Justizrath  etc.  Bres- 
lau, bei  Josef  Max  und  romp.  1857.  8.  104  Stn. 
Dieses  Schriftchen  bildet  zu  der  zahlreichen  Literatur,  die 
über  diesen  immer  noch  nicht  ganz  in"s  Klare  gestellten  Ge- 
genstand erschienen  ist,  einen  höchst  brauchbaren  Beitrag,  in- 
dem es  manche  Resultate  voraufgegangener  Untersuchun"en 
zusammenfafsl  und  zur  Beantwortung  anderer,  noch  streitiger 
Punkte  durch  eigene  klare  Untersuchung  und  Darstellung  we- 
sentlich beiträgt.  Der  erste  .\bschnitt  weist  die  bisher  bekannt 
gewordenen  F'ehmgerichle  und  deren  .Merkmale  nach  und  sucht 
den  ursprünglichen  Begriff  des  Wortes  „Fehme,  venie",  als 
Strafe,  Bufse  festzustellen.  Als  Curiosuni  crfaliren  wir  dabei 
die  Ableitung  dieses  Wortes  von  wemi,  d.  h.  wehe  mir!  Der 
zweite  Abschnitt  handelt  von  dem  Wesen  und  der  Entwick- 
lung der  westfälischen  Fehmgerichte,  von  der  Bedeutung  der 
rotlicu  Erde  als  dem  Orte  des  Blulbannes,  von  der  Reichsnn- 
mittelbarkeit  dieser  Gerichte,  ihren  Besonderheiten,  ihrem  ersten 
Keim  in  den  allen  Gerichten  der  ScholTenbarfreien,  von  der 
Stuhlherrschaft  und  ihren  Abweichungen  von  den  Grundsätzen 
des  Sachsenspiegels  und  schliefslicli  von  der  sächsischen  Go- 
grafschaft.  Ein  dritter  Abschnitt  stellt  den  Einllul's  der  west- 
fälischen Gerichte  auf  Schlesien  dar  und  ihre  wirkliche  Ein- 
liihrung  in   diesem   Lande.  — 

50j  Kardi  na  llegat  Kuno,  Bischof  von  Prancsle. 
Ein  Beitrag  zur  (;esclii<-hte  Kaiser  Heinricli's  V.  von 
Dr.  Gustav  Schone.  Weimar,  Hermann  Buhlau.  1857. 
8.  92  Stn. 
So  trocken  das  Buch  in  der  Darstellung  ist,  so  hat  es 
doch  durch  die  Sorgfalt  und  Midie,  die  der  Verfasser  sich  nicht 
hal  verdriefsen  lassen,  sein  Verdienst,  und  gewil's  verdient  ein 
Gelehrter  Dank,  der  solcher  .\rbeit,  die  weder  dem  Verleger 
noch  dem  Schrillsleller  Vortlieile  verspricht  und  dennoch  ge- 
macht sein  will,  sich  unterzieht.  Nachdem  der  Verfasser  des 
Kardinals  Heimat  und  Ahstamnuing  als  eines  Deutschen,  so 
weil  dieses  möglich  ist,  l'estgestellt  und  dessen  erstes  Auf- 
treten als  Propst  der  Arroasianer  von  Aridagainanlia  1098 
nachgewiesen  hat,  erzahlt  er  dessen  Enienniiiig  zum  Kardinal, 
Legation  in  den  Orient,  seine  Wirksamkeit  in  den  Jahren  1112 
und  1113,  seine  verschiedenen  darauf  rolgendeii  Legiitionen 
nach  Frankreich  und  andern  Landern,  seine  Wirksamkeit  beim 
Concil  im  Lateran  11)6,  seine  Antheilnahmc  an  dem  berühm- 
ten Prozesse  des  Abälard  u.  a.  w.  Der  Schauplatz  der  Thä- 
tigkeit  des  Kardinallegaten  erstreckte  sich  von  der  Themse  bis 
zum  Jordan,  vom  Teuliihurger  Walde  bis  zum  Vesuv,  von  den 
Pyrenäen  bis  zum  Balkan  und  seine  spatere  Stellung  als  eines 
unlieschraiikleii  Be\olliiiachtigten  des  Papstes  in  Dciilschland 
und  Frankreich  macht  ihn  zu  einem  durchaus  würdigen  (iigeii- 
stand  einer  Monograpiiie.  Der  Anhang  enthält  den  Abdruck 
einiger  UrKiiiiili'ii    und    Briefe.  — 

51)  Die  Einwohnerzahl  dir  ebeiiiRligen  Reichs- 
»ladl  Nürnberg.  Von  G.  W.  H.  Lochner.  Nürn- 
berg, J.  Ludw.  Schmid's  Verlag.     1857.     8.     52  Sin. 


^4^ 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


242 


Die  l'rkundcri  der  Monumenla  Zolle  rann  frän- 
kischer Linie  nach  den  wichtigsten  Beziehungen  zusiini- 
menBestelll  von  (i.  W.  K.  Lochner.  Nürnberg,  J.  Ludw. 
Schmid's  Verlag.  1857.  8.  57  Stn. 
Diese  beiden  Schnftehen  sind  fiir  die  (ieschicbte  Nürnbergs 
und  Frankens  äufserst  brauchbare  Beitrage,  Das  erste  gibt 
uns  eine  kritische  l'rbersicht  über  die  bis  dahin  herrschend 
gewesenen  falschen  Vorstellungen  von  IVürnbergs  übergrofscr 
Einwohneriahl  vor  dem  drcifsigjahrigen  Kriege,  welche  .An- 
sicht zu  verbreiten  besonders  Kr.  .Schiller  in  seiner  Geschichte 
des  dreifsigjahrigen  Krieges  beigetragen  hat.  Nach  Wieder- 
legung  der  falschen  Meinungen,  die  die  Zahl  der  Einwohner 
Nürnbergs  bis  auf  lOÜOOO  gesteigert  haben,  erforscht  dann  der 
Verfasser  aus  den  Sterbe-  und  (jeburtslisten  und  anderen  zu- 
verlässigen Quellen  die  wahre  Zahl  und  stellt  sie  zur  Zeit  der 
Blulhc  der  Stadt  auf  -KKMM)  fest,  nennt  aber  auch  diese  Zahl 
schon  eine  bochgegriffene.  Desgleichen  erforscht  er  der  Hcichs- 
stailt  wirkliche  .MililHrmacbl,  die  zur  Zeit  einer  hiiclisten  Kraft- 
anslrengung,  1632,  die  Anzahl  von  3000  .M.  nicht  überstieg, 
wahrend  andere  von  einem  Nürnberger  Heere  von  30000  M. 
gefabelt  haben.  Das  Schriftchen  beweist,  dafs  der  gegenwär- 
tige Stand  der  Nürnberger  Bevölkerung  um  ein  li(rdeutcndcä 
höher  ist  als  jemals  in   früheren  Zeiten.  — 

Die  zweite  Schrift  wird  .Manchein  ein  sehr  willkommener 
Beilrag  zu  der  .Ausgabe  der  .Monununta  Zollirana  sein,  indem 
der  Verfasser,  schon  wahrend  mehrerer  Jahrzehnte  mit  der 
Erforschung  und  Feststellung  der  yuellen  zur  frankischen  und 
Nürnberger  Geschichte  aufs  Gründlichste  beschäftigt,  hier  die 
Urkunden  jenes  Werkes  nach  ihren  Beziehungen  für  Nürnberg 
und  Kranken  chronologisch  zusanimenordnet  und  so  den  (ie- 
brauch  der  dort  ge;;ebcnen  Abdrücke,  denen  ein  Register  noch 
fehlt,  wesentlich  erleichtert.  Die  altere  (Jeschichic  der  Burg- 
grafen fallt  mit  der  Krankens  und  der  Keichsstadt  Nürnberg 
gar  oft  zusammen,  und  diese  kann  ohne  gründliche  Feststellung 
jener  nicht  geschrieben  werden;  es  verdient  deshalb  eine 
Arbeit,  die  in  raschem  Ueberblick,  jener  Urkundenausgabe  fol- 
gend, das  Zusammen-  und  Auseinandergehen  dieser  verschie- 
denen Kaktoren  von  119'^,  dem  ersten  Vorkommen  eines  Frie- 
drich von  Zolre  als  Burggrafen  von  Nürnberg,  bis  1363  dar- 
stellt, allen  Dank  von  den  Freunden  der  fränkischen  Geschichte. 

53)  Barbara  Pachlerin,   die  Sarnlhaler  Hexe,  und  Mathias 
Pergcr,  der  l.auterfresser.    Zwei  lle.\en|irocesse  heraus- 
gegeben   von    Dr.   Jgn.  Zingerle.     Innsbruck,    Verlag 
der  VVagncr'schen  Buchhandlung.    18.58.  8.  XII  u.  84  Stn. 
Obwohl   mit  Soldan's  anerkanntem  Werke  diese  Nachtseite 
der  frühem   Kultur    erschöpfend    genug    dargestellt    sein    durfte, 
haftet    die   .\ufmerk.sainkeit    der    neuern    Forscher    dennoch    mit 
ungeininderter  Aufmerksamkeit  daran.     Wesentlich  Neues  wird 
nicht  mehr   zu  Tage  gefordert;  es  sind  gemeiniglich  nur  Neben- 
züge,   die    dem    Ganzen    eine    grüfserc    Vollstandi);keit    geben. 
Zingerle    hat    dem    Gegenstande    ober    noch    eine    andere    Seite 
abzugewinnen    gesuiht,    indem    er  in  seinen   Anmerkungen  be- 
sonders auf  das   Mythische   hindeutet.      In   einem   Anbange:     ein 
altes  I,  oosb  n  ch,  gibt  er  ferner  Mittheilungen  aus  einem  prachl- 
vollcn   l'odex    dieser    Art,    der    sich    lu    Trienl    im   Besitze    der 
Gräfin   Ki'otz  befindet.      „Da    das  Buch,    das    werihvoller    durch 
seine  Ausstattung  als  durch    teinrn   Inhalt    ist,    wohl    nie    ganz 


veröffentlicht  werden  dürfte,  ihcile  ich  einen  Auszug  daraus 
mit."  Dieser  Auszug  jedoch  stimmt  mit  einem  vor  uns  liegen- 
den Drucke  unserer  Bibliothek  der  Art  ubcrein,  dafs  wir  eine 
vollständige  Identität  des  Inhalts  jenes  erwähnten  Codex  und 
unsers  Druckes  anzunehmen  die  ausreichendsten  Gründe  haben. 
Die  Schreibweise  ist  freilich  oft  eine  andere,  aber  im  Uebri- 
gen  stimmt  der  Inhalt  wörtlich  zusammen,  wie  auf  der  andern 
Seite  auch  die  aufsere  Anlage  durchweg  dieselbe  zu  sein  scheint. 
Der  Titel  unsers  Druckes  ist:  „I.oofsbuch  zu  ehren  der  Romi- 
schen, Vngerisclien  viind  Bohemischen  Kunigin."  Darauf  folgt 
Krone  und  Wappenschild,  der  den  einfachen  Adler  mit  Heili- 
genschein sowie  auf  der  Brust  mit  quadriertem  Wappen-  und 
Herzschild  enthalt ;  soll  der  Adler  in  letzterem  der  tirolische 
sein,  so  fehlt  ihm  die  Krone.  —  Darauf  folgt:  Mit  Rom.  Kü- 
nigklicher  .Maiestat  freihejt.  .MDXLVI.  Ohne  das  Titelblatt  um- 
fafsl  der  Druck  144  Kolioseiten  und  es  gibt  am  Schlufs:  I'aul. 
Pamb.'it  l'remonslralens.  proless.  K.,  ferner:  (ielruckt  zu  Strafs- 
burg ,  bey  Ballhassar  Beck  —  Verfasser  und  Druckorl  zu  er- 
kennen. Uns  scheint,  ohne  dies  geradezu  behaupten  zu  wol- 
len, dafs  der  im  Besitze  der  Grafin  Klotz  befindliche  pracht- 
volle Codex  bestimmt  war,  der  hohen  Person ,  Königin  Anna, 
als  Dedikalionsexemplar  überreicht  zu  werden. 

54j  Die   Münzen    der    deutschen  Kaiser  und    Könige 
des    Mittelalters    von    H.    Ph.   Cappe.     Dritte  Ab- 
theilung,   Nachtrag   zur    ersten    und    zweiten  Abtheilung 
eiitbaiteni),     .Mit    6    huplertafeln.     Dresden,     1857.     Auf 
Kosten  des  \  crfassers.    In  Coniuiission  bei  Mittler  d:  Sohn 
in  Berlin.     VIII  und  203  Seiten.     8. 
Die    Art    und    Weise    der    .Münzforschung     des    bewahrten 
Verfassers,  sowie  seine   Verdienste  um  die  mittelalterliche  Nu- 
mismatik   sind    hinlänglich     bekannt.      Der    vorliegende    dritte 
Band    seiner    Kaisermünzen    braucht    darum    nicht     naher    aus- 
einandergelegt zu   werden.    Es  ist  ein   reicher  Nachtrag  zu  den 
beiden  ersten  Theilen,  zahlt  918  Nunwiiern,  worunter  auch  be- 
sonders   der    Saulburger    Kund    gegenwartig    in    vielen    Stucken 
seine    Bestimmung    erhalt.     Was     uns    besonders     angesprochen 
hat,  ist  die  neue  praktische  Einrichtung,    dafs  die   zweiseitigen 
und  die  Iloblmünzen  nicht  von  einander  geschieden  sind;  hier- 
durch   erhält    man    eine    ohne    Zweifel    zweckmäfsigerc  l'eber- 
sieht   über    die    demselben   .Muiizherren     zugchorenden    .Münzen, 
als    wenn    die    beiden    .Münzarten    gesondert    behandelt    «aren. 
Papier,  Druck  und  Kupfertafeln  sind  sehr  gut. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

llislor.  pol  lt.  Ülattcr,  X.X.XXI,  12.  Die  «  alirahrt  Tryberg, 
Riickblicke  auf  die  badische  Kircbengeschichte. 

Schweizer  Bund:  Nr.  171  (T.  Schweizer  Stadtebilder.  Sulo- 
thurn.  Nr,  179.  Eine  Schutzenfuhrt  der  alten  Berner  nach 
Strafsburg.      I5G5.     (Ilidber. ) 

Deut.i  ch  la  II  d:  Nr.  125.  Einige  NNdrli'  iilur  \  oll>.-iicder, 
Volkssagen   und   .Mythen,    —   Das  Korbgcben. 

Jahrbuch  des  gem.  deutschen  Rechts:  II.  1.  Icbcr 
den  Burgundischen  Papiuiins.  (lilubmc.)  —  Kleine  Bei- 
trage zur  Keiinluifs  der  Glossatin-enzeil.  A.  Codex  Ihcod, 
und  Lex  Rum.  Visigolhorum.     (.Munssen.) 


243 


Anzeiger  für  Kuiuie  der  deutsclien   Vorzeit. 


244 


l'rciifj.  Jahrbilchcr:  Kr.  5.  I'ri'ufärn  und  diis  .Meer.  — 
Ulrich   von   Ilullfn. 

AlIgKm.  K  irchcn  zeit  nnfj :  i\r.  17.  Ahliifslirief  l.iOil  vun 
l'iipsl  l'rban  im  .Marlin  Kichlur  ^on  Olu'rlichlcnau  irltit-ilt. 
Ans  dem  Original  mitgetheill.     (Hergang  | 

ProtKsl.  Kirchenzeitung:  24.  LIas  an^eliliche  Liitht-rliaus 
in  Wittenberg. 

Korreä|iondent  v.  u.  f.  Deutschland:  Ar.  325.  Herzog 
Ludivig  von   Bajern-Landsliut,  der  Belebe  zubtnnnnl. 

P  roteslanl  ische  M  on  ii  t  s  blalter:  II.  Bil  3.  II.  Meisler 
Ekkbarl  und   die  .>lyslik.     (.^^IcITensen.) 

\\  esterni.  .Monatshefte:  iVr.2l.  Eine  vveslpbaliscbe  Baurrn- 
hochzeit.  (Teninie.)  —  Der  Frauensiottesdienst  im  Mittel- 
alter.    >r.  22.     Kopcrnirus.     I  Mailler.) 

Deutsches  Museum:  IVr.  25  ir  .Mythologische  Parallelen, 
(v.  Hahn.)  Proben  altcnglischcr  Volkslieder.  (K.  v.  Bis- 
mark J    Nr.  2t).    Der  Todsonnlag  in  Mahren.  (J.  Feifalik.) 

Frank  f.  .Museum:  IVr.  23.  Kudolph  von  liellinkhaiis  genannt 
der  Osnabr.  Hans  Sachs.  —  Die  allem  Spuren  Shakspeare's 
in  Deutschland.  —  IVr.  25.  Der  Johannistag  als  Fest  der 
Sommersonnenwende.  —  Nr.  26.  Das  Rönigthuni  und  die 
Herzoge  und  Prälaten  in  Deutschland  zu  Anfang  des  Xten 
Jahrhunderts.     (Loher. J 

Berliner  Nachrichten:  Nr.  129  tt.  Von  der  Ostsre  zur 
Rus.*isch-Polnischen  Grenze.  Nr.  137.  Zur  Enthüllung  der 
Statue  der  Kurrurstin  Henrielle  Louise,  Genialin  Friedrich 
Wilhelm  d.  Gr.  Nr.  I4fi.  Der  Altar  von  Triebsees.  Nr.  149. 
Burg  Sartowilz  in  Pomerellen.  Die  bayrische  Dynastie 
in   Brandenburg. 

Regensburger  Sonntagsbia  tt:  Nr.  26  ff.  Geschichtliche 
Nachrichten  über  die  Burgruinen  Scbvvärzenberg  und  Slo- 
ckenfels  nebst  .\nliang  über  Volkssagen.     (Schuegraf.) 

Bayer.  Volksblalt:  Nr.  139.  Ueber  die  in  der  Sjiilnlkirche 
zu  Stadt  am  Hof  aulgelundene  Todtengebeine.  (Schuegraf) 

Zeitschrift  für  ostcrr.  Gymnasien:  Nr.  5.  Die  sprarh- 
geschichtliche  Umwandlung  und  die  naturgeschicblllihe  Be- 
stimmung der  Laute,  (v.  Itaiiuier.)  Bilbis  und  Bes.  (J. 
Feifalik.) 

Zeitschrift  für  vergleichende  Sprachforschung:  4. 
Hufe.      iL.   .Meyer.) 

Zeitschrift  f  ür  S  te  nog  ra  p  li  ie  :  Nr.:i.  (ierinanische  liiinen. 
(Hermes.) 

Zeitschrift  für  die  g  es  am  inte  lutlur.  Theologie, 
3.  Quartalheft:  die  byzanl.  Baukunst.  II.  (K.  II.  Kn-,  I- 
hardt.)     Der  Kampf  der  Reformation. 

Allgem.  Zeitung:  Beil.  zu  Nr.  175.  (iolllried  von  Slrafs- 
burg.  Nr.  IT--.  Deulsrhe  Handwerker  Im  .Mitlelaller  in 
Italien. 

Illusir.  Zeitung:  Nr.  772.  Stadlewalirieichen.  VII.  Breslau: 
5.  Der  Hahnenstein  oder  die  Hahnkrahe  vor  dem  Nikolaus- 
thore.  Nr.  773.  6.  Die  von  Engeln  hcrabgetragene  Thiirm- 
■pitze  der  Elisabethkirche.  Nr.  774.  7.  Die  drei  Eicheln  an 
dem  Giebel  des  Vhürnichens  am  Hatlihause  über  dem 
Eingange  de«  Schweidnitzer  Kellers.  Die  grofse  Elche 
zu  Pleischwitz.  Nr.  775.  8.  Die  drei  Kreuze  vor  dem 
Nikolaithore.  Nr.  776.  Die  Burg  Hohenzollern.  Nr.  777. 
Stadtewahrzcichcn.  VIII.  Berlin:  I.  Das  steinerne  Kreuz 
an  der  St.  Marienkirche.     Nr.  7Tm.    2.    Der   Thiirlrager    in 


dir  Wallslrafse.  Nr.  779.  3.  Das  sogen,  „riufs  am  Neuen 
.Markte,  der  eiserne  Fisch  am  alten  kidnischen  Ratbhause, 
die  Sanduhr  auf  dem  llelligengelsllhurme ,  der  Bar  am 
allen  Berliner  Hathliause,  der  Ituland  am  .Molkenmarkte 
und  die  drei  Linden  auf  dem  Helligengeistkircbhofe.  Nr. 
783.  4.  Der  Neidkopf  in  der  Helllgengeiststrafse. 

Kölnische  Zeitung:  Nr.  188  ff.  Sturz  der  Geschlechter  in 
Köln.     (L.  Ennen.) 

Neue  Münch.  Zeitung,  Abendblatt  zu  Nr.  138.  Skizzen 
aus  dem  früheren  .Münchener  Leben.  II.  Spiele.  Nr.  143 
und  145.  Dass.  III.  Theater.  Nr.  152.  Em  AusIlug  nach 
Kusenheim.      Nr.    153.  Das  pfälzische  Volkslied. 

Augsb.  Post  -  Zeitung:  Nr.  130.  Einige  Kandglossen  zum: 
„Ein  Wort  über  die  histor.  Sluilien  in  München."  Nr.  131. 
.München  und  seine  Umgebung  in  alter  Zeit.  Nr.  137.  Die 
Sl.  Kupertsfrage.  Nr.  143  u.  146.  Der  Augsburger  Dom. 
Abensbergcnsla.  Suininar.  Bericht  über  den  von  H.  Schue- 
graf angesammelten  Codex  coinll.  et  oppidl  .\bcnspergensis 
(R.  V.   Koch-Slernfcld  ) 

Wiener  Zeitung:  Nr.  12^^.  Ueber  die  Grenzbegeliung  in 
Mahren.  Nr.  139.  Zur  Literatur  über  Kunst-  und  Kunst- 
geschichlc.  Nr.  141.  Die  Urkundensammlung  vom  Stift 
(iofs  und  Kloster  Leobeii. 


Verniisriite  IVaclirIcIiten. 

61)  Bei  Gelegenheit  der  Einsetzung  zweier  neuer  Glasge- 
nialde  in  der  Kirche  zu  Trembach,  Pfarrei  Gangkofen  in 
Niederbayern,  dürfte  es  von  Interesse  sein  auf  dieses  noch  im 
reinsten  altdeutschen  Style  gehaltene  Baudenkmal  hinzuweisen. 
Das  Sclilir  dieser  F'ilialkirche  Ist  mit  einem  herrlichen  Nelzge- 
wolbe  geziert  und  die  Fensler  tragen  noch  alle  ihr  unversehrt 
reines  und  schönes  .Mafswerk;  —  nur  die  3  Allare  sind  durch 
neueren   Geschmack  verunstaltet. 

62)  Die  nölhigen  Untersuchungen  und  Viirarliellen  von 
Seiten  des  Do  mbau  meisters  Laske  in  Mainz  sind  bereits 
vollendet  und  haben  als  Resultat  ergeben,  dafs  die  Unregel- 
mafsigkeit  imd  Constructionsweise  der  bestehenden  zwei  obern 
Aufsalze  der  Thürme  deren  Beseitigung  und  Erneuerung  nolb- 
wenilig  maihen.  Die  neuern  Thiiriiiaufsalze  werden,  der  iinlern, 
aus  aller  Zeil  datierenden  Einllieilung  enlsprechind,  in  sieben- 
eckiger Form  ausgefuhrl  werden.  Der  Um-  und  Ausbau  des 
nordöstlichen  Seitenlhunnes  erfordert  nach  dem  Voranschlage 
eine  Summe  von  ungefähr  2t),0lXI  fl.  und  soll  in  diesem  Jahre 
noch  bis  zu  den   Giebcispitzcn  vollendet  werden. 

63)  Die  Mittel  zu  einer  umfassenden  Restauration  des 
St.  Steph  ans-Do  nie  s  haben  einen  sehr  ansehnlichen  Zu- 
wachs erhalten.  Der  Gemeindcrath  der  Stadt  Wien  hat  nöni- 
lich  den  Beschlnfs  gefafsl.  vom  Jahre  lf'69  angefangen  jahrlich 
die  Summe  von  fiinfzehntausend  (iiildi-n  unil  zwar  vorlaullg 
auf  <lle  Dauer  der  naclislen  fünf  Jahre  zur  Restauration  des 
Domes  aus  den  städtischen  Renten   beizulragen. 

61|  Der  Architekleiivereln  von  Bern  hat  an  den  Ge- 
ineinderalh    ein    mit   Planen    und    Zeichnungen    begleitetes    Ge- 


245 


Anzeiger  ftir  Kunde  der  deutsehen  Vorzeit. 


246 


such  geslelll,   dafs  der  Cli  rislo  f  felthurm  reslauritrl   werd.n 
incichtc,  was  etwa  20,(X)()  Fr.  kosten   soll. 

6.5)  Seit  im-hrercn  Wochen  wird  an  der  iheilweisin  Wie- 
derherstellung des  herrlichen  KreuiRangcs  in  der  Brixner 
Doinkirche  gearbeitet.  Allgeniach  ofTiien  sich  nun  wieder 
die  ehrwiirdigen  Hallen  in  ihrer  allen  fiestalt ;  an  den  Wan- 
den treten  wieder  die  Gemidde  an  das  Tageslirlil,  das  sie  seit 
mehr  als  50  Jahren  durch  die  vorgelegten  .Mauern  und  Grab- 
steine nicht  mehr  schauen  konnten.  Unter  diesen  sind  einige 
sehr  schone  Compositionen ,  manche  iuich  noch  ziemlich  gut 
erhalten.  Unter  einigen  der  bereits  abgedeckten  Gemälde  aus 
dem  Ende  des  15.  Jahrhunderts  von  schöner  und  zarter  Aus- 
fuhrung linden  sich  aber  auch  noch  iillere,  welche  dortige  Be- 
richterstatter aus  nicht  unerheblichen  Gründen  dem  13.  oder 
1-1.  JhdI.  zuschreiben. 

66)  Bei  Renovierung  der  Klosterkirche  der  Franziskaner 
bei  Kaaden  entdeckte  man  unter  der  alten  Kalküliertunchung 
ein  grofses  Gemälde  von  hohem  Alterthum  und  Kunstwerth, 
Es  enthält  auf  grofsem  Räume  viele  menschliche  Figuren,  Wap- 
pen, insbesondere  mehrere  l>(>hmische  Adler,  eine  Fahne  mit 
mehreren  Farben  und  viele  andere  Verzierungen  und  Aus- 
schmückungen. Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  wurde  es  kurze 
Zeit  nach  dem  Tode  des  Gründers  des  Klosters,  Johann  Popel 
von  Lnbkowitz  und  Hassensteio,  (im  J.  1511)  durch  dessen 
Familie  hergestellt. 

67)  In  einer  unweit  von  Deczs  in  Siclicnbiirgen  gelegenen 
Waldung  fand  dieser  Tagi;  ein  Landrnann  ein  Uuslliares  Aller- 
thum,  nämlich  ein  Halsband  von  (iolil,  welches  85  Stück 
Ducaten  schwer  ist,  und  von  einem  Grundbesitzer  der  dortigen 
(ugi'nd  dem  glücklichen  Finder  um  ein  Paar  Ochsen  abgekauft 
wurde. 

68)  Unfern  Wjszogrod  im  Bezirk  Plock  des  Königr. 
Polen  wurden  unter  anderen  ausgegrabenen  Schätzen  auch 
98  Stück  Münzen  mit  dem  Typus  der  Ottone,  dann  Hein- 
richs H. ,  III.  und  IV.  gefunden;  ferner  9  St.  der  siichsischen 
und  lia>erischen  Herzoge,  7  St.  der  Prälaten  Piligrini  und 
Hermann,  2X  St.  der  Städte  Magdeburg,  Köln   und  Andernach. 

69)  Beim  Abbruche  des  Chores  der  KatharincnUirche  in 
Stadtamhof,  welcher  bekanntlich  vergrcifsert  und  mit  dem 
Bau  der  Kirche  in  Harmonie  gebracht  werden  soll,  hat  man 
in  einem  Schreine  in  der  .Mauer  I  o  d  t  e  n  geh  e  i  ne  aul'liewalirt 
gefunden,  welche,  obgleich  kein  »chrifliiche.s  Dokument  bei 
denselben  sich  vorfand,  doch  wahrscheinlich  einer  licdeutcn- 
den  Persönlichkeit,  welche  sich  an  der  Gründung  der  Kinlie 
etwa  beiheiligt  haben   mag,  nngehürcn   dürften. 

70)  Bei  dem  Bau  der  Eisenbahn  zwischen  Andernach  und 
Koblenz  hat  man  kürzlich  in«hrere  hundert  Schritt  unterhalb 
Schlofs  Engers,  auf  dem  diesseitigen  Itheiuufer,  die  Funda- 
mente rcj mischen  .Mauerwerks,  sowie  Urnen  und  viele 
Thonschcrben  gefunden.  Anscheinend  sind  diese  .Mauerreste 
Ueberbleibscl  des  römischen  Castells  Rigudunum,  dessen  Am- 
minnus  üb.  XVI  cap.  3  erwähnt. 


TD  In  der  IS'ahe  des  Dorfes  Fornich ,  etwa  eine  Stunde 
unterhalb  .\nilernach,  hat  man  in  einer  Tiefe  von  etwa  6V,Furs 
ein  .'1  Zoll  hohes  und  3  Zoll  im  üurehniesser  breites  romi- 
sches Glas  ohne  Fufsgeslell  ausgegraben;  ferner  eine  etwa 
2'  1  (juart  haltende  etrur.  Vase  von  Thon  mit  einem  Henkel, 
ein  5  Zoll  hohes  thunernes  Krügelchen  und  endlich  einea  6  Zoll 
hohen  runden  Topf  von  Thon,  welcher  aufserhalb  mit  Lava- 
sand und  Glimmer  bestreut  ist.  Alle  diese  Gegenstände  sind 
sehr  wohl   erhalten. 

72)  Die  antike  Bron  ce- Sta  tu  e,  welche  vor  einiger 
Zeit  im  Rhein  in  der  (iegeud  von  Wi-sel  aufgefunden  wurde, 
wird  von  dem  Archäologen  Braun  in  Bonn  für  einen  Achil- 
les auf  Skyros  erklärt  und  h:il  nach  dessen  Ansicht  bedeu- 
tenden  Kunstwerth. 

73)  In  Wasserburg  wurden  neulich  zwei  alte  Glocken, 
die  ehemals  auf  dem  Thurnie  der  St.  Aegidienkirchc  hiengen 
und  bisher  im  k.  Rentamte  aufbewahrt  wurden,  wieder  an 
ihre  alte  Stelle  gebracht  und  zum  erslenmale  wieder  gelautet. 
Leider  fehlt  dazu  die  mittlere  Glocke,  welche  einmal  ausge- 
liehen worden  und  nicht  wieder  zurückgekommen   sein  £oll. 

74)  Der  Verein  für  Geschichte  und  Alterthumskundc  in 
Frankfurt  a.  M.  bekam  vom  Senkenbergischen  Institut  dreifsig 
Porträts  allerer  Frankfurter  Aerzte  und  sah  sich  dadurch  zu 
dem  Wunsche  veranlafsl,  eine  vollständige  Sammlung  Frank- 
furter Porträts  aus  dem  16.,  17.  u.  18.  Jhdt.  zur  Anschauung 
zu  bringen  und  jedem  derselben  biographische  IValizen  beizu- 
fügen. 

75)  In  Stuttgart  hat  Professor  Heidclofr  das  Original- 
portrat des  Herzogs  von  Württemberg,  Eberhard 
im  Bart,  entdeckt,  welcher  F'und  wichtig  ist,  da  bisher  keines 
bekannt  war.  Der  Herzog  ist  barhäuptig,  nn't  der  fürstlichen 
Schärpe  angethan,  umhängt  mit  dem  Grofscordon  des  goldenen 
Vliefses.  Das  1'  und  3"  hohe  und  1'  breite  (iemalde  ist  auf 
mit  Leinwand  überzogenes  Hulz  gemalt  im  Geschmacke  des 
altern   llolbein. 

76)  Zuverlässigen  Nachrichten  des  Kiilner  Stadtarchivs  ge- 
mäfs  ist  es  Jetzt  erwiesen,  dafs  der  .Meister  des  Kölner 
Dombildcs  Stephan  Lochner  hiefs,  in  Köln  ansässig  war 
und  1448  nnil  1451  von  der  Malerzunit  in  den  Ralh  gewählt 
wurde.  Es  wird  angegeben,  dafs  er  in  Conslanz  geboren  sei. 
Kach  einem  Briefe  von  1151  sind  seine  Eltern  in  diesem  Jahre 
in   .Merseburg  gestorben. 

77)  Kindlich  wird  Haml  angelegt,  den  reichen  Urkunden- 
schatz des  stadikölnischen  Archivcs  der  historischen  Wissen- 
schaft zugänglich  zn  machen.  Die  Stadtverordnetenversamm- 
lung hat  die  Geldmittel  bewilligt,  Welche  zur  Herausgabe  eines 
l'odex  diplomaticus  (dlonicnsis  erforderlich  sind.  Das 
ganze  Werk  ist  auf  fUnf  Bande  berechnet.  Der  ersti-  Band 
besonders  wird  für  die  allgemeine  deutsche  Stadlegeschichle 
die  überraschendsten  Aufschlüfse  bieten. 

78)  In  Augsburg  wird  der  stadtische  Archivar,  Herr  Her- 
bergcr,   ein    um    die  Geschichte    der  Stadl  Augsburg    hochver- 


247 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


248 


dienler  Mann,  eine  Reihe  ^on  Vorlesungen  in  iler  (Jewerbe-  Blehun;;  und  Furlbildung  naher  lu  beleuchten,  nnd  auf  dessen 
halle  hallen,  um  die  in  frühern  Jahrhunderlen  blühende  pe-  nurh  vorhandene  Eneugniese  und  Spuren  aufmerksam  zu 
werbliche  Industrie,    ihre  Erzeugnisse    und  deren  Slyl    in   Eni-       machen. 


Inserate  und  BeKannlmaclinnsen. 


9)  Für  eine  Ergänzung  und  Fortsetzung  der  von  Prof. 
Fuchs  1843  herausgegebenen  .illesten  geschii  lillichen  Zeugnifse 
über  die  grofsc  .S  yp  hi  1  isepi  d  e  m  ic  im  lelzlen  Jahrzehnte 
des  fünfzehnten  Jahrhiinderls  und  die  Herstellung  eines  urkimd- 
lich  beglaubigten  Ilinerariunis  dieser  Seuche  hat  das  germani- 
gche  Museum  einen  betrachtlichen  Vorrath  neuer  .Materialien 
gesammelt.  Das  erstmalige  (nach  J.  Langii  epistol.  in  Bayern 
bereits  1490  zu  .München  beobachtete  ?j  Vorkommen  der  I.iist- 
seuche  in  den  verschiedenen  Gegenden  Deulsihlamls  wiirile 
besonders  durch  etwaige  Aufzeichnungen  medicinalpolizeilichcn 
Inhalts  in  den  Kalhsbuchern  der  einzelnen  Sladle  (deren  ein 
Beispiel  der  Anzeig.  d.  gerni.  Mus.  iHj",  .März,  Sp.  8|  bietet) 
sicher  constatiert  werden  können.  .Millheilungcn  der  Art  zur 
Vervollständigung  des  gesammelten  Apparates  wird  das  germ. 
Museum  mit  gröfsteni  Danke  anerkennen. 

lOj    Zum    Behufe     einer    Untersuchung    über    unsere    iiltcre 
Sprichworlerlileralur    würde    mir    eine    sichere    Auskunft    über 
folgende  I'unkle  erwünscht  sein. 
1.  Ist  die  niederdeutsche  Ausgabe  von   .\grirola's  Sprich- 
wörtern   schon    vor  Ilert    (vor   ITOÖj    und  von   wem  er- 
wiihnt  worden? 


2.  Existiert    noch    ein    zweites    vollständiges    Ezemplar    dieser 
Sprichwiirter    nufser    dem    der    kunigl.  Bibliothek    zu  Han- 
nover ? 
rnvollslandige  Exemplare  besitzen  die  l'niversitälsbibliothe- 
ken  zu   Greifswald   und  Giefscn.      Beschrieben    ist  bisher  einzig 
das  letztere,  und  zwar  von  Weigand  in  der  allgem.  Kirchen- 
zeitung 1841   Nr.  167  und  von  Adrian  Serapcum  1841   S.  382, 
aus  welchen  beiden  Beschreibungen   (ira^sse    Iresor  des  livres 
rares  et  precieux  S.  44  nicht  auf  2  Exemplare  halte  schliefsen 
sollen. 

Beide  Männer,  Weigand  und  Adrian,  theilen  übrigens  den 
seit  Hert,  einem  ehemaligen  Giefscner  Collegen,  lradili<jnellen 
Irrthuni,  die  Ausgabe  Agricola  selber  beizulegen  und  ihre  Ent- 
stehung vor  1529  anzusetzen.  Das  Letztere  wie  das  Erstcro 
entbehrt  jedes  stichhaltigen  Grundes  und  die  Vcrgleichung  des 
hochdeutschen  Textes  mit  dem  niederdeutschen  —  ich  habe 
alle  3  Exemplare  in  Händen  gehabt  —  weist  in  dem  letzteren 
80  viele  sachliche  und  .sprachliche  Abweichungen,  Mifsverstand- 
nisse  und  Lücken  nach,  dafs  man  nur  an  eine  grade  nicht  ge- 
lungene Uebcrselzung  des  hochdeutschen  Originals  in  das  IVic- 
derdeulsche  denken  kann.  Näheres  in  spezieller  Erörterung. 
Neustrelilz.  Frie  dr.  La  ten  dorf. 


Jahresconferenz  des  germanischen  Museums. 

Die  Jahiescoiifereiiz  der    beiden    grof.seren   Au.sschiis.se    des    gernianischen    Museums 
wird  für   1858  (in  dessen  Sitz,  in   der  Kartliause  zu  Nürnberg, 

vom  Abend  des   19.  bis  zum   Morgen  des  23.  August 

abgehalten,  wozu  hicniit  die  verchrlichen  Herren  Mitglieder  des  Verwaltungs-  und  des  Gelehrten- 
ausscliusses,  wie  auch  die  Herren  Agenten  freundlichst  eingeladen  werden.  Die  ^ Orlage  der  He- 
rathiingsgpgenstiinde  wird  rechtzeitig  erfolgen.  Da  es  nach  §.  45  des  Organismus  jedem  einzelnen 
Ausschiirsmilgiicdc  zusteht,  einschliigii,'e  Fragen  zur  Herathiing  zu  bringen,  so  wird  gebeten,  der- 
gleichen,  wo   iiiiigiicli,  schon  zuvor  und  zwar  bis  Kiide  Juli  d    J.  gefälligst  mitzutheilen. 

Niiriiberg,   im  Juni    1858. 

Die  Vorst.Hnde  des   gernianischen   Museums: 
Dr.  Frhr.  v.  u.  z.  Aiifsefs.  Dr.  Bceg. 


Verantwortlich«  Redaction:     Dr.  Kreih.  v.  u.  z.  Aufsess.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.   G.   h.  Fronimano. 

Druck  von  Kr.  Campe  A  Sohn  in  NUmborg. 


I4ÜKNBE&0.  Das  Abonnement  des  Blattes, 
welches  alle  Monate  erscheint,  wird  brhz- 
jäbrig  aDKC^nommen  und  betragt  nach  der 
neuesten  Postconvention  bei  allen  PostÜni- 
tem  und  Buchhandlungen  i3ri(f«fA?*mdj  incl. 
Oestreichs  2  fl.  42 kr.  im  24  Ü.  ■  Knfä  oder 
1  Thir.  16  BgT. 

Für  Frankreich  abonnlrt  man  in  Strafs- 
burg bei  Qt.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben. Nro.  23.  nie  Notre  Dame  de  Naxareth, 
□od   bei  der   dentschen  Buchhandlung  von 


ANZEIGER 


Fl'ii  um  m 


Nene  Folge. 


F.  Klincksieck  ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  oder 
bfi  dem  Postamt  tn  Karlsruhe;  fUr  Any 
land  bei  Williams  &  Norgate,  14  Henriette- 
Street  Covent-Oarden  in  London;  für  Sord- 
amerika  bei  den  Postürotem  Uremeu  und 
Hamburg.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  de»» 
Anzeigers  und  dessen  wissenschaftlichem 
Gebiete  In  Verbindung  stehen,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Columnen- 
seile  mit  7  kr.  oder  2  8gr.  berechnet. 


FüiiCter  .lahr^aiif»-. 


OKGAN  DES  GEI^>IAMS(1I^:^  MUSELMS. 


185.S. 


JSi  8. 


August. 


VVissensdiarilicIie  Mitllieiliiniiien. 


Albert,  FrzblMrliof  «uii  KIkr,  iiiiiI  Heine  f!tl|i|iHCliat't  In  aiilVtelicender  lilnie. 

(Kortsetznnj;.  | 
Von  E.  K.  Mooyer  in  Minden. 
Wir  kommen  jetzt  zu  der  Toihler  Elvcrichs  und  deren  Descendenz  (Gruber,  22'1). 

Adelheid. 
Gem.   I.,  N.  N.  (de  Lyd). 
2.,  N.  N. 


1. 

Hartwis  II 

Erzbischof  von 

Bremen. 


1. 


Sigebodo. 

Aht  von 

Ro.senfeld 

(Harsefeld). 


1. 
Sophie. 

Gem.    Edcler. 

Edelcr  v.  ()  I  ten  b  iillel. 


M^ilbiMe. 
Gem.    >■.  N. 


Ir  niirn  r  d. 
Gem.    iN.  N. 


A (i  V Ih  t' i <l. 
Gem.  >.  >. 


Aus  der  er.-tcn  Ehe  der  .4dcl!iii(i  i'iil>|)rosiien  drei 
Kinder;  doch  ist  Her  Name  ihre.t  Mnnnes  nicht  beknnnt.  der, 
nach  Obigem,  einer  von  der  l-ielb  ( de  l.yd,  I.ieth)  gewe- 
sen Ware,  welches  zu  adoptieren  um  so  bedenklicher  er- 
scheint, als  der  Sohn  Hartwig  sich  v.  Utiede  (de  Utiedi', 
l'tledensis)  schrieb  (und  zwnr  nach  dem  gleicbnumiurn  Kirch- 


Diclricli,  Prii|isl  A  liiert,  Bischof  von  Liefland, 

von  Zevtn.  und  dessen  Brüder. 

Ansfrurii  und  S.  S.  Williluidr  und  Sle|iliniii,  S.2)  angeführt 
>leli(.  Dies  Gesrlilt'(  lit  tlii'ille  sich  spiiti-i  in  «iilcbe.  welche 
die  Namen  Purrit  oder  l'urrick  (auch  Ptirrit  v.  Niickel) 
und  zu  den  llollingen  filhrtcn.  Im  dreizehnten  Jahrhnn- 
di-rt  sitid  mir  verschiedene  Personen  urkundlich  aus  diesem 
Geschlechte  aufgestofsen,    von    denen   ich    nur  einen   llein- 


spiele   in   der  Oslerstader  Klarsch  Amts  (lagen,   .^udwestlich  rirh  nennen  will,  der  um   1105  (Lappeiiherg,  Urk.-Burh  I. 

vom  Bramstedt   in   der   hannoverischen    l.anddroslei   Stade),  271),   1202  (das.  2!»3.  Pratje,  IV,  Ifi),   120J  (das.  .109) 

der   als    Utiide   bereits    110.5    (Lappenberg,    llamb.    Irk  -  und  als  II.   1206  (Slaphorst,  I,  605)  vorkommt;    «her  von 

Buch  I,   121)   und    1111     iKoblmanu,   urkundliche  .Millhci-  dem  elrichnamigen  Hiller  zn   unterscheiden   .«ein   winl,  der 

hingen   über   die   ehemaligen    bremischen   Collegiatstifler   S.  124b  (Muslianl,  285.  Lindenbruch,  1751,  1257  (Vogt,  II, 


251 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeil. 


252 


70;  vgl.  63)  und  1260  (das.  220)  genannt  worden  i^l, 
viellciclil  aucli  von  dem  brenienschen  Domherrn,  der  1262 
gelebt  haben  soll  (Rulurniund,  üeschiihte  der  Pelrikirche  in 
Bremen,  195.). 

Ankliinge  zum  Orlsnumen  linden  sich  in  L'lbremen,  das 
1072  als  Ulbremum  (Lappenbcrg,  LTk.-Huih,  1,  99),  1139 
als  llthhreme  (das.  149)  und  1158  als  ülbrema  (das.  198) 
angeführt  steht.  Was  NUckel  anlangt,  ein  Amisliaus  im 
Kirchspiel  Be.vhovvede  Amts  Alt- l.uneberg,  so  konnte  dies 
diis  1072  als  Nuclesa  genannte  sein  (das.  98),  heifst  aber 
1139  Nucia  (das.  I,  15U).  Nach  dem  Vorstehenden  muTs 
der  erste  Mann  der  Adelheid  einer  v.  Utiede  gewesen  sein, 
und  nicht  \on  der  Lielh,  welches  Geschlecht  sich  nach 
dem  ausgegangenen  Orte  dieses  Namens  nannte,  welcher 
dort  lag,  wo  sich  jetzt  Asriitliinbiirg  im  Klosteramte  Stade 
findet,  aus  welchem  mir  ein  iliMurich  urkundlich  am  8.  Juni 
1199  unil  1203  uufgeslofsen  ist  (das.  I,  280,  302),  ein 
Segehoilo  aber  1219  (das.  379). 

Hartwig  II.  ist  vermuthlich  der  am  22.  April  115^5 
genannte  Notar  (das.  195,  196.  Staphorst,  I,  564,  566) 
und  derselbe,  welcher  in  eben  jenem  Jahre  als  Magister 
Hartwig,  Hofnotar  (curiae  notarius  des  Herzogs  Heinrich 
von  Sachsen),  bezeichnet  wird  (das.  200,  238.  Origg. 
Guelf.  III,  praef.  46),  ebenso  1164  am  12.  Juli  (Orig. 
Guelf.  III,  495)  und  2.  Novbr.  (das.  425),  1167  (v.  Spil- 
cker,  Beilrüge,  I,  173.  Erhard,  Cod.  dipl.  Westfaliae,  II, 
105),  1168  (Würdlwein,  Suhsid.  di|)l.  VI,  346)  vorkommt, 
auch  als  brcmenschcr  Domherr  1169  am  12.  April  (vgl. 
Lappenberg,  Urk.-Buch,  I,  238),  20.  April  (Origg.  Guelf. 
III,  praef.  38.  Ilavenberg,  Hist.  dipl.  Gandersh.  718)  und 
7.  Novbr.  (das.  513  mit  1170),  ferner  am  8.  Aug.  und 
7.  Novbr.  1170  (Lappenberg,  L'rk.-Buchl,  217,  238. 
Vogt  I,  11  mit  1171),  1171  3.  Aug.  (das.  Erhard,  Cod.  II, 
112),  1180  am  26.  Novbr.  (das.  226.  SlaphorsI,  1,  589; 
wenn  dieser  nicht  derjenijre  sein  mochte,  der  als  dominus 
Hartwicus  albus  in  einer  l'rk.  \oni  I8..lan.  1181  vorkonimt, 
vgl.  das.  227)  und  1181  (das.  229.  v.  Spilcker,  Beilr.  I, 
187);  darauf  wurde  er  (zwi.^chen  ll8l  und  1183)  Dom- 
kellner (das.  234,  235.  v.  Ilodenberg,  Archiv  des  Klosters 
lleiligenrode,  6.),  und  gleich  darauf  1183  DomkUsler  oder 
Domschatzmcisler  (das.  236.  dess.  Gesch.- Quellen ,  206. 
Maibaum,  Scr.  rer.  Germ.  II,  54.  Chron.  Alberli  f.  197  a.) 

Nach  dem  am  21.  (;klb.  1184  erfolgten  Ableben  .Sieg- 
fried'» wurde  Hartwig  am  22.  Jan.  1185  in  dessen 
Stelle  als  ßrzbischof  von  Bremen  gewählt  und  starb  am 
5.  Novb.  1207. 

Sigebodo  soll  1  I7y  Abt  iles  Klosters  Kosenfeld  (Hnrse- 
feld)  geworden  sein  (MuWiard,  5.  Buzellin,  II,  189;  111,83); 


kommt  1185  als  solcher  (I.eihiiilz,  Scr.  rer.  Brunsvic.  II, 
665)  und  urkundlich  seil  1191)  vor  ( l-a|ipeiibcT£,  L'rk. -Buch, 
I,  27!l)  iiiicl  leide,  wenn  er  identisch  mit  Si  gebäht  war, 
noch  am  9.  Dez.  1208  (das.  328.  VogI,  I,  113,  1  JS.  mit 
Giscbald,  Mu.shard,  354);  sein  Tod  erfolgte  1  208  (  Mu>bard, 
5.  Buzellin,  II,  189.  HI,  83)  oder,  wohl  richtiger,  1214 
(Chron.  Alberli,  f.  203  b.),  in  welchem  Jahre  Hermann  v. 
Apeldern,  der  bis  dahin  Propst  gewesen  war.  sein  Nach- 
folger geworden  sein  soll  (vgl.  weiter  unten).  Sigebodo, 
der  1204  ausdriicklich  Hartwigs  Bruder  heifst  (Lappenberg, 
L'rk.-Buch,  I,  308),  war  auch  Abt  des  brcmenschen  Pauls- 
klostcrs,  und  zwar  seit  1174  (das.  219.  Vogt,  II,  313. 
Slapliorst,  I,  585),  bis  zu  welcher  Zeit  er  hremenscher 
Domkellner  war  (vgl.  dess. Gesch. -Quellen,  215),  und  kommt 
ziilel/.t  1-207  vor  (das.  317.  Vogt,  I,  30). 

Sophie  war  die  Gemahlin  eines  Edelers,  der  von 
Einigen  für  einen  von  der  Lieth  gehalten  wird  —  Ein 
E  delcr  (Elheleriis),  der  dem  Stande  der  Freien  aiigeliorle, 
tritt  uns  zwar  in  einer  undatierten,  aber  zwischen  1127 
iiiicl  I  I  Kl  ausgestellten  Urkunde  (\\ürdtwein,  Subs  dipl. 
VI,  329.  Origg.  Guelf.  Hl,  485.  Grupen,  Origg.  et  Anln). 
Hannover.  40),  und  in  einer  andern,  ebenfalls  unclatierten, 
jedoch  zwischen  den  Jahren  1160  und  1170  erlassenen 
Urkunde  (das.  343)  cntgegeu,  kann  jedoch  nicht  fnglich 
der  in  Bede  stehende  Edeler  sein.  Edeler's  Sohn  soll  Ede- 
ler  V.  Ottenbllttel,  der  sich  nach  dem  im  Kirchspiele 
llolienaspe,  unweit  des  holsteinischen  Klosters  Itzehoe,  be- 
legenen gleichnamigen  Orte  schrieb,  gewesen  sein.  Seiner 
wird  in  Urkunden  vom  Jahre  1236  (Lappenberg,  Urk.- 
Buch,  I,  434.),  vom  22.  Febr.  1247  (Michelsen,  Urk.- 
Samml.  I,  52,  53.  Lübecker  Urk.-Buch,  I,  121,  122),  vom 
12.  Aug.  1248  (das.  I,  56)  und  vom  7.  Mai  1253  (das. 
69.  Lübecker  l  rk.-Buch,  I,  178)  gedacht.  Die  Söhne  die- 
ses Edeler's  waren  vermuthlich  die  drei  Brüder  Ilasso 
(1275  —  1281),  Hartwig  (1267  —  1286)  und  Nikolaus 
(1267 — 1281).  Es  mag  bemerkt  werden,  dal's  ein  Hasso, 
der  Solin  lleinrich's  Voigts  von  Oltenbiitlel.  im  Jalirc  1149 
( La|i[)eiiberg,  Urk.-Buch,  I,  176),  und  ein  Hartwig  v.  Ol- 
tenbiittel  1216  (Michelsen,  I,  192),  der  1230  Hartwig 
Busch,  llillcr  von  Oltenbiitlel,  genaiiiil  wird  ( l.appenberg, 
Urk.-Buch,  I,  425),  lebten. 

Alls  Adelhcid's  zweiter  Ehe  entsprangen  drei  Töchter, 
niimliih  : 

1.  Mathilde,  w  eiche  durch  ihren,  dem  Namen  nach  iin- 
bckanntin.  Mann  die  Mutter  des  Propst»  Dietrich  von 
Zeven  wurde-.  Dieser  Dietrich  tritt  urkundlich  zuerst  am 
25.  Jan  1221  auf  (das.  I,  392.  Gruher,  219.  Vogt,  I, 
158.  Schlichthorst,  I,  208),  dann   1224  (das.  418),   1226 


253 


Anzeiger  für  Kuinic  der  ileulschen  Vorzeit. 


254 


Sihrm. 


(Gruber,  220,  223.     I.ubeiker  Urk.-Buch,   I,  50.    Arndt, 

Lienandische  Chronik,  I,   198),  und  znleltt  1236  (Lappen- 

bertr.  l'rk.-liiiih,  I,  434.   von  \\e>lphalfn,  II,  34,  35).  Ein 

aiiilitrcr  I)itlri(  h  war  es,  der  luslcich  als  Propst  von  .Seee- 

bergr  vorkomnil,  im  J.   llhö  vor  dem  29.  Novb.  Bischof  in 

Liibeik  «urde,   und   am    23.   Ausf.    1210   starb   (vgl.    auih 

Gruber,  218.).     Dasselbe  gilt  von  demjenigen,  welcher  7.u- 

gleicb   .\hl  v(in  Stade  genaiiiil  wiid   (vel.  oben   iiiiler  .M;ine- 

sold). 

(Fortsetzung  folgt.) 


Die  IlBii(lHelirii't<-iiMHiiiiiiliiiiK  fleM  ^irriiia- 
■liMClieii  .TIiii«eiiiiiH. 

Von  Dr.  Knrl  Bartsch.  Pr()^(;^M)r,  in  Rostock. 

(Fortsetzung.) 
V.  Bruchstück  aus  Philipp's  .>!  ii  rien  leben. 
Zwei  Papierbliitler  in  4.   aus   dem   15.  Jahrb.,  enthalten 
V.  2477  —  2633    von   Bruder   Philipp's  .Maricnleben   (nach 
HUckerl's  Ausgabe)  in  einem  verkürzten  Te.\le.  *J   Anfang; 
Wann  s y  g o  t  da  hin  s a  n  t 
Do  das  kiod  was  dry  zehen  tag  alt 
Als  im  sin  mnler  hell  gezalt. 
Folgendes  sind   die   wiebtigern  Abweichungen    von  Hii- 
ckert's  Te.\le.     2480.  sus]    vns.     2481.  Er  b aissei  Jo- 
hannes crisoslimus.     2482 — 2517  fehlen  ganz.    2518. 
D  as  s  y  fi  r  in  n  acht   vnd   lag    feld    vnd    hayd.      2519. 
Der    nvnstern.     2522.    Beniemen.     2523.  Weder  der 
sunn    noch    du    nionin,    eine     gewifs    bemerkenswerthe 
Lesart,    namentlich     wegen     der    niii-ninne.       2524.    25. 
fehlen.    2527  ze|  gen.    2530.  31.  erschrackun:  recht 
marchtun.  2537.  innc,  wahrscheinlich  aus  in  ir  e.  2539. 
40.  in  einer  Zeile:    das  ain   kung  geboren  solt  wer- 
den.   2547.  fraugt  er.    2550.  Die  kling  sprachen  in 
der   nivndcn   stund.      2552.  53.  fehlen.     2562.  63.  in 
dem  Bruchstücke  in  vier  Zeilen: 

Von  herodes  sy  de  schieden 
Und  die  küng  das  nit  cnliefsen 
Vff  die  straufs  sy  ryllen 
Als   nach  i  r  e  m  a  1 1 1  e  n  s  y  1 1  e  n. 

I  11.  il.iiifig  bemerke  ich,  dnfs  zu  den  in  Godekc's  Mlllel- 
iilter  S.  129  verieiibnclcn  ILindschriflen  eine,  wie  es 
dchcini,  bisher  unkekaiinlv  zuziifÜKin  ist.  Sie  belindet 
sich  in  der  kaiserl.  Bild,  zu  Paris,  suppl.  fr.  3732.  Pgin, 
4.  XIV.  Jahrb.,  geschrielnn  von  l'cicr  Schriber.  Ein 
Bruchstück  einer  andern  Ilandschriri,  dem  hislorisrhen 
Verein  in  Gralz  gehörig,  hat  Wcinhold  in  den  .Millhci- 
limgen  dieses  Vereins,  II.  VII,   1H|  (r.   Iicknnnl  gininchl. 


2573.  fehlt.  2577.  tiilleDd.  2579.  sy  veriahen.  2582. 
83.  fehlen.  Die  müfsige  \\'iederholung  in  2582.  85  \>l 
allerdings  auffallend.  2587.  .-y  des  g.  2588—91  fehlen. 
2592.  93.  vertauscht.  Das  es  in.  93.  Sin  hend  hSb 
es  in  en  gegen.  2600.  Ol  ist  der  Reim  zerstört.  2605. 
das  er  gol  von  himel  was.  2606 — 17  fehlen.  2620. 
21   fehlen.     2626.  27  in  drei  Zeilen: 

Er  sprach  i r  sind  nun  das  g e w e r t 

Das  ir  nun  vff  diser  fart 

An  das  kinil  band  bcgert, 
dann:  Zu  herodes  koment  nit  wann  er  hat.  Der  Te.\l 
ist  bailisch  und  schon  deswegen  werlblos.  Aber  das  niillel- 
deulscbe  Original ,  das  Riickerfs  Ausgabe  gewaltsam  zu 
einem  oberdeutschen  umarbeiten  will,  bricht  auch  durch  die 
Verdcrbnifs  dieses  jungen  Tc.\les  luuli  himliircb. 

VI.  Aus  Vincenliiis  Be  I  lo  vacensis. 

Ein  Perganiciill)l;ill  in  Folio  vom  Ende  des  dreizehnten 
Jahrhunderts,  zweispaltig  geschrieben,  (Nr.  7132)  entbült 
Bruchstücke  ans  dem  31.  Buche  des  Speculum  historiale, 
und  zwar  den  Scblufs  des  43.,  dann  das  44.,  45.,  46.,  47. 
und  den  Anfang  des  48.  Capitels.  Das  Blatt  fuhrt  die  Ueber- 
schrift:  Tempora  frideriri  secundi.  Li  her  .WX""'  Es 
ist  in  drei  Stücke  zerrissen,  die  beiden  ohern  bangen  zu- 
sammen, zwischen  dem  mittleren  und  dem  unleren,  von 
welchem  nur  ein  kleines  Stück  übrig  ist,  fehlt  ein  Tbeil 
des  Bialles.     Der  Anfang  lautet: 

(In   passi)one    autem    diiiiiiniis    ei    aliipiando    in    cruce 

apparebat.  sed  raro  cpiod   ui.\-  sustinere   polerat.     II  er  um 

de  eodem  Cap.  .Xl.llll.  (roth) 

Cvm  antein  apropinqnaret  aliqna  magna  sollenipnilas  ([ilz 

octo  diebus  ante  gaudium  senciebal.    Et  ita  sm  aniii  locius 

cnrsum  nariis  modis  mutabalnr  et  mirabililcr  affuiebalnr. 
Schlul's,  Spalte    1  : 

.  .  .  la  erat  et  sudarium  lineum   tpio   lacrimas    exler- 

gebat    (bat  am  Rande)    et    (piedam    alin    nmdica.    nuro    et 

argento  mihi  cari(ora). 
Das  Blatt  hat  früher  zum  linschlage  oder  Einbände  ge- 
dient ,    daher   ist   das  Pergament    auf   der  Vorderseile   sehr 
be.-chmnizl.    Die  Schrift  ist  schon,  l'eberschriften  und  Inilin- 
Icii  roll),  mit  ziemlich  vielen  Abkürzungen. 
(Schlnfs  folgt.) 


Literatur. 
Poesie. 


255  Anzeiger  füi-  Kunde  diT  deutschen  Vorzeil. 

BriieiiHtürk  einer  :TIaK<laleiieiiIe|cenile. 

Von  Professor  l)r.  Kelle  in  Prag. 


256 


In  dem  Sammelbunde  der  Praj^er  Universiliitabibliotliek 
X  A.  16,  der  verschiedene  laleinisrhe  SKkkc  (Incipit  liber 
vel  opus  sermonnm  qui  dicilnr  Ihesaiirns  anime.  ao.  1392; 
Sequitur  de  virlulibiis  lacrimaruni;  traclalus  de  modo  coo- 
lilendi.  ao.  1400  etc.)  enlhiilt,  befimlel  sich  am  Anfange 
und  am  Ende  ein  Pergamentblalt  in  Folio  eiiigelieflel,  mit 
unbekannten  Bruchstücken  einer  Magdalencnlegende. 

An  der  linken  Seile  des  Blattes  sind  zwei  Linien;  auf 
der  rechten  ist  eine  Linie  von  dem  unteren  bis  zum  oberen 
Kande  des  Blattes  gezogen.  In  der  Mitte  laufen  drei  Linien 
neben  einander  her  und  bilden  filr  die  Schrift  zwei  Spal- 
ten, in  deren  jeder  10  Zeilen  stehen  zwischen  Ouerlinien, 
welche  von  der  einen  aufseisten  Verticallinie  bis  zur  an- 
deren laufen.  Der  Aiifanirsbiiclistabe  einer  jeden  zweiten 
Zeile  ist  grofs  geschrieben,  rotb  duscbstriclien  und  steht  in 
der  durch  die  senkrechten  Linien  gebildeten  Rubrik,  er- 
scheint daher  von  der  anderen  Schrift  etwas  abgerückt. 

Die  Blatter  gehören  dem  Anfange  des    14.  Jahrh.  an. 

Ich  tlieile  die  erste  Spalte  des  ersten  Blattes  und  den 
Schlufs  des  zweiten  Blattes  hier  in  genauem  Abdrucke  mit. 

A  nfang : 
Fol.   1  a.     l'üH  ijoles  ijelouben  so  genuch 

(iaz  sich  di  meiste  memje  trucli 
Zc  ijot  al  viirerdroaen 
ms  hei  si  enlslozzett 
5     Mit  hymelischem  lawe 

der  herre  riid  mich  di  rrowe 
Waren  des  tnmazen  tro 

sie  vielen  andeckliclichen  do 
Vur  Marien  maydalenen  cmi 
10  dl  edel  vnd  di  til  suei 

Gab  in  yiillich  Iren  segen 

und  bat  got  ires  heiles  pflegen 
üo  sagten  si  ir  beide 

irie  lieb  rnd  wie  laide 
1  5     In  rf  der  rayze  geschach 

iliii/dulena  zc  in  sprach 
Kii  daucliel  dem  guten  gole 

rnd  seil  stet  in  seinem  geböte 
Wand  er  linl  sin  treire 
20  gemarhet  an   euch  neire 

Als  ir  irol  liulil  berunden 

tat  euch  ir  allen  strnden 
Slit  lieb  nach  im  dursten 

allresl  wart  ron  dem   rarsten 


30 


Ane  ucifeliehen  mvt 

mit  Tollechomendcr  demtit 
hl  den  gelowen  getreten 

swa  dai  di  leul  vor  gebeten 
Helen  an  die  abgole 

duz  wart  gar  ron  sinem  geböte 
Verbraul  rnd  zrbriichen 

gnl  wart  rfo  irol  gerochen 
An  den  Falschen  abgolen 

den  leuten  hele  nr  geboten 
35     Ir  trgnde  in  der  neire 
daz  si  gar  getrewe 
An  goles  gelouben  ir  lit  vertriben 

die  tempel  ninderl  siende  bliben 
Wand  man  si  vellete  cnd  brach 
40  swa  man  die  abgole  sach. 

Schlufs: 
Fol.  2  b.     Orch  liez  si  wol  beschowen 
an  einer  armen  tirowen 
Daz  maria  magdalen  helfe  phligt 
ez  giench  ein  schef  in  einer  zit 
5     Mit  rngeluche  vf  dem  se 

den  leuten  geschach  do  we 
Wand  daz  schef  trold  rbele 
der  grozen  Tiiden  htbele 
Vber  den  porl  ir  im  sligen 

wand  im  di  chreft  enisigen 
t'nder  dez  daz  iz  geschach 

daz  rolch  mit  rorchleii  inder  lach 
Do  ez  in  giench  an  den  lip 

vn  iraz  bi  in  ein  swarizes  icip. 


10 


t'eber  die  HililerrntliMel  deit  IG.  und 
t9.   JnlirliiiiidertH. 

AU  Bilderriilhsel  sind  im  Grunde  schon  die  alleu  Slcin- 
melzzeichcn  und  Kiiiisllermonogramme,  ja  gewissermofsen 
auch  die  Wappenbilder  auzu.sebcn,  wenn  es  wahr  ist,  dafs 
diese  aus  der  Hausmarke  entstanden  sind.  Unter  den  Mono- 
grammen wenigstens  kommen,  wie  bekannt,  schon  früh 
einige  vor,  die  nicht  blos  ans  den  Anfangsbuchstaben  des 
Namens,  sumleni  nii>  einem  Bilde  bestehen,  darunter  der 
Name  verborgen  liegt.  Das  iilleste  Bilderräthsel  im  engeren 
Sinne,  das  uns  vorgekommen  i>l ,  bat  aucb  die  Bedeutung 
eines  Monoframmcs  und  könnte  in  ein  Verzeichnifs  von 
solchen  aufgenommen  werden.  Ks  koniml  auf  einem  jlol/.- 
schnille  n.  .1.  l.)"J8  vor,  welcher  ,.(/<■»•  lieben  Jugent  auch 
iinileni  l'ersoneu  so  hisl  rund  Lieh  zu  Icniuiii/  der  löblichen 


-^^^U^^-^^^zj^^:^^^^^ 


^ 


°  <>-^-~^ 


^ 


-=?r 


]1. 

r  pars  Koni inls  V  i  tac  P  unibra  putanck, 
Quafveluti^tempüris  orbe  volat. 

cequitmentes  ciira,oinnisamica  voluptas 
;^pereunt  fumma,  cadunt  ^ 


^in  eil  cundi8rebus,(5caliTiazE 


tC3 


Vivimu8,atmor(isigeritälter,&  alter, 

Usque"^' d  11171, cum  grave  corpus  habet. 


ih 


i 


r^ 


TTia     te      nequit     cat       inclifavirtus 
Ceu  I  hac  duplicis  raiigünus  allra  poli 

^Deopiavota  place  ntZ3  cor  dis 
Gratapijfü(:)ens,liccane,  ritr  canes. 


257 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutsriien  Vorzeit. 


258 


hiinsl  Vnsirn  haben  im  giilem  an  Tag  geben'^  ist.  Der 
Holzsthnitt  entliiilt ,  unter  einem  liierenden  Bande  mit  der 
eben  ong-efiihrlen  Inschrifl  und  der  Jahreszahl,  einen  Beichs- 
adler,  der  als  „Ijpus  mvsiiae"  auf  Brust,  Schwingen, 
Schweif  u  s.  w.  die  verschiedenen,  in  der  damaligen  Musik 
gellenden  Zeichen,  Noten  u.  s.  \v.  verzeichnet  tragt.  Zu- 
unterst auf  dem  Blatte  steht  eine  lange  Reihe  mit  Noten,  die 
wir  auf  beiliegender  Tafel  unter  Nr.  1  in  verkleinertem 
Mafsstabe  geben,  und  darüber  auf  zwei  fliegenden  Biindern 
die  Inschrifl:  ,.  H'i//  du  wissen  teer  diß  hat  ordinirl  — 
Vnnd  mit  der  Figur  dcß  Adlers  gezirl  —  So  mach  dise 
Noten  zu  Buechslabeii  —  Damii/f  kavslu  Taii/f  rnd  Zii- 
nam  habend' 

Durch  gütige  Mittheilung  des  k.  pr.  Bauinspectors  Hrn. 
G.  Sommer  zu  Merseburg  geht  uns  ein  anderer  musikali- 
scher Bebns  vom  Anfange  des  17.  Jahrhunderts  zu,  den 
wir  unter  Nr.  2  im  Facsimile  geben.  Derselbe  ist  enthalten 
in  einem  (Juartbande:  Serlum  spiriluale  musicale ,  Geist- 
liches Miisicalisches  Hriinlzlein  .  .  .  Das  ist:  Dreifsig  lieb- 
licher Canlionen  .  .  .  Mit  drey  Stimmen  gesetzet  vnnd  al- 
len Liebhabern  in  Druck  rerferliyel.  durch  Johanuem  Thii- 
ring  Trebrensem  Musicurn  .  . .  zu  Willenstedt.  Vos  secnnda. 
Erfurt,  bei  Siegmund  Hopffen.     1634. 

Hr.  Sommer  gibt  dazu  folgende  P>kliirung: 

„Einige  der  Zeichen  lassen  ihre  Deutung  z^■^eifelhnft,  wenn 
auch  nicht  schwierig  ist,  ein  Wort  zu  finden,  das  die  mit 
dem  betreffenden  Zeichen  ausgefüllte  Lücke  des  Textes  er- 
gänzen möchte. 

Ich  vennuthe  folgende  Auslegung  und  bitte  im  Interesse 

für  die  Sache  diese  ergeblich  zu  berichtigen: 

Maxima  pars  hominis  vilae  brevis  umbra  putanda, 

Quae  veluli  medio  teniporis  orbe  volat. 

Longa  cequit  (sie!  cepit?)  menles  cura,  omois  amica  voluptas 

Semibrevis,  pereunt  summa,  cadunt  minima 

da  vis)  ,,.  \abinitio( 

I  anior  mollis  passim  •      1   uempe, 

Primus  ^  /  repetitio  ) 

Maxima  in  est  cunctis  rebus,  et  nini.i  quies. 
Vivimus,  at  mortis  sign  um  trerit  aller,  et  aller, 

Usque  ciifijunclis  dum,  cum  grave  cori)us  habet'' 
fama  laterc  neqnit  iiiicat  ut  sol  iuclila  virtus 

Ceu  alla  hac  duplicis  tangimus  astra  poli 
Si  Deo  pia  vola  placent  quietudine  cordis 

Grata  pii  superis,  sie  canc.  rite  canes. 
Sollten  wol  noch  andere  musikalische  Rebus  existieren, 
und  welche?  —  Diese  dürften  wol  zu  den  Seltenheiten 
gehören,  und  es  erscheint  wünschcnswcrih,  mit  der  Rrfor- 
schung  der  Geschichte  des  Rebus  im  Allgemeinen,  gleicli- 
zeilig  die  musikalischen   zu   sondern  und  zu  verölfcntlichen. 


Mein  verstorbener  Freund,  Prof.  S.  \V.  Dehn  zu  Berlin 
kannte,  wie  er  mir  miltheilte,  deren  nur  sehr  wenig  und  ist 
zum  Thcil  die  Veranlassung  der  Veröffentlichung,  um  die- 
jenigen, die  so  glücklich  sind,  dergleichen  miltheilen  zu  kön- 
nen, hiezu  anzuregen. 

In  dieser  Beziehung  fuge  ich  aus  bandKchriftiichen  Miscel- 
lanea  varia  aus  dem  XVII.  Jahrb.,  welche  in  meinem  Be- 
sitze sind,  noch  folgenden,  wol  hierher  gehörigen  Vers 
hinzu: 

UT.      BE.      MI.      FA.      SOL       LA. 
Incipiunt  bibere,  in  UT,  et  bihuiit  UTILITER. 
Pergunt  in  BE,  et  bibunt  BEAI.ITEK. 

MI,      et      —      MIKABILITF.R. 

FA,    et     —     FAMILIAKITER. 

SOL,  et     —     SOLEMMTER. 

Desinunt   in  LA,  mi,  geräs  exity  soly  E. 

Welche  Auslegung  namentlich  die  letzte  Zeile  erleiden 
möchte,  dürfte  in  F'rage  stehen." 

Soweit  Hr.  Sommer. 

Im  17.  Jahrhundert,  namentlich  der  Zeit  des  SOjabrigeo 
Krieges  werden  die  Bilderrülhscl  ziemlich  haufi?  und  vor- 
zugsweise zu  Pasquillen  verwandt.  In  den  Sammlungen  des 
germanischen  Museums  befinden  sich  mehrere.  Eins  geht  z.  B. 
auf  die  Jesuiten  und  führt  die  Ueberschrift: 

y,Der  Geh  (Sau,  Widder)  isch  ff  (Affen,  Bienenschwarm), 
Ver  (Fuhrwerk)  die  Laut,  und  m  (8)  sie  (Arm,  Gott)  sei- 
ner (Kirche)  sich  erbarm.'^  — ;•  Darunter  48  mit  Bildern 
untermischte  gereimte  Zeilen. 

Ein  anderes  geht  auf  Friedrich  V.  von  der  Pfalz  und 
hat  die  Ueberschrift: 

„Griindlliche  weis  (Säge)  ung.  Vom  Heydel  (ßerg)  er 
rermelt  was  Ihm  ein  Zigeinerin  hat  £'r(ZeIt).  Von  (Fafs) 
Ihm  das  rnglückh  schnell  Erwachsen  sey  mit  (zwei  ge- 
kreuzte Knochen)  rnd  (Quell).  • —  Darunter  stehen  19  mit 
Bildern  durchmischte  gereimte  Zeilen,  die  M.  S.  T.  unter- 
zeichnet sind. 

Ein  drittes  füllt  um  einige  Jahre  weiter  in  den  Verlauf 
des  Kiieges  und  enlhalt  eine;  ^Warnung  )lercurij  der  Gat- 
ter Biilleiin  an  (Kaiser)  /•'(Ente);"  darunter  21  iiliulnhe 
Verse.  —  Die  drei  Blatter  sind  in  Kupferstich  ausgeführt. 

Ein  ähnliches  „Epigranuna  Jlusicalc'  und  ,,l.vsvs  melico- 
metricvs,"  wie  das  in  Abbildung  gegebene,  findet  sich  auch 
auf  Bl.  A  3  der  1  '  ,  Bogen  starken  Schrift :  Faulorum  et 
Amiconim  Arbilria  \'olira,  iSu/iliiS  scciindis  l)n.  Sigis- 
mundi  Theophili  Sladen,  apud  inrlulum  Hi-mpublicam 
I\oriliergenscm ,  Organici  et  Vusici ,  cum  .  .  .  hoemina, 
Susanna  Vana  .  .  Johannis  Seizii  .  .  .  Viduä,  ipso  fesli- 
filatis   die  .  .  .  felicioris    acciamationis   ergo  publicata  : 


259 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


260 


Curanle  Jeremia  Diimlero ,  Typographo  Noribergensi ,  4. 
1651;  und  niif  Bl.  E.  3  v.  der  5  Bog-en  siHrkeii :  Kpitlinla- 
mia ,  in  ,\vplias  .  .  .  Jnaiiiiis  Ueori/ii  Rirhleri,  i.  J.  l). 
et  Adtocati  Norici,  Sponsi  .  .  .  et  .  .  .  Virgiiiis  .  .  .  Spott- 
sae ,  Cathariiiae  .  .  .  ('liiisliti>hori  Giinimersfclderi  .  .  . 
t'itiae  .  .  .  i\oriberi/ne.   Tijpis  Wolfgangt  Kiidleri.  4.  1644. 

Das  er.«lere  miisiitalische  Spiel  enthält  sogar  die  Erklä- 
rung- zu  den  Zeichen,  die,  soweit  sie  vorkommen,  die  Auf- 
lösung derselben  durch  Hrn.  Sommer  rcchlferligl. 


Kunst.  Dbm  llRii|i(iior<nl  «Irr  HIoMlei'kIrrlie  zia 

BUdende  K.mst.  Puilll  llXrlle. 


Symbolik. 


Zur  Symbolik  der  ml  1 1  e  I  u  II  e  r  li  e  h  e  n  Kunst. 

Von  R.  V.  Retlberg  in  München. 

Eines  der  interessantesten  Kirchenportale,   sowohl   hin- 

siihtlich  der  frühen  Zeil  (um  1 105—  7),  als  auch  hinsichtlich 
seines  symbolischen  Bildwerks,  ist  das  westliche  Ilanptpor- 
tal  der  Beuediktinerklosterkirche  zu  Paulinzelle  in  Thüringen, 
unweit  liudolsladl.  Dieses  vor  dem  MillcIschifTo  weit  her- 
vortretende Portal  ist  rechtwinklig  eingestuft  und  in  den 
Winkeln  der  Stufen  mit  vier  Paar  Säulen  ausgestellt.  Diese 
Säulen  haben  den  einfachen  attischen  Fufs,  der  aber  liier 
keine  eigentliche  Knollen  zur  Vermittlung  des  unteren  Pfüh- 
les mit  der  Plinthe  hat,  sondern  gleichsam  in  einem  engan- 
schlicfsenden  Becken  steht,  das  mit  vier  Zipfeln  etwas  hoher 
als  der  übrige  Rand  über  den  Pfühl  greift  und  ihn  einfalVI; 
ferner  einen  in  Betracht  der  Zeit  sehr  schlanken  Schaft  und 
einfache  WUrfelkapitelle,  die  au  den  iinlercu  Ecken  über 
dcmRingc  nur  wenig  abgerundet  und  an  der  linken  (nürdl.) 
Eingatigsseite  nur  mit  llncheii  einfachen  Linienzügen,  an  der 
rechten  (südlichen)  aber  mit  Fralzcnbildcrn  (Drachen, 
Schlangen,  Mannsküpfc,  die  Zunge  ausstreckend  u.  s.  w.)  ver- 
ziert sind,  was  insofern  auffällt  als  sonst  der  Regel  nach 
nicht  die  SUd-,  sondern  die  Nordseite  vorzugsweise  den 
Gebilden  der  Fiuslernifs  u.  s.  w.  angewiesen  ist,  hier  aber 
vielleicht  darin  seine  Erklärung  lindel,  dafs  Paulina ,  die 
Tochter  des  Ritters  Moricho  und  der  Gräfin  Ute  von  Wol- 
denbcrg.  Nichte  des  Bischofs  Wernher  von  Merseburg  und 
Gemahlin  des  Ritters  Udalricb,  nach  des  Letzteren  Tode  das 
Kloster  ursprünglich  fUr  sich  und  einige  Genihrtinncn  als 
ein  Nonnenkloster  beeründetc  und  dafs  die  Frauen, 
nachdem  sie  sich  von  der  Männerwelt  zurückgezogen,  wol 
gerade  die  südliche  oder  sogciranntc  Männerscilc  als  ihre 
Nachtseite  betrachten  mochten,  was  auch  darin  seine  Destä- 
tigung  finden  dürfte,  dnfs  auf  der  Frauenseite  zwar  eben- 
falls ein  Drnihc  abgebildet  ist,  aber  nicht  an  einem  Kapitell, 


sondern  an  der  Plinthe  der  ersten  Eingangssäule,  als  Sinn- 
bild des  überwundenen  Bösen  und  wol  in  unmillelbarei' 
Beziehung  auf  die  Paulina  selber,  weil  nur  eine  Plinthe 
diese  Verzierung  hat. 


MiilililorlVr  Mtatltrrclit. 

Von  Professor  Dr.  Gen  gl  er  in  Erlangen. 

v.  Kleinmayrn  macht  in  seinen  Nachrichten  vom  Zustande 
der  Gegenden  und  Stadt  Juvavia  (1784)  §.  301,  Note  a, 
S.  414  die  Bemerkuu?:  ..In  dorn  salzbursischeii  Archive 
lindet  sich  das  alte  Sladirecbt  von  Miilildorf  mit  einer  Hände 
des  1.3.  Jahrh.  in  Fol.  auf  Pergamen  geschrieben  mit  der 
Aufschrift:  duz  siiil  die  allen  geimhiilirhen  Recht  und  Sax, 
der  Slat  ze  Mulldorf,  alz  si  von  den  Fiirslvn  her  geslifl 
ist  mit  der  ältesten  und  besten  burger  Rat.  Diesem  ist  am 
Ende  beigebundcri  eine  bisher  unedierte  C'hrnnik  der  Stadt 
Mübldorf,  worinnc  von  den  Schicksalen  und  Ungemach, 
welches  die  Stadt  und  Gegend  um  Mübldorf  öfters  erdulteii 
müssen,  vieles  vorkömmt.  Der  alle  Verfasser  nennet  sich 
Nik.  Grill  scriba,  und  hat  solche  bis  1428  fortgesetzet.'' 
Eine  Copie  dieses  Rechts-  und  Zeitbuches  des  jetzt  zum 
Könijrreiche  Bayern  gehörigen  Sliidtcheiis  Midildorf  am  Inn 
besitzt  nun  die  Bibliothek  des  germanischen  Museums  unter 
iNr.  4212  in  einer  22  Folioblätlcr  füllenden,  neuerlich  in 
Pappe  gebundenen  Papierhandschrift  des  .\V.  Jahrhunderts, 
und  da,  abgesehen  von  obiger  iNotiz,  auf  deren  Anführung 
sich  auch  F.  BischolT  (Oesterreich.  Stadtrechte  und  Privi- 
legien, 1857,  S.  93)  beschränkt,  bisher  Niemand  dem  Mühl- 
dorfcr  Sladirechle  seine  Aufmerksamkeit  zuffewondt  hat, 
dessen  Inhalt  aber  in  antiquarischer  wie  juristischer  Beziehung 
keineswegs  bedeutungslos  ist:  so  dürfte  sich  eine  eingehen- 
dere Betrachtung  desselben  in  diesen  Blättern  von  selbst 
redilfertigen.  Es  soll  daher  /.uvurderst  \on  dem  eiffent- 
liilien  Statutenbuche,  und  dann  von  den  ihm  an^efiicten 
Beilagen  gchan<lelt  werden. 

I.  Das  Stal  Uten  I)  uch  (Bl.  2  —  14  a),  mit  dem  linbrnin 
„Das  sind  die  allten  gewöndlichen  recht  vnd  säcz  der  Slat 
ze  Müldorf  als  sy  von  den  fürsten  her  gesliffl  ist  mit  der 
elltislcn  vnd  pc|iten  burger  Raf  versehen,  begreift  91  nicht 
numerierte  Artikel  mit  nachfolgenden  L'eberschriften : 

I.  Von  der  auslewt  kassten  vnd  hewscrn  (wie  näinlich 
,.die  auslewt,  sy  seien  pfalTen  oder  Inyen,  die  kä|ilen  oder 
hewser  in  der  St»t  habend,  der  Slat  warten  vnd  helllTen 
sullen  mit  dienern  vnd  mit  linruasch  wider  der  Stat  vcind"). 
—  2.  Von  den  burgern  die  <icm  pllcffer  dienent.  —  3.  Von 
dem   Statschreibcr    (dnfs   er    „sol    der  SInt   dienen    mit   der 


Land  u.  Leute. 
StädtcweueD. 


261 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


262 


feder  leschreiben,  ilar  zue  man  jm  genug  pyrniart  sol  ge- 
l,fin-i).  —  4.  Von  den  pciklionn.  —  5.  Von  den  Fleysch- 
liackern.  —  6.  Von  den  le«  Isebenn.  —  7.  8.  Von  den  frag- 
iiern.  —  9.  Von  dem  mas  vnd  von  dem  gewag.  —  10. 
Von  den  Sallczlierren.  —  tl.  Wer  die  fronboten  vnd  die 
wachler  seczen  sol.  ^12.  Wie  die  Sihmid  vnd  die  vistlier 
der  Slat  warten  sullen.  —  13.  Von  der  purckmawr.  — 
14.  Von  der  Slra|i  vnd  von  den  wegen.  —  15.  Von  dem 
zolle.  —  16.  Von  dem  gelajl  zu  der  kinbweich.  —  17. 
Von  dem  martkchl.  —  18.  AVie  ain  man  kawITen  sol  «n  dem 
eritag  (Dienstag).  —  IS).  Wie  ein  man  schayden  sol  (ein 
gefachlj.  —  20.  Von  dem  frid.  —  21.  Wer  frid  vberferd. 

—  22.  Von  den  vnziichlen.  —  23.  Von  dem  rechten.  — 
24.  Von  dem  reclit.  —  25.  Wie  man  den  pagstain  tragen 
sol.  —  26.  Wer  den  anderen  an  sein  er  spricht  (dafs  „der- 
selb  poswyt  gewis  machen  sol,  das  er  die  frawen  oder  man, 
die  er  angelogen  hat,  rain  mach  mit  der  zuog,  da  er  lug  mit 
geredt  hat,  das  er  das  wider  in  sich  leuge,  vor  der  kirchen 
oder  vor  ofTeni  rechten").—  27.  Von  dem  rechten  (von  Un- 
gebilhrlichkeiten  handelnd,  deren  sich  „ain  pueb  oder  ain 
nnnders  leichts  mensche"  oder  ^kind  die  zue  jrn  jaren  nicht 
cbomen  sind"  schuldig  machen).  —  28.  Wie  man  die  bur- 
ter  kind  ziehen  sol.  —  29.  Von  den  wyrITIen. —  30.  Von 
der  pfatlen  capill  (dafs  es  „frid  vnd  gelaytt  haben  sol"). — 
31.  Von  den  Türen  steten. —  32.  Von  der  wuer  (VVasser- 
damm).  —  33.  Von  der  purckmawr.  —  31.  Von  dem 
purckzawn.  —  35.  Wie  ain  burger  den  annderen  behallten 
sol.  —  36.  Von  den  die  der  Slat  nicht  guet  sind.  —  37. 
Von  den  die  der  Stat  veind  hayment.  —  38.  Von  den 
Wächtern.  —  39.  Wie  ain  burger  den  seinen  slilTten  sol 
(aigen  oder  leben).  —  40.  Wie  ain  man  pfenten  sol.  — 
41.  Wer  zue  der  Stat  ferdt  in  krieg.—  42.  Von  dem  frid. 

—  43.  Von  der  Stat  recht  vnd  von  dem  fewr. —  44.  Wie 
nin  burger  ainen  behalten  sol  der  gefanngen  ist.  —  45.  Von 
ilen  gesten  die  zue  der  Slat  lliehent.  —  40.  Wo  ainer  den 
anderen  beclagen  sol. —  47.  Von  den  llössen. —  48.  Von 
der  nacht  ecz  vnd  von  der  tag  ecz  (d.  i.  Abweidung  frem- 
der Grundstucke  zur  Nacbl-  oder  Tagszeit).  —  49.  Von 
dem  fuederen  bey  der  nacht.  —  50.  Wer  krawt  gras  dem 
anderen  nimbl  oder  annder  arbayt. —  51.  Von  dem  bnrgk- 
recbt.  —  52.  Wie  ain  burger  einem  gajit  autwurtcn  sol 
auü    der   Stat.    —    53.   Von    ilen   burgern    vnd   ge|Jlcn.   — 

54.  Von    frayfenlirber    pue|i    (bei    der    Heimsuchung).    — 

55.  Von  dem  fronboten  vnd  von  seinem  knerht.  —  5().  N  on 
den  vischern.  —  57.  Von  den  Juden  (dafs  sie  „sullen  in 
liurgcrrecbt  hie  siezen,  an  sein  werung,  die  sol  er  haben 
;iuf  seinem  pfannt").  —  58.  Von  dem  mist.  —  59.  Wie 
der  richter  einen  burger  faben  soll.  —  60.  Von  dem  Rich- 


ter vnd  von  dem  Gericht.  —  61.  Von  dem  gelayt  geben.  — 
62.  Von  den  leybioseun.  —  03.  Von  der  burger  saczcze.  — 
64.  Von  den  dewbeu  vnd  von  der  dewf.  —  65.  Von  der 
hochzeyt.  —  66.  Wer  dem  anderen  sein  eer  abnymbt.  — 
67.  Von  pogundein  blut.  —  08.  Von  den  eeuanten  vnd 
vorsprechen.  —  09.  Von  dem  todschlag.  —  70.  Von  dem 
Richter.  —  71.  Von  der  freyung.  —  72.  Von  dem  wam- 
mays  vnd  von  dem  barnasch.  —  73.  Von  den  wachlern.  — 

74.  Von  den  Juilen  vnd  von  den  leylgeben  (dafs  beide 
„das  Eysnen  gewant  nicht   ze   pfannt   nemeun   sullen").  — 

75.  Von  dem  Stier. —  76  ...  85  (sind  ohne  l'eberschrif- 
len,  bandeln  aber:  von  den  Lasten  der  geistlichen  Besitzun- 
gen; von  den  Auflegern  und  Messern,  dafs  sie  insonderheit 
auch  dreimal  des  Jahrs  „den  hopiVenn  vnnd  annder  vn- 
krawt"  von  den  städtischen  Feldern  wegräumen  sollen: 
von  dem  Verfügungsrecbte  der  Ehefrauen ;  von  der  Sicher- 
heitsleistung der  processierenden  Fremden;  von  der  Pfand- 
nahme  mit  Schergen  und  Amtleuten;  von  dem  Verbole,  einer 
solchen  Pfändung  sich  zu  widersetzen;  von  der  Bestrafung 
derjenigen  Güste,  Knechte  und  Dirnen,  welche  um  die  Stadt 
auf  ungewöhnlichen  Wegen  gehen  ;  von  der  Aufsiebt  auf 
die  Feuerslatten;  von  der  Obliegenheit,  bei  Aufläufen  die 
übrigkeit  in  ihrem  Amte  zu  unterstutzen;  vom  Bürgereide). 
86.  Von  der  Anklag.  —  87.  Von  der  fraydigen  bab.  — 
88.  (ohne  Aufschrift,  von  der  fcihebann-.AIigabe  der  Flcisch- 
hacker,  Bäcker  und  Pfragner  an  drei  (juatembertagen  han- 
delnd). —  89.  (die  Weihnachlsahgabe  der  Schuster  be- 
IrelTend).  —    90.  Das  ist  der  Juden  ayd.  —   91.  Von  der 

Zoll  wegen. 

(Fürlsclzung  fülj;!.) 


Abenteuerllelie  VVelir.  Staats- 

anstaUen. 
Dafs  das  altromische  W  urfgcschulz  auch  noch  im  Mittelalter     w.ireuwhuu. 

gebraucht  und  durch  die  I)onnerbucli.~en,  Bombarden  u.  s.  w. 
erst  nach  und  nach  verdrängt  wurde,  so  dafs  es  noch  neben 
diesen  ebenso  im  Gange  war,  wie  Armbrust,  Bogen  und  Pfeil, 
und  Spiefs  noch  neben  der  Mii>kcle,  ist  wühl  nicht  zu  be- 
streiten. *)    F'reilich  stand  dem  bäuligen  Vorkommen  der  alt- 

=**)  Mit  grofsur  Anschaullchlu-Il  ist  die  Anwendung  der  im 
Mittelalter  geliraiichtcn  Bilden  u.  s.  w.  in  J.  \V.  Wolfs 
Werk:  Die  Burg  Tiinninlirrg  und  ihre  .\ii9gra- 
bungcn,  ge.tchililerl.  Wenn  in  ilcni  oben  angoiogenin 
Aufsatie  von  den  krugiliuilicrn  des  \euitius  die 
Rede  war,  so  ist  dabei  natürlich  nur  im  die  Brarbei- 
lung  di'8  römischen  Schririsleller«  aus  dem  .\nf«ii(;e  de» 
16.  Jnhrhdti.  zu  denken,  deren  beigcgehcnc  Illustrationen 
am  wcnigAlcn  den   im  Oritfiniili'   besi  hriehrncn  glrlchrn. 

Aiini.  d.   Ili'd. 


263 


Anzeiger  für  Kund»;  der  ilcutschL-n  Vorzeil. 


264 


rOniiscben  Maschinen  er&llich  die  Schwierigkeit  und  Kost- 
>|)ieliffkeit  ihrer  An^chairune  und  zweitens  die  Schwierig- 
keit ihrer  Ainvendutiü:  und  Hiiiidhalxiiiff  im  \\effe  ,  und.  so 
fand  das  neue,  auf  den  Gebrauch  des  Pulvers  berechnete 
Geschütz  immer  mehr  Eiii^an^.  Indessen  dauerte  es  doch 
ziemlich  lan^e,  b\>  dieses  durchweg  unbenommen  war,  wenn 
man  bedenkt,  dafs  der  erste  Gebrauch  der  Artillerie  in  Metz 
am  22.  Sept.  1.324  nachgewiesen  ist  und  am  11.  Kehr. 
1326  die  Gemeine  in  Florenz  denGulV  metallener  Kanonen 
verfügte.  So  viel  auch  um  )!iltehiller  ffefochlen  und  ge- 
kriegt wurde,  so  war  doch  die  Wissenschaft  des  Kriesr- 
führens,  insbesondere  der  Gebrauch  des  Feldzeugs,  der  Ge- 
schütze, bis  auf  den  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  eigent- 
lich nur  sehr  wenig  ausgebildet  worden,  Feldherren  (Stra- 
tegen) gab  es  zu  allen  Zeiten,  aber  es  fehlte,  aus  leicht 
begreiflichen  Gründen,  an  Taktikern,  natürlich  nicht  an  Ta- 
lenten, aber  an  der,  nur  in  einem  auf  ein  stehendes  Heer 
sich  stützenden  Staat  möglichen  Ausbildung  derselben.  Be- 
kanntlich ist  aber  erst  seit  Karl  VII.  in  Frankreich  die  erste 
siebende  Kriegsmacht,  die  hommes  d'armes,  nachzuweisen. 
Dafs  man  sich  daher  von  Zeit  zu  Zeit  immer  wieder  an  die 
Kriegskunst  der  Römer  wendete,  den  Vegetius  studierte, 
und  die  von  ihm  aufgezeichueten  Lehren  und  HUlfsmittel 
praktisch  anzuwenden,  vielleicht  sogar  —  oh  geschickt  oder 
ungeschickt,  gilt  hier  gleich  viel  —  weiter  zu  entwickeln 
versuchte  und  so  zu  seltsamen  llnausfuhrbarkeiten  gelangte, 
scheint  nicht  aufser  dem  Bereiche  der  Möglichkeit  zu  liegen. 
Ob  die  im  Anzeiger  vom  Dec.  1857  besprochenen  und  ab- 
gebildeten Maschinen  wirklich  existierten,  und  wenn,  ob  sie 
Dienste  leisteten,  das  bleibe  dahingestellt;  dafs  man  aber 
doch  solche  oder  ähnliche  Maschinen  hatte,  von  deren  Wir- 
kung man  sich,  namentlich  den  Hussiten  gegenüber,  deren 
neue  Art  Krieg  zu  führen,  mehr  noch  als  die  Schlachten 
von  Sempach  und  ^üfels,  die  Rilterwelt  ganz  aus  dem  Sat- 
tel gehoben  iialte,  einen  grol'sen  Erfolg  versprach,  dafür 
möchte  folgendes  Schreiben  des  Kaths  der  Stadt  Nürnberg 
an  den  .Markgrafen  F'riedricli  sprechen,  das  hier  aus  der 
Urschrift  mitgetheilt  w  ird  : 

„Durchleuchtiger  fürst  vnd  herre.  Vnser  willig  vuder- 
tenig  dienste  sein  cwrn  für^tenlichen  gnaden  mit  llei.^se  voran 
bereit.  Gnediger  herre,  vns  hat  vnser  burger  Courat  Paum- 
gartner  crynnert,  wie  Im  ewr  durchleuchtikeil  verschriben 
hat.  wie  vnser  gnediger  herre  von  Tryer.  vns  verschriben 
vnd  bcgerl  sulle  haben  ein  Wagen  mit  abentewriichcr  were, 
die  Meister  Hanns  felber  von  vlm  zu  Nurcmberg  hab.  vnd 
die  wider  die  ketzer  vast  nuczlicb  sein  sulle,  aulT  der  fürsten 
kost  zuschicken  etc.  Nu  haben  w  ir  unserer  herreu  der  fürsten 


brief  die  vns  darumb  geschrieben  haben  in  solllcbeni  forme 
nicht  vernomen,  besunder  so  liett  der  selb  Meister  Hanns 
felber  desselben  niab.  darumb  auch  ge^cllriben,  vn»crm  bur- 
ger dem  Hoppinger,  dem  er  denselben  zewg  befolhen  hat, 
dauon  uns  zumal  nicht  wissentlich  was,  derselb  lloppinger 
unlerwand  sich  der  sachen,  Ob  er  aber  denselben  zewg 
hinein  geschickt  gehabt  hat,  da  ist  vns  sidber  auch  nicht 
wissenlirben  von  gewesen,  So  ist  auch  derselb  .Meister  Hanns 
vnser  burger  noch  diener  nicht,  darunib  bitten  Wir  ewr 
Hochwirdikeit  dienstlich,  vns  gnediclichen  daryniie  ziiner- 
antwurten.  Als  wir  ewr  durchleiichtikeit  des  wol  getrawen 
denn  wo  wir  ewrn  fürsteulicheu  gnaden  dienst  vnd  wol- 
gefallen  beweysen  mühten,  des  wereii  Wir  willig  vnd  leteu 
das  gern.  Scriptum  feria  secunda  ante  Osualdi.  Anno  etc. 
XXVII.  Von  dem  Kate  zu  Nuremberg" 

Aul'sen  ;  „Dein  durchleuchtigsteii  fürsten  vnd  herren  Her- 
ren fridrichen  Marggrauen  zu  Brandenburg  des  heiligen  Rö- 
mischen Reichs  Ertzkemerer  vnd  Burggraf  zu  .Nurcmberg. 
vnserm  gnedigen  Herrn." 

Oswaldi  (5.  Aug. )  war  Dienstag,  es  \>l  al>()  das  Schrei- 
ben vom  4.  Aug.  1427.  In  demselben  Jahre  hatte  der  Mark- 
graf hekaiintlich  Burg,  Wald  ii.  s.  w.  an  die  Stadt  verkauft. 
Seine  besondere  Betheiligung  am  Hussitenkrieg  ist  aus  der 
allgemeinen  deutschen  Geschichte  bekannt  genug.  Conrad 
Paumgärtner,  von  der  wohlbekannten,  aber  ausgestorbenen 
rathsfahigen  Familie  dieses  Namens,  starb  1464  hochhetagl. 
Von  den  beiden  andern  Namen,  dem  lloppinger  und  dem 
Meister  Hans  Felber  von  L'lm  ist  die  hier  gegebene  Kunde 
alles,  was  wir  von  ihnen  wissen.  IJebrigens  sei  noch  be- 
merkt, dal's  abenlcurlich  hier  nicht  seltsam,  « iiiiderlich,  be- 
deutet, sondern  zum  Kriege,  zu  Gefahren  gehörig  (bellicus). 
Dafs  Abenteuer  so  viel  als  Wagnifs,  Gefahr  bedeutet,  sieht 
man  auch  aus  folgenden  Bathsverlassen  von  1476:  „Item 
Peter  Volckmeyrn  ist  vergönnt  zehn  Schützen  zu  gepraucben 
zu  beschützung  des  kirchtags  zu  Schounberg  vf  seinen  Costen, 
vnd  vf  seine  Hecht  vnd  Ahentewr."  Und:  „Item  dem  Fal- 
ben von  vlme  ist  vergönnt  zu  vfrichtnng  einer  newen  Or- 
geln die  er  vf  sein  seihs  costen  vnd  abenlewr  machen  vnd 
zu  S.  Lorentzen  hie  vfriclileii  \m1,  Fjii  vierteil  Jars  hie  zu 
sein."  Viellelclil  ist  <ler  Niiinc  Falbe  identisch  mit  dem  in 
obigem  Brief  vorkommenden  Fellier,  und  es  war  der  Orgel- 
bauer vielleicht  ein  Nachkomme  des  Kriegshaunieisters. 
Kuiislfertig  waren  sie  jedenfalls  beide,  eine  Bestätigung  des 
»Heil  Spruchs  vom  Uliner  Witz,  und  es  ist  vielleicht  einem 
neueren  Landsmann  von  ihnen  möglich,  mehr  Über  diese 
beiden  Ulmer  anzugeben.  Luchner. 

(.Mit  einer  BeiInge. ) 


Verantwortliche  Redaction:     Dr.  Freih.  v.  u.  i.  A 

Druck  von  Fr.  Campe 


ufsest.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  Frnmniann. 

*  Sohn  In  NUmbcFR. 


HFJLVGE  ZLM  ANZKIGEU  Fi l{  RIM)E  DEI{  IIEl TS( IIE\  \()I{ZEIT 

1858.  J\o  8.  Aiigiisl. 


riironik  des  i!:ernianis('lieii  ^lusennis. 


Der  in  lir.r  vorhtrgehundin  INiirnnier  iiiitgcllieiltc,  in  der 
würlteni  bergischen  St  a  n  d  e  kam  nie  r  ^'cstellte  Coniniis- 
sionsantrai;  ist  mittlerweile  von  derselben  einstimmig  zum 
Besfliliifse  erhoben  worden.  Auch  die  erste  Kammer  des 
sächsischen  Landtages  hat  die  von  Seiten  des  Miisiunis 
wegen  Staatsiintersttitziing  dorthin  gerichtete  l'etilion,  nachdem 
sich  mehrere  Kedncr  zu  Gunsten  dis  „echt  nationalen  l'nler- 
nehmens"  ausgespriiclien ,  einstimmig  beliiru  ortet  und  der 
Regierung  lur  Berücksichtigung  übergeben,  obgleich  die  zweite 
Kammer  aus  blos  formellen  Gründen  dies  nicht  gewagt 
hatte.  Während  sich  so  von  Tag  zu  Tag  zu  Gunsten  des 
•Vuseums  die  Stimmen,  welche  gleichsam  dem  Herzen  der 
deutschen  Aation  entsteigen,  mehren  und  das  Unternehmen  als 
ein  echt  nationales  immer  entschiedener  hervortreten  lassen, 
für  dieses  auch  gerade  jetzt  von  Seite  der  deutschen  Städte 
und  ihrer  Magistrate  die  erlrenlichsle  Theilnahme  sich  kund- 
gibt, indem  den  früher  durch  Unterstützung  aus  Stadtmitleln 
beigetretenen  28  Städten  seit  3  Wochen  wieder  sich  anschlös- 
sen: Düsseldorf  durch  10  Klhlr.  Jahresbeitrag,  Fürth 
10  (I.,  Giinzburg  a.  D.  3  fl..  Gnnzenhansen  5  fl.  fund 
durch  Erwirkung  von  fünf  Privatzeichuungeu ),  II  allein  1  fl. 
C.-Mze.,  Kempten  jfl.,  .Mannheim  150..  Ma  r  kt  breit  2  fl., 
Norden  3  Hihlr.,  Rothenburg  .5  fl.  30  kr  ,  Schwabach 
10  n.  (und  durch  Erwirkung  von  16  Privatbeilrägen,  worunter 
der  G  e  wer  he  verein  mit  3  fl.),  T  raunstein  1  fl.  30  kr., 
Weimar  10  Rthlr.,  Wetzlar  1  Rtblr.,  Windsheim  5  fl., 
Wiltenbers;  5  Rlhlr.,  \\unsiedel  5  fl.  24  kr.;  Chemnitz 
durch  10  Rthlr.  (leschenk,  Crailsheim  5  fl.  des<;l. ;  Ilcil- 
bronn  und  Stettin  jede  durch  100  II.  Aktie;  Charlotten- 
burg, Frei  bürg  ( Baden  J,  Hofgeismar  und  ^ordbausen 
durch  Gaben  für  die  Sammlungen,  und  der  Magistrat  zu 
Berlin  sogar  einen  Jahresbeitrag  von  200  Thlr.  votiert  hatte, 
—  während  und  Angesichts  dessen  verschmähen  es  die  Stadt- 
verordneten zu  Berlin  und  Gotha  nicht,  durch  leere  und 
auf  tUikenntnifs  der  Sache  beruhende  Vorwürfe  über  die  Ver- 
wenduni;  der  Beitrage  —  wogegen  bisher  bei  öffentlicher 
Rechenschaft  iViemand,  der  berufen  war,  etwas  eingewendet  — 
einen  grellen  .Mifston  in  den  vollen  Einklang  der  harmonischen 
Zusammenstimmung  aller  Stände  für  eine  schöne  und  gute 
deutsche  Sache  zu  bringen,  der  hoffentlich  —  Dank  sei  der 
Prosse  —  in  der  Luft  verhallen  wird,  ohne  weiter  zu  stören. 
Doch  hat  dieses  Beispiel  wiiuler  die  dringende  Noih wendig- 
keit herausgestellt,  dafs  eben  die  Presse  noch  nicht  ermüden 
dürfe,  zur  Verbreitung  richtiger  Ansichten  über  die  Zwecke 
des   Museums  beizutragen. 

Fortwährend  werden  von  den  Agenturen  neue  Erfolge 
berichtet,  welche  vermittelst  der  erlassenen  Aufforderungen 
herbeigeführt  wurden;  auch  sind  neue  Agenturen  errichlel  wor- 
den zu  Bonn,  Ca  do  Iz  hu  r  g,  Erfurt,  Warburg,  dagegen 
vorläufig    aufgelö.^t    die    zu    Alton»    unil    Meuscharfcnberg    bei 


Eise  nach.  Von  Unterstützungen  sind  besonders  zu  erwähnen 
die  von  Sr.  lürsll.  Uurchl.  Landgrafen  Ferdinand  von  Hes- 
sen in  Homburg  gewährte  von  50  fl.;  die  Jahresbeiträge  des 
(Jrafen  Friedrich  zu  Fugger- Babenhausen  Erl.  zu  2  fl. 
42  kr.  und  des  Grafen  Georg  Casimir  zu  Iscnburg  und 
Büdingen  Erl.  zu  6  fl. :  ferner  der  (!  esellschu  ft  für 
deutsche  Sprache  und  AI  t  erth  um  s  kun  d  c  in  Berlin 
^on  vorhiiili^'  10  Rthlr.;  ein  Geschenk  des  Herrn  J.  Jacob  Huth  , 
KaLil'manus  in  Leipzig,  von  32  fl.  Der  KurComite  zu  Aachen 
ertheilte  eine  zusagende  Antwort,  auf  das  Gesuch  um  Verbrei- 
tung unserer  Publikationen. 

Von  früher  schon  in  Schnrient.iusch   mit  dem   Museum    ge- 
tretenen Vereinen  sind  nachzutragen: 

Der  hessische  \'  e  r  e  i  n    für  d  i  e  .\  u  f  n  a  li  m  e  mittelalter- 
licher Kunstwerke  in  Darmstadt  und 
der  historisch-antiquarische  Verein  in  Sclialfhausen. 

Folgende    Buchhandlungen    sind    unter    dankbarer   An- 
erkennung als  neu   beigetreten   aufzuführen: 

319.  Rudolph   .Münnich   in  Freibirrg  (Sachsen),  Firma:   Craz 
und   Gerlach, 

320.  S.  Höhr  in  Zürich, 

321.  Wilhelm   Violet  in  Leipzig, 

322.  Karl  Troschel  in  Trier, 

323.  Eduard  Trewcndt   in   Breslau, 

324.  Heyn  sehe  Buchhandlung  (E.  Hemer  |  in  Görlitz, 

325.  Otto  Deistung  in  Jena, 

326.  J.   E.   Schmaler  in   Bautzen, 

327.  Ludwig  Wilhelm   Seidel   in   Wien, 

328.  C.    C.    Mein  hold    A    S(ihne,    k.   Hofbuchdruckerci ,    in 
Dresden, 

329.  Julius  Werner  in  Leipzig, 

330.  Friedrich  Brandstettcr  in  Leipzig, 

331.  Fr.  Sehulze's  Buchhandlung  in   Berlin, 

332.  Karl  Theod.  Schlüter  in  Altona, 

333.  G.Sch  ön  fei  d 's  Buchhandlung  (C.  A.Werner)  in  Dresilen, 
331.    C.  0.  Seyde  in  Anrieh, 

335.  KrüH'sche  L'niversitatsbuchbandlung  in   Laudsluil, 

336.  Chr.    E.    Kollmaun    (.Geschäftsführer:    Edm.    Kullmannj 
in  Leipzig, 

337.  Karl  Bellmann's  Verlag  in   Prag, 

338.  Oswald   Bertram  in   Ka.'isel, 

339.  H  el  w  ing'scbe  llufhuchhandlung  in   llauiiover, 

340.  ^^  ende  born'sche     Buchhandlung     (  harl     Ituilolph  |      in 
Altena, 

341.  Cn  puun-Kar  lo  wasche  Buchhandlung   iii  Celle, 

342.  £.  L.  Kling  in  Tuttlingen, 

343.  C.  F.  Schmidt  in  Strafshurg, 
314.    E.  Riecker  in  Tubingen, 

34.'i.    Karl  Anilre,   Buch-  und   Kunsthandlung,  in   Prag. 
34(i.    Theod.  Berti  ing.  Bik  li- u.  Anliipiarhnnilluiig.   in  Kiinrip. 


267 


Anzeiger  fiir  Kunde  der  deulsclien  Vorzeil. 


268 


347.  Seh  we  rs'sche   Buchhanillung   in   Kiel, 

348.  Steinhüfel   seh«   Buchhandhin^  in   Verden, 

349.  H.  A.  Schniid's  Verliigseonto   in   Ouerfurt. 

Herr  Dr.  Rabus  aus  Wührd  hat  dem  .Museum  unentgelt- 
lich seine  Dienste  angeboten  und  ist  am  2.  August  bei  der 
Bibliothek  eingetreten. 

Am  Sonntag,  den  IK.  Juli  wurde  iler  Thiergilrtncr- 
thorthurm,  der  erste  Sitz  der  Sammlungen  des  Museums, 
nachdem  er  sein  mittelalterliches  Gewand  im  Innern  mit 
dem  des  ZopTes  und  Koccocus  vertauscht  hatte,  wi^ii  nun 
hier  die  geschenkten  Gegenstände  aus  spaterer  Zeit  (nach  1650) 
vorläufig  deponiert  sind,  dem  Publikum  zu  unentgeltlicher  Be- 
sichtigung geollnet. 

Der  Fremdenbesuch  des  Museums  ist  stets  in  bedeutender 
Zunahme  begrilTeii  und  «ird  nicht  seilen  durch  ausgezeichnete 
Persönlichkeiten  der  .Anstalt  zur  besondern  Ehre.  So  beehr- 
ten Ihre  kunigi.  Hoheit  Grofsherzogin  Marie  von  iM eklen - 
b  urg-Stre  litz  und  deren  erlauchte  Tochter,  die  ehemalige 
Konigin  Karoline  von  Dänemark,  das  germ.  .Mus.  mit  Ihrem 
hohen   Besuche  imd  schienen   sichtlich  hievon   befriedigt. 

Der  Archivsekrelar  am  germ.  .Mus.,  Dr.  II.  Burkliardi,  wird 
der  Universität  in  Jena,  bei  deren  dreihunderljahriger  Stif- 
tungsfeier eine  Beglückwunschungs- Adresse  von  Seiten  des 
.Museums  zu  überreichen  die  Ehre  haben.  Wir  glauben,  liollen 
zu  dürfen,  dafs  mehrere  Gaste  von  Jena  zu  unserer  Jahres- 
conferenz,  die  in  Berücksichtigung  dessen  auf  ilcn  19. — 20. 
August  anberaumt  wurde,  kommen  werden. 

Für  nachstehende  Geschenke  sagen  wir  unsern  besten 
Dank: 

I.    Für  das  Archiv. 

Richter,   Gastliolbesitzer,  zu   ^u^^be^:;: 

984.  (ierichtsbrief  des  Schulth.  L.  Schenk  zu  Reiehencck  In 
IVürnbcrg  über  e.  Hauskauf  des  H.  Kraft  das.  1386.  Perg. 

985.  Gerichlsbrief  des    Schulth.    S.   v.  Egioffslein    in    ^llrnbcrg 

ober  e.   Hauskauf  des  Fr.   Lorenz  voti   ila.    1  171.    I'crij. 
H.  Holder,  Dr.  medic,  in  Stuttgart: 

986.  Bericht  des  J.  Brottbeckh ,  Voigts  zu  Böblingen ,  an  den 
Herzog  Christoph  von  Wiirtemberg  in  Betreff  eines  W  ahr- 
sagers  zu  Holzgeringen.      1552.     Pap. 

987.  Revers  des  Phil,  von  und  zu  Neuhausen  liir  den  Herz. 
Friedrich  von  Uürlemherg  wegen  eines  Darlehens  vcm 
2000  n.      1600.     Perg. 

988.  Revers  der  Universität  Tübingen  für  den  Sckr.  J.  I!.  S:itl- 

Icr    wegen    unentgeltlicher    Inscription    s.    Nachkniinnen. 
1601.     Perg. 

989.  Gedrucktes  Mandat  des  Herz.  Karl  v.  V\  iirtemberg  an  die 
fM.iTiimler  seines  Landes,  Besteuerung  betr.   1764.    Pap. 

Huth,    Kaufmann,  zu  Leipzig: 

990.  Erlafs  des  C'hurf.  Friedr.  v.  Brandenburg  auf  eine  Ein- 
gabe der  Stadt  Alten -Stellin.      167H.     I'iip. 

991      Antwortschreiben   des  Kommandanten  v.  Hutlin  zu  Magde- 

borg  an   die   Regierung    von  Hnibcrstndt ,    » erbiing    betr. 

I6'.ll.      Pap. 
992.    Befehl    des    t'hurfürslen    Friedrich   III.    » on     llraudenbnrg 

an  den   Kommandanten    von  Hüllen    zu   Magdeburg  uh.  d. 

Abstellung  d.  Etcesso  b.  Werbungen.   1691.  Pnp.-Abachr. 


993.  Präsentation  des  Diakons  Dionjsius  von  S.  Urbano  zu 
Keustadt  a.  d.  S.  durch  den  Prior  seines  Klosters  Fran- 
ciscus  von   S.   Augiistino.     1692.      Pap. 

994.  Antwortschreiben  d.  Ilalbersladtischen  Kriegs-  und  Do- 
mänen-Kammer- Deputation  an  den  Obersten  von  Helow 
üb.  d.  Transport  verhafteter  Soldaten.     1778.      Pap. 

995.  Zeugnifs  des  Rektors  iler  Univ.  zu  Berlin,  Lichtenstein, 
für  den  Studiosus  Julius  Wesche  a.  d.  Fiirstenth.  Halber- 
stadt.     1826.      Pap. 

Dr.  L.  A.   Warnkönig,  geh.  Hofrath,  zu  Stuttgart : 

996.  Facsimile  einer  merovingischen  Urkunde  im  Provinzial- 
nrchiv  zu   Gent.      745.     Pap. 

997.  8  Fascikel  mit  Abschriften  flandrischer  u.  andr.  belgi- 
scher Urkund<-n.     Pap. 

Dr.  Beeg,  Rektor,  zu  Fürth: 

998.  /ciii,'r]ifs  des  Rathes  der  Stadt  Guben  iur  Joh.  Samuel 
Hollmaun   von   da   üb.  s.  ehrliche   Geburt.      1745.     Pap. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Dr.  K.  Weinhold,  l'rofessor,  in  Gratz: 

5497.  Dcrs  ,  <lii'   Hiesen   des  germanischen   .Mythus.     1858.     8. 
H.  L.  Brönner,  Verlagsbuchh.,  in  Frankfurt  a.  M.: 

5498.  Bertha,  die  Spinnerin.     Von  K.  Simrock.     1853.     kl.  8. 

Academie  royale  des  sciences,  des  lettres  et  des 
beaux-arts  de  Belgique  m  linisM-l: 

5499.  Dies.,   biilletins,  2.  serie,  touus   I— III.     1857.     8. 
.5,500.    Dies.,  annuaire.      1858.     8. 

Bündnerische   geschichtsforschende   Gesellschaft 

in   C'hur: 
5501.    Dies.,    Archiv    für    d.   Gesch.    der  Republik  Graubunden. 
Herausg.  v.  ("onradin   v.   .Mohr.    25.,  26.   u.  27.   H.    1857 

—  1858.     8. 

Comite  Flamand  de  France  in  Dankirchen : ' 

5.5(12.    Dnss.,    Imllclin.      i\r.  9.      1858.     8. 

Ein  Unbekannter  in  Stuttgart: 

5503.  Die  Geschleclilsausscliweifungen  unter  den  Völkern,  ge- 
schichtlich  dargeslelll.      1826.     8. 

5504.  Eros  oder  Wörterbuch  über  die  Physiologie  u.  über  d. 
Natur-  u.  Cultur-Gesch.  d.  Menschen.  2  Bde.    1823.    8. 

5505.  Die  Prostitutiim  in  Berlin  und  ihre  Opfer.  In  histor.  etc. 
l'.czielHing   licleui-lil.'l,      2.    Aufl.      ISK;.      8. 

Histor.  Verein  des  Kantons  Bern  in  Bern: 

5506.  Ders.,  Neujahrshlatt.      18.58.     4. 
Dr.  Schmitt  in   Zeililzhcim: 

5507.  liililia  .  .  .  verlciils<hl.  Durch  II.  Joh.  Dietenbergor. 
1602-3.     8. 

5.508.    Verla3siingst;esciiirhle  von   \\  ür/.burg.    Hdschr.    39  Blttr. 

IM.    .Ilull.       4. 

Herrmann,  Hcntenverwaller,  in  Trabcisdorf: 

5509.  ('nrnpliinenlier-liiichlcin.      1658.      8. 

5510.  Carl  August  von  Reisarh  (Jraf  \un  Steinberg.  Ein 
Charakter-tJemalde.      1814.     8. 

5511.  P.  H.  Ebcrhanl,  Belrai  hl.  üb.  die  .seltsame  Bi'geben- 
heilen  des  .Magdgens  Amona  Beyjnques  zu  Fciicrhach. 
1768.     8. 


277 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutsdien  Vorzeil. 


21» 


H.  Kecueils  d'Aretophile  ronlenanl  par  i|ucls  iiioycns  les 
gens  de  guerres  cspaignols  aiiienez  ez  Pnys-Bas  pnr  le  Duc 
d'Alve,  s'elant  niiitines  cn  iceux  diverses  fois,  (•nlrerent  eii 
Anvers  le  24  Avril  1574  oü  ils  coimnirenl  d'iniirm'rables 
däsordres  (Apologie  de  Cbampngny,  frere  du  Cardiiini  de 
(Jranvellc),  hcraiisg.  von  A.  de  Robaulx  de  Soumoy. 

L.  A.  V^arnkönig. 

Die  Zeitschrift  des  historischen  Vereins  für 
IV  ie  d  er-Sa  chsen  ,  Jahrg.  1HJ6,  zweites  DoppeMuli  (ilan- 
nover,  18.58J  enthalt  für  die  (jesrhirhte  des  Landes:  Die  Freien 
im  hannoverschen  .\nite  Uten,  nach  den  (Quellen  viiin  Amtmann 
Heise  zu  Hameln.  Das  Dorf  Idensce  und  dessen  l'f.irrkirche. 
vom  Amtsrichter  Fiedeler.  —  Anfserdem  als  einen  Beilrag  für 
die  neuere  Geschichte:  Aktenniafsige  Darstellung  meines  Ver- 
fahrens in  der  Zeit ,  wie  unser  Land  mit  der  nachher  würU- 
iich  erfolgten  franzusischen  Invasion  liedrohet  wurde;  von  Krnsl 
Lud.  Jul.  von  Lenlhe.  — 

Die  Zeitschrift  des  Vereines  für  Liibeckische 
Geschichte  n.  A  1 1  erthums  kun  d  e,  1S58,  Hell  II  (Liibeck, 
(1858J  enthält  für  die  aufsere  und  innere  (jcschichte  der  Stadt: 
Streitigkeilen  und  Verhandlungen  Lübecks  mit  Künig  Johann  (Hans ) 
von  Dänemark,  von  G.  Wailz.  —  Aus  den  Aufzeichnungen  des 
lübeckischen  Bürgermeisters  Henrich  Brokes  cKorlselzung),  von 
Dr.  Pauli.  —  Beitrag  zur  Geschichte  des  liilieckischcn  Vogts, 
von  deuis.  —  All-Lubeck,  von  Pastor  K,  Klug.  —  Zur  Ge- 
schichte der  Kirche  elc. :  Chronologisches  Verzeichnifs  der 
Aebte  des  lübeckischen  Benediklinerstiftes  Cismar,  von  E.  F. 
Mooyer.  —  Zur  Rechtsgeschichlc:  Ueber  die  ursprüngliche  Be- 
deutung der  ehemaligen  Wette,  von  Dr.  Pauli.  —  Zur  Ge- 
schichte der  LileVatur:  Medersachsische  Lieder  von  Prof.  W. 
.Mantels.   — 

Die  Zeitschrift  des  Vereines  für  hessische  Ge- 
schichte und  Landeskunde,  VII,  S  u.  4.  (^Kassel,  1858J 
für  die  Landesgeschichte:  Die  Stadt  VValdknppel,  von  Dr.  G. 
Landau.  —  Die  hessische  Congeries,  neu  hcrnusg.  von  Oberpost- 
meistcr  IVelielthau.  —  Zur  Sagenknnde  etc. :  Brunnen  und  Seen 
und  Bnmnenkultus  in  Hessen,  von  Karl  Lyncker.  —  Als  7. 
Supplem.  der  Zeitsihrill:  llislor.- topogr.  Beschreibungen  der 
wüsten  Ortschaften  im  Kurf.  Hessen  und  in  den  grofsli.- hess. 
Antheilen  am  Hessengau,  Oherlahngau  uml  am  Ittergau  von 
Dr.  G.  Landau. 

M  i  1 1  h  e  i  I  u  n  g  e  n  an  die  Mitglieder  des  Vereins 
für  Geschichte  und  Alter  l  h  u  nisk  un  de  in  Frank- 
furt a.  .M.,  I858,   (die  erste  Veri)lTintlicliung  dieses  in  Frank- 


furt neu  begründeten  Vereines),  enthalten;  die  Chronik  dieses 
Vereines,  seine  Statuten,  .Mitgliederverieichnifs ,  Bericht  über 
die  Gesellschaftsangelegenheiten.  Beilagen:  .Miscellen;  zwei 
kleine  Beitrage  zur  Geschichte  der  Judenverfolgung  von  1614 
in  Frankfurt  a.  M. ,  zur  Frankf.  .Müuzgeschichle  elc.  Aufser- 
deni  des  Canonikus  Baldeniar  von  Peterweil  Beschreibung  der 
k.  k.  Stadt  Frankfurt  a.  .M.  aus  dem  14.  Jahrb.,  herausg.  von 
Dr.  Fauler.  (Ein  anfserst  werthvoller,  durch  die  .Anmerkungen 
des  Herausgebers  trefflich  erläuterter  Beilrag  zur  allereu  Topo- 
graphie und   Geschichte  dieser  Stadt.) 

Die  Periodischen  Blatter  elc.  1857,  Nr.  1 — 5,  enthal- 
ten Berichte  über  die  Tbätigkeit,  die  Sitzungen  u.  a.  gesell- 
schaftliche .\ngelegenheiten  der  Vereine  für  beide  Hessen, 
Frankfurt  und  Miesbaden.  — 

Die  Annalen  des  historischen  Vereins  für  den 
Niederrhein,  insbesondere  für  die  Erzdiözese  Küln,  1858, 
Heft  V.,  enthalten  für  die  Geschichte  des  Landes  und  der  Stadt 
Köln :  Die  Chronik  der  Stadt  Erkelenz ,  niitgethcill  von  Dr. 
Eckertz.  Das  Müllenami  zu  Goch,  von  Dr.  Bergrath.  Die 
Pest  in  Köln,  1665  —  66,  von  Ür.  v.  .Mering.  Dann,  aufser 
einem  Beitrag  für  die  Geschichte  neuerer  Zeiten:  die  Schlacht 
bei  Crefeld  ÜJ.  Juni  1758  von  E.  v.  Schauiuburg,  noch  verschie- 
dene H  eistliüiner,   Irkunden,   Korrespondenzen,  Becensionen. 

Der  Bericht  desselben  Vereins  elc.  iilier  das  Jahr  1857 
enthalt  Gesellschaltsangclegenheiten. 

Die  Mittheilungen  aus  dem  Gebiete  der  kirch- 
lichen .\rchaologic  und  Geschichte  der  Diözese 
Trier  von  dem  historisch- archäo  logischen  Verein 
enthalten  in  ihrem  ersten  Hefte  (1856)  für  die  Geschichte 
der  Kirche  etc.:  Beitrage  zur  Geschichte  der  alten  Liturgie  der 
Trierischen  Kirche.  —  Allgemeine  Geschichte  der  Trierischen 
Liturgie.  —  Die  allgemeinen  Gebrauche  bei  der  h.  .Messe  in  der 
Trierischen  Kirche.  —  Allgemeine  Bemerkungen  über  die  Ent- 
stehung des  Trierischen  Ordo  .Missae.  —  Die  Titel  der  ältesten 
Kirchen  zu  Trier,  verglichen  mit  denen  der  ältesten  in  Boni. 
—  Kachtrag  zur  Geschichte  der  Kirche  des  h.  Paulinus,  von 
Schmitt.  —  Zur  Geschichte  der  Baukunst,  zur  .\lterlhiimskunde, 
zur  (ieschichle  der  Literatur:  Die  Stiftskirche  zu  Pfalzel  in  ihrer 
ursprünglichen  Form.  —  Aus  dein  Trierischeii  Dom.  —  Das 
Siegel  des  Paiiliner  J'ropstes  Adalbero.  —  Die  sogen,  römi- 
schen Bader  zu  Trier  als  Vorbild  der  Chor-  und  Kreuzconchen- 
anlage  in  der  Kirche  St.  Marien  zu  Köln.  —  Litcrär-hislnrische 
Entdeckungen.  — 


N  a  c  li  r  i  ('  li  I  c  ii. 


Ijitf  rndir. 

Neu  erschieaene  Werke. 

55)  l'elrus  Paulus  Vergcrius,  päpstlicher  Nuntius,  ka- 
tholischer Bischof  und  Viirkaiiipfer  des  Evangelium». 
Eine  reformationsgeschicblliche  .Monographie  von  Chri- 
stian Heinrich  Sixt,  evangelischem  Pfarrer,  der  Zeil 


in  iNiirnberg.      Mit  Verger's  Brusthibl  und  .\LIV  Originnl- 

briefen    aus    dem    geheimen    Archive    zu    hiiuig«bcrg    in 

Preiifsen.     Braunschweig,  C.   A.  Schwetscliki'  und  Sohn 

(M.   Bruhn).      IH,55.     8.     tiOl   Sin. 

Zu  den   Mannern   di'S   16.  Jahrhunderts,   deren  inncrcH  und 

aufsi'res  Leben,  ergrilfen  von  den  bcuegeiiden  Ideen  jener  Zeit, 

das   Bild  des  stürmenden  .Meeres  diirbielrl,  gehurt  auch  Vrrgcr, 


279 


Anzeiger  für  Kumle  der  deutschen  Vorzeit. 


2!S0 


ein  Mann,  dfr,  boileiitsani  in  der  Kiriliin^fi-scliichli.',  Iicntziit^igv 
wiediT  wenißer  beachtet  zu  werden  anlieng.  Als  um  so  cr- 
Ireulicher  hcgrufsten  wir  die  ohengen;innlc  griindlichc,  von 
kundiger  und  geühler  Hand  lusannuengefügte  Arbeit,  die  neues 
Licht  über  jenes  Mannes  inneres  und  äuFseres  Leben ,  wie  auf 
die  ganze  damalige  Zeit  ausgiefst.  Wir  lernen  zuefsU  seine 
Thaligkeil  in  der  römisch-katholischen  Kirche  kennen,  weiter- 
hin seinen  tJlanbcnskampr  und  Bruch  nn't  dem  Papsllhum,  dar- 
nach sein  Eiiigreil'en  in  die  Keformalion.  Die  hierauf  lolaende 
Belehrung  über  seine  Streit-  und  Lehrschrilten  und  iiber  seine 
Correspondenz,  welche  bisher  zum  Theil  noch  gar  nicht  be- 
nützt war,  durfte  von   besonderem  Interesse  sein. 

Ö6J  Wc  im  arisch  es  Jahrbuch  für  deutsche  Sjirache,  Li- 
teratur und  Kunst,  ileruusgegeben  vun  Hoffmann  v. 
Fallersleben  u.  Oska  r  Scha  de.  ßd.lV,Vu.VI.  Han- 
nover, Karl  Rümpicr,  1856,  57.  8.  478,  480,  47GStn. 
Dieses  Jahrbuches  Bedeutung  für  deutsche  Sprache  und 
Literatur  hat  sich  schon  zu  klar  in  der  iinenilicheu  Meinung 
herausgestellt,  als  dafs  es  hier  noch  weilerer  Auslassung  dar- 
über bedürfte.  Auch  diese  Bände  enthalten  für  die  Geschichte 
der  ülleru  deutschen  Sprache  und  Literatur  wie  der  Sitten 
manche  vortrelTliche  Beitrage,  unter  denen  wir  aus  Bd.  IV.  her- 
vorheben: das  deutsche  Ilildcliranllied  oder  die  iranische  Sohrab- 
sage ,  von  Karl  .Antlies  in  Heft  I,  mit  Bemerkungen  dazu  von 
Reinhold  Kiihler  in  Hell  H;  Liber  Vagatoruni;  Schau.spiele  der 
(jottschedschen  Sammlung  von  1520  —  1620;  von  Ur.  Oskar 
Schade  die  fleirsige  Arbeit  „voni  deutschen  Handwerksleben 
in  Brauch,  Spruch  und  Lied",  Jörg  GrafT  und  Hans  VVitzstat, 
zwei  Liederdichter  aus  der  ersten  Hälfte  des  16.  Jhdts. ;  von 
K.  J.  Schroer:  ein  Paradeisspiel  aus  Oberiifer  in  Ungarn.  Aus 
Band  V,  H.  I :  ein  Scheines  Spiel  von  Wilhelm  Teilen;  das 
M  örlerbuch  des  Erasjiius  Alberus,  1510.  II.  II.  von  Dr.  Oskar 
Schade:  das  i'upperjspjel  Dr.  Faust;  Brudi'r  Bausch ;  von  Kein- 
hold  Kühler:  zwei  und  vierzig  alteRathsel  und  Kragen.  Bd.  VI. 
H.  L:  Spruchgedichle ,  niitgetheilt  von  Karl  Gödekc;  in  dulci- 
jubilo  nun  singet  und  seid  froh,  (zur  Gesch.  der  lat.-dcutschen 
.Vischpocsie).  Heft  II.  von  Oskar  Schade:  über  Jünglings- 
weihen ;  l'cler  Lewe,  der  andre   Halenlierger.    — 

57)  Tagebuch    Christians    des    Jüngeren,    Kiirst    zu 
Anhalt:   niedergeschrieben  in  seiner  Haft  zu  Wien,  — 
im  Geleite  Kaiser  Ferdinands  des  Zweiten  zur  Vermali- 
lungsfeier    nach    Inspruck ,    —    auf   dem    Reichslage    zu 
Regensburg,  —  und  wahrend  seiner  Reisen  und   Rasten 
in  Deutschland,    Dänemark  und  Italien.     Kach  dem  Mu- 
nuscriple    der    herzogl.   Bibliothek    zu    Cothen    herausge- 
geben   von  G.   Krause.     Leipzig,    Djk'sche    Buchhand- 
lung.    1858.     8.     XVI  und  320  Sin. 
Der  Verfasser  dieses  Tagebuches  ist  Christian  der  Jüngere, 
der   älteste  Sohn  Christians  I.,    Stifter    der  Anhalt- Bernburgi- 
schen   Regentenlinie.     Seinen   Vater    ernannten    die  Böhmen  im 
Beginn    der   zwischen    ihnen    und    dem    K.    Ferdinand   II.    «us- 
brechenden Feindseligkeilen  zum  Oberleidherrn,  und  als  solcher 
lührle    er    für    den    neuen    König  Kneilrich    von    der    l'falz    das 
Heer  in   die  Schlaihl  am   weif.sen  Berge.     Bekanntlich  liel  diese 
durch  die   Uneinigkeit    der   Anfuhrer    und    die  Unzuverlafsigkeit 
der  Truppen  für  die  Biihnien   unglücklich  aus.     Unter  den  tie- 


fungeneu  war  auch  Christian  der  Jüngere,  der,  erst  zwanzig 
Jahre  all,  als  (liierst  an  der  Spitze  eines  Fufs-  und  Reiler- 
Hcginients  mit  grofser  Tapferkeit  gelochten  hutte.  Er  kam 
nach  Wien,  machte  im  Geleit  des  Kaisers  mehrere  Reisen,  er- 
hielt wiederholt  Urlaub,  durchstreifte  Deutschland  nach  ver- 
schiedenen Seilen  hin  ,  erhielt  endlich  seine  Entlassung  in  die 
Freiheil  und  Jiiachte  eine  grofse  Reise  nach  Dänemark  wie 
nach  Italien.  Das  Tagebuch,  welches  er  hieriiher  führte,  be- 
ginnt mit  dem  25.  IVov.  1621  und  umfafst  noch  den  6.  Sept. 
1624.  Uelierall  spricht  sich  in  demselben  ein  lebhafter  (ieist 
und  gebildeter  Versland  ans;  indem  der  I'rinz  mit  geübtem 
Auge  beobachlel  und  das  Wesentliclie  des  Erfahrenen  nieder- 
schreibt, und  zwar  regelmäfsig  ohne  Unterbrechung,  überliefert 
das  Werk  nach  der  richtigen  Bemerkung  des  Herausgebers 
einen  authentischen  Beilrag  zur  Tageschronik  und  veranschau- 
licht die  damalige  Geschmackes-  und  Geistesrichluiig.  Insbe- 
sondere spiegelt  es  beachlenswerlhe  Zuge  zum  l.eliensliilde 
K.  Ferdinands  II.  zurück,  es  charakterisiert  beilaulig  die  hoclisl- 
geslellleti  Männer  seiner  Umgehung  und  gibt  eine  treue  Ab- 
schaltung vom  Wallen  und  W  agen  auf  den  Gebieten  der  Politik 
und  des  Kriegs.  Auf  der  andern  Seile  vergegenwärtigt  es  die 
Culturzuslande  der  besuchten  Länder  und  hehl  ihre  Eigenthiini- 
lichkeilen  in  vielfacher  Hichluiig  hervor.  Schliefslich  ist  es  im 
Ganzen  ein  trefflicher  Beitrag  zur  Geschichte  des  Verfassers 
selbst,  wie  der  anhaltischen  Fürstcnlamilie  überhaupt. 

Ö8)  Port  rait- Cala  log.  Verzeichnifs  aller  Portraits  welche 
in    Deutschland    bis    Ende    des    Jahres    1857    erschienen 
und  noch   vom  Verleger  zu  beziehen  sind.    .Mit  Einschlufs 
einer    grofsen    Anzahl    ausländischer    Portraits    und    mit 
Angabe  der  Verleger   und  Ladenpreise.     Bearbeitet  von 
Johann    Heitzmann.      .München,    Merz    u.    N>'idtiiayer. 
1858.     gr.  8.     IV  u.  429  Sin. 
Wir    glauben    zu    einer  empfehlenden  Anzeige   dieses  Ka- 
talogs in  diesen   Blättern   berechtigt  zu  sein,  da  er  keineswegs 
allein  Porträts   neuerer    Personen ,    sondern    auch    eine    bedeu- 
tende   Anzahl    friiherer    Berühmiheilen ,    für    die    noch    das  In- 
teresse  wach  ist,    aufzahlt.      Auigerordert    fühlen    wir  uns   dazu 
aber  noch  mehr  durch  die  Irellliclie  Anlage    und   Diircliriiliruiig 
desselben,  die  zum   Theil  im    Titel  angedeutet  ist  ,  sowie   durch 
die    ReiuhhalligUeil,    die    auf    430  Seilen     über     12000  Portrats 
mit  den  nolhigen  Anmerkungen   auftuhrl. 

59)  Grundrifs  der  Geschichte  der  den  is  eben  Lite- 
ratur,   von  Dr.  Johann    Wilhelm  Schafer,  ordeiil- 
lichein    Lehrer    an    der  Ilauplschulo    zu    Bremen.     .Achte 
verbesserte  Aullage.     Bremen,    Verlag  von   A.   1).   Geis- 
ler.    18.58.     8.     VIII  u.   184  Sin. 
Der    Verlasser ,    durch    andre    lileraturhislorische    Arbeiten 
bereits   rtihmlich   bekannt,    hat    im    vorliegenden,    zunächst    für 
den   Gyninasialuiiterricht  bestimmten  Grundrifse   nicht    blos    den 
Anforderungen    der    wissenschaflliclien   Genaiiigkeil    und   l'röci- 
sion   des   Ausdrucks   entsprochen,    sondern    auch   mit  der  nullii- 
gen   Kiirze    und   Kinfachluil    der    Darstellung    aiisprichende   Le- 
bendigkeit glücklich    zu    \erliindcii    gcwiifst.      Sein   Werk,    das 
nufser  der  Poesie   auch  die  (ieschichlu,  l'hilosnphie,   Beredsam- 
keit und  Sprachwissenschaft  niiifarsl,  gliedert  sich  in  zwei  .Ab- 
schnitte, in  die  ältere  und  in  die  neuere  Zeil.     Uehrigens  läfst 


281 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


282 


er,  abweichend  von  anderen  Literarhislorikern  lelrtiTi;  nichl 
ersl  mit  Opiti,  sondern  schon  mit  dem  Keforniiitionszcitallcr 
beginnen.  Die  altere  Zeit  zerfallt  in  vier  Perioden:  1)  älteste 
Sagen  und  Lieder;  2)  kirchliche  und  gelehrte  Literatur,  vom 
IV.  Iiis  XII.  Jahrh.;  3)  Blülhc  der  l'oesic  im  l'iten  und  \Men 
Jahrh.;  4)  Verfall  dir  ritterlichen  Dichtung,  Durchdringung  des 
Volksniiil'sigen  und  der  l'rosa.  Die  neuere  Zeit  urnlafst  acht 
Perioden:  Ij  Kampf  des  Allen  und  Neuen,  Reformation,  150(1 
bis  15.')0;  2)  Verschwinden  des  iNalionalen,  Aufnahme  der  aus- 
ländischen und  gelehrten  Literatur,  15.'J0— 1620;  3)  die  Zeit 
des  dreifsigjahrigen  Krieges  und  der  Erschlaffung,  1620 — 1680; 
4)  langsame  lintwicklung  zum  Bessern,  1680— 17J0;  5j  Auf- 
schwung des  i\alionalgeisles  im  Zeitalter  Friedrichs  des  (irofsen, 
Klop.stock,  Lessing,  Wieland,  1740 — 1770;  6)  die  Krie<liTis- 
zeiten,  Reformbestrebungen  in  Staat  und  Wisseuscliafl,  Herder, 
Gölhc,  1770—1790;  7)  die  Zeit  der  Revolution  und  Fremd- 
herrschaft, Schiller  und  die  Romantik,  1790—1813;  H)  die  Zeil 
nach  den  Befreiungskriegen,   von  181.3  bis  auf  die  (jegenwart. 

60)  Die  classische  Periode  der  deutschen  IVatio- 
nalliteratur  im  Mittelalter,  in  einer  Reihe  von 
Vorlesungen  dargestellt  von  Karl  Barth  el,  Verfasser 
der  deutschen  Nationalliteratur  der  Neuzeit.  Bearbeitet 
und  herausgegeben  von  J.  G.  Findel.  Braunschweig, 
Verlag  von  C.  A.  Schwelsehke  und  Sohn  (M.  Brulin). 
1857.  8.  X  und  292  Stn. 
Der  Verfasser  verbreitet  sich  in  zwölf  Vorlesungen  über 
die  erste  Blülhezeit  unserer  Dichtung  im  12ten  und  13ten  Jahr- 
hundert. Nach  einigen  einleitenden  Worten  über  die  Haupl- 
factorcn  der  mittelalterlichen  Bildung,  wie  über  die  Ursachen 
des  gewaltigen  Aufschwungs  unserer  Poesie  im  Zeitaller  der 
Hohenstaufen ,  lenkt  er  unsern  Blick  zunächst  auf  die  Erschei- 
nungen im  Felde  der  Lyrik,  und  hier  ist  es  vor  Allen  \Valllicr 
von  der  Vogelweide,  bei  dem  er  mit  gerechter  Vorliebe  aus- 
führlich verweilt,  .\lsdann  bespricht  er  die  epische  Poesie, 
die  Werke  eines  Hartmann  von  der  Aue,  Wollram  von  Esclien- 
bach,  Gottfried  von  Strafsburg  und  stellt  diesen  als  höfischer 
Kunst  das  Nibelungenlied  und  die  Gudrun  als  die  volksthum- 
liehe  und  reinnationale  Epik  gegenüber.  Den  Schliifs  der  Dar- 
stellung bildet  die  \>'urdigung  der  didaktischen  Werke  des 
Thomasin  von  Zirdäre,  Hugo  von  Trimbcrg  und  Freidank. 
Es  lag  nicht  im  Plane  des  Verfassers,  eine  streng  wissenschaft- 
liche Arbeit  zu  liefern  und  die  Literaturwissenschaft  mit  neuen 
Forschungen  zu  bereichern;  schon  die  Art  und  Weise  der  Ent- 
stehung seiner  Schrift,  aus  mündlichen  Vorträgen  vor  einem 
gemischten  Publicum  hervorgegangen,  lag  einem  solchen  Vor- 
haben hindernd  im  Wege.  Der  praktische  Gesichtspunkt,  „dafs 
das  deutsche  Volk  und  vor  Allem  die  deutsche  Jugend  aus  dem 
ewigfrischen  Borne  der  Gedichte  und  Liciier  der  Vorzeit 
schöpfen,  an  den  Augen  klar,  nrn  Herzen  gesund  und  voll  wer- 
den möge  von  thatiger  brünstiger  Liebe  zum  deutschen  Vater- 
land" war  ihm  vor  allem  die  Hauptsache.  Und  fragen  wir, 
wie  er  diesen  seinen  Zweck  zu  erfüllen  verstanden,  so  müssen 
wir  lobend  anerkennen,  dafs  er  niiht  blos  eine  seltene  Ver- 
trautheit mit  dem  Stofle  und  eine  begeisternde  Liebe  für  alles 
Grofse ,  Schöne  und  (Jute  des  deutschen  diistes  beurkundet, 
sondern  auch  durch  lichlvolle  Anordnung  im  (ianzcn  tnd  Kin- 
iclncn,  wie  durch  eine  blühende  Llarstellung  und  nllgemcin  ver- 


standliche Sprache  seinen  Gegenstand  unsprechend  zu   behandeln 
gewufsl  hat. 

61)  Einige  Bemerkungen  über  die  neue  Aufstel- 
lung, Beleuchtung  und  Ca  la  logisirung  der  k. 
Ge  mal  d  c  gu  1 1er  ie  zu  Dresden  %on  G.F.Waagen. 
Berlin,  Ernst  4  Korn  ( Gropius'schc  Buch-  und  Kunst- 
handlung). 1858.  53  Stn.  8. 
Das  neue  Gebäude  der  Dresdener  Gallerie  initsammt  der 
Aufstellung  hat  die  Aufmerksamkeit  der  ganzen  kunstgebil- 
deten Welt  auf  sich  gezogen  und  zugleich  die  höchste  Bewun- 
derung hervorgerufen,  welche  gewifs  jeder  thcilt,  der  bereits 
das  Gluck  gehabt  hat,  sie  zu  sehen.  Das  Lob  war  einstimmig, 
und  der  Tadel,  der  bisher  ausgesprochen  worden,  betraf  nur 
Einzelheileu  und  kann  das  Gesammtvcrdienst  des  Architekten 
Semper,  der  (iallcriecommissinn  nnd  besonders  auch  des  Pro- 
fessors Hubner  nicht  beeinträchtigen.  Damit  stimmt  auch  das 
erfahrene  und  begründete  Urlheil  des  berühmten  Verfassers 
dieser  kleinen  Schrift,  die  nur  der  Vorläufer  einer  gröfseren 
Besprechung  sein  soll,  im  Wesentlichen  überein.  Jedermann 
verniniint  gewifs  gern  ein  so  gereiftes  Urtheil .  je  seltner  es 
gefunden  wird,  so  früh  als  miiglich.  Was  das  Büchlein  ent- 
halt, gibt  der  Titel  an.  Mit  der  auch  schon  von  andern  ge- 
tadelten Erhöhung  des  .Miltelrauins  ist  der  Verf.  nicht  einver- 
standen, und  auch  der  Ref.  bekennt  sich  zu  dieser  Ansicht;  gleich- 
falls findet  er  an  der  Beleuchtung  einiges  auszusetzen.  Vor- 
züglich richten  sich  seine  Bemerkungen  gegen  manche  Bestim- 
mungen des  Catalogs.  Bekanntlich  lilt  der  alle  an  vielen  Man- 
geln durch  falsche  Angabe  der. Meister;  im  neuen  ist  nun  man- 
cherlei abgeändert,  vieles  aber  auch  stehen  geblieben,  was 
Hr.  Waagen  zur  Benutzung  für  die  Zukunft  zu  berichtigen 
sucht.  Es  folgen  nun  eine  ganze  Reihe  neuer  Bestimmungen 
mit  eingehender  Begründung  des  Urtheils.  Darunter  werden 
auch  manche  deutsche  Bilder  der  alteren  Schulen  den  ihnen 
im  Caliilog  zugewiesenen  .Meistern  abgesprochen  und  andern 
zuertheilt. 

62)   Die     architektonischen    Styl  arten.     Eine     kurze, 
allgemeinfafsliche  Darstidlung  der  charakteristischen  Ver- 
schiedenheiten der  architektonischen  Slylarlen.    Zur  rich- 
tigen   Verwendung   in    Kunst    und    Handwerk  .  .  .     Von 
A.  Uosengarten,  Architekt.     .Mit  426  Illustrationen  in 
Holzslich.     Braunschweig.   Druck  und  Verlag   von  Fried- 
rich Vieweg  und  Sohn.      1857.     H.     XXII  u.  356  S. 
Die  Absicht  des   Verf.   ist  etwas  vielversprechend;    er   will 
ein    Handbuch    dem     hunsllreund    geben,    ein    ilulfsiiiillcl    dem 
Architekten,   ilcm   .Maler,   aber  auch  jedem  Kunstgew erksinanii, 
um    in    dem   OriKimentaleii    die  Reinheit   des  Stiles  zu   bewahren. 
Bei    verhaltnir.Mii.ifsiger    Kurze    und     der    M  eilscliichtigkeil     <le» 
SlolTes,    zumal   da    auch   die    freiere   Ornaiii<-nlik    hereinge/oiicn 
ist,   kann   das    Buch   nur  eine   Anleitung  sein,  den   nebten   \>  eg 
zu    finden,    und    anderes    wird    der   Verf.   auch   wohl  nicht  be- 
absichtigt   haben.     Innerhalb    dieser    Grenzen    aber    erfüllt    dal 
Buih  vollkommen  seinen   Zweck.     Die  Darstellung  beginnt  mit 
den   indischen    Raulen    und    schliefst    mit    den   Bcdürfnifsen    und 
HolTnuiigcn    der    t^geiiwarl.      Die    Auswahl    des   Noibw  endigen 
ist  trelTend,   die   Angaben    kurz,  verslündig  und    klar,    mit  dem 
praktischen   Blick  des  Künstlers,  und   zugleich  das  .Material  und 


283 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


284 


Volk  und  Boden,  wo  ein  Slil  enlslanden  ist,  mit  wonitrem  rirlilig 
gewürdigt.  Die  beigegebenen  lahlreichen  llolzsriinille,  grofsen- 
theils  von  der  Hand  des  Verfassers  auf  dem  Block  seihst  aus- 
geführt,  sind  ebenso  exact  gezeichnet  wie  geschnitten.  Das 
Buch  ist  bei  Vieweg  erschienen,  und  darum  ist  es  kaum  nothig 
hinzu/usel/.en,  dafs  die  An.sslattung  gleich  solide  und  schön  ist. 
Hatten  wir  noch  einen  Wunsch  gehabt,  so  wäre  es  der  um 
einen   Index.  — 

63)  .Monumenta  \ben  bergen  sia,  uiijeniiber  den  Muriu- 
mentis  Zollernnis,  oder  die  Abstammung  der  Burgcrafen 
von  Nürnberg  und  des  Königlich  Preufsischen  Hauses 
von  Markgraf  Adalbert  in  Kärnthen,  Gaugraf  im  Radenz- 
gau  und  (iraf  v.  Calw,  wie  von  Abenberg,  als  Enl<;eg- 
nung  auf  die  Urkunden  der  Monumenta  Znllerana  und 
Verwandtes,  von  Heinrich  Haas,  k.  Landrichter.  Er- 
lanaen,  Palm'schc  Vcrlag.shuchhanilliing.  18.')8.  8.  IV 
und  64  Stn.  nebst  5  geuealog.  Tabellen. 
Diese  Schrift,  deren  erster  Titel  mit  ihrem  Inhalte  nicht 
recht  in  Einklang  steht,  ist  zunächst  gegen  die  im  vorigen 
Blatte  unter  Nr.  5t  angezeigten  „Urkunden  der  Mon.  Zoller. 
etc."  und  gegen  die  schon  früher  erschienenen  „Abenbergi- 
schen Phantasien"  gerichtet  und  beabsichligt ,  dem  preufsi- 
schen Königshause  statt  der  Verwandtschaft  mit  den  schwäbi- 
schen Zollern  die  unmittelbare  Abstammung  von  dem  kärnt- 
nischen Markgrafen  Adalbert  oder  Babo  beizulegen,  von  wel- 
chem auch  die  Königshauser  Bayern  und  Würlembcrg  abslam- 
men sollen.  Herr  Haas  hat  diese  Ansicht,  welche  auch  vor 
ihm  schon  von  Andern  (Lang,  Dorfmijller,  Spies,  u.  s.  w.)  ver- 
treten worden  ist,  bereits  vor  .5  Jahren  in  dem  „Kangau"  aus- 
gesprochen; kommt  aber  jetzt,  ungeachtet  die  herrschende  An- 
sicht durch  die  Vcrcjlfcntlichung  der  Mon.  Zoller.  ebenso  wie 
durch  die  thalsächliche  Vereinigung  der  hohenznilcrnschen  Lande 
mit  Preufsen  ein  erneutes  fJewicht  bekommen  hat,  hingegen 
auch  er  seine  früher  noch  mangelhaften  Bewcismillel  verstiirkt 
zu  haben  glaubt,  wieder  darauf  zurück.  Das  Ergebnifs  seiner 
Bewi'isfuhrung,  auf  deren  Einzelnheilen  wir  liier  nicht  eingehen 
können,  ist,  die  Vermiihhing  Friedrichs  von  Zollern  mit  einer 
(iralin  von  Abenberg  sei  eine  reine  Erdichtung,  dagegen  seien 
die  Burggrafen  von  1190  an  Kachkommen,  wenigstens  männ- 
liche Seitenverwandte  der  früheren  (welche  bekanntlich  keine 
Zollern  waren),  und  es  könne  ferner  der  von  der  (iegenpartei 
stark  betonte  sphragistische  Beweis  deswigen  nicht  gellen, 
weil  die  (ilei<hheit  der  Kamen  und  Wappen  (S  ;il  )  l'"olge  einer 
spater  als  zwecklos  wieder  aufgelösten  Erbeinigung  kiinne  ge- 
wesen sein.  Dagegen  gibt  er  sich  in  dem  dritten  Theile  seiner 
Schrift  (S.  33  —  64)  grofsc  MQhe,  die  Abstammung  von  dem 
Markgrafen  Bahn  zu  entwickeln,  und  fügt,  um  diese  seine  An- 
sicht noch  anschaulicher  darzulegen,  fünf  mit  grofser  (ielehr- 
aamkeit  ausgestattete  genealogische  Tafeln  bei.  Die  leiden- 
schaftliche (Jereizlheil,  die  sich  hie  und  da  in  seiner  Darstel- 
lung, besonders  aber  in  der  Vorrede,  ausspricht,  hiitlen  wir 
gewünscht  vermieden  zu  sehen,  auch  deuten  mehrere  Druck- 
fehler (S.  18  statt  Ruprecht  lese  man  Rudolph,  S.  20  statt 
Graf  .von  Schiüsselberg  —  Conrad ,  S.  24  statt  dennoch  — 
demnach,  S.  47  statt  Traperic  —  Draperie,  anderer  zu  ge- 
schweigen)  auf  eine  hastige  Beschleunigung  hin ,  welche  bei 
einer  blus  auf  dem   Gebiete  der  Wissenschaft  sich   bewegenden. 


dem  praktischen  Interesse  völlig  entrückten.  Krage  für  die  Klar- 
heit der  Darstellung  unmöglich  lorderlich  war.  Jedenfalls  aber 
mufs  man  anerkennen,  dafs,  nachdem  die  hohenzollernsche 
Frage  eine  res  judicata  ist,  bei  welcher  die  Verfechtung  des 
Gegentheils  auf  weltliche  Vortheile  keine  Aussicht  hat,  Herr 
Haas  blos  dem  von  ihm  als  wahr  und  recht  Erkannten  tu 
Liebe  in  die  Schranken  getreten  ist  und  nicht  wenig  Mühe  und 
Fleifs  nufgebiiten  hat,  um  wenigstens  als  ein  stimmberechtigter 
Gegner  zu  erscheinen. 

64)  Die  .Museen  und  Kunstwerke  Deutschlands.  Ein 
Handbuch    für    Reisende    und    Heimgekehrte.     Von    Dr. 
Hermann     Alexander     .Muller.       Leipzig,     Verlags- 
buchhandlung   von    J.    J.   Weber.     I.  u.  II.   Theil.      1857, 
1858.      kl.  8.     XII  u.   .540,   VI  u.  460  Sin. 
Bei   Erleichterung  der  Verkehrsmittel  und   Vermehrung  des 
reisenden    Piiblicunis ,    dem    die    über    Deutschland    zerstreuten 
Kunstschatzc   zugänglich    werden,    ohne    dafs    es  gerade  durch 
Studium   zu    deren  Genufs  vorbereitet    wäre,    mufste    sich    das 
Bedürfnifs  nach  einem  Werke,  wie  das  vorliegende,   bald  be- 
merkliih   machen;    es  kam  Alles  darauf   an,    in    welche  Hände 
die  Ausführung  übergieng,   nachdem  das   „rolhe  Buch"   und  ähn- 
liche Werke  diesem  Zwecke  nicht   mehr  genügten,     lieber    die 
vorliegende  Schrift    ist  gcwifs    ein    günstiges  l'rlheil    zu  fällen. 
Wenn    auch    einzelne    Irrthümer    mit    unterlaufen,     wie    es    bei 
einem  so  überreichen  SlofT  wohl  nicht  anders  sein  konnte,    so 
beruht  sie  doch  offenbar  auf  fleifsigem  Studium  und,  was  hier 
wichtiger    ist,    auf    eigenem    Urtlieile    und    guleni   Geschmacke. 
Als  Vorlheil  des  IJuches  müssen   wir  auch   anerkennen,   dafs  die 
sogen.  Illuslrationci)   möglichst  sparsam   angewandt  sind. 

6JJ  Die  B  au-Or  na  m  en  le   a  1 1er  J  a  li  rhu  n  derte  an  Ge- 
bäuden   der    Königl.    Bayer.    Stadt    Aschaffen- 
burg.     Byzantinische    Periode.      I.  —  \.   Lieferung    mit 
Kupferlafeln.      (Programm    der    kgl.    bayr.    Landwirth- 
schafls-  und   Gewerbsscliule  erster  Classe  zu  Aschaffen- 
burg,   aufgenummen   \ou  Jos.  Huspes,   \erfafst   von   Dr. 
M.   IS.  Kittel.)     AschallVnhurg,    1812—1857. 
\>  ir  halten  uns  um  so  eher  veranlafst,    eine  Anzeige   die- 
ser Abhandlungen    über    die   ältesten    Baudenkmäler   der   Stadt 
AschalTenhurg  zu   machen,  als  man   dergleichen   in  einem  Scliul- 
programme    nicht    leicht  sucht  und  in  den  einzelnen  Aufsätzen, 
die    indefs    im    engsten    Zusamuienhange    stehen    und    mit    der 
Zeit  eini^   vollständige    Monographie   der  ßaugeschichte   der    ge- 
nannten Sladl    abgehen   werden,    viel    mehr  geboten  wird,    als 
der  Titel  auf  den  ersten   Blick  verspricht.     Denn    es  wird  kei- 
neswegs  allein    von    der  Ornamentik    der  in  Untersuchung  ge- 
nommenen  Bauwerke  gehandelt,  sondern  diese  nach  allen  Sei- 
ten hin.    sowohl    in  lliicksicht  ihrer  geschichtlichen  Entstehung 
und  l'mwanilliin!;,   als   ihrer  arihilcklonisclien   und   ornamentalen 
Merkwürdigkeiten    auf's   (iründliehsle   belciiclilel   und   dun  h   Ab- 
bildungen,   die  namenllii^h   in   den   spateren   Jalirgaugeu   Irelflii  h 
zu    nennen    sind,    naher    veranschaulicht.      Der    Herr    Verta>>er 
beabsichtigt,  die  Denkmäler  der  golhischen,    wie  der  späteren 
Perioden  ebenso  zu   behandeln  und  endlich,  wenn   es    ihm  ver- 
gönnt sein   wird,  das  (ianze  vereinigt  herauszugeben,  was  um 
so  dankenswerther  aufziinehnien   sein   wird,  da    die    Programme 
der   früheren  Jahre   fast   vergriffen  sind. 


285 


Annpiger  Tür  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


286 


66)  Die  Aassprache  des  Millelhochdeulschen  von 
Reinhold  Bechslein.  Halle,  C  K.  M.  Pfeffer.  185Ö. 
8.  VIII  u.  %  Sm. 
In  der  Einleilung  beklagl  der  Verfasser  die  Lurke,  welche 
die  Vernachlässigung  der  Aussprache  des  Millelhochdeulschen 
in  dessen  Sludium  lasse.  Er  will  durch  sein  Schriflchen ,  das 
er  nur  als  einen  Versuch  betrachtet,  mehr  auf  diese  Lücke  nur 
erst  aufmerksam  machen,  als  sie  ausfüllen.  Bevor  er  zur  Be- 
trachtung des  Mhd.  übergeht,  wirft  er  einen  Blick  auf  das 
^euhochdeulsche  und  dessen  Aussprache,  besonders  den  Mund- 
arten gegenüber.  Der  Verf.  sucht  sodann  d;is  Verliallnifs  des 
.Mhd.  (als  Sprache)  zu  den  gleiclizciti;.'en  Mundarien  darzulegen. 
Unterschieden  werden  Schreibung  und  Aussprache^  welche  beide 
mundartlich  und  erstere  noch  anderweit  getrübt  waren.  Die 
neuen  (kritischen)  Ausgaben  inhdr.  Autoren  verfolgen ,  nach 
Lachmann's  Vorgange,  eine  einheitliche  Recht.-ichreibnng,  so 
dafs  wenigstens  eine  s  chriftge  mä  fse  Aussprache  des  Mhd. 
möglich  geworden  ist.  Zur  Betrachtung  der  laullichen  Aus- 
sprache übergehend,  behandelt  der  Verf.  im  I.  Abschnitt  die 
Laute  an  sich:  A.  die  Vocale  (und  üiplitongcn),  B.  die  Con- 
sonanten;  im  IL  Abschnitt  die  Verbindung  der  Laute:  die 
Silben. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Ilist.  polit.  Blatter:  42,  1.  Aus  der  Gesch.  des  Pietismus 
im  Wupperthal.     I.  Einige  IVotizen  zur  Gesch.  Elberfclds. 

Bund:  IVr.  202.     Hansii  u.  Eidgenossenschaft. 

Europa:  Kr.  30.  Die  Marienburg.  Die  Tiefländer  u.  Ebenen 
der  österr.  Monarchie. 

Illustr.  Familienbuch:  VIII.  9.  Hell.  Geschichtl.  Machrich- 
ten  aus  .Schwaben  von  d.  grafl.  Hause  Stadion. 

Gartenlaube:  Kr.  32.     Der  Landsberg  bei   .Meiningen. 

Die  Gr  e  nzboten  :  IVr.  31.  Eine  Bauernhochzeit  in  Steiermark. 

Hausblätter:  Nr.  15.  Aus  dem  Leben  der  Wenden.  (Fr. 
Friedrich.) 

Bayer.  Landbote:  Nr.  216.  Skizzen  aus  der  Gesch.  Mün- 
chens.    I.   Einzug  K.   Karls  V.   in    .München.      l.')30. 

Deutschi'S  Museum:  IVr.  29.  Subiaco,  das  älteste  Benedikti- 
nerkluster  de.-  Abendlandes,  seine  Gesch.  u.  8,  Allerthü- 
mer.  Nr.  32.  Deutsche  Volkslieder  aus  Siebenbürgen. 
(Frz.  Obert.) 

Krankf.  ftluseum:  Kr.  30.  Der  Barliariis9a|ialast  bei  Geln- 
hausen  in  Verfall.     (Finger.) 

Berliner  Kachrichten:  Nr.  160.  Die  Sludjcnlalirl  der  Ar- 
cliileklen  nach  Preufsen  Nr.  165.  Das  alte  Berliner  Italli- 
haus.  (Tielz.)  Nr.  172.  Keisebilder  aus  Sud-  und  Wcsl- 
deutschland.  I.  Nürnberg  Kr.  178.  Die  alte  Rciihssladl 
Strafsburg.  (T.)  Allerlei  geschichtl.  Curiosa  aus  Berlin. 
(Schneider.) 

Revue  archdni. :  Juni,  15.  Sceau  du  roi  Lothaire.  977. 
(Bordier.) 

Hildesheiiner  Sonnlagsbla  tt:  Nr.  49.  Die  deutsche  Trink- 
natur. (\V.  Andreac.)  Nachtrag  zu  dem  in  Kr.  23  u.  24 
enthalt.  Aufsätze  üb.  d.  Slrafsennamen  Hildeaheima.  Hil- 
desh.  Sagen.     (L.  Schulmann.) 


Augsb.    Tagblatt:    Nr.  189.     Ueber   die   bei  Ingolstadt  Tor- 
gefundenen  HohlniOnzen.     Nr.  212.  Reminiscenzen  aus  der 
Gesch.   von   Wollenburg.     (H.) 
Fürther     Tagblalt,    Beilage    zu    Nr.  79.     Zur    Urgeschichte 

von  Fürth. 
Unterhaltungen    am    hausl.  Herd:    Nr.  42  ff.     Der  letzte 

Spaziergang  um  die   Bastei  in  Wien. 
Zeitschrift    für  deutsches  Recht:    18,   2.    Die  Talion  im 

altdeutschen  Rechte.  (Osenbrüggen.) 
Zeitschr.  f.  histor.  Theologie;  4.  Erinnerung  an  die  Be- 
mühungen der  cvang.  Geistlichen  ungeanderler  augsb.  Con- 
fession  in  Danzig  um  kale(het.  Bildung  ihrer  (iemeinden. 
Ein  Beilrag  z.  Gesch.  der  gernian.  Kalechetik.  (Schnaase.) 
Mittheilungen  aus  d  prolesl.  Seelen -Gesch.  in  der  hesa. 
Kirche.  1.  Thl.  Im  Zeilaller  d.  Reformat.  1.  Ablh.  Land- 
graf Philipp  und  die  Wiedertäufer, 
Neue    Hannov.    Zeitung:    Nr.  235.     Hannoversche  Kultur- 

bildcr.  I. 
Neue  .Muncli.  Zeitung,  Abendblatt:  Skizzen  aus  dem 
frühem  iMümh.  Leben.  IV.  Dramaturgisches.  Nr.  156.  V. 
Der  „grofse  Christoph"  am  Eierniarkt.  Kr.  157  (T.  Von 
München  nach  F'reising  L  Nr.  162.  Skizzen  aus  d.  frühem 
Münch.  Leben.  VI.  Heinrich  der  Lowe.  Kr.  163.  Aus 
d.  Festrede  z.  Stillungsfeier  d.  Ludwigs-.Ma.ximilians-Uni- 
vcrsität.  Kr.l64n.  Von  München  nach  Freising.  II.  Nr.  171. 
Skizzen  aus  d.  frühern  Munch.  Leben.  VII.  Nr.  171  f!. 
Ueber  die  Färjjerinseln  und  ihre  Bewohner.  Kr.  173  IT. 
Skizzen  etc.  VIII.  Armenwesen.  Kr.  176.  Skizzen  etc.  IX. 
Peinliche  Gerechtigkeilspflege.  Nr.  178.  Skizzen  etc.  X. 
Begräbnifs  und  Tod.  Nr.  180.  Skizzen  etc.  XI.  „Das 
deutsche  Rom."  Kr.  182  ff.  Die  junggermanischc  Schule. 
Nr.  184  ff.  Skizzen  etc.  XII.  Wallfahrten  und  Gnadcnorle. 
Kr.  188.  Skizzen  etc.  XIII.  Hochzeit,  Ehe,  Aberglauben  etc. 
Zeitung  f.  d.  elegante  Welt:  Nr.  61   u.  52.  Das  Petschaft 

des  Freiherren  Alexander  von  Blomberg.  (Barsch.) 
Wiener  Zeitung:  Nr.  164.  Das  Sternfest  in  Prag.  Histor. 
K^tizen  zu  den  neuen  Bildern  f.  d.  Stiftskirche  Schlägel  in 
Oberostcrreich.  Kr.  169.  Golhische  Architektur  in  Rom. 
Nr.  170.  Das  sogen.  Donaulaufen  bei  Aschach  in  Ober- 
österreich. 


VemiiHrlite  \nclirlcliteii. 

79 1  Herr  Professor  Zöpfl  in  Heidelberg  bat  bei  Gelegcn- 
hiil  einer  Besprechung  der  „Quellen  zur  bayer.  und  deutschen 
(ie.srliichte  (lleidi'ili.  Jahrbücher,  Nr.  31  n.  32)  den  Kachweif 
gcliclert,  dafs  der  berülimle  It  e  g  e  n  s  b  u  r  g  e  r  Landfrieden 
des  Kiin.  Riiilolph  I.  von  I2S1  kein  allgemeiner,  soMiicrn  nur 
ein  speciell  fiir  Bayern  brslinimtcr  Lnndfriedi'n  und  nur  eine 
neue  Rccension  der  beiden  allesicn  bekannten  ba)erischen  Land- 
frieden von   1244  und   1255  ist. 

80)  Prof.  v.  Sybel  gelenkt  von  Neujahr  1859  an  eine 
neue  histor.  Zeitschrift  in  Mcrtrljiihrlirhen  Mcflen  heraus- 
zugeben.     Ueber  Inhalt    und    Form    deraelben    spricht    aich    ein 


287 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit 


288 


von  Herrn  v.  Sybel  ausgegebenes  Circular  ans.  Es  Ist  tu 
wünschen,  dafs  diesem  Unlernelimen  eine  allseitige  Theilnabme 
sich  zuwende. 

81 1  Der  Sladimagistral  in  KiJln  hat  die  Mittel  gewiihrl,  einen 
Codex  diplomalicus  ("oloniensis  lu  veriilTentlichen  — 
eine  Arbeil,  welche  die  (leschichlsfrcundc  mit  lebhaftem  Danke 
aufnehmen  werden.  Aufser  dem  städtischen  Archivar  ür.  Ennen 
wird  sich  Dr.  Eckert  der  Herausgabe  dieses  Werkes,  welches 
au.i  drei  Banden  bestehen  soll,  unterziehen. 

82j  Einer  der  thätigsten  Gönner  altdeutsch- christlicher 
Kunst  ist  der  Bischof  Heinrich  von  Passau.  Der  Foririator 
Keim  in  .München  ist  beinahe  gänzlich  für  ihn  in  Anspruch  ge- 
nommen. Wir  sahen  aus  der  Kapelle  des  h.  Emmeran 
tu  Regensburg  die  Tumba  der  Aurelia,  einer  Kdnigsloobter 
aus  Frankreich,  die  erhaben  gearbeitete  Statue  der  Gemahlin 
Kaisers  Arnulph,  Ulta,  von  einigen  auch  Henima  genannt,  dann 
die  Statue  des  hl.  Emmeran  und  des  hl.  Wolfgang,  wie  die  des 
Herzogs  Heinrich.  Eben  jetzt  befindet  sich  Formalor  Keim  in 
Bamberg,  um  dort  das  Grabmal  Kaiser  Heitiricbs  und  Kunigun- 
dens,  der  Patronen  Oberfrankens,  im  Auftrage  dieses  Kunst- 
gönners abzuformen. 

83)  Se.  Maj.  der  Konig  von  Bayern  beabsichtigt  dem 
Dichter  Wolfram  von  Eschenbach,  welcher  in  Stadt 
Eschenbacli  um  das  J.  1235  gestorben  und  in  dem  Frauen- 
-Münster  beerdigt  ist,  ein  grofsartiges  Denkmal  zu  setzen. 
Es  soll  auf  den  Marktplatz  zu  stehen  kommen,  und  ein  steiner- 
ner Brunnen  als  Grundlage  gebaut  werden. 

84)  Die  äufscre  Sc blofska pelle  ru  Burghausen  wird 
dem  Vernehmen  nach  im  kommenden  Monat  September  nach 
vollständig  erfolgter  Restauration  dem  Gottesdienst  wieder  er- 
öffnet werden. 

85)  Beim  Renner'schcn  Bau  auf  dem  .Ncupfarrplatzc  zu 
Regensburg  haben  die  Arbeiter  im  Grunde  eines  verfallenen 
Gewölbes  eine  nicht  unbedeutende  0"'""'''''  (lold,  thcils 
Goldstaub,  theils  gröfsere  Fragmente  gefunden.  Bekannt- 
lich war  da  die  alte  Judensladt,  und  der  ganze  Platz  ist  beute 
noch  von  unterirdischen  Gewölben  und  nach    allen   Richtungen 


laufenden  Gangen  durchzogen.  Unfern  des  Fundortes  kam 
gleich  im  Beginne  der  Fuudamenlierung  ein  vollständig  con- 
struierter  Schmelzofen   tu  Tage. 

86)  Die  vollkommene  Herstellung  des  aus  dem  Ende  des 
15.  Jahrh.  stammenden  grofsen  0  rgcl- Wa  I  z  w  e  rkes  auf 
der  Veste  Höhen-Salzburg,  bekannt  unter  dem  Namen 
des  „Hornes"  (in  altern  Urkunden  auch  der  „Stier"  genannt) 
ist  in  diesen  Tagen  auf  entsprechende  Weisi'  erfolgt.  Dem  Kon- 
servator Herrn  Süfs  ist  es  mit  Hilfe  dankenswerther  Geldbei- 
träge von  Alterthunisfreunden  gelungen,  dieses  seit  langer  Zeit 
in  Verfall  geralhene  werthvolle  Stadt  -  Wahrzeichin  noch  zur 
rechten  Zeit  tu  reiten. 

87}  Die  tausendjährige  P  redigersäul  c  vor  dem  Peters- 
thore  in  Regens  bürg,  welche  der  Ausbesserung  wegen  ab- 
getragen war,  erhebt  sich  verjüngt  wieder;  Kunstfreunde  wer- 
den sie  nicht  ohne  Interesse  betrachten.  Die  Sage  bringt  die- 
selbe  mit  Karl  dem   Grofsen  in   Verbindung. 

88)  Die  Buden,  mit  welchen  das  sch<mc  und  reiche  Süd- 
portal des  Kaiserdomes  in  Frankfurt  umstellt  ist,  sind  in 
den  letzten  Tagen  tum  Bedauern  aller  Kunst-  und  Alterthums- 
freunde  wieder  ergänzt  und  neu  hergerichtet  worden,  während 
man  allgemein  schon  längst  ihrem  Abbruche  entgegensah. 

89)  In  der  Nähe  von  Wahn  in  Preufsen  wurde  von  Torf- 
gräbern ein  Kahn  gefunden,  über  welchem  sich  eine  Moor- 
schicht von  etwa  7  Fufs  hoch  gebildet  hatte.  Dieser  Kahn 
gehört  geniäfs  seiner  Bauart  dem  grauen  Alterlhume  an;  er  ist 
ganz  aus  einem  Baumstämme,  einer  Eiche,  gezimmert,  ist  17 
Fufs  lang,  2'/,  F.  weit,  und  hat  in  seinem  hintern  Theile  einen 
bequemen  Sitz, 

BO)  Die  F'euersbrunst  zu  Bcihmisch- Aicha  am  28,  Juli  hat 
ein  interessantes  vaterländisches  Alterthum  schwer  beschädigt 
und  wahrscheinlich  den  grofsten  Tbeil  der  Sehenswürdigkeiten 
desselben  vernichtet;  wir  meinen  das  alle,  jetzt  fürstlich 
Roha  US  che  Schi  0  f  s  daselbst,  dessen  altere  Geschichte  aus 
den  bis  jetzt  bekannten  Quellen  sieb  nur  lückenhaft  zusam- 
menstellen läfst. 


Inserate  und  l$eKaiiiilm;uiiiiiii>;(Mi. 


1 1  I  In  der  artistischen  Anstalt  des  germanischen  Museums 
sind  die  Köpfe  Christi,  .Mariae,  Johannis,  der  .Magdalena,  des 
Nicodemus  und  Joseph  von  Arimathia  aus  dem  grofsen  Relief 
in  der  Kirche  zu  .Maidbrunn,  sowie  die  Kopfe  von  .\dam  und 
Eva    aus    den   Figuren    am    H<'Mj[ilportale    der    .Marienkapclle    tu 


Würzburg,  sammtlich  Meisterwerke  von  Tillmann  Ricmcn- 
schneider  —  vor  deren  neueren  Ueberarbeitungen  abge- 
formt -  in  sauberen  (!  y  ps  a  bgus  se  n  tu  hüben,  die  erslereii 
zu  3  n.,  die  letzteren  tu  5  fl.  das  Stück. 


Verantwortliche  Redaction:     Dr.  Freih.  v.  u.  z.  Anfaeaa.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  FrommiDn. 

Druck  TOD  Fr.  Camp«  Jh  Hohn  in  Ntlmberg. 


EXTRA-BEILAGE 


■/.  I    M 


A\ZEUiEU  FIH  lilXDE  DER  DEl  TSCIIEN  VORZEIT. 


An  die  Stadtverordneten  zu  Gotha. 

VV  enn  clii.'  Stadlvcrordiittuti  Berlins  im  Gegensatz  zum  Magistrate  ihre  Zu6tiiiiinun<;  zur  UiitcTslutzung  des  gernjani- 
sclien  Museums  versagen  zu  müssen  glaubten,  weil  dasselbe  zu  wenig  für  neue  Anschaffungen  und  zu  viel  für  Besoldungen. 
Porto  etc.  verwende,  so  konnte  unserseits  die  Sache  wohl  mit  Stillschweigen  iibergnngen  werden,  da  jedermann,  der  nur 
irgend  einen  Begriff  von  dem  Zwecke  des  Museums  als  deutscher  Centralans  ta  1 1  hat,  wissen  mufs,  dafs  gerade  in 
dieser  vermeintlichen  Beschuldigung  ein  Lob  fiir  die  Verwaltung  des  .Museums  liegt,  indem  sie  die  Pflicht  hat,  sparsam  in 
Anschaffung  eigener  Sammlungen  zu  sein,  um  desto  freigebiger  für  Herstellung  der  schriftlichen  und  bildlichen  Kepertorien 
über  andere  Sammlungen  sorgen  zu  können,  welche  das  weit  zerstreute  Material  für  deutsche  Kunst-  und  Geschiclilsi|uellen 
enthalten  und  nach  wissenschaftlicher  Ordnung  hier  in  ein  grofses  Ganzes  verarbeitet  werden  sollen.  Hiefür  sachver- 
ständige Miinner  der  Wissenschaft  und  Kunst  als  standige  Beamte  der  Anstalt  zu  gewinnen,  deren  Besoldung  freilich  zur 
Zeit  noch  sehr  mäfsig  ist,  kann  überhaupt  nur  derjenige  tadeln,  der  von  der  Sache  nichts  versteht.  Durch  diese  statuten- 
widrige und  daher  offenbar  irrige  Ansicht  konnten  Vorstand  und  Verwallungsausschufs,  die  für  sich  keine  Besoldung 
beziehen,  nicht  weiter  berührt,  als  höchstens  zu  dem  Bedauern  gezwungen  werden,  dafs  es  noch  mitten  unter  Gebildeten 
Viele  gibt,  die  von   der  grofsartigen  Grundidee  des  gemeinsamen  deutschen  IVationaljriuscums  noch  gar  keinen   Begriff  haben. 

Nicht  mit  Stillschweigen  können  wir  dagegen  das  dieser  Tage  durch  die  Kranklurtcr  Postzeitung  (II.  Beilage  zu  Kr.  204  : 
d.  d.  Gotha,  4.  Aug.)  bekannt  gegebene  und  nicht  widerrufene  Votum  der  Stadtverordneten  in  Gotha  übergehen,  welches 
ohne  nähere  Angabe  „in  wiefern"  der  Verwaltung  des  germanischen  Museums  vorwirft,  „es  werde  mit  den  zufliefsenden 
Unterstützungen  nicht  gut  ge wirthschaftet".  In  dieser  Allgemeinheit  hingestellt,  ist  dies  ein  Angrifl  auf  Ehre  und  Kecht- 
schalfcnheit  derjenigen  Personen,  welche  mit  diesen  öffentlichen  Geldern  zu  wirthschaften  haben,  und  dies  sind  die  Vorstände 
und  der  den  Verwaltungsausschufs  vertretende  Lokalausschufs.  Wenn  wir  nun  auch  gegenüber  der  Stadt  Gotha,  deren  Haupt 
und  Glieder  noch  keinen  Pfennig  zu  unserer  deutschen  IValionalsache  je  bezahlten,  liechenschalt  zu  geben  nicht  schuldig 
wären,  daher  auch  gerade  von  dorther  solch  eine  schwere  Anklage  höchst  befremdend  erscheint,  so  sind  wir  doch  zur 
Beruhigung  aller  guten  Deutschen,  die  gerne  bisher  zu  einer  gemeinsamen  Kationalsache,  sei  es  viel  oder  auch  nur  ein 
Scherflein,  beitrugen,  verpflichtet,  uns  zu  rechtfertigen,  und  fordern  zu  diesem  Zwecke  hiemit  das  löbliche  Stadtverordnetencolle- 
gium  zu  Gotha  öffentlich  auf,  seine  öffentlich  ausgesprochene  Beschuldigung  mit  Thatsuchen  und  Ziffern  zu  belegen, 
nachdem  unsere  Rechnungsausweise  der  letzten  Jahre  gedruckt  in  Händen  der  Herrn  Stadtverordneten  sind,  in  der  Erwartung, 
dafs  die  Stadl  (Jollia  in  ehrenhafter  Weise  uns  Genugthuung  gebe. 
Nürnberg',  am    II.   August   IS.tH. 

Jm  ganten  des  Uoifaiulcs  und  di-.'j  ä.'onilaii.sfduiD'i'.'i  des  (jormaiufchfu  illufounifi  di'DVn  I.  üorjland: 

Hans  Freiherr  V.   U.   zu  .VufsefS,   Ur.  Jur.  u.  k.  b.  Kümmerer. 


Das  germanische  Museum  und  das  Berliner  Votum. 

Breslau ,  26  Juli.  Der  Slaillvernnlnilc  Herr  I{  e  i  ni  e  r  hat,  wi;nn  die  Bcriclile  der  Zeitungen  hierüber  das  Zuverlässige 
sagen,  in  der  Versammlung  der  Stadtverordneten  zu  Berlin  die  Verwaltung  des  „Germanischen  Museums"  zu  IVijrnberg 
liinsichtlich  der  Verwendung  ihrer  Gelder  herb  getadelt,  in  Folge  wovon  die  Versammlung  den  vom  Magistrat  gestellten  Antrag, 
eine  jiihrlichc  Beisteuer  von  200  Thalern  für  jenes  Institut  zu  bewilligen,  verworfen  hat.  (Vgl.  Sonnabend -Mitlagblatt  der 
„Schles.  Ztg.",  erste  Spalte.) 

Es  ist  eine  wesentliche  Bestimmung  unserer  Zeit,  dafs  ein  jedes,  zumal  jedes  gemeinnützige  Beginnen  \ur  die 
Oef  fcn  tl  ich  kei  t  Irele  und  dafs  es  hier  der  strengen  Kritik  unterzogen  werde.  Dies  ist  der  Weg,  Irriges  zu  beseitigen, 
richtige  .\n3icl1t  von  den  Dingen  zu  verbreiten;  wo  eine  Kritik  sich  auf  falsche  Voraussetzungen  stellt,  mufs  sie  sich  selber 
wiederum  die  Kritik  gefallen  lassen.  Es  wäre  wohl  Pflicht  gewesen,  dafs  der  Berliner  Berichterstatter,  bevor  er  sein  abfidlige» 
Gutachten  vor  die  Stadlverordnetenversnmmlung  brachte  und  damit  nicht  allein  die  obeubemerkte  eine  naclilheiligc  Wirkung 
erzielte,  sondern  auch  leichtlich  weithin  eine  .Mifsstimmung  gegen  dos  „Germanische  Museum"  hervorrief,  sich  nicht  hlofi 
mit  den  trockenen  Zahlen  des  Rechnungsabschlusses,  sondern  auch  mit  dem  Zwecke  und  den  .Mitteln  des  „(icrmanischcn 
.Museums"  eingehender  bekannt  gemacht  hatte,  als  dies,  dem  gesprochenen  l-rlheile  zufolge,  der  Kall  gewesen  sein  kann,  l'm- 
somehr  Pflicht  ist  es  aber  auch,  einer  schiefen  Auffassung  entgegenzutreten,  als  es  sich  hier  um  ein  natiODaleS 
Institut  handelt,  für  welches  jeder  Deutsche  einen  Herzschlag  vcrspiirin  »oll;  ein  Institut,  da»  berufen  und  geeignet  ist,  einen 
der  wenigen  .Mittelpunkte  ffir  deutsch -nationnies  Bcwufstsein  abzugeben,  ein  t'entruni  für  die  geisligi'n  Schatze  unserer  \  er- 
gangenheit  wie  für  die  Arbeiten  der  Zukunft;  —  ein  Institut  enillich,  welches  lediglich  auf  die  frei  dnrgcbolencD 
Hülfs-  und  Geldmittel  deutscher  Fürsten  und  Volker  die  materielle  Seile  seines  Bestehens  gründet. 


Der  Hr.  Berichterstatter  der  Berliner  Sladtvcrorcinelen-Versariimlung  tadelt,  dafs  von  den  Einnahmen  des  „Genn.  Museumk' 
der  üherwicende  Theil  für  Benmlcnlicsoliiiinscn ,  ein  ehenfnlls  grofser  fiir  I'nrto  und  Dnickkoslon ,  luul  nur  der  kleinste  anf 
Ankaufe   verwendel   worden  sei. 

Erster  nicht  nur,  soniliTii  a  II  c  i  ii  it;  ir  Zvvcik  des  „Gerni.  .Museunjs"  aber,  dem  alle  seine  uhrigen  Zwecke  sich  unter- 
ordnend entspringen,  ist:  ein  General -Repertorium  zu  sein,  resp.  zu  werden,  in  welchem  die  Forschung  für  Wissenschaft, 
wie  fiir  den  praktischen  Bedarf  (für  Ueclitsenlscheide  z.  B.,  wie  für  künstlerische  Zwecke)  [Nachweis  finden  kann  iibcr 
jedes  Moment  des  geschichtlichen  Daseins  der  Nation,  iiber  Thatsaclien,  wie  über  Culturzustan  d  e.  Qaellen  hielür  sind 
ebensowohl  Urkunden,  Acten  und  Bücher,  als  Bildwerke,  .tliinzcn,  Geräthc,  ebenso  Geschichls-  wie  Kunstalterthiimcr.  Ver- 
einzelte Samnilungeo  nach  diesen  Richtungen  hin  bestehen  in  Deutschland  gröfsere  und  kleinere  an  sehr  vielen  verschiedenen 
Orten,  in  Archiven  und  Kiin.stkanimern  der  Staaten.  Fürsten,  l'roviozen  und  Comniunen  nicht  allein,  auch  bei  Vereinen,  bei 
Saninilern,  auf  StaiiiinscblOssern,  in  KlOstcrn,  Kirchen  undS(hulen.  Das  „Germanische  iMuscum"  will  all  diese  ZQSamnien- 
bringen.  Dafs  dies  in  natura  nicht  geschehen  kann,  dawider  zeugt  ein  Blick  auf  die  alsdann  niitliigen  Raum-  und  (ichhcrliall- 
nisse,  sowie  der  natürliche  Widerspruch  der  Eigcnthünier.  Das  „Germ.  .Museum"  kann  also  sein  Ziel  grüfstentheils  nur  an- 
streben im  Wege  Iheils  der  Verzeichnung,  Ibeils  der  W  ach  b  il  d  u  ng  ;  die  eigene  Sammlung  wird,  wie  umfassend  immer, 
doch  stets  das  .Mindere  sein.  Der  bereits  in  Einzelsamnilungen  aufgehobenen  literarischen  und  antiquarischen  Gegenstände  sind 
weit  und  überwiegend  mehrere,  als  der  zum  Eigenerwerb  noch  in  freier  Hand  befindlichen.  Hieraus  schon  folgt  von 
selbst,  dafs  die  Anfertigung  der  Rcpertorien  einen  beivveitem  gröfsern  Kraft-  und  damit  Geldaufwand  in  Anspruch  nehmen 
wird,  als  das  Einheimsen  und  Aufspeichern  eigener  Schätze,  deren  übrigens,  Dank  dem  unter  uns  noch  lelicndcn  nationalen 
Sinne,  aus  allen  Gegenden,  selbst  von  dem  fernsten  Auslande  her,  geschenk  w  eise  Vermehrung  reichlich  zuflicfst,  wie  das 
Organ   des  .Museums  allmonatlich  nachweist. 

Was  thun  denn  die  „Bcainlen"  des  „Germ.  Museums"?  Befassen  sie  sich  etwa  hinler  dem  grünen  Tische  mit  uiipraklisclicm 
Schreibwerk?  Nein,  sie  arbeiten  aus  dem  an  das  „Museum"  gelangenden  Maleriale  die  Repertoricn  aus,  welche  schliefslich 
Kachweis  geben  werden  über  jedes  Vorhandensein  der  Quellen  für  jegliche  cullur-,  kunst-,  literatur-,  rechts-  und  politisch- 
geschichtliche  Krage  auf  deutschem  Boden.  Hiezu  sind  nicht  blofse  Schreiber  genügend;  es  bedarf  wissenschaftlich  and 
sachlich  gebildeter  Männer.  Gleichwohl  ist  deren  Besoldung,  hei  angestrengter  Arbeitszeit,  eine  sehr  geringe,  und  erst  im 
vor.  Jahre  auf  das  Nothdürflige  gebracht  worden  (vergl.  letzten  Jahresbericht  des  „Museums").  Es  befinden  sich  ferner  unter 
den  „Beamten"  des  „.Museums"  Gypsgicfser,  Zeichner,  Stecher,  Buchbinder  u.  a.  für  die  Zwecke  der  Anstalt  fest  Beschäftigte. 
Es  werden  fopien  oder  Zeichnungen  sowohl  von  geliehenen  Gegenstanden,  lAs  von  denen  des  .Museums  selbst  abgenommen, 
um  für  letztere  andere  einzutauschen.  Solcher  Tausch  findet  bereits  in  Lebhaftigkeit  statt.  Die  Repertoricn  aber  haben, 
obwohl  das  Institut  doch  erst  an  der  Schwelle  seiner  Aufgabe  steht,  unter  Mitwirkung  des  „Gelohrlen-Auschusses"  (iüO  Kotablcn 
deutscher  Geschichtswissenschaften  etc.,  Jeder  für  ein  bestimmtes  Fach)  schon  eine  grofse  Anzahl  an  das  Institut  gestellter  Auf- 
gaben von  Forschern,  wie  von  Künstlern,  wie  für  Privatinteressen  (Rechts-  und  F'aniiliensachen)  zur  Erledigung  gebracht,  und 
im  nJichsten  Bande  der  „Denkschriften"  des  .Museums  erscheint  ein  Organismus  der  Quellen  fiir  den  frankischen  Kreis  — 
auch  von  den  „Beamten"  gearbeitet.  Die  Ordnung  bei  den  Repertoricn  folgt  dem  vom  Sclmpfer  des  Museums,  Frlirn.  Dr.  v. 
Aufsefs,  aufgestellten  „System  der  den  tsche  n  G  esch  ichls-  u  n  d  A  It  erthii  ms  k  ii  n  d  e  "  (Niirnberg,  artislisch-lilerar. 
Anstalt  des  Germ.  .Museums,  1853.     18  S.     4°.). 

Für  den  angegeben  Zweck  des  „Museums"  ist  es  unbedingt  nothig,  dafs  die  Resultate  seiner  .\rbeit  bekannt  geiiiaclit 
werden.  Daher  die  angefochtenen  „Druckkosten".  Auf  dem  Wege  des  Druckes  erst  kann  man  erfahren.  Was  vorhanden. 
Was  verzeichnet,  Was  noch  zu  bearbeiten  ist.  Andernfalls  müfstc  sich  die  Correspon  d  en  z  ins  Unzubewältigendc  steigern! 
Eine  Menge  Vorfragen  finden  in  den  Druckschriften  des  Museums  ihre  Erledigung.  Die  „Denkschriften"  geben  int  I.Bande 
eine  Uebersicht  des  Organismus  der  Anstalt  selbst  und  alles  z.  Z.  bei  ihr  Vorhandenen.  Im  „Anzeiger  für  Kunde 
der  deutschen  Vorzeit"  sannneln  sich  die  laufenden  >achrichten  über  Vermehrung  etc.,  und  werden  Arbeilen,  aus  den 
Materialien  des  „Museums"  sowohl,  als  auch  andere,  veroflentlichl.  Beiderlei  Druckschriften  bringen  übrigens  durch  huch- 
händlcrischen  Betrieb  einen  Theil  der  für  sie  aufgewandten  Kosten  wieder  ein.  In  den  „Jahresberichten"  verkehrt  das 
Institut  mit  seinen  verbündeten  Vereinen,  Anstalten  und  Personen.  Es  sollen  übrigens  fortan  nur  alle  3  bis  4  Jahre  deren 
erscheinen  (vide  4r  Jahresbericht  Pag.  5).  In  den  Aufrufen  und  Ansprachen  endlich  tritt  das  „Germ.  Museum"  immer 
wieder  erneut  unter  das  deutsche  Volk,  die  Theilnahme  in   immer  weiterem   Kreise  anzuwerben. 

D.-iniit  aber  Niemand  glaube,  die  Räume  des  „Museums"  seien  lediglich  von  ..licamlcn'  iiml  Druckern  und  Itcgislerlulian- 
ten  eingenommen,  fügen  wir  hier  schliefslich  einige  wenige  Zahlen  bei.  Di<'  eigenen  Sammlungen  des  Instituts,  welche  gleich- 
sam die  illnstrirtc  Seite  zu  seiner  geschriebenen  bilden,  umfassen  bereits  an  Waffen,  Kirchen-,  Kriegs-  und 
Hauagcräth  3000  Stück,  an  historischen  Abbildungen  von  Begebenheiten,  Monumenten,  Gebäuden,  Sladteansichlen,  Bild- 
nissen etc.  6200  Blätter,  an  Skulpturen  und  Seh  nilzwcrken  in  Originalen  und  Abgüssen  600  Stuck,  an  IIa  ndieichnungcn 
Kupferstichen  und  Holzschnitten  3700  Blätter  der  vorzüglichsten  Meister,  an  Siegeln  und  Wappen  9000  Stück,  an 
.Mtinzen  und  .Medaillen  4.')0()  Stück,  ein  Archiv  von  12,000  Urkunden  und  Actenliänden,  eine  deulsch-hislorischc  Bibliothek 
von  25,000  Banden.  Die  Ordnung  dieser  Schätze  ist  natiirlicb  ebenfalls  Sache  der  „Beamten"  des  Museums.  Das  Reperto- 
rium der  deutsch -historischen  Literatur  zahlt  beiläufig  schon  über  fiO,00(»  INummern,  darunter  2."), 000  fiir  llandsrhrillcn  ,  nebst 
3R,000  Nummern  dazu  gehöriger  Namens-  und  Sachregislerhlattcr,  das  Reperlorinm  der  rrkiinden  an  l.!0,000  IVummern,  das 
der  Kunst-  und  Allerthumsgegcnstände  .51,000  ^ummern,-das  Bilderrepertorium  14,000  Durchzeichnungen ;  das  (ieniTal- 
Repcrtorium  zur  vollkommenen  Uchcrsirht  de»  Ganzen  70,000  Blätter.     Lauter  „Beamtenarbeit". 

Mochten  alle  Zeitschriften,  welche  den  dicsir  Zeilen  veranlassenden  Bericht  aufgi  uoniiiicn  haben,  auch  ihnen  eini'u  Platz 
in  ihren  Spalten  einräumen.  Th.  Oclanor. 

(Ans  <ler  Sehlciischcn  Zeitung,  Nr.  S.'i.T ,   1.   Aug.   IH.'iH.) 

Druck  TOD  Vt.  Cuapc  A  Sohn  In  KQmbtrf . 


269 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


270 


5512.  J.  A.  Bihrend,  Briefe  an  E.  (i.  Bald.nger  üli.  die  wahre 
BeschalTcnh.  des  neu  inspirirlen  Feurrhacher  Madgens. 
1 768.     8. 

5513.  Nachr.  v.  Paul  1.  üelangunn  zur  Würde  eines  Grofs- 
ni.isters  d.  Ordens  St.  Jchann  v.  Jerusalem.    1799.    8. 

Hist.  Verein  für  Krain  in  l.aihach: 
5511.   Drrs.,   Miilheiliinecri.     März  und   April   1858.     4. 

Dr.  L.  Spengler,   ll.drath,  m  Ems: 
551.^..    Uers.,  <;esthiihle  d.   analümiseheu  und   Entbindungs- In- 
stituts zu  Herborn.     1858.     8. 
Gemeinderath  der  grofsherzogl.  bad.  Stadt  Frei- 
burg i   Br. : 

5516.  Küwe  Slaitrechtcn  vnd  Statuten  der  lüblichen  Statt  Fry- 
burg  im  Pr)rs;,'ow.     1520.     2. 

5517.  H.Schreiber,  Urkundenbnch  d.  Stadt  Freiburg  im  Breis- 
gnu.    2   Bde.     1828—29.     8. 

5518.  Dingrodel  von  Zarten.     1826.     4.     2  Ex. 

5519.  Kicffer-Ordnung,   vnd   Tax  d.  Stadt  Fryburg.    1718.     4. 

5520.  Taxation  des  Lidlohns  hernach  bemerkter  im  Tagwerk 
arbeitender  Haudwcrcks-Leuthen.     1717.     2. 

5521.  Baadenweyler.- Freyburg,  erneuert-  und  verb.  Wehr- 
Ordnung.     1759.     2. 

p    W.   Quack,  VerlagsbuchhdI.,  in  Stüttjarl: 

5522.  iieili-nlMirtjer   Bibel.     1856.     1. 

5523.  C.  E.  Renner,  die  Psalmen,  bearbeitet.     1857.     8. 
L.  J.  Fues,   Verlagsbuchhdl.,  in   Tübingen: 

5521.  .M  Eifert  und  K.  Klüpfel,  Gesch.  und  Bcschr.  der  Stadt 
und  Universil.  Tübingen.     2  Bde.     1849.     8. 

5525.  L.  Schinid,  Gesch.  d.  Pfalzgrafen  v.  Tühingen.  1853.  8. 

5526.  K.  Th.   Keim,  schwabische  Reformationsgesch.   1855.    8. 

5527.  L.  F.  Heyd,  Ulrich  Herzog  zu  Wiirltrmberg.  3  Bde. 
1841—44.     8. 

5528.  C.  f.  Gratianus,  die  Ritlerburg  Lichtenslein.  1844.   8. 

Th.  Stier,  Professor,  in  Willenberg: 

5529.  Ur.  Martini  Lntheri  una  M.  Phil.  Melanchlhonis  duae 
episldlae  inedilae  nunc  prinium  juris  publici  faclae  a 
Ih.    Stier.      1«.')H.     4. 

Wagner'sche   Buehhdl.   in   Innsbruck: 
553(1.    (io.Hredi    Viuri.ensis    Carmen    de    gcslis    Fridcrici    primi 
impcrat.   in  Italia.     Ed.  J.   Ficker.     1853.     8. 

5531.  Jos.   Thaler,  Gesch.   Tirols.      1854.     8. 

5532.  Jos.  Fehr,  üb.  d.  Enlwickel.  und  den  Kinflnfs  der  polit. 
Theorien.      18.55.     8. 

Carl  Lindow,  VerlagshdI.,  in  Berlin: 

5533.  A.  F.  Wessciy,  Berlin  v.  d.  ältesten  bis  auf  die  neueste 
Zeil.     1.  u.  2.   Bd.     1855—56. 

Graf  A.   Marschall,    k.    k.    hiimmerer,    in   Wien; 

5534.  llirlenreld,  vor  hundert  Jahren!  Erinnerung  an  Olnmtz 
und  s.  ruhmvollen  Verthcidiger.     1858.     8. 

Höstermann,   l.andgerirlilsrath,  in  Saarbrücken: 
553...    (J.    de    Maiiv.llon),    histnire    de    la    vie    et    du    rignc    de 
Fredorir-Guillaume  roi  de  Prusse.     2  Bde.     1741.     H. 

5536.  Der«.,  reniar(|ues  sur  les  germanisme«.  2  Bde.  1753 
u.   1759.     8. 

5537.  (Ders.),  hisloirc  de  la  derniere  guerre  de  Boheme.  3  Bde. 
1745-47.     8. 


5538.  (Uers.),  histoire  de  Gustave-Adolphe.    4   Bde.    1764.    8. 

5539.  Heb.   d.   Wcrlh    einiger    deutscher  Dichter.     2  Sl.      1771 

—  1772.     8. 

5540.  Ders.,    philos.    u.   polil.   Gesch.    d.   Besitzungen    und  des 
Handels  d.  Europäer  in   beid.  hallen.     1—7.   Th.     1774 

—  1778.     8. 

5542.  Ders.,    essai    hisloriquc    sur    i'art    de    guerre  pendanl  la 
guerre  de  Irente  ans.     1787.     8. 

5543.  Dass.,  2.  Ausg.     1789.     8. 
55<!6.    De   Rhyn-Stroom.     1744.     4. 

5567.    J.    van    \>  yk     Roelandszoon ,    nigemeen    aardrijkskundig 

woordenboek.     7  Bde.     1S21-26.     8. 
5583.   Schlickcysen,  lopogr.  Beschr.  d.  Regierungsbezirks  Trier. 

1833.     4. 

5586.  Zeugnifse  d.   Glaubens  d.  d.   Kurfürsten  Joachim  II.  etc. 
1855.     8. 

5587.  Thomas,  Hans  Ulrich  Srhan-Golsche.      1842.     8. 

5594.    BeneJicti  .\IV.   declaralio  super  matrimoniis    inier  prote- 
slautes  et  Calhnlicos.     1746.     8. 

5596.  G.  Hüstermann,  de  praecip.  communionis  bonorum  elTecli- 
*        lins  in  dynastia   Gimhorn-i\eusladl.      l791.     4. 

5597.  Gewohnheitsrechte  in  Güterrechten  der  Ehegatten,  etc. 
Handschrift.     19.  Jahrb.     2. 

5541,  5541—65,  5568-82,  5584-85,  5588—93,  5595,  5598— 
5G0Ü,  71    Bande. 
Frau  Eichacker,  geb.  Presser,  zu  St    Johann: 

5601.  F.  Küllncr,  Gesch.  des  vormal.  Nassau -Sarbrück'schen 
Landes.     1841.     8. 

Dr.  Schmidtborn  zu  Saarbrücken  : 

5602.  /)•;,■  xfavJ,\-  rfi«.?»,'";-'  tirayra.  Ndunm  Teslamenliiin. 
1846.     8. 

HI    Q    Yf_  Brandt,   Direclur  der  hohem   Töchterschule  zu 
Saarbrücken: 

5603.  Ders.,  die  hüli.   Töchterschule  zu  Saarbrücken.   1857.  8. 

5604.  Ders.,  chrisll.  Lebensbilder.  I.  u.  2.  Cyclus.  1855  u. 
I  .S58.     8. 

Ferd,  Dietzsch,   A.lvocatanwalt  am  k.  pr.   Landgericht   zu 
Saarbrücken  : 

5605.  Verhandl.  u.  Beschlüfse  d.  Geraeinderathe  der  Städte 
Saarbrücken  u.  Sl.  Johann  betr.  die  Umwandlung  d. 
Gymnas.  daselbsl.     1855.     4. 

.5606.    Die  k.  Provinzial-Gew  erbeschule  zu  Saarbrücken.  1857.  8. 
J.  H.  König,  Pfarrer  zu  Sulzbach   bei  Saarbrücken: 

5607.  Verhandl.  d.  18.  Versamml.  der  Kreissynode  Saarbrücken 
am   4.   Oktober  1854.     8. 

J.  G-  Schirmer,  Superintendent,  in  Saarbrücken: 

5608.  Der.-.,   l're,!.  z.  (iedachln.   des  Dr.  W.  Follenius.  1850.  8. 
J.  W.  Leschke,   Verwall.r  der  Hellungsanslalt  in  Schrei- 

berhou  in  Schlesien  : 
5609—10.    2  Bde. 
5611.    Fr.  Anders,  Valentin  Trotzcndorf,  Schlesiens  Schulmeister. 

1856.     8. 
F.  Koch,  l'farrer,   zu   llerstein: 
5612-13.    Fr.  Back,  (iedachluifsrede  auf  Friedrich  d.  Frommen 

v.  der  Pfalz.     1857.     8,     Mit  noch  einer  Schrifl. 
.Mill.    IF.  K.M-kl,   Friedrich  III,  ^•hurnir^l  i.   l'rMl»i:n.r    1857.8. 


271 


Anzeiger  für  k'umie  di'r  deulsclien  Vorzeil. 


272 


561Ö.   (A.  J.  Scböler),    d.   300jälir.  RcformalionsjulHl.    zu  Siiii- 

niern.     1837.     8. 
5616.    Mil  norh   2  Biinden. 

G.  Schumacher,   l'f:irrcr,  xu  Gcrsweiler: 
5617   u.  .^KIS.    2   Wirke. 

J.  Petersen,   (llierpTarrer,   zu   Sl.   Juliann-Saarhri'uken  : 
56iy      •].    Ürc-i  Srlinltin.      4   Bde. 

Höstermann,  Landgerirhisralh,  in  Saarbrücken: 

362:^.   1,1' Öngt;,  Ullas  historii|iie,  gent'alogifjue  etc.   0.  J.   gr.  2. 
5623—23.  Allase.     16  Bde. 

Wiegandt  <fe  Grieben,   Vcrlaü.slnulifKlI.,   In   Berlin: 
5626.    1).   Krdriianri,   Wjiilned  oder  Bo;iifacius.      1H55.     8. 
3627.    Willibald,    Leben    d.   heil.   Boniracins,   übertragen  v.  H. 
K.   Bonnell.     1856.     8. 
K.  J    Schröer,  Professor,  in  l'resburg: 
5628.    üers. ,    Aachlrag    zu  d.  deutschen   Weihnachlsspielcn  aus 
Ungern.     1838.     4. 

Dr.  K    Hase,  geh.   Kinhenrath  und  Professor,  in  Jena: 

562'.!.    I).r.s.,    (Im,   yeislliclu-   S(liaii>|)iel.      1858.     8.  , 

Se.  Erlaucht  Graf  Franz  Eberhard  zu  Krhaih-Erbach: 
5630  —  31.    Dan.  Sehneider,   hoeh-gratl.  Erliachische  .Slarunital'el 
oder  hiiehgr.  E.  Historie.   1736.  2.   Mit  e.  weitern  Schrill. 

Wilh.  Braunmüller,  U.  k.  HofhurhhdI.,  in  Wien: 

5632.  Job.   hutschker,  d.  Eherecht  der  kalhol.   Kirche.    5   Bde. 
1856—58.     8. 

5633.  H.  F.  Brachclli,  deutsche  Slaatenkuude.  2  Bde.  1857.  8. 

5634.  K.  Zinnnerniann,  Gesch.  d.  Acslhetik.    1.  Tbl.    1858.   8. 

5635.  G.  Phillips,  vermischte  Schriften.     2  Bde.     1856.     8. 

5636.  Lennh.  I'appus,  e|)itonie  rer.  germanicaruni,   herausg.   v. 
L.  Arndts.     2  Thie.     1856-58.     8. 

5637.  F.   Bisehofl,  oslerr.   Stadtrechte  u.   Privilegien.   1857.   8. 

5638.  F.  II.   AI.   Zippe,  Gesch.   der  Jletalle.     1857.     8 

5639.  J.  .Müller,  d.  Apothekerwesen  in  s.  gesetzt.  Bestimmungen. 
2.  Aufl.  V.  M.  Macher.     1858.     8. 

5640.  K.    Kink,    die   Kechtslehre    an    der    Wiener  Universität. 
18.33.     8. 

5641.  F.  W  oll,  über  vvissenschaftl.  Akademien.     1856.     8. 

5642.  J.  fl.    V.  hremcr,    d.    longobaritisch-osterr.   Lehenrecht. 
2   rille.      1838.     8. 

5643     Echte    Lieder    von    Gudrun,    nach    MiillenhofTs    Kritik  v. 

K.  A,  Hahn.     1853.     8. 
5644.    Auszwal  ausz  Gottfrids  von  Sraszburg  Tristan,    herausg. 

von   K.   A.   Ilalin.      1H55.     8. 

k.  k.  Centralcommission  z.  Erforsch,  u.  Erhaltung 
der  Baudenkmale  m  Wien: 

5615.    Um».,    Mmh.ili.ngin.    Hedakt.    K.    W  eifs.    III.  .lahrg.    .Iiini. 
18.58.      4. 

C.  C   Meinhold  dfc  Söhne,   llofbuchdruekerei,  in  Dresden: 
564»i.    (i.   Kühler,   das  Klustur  d.   hl.  Petrus  auf  d.   Laulerberge 

bei  Halle.     18.37.     4. 
.3647.   F.Bülnu,  d.  deutsche  Gesch.  in  Bildern.   I.  B<l     1.  Il;drie, 
u.  3.  Bd.  Lief.  1  — 10.     0.  J.     qu.    1. 

G.  H.   Wigand,   \ Crlagshdl.,   in   Gollingen  : 
3648.    (.    W .    M.    (iruin,     Bibliothek     der    angelsachs.    Poesie. 
2.  Bd.     Te\l  IL     1858.    8. 


C.  Bertelsmann,  BuchhdI.,  in  (iüler^ll)h: 

."i()19.     rae.lrniin's   des  .\ngelsai'lisen    liililische   Itiehtuiisen.    Hrsg. 

V.  K.  W.  Bouterwck.     1834.     H. 
5630.    Der    valerlaudisrhe   Hausfreund.     Hrsg.    v.   F.  E.  Keller. 

I.  u.  2    Bd.     1857.     8. 

J.  B.  Metzler'.si'he  Bnchhdl.   in  Stnllgarl  : 

5651.  Gerir.ania.     Hrsg.    v.    Frz.    Pfeiller.     III.    Jahrg.     2.  Hfl. 

1 838.     H. 

Friedr.  Regensberg,  Bmhhdl.,  in  Münster: 

5652.  L.  Perger,  Otto  von  Ritberg,  Bischol  v.  Münster.  1858.  8. 

Herrn.  Böhlau,   Verlagshdl.,   in    Weimar: 

5653.  .\.  Beck,  Johann  Friedrich  der  .Mittlere,  Herzog  zu  Sach- 
sen.    2  Theile.     1858.     8. 

Hahn'sche  Hiifbuclihdl.  in  Hannover: 
.3654.    Archiv  der  liesellseh.  f.  allere    deutsche  Geschichtkunde. 
Hrsg.  V.   (i.  H.  I'erlz,   11.  Bd.    5.  u.  6.  Hfl      1858.     8. 

C.   Th.   Schlüter,   VerlagshdI.,   in   Altona: 
5655.    A.  II.   Hansen,  Chronik   von   Wand.-,berk.     1834.     8. 
5656  n.  57.  2  weitere  Werke. 

Brodtmann'sche  Buch-  und   KunsihdI.  in  SrhafTtiauscn  : 
öfinS.    Die  .'^ihweiz.     Monatsehrift  von  L.  Eckardt   4-  P.  Voluiar. 
.\r.   li  11.   7.     18,38.     4. 

Ad.  Büchting,   Verl.  u.  Anlii|n.-Ildl.,   in   Kordhausen: 

5659.  C.  Voeke,  Sundershauscn   u.  s.  Umgebungen.  1838.  kl.  8. 

Dr.  J.  H    V   Hefner- Alteneck,    Prufcssur   u.  Couser- 

valor,   in    .Miimlien: 

5660.  Job.  Anricola ,  Sjbenliundert  vnd  Fiinlftzig  Teütscher 
Sprichwörter.      1534.     8. 

F.  Wiggert,  Professor  u.  Gymnaslaldirector,  in  Magdeburg: 

5661.  Ders. ,  über  Marlin  Luthers  Seliiilerlelien  in  Magdeburg. 
1851.     4. 

5662.  W.  F.  Pax ,  Keile,  gehalten  auf  d.  Düingyinna.sium ,  zur 
Vorfeier  der  tausendjahr.  Selbständigkeit  Deutschlands. 
1845.     4. 

Capaun-Karlowa'-elie   Bnrhhdl.   in   Celle: 

5663.  W .  \.  Ilcidenlierg,  \  irili  ner  (ieschicht.<()Uellen.  1.  Heft. 
1856.      8. 

3664.    Ders.,  Bremer  Geschiclitsquellen.    l.u.  2.  Beitr.    1856.  8. 
366.").    D«rs.,  <lic  Diöcese  Bremen.     1858.     4. 

Ignaz  Seelos,    Maler,    m    Bozen: 
5I)(>6.    I).   v.   (iidvanelli,  iiIht  die   in   d.   k.   k.   Bibliiitli.  zu   Inns- 
bruck befindl.  Ära  Dianae.     1824      8. 

3667.  Idea  della  storia.  el  delle  rensiietvdini  antielie  della  \  alle 
l.agarina.     0    J.      1. 

3668.  Inleress.  lieitr.  z.  e.  Gesch.  der  Eriigiiisse  in  Tirol  v. 
10.   April   1809   bis  d.  20.  Febr     |K|(|.      |S10.     H. 

3669.  C.  V.  Eiberg,  Tyrols  Vertheid.  geg.  d.  Franzns.  in  den 
J.    1796  n.  97.      1798.     8. 

5670.    Tirol  unt.  d.  baier.  Kegiernng.   l.Bds.  2.  .Milli.    l'-lß.    8. 
567).    2   Aufrufe   an    die   Tirnler.      ().   J.     H. 

Commission  z  Herauegabe  bayer.  u.  deutsch. Quel- 
lenschriften in   .Miiuehen  : 
3672.    Die.i.,    (,)ucllcn    und   Erörterungen    z.    bayer.  u.   deutsch. 
Gesch.    7.  Bd.     1858.     8. 


273 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


274 


K.  Akademie  d.  Wissenschaften  in  Erfurt: 

5673.  1'.  «nssel,  ubi-r  lliüririgisclu'  Orlsnaiiu-n.  (1.  Thl.)  1856.  H. 
G.  D.  TeutSCh,   Üireclor  d.   Gymnasiums  lu  Schäfsburg: 

5674.  Lehcnrechl   d.    evaneel.  Kirche    a.  B.    in   Siebenbürgen. 

183H.     8. 

A.  VÖmel,   BikIi-  lind   hunslhdl.,  in   Krnnkfiirl   a.   M.: 

5675.  rii.  Heller,  d.  vorkarolin^ischen    chrisll.  (ilaubenshelden 
am   Khein.     1858.     8. 

C.  F.  Schmidt,  Buchlidl.,  in  Slrafsburg: 
5676    Cb.  Srhmidt,  la  vic  et  les  travaux  de  Jean  Sturm.  1855.  8. 

K.  Lorsch.  Kaufmann,  in  Nürnberg: 
3677.    (J.  C.   Feuerlein),    eataloRus    disserlat.    el  Iraclat.  refür- 
iiiationern  ft'oricam   illustrantium.     1755.     8. 
Dr.  K.  A.  Barack,  Bibliuthck-Secretair  am  germ.  Mus.: 
5678.    H.    L.   Sehmitl,    de   Friderico    Taubmanno    adolescenle. 
ISfiS.       l 
P.  Dambacher,    liihlicjtheksgi-li.   am  geriuan.   .Museum: 
6679.   H.  Curas,  Einleit.  z.  Universal -Historie.     1727.     8. 

lenaz  Petters,  (iyinnasialhhrer,   in   l.eitmeril/. : 
568(1.    It.Ts  .    Beitrag  z.  IJialekt  -  Korschung  in  Kord  -  B()hmen. 
1858.     4. 
K.  Andrß,   Buch-  und  Kunsllidl.,  in   Prag: 

5681.  V.  Merklas,  Gemälde  von  Prag  u.  dess.  Umgeh.   1858.  8. 

5682.  A.  Aml)ros,  der   Dom  7.u  I'rag.      1858.     8. 

5683.  Ders.,  der  Führer  durch  den  Dom  zu  Prag.    1858.     8. 

5684.  Prag- Dresdener- Panorama.     1858.     qu.  8. 
.■■1685.    Prag  im   19.  Jahrb.     0.  J.      qu.  i. 

Heinr.  Keller,  BuehhdI.,  in  Frankfurt  a.  M.: 
5686.    B.  J.  Homer- Buchner,  die  Wahl-  u.  Kriinungskirche  d. 
deutschen   Kaiser.     2  Ahlh.     18,57  u.  .58.     8. 

Kais.  Akademie  d.  Wissenschaften  in  Wien: 
.5687.    Dies.,  Silzungsher.  XXIll.— .\XV.  Bd.     18.37—58.     8. 
5688.    Dies.,  Fontes  rcr.  Austriac.     2.  Abth.,  XIV.  Bd.,  3.  Thl. 

u.  XV.  Bd.,  1.  Thl.     1857.     8. 
.5689.    Dies.,  Archiv.     18.  Bd.     II.     1857.     8. 

5690.  Dies.,  Noliienblatl.     7.  Jahrg.     1857.     8. 

5691.  Dies.,   monumenia  Hnhshurg.     3.   Bd.     1858.     8. 
.5692.    Dies..  Denkschriften.     8.  Bd.     1857.     gr.  4. 

Gesammtverein  d.  d.  Geschichts-  u.  Alterthums- 

vereine   in   Hannover: 

5693.  Ders.,  Correspondenz-Blatl.     i\r.  10.     1858.     4. 
L'institut  hlstoriquo  in  Paris: 

5694.  Dass.,  rhnestii;aleur.     282.  u.  283.  livrais.     1858.     8. 

Magistrat  der  Stadt  Sonneherg: 
569.5.    A.  Si  iiliicher,  Volkstbümliches  aus  Sonneherg.   1858.  8. 

L.    Bechstein,     llofralh,     Bibliothekar    und    Archivar,     in 
Meiningen: 

5696.  Casp.  Adler,  von  Almosen  geben.   Hin  Sermon.   1533.  4. 

5697.  Ders.,  der  Vier  vnd  Dreifsigsl  Psalm,  ausgelegt.   1533.  4. 

5698.  Ders    (Aquila),  ein  sehr  hoch  nötige   Erninnung,  an  das 
kleine   bl.idc  verzagte   Christlich  heufflein.      I5J8.      .1. 

5699.  Bruch.slück  einer  Pgm.-H^.   dis   h.  Georg  v.  Ucinhot  >on 
Durne.     M.  Jhdl      kl.  4. 


III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung.*) 

J.  Wemeck,   Oekonom,  in  Frankfurt  a.   M. : 
24 1'^.    Bra(  leal   von   K.   Heinrich  VI. 

K.  F.  Walpuski,  Kaufmann,  in  IVurnberg: 

2419.  .\bteisiegel   von   St.   üeorgshcrg  v.   1491. 
Ign.  Seelos,  .Maler,   in  Bozen: 

2420.  Karte  von  Tirol  v.  1797. 

2421.  3  Holzschnitte  v.  16.  Jhdt. 

2422.  16  osterr.,  ital.  u.  engl.  Kupfermünzen  v.  18.  u.  19.  Jhdl. 

2423.  Eine   österr.    Silbermünze    v.   1795,    eine   lothringer    v. 
1756  und  eine  schweizer,  v.   1850. 

Dr.  G.  Schmitt  in  Zeilitzheim  : 
2124.    Originalsiei.'el  des  (J.  Reuller  v.   15.  Jhdt. 

Auernhammer,  Sludienlehrer,   in  Neustadt  a.   d.  A. : 

2425.  Bayr.   Silliermiinze  v.    1525. 

2426.  Brandenburger  Silbermnnze  v.  1559. 

2427.  Ein  Albus  v.   17.  Jhdt. 

2128.    Silbermünze  v.  K.  Leopold  I.  u.  Kupl'erjeton   v.   1601. 

2429.  Kleine  Denkmünze  auf  Franz  Ludwig,   Bisch.  V.Bamberg. 
Dr.  H.  Holder  in  Stuttgart: 

2430.  28  (Jypsabgusse  von   Medaillen. 

2431.  3  neuere  Broncemedaillen  und   1    Bleimedaille, 

2432.  5  neuere  Kupfermünzen. 

Freih.  V.  Haller,  kgl.  bayr.  Oberst,  in  Nürnberg: 

2433.  Pokal   mit  eingravierten   Verzierungen  v.   1619. 
Meyer,   Backermeister,  in  Nürnberg: 

2433  a.  Würzburger  Kreuzer. 

V.  Grundherr,  Uiltmeister,  in  Nürnberg: 
243.il).   lironiemiinze  des  Königs  Kotys. 

Oswald,   Kechtsanwall,   in  Nordhausen: 
2433  c.  Siegel  der  Stadt  Eisenach  v.   12.  Jhdt.     Gybsabg. 
2433  d.  Lackabdrücke  von  2  Siegelslöcken  des  15.  Jhdls. 

Höstermann,  Landgerichtsrath,  in  Saarbrücken: 
2434.    ^2  Landkarten  v.   18.   u.    19.  Jhdt. 
2135.    9  Schlachlplane  v.  1(i— 19.  Jhdt. 

2436.  47  Zeichnungen  mit  Enlwurlin  für  Festungsbau,  Ge- 
schützwesen u.  dergl.  mit  dazu  gehörenden  Abhand- 
lungen. 

St.  Motz,  Kanzleigeliülfe  am  germ.   .Museum: 

2437.  Feuer;;ewchr  mit  eingel.   Mclallvcrzicrungen.     18.  Jhdl. 
Eugen  Wagler  in  Nürnberg: 

2437a    \(rscliiedene  Rest«  von  Eisengerüthcn. 
Jacob  Huth,  Kaufmann,   in   Leipzig: 

2438.  .3^0  millelaltcrliche  und  neuere  Siegel  In  Gypsabgufs  und 
Lackalnlruck. 

W.  Tümmel,   Huchdruckcrelbesilzer,   in   Nürnberg: 

2439.  2  griifscrc  iiinl  ü  kleinere  Bronceringe  und  eine  Messer- 
klinge von  Eisen,  gefunden  in  einem  Grabi'  bei  Uuissen- 
liach,  Landgerichl   Ebermannstadt. 

2440.  .Mittelalterlicher  Schlüssel  von   Eisen. 


•)  In  dorn  Oo«cllonkoY.-rtplrl.nlfn(.  In  Nr.  B  l«l  <lor  Nuno  d«.  Oob«« 
v.n  Nr.  S3<W  In  nDr.  med.  MUhlenbeln  m  Ur»an«cli»ol|i"  «u 
borlclitlKCn. 


275 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


276 


Handschuch,  Gehülfe  in  der  KunsUamnilung  des  gerninn. 

2440  a.  Landwitle  vun  H.  Gustav  Adolf  von  Meklenbiir^. 
Wiggert.   Direktor  des  Gymnasiums  zu   Magdeburg: 

2441.  19   Magdeburger  Braclealen   von   II.— 13.  Jhdi. 

2442.  2  V^ü^ttel^berger,  1   nürnberger,   1   Mainzer  Silbermünte 
V.  15.-17.  Jhdt. 

Cantler,   Bezirksgerichtsassessor,  in  Nürnberg: 

2443.  Abbildungen   der  im  Gange  des  2.  Stocks  des  Rathhauses 
zu  INürnberg  angebrarhien  Patrizierwappen.     3  Blltr. 

Priem.   Literat,  in   Nürnberg: 
2443  a.   Hayr.  Kreuzer  v.  4622. 
Cohn.  ßani|uier,  in  Nürnberg: 

2444.  Silberne  Allegoriemedaillc  v.    16    Jhdt. 

2445.  Oeälerr.  Klippe  v.    16Ü2. 
Ungenannter  in  Nürnberg: 

24lli     .VriMilii   Mjn   Heidelberg,  Kupfrst.  v.   M.   Merian. 

Udo  Graf  v.  UexkUlI  in   liavensburg: 
2447.    2   Bruchstücke  einer   geschnitzten   Wandvcrtafelung    vom 
1(3.  Jhdt. 

Fr.  Bauer,  Buchbinder  am  german.  Museum : 
2447  a.   Silberrnunze  v.   K.  Leopold  f. 


Chr.  Braunstein,  Brbliothek,<gehülfe  am  germ.  .Museum: 
2417  1p    H:iiiiliurj:ir  Silberinüuze  v.  1533. 

Ungenannter  in  Nürnberg: 
244H.    2  grofse  Ansichten  von  Prag,  Kpfrstche. 

2449.  4   Bialter  mit  gemalten   \Vappcn   vom   16.  Jhdt. 

Buch-  u.  Kunsthandlung  von  K.  Andre  m  Prag: 

2450.  I'anoriirna    der    ,\der>lia(  her    Felsen,    Karbendruck    von 
A.   Ilarlinger. 

2451.  2  Panoramen  von  Prag,  Kpl'rsl.  v.  Hybirka. 
M,  Stör  in   Nürnberg: 

2432.   2  gestickte  Hauben  vom    18.   Jhdt. 
2153.    Kanne  von   blauem  Glase. 
2451.    W  ilclennannsgroschen  v.    1677. 

J.  Engert,  Gypsgiefser,  am  german.   Museum: 
2454  a.  Portrait  des  Konrad  Grofs,  Kpfrstch. 

Eisenbart,  .Vnlicpiar,   in   Würzburg: 
245").    \erzierles   Kästchen   vom   l.**.  Jhdt. 

Buch-  u.  Kunsthandlung  von  Mey  &  Widmayer 

III    Miinrlien: 
2436.    .\nsicht  Min   .München,  Kpl'rsl.   nach   l'analetto ,    1761.   N. 

Abdruck. 
2457.    Ansicht  zweier  Grabmaler  im  Dum  zu  Kegensburg,  Stdr. 

von    II.    Kühler. 


riironik  der  lilsldrisdidi  \>iTine. 


S  o  c  i  e  I  e  p  o  u  r  I  a  P  u  b  I  i  e  a  t  i  o  u  de  M  e  m  o  i  r  e  s  r  e  I  a  - 
tifs  ä  l'Histoire  de  la  Belgiijue.  In  Belgien,  wo  mit  be- 
sonderem Eifer  und  Unterstützung  der  königl.  Regierung  für  die 
Herausgabe  bisher  unzugänglicher  Geschichtsquellcn  gesorgt 
wird,  hat  sich  seit  1837  in  Brüssel  ein  neuer  Verein  von  Ge- 
schichtsfreunden zur  Veröffentlichung  einer  „Collection  de  Me- 
nioircs  sur  IHistoirc  de  Belgique  depuis  le  seizieme  siede 
juäi|u'a  nos  jours"  gebildet.  Der  frühere  Zusammenhang  der 
belgischen  Gebiete  mit  dem  deutschen  Reiche  gibt  einem  sol- 
chen l'nternehmen  auch  für  uns  eine  grofse  Wichtigkeit,  wie 
auch  die  ersten  bereits  begonnenen  Schriften  des  Vereins  be- 
weisen, die  säninitlich  der  Zeil  Karl's  V.  und  Philipps  II.  ent- 
nommen sind.  Nach  dem  Prospekte  sind  die  .Mitglieder,  die 
sich  immer  auf  Perioden  von  4  Jahren  und  zu  einem  jahrlichen 
Beitrage  von  30  Krcs.  verbinden,  in  der  Ab.-icht  zusammen- 
getreten, französische  Originalmemoiren  u.  a.  kleinere  Schriften 
zur  (ieschichle  Belgiens,  dann  franziisischc  Uebcrselzungen  der 
in  flamlandischer  und  anderen  Sprachen  geschriebenen  Werke 
mit  oder  ohne  Urtext  u.  a.  m.  herauszugeben.  An  der  Spitze 
»lebt  ein  Coniitc  von  15  Mitgliedern,  die  sowohl  durch  Stel- 
lung wie  durch  schriftliche  Leistungen  für  den  Krfolg  des  (ian- 
zen  Bürgschaft  geben.  Der  Prospektus  führt  als  schon  unter 
der  Presse    belindlirhe  Wt-rkc   auf: 

I.  Lcs  .Memoires  non  encore  veues  du  Sieur  I' iry  ilctiiijoti 
Kscuyer,  Bnilli  gentiral  d'Anchin,  hcrausgcg.  von  Herrn  A.  de 
Bobaul\  dc'SouniOy.  (Dieses  Werk  ist  bereits  crsihieiien  und 
wiril   im   Anzeiger  noch   besonders  besprochen   werden). 


2.  Memoire  anonyme  (atlribut-  au  presideiit  \igliusj:  la 
äource  et  le  commencement  des  troubles  suscitez  cz  Pays-Bas, 
soubs  le  gouvernement  de  la  duchessc  de  Parnie  par  ceux  qui 
avaient  pris  le  nom  de  geuex  (1364  u  1573),  herausgeg.  von 
Herrn   Wauters.    — 

3.  Recueil  par  forme  de  Memoire  des  acles  et  choses  plus 
notables  quy  sont  advenues  es  Pays-Bas  et  especialement  en 
la  ville  de  Tournay,  depuis  l'an  1565  mises  et  redigees  par 
cscript. ,  par  Pasquier  Delcbarre ,  herausgeg.  vom  Archivar 
Pinchart. 

4.  Memoires  de  Jac(|ues  de  Wesenbeke  conseiller  et  pen- 
sionnaire  de  la  ville  d'Anvers,  herausgeg.  von  II.  Itahlenbeck, 
mit  geschichtlicher  Einleiliing  und  Anmerkungen. 

5.  Jean  de  Poltor,  relalion  de  ce  qui  s'est  pa.-^se  dans  les 
Pays-Bas  et  principalement  dans  la  ville  de  Bruxciles  depuis 
1549  jusiju'en  15h2,  aus  dem  Khiml.  üliersetzt  und  herausgeg. 
von  Wauters. 

6  a.  Bricivc  Memoire  de  la  forme  et  des  ressorts  du 
gouvernement  pnlitique  des  Pays-Bas  soubs  l'oheissance  de  sa 
.Majeste  |iar  le  President  Hovynes.  —  b.  Considerations  sur  le 
gouvernement  de  Pays-Bas,  acheve  le  15  Avril  1616,  par 
Lievin-Elicnne  Vnn  der  Noot.  —  c.  .Memoires  sur  le  gouver- 
nement de  Pays-Bas  nutrichiens,  par  le  comle  de  \>  ynonls, 
berauatfcg.  von  F.   lielemans. 

7.  De  In  guerre  civilc  aux  Pays-Bas  jusqu'u  l'arrestntion 
du  Comle  de  .Montigny,  par  Pontus  Payen,  hernusg.  von  A. 
Henne. 


HräirSEBO.  Das  Abonnement  des  Blattes, 
welches  alle  Monate  erscheint ,  wird  ganz- 
Jährig  angenommen  und  beträgt  nach  der 
neuesten  Postconvention  bei  allen  Postäm- 
tern und  Buchhandlungen  DcuficA/andJ  incl. 
Oestreichs  i  ü.  4Skr.  im  24  a.  •  Fufs  oder 
1  Thlr.  16  Sgr. 

Für  Franireic/i  abonnirt  man  in  Strals- 
bürg  bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Paris  bei  dem- 
selben, Nro.üS.  nie  NotreDame  deNazareth, 
und  bei  der  deutschen  Buchhandlung  von 


FIK  EMI  DER 


Nene  Folge. 


yZEICiER 


K.  KUnck^ieek  ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  odar 
bi'l  dem  PosUmt  in  Karlsruhe;  für  Eng' 
land  bei  WilUuus  &  Norgate,  1-1  Henriette* 
Street  Covent-Garden  In  London;  für  Sord- 
amrrika  bei  den  Postämtern  Bremen  und 
HamburK.  — 

Inserate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anzeigers  und  dessen  wissenschaftlichem 
Gebiete  in  Verbindung  stehen,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Columnen* 
reile  mit  7  kr.  oder  2  Sgr.  berechnet. 


Fünfter  Jahrgang. 


OUGVN  DES  GEIIM AMSl HEX  MLSELMS 


1858. 


^9  \). 


St'püiiibcr. 


Wisscnscliariliclie  )lilllieiliiiiiien. 


.tlbert,  Erzblt^ciiui'  von  Ili^a,  iiiitl  Meine  !^i|iitM€iiar(  in  aiilVteigeiider  L.luie. 

(Forlsetzung.) 
Von  E.  F.  Mooyer  in  Mindeo. 
2.  Irmgard  (Erminfiirdis)  hcilV(  die  Mutter  ciiie.s  II cm-  wohl  der  Ileinricli  v.  Capcllc  sein  durfle,  dessen  am  20.  März 
rieh  Capella.  Der  letztere  >'ame  stellt  vielleicht  absre-  1237  Erwalinuiiff  geseliieht  (Lübecker  L'rk.-Buch,  I,  64). 
kürzt  statt  Capellanus,  und  in  diesem  Falle  möchte  er  der  Wenn  jener  etwa  Domdechanl  iu  Hamburg  war,  dann  wird 
gleichnamige  Kapellan  Albreclifs,  Grafen  von  Nordalbingien,  seiner  1212  gedacht  (l.appeiiberg,  Urk.-Iiuch,  I,  342,  343. 
gewesen  sein,  dessen  1212  (das.  I,  344.  Gruber,  221.  Staphorst,  I,  63b,  039.  Lnnig,  XVI.  Anh.  109.  v.  Eckhart, 
Ileinze,  Sammlungen  lUr  Geschichte  und  Staalswirthschaft,  Hist.  Princ.  Sa.x.  564),  und  sein  Tod  erfolgte  am  10.  dkl. 
I,  263)  und  um  1227    (Gruber,  251)   gedacht   wird,   der      vor  1221. 

aber  verschieden  ist  von  demjenigen,   der  schon  1147  an-  3.  Adelheid  ist  filr  die  gegenwärtige  .>liltlieilung  eine 

getroffen  wird  (Erhard,  Cod.  II,  50.),    wie   er   auch  nicht      wichtige  Person;  ihre  Descendeuz  mag  hier  folgen; 

Adelheid. 
Gem.   N.  N. 


Albert,  Eugelbeil.        Dietrich.        liotniiir.        Her  mann.        Saluiiion.        Juliiinii 

Bischof  von 
Riga. 

Dafs  der  Gemahl  dieser  Adelheid  einer  v.  .\p  eidern 
und  nicht  v.  ßu.Yliowderi  war,  erhellt  aus  den  liezeich- 
nungen  der  Kinder  iintercinantler,  namentlich  daraus,  dafs 
der  Sohn  Johann  ausdrücklich  v.  Apeldern  (de  Apel- 
dcrlo)  genannt   wird    (vgl.  das.  293.    Aiim.    10).     .Man   hat 


luchlti . 
Gem.    Engelbert 
V.   Tisenhousen. 

Goldenstedl,  im  oldenburgischen  Amte  Vcchic,  das  134b 
Apcldorn  (  v.  Ilodenbcrir,  lloyer  l'rk -Buch,  62b  )  und  1354 
Apellcrn  (das.  633)  beilVt ,  bald  noch  anderswo  gc.-iiclit; 
ich  glaube  aber  nicht  zu  irren,  wenn  ich  den  fraglichen  (»rl, 
aus  dem  im  Jiilue   1139    sieben   Morgen    Landes    vom   En- 


den Ort,   wonach   sich  letzterer  schrieb,    bal.l  in  Apeler  in       bischuf  Adnlberl  II.  (1123  f  25.  Aug.   I  Mb)  an  da^  bre- 
der  Grafschaft  Schaumburg,   bald   in  Apclern    im  Kirchspiel      mensche  Paulsklosicr  gc.-clunKi  «urdeii  (l.appenberg,  l'rk.- 


291 


Anzeiger  für  Kuiiiie  ilor  (Iculsclien  Vorzeit. 


292 


Buch,  1,  150),  in  demjenig-en  Dürfe  suche,  welches  auf 
einer  alten  Karte  von  1767  Apiur  genannt  wird,  zu  der 
hannoverischen  Landdroslei  Stade  gehört,  zw  ischen  Geesten- 
dorf,  Nuckel  und  Bexhöwede,  und  zw  iscjien  der  Ltine  und 
Geeste  liegt,  ganz  in  der  Nahe  des  Rohrbaches,  jedoch  von 
Appelen  im  Kirchspiele  Beverstädt  zu  unterscheiden  ist. 

Albert  war  anninglich  Domherr  in  Bremen  und  nicht 
unwahrscheinlich  derjenige  Albert,  der  urkundlich  um  11S9 
(das.  256),  am  3.  Juli  1194  (das.  264)  und  am  13.  Aug. 
1194  (das.  265)  angeführt  steht.  Nachdem  Berthold,  Abt 
in  Loccum,  dann  Bischof  in  Kiga,  am  25.  Juli  1198  ersto- 
chen worden  war,  wurde  gegen  Ende  desselben  Jahres 
Albert  sein  Nachfolger  (vgl.  Allgem.  VVelthistorie,  L,  319. 
Arndt,  II,  301.),  der  jedoch  erst  im  Sommer  1199  nach 
Liefliiiid  kam  (Hiiirn,  95.  Arndt,  I,  22.  Lisch,  Jleckicnh. 
Jahrh.  XIV,  3.  Suhm,  Historie  af  Danemark,  VIII,  497, 
499.).  Sein  Tod  erfolgte  am  17.  Jan.  1229  (Langebek, 
Scr.  rer.  Danicar.  V,  388;  vgl.  Napiersky,  Inde.x  Corp.  bist. 
ilipl.  I.ivon.  II,  356.  Hiärn,  148.  Allgem.  Welthist.  L,  367.). 

Engelbert  war  Domherr  in  Neumiinster  und  folgte 
1201  seinem  Bruder  Albert  nach  Liefland  (Gruber,  21), 
woselbst  er  bald  darauf  zum  Propst  des  durch  den  Bischof 
Meinhard  (1192  f  12.  Okt.  1196)  zu  Ue.vkul  gegründeten, 
von  .\lberl  aber  im  dritten  Jahre  seiner  \\eihe  nach  Riga 
verlegten  Domstifts,  welches  der  h.  Maria  gewidmet  war, 
erwiihlt  wurde.  Als  solcher  starb  er  schon  1208  (Grnber, 
224.  Arndt,  I,  73),  weshalb  er  nicht  mit  Engelbert,  Bischof 
von  Kurland  zu  Pilten,  verwechselt  werden  darf,  der  1237 
zu  dieser  Würde  gelangte  und  1245  vor  dem  9.  Okt.  er- 
schlagen wurde.  Sein  Nachfolger  als  Dompropst  war  (seil 
1208)  ein  Johann,  der  noch  1231  genannt  wird  (Iliarn, 
270.  Czarnewski,  de  Semgalliae  Episcopatu,  18),  aber 
1252  diese  Würde  nicht  mehr  bekleidete. 

Dietrich  blieb  im  weltlichen  Stande,  kam  1202  nach 
Liefland  (das.  99,  Gruber,  23.)  und  verheirathete  sich  dort 
mit  Sophie,  einer  Tochter  des  Fürsten  von  Pobilzk,  ( Gercike ), 
Namens  Wsewolod  oder  Wladimir  (vgl  (la>.  122,  14J, 
119,  Allg.  Welthist.  L,  337,  377),  und  wird  von  1207 
(Gruber,  57)  bis  1230  (Hiarn,  149)  namhaft  gemacht. 
Seine  Wiltwc  Sophie  soll  >puterhin  (12(;9)  der  Sohn  Engel- 
berfs  V.  Tisenhauscn,  Namens  Johann,  zur  Krau  genommen 
haben  (ilas.  180).  Gleichwohl  licifst  es,  Wladimir  habe  eine 
zweite  Gemahlin  Euphrasia  (Eiipraxia)  gehabt,  die  vor  1243 
getödtet  worden  sein  soll  (Mitthcil.  aus  dem  Gebiete  der 
Gesch.  Liv-,  Esth-  und  Kurlands.  VI,  IL  III,  335.). 
(Schlufs  folgt.) 


leber  die  tinier  ITIeltiler  Felber  und  Fnlli. 

Von  Eduard  Manch  in  Ulm. 
Die  in  Nummer  8  dieses  Blattes  gegebene  Abhandlung 
,. Al)t>nlpiicrliclie  Wehr"  «iinscbt  am  Schlüsse  nähere  Auf- 
klarung über  die  oben  genaunicn  Linier  Meisler.  Meine  lang- 
jährigen Forschungen  in  der  schwäbischen  Kunstgeschichte 
gestatten  mir,  vorlaufig  Folgendes  milzutlieikn :  Im  Jahr 
1416  baute  ein  Hans  Felber  von  Ulm  einen  Wasserthurm 
in  Augsburg,  und  im  Laufe  der  Jahre  von  1423  bis  1427 
wird  der  gleiche  Name  in  der  Geschichte  Ulms,  bald  mit 
dem  Prüdicat  ,, Bronnen- Meister '■■,  auch  „Büchsen -Meister" 
und  -Kanoncngiefscr"  und  bald  nur  kurzweg  „\\'erkmann" 
verbunden,  aufgezählt.  Von  1429  bis  1435  kommt  ein 
,.  Hans  von  Vlm"  als  Meister  in  den  Baureclinutiircn  der 
St.  Georgskirche  in  Nördlingen  vor,  und  ist  dies  ohne  Zwei- 
fel der  soeben  gedachte  Hans  Felber.  Dieser  Hans  Felber 
war  also  ein  vielseitig  gebildeter  Mann  und  ist  sicher  der- 
selbe „Meister  Hanns  Felber  von  Vlm'^  von  welchem 
als  Verferliger  eines  abenteuerlichen  Kriegswagens  in  dem' 
Nürnberger  Schreiben  vom  Jahr  1427  die  Rede  ist,  zumal 
die  Geschichte  Ulms  weiter  erzählt,  dal's  ein  Hans  Felber 
im  Jahr  1444  von  dem  Kaiser  Sigmund  nach  Prcfsburg  be- 
rufen wurde,  um  daselbst  ein  ^^'erk  zu  verfertigen,  dessen 
Construction  ein  Geheiniiiifs  bleiben  solle  und  das  also  sehr 
wahrscheinlich  ein  ähnliches  Kriegs-Instrument  war.  Dafs 
Hans  Felber,  oder,  wie  er  auswärts  genannt  wurde,  ,.Hanns 
von  Vlm",  auch  am  hiesigen  Münslerbau  unter  Ulrich  Ensin- 
ger  arbeitete,  ist  sehr  wahrscheinlich;  ich  habe  mich  darüber 
in  dem  „Deutschen  Kunstblatt",  1855,  Nr.  48,  näher  ausge- 
sprochen. Bei  dem  in  der  erwähnten  Abhandlung  weiter 
genannten  „Falben  von  Vlme"  dagegen  ist  durchaus 
nicht  an  eine  Identität  mit  „Felber"  zu  denken.  Das  Ge- 
schlecht der  „Falb"  oder  „Falben"  ist  viel  älter  als  das  der 
„F'elber",  und  dociimentiert  ist,  dafs  im  Jahr  1474  ein 
„Georg  Falw  von  VIni"  eine  grofse  Veränderung  der 
Orgel  im  Münster  zu  Basel  vor^renommcn  hat.  also  ebenfalls 
ganz  sicher  derselbe  „Falb  von  Vlme"  ist,  welcher  im  Jahr 
1476  eine  Orgel  in  der  St.  Lorenzkirche  in  Nürnberg  er- 
richtete. 


Biographie. 
Künstler. 


I>i<'  llaiiilMflii-iriciiHitiiiiiiliiiiK  «l4*H  Keriiin- 
nlMrli«'!!   ^liiMeiiiiiN. 

Von  Dr.  Karl  Bartsch,  Professor,"" in  Rostock. 
ISchlufs.) 

VII.    Ein    Handschriften  vcrzeichni  fs    der 
St.    Rii  prechlskirche   in   Salzburg. 
Das    germanische  Museum    besitzt    unter   Nr.  W74;i    eine 
Pergamenthendschrifl  in  schmal  Folio,   die   auf   30  Blattern 


Zastände. 

Sprache  u. 

Schrill. 

HandschrirteD- 

kundo. 


293 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


294 


ein  Verzeithiiifs  der  HaudMliriflcu  der  oben  ^'tnaiiuten  Kirche 
eiilliiilt.  Nach  einer  dem  Calalog  voraufgeheuden  Notiz 
wurde  derselbe  im  Jiihre  1433  geschrieben,  unter  dem  Erz- 
biichof  Johann  ,  der  noch  als  Probst  der  erwähnten  Kirche 
die  Bibliothek  gründete,  die  Bücher  gröfstentheiis  einbinden 
und  von  zwei  Kanoniliern,  deren  Namen  nicht  genannt  wer- 
den, und  dem  Magister  Johannes  Holveld  ordnen  und  regi- 
strieren liei's.  Die  Zahl  der  Handschriften,  die  in  achtzehn 
Reihen  aufgestellt  waren,  wird  in  jener  Vorbemerliung 
auf  390  angegeben,  dagegen  ergibt  die  Summe  der  bei  den 
einzelnen  Keihen  augefuhrten  Zahlen  ohne  die  sechszehnte, 
bei  der  keine  Zahl  notiert  ist,  schon  393  Volumina.  Ich 
hebe  die  interes>anteren  llaud^chriften  hervor. 

33.  Item  Epislola  Alquiiii  Ad  Kiuolum  Iinperalorem. 

35.  Item  de  Inlroitu  sancli  Hudberti  Ad  Noricam  Et 
calhalogus  Episcoporum  sine  .^bbatum  Ecclesie  S. 
Jiiuauensis. 

98.  Item  vila  et  Actus  sancti  Cudberti. 
100.  Item  Ahpiinus  de  sauctn  Trinitate  libri  tres. 
118.  Item  Isidorus  de  ortu  et  obilu  sanctorum  patrum. 
125.  Item  Kathalogus  sumnKjruni  pontiHcum. 

145.  Item  Jeronimus  de  Liris  lllustribus.  Item  Genadius 
presbiter  Massiliensis  de  Viris  lllustribus. 

146.  Item  epistole  Albini  Et  in  fine  Quedam  curiose  Quil- 
titates  Et  pulchri  versus. 

154.  Item  passagium  Godefridi. 

159.  Cronica  bcde  de  Genie  Anglorum. 

160.  Epistole  quedam  .Mhini  .  .  .  Itein  Epistole  Karoli  ad 
Albinum. 

165.  Item  epistola  eiiisdeni  (^Bernhardi)  Ad  Ilainricuni  Seuo- 
nensem  Archiepiscopum. 

185.  Item  passio  Thiemonis  Arcliiepiscopi  Juuauensis. 

192.  Decreta  conciliorum. 

195.  Regule  Canonicorum  secularium  (|uas  ludwicus  Impe- 
rator ordinäre  fecit  Anno  Incarnacioni.«  dominice  oclin- 
gentesimo  Indicione  decinia  .\ano  Impcrij  sui  tcrcio 
Aquisgrani. 

213.  liclhorica  Tulij  velus  libri  duo. 

219.  Verschiedenes  von  Aristoteles. 

224.  Abbrcuiacio  Cronice  ab  inicio  mundi  vsque  ad  Karo- 
lum  .Magnum.  Item  Breue  Martirilogiiirii.  Item  Quedam 
labule  compotorum. 

232.  Uirgilius  bucolicorum  Georgicorum  et  eneidorum. 

233.  Seruius  super  Opera  virgilij. 

282.  Tractatus  Magistri  fridrici  doctoris  dccrctorum  Cano- 
nici Babenbergcnsis  de  Miraculis  faclis  in  pulka.  item 
tractatus  fratris  vlmanni  Ordinis  minornm  de  .Mirnculis 
factis  in  pulka. 


284 — 287.  Prima,  secunda,  terlia,  quarla  pars  speculi  hysto- 

rialis. 
290.  Kathalogus    summorum    pontificum.      Item   crouica    de 

Origine  mundi. 
292.  Vitae  sanctorum  enthaltend. 
294.  Passionale  quorundam  sanctorum.    Ebenso  295.  296. 

297.  Sulpicius  seuerus  de  vita  et  virlutibus  sancli  Martini 
Episcopi  libri  tres.  Item  legende  Sanctorum  Galli 
Nicolai  Rudperli  et  Lamperti  confessorum.  Item  de 
vita  et  uirtutibus  sancti  Vdalrici  Episcopi.  Item  legende 
Sancte  AlTre  et  Sande  Crucis. 

298.  Liber  de  vila  sancti  Germaui  Parisiace  vrbis  Episcopi. 
Et  de  translacione  eiusdem. 

299.  Hjsturia  de  Furseo  u.  a.  Heiligenleben. 

300.  De  Saiicio  Biidberto  quouiodu  veneril  ad  Juuauiuni  et 
de  Successoribus  suis  Et  Iiniieratoribus  et  Kegibus 
Francorum  Ac  ducum  Bauaroium. 

302.  Actus  sancti  Oswaldi  regis  Anglorum.  Item  legende 
sanctorum  Gothardi  et  Jodoci. 

303.  Vita  et  miracula  quorundam  sanctorum. 

304.  Legende  sanctorum. 

319.  Breuis  Cronica  vsque  ad  Innocencium  quarlum  et   an- 
num  domini  M".  CC".  et  XLIII". 
Mit  Nr.  350  hört  die  Bezifferung  der  Handschriften   auf 

in  der  sechszehnlen  Reihe  der  Bücher. 

Bl.  24  rw.  Decretum  nobis  per  reuerendissimum  patrcm 
et  dominum  dominum  Fridericuni  Archiepiscopum  du- 
natum  An"  domini  etc.  XLII°. 

BI.26  rw.  Liber  yuonis. —  Decreta  conciliorum  et  syuodorum. 

Bl.  27.  Epislola  Magisirj  Hikhardi  de  Pofie  super  slilu 
curie  Romane.  El  super  vniuersis  litterarum  formis 
quas  seruat  ecciesia  quarum  Registrum  in  principio 
carundcm  annolatum  est. 

Bl.  27  rw.  Summa  composit»  super  vsibus  feodorum  |)er 
dominum  Odefridum.  .  .  Item  de  pace  Coiistaiicie  com- 
l>().-ila  inter  imperatorem  Fridericuni  et  lilium  eins 
llaiiiriciini.  Et  (|lll).^dam  nidules  Alinoiiie  e.\  viin  parle 
et  ciuitates  socielalis  I.omhardie  Murchie  alquc  Romar- 
gine.  .  .  .  Item  conswetiidines  feodorum  ...  in  linc 
Ordo  compilacionis  feodorum  secundum  dominum  Ode- 
fridum. In  line  conlinelur  te.vius  fcudorum. 

Bl.  28  rw.  Item  libros  nnuolatos  infra  habet  cnpilulum  c.\lrii 
libernriam  pro  leclione  niense  jn  refeclorio. 

Bl.  29.  Item  Actus  sancli  Siluestri  episcopi  vrbis  Rome. 
.  .  .  Item  vila  S.  Ileiiirici  Regis.  Ilcm  qunlilcr  pignorn 
S.  Ileriiielis  Salczbiirgani  sunt  tran.'.lata  Item  (junliter 
corpus  beali  Martini  venit  Snlczhurgnin  El  de  alijs  cor- 
p(jril)us    et    reliipiijs    iiuilliiriim   .'•>iiutiiruiii    qiic   sunt   in 


295 


Anzeiger  für  Kundf  der  ileutschen  Vorzeit. 


296 


Literatur. 

PoeJiie. 

S«ge. 


eadem  urbe  Item  colleccio  de  tempore  et  de  trans- 
lacione  fancti  Riidperti.  Item  visio  Hililegardis.  Item 
poesis  Baltharij.  (rw.)  Item  de  Conriulu  Anhiepistopo 
Saiczeburgensi.     Et  de  quibusdam  suis  successoribiis. 

Die  in  Pertz'  Archiv  Bd.  9  und  10  mitsethcillen  Sulz- 
burger llundsihriftenvcrzeiclinissc  stimmen  zwar  in  einzelnen 
Handschrirten  zu  diesem  Cataioge,  aber  Vieles,  was  er  ent- 
halt, findet  sich  dort  nicht  verzeichnet.  Es  ist  daher  wohl 
anzunehmen,  dnTs  die  meisten  dieser  llandschriflen  nicht  mehr 
in  Salzburg  sind  und  entweder  gar  nicht  mehr  e.xistieren, 
oder  zerstreut  sind. 


CäaiMl>riiiii«4. 

Vom  Archivar  Herschel  in  Dresden. 

In  jeder  der  drei  Ausgaben  der  verdeutschten  „Chronica" 
des  Avcntinus  von  1566,  1580  und  1622  (vergl.  über  sie 
Wiedcmanns  treffliches  Werk  über  Aventinus;  Freising,  1858, 
S.  280  IT.)  finden  sich  vorn  die  Holzschnitte  der  zwölf  fabel- 
haften Urküuige  Deutschlands.  Der  siebeute  derselben  heilst 
fiambrivius.  Er  trügt  zwar  keinen  Bierkrng,  sondern  den 
Ilclni  in  der  Hand;  im  Hintergrunde  aber  sind  Gerstenfelder 
und  Biergefafse  zu  erblicken,  und  in  den  Keimen  unter  dem 
Bilde  auch  die  Verse  zu  lesen: 

„Er  hat  aus  Gersten  Mallz  gemacht 
Vnd  das  Bierbräuwen  erst  erdacht." 

Dies  alles  unterstützt  die  Gräfse'sche  Vermuthung  (s. 
Sp.  81  f.  dieses  Jahrg.  des  Anzeigers,  und  ilagegen  Sp.  179), 
dafs  kein  anderer  als  der  Avontinische  Ganibrivius  der  Ahn- 
herr des  vielbesprochenen  Gambrinus  sei. 


Land  u.  Leute 

Stüdtewcsco. 


raiililtlorfor  ^»tadtreriit. 

Von  Professor  Dr.  Gen  gl  er  in  Krhmgen. 

f  Kortsclzung.) 

Wie  nun  die  vorangestellte  Inhalls-Uebcrsicht  zciul,  be- 
zieht sich  die  grüfscre  Zahl  ilcr  Arlilul  .nif  poliziilidic  Gc- 
gensLindc,  vornehmlich  da>  Gewerli.'-wc>cn.  und  nur  v  eilige 
processualischc  (Arlt.  IG,  Od,  70),  strafrechtliche  (Artl.  21 
bis  26,  64,  67,  69),  ^()wic  das  Privatrecht  berührende  Be- 
stimmungen (Arlt.  51,  62,  78,  87)  sind  (Inzwischen  einge- 
schaltet. Im  Ganzen  prngt  sich  übrigens  das  eigenthümlichc 
politische  Geschick  des  Städtchens  Mühldorf,  welches  in  den 
Wirren    des   Mittelalters,   schon    durch    seine   Lage    an   der 


Grenzmarke  Salzburg'«,  Oesterreich's  und  Bayern's  allen 
Gelüsten  und  Fehden  der  Fürsten  blofsgestellt,  fortwährend 
einem  Spielballe  gleich  hin  und  lur  geschleudert,  oft  be- 
lagert, bestürmt  und  crolicrl  wurde,  bis  es  endlich  wieder 
am  Schlüsse  des  .\V.  Jahrhuiideits  dauernd  unter  die  alt- 
angestammle  Schulz-  und  Oberherrlichkeit  der  ErzbischOfe 
von  Salzhuro-  gelangte  (PI.  Stumpfs  Bayern,  S.  146),  un- 
verkennbar auch  im  Geiste  und  Worte  der  Statute  aus,  welche 
in  ängstlicher  Besorgnifs  vor  den  die  Thore  umlauernden 
Feinden,  neben  dem  stolzen  Selbstgefühle  des  Bürgerlhums 
doch  keineswegs  eine  gewisse  Schmiegsamkeit  unter  die 
fiirstlichc  Hoheit  verleugnen  können,  als  fänden  sie  gleich- 
sam in  derselben  eine  bessere  Beschirmung  der  Stadt,  denn 
hinter  ihren  festen  Mauern  und  Thürmen.  Die  Quellen  der 
Rechtssammluug  mögen  zunächst  ältere  stadiherrliche  Privi- 
legien ,  auf  welche  wohl  die  Worte  des  von  der  Nothwehr 
sprechenden  Art.  23:  „nach  dem  allten  statrecht ,  als  sy 
von  (liMU  fUrjitcn  gesaczt  ist  mit  alltenn  rechten"  zu  deuten 
sein  dürften;  ferner  frühere  Markt-  und  Handwerksordnungen, 
welche  sich  z.  B.  noch  in  den  umfassenden  Arlt.  4 — 8  er- 
kennen lassen  ;  dann  städtische  Observanzen  und  Gemcinde- 
raths-lieschlüsse,  endlich  vielleicht  auch  der  Schwabenspie- 
gel, wenigstens  in  Ansehung  der  jüdischen  Schwurformel 
(Art.  90),  gewesen  sein,  wogegen  eine  Entlehnung  von 
Satzungen  aus  andern  Stadtrechten,  z.  B.  dem  Münchner, 
an  welches  allerdings  einige  BeslimmunsrcN  (Arlt.  48,  64, 
67)  erinnern,  mit  Sicherheil  nicht  behauptet  werden  kann. 
Die  Zusammenstellung  jener  Stücke  zu  einem  Ganzen  mufs 
aber,  wenn  v.  Kleinmayrn  über  das  Aller  der  von  ihm  er- 
wähnten archivalischen  Handschrift  nicht  im  Irrthum  ist, 
noch  zu  Ende  des  .\III.  Jahrhunderts  erfolgt  sein.  Ob  jedoch 
die  vorliegende  Museums-Handschrift  eine  reine  Copie  jenes 
Code.x  oder  etwa  eine  jüngere  Redartion  des  Statuts  ent- 
halte, vermag  hier  nicht  entschieden  zu  werden.  Nur  soviel 
darf  als  gewifs  gellen,  (l;lf^  das  Stadiredil,  « ic  es  sich  in 
gegenwärtiger  Abschrift  darstellt,  in  einer  Periode  entstan- 
den sein  müsse,  da  Muhldorf  völlig  der  Ilerrschnfl  Salzluirs's 
unterworfen  «ar,  inilcni  der  vor  dorn  Rathe  geleistete  Bür- 
gere id  dahin  Innlele:  ,. ich  schwer  dem  heilisreii  hcrren  sand 
Rnedbrccht,  \rin.-croni  genediccn  hcrren  znc  Sali  zburg,  dem 
Capill  ilasclhcn  vnd  iren  rechten  iiai  lihdimii  Irew  vnd  ffe- 
horsam  sein,  als  ein  yeder  seiner  rechten  herschafft  schul- 
dig ist."  Ein  solches  Suhjcctious-Verhallnifs  hat  jedoch  be- 
reits von  1286  an  längere  Zeil  hindurch  obgewnitcf.  Schlicfs- 
lich  stdlen  nun  einige  der  wichtigeren  Artikel  nach  ihrem 
vollständigen  \\'ortlaule  zur  Probe  mitgelheill  werden. 

24.  Von  dem  recht.   Schelltcr  vnd  srhclllerin  die  nicht 
Ifcpucssen  mugen  jr  pöse  worl  mit  der  zune  an  das  schnei- 


297 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


298 


denl  eysenn,  zue  der  schraylat ,  das  ist  jr  piiep  vnd  darzue 
die  Stadt  verpoten. 

•)  „Schraitat,   schraiat-  —  wofür  im  Art.  64  das  ab- 
gekürzte ^schray"  be^e^net —  ist  der  Schaudpfalil, 
an  welchen  die  (ilTenllirh  auszustellenden  Verbrecher 
gebunden  wurden.     Grimm,  R.-Alterlh.  S.  725. 
25.  Wie   man    den   passtain    tragren  sol.     Welleich 
ieichtweib  patent  mit  den  worten ,   die  sy  vermeiden  sollen 
wider  ain  burgerin,    oder   wider  jr  genossin,    der   sol  der 
fronbot  den  pagsfain  an  iren  halls  hencken  vnd  sol  sy    von 
gassenn  ze  gassenn    treiben,    vmb   ir    vnnuczes    pagen,    mit 
ainem  gartt,  vnd  die  Stat  verboten,  das  ist  ihr  puejj. 

*)  „Pagen"  bedeutet:  schelten,  schmähen,  lästern.  — 
Der  Pag-,  Bsg-  oder  Pukstein,  welcher  auch  im 
^^'eislhume  von  Reichenau  (in  Obcrosterrcich)  von 
1495  allen  mit  ihrer  Nachbarschaft  unverträglichen 
„Frauensbildem",  dagegen  im  Ofener  Stadirechte 
§§.  155,  180  nur  den  böszüngigen  Pfragnerinnen 
und  Salzhändlerinnen  angedroht  wird,  scheint  völlig 
identisch  mit  dem  im  Anzeiger  f.  1857  Sp.  86  ff. 
ausführlich  besprochenen  Klapper-  oder  Lastersteine 
zu  sein.  Vgl.  Michnay  u  Lichner  z.  Ofner  Stadt-R 
§.  155.  S.  97,  98. 

50.  Wer  krawt,  gras  dem  anderen  nimbt  oder 
annder  arbayf.  Wer  krawt  gras  oder  annder  arbayt  dem 
annderen  nymbt  auf  dem  veld,  der  das  nicht  vergellten  mag, 
denselben  sol  man  dem  Schorgen  antwurfen.  das  er  jm 
darumb  den  palk  per,  oder  der,  dem  er  den  schaden  hat 
geton,  an  wunten,  vnd  des  beleih  an  schaden,  oder  stellen 
auf  den  [iranger. 

*)  „Den  palk  pern"  (bern)  —  cutem  llagellare,  ver- 
berare,  virgis  caedere.     Grimm,  a.  a.  0.  S.  703. 

51.  Von  dem  burgkrechf.  Burgkrecht  verantwurten 
nindert  annderswo  dann  vor  dem  Statgericht.  Niemand  sol 
scins  biirckrechtz  verkauffcn  oder  hingebenn  kainem  gaßt 
an  der  hurger  rat  bei  V  tE  den.  vnd  der  chawf  sol  ab  sein. 
\Ncllicli  burger  seius  burckreclitz  siezet  jar  vnd  tag  in  sei- 
nen purckrecht,  an  ansprach  vor  dem,  der  bey  jm  in  dem 
land  ist  gewcsenn  die  Zeit,  fürbas  sol  er  sein  pnrckrecht 
von  demsilben,  der  jn  da  anspricht,  mit  rue  haben,  spricht 
er  den  burger  darüber  an,  so  sol  er  ihm  seinen  schaden 
nblhucn.  den  er  der  Clasr  nimlit.  vnd  dem  riclilcr  bei  ij  5  den. 

*)  Fs  ist  hier  von  den  im  Snlzburgisclicn  und  Passaui- 
sclien  vorzugweise  verbreitet  gewesenen  Burgrechte 
(jus  civile)  die  Rede,  welchem  jedoch  nach  dem 
Mühldorfer  Sladtrechte  (s.  auch  Art.  12  ,.dic  purck- 
recht vnd  hofstat  jnncrthnlb  der  Stat  habend'')  eher 
der  Charakter   eines    F.rbpachtvcrhältnisses    (emphy- 


tensis),   denn  jener   eines  Rentenkaufes  beigewohnt 

zu  haben  scheint.  Vgl.  E.  F.  v.  Hefs,  das  Burgrecht 

dargestellt  und  erläutert,  Wien  1853,  S.  5  ff. 

59    Wie    der    ricliter    einen    burger    fahen    soll. 

Der  Richter  sol  kainen    burger   der  gesessenn  ist  vmb  kain 

inzicht  noch  durch  hab  nicht  fahen,  es  bring  ee  der  Richter 

die  inzicht  haimlich  an  die  genanten  purger,  wie  der  inzicht 

sey,    darnach    was  sy  geratend  daran,    des   sol  der  Richter 

gefällig  sein,   er   vach  jn   dan  auf  der  rechten  fraies,    vnd 

dannach   sol  jn   der  Richter  auf  gewishayt  ausgeben ,    mit 

leib  vnd  mit  guet,  auf  das  Recht. 

*)  „Fraies,  freis^'  —  factum  horribile.  Haltaus,  Glofsar. 
col.  485.  Das  „Fahen  auf  der  rechten  freis"  ent- 
spricht wohl  dem  „begreifen  an  warer  vnnd  frischer 
tadf  des  alt-bambergischen  Stadtrechls  Tit.  VII.  §.69. 
—  „Gewishayt"  ist  Sicherheitsleistung  durch  Pfand 
oder  Bürgen. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Ziiiii  VoIpertMliNiiHer  Fund. 

Von  Dr.  J.  Muller,  Conservalor  der  Alterthumssammlung 
des  gernian.  Museums. 

Im  dritten  Theile  seines  fleifsigen  Werkes  über  die  deut- 
schen Kaisermunzen  des  Mittelalters  hat  Cappe  die  ansehn- 
liche 2ahl  von  918  dahin  gehörigen  Münzen  nachgeliefert. 
Neben  dem  Saulburger  Funde,  der  hier  vielfach  genauer 
bestimmt  wird,  hat  für  uns  besonders  der  zu  Volperlshausen, 
Kreis  Wetzlar,  gemachte  ein  näheres  Interesse,  von  dem  zu- 
erst Paul  Wigand  im  Feuilleton  der  Köluer  Zeitung  (22.  Juni 
1856)  eine  allgemeine  >acliricht  brachte.  Von  beiden  Fun- 
den gieng  dum  germiinischen  Museum  ein  nicht  unerheblicher 
Antheil  zu.  vom  Saulburger  durch  die  Güte  unseres  Strau- 
binger Agenten,  des  k.  Advokaten  Hrn.  Lust,  vom  Volperls- 
hauser  durch  die  Freigebigkeit  Paul  Wigands  und  des  Di- 
rektoriums der  Museen  zu  Berlin. 

Cappe  hat  im  dritten  Theile  seines  Werkes  die  Haupt- 
slücke des  Volperlshäuser  Fundes  beschrieben  und  bestimmt. 
Indem  jedoch  in  der  Münzsammlung  des  germanischen  Mu- 
seums ein  paar  unbeschriebene  sowie  Stempclversrhieden- 
heiten  sich  linden,  inOchte  eine  Mittheiinng  derselben  nicht 
ohne  Interesse  sein,  leb  llicilc  von  den  l'mscliriflcn  nur 
das  mit,  was  auf  unserii  .»^liuluii  wirklicb  noi  li  sichtlinr  ist. 

Ileinriili    \  I. 
(Cappe  III,  Tnf.  V,  Ar.  60  IT.) 
1.  Ils.     Der  Kaiser   nuf  einem   Bogen,   mit   zwei  Fahnen. 
Umscbr  :  NE  —  ND. 


Leben. 

Krzeugxing  and 
Erwerb. 


299 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


300 


Bs.  Breites  Kreuz,  in  jedem  Winkel  desselben  eine 
Kugel  zwischen  drei  Kleebliilterii.  L'mschr. :  oNQ  (um- 
gekehrtes D).    Gröfse:  16. 

2.  Hs.     Der  Kaiser  ebenso.     L'mschr. :  NE  —  ND. 

Rs.  wie  vorher.     L'mschr.:  o>'E  o'SE  —  >!.  Gr.  15. 

3.  Hs.  der  Kaiser  ebenso.     Lmschr. :  NE  —  ND. 

Rs.  w  ie  vorher.    Unist hr. :  o.N o  iN  E  o  Nu  ( umgege- 

kehrtes  D).     Gr.  16. 

4.  Hs.  Der  auf  einem  Bogen  sitzende  Kaiser  schultert 
mit  der  Rechten  ein  Schwert  und  hiilt  in  der  Linken 
einen  Reichsapfel.  Neben  dem  Schwert  ein  Ringel. 
Umschr.:  N'a  (umgekehrtes  D)  INfPNlQ  (umgekehrtes 
D)  S.     Der  letzlere  Buchstabe  ist  zweifelhaft. 

Rs.  Breites  Kreuz,  in  dessen  Winkeln  eine  dem 
Kleeblatt  ahnliche  Figur.  Umschr.:  J^  .Na  (umge- 
kehrtes D)  f  NRf  NEf  NR.     Gr.  16. 

5.  Hs.  Der  auf  einem  niedrigen  Throne  sitzende  Kaiser 
halt  in  s.  Hechten  einen  langen  Lilienstab,  in  der  Lin- 
ken einen  Reichsaiifel.  l'mschr.:  6CNR1V  —  O  (um- 
gekehrtes D)  IN  —  R. 

Rs.  Ein  breites  Kreuz,  in  dessen  Winkeln  eine 
dicke  Kugel  zwischen  drei  kleinem.  Umschrift: 
f  ND|NEf  RNfEIP.  Gr.  17.  Drei  Stempelverschie- 
denheiten. 

6.  Hs.  Der  Kaiser  auf  einem  niedrigen  Throne  mit  Hnnds- 
kopfen  sitzend,  in  der  Rechten  einen  kurzen  Lilienslab, 
in  der  Linken  einen  Reichsapfel  hallend.  Ueber  den 
Schultern   sowie   neben    der  Krone   Kugeln.     Umschr.: 

•J-INIR —  VIN...  Die  Umschrift  ist  ziemlich  unsicher. 

Rs.  Burg  mit  drei  Thiirmen,  in  dem  Halbbogen  des 
Portals  ein  gekrönter  Kopf.  Ohne  Umschrift,  der  Rand 
gestrichelt.    Gr.  15. 

Philipp. 

7.  Hs.  Der  Kaiser  auf  einem  niedrigen  Throne  sitzend, 
in  der  Rechten  einen  langen  Lilienstab,  in  der  Linken 
einen  Reichsapfel  haltend.  Ueber  den  Schullern  je  eine 
Kugel.     Umschr.:  f  R.X.IPV 

Rs.  Feld  leer,  gestrichelter  und  doppelt  gcperltcr 
Kreis.      Umschr. :  iMf  M  t- •     '^    •      Gr.   IG. 

8.  Hs.  Der  Kaiser  auf  einem  niedrigen  Throne  sitzend, 
in  der  Rcclilcn  einen  lanuen  Lilienslab,  in  der  Linken 
einen  Rci(h>Bpfel  hallend.  Umschr.:  Kft.X  PIIII.-ll'PV.S. 
Rs.  Ein  breites  Kreuz,  in  dessen  Winkeln  cirif  iluke 
Kugel  zwischen  drei  kleinem. 

Umschr. :  o.  f  BN  f  N . . . .  D  fNE.  —  b.  |  H ND  f  NE. 

—  c.  f  NDf  NEf  RNf  NP.  Andere  Stücke  lauten  in 
ihren  Umschriften  diesen  dreien  ilhnlicli.     Gr.   15. 


Otto    IV. 


9.  Hs.     Der  Kaiser   auf  einem   niedrigen  Throne   sitzend, 
in  der  Rechten  einen  langen  Lilienstab,  in  der  Linken 
einen  Reichsapfel  haltend. 
Umschr. :  j  OTTO»  —  R«.\.  —  L 

Rs,  Ein  Kreuz,  in  jedem  U  inkel  desselben  eine  Kugel. 
Umschr.,  IN.NI.NI....  Zwischen  derselben  lilienfür- 
mige  Zeichen.     Gr.   11.     Obol.     Vgl.  Cappe  611. 

10.  Hs.     Der  Kaiser  auf  einem  niedrigen  Thron  sitzend,  in 
der  Rechten  einen  langen  Lilienslab,  in  der|Linken  einen 
Reichsapfel  haltend.     Umschr.:  f  ÜTTORE  —  .XHCC. 
Hs.     Ein  breites  Kreuz,  in  jedem  Winkel  desselben  eine 
dicke  Kugel  zwischen  drei  kleineren. 

Umschr.:  t  Nif  NEf  Nif  NE.     Gr.   15. 

11.  Hs.    Kaiser  ebenso.     Umschr.:  f  ONORE  — XHtt. 
Rs.  wie  vorher.    Gr.  15'/j. 

12.  Hs.  wie  vorher.     Umschr.:  ONOR«  — .... 
Rs.  wie  vorher.     Gr.  15'/j. 

13.  Hs.  wie  vorher,  aber  über  den  Schultern  des  Kaisers 
je  eine  Kugel,     f  ONÜRE  — XH.  —  R  (?). 

Rs.  wie  vorher.     Gr.  15. 

14.  Hs.  Der  Kaiser,  auf  einem  niedrigen  Throne  sitzend, 
w  ie  vorher,  aber  zu  jeder  Seile  des  Kopfes  ein  Ringel- 
chen.    Umschr. :  INO  . . .  ONQ  —  . .  ü  (?) 

Rs.     Ein  breites  Kreuz,  in  dessen  Winkeln  eine  Kugel 
von  drei  Ringelchen  umgeben. 
Umschr.:  ...Ef  NEf  Nu...     Gr.  15. 


MeiitMclie  R4>rlitMnlter(liüiiier  niiw 
>«rliiinl>oii. 

Von    A.    Birlinger    in    Tilbineen. 

1 .  S  c  h  a  r  1  r  i  c  h  t  e  r  r  e  c  ii  t  e. 
Der  Scharfrichter  war  Freimann.  Er  halte  Haus  und 
Hof  die  als  unantastbar  galten.  In  Hullenburg  war  vor  Al- 
ters, noch  zu  .los(  phs  IL  Zeit,  .-eine  (ie«  all  eine  ausgedehnte, 
rniliinlcr  •••elir  gcfun  biete.  Er  halle  seinen  eigenen  Stuhl 
auf  der  Miirincrseile  der  jetzigen  Dnmkirchc,  abgesondert, 
doch  hart  neben  den  Sliiblen  der  (»bcranilsherrcn,  aber  zu- 
unterst auf  dem  Fliitrel.  Dahinein  gieng  Niemand  und  wcnn's 
in    der   ganzen  Kinlie    kein   Pliilzchcn    mehr   gegeben    bulle. 


Slnnls- 

anslallen. 

KechUscbutz. 


301 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


302 


Dieser  Stuhl  war  Jedermann  verpönt;  des^leiclien  dieSonder- 
stülile  seiner  2  Scherten,  seiner  Knetlile,  in  der  Vorbiiline 
auf  der  Mannerseite.  Bei  jeder  Hochzeit  einer  „Jungfer" 
erhielt  der  Scharfrichter  1  Mafs  Wein  und  ein  Viertel  Brod. 
Bei  der  zweiten  und  jeder  fols^cndon  Hochzeit  fand  dies 
nicht  mehr  statt.  Verbiirgtermasstn  soll  dieses  Recht  darin 
seinen  Grund  haben:  Vor  Zeilen  existierte  eine  Art  Bordell 
in  Kotlenbiir?  und  über  dieses  stand  dem  Scharfrichter  die 
Oberg-cwalt  zu.  Als  solchem  waren  ihm  alle  „Jungfern"  Rot- 
lenburgs  einen  Dank  schuldig,  weil  sie  vielfachen  Gefahren 
enthoben  waren.  Das  Haus  soll  unter  dem  „Tliurm"  ge- 
standen haben,  da,  wo  jetzt  so  beiläufig  das  Oberamlsgefang- 
nifs  steht.  Sein  Recht  auf  Selbstmorder  war  unum- 
schriinkt.  Jeder,  der  sich  entleibte,  war  ihm  verfallen.  Niemand 
durfte  einen  solchen  berühren.  Alsbald  erschien  der  Scharf- 
richter an  Ort  und  Stelle  mit  blankem  Schwert,  stand  ge- 
nau an  das  Plätzchen  der  Schauerlbat  und  soweit  er  mit 
dem  Schwert  reichen  und  es  umkreisen  konnte,  war  ihm 
verfallner  Grund  und  Boden  und  Gut.  In  dem  Rottenburg 
benachbarten  Haillingen  erhängte  sich  einer  über  seinem 
Kornboden  und  3  6  Schelfcl  wurden  Scharfriclilcrs  Eigen- 
thum.  Den  Entseelten  zu  verscharren,  lag  ihm  allein  ob; 
dies  geschah  auf  dem  „Scbinderwascn".  Manchmal ,  z.  B. 
im  AValde,  Gefundene  wurden  von  ihm  gleich  dort  ver- 
scharrt, vor  ^velclien  Siclleu  man  sich  sorgfältig  in  Acht 
nahm.  Von  ihnen  wurden  WaldpUitze  zur  Erinnerung  an 
die  Greueltbat  benannt,  z.  B.  Pelerslocb  in  der  Rottcnburger 
Markung  etc.  Die  Zeichen  solcher  Stellen  sind  gewöhnlich 
kleine  steinerne  Kreuze  die  man  auf  Feldern  so  gar  häuflg 
findet. 

Des  Scharfrichters  Recht  auf  krepierte  Thiere  war  ein 
unumschränktes.  Fiel  ein  Pferd,  so  durfte  nicht  ein  Häricin 
weggenommen  werden.  Ja,  fiel  es  unter  dem  Reiter,  so  war 
Geschirr  und  Schnallen,  Reitzeug  und  Schmuck  Eigenthum 
des  Scharfrichters.  Wurde  dagegen  gebandelt,  verheimlichte 
man  etwas,  zog  die  Haut  ab  etc.  und  es  wurde  kundig,  so 
steckte  der  Scharfricbler  ein  Messer  neben  oder  über  des- 
sen ThUre  zum  Zeichen,  mit  wem  er  es  jetzt  zu  thun  habe 
und  wessen  Recht  er  angegriffen.  Das  Messer  stak  so  lange, 
bis  es  gelöst  wurde.  Die  Lösung  bestand  in  einem  Ueber- 
einkommen,  demgemäfs  Satisfaction  dem  Verletzten  geschehen 
mur<le.  Deswegen  nahm  man  sich  wohl  in  Acht,  todio  llaus- 
thiere  .«ich  selb.'^l  zu  >ulzen  zu  machen  —  So  gefürchtet 
des  Scliarfric  lilcrs  Nahe,  so  verachtet  «ar  er  alleiioils.  Im 
Wirlh>liau.-.c  biilele  man  sich  wohl,  neben  ihm  zu  >i(/.en. 
NN'er  mit  ihm  in  Beriihrung  kam,  war  unrein  und  unehrlich. 
Wer  von  einer  Innung,  einer  Zunft  oder  Gewerbe  sich  et- 
was zu  Schulden  kommen  liefs ,   ward  für  niiehrlich  crklhrl 


und  es  hielt  oft  schwer,  bis  die  Erklärung  für  „ehrlich" 
erfolgte.  Ein  Schuhmachergeselle,  der  einen  Scharfrich- 
ter vom  Tode  rettete,  der  beim  Aufladen  eines  todten 
Pferdes  verunglückte,  wurde  von  der  Zunft  zu  16  11.  Strafe 
verurlheilt.  Ein  anderer  Lehrjunge,  der  zum  Spafs  im  Schin- 
derkarren über  die  NekarbrUcke  fuhr,  galt  lang  als  unehr- 
lich. —  In  den  Jahren  1820 — 23  hörte  in  Rotfenburg  das 
Scharfrichleraml  in  seiner  altern  Bedeutung  auf. 
(Schlufs  folgt.) 


i\otlzeii  ülicr  Elielini'lgefirlite. 

Von  Dr.  Julius  Slaiidinger  in  Cadolzburg. 

In  einem  mit  der  Jabrzahl  1332  bezeichneten  Saalbucbe 
des  Richtcramles  Rofsstall  (in  Franken)  findet  sich  vorne 
neben  anderen  Bemerkungen  über  Jurisdiklionsverbältnisse 
eine  förmliche  Ehegerichtsordnung,  welche  nach  einer  dort- 
selbst  siebenden  Bemerkung  aus  dem  Gericblsbuchc  an  die- 
sen Platz  abgeschrieben  ist.  Letzteres  selbst  liegt  nicht  mehr 
vor;  jedoch  sind  E.xcerpte  daraus  in  einem  allen  Aklenpro- 
ducte  des  17.  Jahrb.  „Beweisgründe  über  Rofsstall  etc.  betr." 
zu  linden.  Dagegen  habe  ich  ein  anderes,  leider  höchst  de- 
fectes  Gerichlsbucb  zur  Hand,  welches  auf  das  benachbarte 
Geriebt  Grofshabersdorf  bezüglich  ist  und  für  die  Geschichte 
der  Ehegerichte  interessante  Inscriplioncn,  meist  aus  der 
ersten  Hiilfle  des  IG.  Jahrb.,  enthiill.  Weitere  Aufschlüsse 
hierüber  geben  ein  Stadtbuch  und  ein  Saalliiicb  \  oii  Lnugcii- 
zenn,  welche  in  der  ersten  Halfle  des  lü.  Jahrb.  geschrie- 
ben sind,  deren  Bestimmungen  und  Bemerkungen  über  Ehe- 
gericbte  jedoch,  wie  es  ausdrücklich  auf  S.  273  und  304 
des  Sladlbiiches  heifsl ,  aus  einer  „sehr  alten,  doch  glaub- 
würdigen Copey"  neuerdings  abgeschrieben  und  „dieser  alten 
Ordnung  gleichstimmig"  sind,  daher  einer  ungleich  früheren 
Zeit  als  jene  Bücher  selbst  entstammen.  Die  Feststellung 
der  Rofsstallcr  Ehegerichlsordnung,  welche  vielfach  das 
Gepräge  eines  Weisthums  an  sich  trägt,  fallt  nach  mehreren 
in  den  oben  angeführten  Aktenstücken  befindlichen  Bemer- 
kungen wohl  auf  das  Jahr  1420.  Dort  beifst  es  nämlich: 
,, llcrnacb  alji  man  1420  geschrieben,  ist  auslall  defs  vori- 
„gen  Sladigebrauchs  ein  Gericht  durch  Hrn.  Peter  Hollcr 
„den  jüngeren  in  Nürnberg  angeordnet  worden,  doch  i>l 
„die  Gcrichlsordniinir  wie  sie  noch  alle  EbehnfTi  verlesen 
„wirdi,  ans  der  Sl;iill  Ordnung,  weil  Rofsslull  ein  Vojrl  iiiul 
,.Slaillralb  ;.'clial)l.  einDrunicn,  wie  dann  im  »llesicri  (icnchts- 
„bucli  ad  1420  au.sl'iihrlicb  beschrieben  elc".  forner:  „NNio 
„das  Ehchafll  ^  (in  Ilnrri  l'fliT  llallcr  wieder  nufgcrichtcl 
„worden  seynd  fidgcnde  \\'ürl  tu  linden:    „„Dem  allmach- 


Oerichu. 


303 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


304 


„tigen  Gott  zu  lob   und   allem  lliiiimlisehen  Heer,   da    man  besonders   nach   Ausweis  der  Geriditsbiiclier ,   die   gleichen 

„lehlt  von  Christi  Geburt  1420  Jahr,   da    hielt   lu)^er  Herr  Sachen  abgewandelt,  ja  sogar  im  Ehegericht  abgebrochene 

„Peter  Haller  der  jüngere,  das  Erste  EhehalTtrecht  am  Milt-  Verhandlungen    im    Nachgericht    fortgesetzt.      Der    genaue 

.,«ochen   vor  Oculi   in   der  Fasten,   »lul   da   ward  auch  diJJ  Unterschied  zwischen  beiden    liegt   daher   auch   nicht  in  der 

„Gerichtsbuch  angefangen,  und  was  dij5  Gericlils  Keclit  seynil,  Competeuz.  Nach  der  Etymologie  (v.  ahd.  cwa,  mhd.  ewe, 

„die  stehen  hernach  geschrieben.""   Hier  scheint  nun  unsere  e,  Gesetz,  Recht,  Bund,  Ehe;    eliaft,   ehehaft,  rechlmiifsig, 

Gerichsordnung  angereiht  gewesen  zu  sein.  —  gesetzlich,    festgesetzt,    lefiitimus)     dürfte    es    vielmehr    am 

Aus  diesen,    fast   durchweg   uliercinstimmenden    Quellen  richtigsten   sein,    in    den    Ehegericlilcn    nur   solche  Gerichte 

heben  wir  Folgendes  aus;  zu  erblicken,   welche  in  besliinnilcr  Zahl,   zu  regelmäfsigen 

Bezüglich  des  Begriffes  der  Ehe-  oder  Elieliaftsgerichle  Zeilen  im  Jalire  al)t;tliaiten  wurden,  \v;iliren<l  die  aiilserdem 
ist  daraus  zu  entnehmen,  dafs  die  von  Kreili.  v.  Freyberg  dazwischen  nacli  Bedurfnifs  gehegten  Gerichte,  Nacligericlite, 
(Münchner  gel.  .\nz.  v.  1838,  Tbl.  II,  S.  lüS)  aufgestellte  Nachrechte  oder  Gerichte  schlechthin  hcifsen.  Der  liir  Ehe- 
Behauptung,  es  deute  jener  Ausdruck  nur  auf  eine  Aus-  haflgerichte  vorkommende  Ausdruck:  Judicium  Icgitimum, 
dehnung  der  Gerichtsbarkeit  auch  auf  gemeindliche  und  po-  legilimale  ist  dann  wolil  glücklicher  als  von  J.  Chr.  v.  Ilal- 
lizeilicbe  Angelegenheiten,  mindestens  keine  allgemeine  Rieh-  1er,  diss.  de  jud.  communit. ,  quae  vulgo  Ehaffl  Gerichte 
tigkeil  bat,  indem  in  der  Rofsstaller  Ehegerichlsordnung  zwar  dicuntiir;  Altdorf  t"45,  4.  pag.  VIII  erkliirt  und  der  iiribe- 
von  einigen  |iolizeilichen,  keineswegs  aber  vou  gemeiud-  streitbare  Zusammenhang  jener  mit  den  allgernianischen  pia- 
lichen Gegenständen  die  Rede  ist,  letztere  vielmehr  laut  der  citis  legilimis  möchte  auch  eher  in  das  rechte  Licht  treten. 
Rofsstaller  Gemeindeordnung  von  1380  in  der  Gemeinde-  Charakteristische  Eigenthümlicbkeiten  dieser  letzteren  (Wal- 
versammlung abgemacht  wurden.  Zudem  wurden  in  letzterer  ter,  deutsche  Kechlsgesch.,  2.  Aufl.,  Bd.  II,  S.  316  IT.)  lassen 
auch  sehr  viele  Frevel,  besonders  gegen  die  Dorfs-  und  unsere  Quellen  bei  den  Ehegerichten  sehr  ausgeprägt  er- 
Feldpolizei  bestraft.  Nach  den  Langenzenner  Stadtbüchern  kennen.  Gleich  den  placitis  legitimis  werden  dieselben  zu 
geschahen  zwar  die  Bürgeraufnahmen  im  Ebegerichte,  allein  bestimmten  Zeiten  und  in  bestimmter  Zahl  gehalten  und  lin- 
es  spricht  dica  nicht  für  v.  Freyberg,  weil  solche  Keccptio-  den,  wie  gewöhnlich,  so  auch  in  Rofsstall  3mal,  in  1-augen- 
oen  auch  bei  anderen  Gerichtstagen  erfolgten.  zenn   dagegen    4mal    im  .lahrc   statt.     Nach   der  Rofsstaller 

Weiter   ist   es    sehr   auffällig,  dafs   in  den  bezeichneten  Ehegerichtsordnung  waren,   einem  verbreileteii  Herkommen 

(^)ucllen   neben   Ebehaftsgcriclilen    von  Nacbgerichten   oder  entsprechend    (Haller,   a.  a.  ().,  p.  XXV.),  je    der   nächste 

Nachrechten  die  Rede  ist.      Es  ergibt  sich  auch,    dafs   diese  Mittwoch  nach  Obersten  (Epiphanias),   Set.  Walburgis   und 

Ausdrucke  keineswegs,  wie  v.  Freiberg,  I.  c.  S.  ICG,  will,  Srt.  Michaelis,   in  I.angenzeuu   die   Montage   uaili  Obersten, 

sämmtlich   weiter  nichts   als    einen  Gerichtstag  überliaiipl  Walburgis,   Trinilalis  (spater  abgescliiilfl)    und  Michaelis  als 

bezeichnen,  denn  zwischen  Ebegericlit  und  Nachgcriclil,  amli  Ehegerichlstage    festgesetzt,   „darauf  alle   die   kummen  und 

Gericht  schlechthin  genannt,    wird    sorgfällis  uulerscliieden.  „dasselbig  besuchen  sollen,  die  dazu  und  darauf  geboren." 

In  der  Rofsstaller  Ehegerichtsordnung  heifst  es:  „Die  Herr-  Gericbtspllicbtig  sind  sonach  aber  nicht  blos  gewisse  Grund- 

„schaft  hat  auch    des  Jahres   3  Egericht   und   andere   hur-  holden,   sondern  alle  Inwohner  des  Gerichtssprengeis,   wie 

„gerliche  Gericht,   so   oft  die  Nothdurft  solches  erfordert."  denn   auch   in   den   sog.   Beweisgründen   über  Rofsstall    be- 

Fast    dieselben  Worte   stehen   im    Langenzenner  Stadthuche  merkt  ist:    „Es   haben   auch   vor   Alters   alle   Inwohner 

von  1530  und   in   den    „Beweisgründen  über  Rofsstall"   ist  „zu  Rofsstall  die  EhehalTt  besuchen   müssen,   wie  denn   ein 

bemerkt:     „Zu  anfangs    de[i   wieder   angeordneten    Gerichts  „wollmershüusischer  Untcrthan   anno    1425    vor   dem   Ehe- 

„sind  de(5  Jahrs  3  gewohnliche  Ehebafft  und  unmiltelst  der-  „gericht  verklagt  worden."    Die  von  C.  v.  Vacchiery  (über 

„selben    von    14  Tagen   zu    14  Tagen   andere  Verhöre  und  die  Eliehanicn  und  EbehalTtsgerichlc  in  Bayern,    1798,  4.) 

„Klagetage  gehalten   worden,   also   wann   in   selben  Tagen  aufgestellte  Ansicht,   als   seien  die  Ehegerichte  von  Anfang 

„Richter  ....  ein  oder  die  andere  Sach  nit  erorllen   kön-  an  nichts   weiter   als  Conventikel   zwischen    der  Grundherr- 


„nen,  ist  solche  bi|i  ulf  die  EhehalTten,  oder  wie  es  itlicli 
„mal  genennet  wird,  ull  sein  volles  Recht  verschoben  wor- 
„den ;  nach  ^olchem  (von  1510  an)  hat  man  monatliche 
„Klaglage  und  endlich  zwischen  den  gewohnliilien  EhelialT- 
„ten  Nach -Recht  gehnilun  .  .  .  ."     Hier   wie   dort  werden, 


Schaft    und   ihren    Grundlioldcn   gewesen,    erleidet   hiedunh 
einen  lieliaclillieben  SUil's. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Vernntwortlirhi-  Rednrtion: 


Dr.  Freih.  v.  u.  i.  Aufscs».     Dr.  A.  v.  Eye 

Druck  von  Fr.  Campo  k  Sohn  In  Nürnberg. 


(Mit  einer  BeiInge.) 

Dr.   (i     K.   FroiiiiiiH  n  n. 


i]i:ila(;e  zlm  anzeigek  flu  klnde  \m\  iii:i  isi iie\  \oiizeit 

^^•^S-  J\?  0.  ScpfcmbiT. 


llii'onilv  des  iriTmaiiisiiicn  Musculus. 


Wenn    auch    die    diesjährige,    auf   den    20.    bis  22.  August 
anberiMiinte    Jahresconferenz    durch    zufalliges    Zusannncnlrcflen 
hindernder  l'inslände  von   den  Jlilpliedern  des  Verwaltungsaus- 
scliusses,     welche    fast    in    allen     deutschen     Slaaleii    zerstreut 
leben,    nicht    so    zahlreich    wie  früher  besucht  werden  konnte, 
und   deshalb    die   Verwaltungsangelegenbeiten    einer    besondern 
Commission    überwiesen    wurden,    so    war    es   doch   sehr    er- 
freulich,   dafs   von  Seite    des  Gelehrtenansschusses,    sowie  der 
Agenten    (Bevollniiichtiglen)    und    vieler    auswärtigen    Freunde 
des   Museums    die  Tage    der  Conferenz  mannigfaltig  belebt  und 
für  die  Zwecke  des  illiiseuins    Iruchlhar    gemacht    wurden.     Es 
waren    hiebei    die    verschiedensten    Staaten    Deutschlands    ver- 
treten,   namentlich    Oeslerreich,    l'reufsen,     Bayern,     Sachsen, 
Hannover,    und    fanden  sich  auch  in  den  nachfolgenden   Tagen 
Freunde    des  .Museums    ans  der  Nähe  und  Ferne,    z.  B.  AViirt- 
teniberg,  der  Schweiz,  ein,  welche  mit  den  zurückgebliebenen 
Gästen,    in   Gemeinschaft  mit  den  Mitgliedern  des  Lokalausschus- 
ses und  den  Museumsbeainlen  die  Sache  unserer  iVationalanslalt  in 
traulicher  Weise  weiter  besprachen   und   dadurch  manches  För- 
derliche für  die  Weiterentwickelung    derselben    anregten.     Die 
Erülfnungssitzung  am  20.  August,  Vormittags,   wurde  vom  I.  Vor- 
stande,   Freiherrn    v.  Aufsefs,    nach  ßcgrüfsung   der    zahlreich 
Anwesenden,    gröfstenlheils    durch    die    Bcrichterstaltung   über 
den   Stand  der  Arbeiten,    Sammlungen    und  Finanzen    des  .Mu- 
seums, unter  Vorlage  der  vollständig  gcslelllen  und   revidierten 
Rechnungen,    ausgefüllt,    worauf   sodann    der  Abgeordnete  des 
Berliner    Hiilfsvereins,    Kreisgerichlsdireklor    Odebrecht     aus 
Berlin,  einen  höchst  anziehenden  Vortrag  über  die  Wirksamkeit 
und  das  Gedeihen  dieses  Vereins  hielt.  Am  Kachmittage,  sowie 
an   dem   folgenden   Tage   fanden  gemeinsame  Berathungen  über 
Förderung    der  Anstalt,    dann    Besichtigung    und    Priilung    der 
Sanurilungen    und    Arbeilen,     naruitntlich    der    Kcpertorien     des 
Museums,   dann   auch   die  Ergänzungswahlen   Kir  den  Gelebrlen- 
ausschufs  und   Durchsicht  der  Jahresrechnungen  stall,     (iemein- 
sanie  .Miltagsmahle  dienten  zur  Erholung  und  gegenseitigen  ver- 
trauten .Annäherung  der  Gäste,    und  die  Abende  wurden  Ihcils 
in    den    alterthumlichen     Gärten    und    der    Hausmeisterei    der 
Karlhause,    theils    auf   dem   Thicrgärtnerlhorlhurm ,    der  Wiege 
des  gerinan.   .Museums,   recht  heiler  verlebt.     Kaclidem  der  auf 
den  22.   August    fallende  Sonnlag    mit    Besichligung    iler    Merk- 
würdigkeiten  der  Stadt  zugebracht  worden,    endigle    am   Mon- 
tage den  23.,    Morgens    10  Uhr,    die  allgemeine  Schlufssilzung 
der   diesjährigen    Conferenz    mit   einem    von  Direktor  Oderecht 
aus  Berlin  auf  Sc.  Majestät  den  Konig  Maximilian  II.  von  Bayern, 
als    den    das    deutsche  K'alionalmuseum    stets    wohlwollend    und 
kräftig  schützenden  Landesvater,  ausgebrachten  dreifachen  Hoch. 
Als  eine   buchst  erfreuliehe  Kundgebung    der  Anerkennung 
unserer    Anstalt    von    Seite    des    hohen     deutschen    Bundes 
Iheilen    wir    hier    den     Bcschlufs    der     Bundeslagssilzung     vom 
9.  Sept.  1858  mit,  welcher  also  lautet:  ...„die  Vorstellung  des 


Vorstandes  des  germanischen  .Museums  vom  14.  Juli  d.J.,  unter 
Bezugnahme  auf  den  Bcschlufs  vom  6.  i\ovcmber  1856,  em- 
pfehlend zur  Kenntnifs  der  höchsten  und  hohen 
Begierungen  zu  bringen,  den  Vorstand  des  german.  .Museums 
hievon  mit  dem  Bemerken  in  Kenntnifs  setzen  zu  lassen  dafs 
man  aus  den  gemachten  Vorlagen  mit  Befriedigung  die 
uuler  seiner  Leitung  fortschreitende  Entwicklun«'  die- 
ses nationalen  Unternehmens  vernommen  habe. 

Zu  dem  in  unserer  letzten  Nummer,  Beilage  S,  mil?ellieil- 
tcu  Votum  der  Berliner  Sladiverordnelen  mag  es  hier  am  Platz 
sein,  ein  Schreiben  des  S  I  a  d  I -Magist  ra  ts  zu  Berlin  vom 
9.  Sept.  d.  J.  milzulheilen ,  in  welchem  gesagt  wird:  ,.Den 
mittelst  geehrten  Schreibens  vom  17.  Juni  d.  Js.  uns  gefalligst 
mitgelheilten  inhaltsreichen  dritten  und  vierten  Jahresbericht 
haben  wir  mit  vielem  Interesse  enigegengenommen  und  finden 
uns  dadurch  veranlafst,  den  erfolgreichen  Bestrebungen  unsere 
gröfste  Anerkennung  zu  Tlieil   werden   zu  lassen." 

Als  nicht  weniger  erfreulich  haben  wir  nachträglich  zu  der 
bereits  gemeldeten  Beilragsbewilligung  der  Sladt  Bonn  zu 
berichten,  dafs  in  der  belrellenden  Sitzung  die  Stadtverord- 
neten sich  dahin  aussprachen,  „dafs  die  Stadt  Bonn  als  Sitz 
der  rheinischen  Liniversität  besonders  veranlafst  sei,  ihr  Interesse 
an  dem  für  die  Städtegeschichte  unseres  Vaterlandes  hochwich- 
tigen Institute  zu  bekunden,"  und  den  Wunsch  äufserten,  „dafs 
die  iVachbarstadte  bald  dem  Beispiele  der  rlieinisehen  .Metropole 
auf  dem  Gebiete  der  Wissenschaft  und  des  geistigen  Lebens 
folgen   möchli  n." 

.Manche  andere  erfreuliche  Beweise  reger  Theilnahine  an 
den  Bestrebungen  des  Museums  haben  wir  wieder  zu  berich- 
ten. Aus  Oehringen  geht  uns  die  IVachricht  zu,  dafs  Hr.  Or. 
Eisen  m  enger,  fürstl.  hohenl. -kirchb.  Ralh  und  Lcibmedicus, 
eine  .M  ün  zsaninil  un  g  seines  verstorbenen  Sohnes  dem  Mu- 
seum schenkungsweise  überlassen  wolle.  —  Eine  unifangreiche 
Sammlung  wcrthvoller  Schriften,  welche  die  litera  r- p  ra  k  ti- 
sche Bür  g  e  r  V  e  r  b  in  d  II  ng  ii.  Ilr.  K.  Schi  1  ling  inKiga  als 
Geschenk  fiir  die  Bibliothek  des  .Museums  ubersandi,  verdient  als 
ein  erfreuliches  Zeichen  der  Theilnahnic,  die  unsere  Bestrebungen 
selbst  in  so  weiter  Ferne  finden,  um  so  mehr  hier  Erwähnung, 
weil  diese,  die  Geschichte  der  Ostsccprnvinzen  belrenTenden 
Schriften  auf  anderem  Wege  schwer  zu  erlangen  gewesen  waren. 
—  Se.  Maj,  Leopold  I.,  Konig  der  Belgier,  beslimmle  zum 
Ankauf  der  Schriften  des  german.  .Museums  jahrlich  50  Kran- 
ken. —  Se.  köii.  Hoheit  der  l'rinz  von  l'reufsen  hat  dem 
Museum  einen  Beilrag  von  1(X)  Thir.  und  Se.  kOn.  Hoheit  Prinz 
Friedrich  von  Preufscn  einen  Beitrag  zur  Einrichtung  der 
Karthause  von  80  11.  gcwährl.  Ebenso  hat  Bischof  He  i  nrich 
von  Passau,  der  grofse  Freunil  und  Gönner  kirchlicher  Kiiiisl, 
dem  Museum  einen  Beilrag  von  2.')  fl  gescndil  .  desgleichen 
Se.  Erl.  (Jraf  Max.  Aug.  zu  Torri  ng-tiule  uze  II  2.'>  II.  und 
Herr  Graf  L.  Sarniho in  in  Bozen  einen  Jahresbeitrag  von  25  11. 


307 


Anz(!iiiLT  lur  Kuiuk-  der  ilculsclu'ii  Vorzeit. 


308 


Auch  dif  Beilrage  der  Städte  mehren  sich  stets  noch;  Schwal).- 
Gniünd  hat  5,  Höchste,  Passau  5,  Reutlingen  15  fl.  jähr- 
lich gezeichnet   und  I'irna  cinii;c  Privatzeichnungen  übersandt. 
Keue    Agenturen    wurden    errichtet    in    Emden,     Mainz 

und  Posen. 

In    Schriftenaustausch   mit    dem    .Museum    sind    neuerdings 

getreten: 

Die  Acad^niie  royalc  des  scienccs  in  .Vnistcrdani  und 

der  historische  Fi  lial  verein  in  Neuhurg  a.  d.  Donau. 

Von  neu  beigetretenen  Buchhand  hin  gen  sind  zu  ver- 
zeichnen: 

350.  George  Jacjuefs  ViTlagsbuchhandlung  in  Augsburg, 

351.  Gebruder  Ilcintze  in   l.uxcmlmrg, 

352.  Gustav  W.  Seitz,  Verlagshaiidlung  in   Hamburg, 

353.  Friedr.  Schäffer  &  Comp.,   Buch-,  Kunst-,  Musik-  und 
Landkartenhandlung  in  Landsberg  a.  d.  W., 

354.  J.  F.  Steinbaus  in   Barmen, 

355.  Osiandersche  Buch-  u.   Anliqu.-IIandlung  in  Tübingen, 

356.  Bibliographisches  Institut    in  llil.lburghausen, 

357.  C.  F.   .Müllerschc   llofbuclibandlung  in   Karlsruhe. 

Im  Beamtenstande  des  Museums  sind  kürzlich  mehrere 
Veränderungen  eingetreten.  An  die  Stelle  des  als  ord.  Prof. 
nach  Rostock  abgegangenen  Dr.  K.  Bartsch  ist  für  unsere 
Bibliothek  Dr.  A.  Andrescn  aus  Schleswig  angestellt  worden  ; 
wogegen  Jak.  Falke,  bisher  Conservator  an  der  Kunstsamm- 
lung, als  Bibliothekar  des  Fürsten  Liechtenstein  und  Dr.  H. 
Burkhardt,  bis  jetzt  Archivsecretar,  als  Archivar  nach  Weimar 
berufen   worden,  erstercr  auch  bereits  nach  \Vieu  abgereist  ist. 

Unter  den  hervorragenden  Persönlichkeiten,  die  wir  nicht 
selten  auf  dem  Museum  zu  begrüfsen  das  Glück  haben,  befan- 
den sich  in  jüngster  Zeil  auch  wieder  einige  fürstliche.  Am 
20.  Aug.  waren  Se.  Uurchl.  Fürst  Heinrich  LXVH.  j.  L.  von 
Reufs,  am  3.  Sept.  Sc.  k.  Höh.  Grofsherzog  Karl  Alexander 
von  Weimar,  am  4.  Abends  und  5.  .Morgens  Se.  .Maj.  König 
Ludwig  auf  dem  .Museum  längere  Zeit  zur  Besichtigung  seiner 
Einrichtung  und  seiner  Sammlungen  anwesend.  Mit  sichtbarer 
Befriedigung  scheinen  diese  hohen  Herrschallen  aus  den  Bäu- 
men der  Karlhausc  geschieden  zu  sein,  und  e.s  liifst  sich  liolTen, 
dafs  solche  für  den  weiteren  Ausbau  derselben  von  guten  Fol- 
gen sein  werde. 

Dankbarst  bescheinigen  wir  den  Empfang  nachstehender 
Geschenke  : 

I.    Für  das  Archiv. 

J.  J.  MerlO,   Rentner,   zu   Köln: 
999.    Urkunde  des  Baths   zu  Antwerpen  üb.  d.  Zeugenaussage 
des  Küfers  Jan   Stuinpaert  von   da.      1504.     Pgm. 

1000.  Conlirniation    d.  Privilegien    d.  S.  Gereonskirche  in  Köln 
durch  den   p^zbisrhof  Hermann  allda.      14«1.     Pgm. 

Baron  V.  Löffelholz,  .\r<hivar,  zu   Wallerstein: 

1001.  Wappenbrief  des  Kaisers   .Maximilian   I.   für  Hans  Smaller, 
Schullheifsen  zu  Regensburg.     1504.     Pgm. 

1002.  Kaufbrief  des  Hans  Hilpert  zu  Mitlelrüsselbac  h    lur  il;iiis 
Kraufs  allda  über  2  Morgen  Feld.     1575.     Pgm. 

1003.  Kaufl)rief  des  Christ.  Joach.   Gugel  zu  >ürnlierg    für   Gg. 
Loffler  von  da  über  einen   Garten  das.     1615.     Pgm. 


1004.  Gcrichtsbrief  d.  P.  Volkamcr,  Richters  zu  Worlh,  üb. 
den  Garlenverkauf  des  K.  Vargelli  zu  Aürnb.  1615. 
P^-m. 

Ein  Ungenannter  zu  Nürnberg: 

1005.  Beanaiiiguiigs-  und  Schulzbrief  d.  Kaisers  Karl  IV.  für 
das  Kloster  Bayring.     1389.     Aelt.  Pap.-Abschr. 

Dr.  Fr.  Märcker,  geh.  Archivruth,  zu  Berlin : 
IIKIH.    Hl  u'f-tu   Hdnissico-Germanica.    I.  Theil.   752 — 999.    Pap. 

Bautenbacher,  Beneliziat,  zu  Günzburg: 
1(107.    Schadlosbrief    des    Heinrich    von  Werdnau    für    s.  Vetter 
Hans  von   Werdnau.      1478.     Pgm. 

1008.  Schadlosbrief  des  Ritters  Jacob  von  Lan<lau  für  Hans 
Rudolph  und  Eilelhans  von  Summerau.     1505.     Pgm. 

1009.  Schadlosbrief  des  Kasp.  v.  Freyberg  zu  Eisenberg  für 
Sixt  von  Scheinen.     1516.     Pgm. 

Killl.  Hevers  des  Martin  v.  Randeck  lur  Wiill  v.  Ileirn-lorfl' 
beim  Todesfall  eines   Bürgen.      1517.     Pgm. 

1011.  Irlchdeliricf  des  Jos  Schalhart  von  Pludesch  zu  IVenn- 
zingen  für  Rudolph   Grälen  zu  Sulz,     i't'id.      Pgm. 

1012.  Dulle  des  Papstes  Pius  IV.  über  die  Ernennung  des  Joh. 
Rud.  Vogt  von  Summerau  von  Praspcrg  zum  Kanonikus 
in  Regensburg.     1563.     Pgm. 

1013.  Urkunde  des  Grafen  Johann  von  .Montlort  über  d.  Sub- 
stitution des  Hang  Vogt  von  Summerau  zu  Prasperg  im 
übermarsihallamt   des  Stifts  Kempten.     1579.     Pgm. 

1014.  Bestätigungsurkunde  des  Kaisers  Rudolph  II.  über  die 
Vormundschalt  von  Albr.  Schenks  v.  Stanfcnbcrg  Kin- 
dern.    1594.     Pgm. 

101,').  Vertrag  der  Acbtissin  Margaretha  von  Werdenstein  vom 
Kloster  Wald  mit  Hans  Rud.  von  Prasberg  wegen  Auf- 
nahme einer  Convcnlsschwester.     1615.     Pap. 

1016.  Gcrichtsbrief  des  H.  Hecht,  Gerichtsammans  zu  Kreuz- 
ungen, über  e.  Weingartenverkauf  des  Joh.  Kiisslung. 
1643.     Pgm. 

1017.  Gerichtshrief  des  Joh.  Ludw.  Rentz,  Landrichters  in 
Schwaben,  in  Betr.  d.  Uebernahme  v.  Höfen  durchs 
Kloster  Wald.     1660.     Pgm. 

Odebrecht,  Kreisgerichtsdireclor,  in  Berlin: 
1U1>.    Kormular  einer  Eidesverwarniing  u.  Sirafsatze    für  K(ir- 
pcrverletzungen.     16.  Jahrh.     Pap. 
Nie    V.    Urbanstadt,  Finanzbezirkscommissür,  in  Eger: 

1019.  Sdiriilicn  des  liillcrs  Heinrich  v.  Aulsefs  an  d.  Ralh  zu 
Eger.     1470.     Pap. 

1020.  Schreiben  des  Wilhelm  vom  Wolfstein  an  Sigmimd  Ste- 
ger etc.     1171.     Pap. 

1021.  Bohuslaw  Joach.  v.  Hasrnstcins  Privilegium  lur  d.  Gut 
Ulenbach  1603  und  Verordnimg  wegen  d.  Mulihauser  in 
Wohlan.     1609.     A.   Pap.-Abschr. 

1022.  Specification  des  1639  u.  1640  durch  das  schwcd.  Kricgs- 
volk  in   Kadaii   angerichteten  Schadens.     N.  P.-Abschr. 

1023.  Specification  d.  Einkommens  u.  d.  Schulden  der  Stadt 
Kadan.      1658.     N.   Pap.-.\bsihr. 

1024.  Privilegien  der  Stadt   Prefsnitz.    N.   Pap.-Abschr.    0.  J. 

1025.  Privilegien  di.r  k.  K.  Birgsladl  Simneuberg.  >.  Pap.- 
Abschr.     0.  J. 

1026.  Privilegien  etc.  aus  d.  im  Obcrnnit  Prefsnitz  nufl)cwahr- 
leii  Urbarircgisicr.     N.   Pap.-Abschr.     0.  J. 


309 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


310 


Baron  v.  Reitzenstein  z.  Z.  in  Weimar: 

1027.  PrivikgiiMu   cl.   kaisiTä  Ferdinand   III.    für  d.  Sliick-  und 
Glockcngierser  Leonh.  Low.     1650.     Pap.-Absihr. 

Ein  Ungenannter  in  Lcipzis;: 

1028.  Erlals   des   Kaisers  Leopold   1.    an    den   Kardinal  Leopold 
von   Kollonich.      ITOO.     Pap. 

1029.  Revers  d.  Erzsbischofs  Mattliias  von  .Mainz  lur  das  Dom- 
kapitel allda  in  BelrefT  d.  Prolslwahl.     1325.     Pgm. 

1030.  Schiilzbricf  d.  Erzbisdiofs  Ludwig  von  Mainz  für  d.  Or- 
den  der  Karmeliten.      1376.     Pgni. 

1031.  Ouillung  des  Heinr.  v.  Morfsc,  Bisihofs  zu  Munster,  für 
den  Kalh  der  Stadt  Köln.     1134.     P<;m. 

1032.  Vergleich  d.  Käthes  d.  Stadt  \\()rrijs  mit  Kriedr.  u.  Bech- 
tolf  V.    Klerfsheim   weg.  e.  Hofs  in  Worms.   15-13.  Pgm. 

1033.  Lehenbrief  des  K.  Matthias  für  Signi.  Gab.  Ilolzsiliuber, 
Hieron.  Tetzel  u.  Sigm.  Hallcr  zu  Mirnberg.  16l3.  Pgm. 

Krämer,  Schreibfedernfabrikant,   zu  Würzburg: 

1034.  Geburtszengnifs  d.  Amadeus  von  Meclard,  sardinischen 
Raihs  11.  Richters,  für  Humbert  .Mollie.\.     1(159.     Pgm. 

Ludwig  Albert  Freih.  v.  Gumppenberg  zu  Würzburg: 

1035.  Kaun)rief  des  Hainczcl  ab  der  Mcrancz  für  Mkelein  den 
Polnekcr  über  2  halbe   Pfund  Gelds.     1354.     Pgm. 

1036.  Lehenbrief  des  Prob.stes  Johann  von  Herlemlierg  zu  Itiu- 
lelden  für  Frau  Eisin  v.  ScbOnau.     1383.     Pgm. 

1037.  Gerichtsbriel  des  Freigrafen  Hugo  van  0»tcrwyck  zu 
Recklinghausen  in  Belr.  d.  Klage  d.  Ritlers  Thys  van 
Eyll.     1461.     Pgm. 

1038.  Gerichtsbrief  d.  Freigralen  d.  krummen  (Jrafschaft  in  Be- 
trefl  der  von  Hans  Goll  zu  .Strafsburg  angebrachten 
Klage.      1464.     Pgm. 

1039.  Bitte  d.  Vinctnz  von  Wyltenheini  an  den  Bischof  Caspar 
von  Basel  wegen  Bestätigung  eines  Pfarrers.   15(10    Pgm. 

1040.  Lehenbrief  des  Gg.  Illsung  zu  Tratzberg,  Landvoigts  in 
Schwaben,  für  (".allin  Enderlin  zu  Wucliczenhoven.  1560. 
Pgm. 

1041.  Revers  des  lacob  ^^  erlin  zu  Heiteren  fiir  Egenolpli, 
Herrn  zu  Rappoltstein,  wegen   4  fl.  Zins.  1571.     I'giu. 

1042.  Kaulbrief  des  Hans  Pfarrkirchcr  in  Täufers  für  Kunigunda 
Innerpühler  üb.  c.  halb.  Gütl.   in  Pretau.     1579.     Pgm. 

1043.  Pachtbrief  d.  Jac.  Sigm.  Humpis  von  Waltrambs  für 
Hans  Aberlein  über  eine  Tafcrno  in  Mereralzhofen. 
1628.     Pgm. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

J.  C.  Eisen's   k.  Hof- Buch-  u.  Kunslbdl.  m  Köln: 

5700.  F.  C.  Eisen,  neueste  Beschr.  des  Domes  ru  Küln.  2.  Aud. 
Ih57.     8. 

Historischer  Verein  der  fünf  Orte  in  Lucern: 

5701.  Dcrs.,  der  Geschichlsfrcund.      14.   Bd.     1858.     8. 
C.  H.  Beck'schc   Bucbbdl.   in  INordlingen: 

5702.  Die  dcul^chc^  Mundarten.  Hcrausg.  v.  G.  K.  Frommann. 
5.  Jahrg.     2.   Ili  U      IH5H.     8. 

Dr.  Theodor  Herberger,  Archivar,  in  Augsburg: 

5703.  Dl  r,..,  .la>  IS.dIcUl  und  das  Burgfeld.     1858.     8. 


H.  A    Schmids  Verlags -Conto  in  Ouerf'if'i: 
5701.    C.  A.   G.  .Sturm,    kleine  Chronik   d.  Stadt    u.  Herrschaft 
(Jurrfurlh.      1^17.     8. 
Franz  Kindacher,  Gymnasiallehrer,  in  Zerbst: 

5705.  Beckcr's  Zerbster  Chronik.     Bogen  8—24.     1858.     4. 

5706.  H.  Lindner,  Mitlheil.  aus  d.  Anhalt.  Gesch.    1.  u.  2.  Hfl. 
1830.     8. 

5707.  (Ders.)   Leopold    Friedrich    Franz,    Herzog   u.    Fürst  zu 
Anhalt.     1840.     S. 

5708.  Hilllei. randslied,   rec.  Lacbmann.      1833.     2. 
Jos.  Zahn,  Proicssurskandidal,  in  Wien  : 

5709.  J.    J.    v.    Herrmann,     Gesch.    d.    Israeliten    in    Böhmen. 
1819.     8. 

5710.  Die  Landstände  von  l!a\crn.     1800.     8. 
Naturforschende  Gesellschaft  zu  Görlitz: 

5711.  Dies.,  Allhandlungen,    4.,  5.,  6.   Bd.,    7.  Bds.    1.  H.  u. 
8.  Bd.     1844—57.    8. 

Wallishauser'sche  Bucbbdl.  in  Wien: 

5712.  llcru].   Mcyncrl,   d.   Herz  König  Rudolfs   I.      1856.     8. 
G.  Braun  sriic  HofbuchhdI.  in   Karlsruhe: 

5713.  Zeitschr.  f.  d.  Gesch.  des  überrbeins.     Hersg.  von  F.  J. 
Mone.     9.  Bd.,  4.  H.     1858.     8. 

G.  RagOtzky.   Pastor,  zu  Triglitz  bei  Pullilz: 
5711.    1.  Cburl.  Constitution  von  Erbfellen.     2.  Landrculer  Or- 
denung.     3.   Churf.    Edict    weg.   besuch    der  Audientien. 
Pap.-Hdscbr.      17.  Jahrb.     4. 

5715.  Doutl.  lieschr.  der  bey  Itziger  Zeit  bräuchlichen  Artillerie. 
Pap.-Hdschr.     18.  Jahrb.     qu.  8. 

5716.  Jobannsen  Georgens  Marggrafen  zu  Brandenb.  Visitation 
vnd  Consistorial-Ürdenunge.      1590.     4. 

5717.  Friedrich  Wilhelms,    MarggralTcns    z.   Br.    revid.   Pauer- 
Gesinde-  Hirten-  Schäfer-  u.   Muller-Ordennng.   1651.  4. 

5717a.  Friedr.  Wilhelms.   Verfassung,  Wie  es  in  Vns.  Camnicr- 
gerichl  zu  Colu  nn  d.  Spree  sol  gchall.  werden.   1658.  4. 
K.  k.  Centralcommiss    z    Erforsch,  u.  Erhalt,    d. 
Baudenkmale  in  \Niin: 

5718.  Dies.,  Mitlheilungen.     Redacteur:    K.   Weif.-.     111.    Jahrg. 
April.     18.58.     4. 

K.  k.  mähr   schles.  Gesellsch   z.Beförd.  d.  Acker- 
baues, d.  Natur-  u.  Landeskunde  m  Brunn: 

5719.  Dies.,  .\otizen-lilalt.    Hcdig.  v.  Cbr>lu.  irElverl.  Nr.  1—6. 
1858.     4. 

5720.  Dies.,    Mitlheilungen.      Hanpireilaktcur :    II.    C.   Weebcr. 
Nr.  1—26.     1858.     8. 

Mähr,  stand.  Landes- Archiv  in  Brunn: 

5720 a.   P.   H.   V.   Chlunicky  u.  J.   Cb>til,   Bericht  f.   d.  J.    1857. 
I.S58.     ^. 
Anton  Emmert  in  Inmi: 

5721.  Leon.  Colonibino,  il  trionfo  Tridcnlino.     1858.     8. 

Bauer  <t  Raspe,   liucbhdl.  (Jul.  Merz),  in  Nürnberg: 

5722.  Zcilscbr.    1.    deutsche    hullurgesch.     Hersg.   v.  Job.    Mül- 
ler u.  Job.  Falke.     1858.     Julihefl.     8. 

Verein  v.  Alterthumsfreunden   In  d    Rheinlanden 

in   luinn  : 

5723.  Brnun,  Achdles  aul  Skyros.     1858.     8. 


311 


Anzeiorer  für  K'imdr  der  (Ifiilsilu'ii  Vorzeil. 


312 


G    G    Kallenbach,   Professor,   in   Baiiibcrg: 

5724.  lltr.-.  ,   Hiiir.  z    Virslutulnirs  d.  I\iii  licn-Biiukuiisl.    l.llfl. 

1857.  8. 

5725.  Dtrs.,  dogiiialisch-liturgisch-sjuiliol.  .\ulf,issung  d.  Uirciil. 
Bnukunst.     1857.     8. 

Dr  Ernst  Förstemann,  üililiolhiLiir  ii.  Li-hnr  am  l.yceuin 
zu   \N  tTinjit-rutlc  : 

5726.  Uers..   alldeutsches  n.-iiiienbuch.  II.  Bd.  7.  Lief.   185».    4. 
Wilh.  Violet,  Buchhdl.  in  Leipzig: 

5727.  üd.  Fiedler,  (iescli.  d.  volkslhünil.  schottischen  Lieder- 
dichliing.     2.  Ausg.     1.  u.  2.  Bd.     18.58.     8. 

5728.  Chrstn.  Stein,  d.  Gesch.  d.  deutschen  Bauernkriege.  I. — 
6.   He(t.  u.  Bog.   19—25.      1849—50.     8, 

5729.  A.  Tliierry,  Entsteh,  u.  Ausliild.  d.  Tiers-Ktat  in  Krank- 
reich.     1847.     8. 

Dr.  Herrn.  Knothe,   (ivinnasial-Professor,  in  Zittau: 
57HO.    Jalirl>.   (l.-iilsrIuT  Dirhlijni;,   liersg.  v.  K.  Weller.    1858.   8. 

5731.  .Mur.   Ilorn,  neue  Dichtungen.     1858.     8. 

5732.  Ders.,  die  Köhler  von   Burg.     1857.     8. 

5733.  Ad.  ."ilern,  Jerusalem.     1858.     8. 
Aug    Stöber,  Professor,  in  .Mülhausen: 

5734.  Um.,   der  Kochcrslierg.     1857.     8. 

5735.  Ders.,   die  llexenprozesse   im   Elsafs.     1857.     8. 

5736.  Th.  Klein,  das  Städtchen  Buxweiler  und  die  Bcrgveste 
Lutzelstein.      1858.      8. 

5737.  Frd.  Otle,  die  Abtei  Murbach.     1857.     8. 

5738.  Elsafs.  Sanistagsblatt,  hrsg.  v.  Frd.  Olle.   1856,  1857  u. 

1858,  Nr.  1-31.     4. 

Dr.  C.  Schmidt,  Professor,  in  Strafsburg : 

5739.  Ders.,  plaintes  dun  Laique  allcmand  du  14,  siede  sur  la 
decadence  de  la  Chriitientc.     1840.     8. 

5740.  Ders.,  nouveaux  details  sur  la  vie  de  Guttenberg.  1841.8. 

5741.  Ders.,  Recensiun  d.  Werkes:  Iconographie  chretienne; 
Ilistoire  de  Dieu.  I'ar  Didron.     1845.     8. 

5742.  Uers.,  Uebers.  einigiT  z.  Kenntnifs  d.  religiös.  Lebens 
im   Jliltelalter  dienenden   Werke.     (1850.J     8. 

5743.  Uers.,  Bulmaun  .Merswin  ,  le  fondateur  de  la  niaison  de 
Saint-Jean  de  Strasbourg,     ü.  J.     8. 

5744.  Ders.,  die  Gottcsfreunde  im  14.  Jalirli.     1855.     8. 
5715.    >oticcs  sur  le.^  Iluiiiani.'tcs  Slrasbourgcois.     0.  J.     8 

Dr.   Jul.   Graf  v.  Wartensleben ,   k.    preufs.   Stadtge- 
richlsrath,  in  Berlin: 

5746.  Ders.,  Nachrichten  v.  d.  Gcschl.  der  Grafen  v.  Wartcns- 
lelien.     1.  u.  2.  Bd.     2.  Ausg.     1858.     8. 

Dr.  A.  L.  J.  Michelsen,  geh.  Justiz-  u.  Oberappellations- 
gcrichtsratli,  in  Jena: 

5747.  Ders.,  Johann  Friedrich's  des  Grofainüthigen  Stadtordnung 
für  Jon...     l^r.H.     1. 

Job.  Pet.  Bachern,  \  crl.-Biii  hhdl.  m  Köln  : 

5748.  Rhein.  Provinzial- Blätter.  2. — 4.  Jahrg.  Ilerausg.  von 
Jac.  IN'öggerath.  5.  u.  6.  Jahrg.  Hersg.  von  J.  P.  Ba- 
chern.    1835—39.     8. 

Karl  Freih.  v.  Reitzenstein,  ?..  Z.  in  W<im,ir: 

5749.  ihuringen  und  der  Harz.      1.— 3'<.  Ilft.     1839—42.     8. 

5750.  Alb.  SchilTncr,  Beschr.  von  Sachsen.     1840.     8. 


,')75l.    Thüringens  .Merkwürdigkeiten.    Hersg.   von   H.  J.  Meyer. 
1.  u.  2.  Ilft.     1^26.     8. 

5752.  G.  Landau,  die  Kitlcrgesellschaften  in   Hessen.    1840.  8. 

5753.  K.  F.  LeidcnIrosI,  thurfursl  Friedrich  II.     1827.     8. 

5754.  G    A.  Wette,  histor.  Kachrichten  von  Weimar.  1737.  8. 

5755.  J.  G.  Liebknecht,   de   nonnvilis   bracteatis  nvmmis  Has- 
si.icis.     (1716.)     4. 

5756.  J.   A.  Schmid,    nvnivs    bractcalvs    Ilenrico  II.   vindicatvs. 
1718.     4. 

5757.  F.   th.   Lefscr,    Nachricht    von    den   Müntzen    der  ausge- 
storbenen Grafen  von   Hohnstein.     1748.     4. 

5758.  Casp.  Sagiltarius  hisloria  Gothana.     1700.     4. 

5759.  .Merkw.    u.    auserics.    Geschichte    von    d.    Landgralschafl 
Thüringen.     2  Ex.     1684  u.  1685.     4. 

5760.  Casp.  Sagittarius,    antiqvitates  genlilismi  et  christianisnii 
Tbvringici.     1685.     4. 

5761.  (G.  P.  Hiinn),  Sachsen-Coburgische  Hisloria.    1700.    4. 
Ö7G2.    Job.  Seb.   Guth,  poiigraphia   .Meiningensis.      1676.     4. 

5763.  \y.  Kein,  d.  Dominikanerkloster  zu  Eisenach.    1857.   4. 
Staatsrath  V.  Maltitz,   k.  russ.   Gesandter,   in   Weimar: 

5764.  >otice  sur  la   Kamille   de   Maltitz.     0.  0.   u.  J. 

K.  bayer.  Akademie  d  Wissenschaften  in  München: 
.576:i.    Die<.,    Alihiindlunjrcn    d.    Iiisl.   lla.-se.     s.   Jids.    2.  Abth. 
1857.     4. 

5766.  ¥.    v.    Kobill,    Denkrede    auf   Johann    >ep.    v.    Fuchs. 
l«.ifi.      \ 

5767.  Konrad  llofmann,  iiber   d.  Gründung  der  Wissenschaft  alt- 
deutscher Sprache  u.   Literatur.      1857.     4. 

5768.  Frz.  Liiher,  d.  deuLsche  Politik  König  Heinrich  I.    1857.   4. 

5769.  Frd.  v.  Tliiersch,   über  Uonisl.  Mafsnabmen  I.  d.  Gedeihen 
der  Wissenschaften.     1858.     4. 

5770.  Ders.j  üb.  d.  Verhiiltn.  d.  Akademie  z.  Schule.  1858.  4. 

5771.  G.  M.  Thomas,  über  neuaufgefundene  Dichtungen  Fran- 
cesco Pctrarca's.     1858.     4. 

5772.  C.  PrantI,   üb.  d.  geschichll.  Vorslulcn  dir  neuern  Rechts- 
philo-iophie.      1858.     4. 

G.  Korscheit,  Lehrer  an   der  Bürger.scbule   in  Zittau: 

5773.  Ders.,  Aachtrag  z.  Gesch.  von  Berlbelsdorf.     1858.     8. 

5774.  Ders.,  d.  IJeberfall  bei  Hochkirch.     1858.     8. 

5775.  F.  Osw.  Sperrhaken,  Gesch.  von  Konigshain  bei  OstriU. 
(1858.)     8. 

5776.  W.  F.  A.  Eckhart,  d.  Löbauer  fhronik.     1851.     8. 
K.  Studienanstalt  zu  Erlangen: 

5777.  .!;ilirrsl„.riclil.      |w.>8.     4.     2  Ex. 

Dr.  Zöllner,  praKt.  Arzt,  in  Aub: 

5778.  H.Haas,  die  .\ustr(]-Burgundionen   u.  Logionen.   1856.  8. 

5779.  J.   M.  Schnielzing,  Repertoriuiu  d.  Gesetze  über  die  Me- 
dicinal-Vcrfass.  in  Bayern.     1818.     8. 

5780.  Tod!    wo  ist   dein  Stachel?   oder:  medicin.  Lehrgedicht. 
1856.     8. 

5781.  Ch.  F.  Adler,  d.  Liebekunst.     1843.     8. 

5782.  Th.   Galschenbcrger's  ges.   Gedichte.     1855.     8. 

5783.  Die   .Mysterien    der   .Magnelomagic.      1851.     8. 

5784.  Aus  d.   Tornister  einc^s  Soldaten  der  Revolutions-Armec. 
1856.     8. 

5785.  H.  Dulon,  v.  Kampf  um  Volkerfreiheil.     1619— JÜ.     8. 
.5786.    Ch.  Sainic-Foi,  d.  Buch  der  Volker.     1850.     8. 


313 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


314 


5787.    A.   Freiiniinil,   pnlil.   Volksl>üchlfiri.     0.   J.     ^. 
578H.    Diis  Pianulorle,  unler  Hrdiiclioii   v.   Frz.   Liszt.   1.  Jahrg. 
O    J.     ■>. 
Dr.  Paul  Wigand,  Sladtgericlilsdirelilor  a.  D.,  in  >\  elzlar: 

5789.  Ders. ,    denkw.   Beitrage   f.   Gesch.  u.  Rechlsalterlhiinier 
18.-|*<.     8. 

Dr.  J.  Marmor,  pmUi.  Arz.l,  iii  Ivuiisiaru: 

5790.  Uers.,  d.  Konzil  zu  honstanz.     1858.     8. 

Toll,  .Major  a.  D.,  in  hoblenz: 

5791.  Ein  «arhalTter  bericht  V.  d.  Schlacht  vor  Prauia.  1525.    4. 

5792.  Aufäzuj;  e.  Briefes,   wie  einer  so  in  d.  Türokej   wonhalTt, 
seinem  freundt  in  dise  landt  gesclirilieii.     1526.     4. 

5793.  Getrewe    .    .    crjnnerung,     von    ilor    Turcken    Ordnung. 
1542.     4. 

5794.  Warb.  Zeitung  Aufs  Franckreich.     0.  J.     4. 
Rectorat  d.  k.  Maximilian-Gymnasiums  m  München: 

57>.ij.    Ji.hrislitTii  hl.      |S.')S.      I. 

5796.  F.  .Minsinger,   malheni.  Geogr,i]iliie  in  Verliind.   mit  popul. 
Iliminelskunde.      1858.     4. 

Odebrecht,  Kreisgericbtsdireklor,  in  Berlin: 

5797.  (i.   .\.   Will,    kurze    Nachricht    von    H.  Siegniund  Oerlel. 
1754.     2. 

5798.  Fabianus  Albjrus.   ielir-  u.  sinnreicher  [lerlzens-Spiegel. 
0.  J.     qu.  8. 

Königl.  Akademie  d.  Wissenschaften  in  Amsterdam: 

5799.  Dies.,  \erslat'cn  en  inededeelingen.   l.Ueel.   1855 — 58.  8. 

5800.  Catalogus  van  de  boekerij  .  .  1.  Ueels  l.stuk.  1857.  8. 

5801.  A.C.  Ilollms,   het  wisselrcgl   in  de  XIV,  eeuw.   1840.  4. 

5802.  lo.  An.  iNijhoH,  beschrijving  van  een  liandschrift  afkonislig 
van  het  Uloostcr  Bethlehem  bij   Uoetinchem.     1857.     4. 

5803     \V.  Moll,    de   boekerij    van    het    St.  Barbara -Kloster  tc 
Delft.     1857.     4. 


Jos    Durig',  Oberrealschullehrer,  in  Innsbrnck: 

5815.  (lirs.,  der  Anwachs  der  geforsteten  Grafschaft  Tirol. 
1858.     4. 

Dr.  Alex.  Flegler,  Professor,  in  Nürnberg : 

5816.  Ders.,  zur  (;esrh.  d.  Posten.     1858.     4. 

Karl  Fri'ili.  v.  Reitzenstein,  z.  Z.  in  \\ciinar: 

5817.  Ders.,  Briefwechsel  d.  Kurfürsten  Jnhann  Kri<  lirich  des 
GrofsNUithigen  m.  s.  Sohne  Johann  Wilhelm,  Herzog  zn 
Sachsen.     1858.     8. 

5818.  J.  F.  Bauniann,  volvnt.  imperii  consortivni  inier  Frideri- 
cvni  Avsiriacvm  et  Ludovicvm  Bavarvm.     1733.     4. 

5819.  Pelr.  Kunz,  Conradvm  KavlTvngvm  ..  publ.  sislit.  1712.  4. 

5820.  C.  Ziegler,  de  singvlari  elecloris  Saxoniae  eminentia. 
174G.     4. 

5821.  W.  Seyfried,  de  Johannis  Hussi   ortv  .  .  Ed.  IM.  1729.  4. 

5822.  A.  G.  Faher,  familia  Avgvsla  Lvcenibvrgensis.  1722.    4. 

5823.  G.  A.  H.  Stenzel,  de  ducuni  Gcrmanoruni  post  tempora 
Caroli  Magni  origine  et  progressu.     1716.     4. 

5824.  Ch.  Schlegel,  de  cella  veteri,  ditionis  ac  dioeccscos 
.Misnensis.     0.  J.     4. 

5825.  Ders.,  de  nvmniis  antiqvis  Gothanis.     1717.     4. 
.5826.    J.  Ch.  Olearius,  spicilegiuni    antiqvilatis.     1702.     4. 

5827.  C.  S.  Schurzfleisch,  Wiiiekindvs  Magnvs.     1698.     4. 

5828.  0.  Sperling,  de  numnioruin  bracteatoruni  et  cavoruni 
origine  et  progressu.     1700.     4.     (Defect.) 

5829.  H.  C.  Hecker,  Kachrichlen  v.  d.  alten  Herrschaft  Star- 
kenberg.    1741.     4. 

5830.  J.  Z.  Gleichmann,  histor.  ».  polit.  Remarquen  v.  d. 
Thuring.  Erb-Ilof- Aemtcrn.     1742.     4. 

5831.  J.  T.  Itunick,  dipl.  Nachlese  z.  Genealogie  d.  Grafen  v. 
Schwarzburg  u.  v.  Kefernburg.      1755.     4. 

5832.  Eualuaciboucxkin.     1548.     8. 


5804.  G.    de    Wal,    prijsverhandeling   over   het    bestaan ,    den       5833.  D'ögheualueerde   gauden  ende  zelueren  . Monte.    1551.  8. 
aard  en  de  behandeling  van  het  Naiuurregt.     1833.     4. 

5805.  P.  van  Limburg  Brouwer,  overzigl  van  de  gescbiedenis 
der  allegorische  uitligging  van  de  grieksche  Mythologie. 
1843.     4. 

5806.  P.  Harling,   de  bodcm  onilcr  Amsterdam.     1852.     4. 

Verein  z.  Ausbildung  d.  Gewerke  in  München: 

5807.  Ders.,  ZeiL^rhrifl.  II,  1;  V,  2  u.  VIII,  1.  1852,  55  n.  58. 
gr.   4. 

Jak.  Falke,   Conservator  am  german.  Museum: 

5808.  .\.  Macchiavelli,  liisloriae  Florentinac  libri  oclo.   1658.  8. 
Wenzel  Grufs,  Sekretür  der  Stadt  Egcr: 

5809.  7  Jahresberichte  des  Gyninas.  in  Eger.     1851 — 57.     4. 

Nie.    V.    Urbanstadt,    k     k.    Finanzbezirkscommissar,    in 
Eger: 

5810.  Bruchstuck  eines  Kalenders.  Zwei  Prgmlblttr.   15.  Jahrb.  8. 

5811.  Notizen  über  einige   liiphni.   Ortschaften.     Pap.-Hdscbr. 
Hug'O  Itiltcr  V.  Goldegg  in  Bozen: 

5812.  Doinin.  Cuslos,  Tirolcnsium  Principum,  Com]|\]n  gc- 
nvlnnc  eicones.     1599.     2. 

5813.  Joh.  Srht.pf,   Guilrun.   Schauspiel  in  drei  Akten.   1858.  8. 

K.  k.  Gymnasium  in  Bozen  : 

5814.  Dass.,  VHI.  Programm.     1858.     8. 


5834.  Des  Kais.  u.  Reichs-Camnier-Gericbls  Kalender.  1800.  8. 

5835.  Die  l'ebcrschwenimiing  Jena's  am  4.  Febr.     1850.     8. 

Th.  G.  V.  Karajan ,    Viceprasident    der    k.    K.  Akadirmie 
d.   V>  .   in    W  ien  : 

5836.  Kaiser  .Maximilians!,  geheimes  Jagdliuch  u.  v.  d.  Zeichen 
des  llirsclics.    Hrsg.  v.  Tb.  G.  v.  Karajan.    1858.   kl.  8. 

Ein  Ungenannter  in  Nürnberg : 

5837.  Vorschlag  des  Kaisers  Albrechl  II.  v.  J.  1438,  d.  Reich 
in  Kreise  einzutheilen.     Pap.-Hdscbr.      15.  Jahrh.     4. 

5838.  Hierin  vcrzaichnet  was  mich  l'aulus  Behaim  mein  Gestech 
in  allen  cosl  hat  ausgeben.     Pap.-Hdscbr.     1546.     2. 

5839.  Sendlbrieir  aus  der  Hellen  Teulfcls  Scblofs,  an  den 
Schwäbischen  Schund  mjii  llanii.«  llarrern.  Pap.-Hdsclir. 
16.  Jahrh.     2. 

5840.  Euangeliuin  von  dem  selbst  erbcngcklen  GlosI  lu  Neiifs- 
dorir  zu  Oesterreich.     Pap.-Hdscbr.      1595.     2. 

5841.  Voigt  hernach  der  aulflaulTso  alliie  In  diefser  Statt  Nürm- 
berg  sich  begeben  vnd  zugetragen  hat  Anno  1349  Jahr. 
Pap.-Hdscbr.     1607.     2. 

5842.  Dafs  Ziffer  A.  B.  C.  .  .  Durch  welches  Mariin  l.ulhcr 
vom  H.  Johanne  in  d.  bninibl.  Otfenb.  angedeutet  winll. 
t    Kill.      O.   0.   II.  J.     2. 


315 


Anzeiger  fiir  KuikIi-  dor  drutsclion  Vorzeit. 


316 


Verein  f.  Erdkunde  i'ic  in  F)arinäi.-i(lt: 

5843.    Ikrs.,   liiilrHj;i-.    Krgiinzmi}rsblalltr  z.  Notizblatt.    1.  Ilft. 
1858.     -. 
Antiquarische  Gesellschaft  in  Zürich: 
5814.    Dies.,  Mailuiliingin.     X.XII.     1858.     gr.  4. 

5845.  ü.  V.  >Vjfä,  Gesell,  d.  Alilei  Zürich.  BeiIngen.  1851  — 
1858.     4. 

5846.  13.   Bcrirhr.     (1858.)     -1. 

Ein  Unbekannter: 

5847.  .Mognenlii  Hhahiiiii  .)I,iuri  de  laudibiis  sanclae  crucis,  ed. 
.\d.   llcnzc.      1S17.     (ir.  2. 

Hessisch.  Verein  f.  d.  Aufnahme  mittelalt.  Kunst- 
werke 7.11  Darnislndt: 

5848.  Der-  ,   Denlinialei-.     ti  Blatter.     2. 
Redaction  d.  numismat.  Zeitung  in  Weifscnsce: 

584".".    l)w>..   niMni*iri.-,l.   Zeiliing,  IN'r.  9  u.  10.      1858.     4. 
Dr.  J.  D.   G.  Brugger,  Professor,  in  Heidelberg: 

5850.  Beschreibung  d.  Belagerung  Freiburgs  im  Breisg.  im  J. 
1744.     Pap.-Udschr.     2. 

Gebrüder  Heintze,  BuchhdI.  in  Luxemburg: 

5851.  N.    Killes,    .Maria,    die    machtige    Patronin    zur    Eichi'. 

1857.  8. 

Trowitzsch  <fe  Sohn,  Hofbuchdruckerci,  in  Frankfurt  a/0.: 

5852.  Jldnalsschrilt  f.  deutsches  Sliidte-  und  Gemeindewesen, 
hrsg.  V.  A.  Piper.     Hell  VIII.     1858.     8. 

Polytechn.  Verein  zu  Würzburg: 

5653.   Uers.,  Wochenschrift.     Ar.  27—31.     1858.     8. 

Verein  f.  thüring.  Gesch.  u.  Alterthumskunde  in 

Jena; 

5854.  Johann  Fricdrich's  d.  (irofsmüthigen  Stadtordnung  für 
Jena,  hrsg.  v.  A.  L.  J.  .Michelsen.     1858.     4. 

Du  Mont-Schauberg'schc  BuchhdI.  in  Köln: 

5855.  Organ  f.  (hristl.  Kunst,  hrsg.  v.  Baudri.     Nr.  15  u.  16. 

1858.  4. 

Jos.  Plafs.   Schullehrcr,  in   Kastl: 

5856.  ((;.  11.  Paricius),  d.  jetzt-Ieliende  Hegensburg.  1722.  8. 

H.  Leitzmann,  Buchbindermeister,  in  Nürnberg: 

5857.  Bibel  allen  H.  neuen  Testaments.  1596.  4.    (Tilclbl.  fehlt.) 

Wendeborn'sche  BuchhdI.  in  Allona: 

5858.  A.  V.  Warnstedt,  Rendsburg,  eine  Holstein.  Stadt  und 
Festung.     18.50.     8. 

5859.  Topographie  d.  Herzoglh.  Schleswig.  2  Thle.    1853.     8. 

5860.  A.  Ipsen,  d.  alten  Landtage  d.  Herzogthümer  Schlesw.- 
Holstcin  V.  1588— 1G75.     1852.     8. 

5861.  N.  Faick,  Beitr.  z.  Gesch.  d.  Schlesw.-Holsl.  Landwirth- 
schafl.     1847.     8. 

5862.  Ders.,  Snmml.  d.  wichtigst.  Urkunden,  w.  auf  d.  Staats- 
recht der  Herzogth.  Schleswig  u.  Holstein  Bezug  haben. 
1847.     8. 

5863.  E.  Wislinenufl,  Gesch.  der  alten  Dilhmnr.srhen.  18.j(l.  8. 

5864.  r.  P.  Hansen,   Chronik  d.  Friesischen  l  ihlande.  1H56.   8. 

5865.  Ders.,  Friesische  Sagen  u.  Erzählungen.     1858.     8. 

5866.  A.  Burow,  d.  Kricgsthcnter  d.  dänisch.  Halbinsel  u.  die 
Festung  Rendsburg.      1854.     8. 


5867.  P.  B.  Ilelincke,  d.  Belagerung  Rendsburgs  i.  J.  1645. 
1850.     8. 

5868.  G.  Pasche,  Chronik  d.  Kirchspiels  Bornhovede.  1839.  8. 

5869.  J.  Boojsen,  Bcschr.  d.  Insel  Silt.     1828.     8. 

5870.  Eckhoir,  die  Insel  Führ  u.  ihr  Seebad.     1833.     8. 

5871.  K.  J.  Clement,  die  Lebens-  u.  Leidensgesch.  d.  Frisen. 
1845      8. 

5872.  A.  Ipsen,  Christian  August,  Prinz  zu  Schleswig-Holstein. 
1852.     8. 

5873.  (P.  Hanfsen),  kurzgef.  Nachrichten  v.  d.  Ilolstein-Plöni- 
schen  Landen.     (1759.)     4. 

C.  H.  Tamms,  Pastor  zu  St.  Nicolai  in  Stralsund : 

5874.  Ders.,   Cmrad  Schlüsselburg.     2.  Ahth.      1858.     4. 

Carl  Tauchnitz,  VcrIagshdI.  in  Leipzig: 
ö875.    G.  A.   H.  Sienzel,    Gesch.   Deutschlands    unlcr    il.  Frank. 
Kaisern.     2  Bde.     1827—28.     8. 
Friedr.  Schäffer  &  C. ,    Buch-,  Kunst-,  Musik-  u.  Land- 
kartenhdi.,  in   Lanilsberg  a.  d.   W.: 

5876.  .\.  Engelien  u.  Fr.  Henning,  Gesch.  d.  Stadt  Landsberg. 

1857.  8. 

5877.  Plan  d.  Stadt  Landsberg  a.  d.  Warthe.     1855.     8. 

Ferber'schc  Universitätsbuchhdl.  (Em.  Roth)  in  Giefsen: 

5878.  J.  F.  Schulte,  Handb.  des  kathol.  Eherechts.    1855.    8. 

5879.  Ders.,  System  d.   allgeiii.   katb.   Kirchenrechts.   1856.    8. 

5880.  G.  Engclbach,  Philipp  d.  Grofsmuthige.     1856.     8. 
L.  W.  Seidel,  BuchhdI.  in  Wien: 

5881.  Th.  Vernaleken,  Alpensagen.     1858.     8. 

5882.  Formenlehre    der  deutschen  Sprache.      2   Thle.     2.  \iil\. 

1858.  8. 

5883.  C.  Schinil  Ritler  v.  Tavera,  Bibliographie  z.  Gesch.  d. 
österr.  Kaiserstaates.     1.  Ablh.     1.  Hell.     1858.     8. 

G.  Fröbel,  Verlagsbuchhdl.  u.  Hofbuchdruck,  in  Rudolsladt: 

5884.  Sagen  und  Kl.inge  aus  Thüringen.     1857.     kl.  8. 

5885.  Album  zum  Gedachtnifs  d.  I).  Erbprinzen  Günther  zu 
Schwarzburg.      184(). 

5886.  G.  Frobel,  Album  der  4.  Sacularfeier  d  Erlinduiig  der 
Buchdruckerkunst.     (1840.)     8. 

Eberh.  Ludw.  Kling,  BuchhdI.  in  Tuttlingen: 

5887.  J.  Ilarlniann,   Gesch.  v.   Württemberg.     1856.     8. 

5888.  C.  W.  Hüsling,  d.  Lehre  v.  d.  Saulenordnungen.  2.  Ausg. 
1858.     8. 

K.  Gesellsch.  f.  Samml.   u.  Erhalt,   vaterl.  Alter- 
thiimer  m  Kid: 

5889.  Dies.,  Bericht.     1857.     18.58.     4. 

Dr.  Ludwig  Häufser,   Professor,   in  Heidelberg: 

5890.  Kits.,  (Uutsi  lic  Gesch.  v.  Tode  Friedrichs  d.  Gr.  bis 
zur  Grund,  d.   deutsch.   Bundes.     1.  Lief.     1858.     8. 

Dr.  Lud'wig  Ettmiiller,  Professor,  in  Zürich: 

5891.  Neujalirsliiiill  hrsg.  v.  d.  Slndtliiblioth.  in  Zürich  auf  d. 
J.  1841.     4. 

5892.  Carminum  cpicoriim  germanic.  saec.  .\1I1.  et  .\IV.  frag- 
menla,  ed.   F.  Dejcks.     1858.     4. 

5893.  Sacra  saecularia  tertia  l'nivcrs.  Jenensis  jiie  celebr.  gra- 
tulntur  Rector  et  Senat.  Ac»d.  reg.  Monnsleriensis. 
1858.     2. 

5894.  Festgedicht  auf  Jena  v.  W.  Schütz.     (185k.)     4. 


3r 


Anzeiger  tur  Kunile  der  deutschen  \orzeil. 


318 


III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung. 

Kunstverlagshandlung  von  Artaria  und  Fontaine 

in   .M:inrihujiii : 
245».    Portral  A.  Uiirt-rs,   Kpfsich.   von  F.  Förster. 
2459.    Porträt  H.  Holbeins,  Kpfrsl.  von  Fr.   \\  elier. 
24fiO.   Portriit    des  Prinzen  Wilhelm  II.    von  Aass;iii,    Kpfrslcli. 

von  Rapli.  Morghen. 
2461.    Ansicht  des  SJrafsburgcr  Münsters,  Kpfrstch.  v.  Schnell. 

C.  Becker,  kgl.  pr.   Steuerinspektor,   in  Wiirrliurg: 
24tJ2.    Gjpsahfjiils  eines  verzierten  hastchens  v.   14.  .Ihdi. 

2463.  Ein  Keiler,  Federzchng.  vom  16.  Jhdt. 

2464.  3  gemalte  Wappen  vom   17.   n.   18.  Jhdt. 

2465.  6  Originalsiegel  und  2  l.ackalidrüclic  von  Siegelstöckcn, 
14.— 16.  Jhdt. 

2466.  Siegcistock  von  Messing.     14.  Jhdt. 

L.   Bechstein,    ilulriith,   Archivar  ii.   Bibliothekar,  in   Mei- 
ningen : 

2467.  17  Schriftproben  vom  8.— 15.  Jhdt. 

J.  Frank,  Gehülfe  in  der  Kunst-  u.  Allcrtliumssainmlung  des 
german.  .Museums: 
2467  a.  Antiker  Kopf;  neuer  Eisengufs. 

Dan.   Scheffler,   Schrcinermeistcr.  in  ^'ürnberg: 
2lii~.    2   \erzicrte  Thürschlösser  vom   16.  u.   18.  Jhdl. 

Magistrat  der  Stadt  Kordhausen  : 
24ti9.    Speziestbaler  der  lieichssladt  Kordhausen. 

2470.  Kleinere  Silberinünze,  desgl. 

Dr.  Vogelmann,  Priiceptor,  in  Ellwangcn: 

2471.  (iiige  vom    16.  Jhdl. 

Ludwig  Erbgraf  zu  Pappenheim: 

2472.  Gypsabgufs  einer  .StatueUe  des  heil.  Antonius.  16.  Jhdl. 

2473.  2  grafl.   Pappcnheim'sche  Silbermünzen   vom   Is.  Jhdl. 

2474.  Geschlcchtstafel  des  erlauchten  Hauses  Pappenhciin   vom 
11.  Jhdl.   Ins  nach   der  Mitte  des  19.  Jhdts.;  Steindr. 

Frhr.  von  Reitzenstein  z.  Z.  in  Weimar: 

2475.  3  Originalsiegel  v.   13.  Jhdt. 

2476.  154  Gypsabgüsse  von  mittelalterlichen  und  neueren  Sie- 
geln und  Formen  zu  solchen. 

2476  a.  19  Lackahdrücke  von  solchen. 

2477.  Grofsc  Silhermediiille   auf  Herzog  Job.  Casimir  v.  Sach- 
sen; v.  163U. 

2478.  Sächsischer  Tbaler  von  1542. 

2479.  2  Zeichnungen  nach  Siegeln   vom   13.   Jhdt. 

2480.  Beispiel   einer  Wappcnfalschung   von   1835. 
.2481.   6  kleinoro  Silbermünzen  und  3  Kupfermünzen. 

2482.  St.  Georg,  kleine  Bronceslatuc  v.  15.  Jhdt. 

2483.  Gypsabgufs    eines    Kardinalsiegels   und    einer    verzierten 
Zinnschüs.*el  v.   16.  Jhdt. 

J.  J.  Merio,  Itenlner,  in   Köln: 

2484.  Portral    des  Gerhard   von  Pilgruin ,    Bürgermeisters   von 
Kiiln;  Sieingravicrung  nach  A.   di'  Bruyn. 

2485.  St.   Antonius,    St.   B.irbara    und  St.   Katharina,    Sieingra- 
vicrung nach  A.  v.   Worms. 

2486.  Abbildung  des  1496  auf  dem  Keumnrkl  tu  Köln  stntlgc- 
hnblcn  Schiefsspiels ;  Steindruck. 


2487.  Abbildung  der  Oberfläche  des  runden  Eckthurins  in  der 
alten  römischen  Stadtmauer,  bei  Sl.  Ciaren  in  Kola; 
Steindruck. 

2488.  2  Steingravierungen  nach  einem  span.  Gemälde  und  einer 
neueren    llan.lzeiclinung. 

Ungenannter  in  Nürnberg: 

2489.  7  Blatter  mit  gemalten  Wappen   vom  16.  u.  17.  Jhdt. 

2490.  Ahnenprobe  des  Christoph  vom  Berg,  Wassermalcrci  v. 
16.  Jhdt. 

2491.  4  Handzeichnungen  v.  16.  Jhdt. 

2491  a.  Medaillon  des  H.  S.  Behani  und  seiner  Frau,  Kpfrstch. 
von  W.  Hollar. 

2492.  Text  zu  dem  rad.  Feuerwerke  von  J.  Amman. 
L.  Bull,  Kaufmann,   in  INürnberg: 

2493.  1   romisrlic  und    1   schwedische  Kupfermünze. 
H.  Killer  von  Goldegg  in   Bozen: 

2494.  49  Kupferstiche  und  Radierungen  vom  Ende  des  16. — 
18.  Jhdts. 

2494  a.  29  ältere  und  neuere  Siegelabdrüeke. 
Dr.  Zöllner,  prakt.  Arzt,  in  .\ub: 

2495.  Ein  l'islnl   mit  Kadschlofs. 
Dr.  O.  Buchner  in  Giefsen: 

2496.  Altgerin.  l'urleiihalsband. 

2497.  Model  für  eine  Ofenkachel. 

2498.  Degenkorb  und  Sporn  v.  17.  Jhdt. 

2499.  10  kleinere  Silbermünzeu  ,  1  Kupfermünze  u.  2  Kupfer- 
jetoiis  vom   16. — 18.  Jhdl. 

2500.  Bruchstück  eines  kleinen  broncenen  Crucifi.ves. 
M.  Freih.  von  Berchem: 

2501.  2  Abbildungen  plastischer  Denkniiiler  aus  dem  ehemali- 
gen Kloster  zu  Windberg;  Tuschzchg. 

Dr.  J.  H.  v.  Hefner- Alteneck,   Prof.   u.  Conserv.  der 
verein.  Samml.   in   München: 

2502.  4  kleinere  mitlelallerliche  Silbermünzen,  1  Messingjeton 
und   1   Kuplermiinze. 

N.  Urban  von  Urbanstadt ,   k.   k.  Cameralbezirkskom- 
missär,  in   Eger: 

2503.  24  Lackabdriickc  von  .ilteren  und  neueren  Siegelstöcken. 
R.  von  Rettberg  in   München: 

2504.  2  Kuplersliche  von  A.   Dürer;   Bartsch   >r.  59  u.   70. 

2505.  Ziukabgnfs  einer  Aledaille  des  Job.  INeudiirfer.     1523. 

Freih.  v.  Schirnding,  kgl.  Forstmeister,  in  >euhof: 

2506.  Ein  in  einem  Dachsbau  gefundener  Broncegürtel  vom 
14.  Jhdl. 

Dr.  Andresen,  Conserv.  der  Bibl.  des  germ.  .Museums: 

2507.  19  Portraits  aus  der  1.  Hälfte  des  17.  Jhdts.    Kpfsichc. 

2508.  40  Portrails  aus  spaterer  Zeit;  Kpfslche. 

2509.  6  Alibildungen  von  architekton.  Denkmiilcrn;   Stahlstchc. 

J.  L.  Bautenbacher,  Bcneflzial,  in  (iünzburg: 

2510.  Silberniünzo  von  Kaiser  Wenzel   I. 
Schick,   Pfarrer,  in   Ellwangcn  : 

2511.  7  Silbermunzen  vom  16.  Jhdl.  au»  einem  Funde  bei 
Archshofen. 

2512.  2  Kupferstiche  vom  1^.  Jlull.  Iliriog  Karl  in  der  Knrls- 
schiile und   Purlriil   des  C.   Vnnloo. 


319 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsclien  Vorzeit. 


320 


S^ve,   Rrnincr,  in   Briisscl: 

2513.  3  römische  Kupferiiiiinzen. 

Geyer,  Oberpostkassier  a.  D.,  in  IVürnberg: 

2514.  2  Tassen  von  allem  Porzellan  in  einer  Lederkapsel. 

2515.  Reiseuhr  mit  vergoldetem  ZifTerlilall,   vom   17.  Jhdt. 

N.  Besselich  in  Trier: 

2516.  3   ci.^irrif  Pfeilspitzen. 

Dr.  Ladner  in  Trier: 
251".    33   Kupferstiche  und  Radierungen  aus  dem   17.  — 19.  Jhdt. 
von  -M.  .Verian,  B.  Rode,  G.  Priniavesi,J.  Wagner,  Oester- 
reich  u.  A. 


2518.  Die  Weiber  von  Weinsberg,  Ilolzschn.  von  J.  F.  L'nger. 

2519.  2  kleinere  Steindrucke  von  Slrixner. 
Brückner,  Chemiker,  in  Hof: 

2520.  (iestocliene    Ku|i(erplatle     mit    .\bbildung    einer     .Vünze 
N.   1622. 

Krämer,  Schreibfedernfabrikant,  in  Würzburg: 

2521.  4  Pfeile  vom  15.  Jhdt. 

Historisch -antiquarischer  Verein   der  Stadt  ScbafT- 

hairsen : 

2522.  13  Gypsabgüsse  von  mittelalterlichen  Schweizersiegeln. 
Lottes,  Pfarrer,  in  Leerstatten  bei  Scliwabach: 

2523.  (irofser  Glaspokal  mit  eingebrannten  Malereien  v.  1660. 


riironik  der  liisldrisclicii  Vorclne. 


Die  siebente  Jahresversammlung  des  Gesanimt Vereins 
der  Geschichts-  und  Alterthunisvereinc  wurde  zu  Berlin  vom 
15.  bis  IS.  September  d.  J.  abgehalten.  Es  waren  ungefähr 
hundert  Forscher  und  F'reunde  des  Alterthums,  der  Geschichte 
und  mittelalterlicher  Kunst  Deutschlands  erschienen,  darunter 
gegen  20  Deputierte  einzelner  Vereine.  Der  Ort  war  eben- 
sowohl wegen  der  vorhandenen  vielfachen  Kunslscliatze ,  als 
auch  wegen  einer  nicht  unbeträchtlichen  Anzahl  ausgezeichne- 
ter Männer,  welche  dort  ihren  Wohnsitz  haben  und  an  dem 
Congrcsse  Theil  nahmen,  ein  sehr  gut  gewählter;  auch  ward 
Seitens  der  Behörden  sehr  Dankenswerlhes  für  die  Annehm- 
lichkeit und  Kiitzliclikeit  des  Aufenthalts  der  Versammelten  ge- 
leistet. Anstatt  des  abwesenden  .Ministerialvorstandes  v.  Braun 
aus  Hannover  fiilirte  der  Generaldirektor  von  Olfers  aus  Ber- 
lin den  Vor.^ilz  in  den  zwei  Gencralversammhmgen,  am  15.  und 
18.  d.  .M.  In  denselben  wurden,  aufser  der  Vorlesung  des  vom 
Archivsekrelär  Dr.  Grotefcnd  aus  Hannover  vcrfafstcn  Ge- 
schäftsberichtes des  Gesammtvereins  und  eines  interessanten 
Abrisses  der  Geschichte  Berlins  vom  Stadiarchivar  Fidicin, 
folgende  Vortrage  gehallen:  vom  Professor  Hafslcr  aus  Ulm 
über  den  Fortgang  des  Baues  des  beriilimten  Doms  daselbst; 
von  Dr.  .Mommsen  aus  Berlin  über  die  Inscriplionen  Deutsch- 
lands, besonders  in  Bezug  auf  die  Handelswege  der  Römer 
nach  und  in  Germanien;  von  Dr.  Mannhardt  aus  Berlin 
aber  die  IVothwendigkeit  und  die  Nützlichkeit  alter  Sagen 
n.  8.  w.;  vom  Kammerherrn,  Freiherrn  v.  Eslorff  aus  Schlofs 
Jägersburg  über  die  von  demselben  übernommene  Arbeil  der 
archäologischen  (ommission,  betreffend  eine  neue  Classilikalion 
und  Terminologie  der  Denkmale  und  Anticaglien ,  sowie  über 
die  im  Auftrage  des  germanischen  Kationaliniiseuiiis  gemach- 
ten Antrage  des  Herrn  .M.  Koch  aus  Heidelberg  in  Betreff 
grüfserer  Thüligkcit  der  Vereine  (insbesondere  in  Oestcrrcich, 
Miirltcmbcrg  und  Ungarn)  für  die  vorchristlichen  Alterthümer. 
Die  Vorträge  des  Archivars  Landau  aus  Cnssel  über  deutsche 
Gaugeographie  und  des  Archivars  Habe!  aus  Schierstein  über 
die  Arbeiten  der  Limes  -  (ommission  «urden  in  der  betreffen- 
den dritten  und  ersten  Section  gehalten. 


In  der  ersten  Section  (unter  dem  Vorsitze  des  .Vrchivraihs 
Dr.  Lisch  aus  Schwerin)  wurden  bemerkenswerthe  .Mitlhei- 
lungen  über  merkwürdige  archäologische  Funde  aus  den  Pfahl- 
bauten im  Bodensee,  vom  Schlosse  Allenstein  bei  Bolzen,  im 
Grofsherzogthume  Posen  und  im  Meklenburgischen  gemacht ; 
in  der  zweiten  Section  (unter  dem  Vorsitze  des  Professors 
Hafsler)  wurden  viele  Fragen  aus  der  Kunst  des  .Mittelalters 
und  in  der  dritten  Section  (unter  dem  Vorsitze  des  Staats- 
Ministers  von  Wictcrsheim  aus  Sachsen  und  des  Dr.  Gro- 
lefend)  manches  Historische,  Germanisches  und  Slavisches, 
erörtert.  Das  römisch -germanische  .Museum  halle  einige  sehr 
gelungene  Nachbildungen  in  Deutschland  g<'fundener  Alter- 
thümer, sowie  mehrere  Vereine  und  Privaten  interessante 
archäologische  Originale  ausgestellt.  In  der  Versammlung 
der  Deputierten  der  mit  dem  (iesammtvercin  verbundenen  histo- 
rischen und  alterthumsforschenden  Vereine  ward  Slultearl  als 
geschaftsfiihrender  Vorort,  sowie  in  der  letzten  Generalver- 
sammlung München  zum  nächstjährigen  Versammlungsorte  ge- 
wählt. 

Der  Verein  für  ha  m  b  iirg  isch  e  Geschiilili'  liiclt  am 
26.  .Mai  dieses  Jahres,  nachdem  die  für  Hamburg  erscliullern- 
den  Ereignisse  im  verflossenen  Jahre  eine  Unterlirccliung  ver- 
ursacht hatten,  seine  diesjährige  allgemeine  Versammlung.  Dr. 
Lappenberg  beriehtele  über  die  indessen  nicht  unterbrochene 
Thäligkcit  des  Vereines,  der  während  der  letzten  Jahre  durch 
Dr.  Geffcken  einen  neuen  .\bdruck  der  ältesten  hamburgi- 
schen  Gesangbücher  in  niedersächsischer  Sprache  hat  be- 
sorgen lassen  und  das  15.  Heft  der  Zeitschrift  heraus- 
gegeben; l)r  Buek  bat  ein  Werk  über  die  hamb.  Oberalten 
veriinciillichl  und  beabsicliligl,  ilie  V  erzeichnifse  der  hohen 
Beamten  etc.  Hamburgs  folgen  zu  lassen,  wahrend  Dr.  Be- 
neeke  auf  Anregung  des  Senates  die  hamb.  Raihs listen 
herausgeben  wird;  Dr.  Lappenberg  selbsl  hat  eine  Geschichte 
des  durch  den  Brand  zerstörten  hamb.  Ralhhauses  für 
den  Druck  vorbereitet.  Wahrend  der  letzten  Winter  wunlen 
vom  Vereine  öffentliche  Vortrüge  über  hamb.  (Jrscliiclile  ge- 
halten,   auch   die   Sammlung   lianili.    Alterthümer    dem   Publikum 


321 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


322 


an  bestimmten  Tagen  geöffnet.  Ein  Bericht  des  Prof.  Wurm 
über  die  Tbäligkelt  des  verewigten  Bürgermeisters  Johann 
Schmidt  enthielt  hauptsächlich  aus  den  Jahren  1813—15  und 
über  damalige  hanib.  Verhitltnisse  manche,';  Bemerkens« erthe. 
Prot.  Petersen  berichtete  sodann,  dafs  auch  die  Fortsetzung  des 
Lexikons  der  hamb.  Schriftsteller  bereits  unter  der  Presse 
sei,  und  machte  .Millheilungen  über  den  Zuwachs  der  Samm- 
lungen etc.,  über  Entdeckungen  und  Ausgrabungen  in  und  bei 
Hamburg,  übi-r  den  Stand  der  Uechnungen  und  andere  Vereins- 
angelegenbeiten. 

Die  Verhandlungen  des  historischen  Vereins  für 
K  ie  d  erb  ayc  rn  enthalten  in  ihren  uns  vorliegenden  neuesten 
Heften,  Bd.\..   HU  n.    1,   1858,   aufser  dem  secbslen  Jahre.-ibe- 


richtc  des  Vereines  für  1857  von  Dr.  Wiesend,  für  die  (je- 
schichtu  des  Lances:  Verzelchnifs  von  Handschriften  der  kgl. 
Hof-  und  Staatsbibliothek  .^lünchen,  welche  die  Geschichte  von 
Landshut  berühren,  mitgetheilt  von  Dr.  Th.  Wiedeniann.  Histori- 
sche Daten  über  das  alle  Prämonstratenser  Kloster  \>  indberg, 
gesauinielt  und  chronologisch  geordnet  von  Josef  Kornniüiler.  — 
Zur  Kuustueschichte  und  Alterthumskunde:  der  Bau  und  die 
Erbauer  des  t'hors  zu  St.  Martin  in  Landshut  von  Job.  Spurl. 
Die  römischen  Denkmale  in  INiederbayern;  1.  Abtheilung  die 
Schriftmale,  von  Prof.  Josef  von  Heiner.  Ueber  ^amencrklä- 
rungen,  von  Rektor  Seb.  Mutzl.  l'elier  den  l'rsprung  des  pas- 
saiiischen  Stadtwappens,   Min    l)i.   Krh.rrd. 


\  a  c  h  r  i  c  li  t  c  ii. 


■jiteratiir. 

Ken  erschienene  Werke. 
67)   Geschichte    des    Erzstifts    Trier    d.    i.    der    Stadt 
Trier    und    des  Trier.  Landes,    als  Churfdrstcnthuni    und 
als  Erzdiöcese,  von   den  ältesten   Zeiten   bis  zum  J.  1816 
von  J.  Mar.\.    Erster  Band.    Trier,  Kr.  Liniz.    1858.    8. 
XV  und  544  Stn. 
Der  Verfasser,    Professor    der   Kirchengeschichte    und   des 
Kirchenrechts  am  bischöflichen  Seminar  in  Trier,  hat  sein  \>  erk 
auf   einen    ans<linlichen    Uuilang    berechnet.      Der    vorliegende 
Band,   welcher  die  trier'sche   Ijeschichle  von  der  Zeil  der  Rü- 
nierhcrr.-ichart  bis  zum   Beginn   der  Regierung   des  letzten  l'liur- 
lursten  behandelt,  ist  nur  die  erste  Abtheilung  desselben.     Die 
zweite  Abtheilung  wird  die  Geschichte  der  Abteien,  Stifte  und 
Klöster  des  trier'schen  Landes  von  ihrer  Entstehung  bis  gleich- 
falls   zur  Regierung    des  Churfürsten  Clemens  Wenzcslaus    um- 
fassen.    Die  Regierimg  dieses  letztern,    die    neuere  Geschichte 
Triers    ist     der     dritten    Abtheilung    vorbehalten.     Es    ist    kein 
Zweifel,  dafs  die  denkwürdige  Geschichte  Triers,  das  sehr  früh 
schon  glänzend  in  unserer  Geschichte   auftaucht,    einer    so   um- 
fassenden  historischen  Behandlung  wünlig  ist,  und  da  seit  den 
vortrefflichen  noch  heute    unentbehrlichen  Arbeiten  Honthcim's, 
Brower's  und  .Masen's  siel»  keiner  in  der  trier'schen  Geschichte 
ein  so  weites  Ziel  gesteckt   hat,    so    wird    die   Wissenschaft    in 
dem  vorliegenden   Werke  eine    sehr    willkommene  Erscheinung 
begrüfsen.      Dasselbe   beruht  auf  lleif^igeii  Studien,    und    wenn 
.Manches,  zumal  in   den   allgemeinern   Partien,  weniger  begrün- 
det erscheint,    so    ist    im   Ganzen    des  Verfassers  Streben   nach 
der  thatsachlichen   Wahrheit  gebiihrend  anzuerkennen. 

681   Geschichte    der    l'rovinz    Hanau    unil   der  unteren 

Maingegend  von  Carl  Arnd.    Mit  2  illuminirten  Karten. 

ILinaii,  Friedr.  Konig.     1858.     8.     .\  und  611  Stn. 

Seine  Amtsgeschafte  als  Wasser-,  Strafsen-  und   Landbau- 

meisler    machten    den   Verfasser    vorliegenden    Buches    in    einer 

Reihe  von  40  Jahren   allmählich    mit  beinahe  allen   Thcilcn  der 


Provinz  Hanau  naher  bekannt.  Dies  erweckte  in  demselben 
natürlich  ein  liesonderes  Interesse  frtr  ihre  frühern  und  gegen- 
wartigen Zustande.  Aus  der  langjährigen  Beschaltigung  mit 
ihrer  Geschi<hte,  aus  den  eigenen  Anschauungen  ihrer  gegen- 
wartigen Verhallnisse  und  den  Untersuchungen  noch  vorhan- 
dener Denkmäler  des  Alterthuiiis  gieng  das  gegenw.irlige  \>  erk 
hervor.  Die  Stellung  des  Verfassers  gibt  eine  .\ndeulung,  was 
man  an  dasselbe  für  Ansprüche  zu  machen  hat.  Derselbe  legt 
selbst  weniger  Gewicht  auf  seine  schriftlichen  Quellen, 
von  denen  er  vorzugsweise  nur  die  zuganglicheren  benutzt  hat, 
als  auf  die  noch  \orliandenen  Zustande  und  Denkmäler, 
die  er  in  seinem  Buche  nach  bester  Einsicht  wissenschaltbch 
zu  verwertheu  gesucht  hat.  Manche  seiner  Resultate  bedürfen 
darum  einer  genauem  Prüfung,  die  wir  baldigst  angestellt 
sehen  möchten.  Was  die  hanauische  Geschichte  selbst  betrifft, 
so  ist  die  Darstellung  derselben  vielfach  von  grofser  Scliwie- 
rigkeit.  So  klein  auch  diese  Provinz  mit  ihren  120,001)  Ein- 
wohnern ist,  so  ungleichartig  ist  der  Stoff  ihrer  Geschichte ;  ihr 
Darsteller  entbehrt  daher  ilen  unschiiizbareii  X'orllieil,  die  ein- 
heitliche Geschichte  eines  gleichartigen  \ DIki's  dem  Leser  »or- 
fiihren  zu  können.  In  ihrer  heuligen  (iestalt  existiert  diese 
Provinz  erst  seit  d.  J.    1><21. 

69)  Beitrag    zu    einem    Wörterbuch    der    deutschen 
.Mundarten     des     uiigrischen    Berg  lau  des.      Von 
Karl  Julius  Schröer.     Wien,  aus  der  k.  K.  Ilul-  und 
Staatsdruckerei.      1858.     8.     62  Sin. 
Die    deutschen    Sprachinseln    des    anfserdeutschen    Oesler- 
reich,  die  sich   in   der  Cmlliilhung  von  Italienern,  Slaven,   Min- 
chen und   Magyaren   bis  heule    erhallen    luiben,    gaben    in    der 
gelehrten   Welt  früher  .\nlafs  zu  seltsamen   Vermulliiingen ,    in- 
dem man  gern  darin  lebendige  Denkmale  iinlcutscher  Sprach- 
elemente  erblickte.     Kcuero  Forschungen    haben  auch  hierüber 
grofseres    Licht    verbreitet.     Die    «.  R.   kimbrisrhe  .Mundart    der 
\ll   und   Xlli  Coiuimini  hat  in  .Schmeller  und  Bergmann   ;;rund- 
liclie   Bearbeiter  gefiinden;   die  Sachsen   in  Siebenbiircen   waren 
in  jung.-'ter  Zeil  haulig  der  Gegenstand  gelehrter  Untersuchungen. 


323 


Anzeiger  für  Kunde  der  deiilsclu'ii  Vorzeit. 


324 


Der  Verfasser  liefen  in  seiner  Schrift  einen  willkoiiiinencn  Bei- 
lrag rur  Ergriindung  des  Ursprungs  der  deulsclnn  Bewohner 
des  ungriii'hcn  Birglandes,  und  weil  auf  dem  Wege  der  Ge- 
scbiihlsforscl'.ung  wegen  Mangels  an  srhrillliohen  Zeugnissen 
schwer  zum  Ziel  zu  gelangen  war,  so  richtete  er  seine  Auf- 
merksamkeit auf  das  Sludiuui  dir  .Mundart.  F>  lindel,  dafs 
die  Zipser  und  (irundener  mitteldeutsch  sprechen,  und  leitet 
den  Ursprung  jener  Ansiedelungen  auf  niederrheinische  Aus- 
wanderungen von  1141 — 61  zurück,  ohne  vielfache  Einflüsse 
der  Umgebung  und  spaterer  Zuwanderungen  abzuweisen.  Für 
Iheilweise  gleichen  Ursprungs  hiill  er  die  VII  Communi  und  die 
Siebenbürgener  Sachsen,  und  er  ist  der  Ansicht,  das  Millel- 
deutsche  habe  noch  allgemeinere  Verhreitune  gcfundin.  Das 
Material  zum  WortcrluK  he  hat  er  fast  nur  Bucliern  entnom- 
men, die  indefs  grofslentheils  noch  unbekannt  waren  ;  die  Quel- 
len finden  sich  S.  24  —  26  sammtlich  angegeben.  Die  vorlie- 
gende Abtheilung  geht  von  .\  bis  II;  B  und  P,  D  und  T  sind 
zusammengenouiTuen  worden.  Znr  Erläuterung  dienen  Ver- 
weisungen und  t'ilalc;  auch  su(  hl  der  Verf.  die  I.autverhall- 
nisse  festzustellen,  und  gelegentlich  linden  Gebräuche  und  .My- 
thologie Berücksichtigung. 

70)  .loh  an  n    Hecrnianns    geistliche    Lieder.     Heraus- 
gegeben von   Philipp  \Va  ckerna  gel.    Stuttgart,  Vir- 
lag    von    S.    G.    I.iesching.     1856.     16.     I.XXXVIII    und 
4.'?6  Sin. 
In  Zeiten   poetischer  Dürre  geschah    es    nicht    seilen,    dafs 
seitab  von   der  staubigen  Ileerstrafse  der  Brunnquell   der  geist- 
lichen   Liederdichtung    recht    klar    und    lieblich    sprudelte.     Als 
einen    solchen    erquicklichen    Sprudelborn    mag     man    Johann 
Heermann  (geb.  1585,  gest.  1647),  den  Zeitgenossen  Opitzens, 
mit  Recht  betrachten ,    eine  um  so  erquicklichere  Erscheinung, 
je  trostloser  die  Zeil    war,    in    welche    sie    (iel,    deren    bitlern 
Kelch   der  Dichter    selbsl    bis    auf   die  Aeige    austrinken    sollte. 
Seine  Lieder  zeichnen  sich  aus  durch   ungesuchleste,  zum  Her- 
zen  sprechende   Einfaeliheit   und   Klarheit   des   Ausdrucks,   durch 
eine    gewinnende    .\nmuth    und    Anspruchlosigkeil ,    die    Verse 
durch  Wohllaut,  Flüfsigkeil  und  leichten  Bau.     Die  Sprache  ist 
fast  immer  würdig  und  dem  Inhalt  angemessen. 

Das  vorliegende  Buch  bringt  von  seinen  poetischen  Wer- 
ken die  Haus-  und  Herz-Musika  ganz,  von  andern  (mit  Recht) 
nur  Ausziige  (im  Ganzen  2(10  IVuininern).  Von  den  beigegebe- 
nen drei  Anhangen  entliall  der  erste:  „Zur  Bibliographie",  eine 
sehr  fleifsige  und  äorglallige  Arbeit,  \%'ie  sie  von  \\  ackernagcl 
nicht  anders  zu  erwarten  war;  der  zweite:  Einige  Vorreden 
Johann  Heerinanns,  und  der  dritte  die  Lesarten.  Den  Schlufs 
bildet  ein  alphabetisches  Licderverzeichnifs.  Die  Einleitung 
enthalt  eine  mit  Warme  geschriebene  Lebensgesehichle  des 
Dichter-i  und  endigt  mit  einem,  vielleicht  nicht  ganz  unlielange- 
nen  Urtheil  über  den  Hang,  den  er  unter  den  Dichtern  S(  hle- 
siens  einnimml,  besonders  Opitz  gegenüber. 

7\)  Litnuische  .Märchen,  Spri<liwiirle ,  Halsel  und  Lie- 
der. Gesammelt  und  übersetzt  von  August  Schlei- 
cher. Wehnar,  Hermann  Bohlau.  1S57.  8.  X  und 
244  Stn. 

Unter  den  Märchen  begegnen  uns  viele  alte  Bekannte,  nur 
sehr  Wenige  sind  ganz  neu,   andere  nur  landschaftlich  gefärbt, 


oder  treten  in  neuer  Fassung  und  Verbindung  auf.  Eine  be- 
trüchtliche  Anzahl  besteht  aus  Suhwanken  und  Schelmstücken. 
Eine  kleine  Zahl  zeichnet  sich  durch  echt  volksthumliche  iVai- 
velil  und  Poesie  aus;  alle  sind  gut  erzählt.  Der  übrige  Theil 
des  Buches  isl  eigenthümlicher,  specilisch  lithauischer.  Einigen 
der  Daiuas,  deren  der  Ueberselzcr  in  llücksicht  seines  Vor- 
gängers INefselniaun  nur  wenige  gebracht  hat,  sind  Sing- 
weisen heigegeben.  Von  den  Dainas  abgesehen,  ist  die  vor- 
liegende Sammlung,  welcher  ein  lithauisches  Lesebuch  des 
Sammlers  zu  Grunde  liegt,  die  erste  dieser  Art,  welche  in 
deutscher  Sprache  ans  Licht  tritt.  Dafs  sie  besonders  auch 
den  .Mythologen  von  Interesse  sein  mufs,  bedarf  kaum  der  Er- 
wähnung. In  der  Vorrede  gibt  der  Uebersetzer  eine  Andeu- 
tung dariiber,  wie  der  reiche  Schatz  der  lithauisclien  Märchen, 
von  welchem  seine  Sammlung  nur  einen  kleinen  Theil  bildet, 
vollständig  gehoben  werden  könne.  Es  wäre  zu  wünschen, 
dafs  das  Unternehmen   die  nöthige  UnterstUlzung  fände. 

72)  Alte  Bergmau  nsl  ie  d  e  r.  Herausgegeben  von  Rcin- 
hiild  Köhler.  Weimar.  Hermann  Buhlan.  ISJS.  12. 
XVI  und  176  Stn. 
Es  handelt  sich  hier  wieder  um  eine  erscb(iplende  Samm- 
lung der  volksthiimlichen  Bergmannslicder,  noch  um  die  Heraus- 
gabe vorzugsweise  dem  Munde  des  Volkes  enlnummener,  bis- 
her unbekannt  gewesener  Lieder  dieser  Gattung.  Der  Heraus- 
geber selbst  nennt  das  Büchlein,  das  42  Aummern  zählt,  welt- 
lichen und  geistlichen  Inhalts,  rine  kleine  Kachlese  zu  den 
Sammlungen  von  Mosch  (in  dessen:  Zur  (ieschichle  des  Berg- 
baus in  Deulsihland.  Liegnilz,  1829)  und  Di)riug  (Saihsischc 
Bergreyhen.  Grimma,  lb40.  2.  HeftJ.  Seine  yuellen  sind  Iheils 
geschriebene  Liederbücher  der  Bergleute,  thcils  Druckwerke, 
unter  welchen  ein  „Neu-vermehrtes  vollständiges  Berg-Lieder- 
Büchlein"  (gedruckt  in  Sachsen,  wahrscheinlich  zu  Anlang  des 
vor.  Jahrb.  I  und  „Der  (ioll  gelassene  liergmaun.  Jena,  16'J3'' 
die  vorzuglichslen  sind.  Den  Schlufs  bildet  ein  „Berg-Keimen" 
von  16.").'),  in  64  Slriiphen,  aus  der  „(untinuatio  Metamurphosis 
Tclae  Judiciariae.  Zum  sechsteninal  gedruckt.  IVurnberg,  in 
Verlegung  Johann  Georg  Endters,  1684",  zwar  bereits  von 
Gödeke  neu  verolfentlichl ,  hier  jedoch  mit  berichtigtem  Text 
gegeben.  Jedem  Liede  sind  Erläuterungen  beigefügl,  bestehend 
in  Allgabe  der  Quellen  und  vcrscIiicMleneii  Lesarten,  Erklärungen 
tcclinisi  her  Ausdrücke,  historischen  und  andern  iNotizen.  Ein 
alplialielisches  Verzeichnifs  der  Liederanlange  ist  angehängt, 
die  Schreibung  des  Textes  grufsteiitheils  modernisiert. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Bund:  Nr.  227.  .Vus  dem  dreifsig^jahrigen  Kriege,  ein  Beitrag 
zur  schweizer.  IVeutralilatsgeschicIite.  Kr.  243  u.  f.  Die 
Liestnicr  Kirchweihe  von  1540.     (Runge.) 

Europa:  Nr.  33.  Geographische  und  geschichtl.  Virbreilung 
einiger  bernuschenden  Getriinke.  I.  Kr.  34.  Das  Fehde- 
iind  Fnnstrechl  des  .Mittelalters.  (Kdsllin.)  Geogr.  und 
gesell.  Verbr.  etc.  II.  Nr.  36.  Bilder  aus  dem  Jenaischen 
Stiidenlenlebcn.    I.Art.    Geogr.   und  gesell.  Verbr.  etc.   III. 

Illiistr.   Familienbuch:   VIII,   11.   Tyge  Brahe.    (v.  Perger.) 


325 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


326 


Jag  dzc'il  u  ng :  Ar.  2.  l'cber  die  Jiiftdorden.  .\r.  4.  Dir 
kaiserliche  Thicrgarlen  bei  Wien  in  Vergangenluit  und 
Gegenwart.  Tir.  14.  Die  Sage  vom  Wernolf.  Kr.  15.  Die 
allen  Jagdbücher. 

Allg.  Ki  rchen  Zeitung:  >r.  29.  Die  Kinhcil  der  evang. 
Kirche    in   Oeslerreich. 

Evang.  Kirchenieitiing;  Nr.  57  —  61.  Die  allsächsische 
Evangelienharinonie.     (Br.) 

Bayer.  Land  Lote:  I\r.  218.  Betlelordnung  in  München  zu 
Anfang  des  XV.  Jahrhunderts.  Kr.  219.  Slrarsenpflasterung 
in  .München.  Nr.  226.  Die  Kirche  zu  Kaniniersdorr.  Kr.  228. 
Ueber  verschiedene  Spiele  in  München  von  Albrecht  V. 
bis  1740.  Kr.  231.  llalieni.sche  Predigten  in  München 
1589.  Kr.  232.  Gustav  Adulph  in  der  .St.  MichaclisUirche 
1632.  Kr.  234.  Die  Stadlsuldner.  Kr.  236.  Die  Ronilahr- 
ten  und  das  St.  Kochusspital  in  .München  1589. 

Minerva:  II,  3.  Die  Universität  Jena,  (liicderniann.)  Weimar, 
thüring.  Sacularerinnerungen. 

Westerm.  .Monatshefte:  Kr.  23.  Die  Ilallstädter  Ausgra- 
bungen. 

Monatsschrift  des  wissensch.  Vereins  in  Zürich: 
Kr.  7.  8.  Ueber  die  Geschichte  der  drei  Liinder  Uri,  Schwyz 
und   Untcrwalden  in   den  Jahren  1212 — 1315.    (v.   Wifs.) 

Deutsches  .Museum:  Kr.  32.  Deutsche  Volkslieder  aus  Sie- 
benbürgen. 

Frank  f.  Museum:  Kr.  34.  Zur  Kestaurationsgesehichte  der 
Murburger  Elisa bethkirche. 

Berliner  Kacrichten:  Kr.  Ihs  11'.  Von  Deutsch-Venedig  zur 
Pommerschen  Grenze.  Kr.  189.  Zur  (iründungsgeschichte 
der  Universität  Jena.  —  Kurlurstl.  Verbot  gegen  KoriKjdien 
und  Gaukelspiele  1629.     (Schneider.) 

Augsb.  Postzeitung:  Kr.  200.  Beil.  Conrad  Pawniann  aus 
Nürnberg,  Organist  des  Herzogs  Albrecht  IV.   in  Bayern. 

Thcol.  Quart alschrift:  3.  Hfl.  Ueber  den  Einllufs  der  Kirche 
und  ihre  Gesetzgeliung  auf  (iesitlung,  Humanität  und  Civi- 
lisation  im   Mittelalter.     (Kober.) 

Berliner  Kevue:  14,  5.  Jobanniter-Orden.  14,  6.  Das 
Hochdeutsche  und  die  Mundarten.  —  Johanniter-  Orden. 
14,  7.     Hausgesetz  der  Grafen  v.  Giech. 

Numismat.  Bevuc:  Kr.  2.  3.  Cent  deniers  de  Pepin,  de 
Carlonian  et  de  Charlemagne,  decouverts  pri'S  d'lmphy  en 
Kivernais.     ILongpcrier.J 

Bremer  So  nn  t  a  gsbia  tl:  Kr.  31.  Die  Lebensbeschreibung 
des  Götz  von  Berlichingen.     (Bergen.) 

Regensb.  Sonn  tagsbla  tt:  Kr.  34.  Beschreibung  der  Hoch- 
zeit des  Pfalzgrufen  Philipp  Ludwig  Herzogs  in  Bayern 
mit  Anna  Herzogin  von  Gulch-CIcve  in  Bergen.     1575. 

Künigsberger  Sonntags  post :  Nr.  31 — 33.  Das  17.  und 
18.  Jahrhund.     IH. 

Augsburger  lagblalt:  Nr.  229.  232.  Da.s  Augsbiirger 
Stadtwappen. 

Zcitschr.  f.  vergl.  Sprachforschung:  Kr.  5.  lieber  den 
relativen  Gebrauch  des  deutschen  „und"  mit  vcrgleichung 
verwandter  spracherscheinungen.     (L.   Tobler. ) 

Zeitschrift  für  christl.  W  i.<is  ensch  u  ft:  Nr.  32.  Wann  ist 
Luthers  Lied:  „Eine  feste  Burg  ist  unser  Gott"  gedichtet 
worden?  (GelTcken.) 

Landsh.  Zeitung:  Kr.  199.   Das  KaUihaus  in  Wasserburg. 


Nuihismal.  Zeitung:  Nr.  II.  .MünzsI.itte  in  Frankenhausen 
1523.  Kr.  12.  13.  Beschreibung  einiger  in  Wcstphalen  ge- 
fundenen .Münzen.  Nr.  13.  Münzen  des  Bislbums  und  der 
Stadt  Worms. 

Neue  Münch.  Zeitung,  Abend  bl  :i  tt :  .\r.  192.  Skizzen 
a.  d.  früh.  Munch.  Leben.  XIV.  Char^iktrr.  Kr.  194.  195. 
Die  neuesten  naturliistor.  und  antiijuiir.  Kcimle  im  Diluvium 
von  Bamberg.  (Haupt.)  Kr.  196.  Skizzen  elr.  XV.  Johannes 
Schildberger.  Kr.  198.  Das  Augsburger  Stadtwappen. 
Nr.  213.  Skizzen  etc.  XVII.  Der  Keferloher  Markt. 

Wiener  Zeitung:  Nr.  184.  Zur  Abwehr  gegen  „Ein  Wort 
über  die  historischen  Studien  in  .München."  (Frhr.  v.  An- 
kershofen.)  Nr.  197.  Berichtigung  zu  dem  Leichenfun') 
bei  Wels.  Ottensheim  bei  Linz.  —  Die  ältesten  Grund- 
plane  von  Wien.     (Feil.) 


VerniiMrIite  Xarlii-iriiten. 

91)  In  der  Kahe  von  llcldburg,  der  sogenannten  „fran- 
kischen Leuchte",  einer  historischen  Berühmtheit  im  Lande,  fan- 
den sich  plötzlich  sehr  merkwürdige  Duten  und  Bruch- 
stücke des  interessantesten  Inhalts  im  Kleinhandel 
vor  z.  B.  ein  Stück  eines  alten  Protokolls  aus  einem  Hexen- 
prozesse, oder  gar  ein  Aulographon  Johann  Kasimirs  oder  Ernsis 
des  Frommen  u.  dgl.  So  entdeckte  Dr.  Fried.  Ilolniann  noch 
zu  rechten  Zeit  einen  reichen  Schatz  der  kostbarsten  Docu- 
mente  aus  der  Zeit  des  dreifsigjabrigen  Krieges, 
der  gerade  in  der  Gegend  von  Heldburg  lurchlbar  wülhcte. 
Alle  diese  Scripturen  stammen  aus  dem  Archiv  des  Heldburger 
Schlosses,  welches  die  zuständige  Behörde  zum  grofsen  Tbeil 
als  Maculatur  hat  verkaufen  lassen. 

92)  Bei  Lechwitz  hat  ein  Landmann  Erdhöhlen  ent- 
deckt, die  im  Spitzbogen  gewölbt,  glatt  abgeschaufelt  und  bis 
auf  den  Grund  trocken  sind.  Ihre  Hohe  variirt  von  S'/j  bis 
7  F'ufs.  Der  Sage  und  dem  Kamen  der  Gegend  „das  iide 
üorfl"  zu  Folge  soll  an  diesem  Hügel  ein  Dorf  gestanden  haben, 
das  in  den  Schwedenkriegen  verschwand.  Kichligcr  durfte  die 
Ansicht  sein,  dafs  Alt-Borolitz  an  diesem  Orte  gestanden 
habe;  doch  ist  dieses  schon  vor  700  Jahren  zu  Grunde  ge- 
gangen, 

93  I  In  der  Pfarre  Gunskirchen  bei  Wels  ist  man  beim 
Schotlergraben  auf  ein  ausgedehntes  Leichenfeld  geslofsen 
und  hat  bereits  20  Gniber  ausgegraben.  Die  Skelette,  welche 
sainintlich  mit  den  Gesichtern  abwärts  liegen,  sollen  ungewuhn 
lieh  lange  und  dicke  Gebeine  haben.  Die  Gräber  sind  bei 
3  Schuh  tief  im  Schotter,  oben  auf  den  Skeletten  lag  schwarze 
Erde.  Man  fand  bereits  Ohr-,  Finger-  und  Armringe,  Schwer- 
ter iiiiil  iiiidire  unbekannte  Gegenstände.  Die  Graber  sind 
ordentlich  gereiht  und   lassen  auf  20O  lioffen. 

94)  In  der  Gemarkung  von  Ob  e  ro  I  lerbach  bei  Berg- 
zabern wurde  vor  Kurzem  eine  grofse  Anzahl  aller  (iold- 
und  S  i  I  berm  iinzen  gefunden,  zum  fhcil  aus  dem  14.  Jahr- 
hundert. Die  (iiildmunzen  haben  einen  Metallwcrlh  von  ungefähr 


327 


Anzeiger  fiir  Kunde  der  dt'ulsihtn  Vorzeit. 


328 


6  fl.  |irr  Stück  nnil  sind  >un  verschiedenem  Gepräge.  Der 
Fimlcr  wird  siinin  -Srhatz  ganz  oder  aiich  einzelne  .''liickc 
davon  an    Miinzliebhiilier  verkaufen. 

95)  Zu  l(  lieinzaliern  wurde  am  I.  Sept.  in  einer  liefe 
von  elwa  4  Kufs  ein  rüniisclier  Adler  von  vergoldeter 
UroDze  gefunden.  Er  ist  von  sehr  schöner  Arbeit,  etwas  griifser 
als  eine  Taube,  mit  gehobenen,  nicht  ganz  ausgebreiteten  Flü- 
geln und  fijr  seine  ürufse  sehr  schwer.  Die  Fufse  fehlten  ihm, 
wurden  aber  auch  gefunden.  Die  Theilc  wurden  zusammenge- 
fiigl  und  der  Adler  ruht  nun  mit  den  Krallen  auf  einem  runden 
Postamente,  worauf  die  Inschrift:  L.  VIII.  G.  deutlich  zu  lesen 
ist  (zu  Rheinzabern  war  das  Standlager  der  8.  Legion  der 
iMcnapierJ.  Bei  weiteren  Nachgrabungen  daselbst  fand  man 
ungelalir  500  Kupfer-  und  11  Silherniünzen ,  verschiedene 
Schmucksachen,  als  Haarnadeln,  liroclien,  zum  Theil  in  Thier- 
form  als  F^rösche,  Eidechsen,  und  einige  Kopfe.  Auch  ein  Brenn- 
ofen ist  ausgegraben ,  und  zeigt  so  ziemlich  noch  die  ganze 
Einrichtung.  .Man  hofll,  da  die  Nachgrabungen  forlgesetzt  wer- 
den, noch  auf  reiche  F'unde  zu  stofsen. 

96)  Bei  den  PP.  Kapuzinern  in  Augsburg  fand  am  5.  Sept. 
die  Feierlichkeit  der  Uebertragnng  der  l{eli(|uien  der  Hei- 
ligen Lucius  und  Gualfarilus  statt.  Beide  stehen  zu  der 
Stadt  in  naher  historischer  Beziehung,  da  Lucius  als  einer  der 
ersten  Glaubensbulen  hier  thatig  war,  Guallardus  aber  im 
11.  Jahrhundert  zu  Augsburg  geboren  wurde.  Das  Haus  C.  35 
am  sog.  Schwalbeneck  wird  durch  sein  Bildnifs  und  eine  In- 
schrift als  dessen  Geburtshaus  bezeichnet.  Vor  256  Jahren 
w  urden  diese  Keliquien   durch  den  damaligen  Bischof  Heinrich  V. 


in  die  neuerliaule  Kapuzinerkirche  zu  Augsburg  übertragen, 
von  wo  sie  zur  Zeil  der  Klosteraufhebung  nach  Dillingen  ge- 
bracht wurden. 

97)  In  Berlin  hat  man  beschlossen,  von  dem  allen  Katli- 
haus,  ehe  es  zum  Zwecke  der  Erhauunc  eines  neuen  nieder- 
eerisscn  wird ,  eine  Photographic  für  das  Stadtarchiv  auszu- 
luhren. 

9''J  Auch  die  Stadt  Bautzen  legt  ein  Stück  nach  dem 
andern  von  ihrer  Rüstung  ab,  mit  welcher  sie  sich  ehedem 
mannhaft  der  äufsern  F'cinde  zu  erwehren  wufsle.  So  ist  in 
diesen  Tagen  das  innere  Lauenlhor  und  die  in  dessen  A'iihc 
behndliche,  vom  .\lter  morsch  gewordene  Frohn  feste  ab- 
getragen worden;  der  sog.  Schützenzwinger  neben  diesem 
Thore  wird  im  nächsten  Jahre  folgen.  Manches  hingegen  wiril 
sich  neu  schmücken,  wie  das  Gewandhaus  zeigt,  welches  eben- 
falls in  den  letzten  Tagen  ein  helles  Gewand  angelegt  hat,  auf 
dem  die  restaurierten  Wappen  in  Blau  und  Gold  gleich  Or- 
denssternen glänzen. 

99)  Die  wendische  Obcr-Lansitz  wird  in  neuester 
Zeit  öfters  von  namhaften  Mannern  des  Auslandes  bereist,  um 
die  Sitten  und  Gebrauche  der  dortigen  \Venden  kennen 
zu  lernen.  Kürzlich  besuchten  wieder  die  Lansilz  die  Herren 
Jezbiira  aus  Prag,  Prof.  Dr.  Staneck  aus  Prag,  .M.  .Matejevic 
Guscv,  Observalcur  in  \Vilna,  und  .M.  Boguslawski.  .Mehrere 
dieser  Herren  sind  als  Schriftsteller  bekannt  und  gedenken  in 
Zeitungen  oder  slavischen  Büchern  über  die  Wenden  der  Lau- 
sitz sich  auszusprechen. 


Inserate  und  Hekannlinaclinni^en. 


12j  Anzeige.  Unter  dem  Titel:  „Thüringer  Ge- 
schlechter in  ihrer  Vorzeit  und  Gegenwart"  beab- 
sichtigt Ludwig  Graf  Uetterodt  zum  Scharffenberg  ein 
umf.ingreiches  Prachlwcrk  herauszugeben,  das  nicht  nur  ur- 
kundliche IVachrichten  über  die  Geschichte  der  Familien,  zahl- 
reiche Genealogieen  u.  s.  w.,  sondern  auch  liildliclut  Darstel- 
lungen in  Farbendruck,  wie  Grabsteine,  Siegel,  Wappen  u.  s.  w., 
bringen  wird.  Das  Material,  sowohl  an  Schrift  wie  an  Bild, 
ist  gröfslentheils  zusammengebracht. 

13)  Der  Besitzer  der  seltenen  kleinen  Druckschrift:  „Laus 
urbis  clara-,  qua;  Koenigsberga  vocalur,  agro  in  franconico 
silic.  Suinfurti,  1693.  4°."  wird  freundlichst  ersucht,  solche  dem 
gcrman.  Mu.senm  auf  einige  Wochen  zur  Abschrift  leihen  zu 
wollen. 


Ilj  In  der  Stadlluliliotliek  von  Zürich  lieflnilet  sich  eine 
Wappen  rolle  aus  dem  14.  Jahrb.,  welche  aus  dem  Nach- 
lasse des  bekannten  IVaturlorschcrs  und  Sammlers  Job.  Jak. 
Scheuchzer  herstanunt.  Wegen  ihrer  Wichtigkeil,  indem  sie 
auf  einer  Liinge  von  12  Fufs  10  Zoll  un<l  einer  Breite  von 
5  Zoll  478  colorierle  Wappen  enthalt,  wozu  noch  109  dazu 
gehörige  in  Copieti  erhaltene  kommen,  hat  die  Gesellschaft  für 
vaterländische  .VItertliumer  in  Zürich  sich  zu  ileren  Herausgabc 
entschlossen.  Das  Werk  wird  25  Platten  in  Farbendruck  ent- 
halten, wovon  uns  eine  wohlgelungene  als  Probe  vorliegt. 
Dazu  wird  ein  erläuternder  Text  mitgegeben.  Der  Subscriptions- 
preis  betragt  20F"rancs  (9  (1.  20  kr.) ;  man  wendet  sich  deshalb  an 
Herrn   Da\]d  Friedrich   Burkli,  den  .Vktuar  der  Gesellschaft. 


Verantwortliche   Redaclion:     Dr.   Frcih.  v.  u.  i.  Aufsess.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.   (i.   K.  Fioniiiiann. 

Druck  voD  Fr.  Campo  A  Sohn  in  MUmbcrg. 


KÜBNBEEO.  Das  AboDDement  des  Blattes, 
welche»  alle  Monate  erscheint,  wird  ganz- 
Jährig  angenommen  und  beträft  nach  der 
neuesten  PostconventioD  bei  allen  Postäm- 
tern und  Buchbandlimgen />fu/jicA/andj  incl. 
Oestreichs  3  fl.  42 kr.  Im  24  fl.  •  Fufs  oder 
1  Thlr.  16  Sgr. 

Für  Frankreich  abonnirt  man  in  Strafs- 
burg bei  Qr.  A.  Alexandre»  in  Paris  bei  dem- 
selben, Kro.SS.  rue  NotreDame  deNacaretti, 
and    bei  der   deutschen  Buchhandlung  von 


kumm 


m  Kii\iiE  m 


Neue  Folae. 


y.  KHncksleck  ,  Nr.  0.  rue  de  Lille,  oder 
bei  dem  Postamt  in  Karlsruhe;  fUr  Enff- 
land  bei  Williams  &  Norgate,  14  Henriette- 
Street  CoTent-Oardon  in  London;  für  AVrd- 
amenka  bei  den  Postämtern  Bremen  und 
Hamburg.  — 

Intitirate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anzeigers  und  dessen  wissenschaftlichem 
Gebiete  in  Verbiudung  stellen,  werden  auf- 
genommen und  der  Raum  einer  Columuen- 
seile  mit  7  kr.  oder  2  Sgr.  berechuet. 


^1  ^r/^iir^ 


l 


rirn 


OKGW  DES  (lEHMAMSdlEN  MUSEUMS. 


Fünfter  Jahrgang. 


1858. 


JW  10. 


Odobcr. 


VVisseiiscIiarilicIie  Millliciliiiiiioii. 


Alhert,  KrzliiHriiftf  von  ICisa«  iiiid  Meine 
MipiiHrhni't  In  anfMleiKender  Liinie. 

fSclilufs.j 
Von  E.  F.  Mooyer  in  Minden. 
Rotmar  war  bis  1204  Domherr  in  Segeberg-  (vgl. 
Gruber,  31.  Lappenbeig,  Urk.-Buth  I,  29.3),  gieng  iliinn 
nach  Liefland  llliarn,  lOlJ,  wird,  mit  Dietrich  zusaniiiu-n, 
1212  (Gruber,  99.  Arndt,  I,  113.  Hiarn,  121)  und  am 
29.  Miirz,  1221  (das.  210.  Lappenherg,  1,  -IIG.  Arndt,  I, 
209;  II,  17.j  ein  Bruder  Alberfs  genannt,  und  wurde 
1223  Dompropst  in  Dorpat  (das.  31,  170.  Hiärn,  142.  vgl. 
Arndt  I,  42).  .Sollte  Hutmar  zugleich  mit  der  segebergi- 
schen  Domherrenw  Urde  vielleicht  auch  die  eines  Abts  von 
KeinFeld  bekleidet  haben?  Dort  finden  wir  am  3.  u.  9.  Febr. 
1197  einen  llartmann  als  Abt  genannt  (Lübecker  L'rk. -Buch, 
II,  1.  Michelsen  I,  451.  Suhm,  VIII,  404),  dessen  Todes- 
tag, dem  noch  ungedruckten  Nckrölogium  des  Klosters  Loc- 
cum  zufolge,  der  3.  Miirz  war;  dann  erscheint  dort  in  dem- 
selben Jahre  (jedoch  ohne  Tagesangabe)  in  gleicher  Eigen- 
schaft ein  Kolmar  (Lunig,  XVII,  296.  Levcrkus,  I,  22. 
[Hansen],  Nachr.  v.  den  Holst. -Plunischen  Landen,  115), 
der  dort  noch  am  11.  Juli  1201  als  solcher  vorkommt 
(Leverkus,  I,  28),  darauf  aber  aus  der  Geschichte  ver- 
schwindet, wogegen  im  Jahre  1208  ein  Hartwig  (Hedwicus) 
als  sein  Nachfolger  »iirtrill  (l.appenberg,  I'rk.-Bucli,  I,  329. 


Michelsen,  I,  18).  Zu  unterscheiden  ist  er  jedenfalls  von 
ßatmar,  Abt  des  Klosters  Loccum  (in  Alles  und  Neues,  XI, 
7,  wonach  er  einer  v.  Escherde  genannt  wird),  der  urkund- 
lich von  1203  (ungedr.  Urk.  des  Klost.  Loccum)  bis  1222 
(Origg.  Guelf.  HI,  614;  vgl.  188)  vorkommt,  1234  vor 
24.  Jnni  resignierte  (Weidemann,  Gesch.  des  Kl.  Loccum, 
12),  und  am  7.  April  starb  (ungedr.  loccum.  Nekrolog). 

Hermann  wird  (1223)  ein  Bruder  Albert's  genannt 
(Gruber,  166,  169),  war  anfänglich  Abt  des  brcuiensclicn 
Paulskiesters,  woselbst  wir  ihn  urkundlich  im  Jahre  1217 
(Lappenberg,  Urk.-ßuch  I,  359;  vgl.  293.  Vogt,  II,  419. 
V.  llodcnbcrg,  Archiv  des  Kl.  Ileiligcnrode,  18)  und  am 
20.  April  1218  (das.  362.  Ehrentraut,  fries.  Archiv,  II, 
311.  Arndt,  H,  302;  vgl.  Gruber,  141)  anIrelTen.  Darauf 
wurde  er  in  demselben  Jahre  zum  Bischof  von  Elisllaud  (zu 
Leal  in  der  Wiek)  ernannt  (Hiärn,  131.  .\llg.  Wclthistor. 
L,  347.  Vogt  II,  314.  Gruber,  111,  112)  oder  1220 
(Chron.  Alberti,  f.  205";  vgl.  Lappenberg,  I,  293),  wenn- 
gleich er  schon  1219  vom  Papste  bestätigt  sein  soll  (Gru- 
ber, 145;  vgl.  148),  wie  er  denn  nach  .\nderen  erst  1223 
zum  Bisthum  gelangt  wäre  (das.  163,  164,  166,  169. 
Iliiirn,  139,  142.  Allgem.  WelthisiT  L,  355),  wenn  dies 
niiht  auf  einer  Verwechselung  beruht,  da  er  am  15.  Juli 
1224  den  Sitz  nach  Itorpnt  verlegt  bnl  (Millheil  ans  dem 
Gebiete   elc .    VI,    Uli.   III.    32;!.    Allfj.  \\  .llliist.  L,    513). 


331 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


332 


Hier  oiUsseo  aber  dennoch  Irrlhiimer  untergelaufen  sein; 
denn  er  soll  erst  am  ti.  Novbr.  1224  zum  Bischof  von  Dor- 
püt  erwählt  worden  sein  (Arndt,  I,  209.  11,  302;  vgl. 
14,  16),  halle  aber  schon  1220  vom  maeileburijischen  Erz- 
bischof (Albrecht  I,  Grafen  v.  Kafernbcr^.  1205  f  l.'j.Okl. 
1233)  die  Wedie  (Gniber ,  142.  Iliain.  1:51.  Allg.  Wolt- 
hist.  L,  347)  und  vom  K.  Ileinruli  (VII.)  am  1.  Dezbr. 
1224  zu  Nürnberg,  als  erster  Bischof  von  Dorpaf,  die  In- 
vestitur erhalten  (das.  202.  Hiiirn,  144.  Allg.  Weithist.  L, 
360).  Die  letztere  Urkunde  (die  Böhmer  in  seine  Kaiser- 
Regesleo  nicht  aufgenommen  hat)  fidirt  die  liomerzinszahl 
(Indictio)  XIV.,  welche  auf  das  Jahr  1226  hinweisen  würde. 
Nun  befand  sich  K.  Heinrich  am  28.  iNovbr.  1226  in  Wurz- 
burg (Schöpflin,  .Vlsatia  dipl.  I,  357.  Stalin,  Wirlenib. 
Gesch.  n,  340),  im  Jahre  1227  aber  am  12.  Novbr.  in 
Nürnberg  (Trouillat,  Monuments  de  l'hist.  de  Tancien  eveche 
de  Bäle,  I,  510)  und  cbendort  am  27.  Dezbr.  (Neugart, 
Cod.  dipl.  Alem.  II,  154);  zu  diesem  Jahre  pafst  indessen 
die  Indiklion  nicht. 

In  Ehslland  war  sein  Vorgänger  Dietrich  im  Jahre  1218 
erschlagen;  Hermann  selbst  aber  dankte  als  Bischof  von 
Dorpat  im  Jahre  1245  ab.  Sein  Vorgänger  als  Abt  des 
bremenschcn  Paulskloslers  war,  wie  oben  gezeigt  ist,  Si- 
gebodo  von  1174 — 1207;  sein  dortiger  Nachfolger  Konrad 
wird  urkundlich  zuerst  1225  erwähnt  (Vogt,  U,  205,  314). 

Salomon  ist  sonst  nicht  weiter  bekannt,  wenn  er  nicht 
etwa  derjenige  gewesen  sein  mochle,  der  uns  in  einer  Ur- 
kunde vom  1.  Juni  1322  vorgeführt  wird  (Alichelsen,  I,  194). 

Johann  war  Ritter;  er  wird  (1223)  ein  Bruder  Alherl's 
(Gruher,  16,  168.  Iliärn,  141.  Arndt,  I,  196)  und  (1202) 
mit  Familiennamen  v.  Apeidern  (de  Apelderlo)  genannt 
(Lappenberg,  Urk.-Buch,  I,  293.  Pralje,  IV,  16.).  Was  aus 
ihm  geworden,  wissen  wir  nicht;  nur  kann  er  nicht  der 
obengedaciite  rigaische  Dompropst  Jobann  sein. 

Vorstehende  Brüder  hallen  eine,  dem  Namen  nacii  nicht 
bekannte  Schwester,  welche  die  Frau  Engelberts  v.  Tisen- 
hausen  war  (Gruher,  169),  der  vermulhlicb  dem  gleich- 
namigen, zwischen  Nienburg  und  Hollorp  gelegen  gewesenen 
Orte  entstammte.  Des  ebenerwühnlen  Engclbert's  Bruder 
scheint  Heinrich  geheif.^en  zu  haben,  den  wir  aus  einer  Ur- 
kunde vom  27.  Dezbr.  1215  kiriiieii  lernen  (Origg.  Guelf. 
IV,  149.  V  Hddefiberg.  Arihiv  des  Kl.  Mariensee,  15); 
Engelbert  dagegen  tritt  uns  urkundlich  1209  (Gruber,  72. 
lliarn,  112),  1215,  27.  Dezbr.  (Origg.  Guelf.  IV,  150. 
V  lloilenbert,',  Ar(h.  d^  Kl  Mariensee,  15),  1223  (Gruber, 
72,  169.  lliarn,  1  I2j  und  noch  am  18.  März  1255  (v. 
Hodenberg,  Arch.  d.  Kl.  Maricnsce,  52)  entgegen.  Sein 
.Sohn  Johann    lebte   1269    (lliarn,    180),    und    als    dessen 


Brüder  sind  wol  die  am  31.  Dezbr.  1258  erwähnten  Hein- 
rich und  Gottfried  zu  betrachten  (v.  Spilcker,  I,  226.  v. 
Hodenberg,  Hoycr  Hausarchiv,  14),  von  denen  Heinrieb, 
welcher  Ritter  war,  im  Jahre  1279  mit  Tod  abgieug  (Hiärn, 
183),  wogegen  derjenige  Heinrich,  dessen  im  Jahre  1302 
Erwähnung  geschieht  (v.  Spilcker,  I,  273,  v.  Hodenberg, 
Hoyer  Hausarchiv,  14),  ein  anderer  gewesen  sein  mufs. 
Gottfried,  ebenfalls  Ritter,  blieb  im  Vaterlande,  wird  bereits 
1250  namhaft  gemacht  (v.  Spilcker,  I,  217),  lebte  noch 
1276  (v.  Hodenberg,  Arch.  d.  Kl.  .Mariensee,  73)  und  war 
1281  mit  einer  Margarelha  verbeirathel  (Gruber,  212. 
Wippermann,  Urkundenb.  d.  Stiftes  Obernkircheo,  33.  Böh- 
mer, Electa  juris  civil.  III,  137.  v.  Spilcker,  I,  77,  aber 
237  mit  1271).  —  Ein  Knappe  Heinrich  Disch  wird  1281 
angeführt  (v.  Aspern,  Cod.  II,  280,  281),  von  dem  ver- 
mutbet  wird,  dafs  er  zu  derselben  Familie  gehiirt  habe. 

Vorstehendes  sind  die  von  mir  in  aller  Eile  gesammel- 
ten und  zusammengestellten  Nachrichten  über  Albert's  Sipp- 
schaft, welche  vor  Anderen  der  mit  der  liefländischen  Ge- 
schichte vertraute  Hr.  Dr.  Napiersky  in  Riga  in  ihren  ein- 
zelnen Positionen  mehr  zu  präzisieren  und  zu  vervollstän- 
digen im  Staude  sein  dürfte.  Möchte  derselbe  sich  hier- 
durch bewogen  fühlen,  die  Ergebnisse  seiner  Forschungen 
im  Interesse  der  Wissenschaft  den  Liebhabern  der  Geschichte 
vor  Augen  zu  legen! 


Kille  neue  llniiilMclirin  von 
Nie.  V.  aleroMCliin'M  UeiitHCliorilennirlironik. 

Von  Oltni.  Schunhuth,  Pfarrer,  in  Edellingen. 
Zu  den  neueren  Abschriften,  in  welchen  die  von  Franz 
Pfeiffer  im  Auszug  herausgegebene  Deulscbordenschronik 
des  Nie.  V.  Jeroschin  mehrfach  auf  uns  gekommen  ist  (vgl. 
Pfeiffer,  a.  a.  ().,  S.  L.W),  gebort  auch  eine  in  meinem 
Besitze  befindliche  Handschrift,  in  welcher  der  Ritter  Caspar 
V.  Flachslanil  im  J-  1601  die  Geschichte  seines  Ordens 
„renovierte''.  Dieselbe  umfafsl  273  Bialler  in  F'olio ,  in 
2  Spalten  mit  je  30 — 32  Vcrszeilen  beschrieben.  Das  erste 
Blatt  trägt  den  Titel:  „Petri  von  Duisburg  Chronicon  car- 
mine  seu  hjllimo  Teulonico  rcdditum  a  Nicoiao  de  Jeroschin. 
Verdeutscht  aus  dem  Lntyn  Durch  Nycolaus  Jeroschin." 
Dann  folgt  der  Text  auf  255  und  das  Register  auf  15  Blat- 
tern; letzteres  mit  der  Ueberschrifl : 

„Durch  di|5  gescliriben  Register 

Hat  man  desto  gewisser 
Diser  Cronika  Gschicht 

Sucht  nach,  es  fehlet  nicht." 


Zustände. 

Sprache  u. 
Schrift. 

Handschrifton* 
künde. 


333 


Anzeiger  Air  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


334 


Zur  Verpleichung-  mit  dem  von  PfeilTer  aus  der  Slult- 
gorler  Pergamentliandsihrifl  des  11.  Jahrlidls.  gegebenen 
Abdriiclie  tlieilcn  wir  zunaclist  den  Anfang  uoserer  Hs.  und 
dann  deren  Scliliirs  mit,  der  uns  über  die  Entstehung  der- 
selben Auskunft  gibt. 

„Gol  valir  son  lieiliger  Geist 

Gewaldis,  «iliheit  gute  meist 

Du  hast  ob  allen  dingen, 

Ane  dich  volbringen 

Mag  sich  keiner  bände  scliaft 

In  gotliiher  niejsterscliafl 

Hymel  erde  meris  stan, 

Vnde  waz  bevangen  han 

Di  dry  mit  wcsins  pflichte 

Von  nichle  du  zu  ichte 

Gar  gewerden  lize 

Iz  si  weblen,  ligge,  vlize 

Vliege,  loufe,  swimme 

Kriche,  slinge,  wimme 

Swaz  ot  ist  creatur 

Gehuyr  vnd  vngehuyre 

Weglich  vnd  vnweggelich 

Reglieh  vnd  vnreggelich 

Dem  hat  die  trinitas  gegeben 

Vrhab  wesen  vnde  leben. 

Dir  Valir  ist  benant  gewalt 

Dir  sone  wijiheit  zugezalt 

Gute  dir  heiligem  geiste 

In  göttlicher  volleiste, 

Di  dry  personell  vnzuilitzt 

Sin  ein  got  gotlich  vorvitzt, 

Vz  dem  durch  den  in  dem  vrspring 

Genumen  luiben  alle  ding 

Got  vater  mit  gewalt  vrhab 

Allen  creaturen  gab 

Got  son  in  gotlicher  wisheit 

Mit  wunderlicher  vnderschcit 

Sy  bildet  vnde  formet 

Got  heiliger  sy  normet 

In  der  naiurc  grute 

Daz  zimet  gotes  gute 

Suä  allgeschaft  volkumen  stnt 

Von  dir  o  vrone  Irinilal 

lij   «  iiridcrtni  gar  ane  lil 

Wer  yz  rechte  merken  wil 

Vnd  ob  al  den   wunderen 

Has  du  dir  bcsundcrcn 


Nach  dines  rates  milde 

In  einer  volgc  bilde 

Den  menschen  glich  gelirmet 

Vnd  des  Vernunft  bevirnet"  etc. 

Der  Schlufs  lautet : 

„Ich  llan[5  Caspar  von  Flachsland 

Dem  ritterlichen  teulschen  Orden  verwandt 

Sag  lob  vnd  dank  mein  Herren  Gott 

Der  mich  also  gewürdigt  hat, 

Dass  ich  ein  bruder  worden 

In  diesem  rillerlichen  Orden   - 

Desselben  schwer!  vnd  Kleidt 

Trag  ich  mit  hochsler  freidt 

Mein  leib  vnd  auch  mein  leben 

Thue  ich  dem  ganz  ergeben 

In  aller  ritterlicher  That 

Zu  üben  frü  und  spat 

Mich  hirin  nit  sparu 

Gleichwie  ich  hab  erfarn 

Au|j  einer  lang  verborgenen  gschicht 

Die  ietzundt  an  dem  tage  ligt 

Vnd  zur  Zeit  in  meine  handt 

Ist  kommen,  mir  Flachsland  vorgenandt 

Als  man  zeblen  thet  fUrwar 

Tausent  sechshundert  vnd  ein  Jahr, 

Aip  Ertzherzog  Ma.xirnilian  von  Oestcrreich 

Hocliloblicli  des  Orilens  Oberster  gleich 

Ist  diese  rciioiiirl   worden 

In  lob   vnd   ehr  gedachtem  ordeu 

Vnd  allen  mein  edlen  brudern  wehrt, 

Sie  tragen  dises  ritterlicii  schwert 

An  solche  alle  ist  mein  bitt  v 

Die  si  werden  versagen  nit 

Mir,  vnd  werden  erkennen 

Auch  in  brilterlicher  lieb  vfnemen 

Diese  Cronicam  die  berichl 

Von  allen  vnserer  brüdcr  gschicht 

Die  vor  vns  gewesen  sein 

Die  leset  olTt  vnd  merckcl  fein 

Die  Ankunft  aller  homeisicr  her 

Bruder,  beiden  nah  und  fehr 

Deren  namen  zeigt  sie  an, 

Darzu  den  ort  auch  nennen  Iban, 

An  welchem  sie  gebohren  sein. 

Darnach  Ihul  sie  auch  briniren  an. 

All  ihre  nahmen,  vnd  die  sag 

Die  Jahrzahl,  monat,  nuch  die  tag 


335 


Anzeiger  für  Kund(>  der  deutschen  Vorzeit. 


336 


Lltermtar. 
Poesie. 


lo  welchem  sie  ilir  Ankutifl  lian, 

Ist  alles  liijtiu  zu  sehen   an. 

Auili  wie  lühllch  viui  maiilkh 

Sie  erhallen  manchen  sig 

Vnd  ihre  feindt  gerochen, 

Die  (Jen  Chri^ten  han  abbrochcn 

Ihr  leben  mit  mordtlicher  hand 

Würl  hierin  weiller  erkandl, 

Wol,  gotllüb  dergleichen  noch  regiren 

Den  Orden,  vnd  land  lüblich  gubcrniren. 

Den  Gott  geh  alle  zeit  genad 

Daji  sie  langer  regiren  durch  gott 

Vnd  Gült  allzeit  mog  gefellicb  sein 

Dafs  sie  friedlich  regiren  die  gemein 

Vnd  dardurch  auch  gleichen  lohn 

Priiigen  von  Christo  gottes  Sohn 

Die  viiuerwälcklich  Cron  gar  fein 

Mit  allen  heiligen  engelcin 

Viid  mögen  hei  diesen  briidern  zugleich 

Leben  im  ewigen  Himmelreich. 

HiervT  ich  Ilaii|i  Caspar  von  Flachslandt 

Ein  Kilter  des  Ordens  vorgcnandt 

Zu  einem  Trappirer  erkorn, 

Ehe  dan  ich  hat  verlorn 

Da|i  Odcnwiildiseh  vherrculler  ampt 

Vnd  noch  beide  in  meiner  hand 

Auch  nit  druken  vndcr 

Gott  des  herren  wunder 

Sonder  dieselhigen  machen  kunth, 

Gleich  wie  dieses  Cappellanes  mundl 

Darzu  helfe  mir  die  genad 

DejJ  heiligen  geistcs  früh  vnd  spat.     Amen." 


Kin  BriicIiMlück  eiiir»  iiiliti.  dletllchtes. 

Von  Dr.  Ed.  Kromecke  in  Warburg. 

Welcher  Dichtung  das  Bruchstück,  welches  ich  hier  mil- 
tbeile,  angehört,  ist  mir  unbekannt;  eben  so  wenig  weifs  ich, 
ob  dieselbe  (Iberhaiipt  bekannt  ist.  Das  Fragment  befindet 
sich  auf  einem  4  Zoll  hohen  und  G'/j  Zoll  breiten  Pcrga- 
meotstiicke,  welches  ich  von  einem  werthlosen  Buche  ablö- 
sete  ;  von  dem  zweiten  Blnllc,  auf  welchem  das  Gedicht  sich 
fortsetzt,  ist  nur  ein  silimaler  Streifen  von  1  Vj  '^"'l  Breite 
erhalten.  Der  untere  Theil  des  Blattes  ist  abgeschnitten,  so 
dafs  auf  jeder  Seite  etwa  8  bis  10  Zeilen  fehlen. 
Erste  Seite.    Vnser  vrauwen  bilde 

Dy  in  der  zeit  gar  milde 


Vor  den  äugen  hyn  vnde  her 

Was  den  cristen  eyn  gut  wer 
Dar  zcu  ir  gnade  mit  volleist 

Vnde  ir  hülfe  allir  meist 
Ist  von  marien  konien 

Den  cristen  do  zcu  vromen 
Merclichen  das  yes  zcu  brach 

Vf  dem  vlise  gcvrorcn  s«  ach 
Do  ynne  dy  beiden  irtruncken 

Von  Wasser  do  vorsuncken 
De  cristen  dar  obir  al 

Gingen  ane  musal 
Vnde  abir  dy  toden 

De  se  irslagen  lioden 
.....  vnseu  obirmut 


Zweite  Seile.  Hat  von  gnaden  gegeben 

In  den  stril  vf  der  streben 
Vmme  das  der  meister  dusemer 

Vnde  dat  zeit  alle  gebitiger 
Warden  mit  rade  yn  eyn 

Wy  se  marien  der  reyn 
Zcu  lobe  vnde  zc  eren  ton 

Eyn  loblich  dinst  machten  schon 
Ouch  meister  dusemer  in  der  zeit 

Von  tan  feit  b  rüder  syfrit 
Mit   aller  gebitiger  vulbort 

Eyn  iuncfrouwen  dosier  so  vort 
Machten  zc«  K  onnigisherge  in  d"stad 

Vnde  haben  das  alsampl   besät 
Ouch  dem  closter  rente 

Zcu  erneni  wissen  presente 
Gemacht  vnde  gegeben 


Vorstehendes  Briichslilck  gehört,  wie  ans  Form  und  In- 
halt erhellt,  offenbar  zu  der,  von  Franz  PfeilTer  in  seiner 
Ausgabe  von  Jeroschin«  Deutschordenschronik  (S.  LXXI) 
crwiihnten  Fortsetzung  dieses  Werkes.  Ueber  den  Deulsch- 
ordcnsmeister  Dusemer  v.  Arffberg  (1.345 — 51)  vergleiche 
man  Voigt'»  Geschichte  Preufsens,  Bd.  V,  Sti  und  dessen 
Namens-Codex,  S.  .36;  über  den  obersten  Marschall  Sigfried 
von  Tahenfeld  (1,347—59)  on  beiden  Orten,  Bd.  V,  13 
und  S.  8.  Zusatz  der  Redaction. 


337 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


338 


Drm  KrucItHtück  piner  TTlHKdalenenleKendp, 

von  «eklieni  Prof.  ür.  Kelle  in  Nr.  8,  Sp.  255 — 256,  den 
AnTang  und  Schlufs  milgetheilt  hat,  ist  keineswegs  unbe- 
kannt, sondern  geliort  zu  dem  von  K.  A.  Hahn  (Frankf. 
1845)  herausgegebenen  Theil  des  allen  Passionais. 

Die  ersten  40  Zeilen  stehen  dort  S.  383,  66  —  384,  9. 
Die  Schlufsz.eilcn  dagegen  bilden  den  Anfang  einer  Erziilrhing, 
die  in  der  Heidelberger  Ilandsclirift,  also  aiirh  im  Hahnisehen 
Abdrucke,  fehlt  und  naihlraglich  in  v.  d.  Hagen's  neuem 
Berlinischen  Jahrbuch  VII,  269.  70  aus  dessen  Handschrift 
verofTenllicht  \>  urde. 

Wien,  28.  August  1858. 

Prof.  Dr.  Pfeiffer. 


91ülildorrpr  Stadtrecitt. 

Von  Professor  Dr.  Gengier  in  Erlangen. 
(Forlsetzun^.) 
62.  Von  den  leybiosenn.  VVelich  burger,  reicher 
oder  armer,  leiblos  wirt,  er  werd  erslagen,  erstochen  oder 
erhangen,  auf  desselben  hab  hat  niemand  zesprechen,  nur  sein 
hawsfraw  vnd  seine  kind,  oder  annder  sein  nagst  erben, 
ob  er  nicht  hawsfrawen  vnd  chinder  hat,  also  das  sein  hab 
ledig  vnd  frey  ist  vor  Richtern  vor  burgern  vnd  vor  aller 
mennigklichen  seinen  erben,  wie  er  das  leben  verloren  hat. 
\\  ie  ain  hurger  ainen  lod^lag  tuet  oder  ain  annder  ni.inn, 
kunibl  der  ze  tayding,  der  sol  das  der  Slat  vnd  dem  gericht 
pessern  mit  XXX  fB  salczbur<;er  den.  vnd  «hirnacli  ist  alle 
seine  hab  ledig. 

64.  Von  den  dewben  vnd  von  der  dewf.  Wer 
den  devvb  haiml  in  sein  baws  mit  wissen,  der  sol  sein  sel- 
ber dewp,  vnd  wer  (hawfTet  dewf  mit  wissenn,  der  ist 
selber  deup.  Dewp  mit  der  banndhab  sol  der  Richter  auf 
olTncw  Strafs  legen,  an  di  stat,  da  das  recht  pangcricht  ist. 
Dewp  vber  Xij  den.  der  nicht  vergelten  mag,  der  sol  an  das 
haiß  eysen,  damit  man  den  dewp  mercken  sol  mit  dem 
prant,  das  man  jn  erkenn,  das  er  dewp  ist  gewesenn.  Dewp 
hinder  Xij  den.  der  nicht  vergelten  mag,  den  sol  man  an 
di  schray  pinden  mit  schießen.  Hilner  dewp,  pritlclde«p 
mit  der  hanlhalTt,  die  selber  handhalTt  sol  der  fronpot  dem 
dewp  auf  den  ruck  pinten,  vnd  gassenn  ze  gasscnn  trcyben 
mit  schlcgen  ,  das  sich  die  Icwt  wissen  zeliuelen  vnib  den 
dewp  vnd  auch  erkennen,  damit  iiu.s  der  .Slal  vnd  nicht  nier 
darein,  er  gellt  vnd  geh  dann  wider. 

•)  „llandliah,  liuiiilhafft-,  Be«  ei.'-zeichen.  Vgl.  Bamberg. 

Stadt-Ii.  (^.   I  JT    niil  Zcipil,   .S.   MO.   —    „Mercken 

mit  dem  prant',  hi  anilmarkcn.  S.  Münchner  .Sladt-R. 

Anh.  VII,    §.  66  (Aucr,  S.  283).    —    „.Schroy'^   s. 

oben  zu  Art.  24.  —  „Pritteldewp",  Zaumdieb  (?) 


67.  Von  pogundem  blut.  Pogen  bluet  mit  wunten, 
des  pueji  ist  V  ^.  Fliessend  bluet  bey  ij  ft,  dem  Richter 
sein  recht.  Item  lemb  wider  lemb.  Item  aug'-wider  aug. 
Item  fues  wider  fues.  Item  band  wider  hant,  an  alsuil,  ob 
er  das  nach  genaden,  als  er  des  stat  findet,  an  seinen  frewn- 
ten  pessert  mit  seinem  guet. 

*)  Die  Begriffe  „pogwunden"    und   „fliezzent  wunden" 

erläutert  am  besten  das  Münchner  Stadt-R   §§.405, 

406  (Auer,  S.   155). 

87.   Von    der    fraydigen    hab.      Wellicr   burger  ain 

Ros  kawITl,  oder  anndre  kawfmanschalTt  angefar,  vnd  sy  in 

seiner  gewalt  verfangen  wurd  ,  da  sol  er  nimmer  vmb  ver- 

liesenn,  dann  die  fray4^  hab  die  im  anbehabt  wUrd  mit  dem 

rechten,  vnd  kain  scbub  gehört  auf  kainen   burger;    das   er 

sich  sein  nicht  vnderwinden  sol  mit   den  Rechten,    von   des 

lands  wegen. 

*)  „Fraydig",  nuchtig,   abhanden  gekommen,   entwen- 
det.—  lieber  „schuh,  schieben"  s.  Leman's  ^^■urterb. 
z.  alten  Kulm.  Rechte  (1838),  S.  327,  328. 
(Schlufs  folgt.) 


Xtir  OeHpliirlitt*  der  Traeliten. 

Von  li.  V.  licttberg  in  München. 

Wenn  meine  Bemerkungen  in  Nr.  7  des  Anzeigers,  be- 
treffend das  mittelalterliche  Beinkleid,  sich  vor  der  Hand 
nur  auf  die  Bilder  des  Horlus  deliciariim  stützten,  so  ge- 
schah dieses  vorzüglich  in  Berücksichtigung  des  L'mstandes, 
dafs  eine  Abbildung  in  dem  \\'erke  von  Cli.  M.  Engelhardt, 
„Hcrrud  von  l.andsperg  und  ihr  \N'erk,  Ilortus  deliciarum" 
(Slutlg.  und  Tuh.  1818)  bereits  vorlag,  um  bei  dem  ge- 
neigten Leser  meine  Behauptung  zu  unterstützen.  Da  nun 
aber  die  geehrte  Redaktion  dieses  Bialtes  sieb  durch  die 
That  geneigt  gezeigt  hat,  gleich  unmittelbar  eine  Zeichnung 
beizugeben,  so  erlaube  ich  mir  nachlrüglich ,  noch  ein  paar 
solche  beizufügen,  die  bis  jetzt  noch  nicht  bekannt  oder 
wenigstens  noch  nicht  ediert  sind,  und  welche  den  (iebrauch 
der  bereits  besprochenen  langen  Strümpfe  nicht  blos  für 
das  zwölfte,  sondern  auch  vorwärts  für  das  dreizehnte  und 
rUckwiirts  für  das  elfte  Jahrhundert  und,  wie  der  Horlus 
deliciarum  für  das  westliche,  so  auch  für  das  üsiliche 
Deut  Scilla  Nil  beweisen. 

Einen  Beweis  für  das  elflo  Jahrhundert  fand  ich  im 
Evangelienbucli  der  .Miirichencr  Bibliolhck  aus  81.  >ikulu 
bei  PussHU  (cod  3,  ciniel.  162,  ful.  »O"")  bei  dem  Engel 
und  den  drei  Marien  um  (irahe  Christi,  welche  sainmilich 
silberne  lleili<;enschciue  haben.  Der  Engel  in  weifscr  Tunik 
und  rothem  Mantel,   ein  langes,    wcifscs  Stiibchcn   mit  drei 


Leben. 

I.cbonsbedarf. 
KltfiduDg. 


339 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


340 


goldenen  Blulhen  hallend,   Flügel   oben   braun   mit  weifsen  blorse  Beine,  wie  sie  in  miltelalterlichen  Bilderhandschriflen 

Schwungfedern.      Die    drei    Frauen    vorlrelllich    gruppiert.  oft  genug  vorkommen." 

Die    zwei    Krieger,    welche    am  Grabe    noch    schlafen,    mit 

laogeo  Strümpfen  der  oben   erwähnten  Art,    bei  dem   hier  


mitgetheillen  mennigrolb,  der  eingestopfte  Theil  weifs; 
Tunik  enffiirmelig,  weifs;  darüber  Panzerhemd  hellblau  (nur 
wenig  in's  Graue  ziehend),  kurz,  an  der  Seite  eingeschlilzl, 
Aermel  etwas  weiter  und  kürzer  als  die  der  Tunika;  Fan- 
zerkappe daran  und  über  dieser  der  Ilelm,  silbern;  Schild 
rund,  zinnoberrolli  mit  weif^em  Rand  ;  Schwerlgriff  schwarz 
mit  silbernem  Knopf  und  Parierstange;  Schwertscheide  schwarz 
mit  weifsem  Riemenwerk. 

Den  zweiten  Beweis  sodann  für  das  dreizehnte  Jahrhun- 
dert fand  ich  dortselb-sl  in  einem  Breviarium  von  Aldersbach, 
Ende  13.  Jahrhunderts  (Aid.  HO, 
eim  163%  fol.  lO'J  bei  der  Geise- 
lung  Christi,  dessen  Hiinde  kreuz- 
weis um  eine  dünne  Siiule  gebun- 
den sind.  Die  zwei  Juden,  welche 
ihn  geisein,  mit  entschieden  hühni- 
schem und  zugleich  spezifisch  judi- 
dischem  Ausdruck,  mit  weifsen  Hüten 
und  grünen  Ruthen,  der  eine  auch 
mit  einer  Geisel.  Bei  dem  hierneben 
mitgethcilten  Juden  ist  die  Tunika 
so  weil  in  die  IlOlie  geschoben,  dafs 
man  wiederum  das  Ende  des  langen 
Strumpfes  sieht ;  dieser  ist  purpur- 
farben mit  weifsen  Scbrugslreifen 
die  Tunika  hellblau,  Bart  hellgrau. 

Wenn  schliefslich  die  geehrte  Redaktion  der  Ansicht  ist, 
dafs  das  von  mir  besprochene  Beinkleid  vorzugsweise  von 
Leuten  gemeinen  Standes  getragen  wurde  (vgl.  die  Anmcrk. 
zu  Nr.  7,  Sp.  219),  so  erlaube  ich  mir  zu  bemerken,  dafs 
solche  Krieger,  welche  mit  Schwert  und  Schild  bewaffnet 
sind,  wol  nicht  unbedinci  zu  jenen  Leuten  zu  rechnen  sind. 
Dageeen  ist  meine  Verniuthung,  dafs  die  Geringeren  viel- 
leicht niemals  Pluderho.sen  getragen,  allerdings  wol  besser 
80  zu  fassen:  „Geringcrc  haben  vielleicht  nur  selten  Plu- 
derhosen getragen,   sondern   mehr   nur  Slrilmpfe  oder  gar 


Alte  eiockenuiUHChrirt. 

Von  Dr.  Ed.  Kromecke  in  Warburg.  *) 

In  Nr.  12  des  Anzeigers  vom  vorigen  Jahre,  Sp.  401, 
theilt  Dr.  Trofs  eine  alle  Glockenumschrift  aus  Herringen 
bei  Hamm  mit.  Das  an  der  Spitze  derselben  stehende  .\. 
ist  offenbar  Abkürzung  von  „Anno",  und  enthalten  die 
Worte:  „Sanctus  Victor  f  Bodo  nos  fundebat"  die  Jahres- 
zahl  1216. 


Religions- 
anstalten. 

Christliche 

Kirche. 

Kirchengerütbe. 


Iteutaeli«  KerlitMaKertliiimer  anm 
(tclitinht'ii. 

Von    A.    Birlinger    in    Tübingen. 

(Schlufs.) 

2.  Nach  Buchloe,  die  Lisel  küssen. 

Ehmals,  noch  bis  zum  Ende  des  letzten  Jahrhunderts, 
halfen  die  Grafen  von  Dischingcn  accordweise  die  Bestra- 
fung schwerer  Verbrecher  von  Oestreich  übernommen.  So 
kommen  alle  Delinquenten  der  vorderoslreieh.  Grafschaft 
Hohenbcrg  nach  Buchloe  in  Oberbayern.  Unter  dem  Volke 
hiefs  es  nur  „nach  Buchele  gehen";  dann  wufsle  Jedermann, 
wie  er  daran  war.  In  Buchloe,  so  eninchmc  ich  einer  münd- 
lichen Ueberlieferung  von  Rottenburg  und  Umgegend,  war 
in  einem  besonderen  Gebäude  eine  hölzerne  Weibsfigur,  „die 
schöne  Lisel"  geheifsen.  Zu  ihr  wurden  besonders  schwere 
Unzuchtsverbrecher  geführt.  Triit  man  in  ihre  Nähe,  so  stand 
sie,  durch  Maschinerie  getrieben,  auf,  uniarnitc  ihr  Ojifer  so 
gewallig,  dnfs  es  Schreie  ausslicfs,  fiel  mit  ihm  zu  Boden, 
so  dafs  die  EinstandsprUgel,  wie  man  sie  hiefs,  ihre  rechte 
Stelle  nicht  verfehlten,  ^^'onn  er  nach  onlsprechender  Be- 
arbcilnng  Mieder  los  gcMorilcn  und  nufgcslaiiden  war,  hiefs 
man  ihn  iin's  Fenster  gehen,  „er  möchte  an  die  frische  Luft 
und  sich  abtrocknen."  Kaum  schaute  er  zum  Fenster  hinaus, 


*)  Wir  (heilen  diese  Notiz  mit,  indem  wir  jedoch  tuglelch 
unser  Bedenken  aus-^prechen,  ob  jenes  Spiel,  die  Jahres- 
zahl in  den  Biichsliihcn  cini-r  Insrhrlft  zu  verslcrkcn, 
wie  CS  mit  dein  17.  .hihrliiiiiilcrt  nllgnnein  gcbriiuchlich 
wurde,  schon   im    l!l.   Jahrliiindrrl  niizimchinrn  sei. 

An  m.   d.  R  eda  clion. 


341 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


342 


so  fiel  ein  Zwinger  ihm  um  den  Hals,  der  ihn  so  gewallig 
prefste  und  zusammendrückte ,  dafs  er  wie  festgenageil  am 
Fenster  stehen  nuifste  und  keine  Bewegung  machen  konnte. 
Sofort  erfolgte  eine  zweite  Tracht  Prügel  zum  Willkomm 
und  Einstand,  wie  man  sie  nannte.  Jetzt  erst  nahm  seine 
Strafe  den  Anfang.  Andere  Verbrecher  wurden  auch  blofs 
an  eine  Säule  gebunden  und  so  zum  „Willkomm"  geprügelt. 
Id  der  Rege!  kamen  jährlich  zwei  solcher  Transporte  vor, 
von  Rottenburg  aus.  Es  waren  allemal  etwa  7  Delinquen- 
ten. Geschlossen  in  Ketten  und  Haadschcllen  wurden  sie 
transportiert.  Auf  dem  Marsche  war  für  keine  Sicherheils- 
orte bei  Nacht  gesorgt;  die  Gefangenen  wurden  von  ihren 
Führern  an  Tische,  Ocfen,  Stubensiiulen  etc.  festgebunden. 
Bei  Oberkircliberg  gicngs  über  die  liier  Buchloe  zu.  Auf 
der  letzten  Station  mufsten  sich  alle  Transportierenden  rasie- 
ren; die  Verbrecher  nicht.  Ein  Rottenburger  ^.Schiebel", 
einer  der  Transporteure,  unterliefs  es  aus  Interessierlichkeit 
und  mit  barter  Mühe  konnte  er  noch  auf  Versicherung  seiner 
Begleiter  der  Strafe  entgehen.  Die  Verbrecher  kehrten  von 
Buchloe  nie  wieder  zurück  und  nicht  seilen  sahen  Bekannte 
und  Freunde  ihren  vor  ihnen  abgeführten  Freund  noch  am 
Galgen  hiingen.  Einer  der  letzten  Verbrecher ,  die  nach 
„Buchele"  kamen,  war  ein  Rottenburger,  der  den  Botenwa- 
gen angegriffen  und  geplündert  hatte.  Einer  der  letzten 
Führer  war  ein  Kalkweiler  Mefsner. 

Auch  Geistliche,  wenn  sie  ein  Verbrechen  begangen,  wur- 
den fortgeführt.  Sie  sollen  nach  Constanz  gekommen  und 
dort  entsprechend  ihrem  Stande  bestraft  worden  sein.  Auch 
von  ihnen  kehrte  keiner  wieder. 

3.  Strafen  für  Felddiebe. 

Eine  auch  in  andern  Gegenden  vorkommende  Strafe  für 
Felddiebe,  eine  Strafe  ganz  eigener  Art,  fand  sich  ehemals 
iu  Rottenliure  und  Tübingen.  In  der  Nilhe  des  Silcherlhores 
war  im  Sladlgrabcn  der  sogenannte  Deichelweilicr.  An  der 
Mauer  über  dem  Wasser  war  ein  Stein  angebraclil  von  w  e- 
nigcn  Fufs  in  der  Länge.  An  dessen  Ende,  das  über  das 
Wasser  hinreichte,  war  ein  Balken,  einen  rechten  \\  inkel 
mit  dem  Steine  bildend,  angebracht,  und  unter  dem  Ende 
des  Balkens  eine  Art  Wage  oder  Korb,  „Kralen"  gehcilscn. 
Der  Fclddicb  miirsle  auf  dem  Steine  hinaus  auf  den  Balken 
laufen,  der  plötzlich  „pömzte  oder  schnappte",  und  im  Nu 
lag  er  drunten  im  Sum|)f  und  Wasser.  Damit  es  aber  keine 
Gefahr  brächte,  waren  ihm  Seile  um  den  Leib  gebunden  und 
er  wurde  nach  einiger  Zeit  wieder  heraufgezogen.  Knaben 
standen   schaarenweise   schnn   unloii    herum  und  warfen  ihn 


mit  Koth  etc.,  wie  überhaupt  auch  die  Jugend  bei  den 
übrigen  Strafen  eine  grofse  Rolle  spielte.  Ja,  man  liefs 
Kinder  bei  solchen  Gelegenheilen  von  der  Schule  fortgehen, 
um  ja  ein  Beispiel  zu  nehmen;  was  dazumal  sehr  gute 
Wirkungen  halle.  Von  dieser  Strafe  rührt  noch  heute  der 
Ausdruck  im  Volke  Roltenburgs  her:  „dear  ischt  da  Krate 
nab!"  den  hat  seine  verdiente  Strafe  erreicht,  der  ist  übel 
daran,  übel  weggekommen. 

Aehnlich  war  iu  Tübingen  ob  der  Schwemme  beim 
Spital  eine  Vorrichtung  angebracht.  Felddiebe  mufslen  auf 
einem  am  Spital  angebrachten  Balken  hinauslaufen,  fielen 
in  eine  Waage  oder  Korb,  wurden  eine  Weile  geschwungen 
und  plötzlich  umgeworfen  und  der  Delinquent  lag  in  der 
Schwemme.  Auch  hier  üblen  die  Buben  ihr  Geschiift  an- 
gelegentlich, indem  sie  nicht  erwarten  konnten,  bis  er  „pQ"- 
dere".     Diese  Strafe  hicfs  mau  „gissiblen". 


lieber  das  Tk'elnsclienkeii  In  ^%'e8el. 

Von  Leop.  Freiherr  v.  Ledcbur,    Director  der  Kunsl- 
kammer  in  Berlin. 

„Ihm  wurde  zu  Wesel  der  Wein  geschonken" ;  das  ist 
ein  vielfach  in  v.  Steinen's  weslphäl.  Geschichte  vorkom- 
mender Ausdruck,  als  sei  hiemit  eine  allgemein  bekannte 
Sitte  angedeutet,  über  die  jedoch  nirgends  Auskunft  ertheilt 
wird.  Vermuthlich  ist  ein  Rechtssymbol  bei  Lehnsübertra- 
gungen darunter  zu  verstehen.  Es  kömmt  besonders  seit 
der  Mitte  des  14.  Jahrhunderts  und  bis  in  die  erste  llallle 
des  folgenden  zur  Anwendung  und  zwar  1350  bei  Swedcr 
und  1391  bei  Gert  und  Hermann  v.  Diepcnbrock;  1416 
bei  Wefsel  v.  Loe;  1389  bei  Gosen,  139S  bei  Evert, 
1401  bei  Adolph  und  1408  bei  Hermann  von  der  Reck; 
1353  bei  Godert  und  Baldcrich  v.  Steinhaus,  sowie 
1342  und  1345  bei  Hermann,  1345  und  I34G  bei 
Bernd,  1348  bei  Heinrich  und  1358  wieder  bei  Bernd 
v.  Strünckedc. 


]\'otizen  ülifr  ElirlinftKerlrlite. 

Von  Dr.  Julius  Slaudingcr  in  Cadolzburg. 

( Korlsiliuni!.) 

Die  Ehcgcrichle   zu  Lnngcnzcnn   und  Rofsstall   sind   ua- 
gehotono  Dingo,  da  sie  ohne  spezielle  Ladung  der  einzelnen 


OtrichU. 


343 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


344 


Dingpilichtigen  lediglich  durch  Geläute  zusammenbcruren 
wurduD.  Das  Ausbleiben  im  Gericht  mufsle  gebüfst  «erden. 
„Item"  so  heiTst  es  in  der  Korsst.  EGO,  ,,alle  Urtheiler,  die 
„zum  Richter  geschworen  haben,  wenn  man  ein  Ehegericht 
„halt,  dafs  sie  sollen  Kummen,  wenn  man  die  glock  leitet, 
„■wer  das  Verseumbt,  und  dafs  drei  Urtel  gesprochen  wer- 
„den,  naclidem  als  man  auseeleilel  hat,  der  ist  verfallen 
„Sechzig  und  drei  Ffuud  Heller,  und  alle  die,  die  in  das 
„Gericht  gebörea  und  zu  Recht  vorstehen  sollen,  die  sollen 
„da  sein,  ehe  der  Richter  denselben  Tag  aufstehet,  bei  <ler 
„obengenannten  pue[J.  Es  solle  auch  der  Riditer  bei  Son- 
„nenscbein  aufstehen  furpa|5  allwege  und  niemand  länger 
„sitzen."  Die  Zahl  der  Sdiolfen  war  zwölf  Das  Gericht 
begann  nach  althergebrachter  Weise  mit  Fragen  über  die 
Besetzung  desselben.  Umfang  und  Grenzen  der  Gerichtsbar- 
keit und  dergl.  in  den  Langenzenner  Buchern  sind  insbe- 
sondere drei  feststehende  Fragen  aufgeführt: 

„Die  erste  Frag:  ob  das  Egericht  besezt  sey,  als 
„wie  gebrauch  und  vor  alter  Herkommen  ist  auf  ein  aidte 
„zu  fragen  ? 

„Die  ander  Frag:  ob  man  nicht  billig  die  Artickeln 
„verlesen,  damit  sich  ein  jeder  vor  Schaden  wissen  zu  ver- 
„büten  am  Ayde? 

„Die  dritt  Frag:  ob  eine  oder  mehr  in  solchen  Fra- 
„gen  und  artickeln,  wie  hernach  folgt,  bufswUrdig  und  un- 
recht befunden  würde"  etc. 

Jeder  kouuie  ohne  besonderes  Verbot  sogleich  im  Ehe- 
gericht zur  Rede  gestellt  werden  „ausgenommen  die  das 
„Recht  sprechen,  dennen  solle  man  allezeit  des  abcndts  für 
„gebieten  und  nicht  an  dem  geritht." 

Wurde  Jemand  im  Gerichte  vorgeboten,  so  mufste  er 
eine  cigenmiiehligc  Entfernung  mit  Geldstrafe  hüfscn,  welche 
5  Pfund,  halb  an  den  Richter  (Vogt)  und  halb  an  das  Ge- 
richt, betrug.  Selbst  mit  Gewalt  konnte  er  zurückgebracht 
und  dabei  ungestraft  verletzt  werden. 

Auf  peinliche  Sachen  erstreckte  sich  die  Ehegerichlsbar- 
keit  nicht.  Zwei  Gruppen  von  Angelegenheiten  sind  es, 
die  zur  Verhandlung  kamen:  Privalreclitssachcn  und  mit  ge- 
ringeren Strafen  zu  ahmlcnde  Frevel.  In  letzterer  Hinsicht 
sind  besonders  für  Feldfrevel,  Verstofse  und  Betrügereien 
rUcksichtlich  der  Elle,  des  Mafses  und  Gewichts,  linonliiuiiiien 
beim  Verkaufe  von  Lebensmitteln,  Feierttiffsentheiligiing, 
Beschimpfungen,  Vorwarten,  Schlilffc,  Verwundungen,  Wi- 


dersetzung  gegen  den  Büttel,  Unziemlichkeiten  vor  ge- 
hegtem Gerichte  u.  dergl.  besondere  ßul'^en  festgesetzt. 
Diese  bestanden  in  bestimmten  Geldsummen,  welche  entwe- 
der der  Geriehtsherrschafl,  oder  dem  Richter,  oder  aber  dem 
Kläger  selbst,  aussehliefslich  oder  in  Theilbetriigen,  zullelen. 
Auf  die  Hohe  der  Strafe  gründet  sich  die  Unterscheidung 
zwischen  kleinen  und  grofsen  Freveln,  indem  diese  mit  10, 
jene  mit  hoelistens  j  ITiiud  gebüfst  wurden.  Interessant 
sind  hiebei  die  besonderen  Bestimmungen  über  die  Bestra- 
fung der  Tbätliehkeilcn  und  Ehrcnbeleidigungen.  Bei  ersteren 
ist  zunächst  mafsgebend,  ob  der  Beklagte  eine  „trockene" 
oder  eine  yfliefsende"  Wunde  verursachte.  Dort  war  gleich- 
niüfsig  in  I.angcnzenu  wie  In  liorsstall  eine  Strafe  von  2 
Pfunden  an  den  Richter  fVogt)  und  2  Pfunden  an  den  Klä- 
ger die  Folge;  hier,  sowie  bei  Zufügung  eines  Wurfes, 
trat,  neben  der  Verbindlichkeit  zur  Bezahlung  des  Arztlohns, 
eine  Bufse  von  4  Pfunden  je  an  den  Richter  (Vogt)  und 
den  Kläger  ein.  Die  Strafe  für  fliefsende  Wunden  sollte 
übrigens  nicht  gelten,  wenn  die  Wunde  grofs  und  gefähr- 
lich oder  mit  einer  Lähmung  verbunden  war,  indem  dann 
besonders  erkannt  werden  mufste,  ..was  Recht  durumb  sey". 
—  Ein  Blick  in  die  damaligen  Volksanschauungen  ist  da- 
durch gegeben,  dafs,  gleichwie  in  den  alten  Volksrcchten, 
verschiedene  Ausdrücke  als  injuriüs  und  strafbar  besonders 
bezeichnet,  förmlich  gegen  einander  abgewogen  und  darum 
mit  verschiedenen  SIrafsätzen  angesehen  sind.  Kach  der 
Rofsstaller  EGO  mufste,  wer  einen  Andern  Lecker  oder 
Schalk  nannte,  je  2  Pfund  an  den  Vogt  und  au  den  Kläger 
bezahlen,  die  Bezeichnung  als  Hure  oder  Kotze  kostete  30 
Pfennige  an  den  Richter  und  an  den  Klager;  die  Ausdrücke 
Ketzer,  Fälscher  und  Verräther  büfste  man  wie  eine  fliefsende 
Wunde,  die  ungcgründcle  Beschimpfung  als  Dieb  oder  Mein- 
eidiger als  grofsen  Frevel  mit  je  10  Pfund  an  die  Herrschaft 
oder  den  Vogt  und  an  den  Kläger.  Nach  der  Langenzenner 
Skala  kostete  die  Beschimpfung  mit  den  Worten  Schalk, 
Lecker,  Hure,  Hurensohn  4  Pfund,  mit  Schelm  B  Pfund,  mit 
Ketzer,  Dieb,  Bösewicht,  Verrälher,  Fälscher,  Meineidiger 
(ausgenommen  bei  Begründung)  20  Pfund,  alles  lialb  an  den 
Richter  und  halb  an  den  Kläger. 

(Scblufs  folgt.) 


fMil  einer  Beilage.) 


Verantworlliche  Kedaction:      Dr.   Krcih.  v.  u.  i.   Aufsess.     Dr.  A.  v.   Eye.     Dr.   (!.    K.  KroniniHQn. 

Druck  von  Fr.  Campo  h  Sohn  In  NUmborg. 


BEILAGE  ZI M  WZEIGEIl  FÜR  klXDE  I)EI{  HElTSdIEN  \OI{/J:iT 

1858.  J\'?   10.  »<'<obpr. 


( lirdiiilv  (los  a;erinaiiis('li('ii  Museums. 


Auf  eine  wegen  des  jünpsl  gefeierten  siebenhundertjähri- 
gen Jubiläums  der  Sladt  .München  von  Seiten  des  gernian. 
iMuseums  an  den  Ulagislral  der  genannten  SladI  gerichtete 
Glüi'kwunschadresse  ist  eine  dankende  Erwiderung  ergangen, 
in  welcher  jene  Behörde,  die  sich  um  das  Museum  bereits  nam- 
hafte Verdienste  erworben,  die  ehrenvolle  Versicherung  gibt, 
dafs  ihre  ^.lebhafte  Theilnahme  für  das  kräftig  aufblühende 
Unternehmen  des  deutschen  Nationalniuseums  nie  erkalten 
werde." 

Auch  von  andern  Städten  kommen  uns  noch  fortwahrend 
Beweise  der  Theilnahme  zu;  so  hat  die  Stadt  üuben  (Preu- 
fsen)  einen  Jahresbeitrag  von  5  Rthir.  und  Lindau  einen  von 
5  fl.  jüngst  angemeldet.  Die  Diözese  Aalen  (Württemberg) 
hat  sich  mit  einem  jahrlichen  Beitrage  von  4  fl.  beiheiligt. 
Besonders  hervorzuheben  ist  die  von  Sr.  Durch!.,  Fürsten  Karl 
von  Lö  wenslein-»  ertheim-Kosen  berg  dem  Museum 
zugewendete  Unterstützung  durch  Zeichnung  von  drei  Aktien 
mit  300  fl.  C.-M. 

Agentiyen  sind  neuerdings  errichtet  worden  in  Gail- 
dorf (Württemberg),  üransee  (Preufsen),  Gunzcnhausen , 
Lindau,  Lübeck  und  Worbis  (Preuf.sen). 

Folgende  Buchhandlungen  haben  durch  Erklärung  den 
frühern  sich  angeschlossen: 

358.  A.  W.  Unzer,  Verlagsbuchhandl.  in  Königsberg, 

359.  Uslar'schc  Hofbuchhsndlung  in  Pyrmont, 

360.  Gustav  Grote,  Buch-,  Kunst- u.  Musikhandl.  in  Hamm. 
Für  nachstehende  Geschenke  sprechen  wir  unsern  aufrich- 
tigsten Dank  aus: 

I.    Für  das  Arcliiv. 

Dr.  L.   Schmid,   Ucillchnr,  zu   Tübingen: 
1044.    (iiriclit.sbrief  des   Graleu  Johann  zu  LuplTcn  ,  Landgr.  zu 
Slülingen,  üb.  e.   Kauf  d.  Ulr.   Mayer.      1  131.     Pgm. 
Lorber,  Regierungsassessor,  zu  Ansb:ich  : 
1(14 j.   Facsimile  des  Befehls  zur  Hinrichtung  der  Königin  Marie 
von  Schottland.     1587.     Pap. 
Luz,  Staatsanwalt,  zu  Nürnberg: 
1046.    Testament  der  Frau  .Maria  von  Polhamb,   geb.  Kheven- 
hnllrrin.      1615.      Pgm. 
Dr.  Julius  Staudinger  zu  Cadolzburg: 
1UI7.    Kaufbrief  d.  ileinr.   vom  Berg  f.   d.  Burggr.  Friedrich  zu 
iNürnherg  üb.  s.  Burg.     1306.     N.   I'ap.-Absclir. 

1048.  Privilegium    des  K.    Karl  IV.    f.   d.  Burggr.  Jcdiann    und 
Albrecht  v.  Nürnberg.     1353.     N.  Pap.-Abschr. 

1049.  Privilegium     des    .Markgr.    Albrecht    d.   Ä.    S.    d.    Sladt 
Langenzenn.     1443.     IV.  Pap.-Abschr. 

Lust,   k.   Advokat,  zu  Straubing  : 

1050.  Gericlilsbrief  d.   P.  Perckanner,    Unlerrichler.«  zu  Strau- 
bing, üb.  d.  Klage  d.Sallboger  zu  (;eldol(ing.   14:t:i.  Pgm. 


1051.  IVotariatsin.<lriinient  d.   Andre  Frech  von  Stein,   Vidini.  e- 
Kaufbriefs  für  H.   v.  Satlbogen.     1470.     Pgni. 

1052.  Kaufbrief  des  .M.Lcidrer  im   Pülrieh   f.  d.  Kaplan  Wolfg- 
Schöndl  zu  Straubing.     1474.     Pgm. 

Freih.  V.   Reitzenstein ,   k.  Kämmerer  u.   Oberiollrath  ,  zu 
■Muncheti : 

1053.  Kaufbrief  d.  Kcjur.  v.  Reitzenstein  f.  Heinr.,  Jan  u.  Heinz 
v.   Feilitzsch  üb.  d.   Sitz  z.   IVempschkau.      1418.     Pgm. 

H.  Neumann,  Rechtsanwalt  n.  Landesbestellter,  zu  Lübben: 
10:')4.    Pafs  d.  Herz.  Georg  von  Schlesien  f.  Götz  v.  Wilfersdorf 
zu  Girlilorf.     1566.     Pap. 

1055.  Gcrichtsbrief  d.  SchölTen  zu  Schweidnitz  üb.  d.  Ueber- 
gabe   e.   Hauses  an  Job.  Emricli.    ItitO,     Perg. 

Löbnert,  Inspektor,  zu  Nürnberg: 

1056.  Vertrag  d.  Joh.  Christoph  Ringauer  u.  s.  Frau  üb.  gegen- 
seitige  Beerbung.     1750.     Pap. 

1057.  Urkunde  d.  Raths  zu  Nürnberg  üb.  Testamentsübcrgabe 
des  J.   Uhr.  Ringauer  das.      1796.     Pgm. 

1058.  Urkunde  d.  Ratbs  zu  Nürnberg  üb.  Testamentsübergabe 
d.  Gg.  D.in.  Feuerlein  u.  s.  Frau.     1799.     Pgm. 

Wilbelm  Ebert,  Schulseminarist,  zu  Altorf: 

1059.  Lehenbrief  d.  Markgr.  Fricdr.  Wilhelm  zu  Brandenburg 
für  Gg.  Ern.<t  Kabensiciner.     1656.     Pgm. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Rectorat  der  l'niversiiät  Greifswald  : 

5895.  J.  G.  L.  Kosegarten ,  Gesch.  d.  l^niversilät  Greifswald. 
2  Thie.     1856—57.     4. 

Ein  Ungenannter  in  Nürnberg: 

5896.  G.  I'rinuncsi,  .\1I  Ansichten  d.  Heidelberger  Schlosses. 
0.  J.     qu.  2. 

Dr.  K.  Bartsch,  Professor,  in  Rostock: 

5897.  Dil'  Frldsung.  Mit  einer  Auswahl  geistlicher  Dichtungen. 
Ilcrausgeg.  von  K.  Bartsch.     1858.     8. 

Karl  Freih.  v.  Reitzenstein,  zur  Zeit  in  Weimar: 

5898.  Das  deutsehe  Reich  in  seinen  Gliedern,  Standen  tiiul 
SiimIiiii   dargeslellel.   Uolor.   Abb.      16.  Jahrb.     2. 

Jos.  Lindauer'sche  Buchhdl.  (C.  T.  Fr.  Sauer)  in   München  : 

5899.  H.F.Marsmann,  d.  ulfenll.  Turnanstalt  z.  München.  1838.  8. 
F.  Symon  de  Carneville,   k.  b.  Hauptmann,   in  München: 

5900.  K.  lu  llf,  (ic.-i  b.  (Irr  i'rcnid-Tru(ppcn  im  Dienste  Frank- 
reichs etc.,  deutsch  von  Symon  de  Carneville;  Bd.  I, 
1—7  u.  II,  1   u.  2.     1850-1858.     8. 

F.  J.  Lauth,   l'riif.  am  k.   Wilh.-Gyninas.  in  München: 
ÖÜOI.    DiTs  .   il;is   "irrTKiii.   Iliinen-Fudark  etc.      1857.     8. 

Dr.  Isidor  Silbernagl  in  .München: 
5902.    Ders. ,   Albrecht  IV.,  der  \>  eise,  Herzog  v.  Bayern,  und 
s.  Regierung.     1857.     8. 


347 


AnzeiijL'r  Im    Kumle  der  doulsclieii  Vorzt'il. 


348 


L'Institut  historique  <le  Franre  in  Paris: 
D9lKt.    Dasv,  l.iim.-liuaitur;  T.  \  III  ,  3  Ser.,  284.  livr.   1858.  «. 
Verein  f.  Gesch.  d.  Mark  Brandenburg  in  Berlin: 

59UI.     KiiiUI,    Cüil.     ilipLirii.    ürnnilinli.      I.    Ilaii|jllli.      .\V.   Bd. 
185«.     4. 
J.  J.  Lentner'silic   Buclilidl.  {E.  Sl.nhl)  in   .Mümhen: 

5905.  Kiini  v.  d.  Kosen,  Kais.  >hi\imilians  I.  lustiger  Rath. 
1841.     kl.  8. 

5906.  J.  Kreiilz,   d.  Ideal  des  cliristl.   Kir,  li.  nlmiie.«.     1857.    8. 
Historischer  Kreisverein   im  Regierungsbez.  von 

Schwaben  u.  Neuburg  m  .Xusshurg: 

5907.  Ders.,    2:1  Jahre.^-Berirlil    I.    d.   J.    1857.      1858.      8. 

Literar  -praktische  Bürgerverbindung  in  Riga: 
59üj.    (Ijadebuschj,     .\lihaudl.    v.    Inland,    (ieschichlsehreiljcrn. 
1772.     8. 

5909.  Fr.  Adelung,  Siegm.  Frcih.  v.  Hcrberslein  etc.  1818.  8. 

5910.  Baltli.  Bergmann,  liefl.  Adrefs-Kalender  a.  d.  J.  1784.  8. 

5911.  (Lib.  BergniaiinJ,  rigisehes  Adrefsbuch  v.  J.   1790.     8. 
5912     Cl.   Arrhenius,  vita  Ponti  de  la   üardie  etc.     1690.     4. 

5913.  Verm.  Aufsätze  u.  Urlheile  über  gelehrte  Werke  etc. 
2  Bde.     1774—83.     8. 

5914.  (Kerlen),  Auszug  a.  d.  Tagebuche  eines  Russen  auf  s. 
Reise  n.  Riga.     1783.     8. 

5915.  R.Berens,  Gesch.  d.  Familie  Berens  aus  Rostock.   1812.  4. 

5916.  Benj.  Bergmann,  hislor.  Schriften;  2  Bdchcn.   1806.  8. 

5917.  E.  V.  Derschau  u.  P.  v.  Keyserling,  Beschreib,  der  Prov. 
Kurland.     1805.     4. 

5918.  (J.  ("hrph.  Berens),  Blatt  zur  Chronik  v.  Riga  1780.  4. 
Mit  3  Beibanden. 

5919.  Bonhomien.     1s  Profil.     1792.     8. 

5920.  H.  V.  Brackel,  Carl  Otto  Transehc  v.  Roseneck.  1839.  8. 

5921.  J.  Chr.  Brolze,  Rückblick  in  die  Vergangenheit;  1.  bis 
8.  Stck.     1805-14.     4. 

5922.  (v.  d.  Borch),  histoirc  de  la  vie  de  G.  de  Browne.  1794.  4. 

5923.  G.  J.  V.  Buddcnlirock ,  .Samml.  d.  Gesetze,  welche  d. 
heutige  livl.  Landrecht  enthalt.  I.  u,  II.  Thl.  (4  Bde.) 
1802—1821.     4. 

5924.  Fr.  G.  v.  Bunge,  chrono!.  Reperlor.  der  russ.  Gesetze 
u.  Verordn.  f.  Liv-,  Eslh-  u.  Curland  ;  3  Bde.  1823  — 
1826.     8. 

5925.  P.  \V.  V.  Buxhüwden,  Beitr.  z.  Gesch.  d.  Prov.  Oesell. 
1838.     8. 

.5926.    B.  V.  Cnmpcnhausen,  liefl.  .Magazin  etc.   l.Thl.   1803.   8. 

5927.  Liefl.  landschafll.  Credit-Regicment  v.  15.  Okt.  1802. 
1803.     8. 

5928.  (K.   V.  Manleuffel),  Etwas  über  Curland  etc.     1791.    8. 

5929.  Gründl.  Deduction  der  Unschuld  lln.  Juh.  Reinhuld  v. 
Palkul  etc.     1701.     4.     Mit  e.   Beihande. 

5930.  Uiarium  des  den  25.  .März  1795...  limitirlen  ..  Landtages.  4. 

5931.  Fr.  Eckardt,  topogr.  Ucbersicht  der  rigischcn  Statthal- 
terschaft in  25  Tabellen.     1792.     2. 

5932.  J.  Ph.  Ü.  Ewers,  des  llrzglh.  Ehslen  Rilfr-  und  Land- 
Rechte.     1821.     8. 

5933.  K.  Faber,  preuf«.  Archiv.     1.  .Samml.     1809.     8. 

5934.  Dion.  Fabricii  Livonicoe  historinc  compend.  scrics,  cur. 
G.  Bergmann.     1795.     Ö. 


5935.  J.  J.  Ferber,  Anni.  zur  ph)s.  Erdlicschreib.  v.  Kurland. 
1784.     8. 

5936.  G.  Fr.  v.   Fircks,  d.  Letten   in  Kurland.     1804.     8. 

5937.  J.   B.   V.  Fischer,   liefl.   Landwirihsrhallsbuch.     1772.    8. 

5938.  W.  Chr.  Friehe,  phys. -likonom.  u.  statisl.  Bemerk,  v. 
Lief-  u.  Ehstland.     1794.     X. 

,5939.    Fr.   K.   Gadebusch,   livliind.   Bibliothek.  3  Thie.   1777.  8. 

5940.  Gedachlnifsfcier  dem  Andenken  der  Herzogin  Dorothea 
v.  Curland  geweihl  etc.     (1821).     8. 

5941.  A.  Moller,  zur  Gesch.  der  Dornschule  in  Riga.    1804 — 41.  4. 

5942.  (v.  Jannau),  Gesch.  d.  Sklaverey,  u.  Charakter  d.  Bauern 
in   Liv-  u.   Ehstland.      1786.     8. 

5943.  Gesch.  Ernst  Joh.  v.  Biron  ,  Herz,  in  Liefland  etc. 
2   Bde.      1761.     8. 

5944.  Gesetz -Samml.  f.  d.  J.  1819;  I.  Buch,  2.  Abth.:  die 
liefl.  Bauer-Verordn.     8. 

5945.  Origines  Livoniae  sacrae  cl  civilis  sev  chronicun  Livon. 
vetvs;  recens.     J.  D.  Grvber.     1740.     2. 

5946.  A.  Grüzmacher,  (irundideen  iibir  Inilult  und  Zahlungs- 
anstand.    1810.     8. 

5947.  ILindlungs-  u.   (Irenzconveniion  etc.     (1783.)     2. 

5948.  D.  E.  V.  Heyking,  Beanlwort.  u.  Widerleg,  der  .  .  Zu- 
sätze zum  Staatsrecht  des  geh.  Tribunalraths  v.  Zicgcn- 
horn.     1776.     8. 

5949.  A.  \V.  Hnpel,  topogr.  Nachr.  v.  Lief-  u.  Ehstland.  3  Bde. 
1774—82.     8. 

5950.  Ders.,  diplom.  Bemerk,  aus  d.  liefl.  Urkunden  gezogen. 
1791.     8. 

5951.  Dorpaler  Jahrbücher  f.  Lit.,  Statistik  u.  Kunst;  1.— 3.  Bd. 
1833—34.     8. 

5952.  H.v.  Jannau,  Gesch.  v.  Lief- u.  Ehstland.  2  Bde.  1796.  8. 

5953.  Chrn.  Kelch,  liefl.  Hisloria  clc.     1695.     4. 

5954.  Nachr.  v.  d.  Fundalion  d.  Rigischcn  Krainer-Comp.  Stif- 
tung f.  Witlwi^n  etc.     1779.     4. 

5955.  Dass.,   neuer  Abdruck.     1804.     4. 

5956.  Schwedisches  Landrechl  etc.     1709.     4 

5957.  Lieffliind.  Landes-Ordnungen.     1707.     4. 

5958.  Leges  senatus  Rigens.  de  officiis  docentiuni  in  schola 
Rig.     1696.     8.     Mit  2  Beibändeu. 

59.i9.    Fr.   D.  Lenz,  li^l.  Lesebibl.     1796,  1.— 4.     0"-     8. 

5960.  (Tielemann),  Livona,  e.  hislor.  poet.  Taschenbuch.  1812 
u.  1815.     12. 

5961.  J.   VV.  L.  V.  Luce,  d.  Schlol's   M.me  auf  Oesel.  1811.  8. 

5962.  „     „     „    „       „      topogr.  Kachr.  v.  d.  Insel  Oesel.  1823.  8. 

5963.  G.  v.  Magnus,  k.  Darstellung  des  Badeortes  Kernrnern  in 
Livland.     1838.     8. 

5964.  .Manifest  e.  h.  Ritter-  u.  Landschaft  der  Hrzglh.  Kurland 
u.  Semgallen   etc.      1795.     2.     Mit  e.  Beihande. 

5965.  G.  Merkel,  Beweis,  dafs  es  halb  so  viel  koste,  s.  Lan- 
dereien von  Tagelöhnern  bestellen  zu  lassen  etc.   1814.    4. 

5966.  G.  Merkel,  d.  Letten,  vorziigl.  in  Lfefland  clc.   1797.  8. 

5967.  J.  Chr.  Fr.  Moritz,  Beitr.  z.  Liefl.  Pädagogik.  1.  Samml. 
1781.     4. 

5968.  C.  L.  Moritz,  spcciuien  topogr.  medicnc  Dorpalens.  1823.  8. 

5969.  H.   Müller,   Burg  Wenden.     Gedreht.      1839.     8. 

5970.  Chr.  H.  Kielsen,  d.  Proiefs-Form  in  Liefland.  1825.  8. 


349 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsiiien   Vorzeil. 


350 


5971.  G.  Paucker,  Beälirnmunp  inländ.  Maafse  u.  Gewichte. 
0.  J.     8. 

5972.  G.  P.  .M.  V.  d.  Recke,  Auszug  der  wiihlrgslen  Sachen, 
sowohl  aus  d.  landlägl.  als  auch  Conferential- Schlüssen 
etc.     179(1.     8. 

5973.  Reglement  f.  d.  LIcent  d.  Stadt  Riga.     1773.     8. 

5974.  Proj.  Reglement  des  Kreditver.  der  Häuserbesitzer  in 
Riga.     1819.     4. 

5975.  Reglern,  üb.  d.  Wic^deraufbauung  der  Rigaschcn  Vor- 
Btädle.     (1813.)     8. 

5976.  G.  Fr.  Sahlfeldt,  Kirchenordn.  f.  d.  Protest,  im  russ. 
Reiche.      1808.     8. 

5977.  (v.  d.  Recke),  Samml.  ehst-,  liv-  u.  Kurland.  Geschichl- 
scbreiber.     1.  Bd.     1791.     4. 

5978.  K.  Chrn.  Schiemann,  Baldohn.     1799.     8. 

5979.  U.  V.  Schlippenbach,  Erinnerungen  v.  e.  Reise  n.  St. 
Petersburg  im  J.  1814.     1.  Thl.     1816.     8. 

5980.  U.  V.  Schlcppenbach,  malerische  Wanderungen  durch  Kur- 
land.    1809.     8. 

5981.  J.  C.  Schiinmann,  Rigaschcs  Adrcfsbuch.     1810.     8. 

5982.  Der  Reiche  Schweden  See-Recht  etc.     0.  J.     8. 

5983.  Sendungen  d.  Kurland.  Gesellsch.  f.  I.it.  u.  Kunst    1.  Bd. 

1840.     4. 

5984.  (K.  L.  Grave),  Skizzen  zu  e,  Gesch.  des  russ.- franz. 
Krieges  i.  J.  1812.     1814.     8. 

5985.  K.  Ph.  M.  Snell,  Beschr.  der  russ.  Prov.  an  d.  Ostsee. 
1794.     8. 

5986.  W.  SodofTsky,  d.  Seebad  zu  Dubbeln.     1839.     8. 

5987.  K.  G.  Sonnlag,  d.  russ.  Reich  etc.  2  Bde.  1791—92.  8. 
5987  a.  Statut  der  k.  Univers.  Dorpat.     1820.     4. 

5988.  Schul-Slatut  f.  d.  Lehrbezirk  d.  k.  Univ.  Dorpat.   1820.  4. 

5989.  Der  Stadt  Riga  Statuta  u.  Rechte.     1798.     4. 

5990.  Stendcr's  Leben  etc.     1805.     8. 

5991.  C.  L.  Tetscli,  curländ.  Kirchengesch.  1.  Thl.    1767.   8. 

5992.  .>!.  Thiel,  Unterhalt,  a.  d.  vaterliind.  Gesch.     1814.     8. 

5993.  Uess.  Buches  3.  Aufl.     1828.     8. 

5994.  M.  Thiel,  Dr.  Martin  Luthers  Leben  etc.     1830.     8. 

5995.  11.  Fr.  Tiebe,  Liev-  u.  Esthlands  Ehrenrettung  etc.  1804. 
8.     Nebst  Nachtrag.     1805.     8. 

5996.  G.  Tielemann ,  Gesch.  d.  Schwarzen -Häupter  in  Riga. 
1831.     2. 

5997.  J.  N.  Tiling,   über   d.    s.    g.   biirgcri.  Union    in  Kurland. 

3  Thlc.     1792—93.     8.     Mit  2  Beibänden. 

5998.  Napicrsky,  Beilr.  z.  Gesch.  d.  Kirchen  u.  Prediger  in 
Livland.     1.  II.     1843.     8. 

5999.  F.  G.  V.  Bunge,  Archiv  f.  d.  Gesch.  Liv-,  Esth-  und 
Curlands.     B.  I— V,  1—2.  VI— VIII,  1.     1842—56.     8. 

6000.  G.  B.  Jasclic,  Gesch.  u.  Beschreib,  der  Feycriirhk.  b.  .  . 
Erofnung  der  .  .  .  Univ.  zu  Dorpat.     (1802.)     4. 

6001.  Nachr.  v.  d.  f.  Bekanntmachung  der  .  .  .  der  Univ.  zu 
Dorpat  geschenkten  Fundations-Akle.     (1802).     4. 

6002.  Vorschriften  f.  d.  Studierenden  auf  d.  k.  Univ.  zu  Dorpat. 
1803.     4. 

6003.  Schweder,  noch  Etwas  z.  Gesch.  unserer  letzten  cvang.- 
Iiither.   Vorstadt-Kirchen.      IH13.     4. 

6004.  Der  Stadt  Riga  Hnndels-Ordn.  v.  J.   1765.     1798.     4. 


6005.  A.  \V.  Hupel ,  neue  nord.  .Miscellaneen.  7.  u.  8.  Stck. 
1794      8. 

6006.  (Sonntag),  Inland.   Blatter.      1814.     4. 

6007.  G.  Balk,  was  war  einst  Kurland?  etc.     1795.     8. 

6008.  Fr.  D.  Lenz,  Skizze  e.  Gesch.  d.  Sladt  Dorpat.   1803.  8. 

6009.  L.  A.  .Meilin,  noch  Einiges  über  d.  Bauernangelegenb. 
in  Liefland.     1824.     8. 

6010.  .Monuinenla  Livoniae  antiqua,  etc.  5  Bde.  1835—47.  4. 

6011.  G.  Fr.  Püschmann,  Schulprogr.  etc.  enth.  Einige  histor. 
Bemerk,  in  Beziehung  auf  das  Schulwesen  in  d.  Ostsee- 
Provinzen,  2.   Hft.      1806.     8. 

6012.  Fr.  Rnmbach,  Jac.  Juh.  Graf  Sievers  etc.     1809.     4. 

b.   K.   W.   Cruse,   Balth.   Rüssow  in  Erinnerung  gebracht. 
1816.     4. 

6013.  E.  V.  Rechenberg-Linten,  üarstell.  über  d.  . . .  Reglement 
d.   Kurland.   Kredilvereins.     1830.     8 

6014.  J.  Fr.  V.  Recke  u.  K.  Napiersky,  allgcm.  Schriftsleller- 
u.  Gelehrten-Lexikon  etc.     4  Bde.     1827—32.     8. 

6015.  (Truharl),  d.  Reisegefährte  auf  d.  Wanderungen  in  d. 
r.  Gegenden  Lieflands.     1.  W.     1804.     8. 

6016.  Statuten  der  Gesellsch.  prakt.  Aerzte  zu  Riga.  1824.  8. 
Beigeb.  8  and.  Statuten  aus  Riga. 

6017.  (v.  Buddenbrock) ,  Tagesfarl  nach  Karlsruhe  a.  d.  Am- 
mat.     1794^     12. 

6018.  (La  Coste)' Rigisches  Theaterblait.     1815.     4. 

6019.  Traktat  zw.  J.  M.  der  Kaiserinn  aller  Reufsen  u.  S.  M. 
der  Könige  u.   d.  Republik  v.  Fohlen.      1773.     4. 

b)  Entwurf  der  Einrichtung  des  ...  in  Mitau  neugcslifl. 
Gymnasii  acad.     1774.     4. 

6020.  (H.  Trey),  Verz.  d.  Aelterleute  grofser  Gilde  in  Riga 
etc.     1829.     8. 

6021.  Einlad.  z.  Einvveih.  d.  Museums  in  Riga.     1858.     8. 

6022.  (Beise),  d.  k.  Univers.  Dorpat  etc.     (1852.)     2. 

6023.  „         d.  zweite  Jubelfest  d.  k.  Univers.  Dorpat.  1853.  4. 

6024.  Facultäts-Scliriflen  der  k.  Univers.  Dorpat  etc.  (1852.)  4. 

6025.  J.  F.  Wittram,  theologuniena  Tacili.     1852.     4. 

6026.  Liefl.  .  .  .  Credit-Reglemenl  v.  15.  Okt.  1802.  1803.  8. 

6027.  K.  W.  Cruse,  Curland  unter  den  Herzogen.  2  Bde. 
1833  u.  37.     8. 

6028.  D.  Landlag  zu  Wenden   16!t2.     1841.     8. 

6029.  D.  livl.  Landesprivilegien  u.  deren  Conlirinalionen.  1841.  8. 

6030.  Darstellung  d.  lanilwirthschaftl.  Verhältnisse  in  Esth-, 
Liv-  u.  Curland.     1845.     8. 

6031.  Aur.  Buddeus,  Halbrussisches.  2  Thlc.  3.  Ausg.  1854.  8. 

6032.  P.  A.  F.  K.  Possart,  Statistik  u.  Geogr.  d.  Gou».  Kur- 
land.    1843.     8. 

6033.  H.  Lulterolh,  Hufsland  u.  d.  Jesuiten  v.  1720—1820. 
1846.     8. 

6034.  eil.  A.  Tiedge,  Anna  Charlotte  Dorothea,  letzte  Herzogin 
V.  Kurland.     1823.     8. 

6035.  Rufsland  und  Deutschland.     2  Thlc.     1847.     8. 

6036.  D.  Gegenwart.  8.  Heft.  1848.  8.  (enth.  „Die  deiil.-ch. 
O.stseeprovinzen  Rufslands"). 

Reinhold  Schilling,  Literat,  in  Riga: 
ti(P37.    ,\.  All.anus,  Inl.  .»«iMilliliitter.   1.— 3.  Jiihrg.   1813-15.8. 

6038.  K.  G.  Alber«,  nord.  Almanach  I.  d.  J.   1806  u.  1809.  8. 

6039.  Rigascher  Almanach  L   1858.     8. 


35  i 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


352 


6040.  .\ls  Kürst   Barclay  de  Tollj's   l.eiclie   ilurdi   Ki;;ii    ;;efiihrt       GU72. 
ward.     0.  J.     (18I8J.     8. 

6041.  I.ivl.   Agrar-  u.   Bauirn-Vrrordniing.      IH.'jO.     gr.  8.  6073. 

6042.  J.  (;.  .\rndt,  dtr  liefl.  Chronik  erster  Tlieil.     1747.     2. 

6043.  K.  (i.  V.  Bunge  u.  R.  v.  Toll,  est-  u.  livland.  Brieflade;       6071. 

I,  I    u.  2.     1856-57.     8. 

6014.    F.   G.  V.  Bunge,   Einleit.  in  die  liv-,  islli-,  u.   lurland.       6075. 
Rechtsgesch.     1849.     8.  6076. 

6045.  F.  V.  Bnxhövden,    zweite    Forts,    v.    d.    II    H.  v.   Hage- 
meisters  .Materialien  zur  Gütcrgesch.   Livlands.    1P51.  8.  6077. 

6046.  G.  V.  Brevem,   Studien  z.  Gesch.   Liv-,  Esth-  u.  Kurlands.       6078. 
Bd.   1858.  8.  6079. 

6047.  Lib.   Bergmann,    Kragni.    einer  UrU.    d.    altest.    livl.  Gc-       6080. 
schichte  in  Versen.      1817.     4. 

b)  C.  E.  Napiersky,  Ditleb  von  Alnpckc  etc.  1844.    4.         6081. 

6048.  de  Bray,  essai  erit.  sur  l'hisloire  de  la  Livonie.  T.  I — III.       6082. 
1817.     8. 

6049.  J.  G.   Buhle,    Versuch    c.    Uril.  Lil.  der  russ.  Geschichte.       6083. 

II.  ThI.     1810.     8.  6084. 

6050.  A.  Burja,  observ.  d'un  voyageur  sur  la  Russie.   1785.  8.        6085. 

6051.  H.    V.    Bienenstamm,    geogr.    Abrifs    d.    drei    deutschen       6086. 
Oslseeprovinzen  Hufslands.     1826.     8.  6087. 

6052.  H.  V.  Bienenstamm,    n.  geogr.  stat.  Beschr.  des  k.  russ.       6088. 
Gouv.   Kurlands.      1841.     8. 

6053.  C.  Bornli.iupt,  Entwurf  einer  gegr.-stal.-histor.  Beschr. 

Liv-,  Eh.sl-  u.  Kurlands.     1855.     8.  6089. 

6054.  Bertram,  baltische  Skizzen.     2  Bdchen.     1853—55.     8. 

6055.  C.  A.  Berkholz,    Burkard    Waldis   im    J.  1527   in   -Riga.       6090. 
1855.     4.  6091. 

6056.  C.  A.  Berkholz,  d.  evang.   Kirche  in  Rufsland.  1857.  8. 

6057.  Lib.  Bergmann,  Jubel-Predigt  etc.     (1810.)     8.  6092. 

6058.  „  „  über  Armen-Versorgung  u.Unterstützungs- 
Anslallen  in  Riga.     1803.     4.  6093. 

6059.  Fr.  Busch,    d.  Fürst  Karl  Licven  u.   d.  k.  Univ.  Dorpat.       6094. 
1846.     2.  6095. 

6060.  (Eckardl),   Inhalt  der  in  d.  rigischen  Slntthalterseh.  enian. 
gedr.  Patente  v.  1710—1788.     0.  J.     4. 

6061.  Gesch.    Uebersicht    der    Grundlagen    u.    d.  Enlwiikelung        6096. 
des  Provinzialrechts  in   d.    Ostseegouvernenienis    2  Thie. 

1845.     8.  6097. 

6062.  Fragmente.     Aus    d.   Briefen    eines    Reisenden    aus  Lief- 
land.    1805.    8.  6098. 

6063.  P.  V.  Götze,  Albert  Suerbcer,  Erzbisch,  v.  Preufscn  etc. 

1854.     8.  6099. 

6064.  f(iravc),  erste   Rechenschaft  d.   Commiss.  zur  Unterstütz. 

der  Abgebraunten  in  d.  Vorstiidten  v^  Riga.    1812.    2.         6100. 

6065.  (Irundliuien   des  ord.  livl.   Civilprozesses.      1812.     8. 

6066.  H.  v.  Ilageuieister,    Maler,    z.    c.  Gesch.    der   Landgüter       6101. 
Livlands.     2  ThIe.  m.  Forts.     1836-43.     8. 

6067.  E.  Hennig,  Gesch.  d.  St.  Goldingen.     1809.     8.  6102. 

6068.  S.  Henning,  lilllimd.,  churliind.   Chronica.     1590.     2. 

6069     I).    E.   v.  Ili'ycking,   Ge.srh.   d.  Grund- u.  Ilauptverfassung       blO.'j. 

der  Prov.  Curland  und  Semgallen.      1762.     8.  6104. 

G070.    A.   W.   Hupel,    d.    gegenw.    Verfassung    der  Rigischen   u. 

d.   Revalschen   Stalthiilurschiift.     Riga,   1789.     8.  6105. 

6071.   (Jannau),  Provinzialbl.  an   d.  lief-  u.  ehslländ.  Publikum.       6106. 

1.  H.     1786.     8. 


Journal   der  Kriegsoperationcn  d.   k.  russ.  u.   d.   verbünd. 
Ariiuen  etc.      1815.     8. 

Der    k.  Universität  Dorpat    zu    ihrem    funfzigjahr.  Jubel- 
feste etc.     1852.     4. 

Th.  Jiingblut,  d.  Gründung  d.  ev.   lulher.  Kirchen  in  Rufs- 
land.     1855.     8. 

(Kairka),  nord.  Archiv  v.   1803—5.     8. 
0.   Kienitz,    vierundzwanzig  Biicher    d.    Gischichte    Liv- 
lands.    1.   Bd.     1847.     8. 

0.  Kienilz,  d.  Schlachten  b.  .Vaholm  u.  Pleskow.    1849.  8. 
Fr.  v.  Klupmann,  kuri    Güti:r-Chrüuiken.   l.Bd.   1856.  8. 
Fr.   Kruse,   Urgesch.   d.   eslhn.   Volksslainmes.     1846.    8. 
H.  C.  Laurenty,  saeculi  nostri  orientis,  adolcscenlis,  linea- 
menta.     1829.     4. 

G.  E.  Lenz,  zum  Gedächtnifs  Alexanders  I.     1826.     8. 
E.    Meyer,    d.    livl.  Reimchronik    v.   Dittlieb  v.   Alnpcke. 
1848.     8. 

Chr.   IVettelbladt,  faseic.   rer.  Curland.  I.      1729.     4. 
H.  Neus,  Revals  sämrnll.  Namen  etc.     1849.     8. 
E.  V.  Noicken,  Rufsland  hat  allein  noch  d.Wahi?   1857.  8. 
Ostsee-Provinzen- Blatt  f.  d.  J.  1823.     8. 
Chrn.  E.  Pabst,  bunte  Bilder  etc.     2  Hfte.     1856.     8. 
J.    L.    v.  Parrnt,    Versuch    einer    Entwickl.    d.    Sprache, 
Abstamm.   Gesch.   Mythol,    u.    bürgerliche  Verhältnisse  d. 
Liwen,  Latten,   Esten.     2  Bde.      1828.     8. 
Personalbestand    der    Behörden   .  .   .    der    St.  Riga    f.    d. 
J.  1858.     8. 

P.  A.  Pölchau,  d.  Gesangbuchlrage  in  Riga.     1854.    8. 
G.  F.  Pöschmann,  über  d.   Emflufs  der  abendländ.  Kultur 
auf  Rufsland.      1802.      4. 

P.  A.  F.  K.  Possart,  Statistik  u.  Geogr.  des  Gouv.  Esth- 
land.     1846.     8, 

Provinzialrecht  d.  Oslsecgouverncments.  2Thle.  1845.  8. 
(F.  E.  Ranibach),  Herrinann.     I.   ThI.     1813.     8. 
K.  Ralhlef,    Skizze    der    orograph.    u,    hydrograph.  Ver- 
hältnisse V.  Liv-,  Esth-  u.   Kurland.   1852.    8.    M.  Karten 
in  gr.  2. 

A.    V.    Riihter,    Gesch.    d.    il.    üstseeprovinzen.     2  Bde. 
1857—58.     8. 

C.  G.  Riicker,    General- Karle  der  russ.   Ostsee -Provin- 
zen.    1854. 

C.  v.  Rummel,  d.  Quellen  des  curl.  Landrechts.  Bd.  11,  1. 
18.il.     8. 

C.   v.  Rummel,    Album    academic.    der    k.   Univ.   Dorpat. 
1852.     4. 

E.   Sartorius,    Gutachten    über    d.    jetzige  d.   Gesangbuch 
in  Livland.     1833.     8. 

K.   v.  Schlüzer,    Verfall    u.  Untergang  der  Hansa  u.  des 
deutschen  Ordens.     1853.     8. 

E.   v.  Schulmann,    Verzeichn.    der    livl.    Gouv.-Regier.- 
Patente  etc.      1851.      s 

Scriptores  reruui   Livonicnr.  2  Bde.    1853  ii.  48.     8. 
J.  V.  Sivers,    Wenden,    seine    Vergangenh.    u.    Gegenw. 
1857.     8. 

K.  G.  Sonnlug,  d.   Polizei  f.   Livland   ct..    l.ll.    1821.    8. 
K.  G.  Sonntag,  mehrere  Predigten  u.  kl.  Schriften  (v.  u. 
über  ihn)  zusamuicrigeb.     1791 — 1829.     8. 


353 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsclicn  N  orzeil. 


354 


6107.  K.   Waller,  livl.  Landtagspred.     1856.     8. 

6108.  „         „         livl.  Landlagspred.     1857.     8. 

6109.  3.  Wissinger,  Trauerrede  bei  dem  t.  Leichenkondukle 
weil G.  V.  Browne.     (1792.)     4. 

6110.  Rigaisehe  Sladl-BlaUer  f.  d.  J.   1810—27.     18  Bde.     8. 

6111.  W.  S.  Slavenhagen,  .\lbuin  baltischer  Ansichlcn.    2  Hfte. 

iKf)".      4. 

6112.  A.  Truhart,  Fama   f.  Deutsch-Rufsl.   v.  J.   1807.     8. 

6113.  M.  V.  Wollfeldt,  Miltheil.  aus  d.  Strafrecht  u.  d.  Straf- 
prozefä  V.  Livlaiid,  Ehstland  u.  Kurland.  3  Bde.  1848 
—1853.     8. 

6114.  Belrachlungen  ulier  d.  Beweis  im  Livl.  Straf- Prozesse, 
1857.     8. 

6115.  Chr.  G.  V.  Ziegenhorn,  Staats-Recht  der  Hrzgth,  Curland 
u.  Senigallen.     1772.     2. 

6116.  V.  E.Zimmermann,  Versuch  e.  Gesch.  d.  Icll.  Literatur. 
1812.     8. 

6117.  (Jannau),   Sitten  u.   Zeit  etc.     1781.     8. 

6118.  0.  A.  Wernich,  d.  Livlander  J.  R.  v.  Patkul  u.  s.  Zeit- 
genossen.    1.  Bd.     1849.     8. 

6119.  ((".  Woldeiiiar),  über  d.  Heranziehung  der  Letten  u.  Esten 
zum   Seewesen.     1857.     8. 

Plahn'sche  Buchh.  in  Berlin : 

6120.  II.  Alt,  Theater  n.  Kirche  in  ihren  gegens.  Verhältniss. 
hislor.   dargestclU.     1846.     8. 

6121.  0   Lanpu,  d.  neue  Zeit  u.  d.  Geschichtsunterricht.  1849.  8. 
Aug.  Speyer,  Buchh.  in  Arolsen  : 

6122.  B.  l'lirn.  v.  Spilcker,  Beitr.  zur  alt.  deutsch.  Gesch. 
2  Bde.     1827  u.  32.     8. 

6123.  L.  Curtze,  Gesch.  u.  Beschreib,  d.  Fürstenth.  Waldeck. 
1850.     8. 

K.  k.  GymnaBium  in  Gratz : 

6124.  D.  Buswald,  Leben,  VVissenscb.,  Schule.  1858.  4.  (Progr.) 
Karl  Preusker,   Rentamtmann,   in   Grofsenhain: 

t)125  IVbersicIil  der  ...  .  Preusker'schen  Samml.  Vaterland. 
Altirihumer.      1856.     8. 

Dr.  Karl  Weinhold,  Professor  d.  Univ.  in  Grätz: 

6126.  Uers.,  über  e.  zu  Slrafsengel  aufgedecktes  Grab.     8. 

Brodtmann'sihe   Burhh.  in  SchalThausen: 

6127.  l).  Schweiz.  .Monalsschr.  etc.  herausgeg.  v.  L.  Eckardt 
u.  P.   Volmar.     Kr.  8.     1858.     8. 

Rudolph  Freih.  V.  Stillfried-Rattonitz,    K.  prcufs.  w. 
geh.  Ualli,  Kiiminerer  etc.  Evc,  in  Berlin: 
(5128.    Ders. ,    gesehichtl.  Aachr.    v.  Geschlechtc  Stillfried-Rat- 
tonitz.    1S,5K.     4. 

Ein  Ungenannter  in  Aiirnberg: 

6129.  Ein  Gcspriich  d.  Teulschen  Lands,  vnd  der  hoffnung 
etc.     0.  O.     1.546.     4. 

6130.  Die  Ordnung  wie  maus  hell  wenn  eine  gehorsam  tut. 
Mscr.     15.  Jhdt.     2  BItlr.     8. 

6131.  Fr.  Chrn.  Lcsser,  Kaclir.  v.  denen  sich  nach  u.  nach 
verlierenden  Miintzen  der  aiisge.storb.  (irafen  v.  Ilolien- 
slcin.      1748.     4. 

6132.  Chr.  Fr.  Gugel,  Der  Hrn.  Sauerziiptfen  Stammen  u.  Ge- 
schlecht  Beschreibung.     Pap.-Ildschr.      1692.     4. 


6133.  (Chr.  Kr.  (iugelj,  der  Herrn  Trainer  Geschlecht  u.  Stam- 
men Beschreib.     Pap.-Hs.     1693.     4. 

6134.  Geschlechtsbuch  der  Ocrlcl.     Pap.-Hs.      17.   Jhdt.     4. 
J.   E.  Ritter  V.  Koch -Sternfeld  in   Tiltmonning: 

6135.  Ders.,  die  altgefeyerle  Dynastie  des  Babo  v.  Abensberg, 
etc.     1857.     4. 

6136.  Ders.,  vier  Vermachtnisse  Behufs  einer  kril.  und  lohnen- 
den Geschichtsforsch.  u.  Geschicblsschreib.  in  Bavern. 
1858.     8. 

6137.  J.  Stülz,  Bericht  des  Landcshauptm.  Sigm.  v.  Dietrich- 
stein an  den  Erzherz.  Ferdin;inil  über  d.  Ueberfall  zu 
Schladming  aoi  3.  Juli   1525.     (Sonderabdr.)     8. 

J.  Zeiser  s   Buch-  u.  Kunsthandlung  in   Kürnberg: 

6138.  \\.  \.  Kaulbach  u.  A.  Kreling,  Albrecht-Dürer-Album. 
VI.   Lief.     2. 

Bauer  <&  Raspe,   Burhhdl.   |Jul.  Merz)  in  Nürnberg: 

6139.  Zeilsclir.  t.  d.  Kullurgcsch. ,  hgg.  v.  Joh.  Müller  u.  Job. 
Falke.     Ih58.     Augustheft.     8. 

Ein  Ungenannter  in  München: 

6140.  Wilh.   Graf  v.  \\  ürllemberg,    Wegweiser   durch   sämmll. 

Miilcrschulcn   ii.   (ii-innldcianinil.      li^lß.     8. 

Fürstl.  Jablonowski'sche  Gesellschaft  in  Leipzig: 

6141.  Th.  Hirsch.  Handels-  und  Gewerbsgcsch.  Danzigs  unter 
d.   Herr..^ch.   d.   deutsch.   Ordens.      1858.     8. 

K.   k.  Centralcommission    z.    Erforschung   u    Er- 
haltung d.  Baudenkmale  in  Wien: 

6142.  Dies.,  Millheilungen ;  Redakteur:  K.  Weifs.  Hl.  Jahrg. 
Aug.     1858.     4. 

Histor.  Verein  von  u.  f   Oberbayern  in  München: 

GI43.  Ders.,  Überbayer.  Archiv;  Bd.  .Wll,  3.  u.  XVIII,  1  u.  2. 
1857.     8. 

Histor.  Verein  f.  Oberfranken  zu  Bayreuth: 

til41.    Ders..   Archiv   etc.     Bd.   VII,  2.      1858.     8. 

K.  W.  Dornick,  Pfarrer,  in  Haynewalde: 

6145.  Ders,  Jahrbu.hlein   v.  Haynewalde.     1858.     8. 

6146.  Chrn.  Heckel,  histor.  Beschreibung  d.  wellbcrühnilcn 
Festung  Konigstcin.     1736.     4. 

6147.  G.  Körner,  das  wegen  seiner  Berg-  Spitzen-  u.  Borten- 
werke im  Seesen  liegende  meisnische  Obererzgebirge 
etc.     0.  J.     4. 

6148.  Chr.  G.  Wilisch,  d.  gute  Andenken  der  um  die  Stadt 
Freylierg  .   .   .   wohlverdienten   Manner  etc.    (1751.)     4. 

6149.  Vollstiind.  Verzeichnifs  derer  Prediger  in  Leipzig  etc. 
1539—1751.     (1751.)     4. 

6150.  D.  T.  .Müller,  von  denen  Schutz-Gotlern  u.  Schutz-Palro- 
nen  derer  Studie  etc.     1754.     4. 

Dr.  Karl  v.  Raumer,  Bergralh,  Cniv.-Prof.  in  Erlangen: 
(U.W.    Allicriiis  .llii);iius,  liber  niineraliuni.  Oppenhejm,  1518.  4. 

A.  Radefeld,  h.   Seminnrlehrer,  in    Hildlmrghaugen: 
6152.    M.    Luther,     der    Prophet    Joel    .   .   .    in.    e.    Vorrede    h. 
Nielns  V.   AmsdorlT.      1553.      4.      Beigebunden: 
b)  Ders.  ,    etliche    TrosIschrilTlen   vnd  Predigten  ...   in 
druck  gegeben   d.  I).  Ca.'sp.  l'rrulziger  etc.   1554.  4. 


355 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulst  hon  Vorzeit. 


356 


c)  Joh.  Amsttrdanius,  dl.  warhalTlige  weifingiiiij;,  vnd 
fürneme  •ipruche  di'-s  Ehrw.  Valcrs,  Herrn  D.  M.  Lu- 
thers eie.     1552.     4. 

d)  Andr.  Musculuä,  v.  il.  vnrerlrenl.  voreynigung  in 
einer  Person  beider  naturcn  vnsers  Herrn  Jesu 
Cbrisli  etc.     1553.     4. 

e)  Jo.  Pollicariuä,  Historia  v.  d.  Iiiinelfarl  vnsers  Herrn 
etc.     1554.     4. 

f)  Erasm.  Sarcerius,  von  Sjnodis  vnd  Prieslerlichtn  vor- 
sainlungen  .  .  .   Ralh   vud  bedcncken.     1553.     4. 

6153.  Abschicdl  der  Kö.  Kay.  .Mt.  vnd  gemeiner  Sliin.l  au(T 
dem  Keichslag  lu  Regenspurg  im  J.  l'lir.  1654  vfl'  ge- 
richl  1659.     2. 

6154.  Indices  reales  .  .  .  tum  instrvrjienlor.  pvlilicor.  pacis 
generalis.  .  .  Osnabrugis  et  Monasterij  a.  1648  s.  ereotae 
tum  recesäus  iniperii  ...  in  comitii.s  Ratisboncnsib.  a. 
1654.     decreti.     1659.     2. 

6154  3.  Gemeine  Bescbeydc ,  vvelcbe  bcy  dem  hochlobl.  k. 
Cammer-Gericbt,  von  desselben  Anfang  bifs  A.  166(1  ..  . 
eröffnet  .  .  .  worden.     1661.     2. 

6155.  P.Jovius,  Ursprung  des  tiirkiscben  Reichs  etc.  verdeutscht 
durch  Just.  Jonas.     (Anfang  fehllj.     4. 

b)  iMelch.  V.  .Suydiitz,  Beschreibung  d.  Wallfahrt  nach 
dem  heilig.  Lande  etc.  (Titel  u.  Schlufs  fchll.J   15S0.   4. 

6156.  X.  Bctuleii  Aug.  in  .M.  T.  Ciceronis  libros  Hl  de  INatura 
deorum  4  Paradoxa,  Commentarij  etc.     1550.     8. 

Dr.  Julius  Stauding-er  in  Cadolzburg: 

6157.  lil   riiark;;rall.   brandcnb.  Verordnungen   v.   1744 — 97.  2. 
Dr.  William  Bell  in  London: 

6158.  Pdf.  Apianus,  inslrvmentvm  primi   mobilis  etc.   1534.  2. 
L.  Fr.  Fues,   VerlagsbuchhdI.  in   Tiibingen: 

6159.  L.  Schmid,  d.  Kampf  um  d.  Reich  zw.  d.  rom.  K.  Adolf 
v.  IVasjau  und  11.   Albrechl  v.   Ocsterreich.     1858.     8. 

K.  Akademie  d.  Wissenschaften  in  Berlin: 

fildli.    Dies.,   pliiliii.   u.   histor.  Ahhandl.  a.   d.  J.  1857.    1858.  4. 
Dr.  J.  Zöllner,   prakt.  Arzl,  in  Aub: 

6161.  J.  V.  .Müller,  Entwurf  d.  gerichll.  Arzneywissenschaft. 
Bd.  2—4.     1798—1800.     8. 

6162.  Reisen  in  den  Mond,  irj  mehrere  Slcrnc  ii.  in  d.  Sonne 
etc.     1846.     8. 

6163.  Priifet  d    Geister,  ob  sie  aus  Gott  sind  !   3.  Aufl.   1854.  8. 
6161.    D.   Gralin    Louise  Danner,    geb.    Rasmussen,    Dänemarks 

Genius.     1855.     8. 

6165.  A.  Marlin,  Schematismus  der  im  K.  Bayern  zur  Praxis 
bercchirgten   Civil-  u.   Mililar-Aerztc.     Jahrg.    1858.     4. 

Tro^vitzsch  d^  Sohn,  llofbuchdruekerei  in  Frankfurt  a/0.: 

6166.  Monatsschrift  f.  d.  Städte-  u.  (iemeindewesen ,  herausg. 
v.  A.  Piper.     Jhrg.   IV,  7,   Juli,  u.  9,  .Sept.    I8.")8.     8. 

Gesellschaft  f.  sUdslavische  Geschichte  u.  Alter- 

thümer  m   Agram: 

6167.  Arkiv  za  poveslnicu  jugoslavcnskn ;  Knjign  1  —  III. 
lM,-i|_.^,.1,      H. 


C.  M.  Wiechmann-Kadow  auf  Kadow: 

6I6B.    Ders. ,     d.    meklenh.    Kormschneider     des 
(Sepnralabdruck.)     I8,')8.     8. 


16.    Jahrhdis. 


6169.  Joach.  Slütcr's  allestes  roslorker  Gesangb.  v.  J.  1531 
u.  der  dem»,  zuiuschrcihcnde  Katechismus  v.  J.  1525; 
h.<geg.  V.  C.  .M.  Wiechmann-Kadow.     1858.     12. 

Sommer,  k.  Bauinspeklor,  in  .Merseburg: 

6170.  .Mi.scellanea  varia.     Pap.-Hdschr.     150  Sin.  schni.     8. 
Augf.  Abel,   Gymnasialpruf.,  in   .XscbalTi'nburg: 

6171.  (\\  cm.  Hole  vi  [ik),  lasciculu.'i  temporum.  Argcntinc,  1487.  2. 
Dr.  Franz  Streber,  Univ. -Prof.,  in  Jlunchen: 

6172.  Ders.,  il.  ältesten  von  d.  VVittelsbachern  in  d.  Oberpfalz 
geschlagenen  .Mimzen.   I.  Ablh.,  1. — 3.  Abschn.   1858.  8. 

Kreili.  V.  Reitzenstein,    k.  Kämmerer   u.  Oberiollrath,  in 
.München  : 
Ü173.   Joachim    Meyer,    gründll.    Beschreib,    d.    freyen    Ritterl. 
vnnd   .\delichen   Kunst  des  Fechtens.      1570.     i|u.  4. 

Polytechnischer  Verein  in  Wurzburg: 

6174.  Ders.,  Wochcnschrifl.     Nr.  32—35.     1858.     8. 

6175.  Ders.,  Jahresbericht.     1858.     4. 

Dr.  Robert  Haas,  Direktor,  in  Wiesbaden: 

6176.  Ders.,  Centralbl.  des  d.  Cur-  n.  Badclebcns.  1858. 
Nr.  18  u.  19.     4. 

Freih.   V.  Reitzenstein,  z.   Z.   in   Weimar: 

6177.  Elligies  Des.  Erasnii  Hoterodami  lilerator.  princ,  &  Gil- 
berli  Cognali  Nozereni  etc.     1553.     8. 

6178.  Anliquitales  Heilsbronnenses  a  temporis  insvltibvs  .  .  . 
vindicatae      (1806.)     qu.  2. 

61711.    Aiig-Iuirgcr  (ü-sclilcchlerliuch.      1580.     2.     (Defecl.) 

Societä  de  la  morale  chretienne  in  Paris: 

6180.  Dies.,  Journ-il.     Tome  VIIL     Nr.  4.     1858.     8. 
Verein  f.  siebenb.  Landeskunde  in  llermannstadt: 

6181.  Ders.,  Jahresher.      1^57-58.     ><. 
C.  Bellmann's  Verlag  in  Prag: 

6182.  Jos.  Uenzig  u.  Joh.  Knjci,  d.  Crngebungen  Prags. 
1857.     4. 

6183.  \.  Gindely,  Böhmen  ii.  Mahren  im  Zeitaller  der  Refor- 
mation.    2  Bde.     1857.     8. 

J.  C.  Hinrichs'sihe  BuchhdI.   in   Leipzig: 
6181.    Kr.  A.   v    l.angenn,   Doclor   Melchior  v.   Ossa.    1858.    8. 
61K,").    Vierteljahrs-Catalog  etc.     Jhrg.  1858.     gr.  8. 

Ed.   Trewendt,   VcrIagshdI.   in   Breslau : 

6186.  Alihandl.  d.  hislor.-philos.  (iesellsch.  in  Breslau.  1858.  8. 

6187.  II.   Luchs,   Breslau.     1857.     8. 

Du  Mont-Schauberg'sche  BuchhdI.   iii   Köln: 

6188.  Organ  f.  christl.  Kunsl,  hersg.  v.  Fr.  Baudri.  Kr.  17. 
1 '(.■.'<       I, 

Dr.  H.  F.  Mafsmann,  Cuiv.- Professor,  in  Berlin: 

6189.  Ders.,  d.  hohe  Schule.     Ein  Tranm.     1858.     8. 
K.  J.  Schröer,  Gymn.- Professor,  in  Presburg: 

6190.  Ders.,  Beilrng  z.  c.  Wörterb.  der  deutsch.  Mundarten 
des  nngrischin   Berglandes.     2.  Abth.     iH.'iH.     f. 

H.  Neumann,  Rci:hlsanw.  u.  Lamlesbeslelller,  in  Lübbcn: 

6191.  Leidenrolh,  welcher  Art  war  d.  Herrsch,  des  Sachsen- 
herz. Widukind?  (Jahresbericht  über  d.  Schulen  zu  Lüb- 
bcn.)    2  llfle.      18.57-58.     8. 

6192.  Th.   Criiger,   origines  Lusaliau  elc.     Fnsc.  I.     1726.     4. 


357 


Anzeiger  für  Kundf  der  deutschen  Vorzeil. 


358 


b)  Heinrich  v.  l'oser,  des  .  .  .  Heinr.  v.  Poscr  Lebcns- 
u.  Todfs-Geschichlc.     1675.     4. 
Dr.    A.  C.  Schott,   prakt.   Arzl,  zu  Frankfurt  a.   M.: 
f>U(3.    iJers. ,    Wililluid    Sulzhrunn    liei   Kempten    in  Bayern  etc. 
1.  Jalirl.urh.     IH5«.     8. 
Rath  der  Stadt  Riga: 
6194.   Die   Higische   Rnthslinie  v.   J.   1226    bis   auf   die  gegeii- 
w.irligr   Zeil.      1857.     8. 
Edm.  Götschel's  liuchlidl.  in  Kiga: 
6193.    Chr.  Aug.  Berkholz,  M.  Herni.  Samson,  Rigascher  Ober- 
paslor  elr.     1856.     8. 
Dr.  Napiersky,  k.   russ.  Staalsralh,   in  Riga: 

6196.  (Dcrs.j,  ein  Brief  dea  rigischen  Erzbisch.  Sylvester  v. 
J.   1449  etc.     1833.     4.     (Progr.) 

6197.  (Ders.),  Abdruck  zweier  auf  d.  frühere  Gesch.  d.  deutsch. 
Ordens  u.  insbcs.  s.  Verhallen  in  Palastina  Bezug  haben- 
den  Urkunden.     1844.     4. 

6198.  Ders.,  Auotariuni  indicis  corporis  hist.-diploin.  et  cpisto- 
lar.  Livoniae,  Esthoniae,  Curoniae;  I  u.  II.  (Sonderabdr. 
1840—42.)     8. 

6199.  Ders.,  d.  Griiber  der  Livcn.     (Sonderabdr.)     1851.     8. 

6200.  Ders.,  d.  Gildenhauser  zu  Higa.     1853.     'A  Bgn.  8. 

Gesellsch.  f  Gesch.  u.  Altertbumsk.  d.  russ.  Ost- 

seeprovinzen  m  Kiga: 

6201.  A.  W.  ilupel,  nord.  .Misccilanecn.    St.  11  u.  12.    1786.    8. 

6202.  „     ,,       „         neue  nord.  Jliscell.   St.  13  u.  14.    1796.    8. 

6203.  Einladung  z.  Eiiiweihungsfeier  des  Museums  in  Riga. 
1858.     4. 

6204.  IVaniens-Verzeichn.  samnitl.  Mitgl.  d.  Gesellsch.  f.  Gesch. 
u.   ,\lliTlbuiii.<k.   d.   Oslsee-Prov.     (1857.)     8. 

Dr.  Aug.  Buchholtz  in  Riga: 

6205.  A.  VV.  Hupel,  nord.  Miscell.  St.  1  u.  2.  5  u.  6.   1781.  82.  8. 


6206. 


V       n         » 


neue  nord.  Mise.  Sl.  5  u.  6.     1794.     8. 


6207.  K.  G.  Sonnlag,  Riga's  Jubiliiumsfeier  Im  Julius  1810.    8. 

6208.  „     „         „         Riga's  Wolthäligkeit  u.  Gcincinsinn.  1826.  8. 

6209.  G.  Merkel,  d.  freien  Letten  u.  Esthen.     1820.     8. 

6210.  A.  Alhanu!!,  Rede  z.  Secular- Feier  ....  im  Gymn.  zu 
Riga.     1810.     8. 

6211.  J.  Paucker,  d.  Literatur  d.  Gesch.  Liv-,  Ehst-  u.  t'nr- 
lands  a.  d.  J.   1836-1847.     1848.     8. 

6212.  J.  Fr.  BiinUau,  Dondangen.     1855.     8. 

6213.  Luthers  Aufenthalt   in   Worms.      1857.     4. 

6214.  Dr.  Liborius  v.  Bergmann,  weil.  Ober-Paslor  der  Stadt 
Riga.     Ih23.     4. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung. 

Wagner,  Pfarrer,   in   Michcistadt: 
2521.    KiMTiur  Thorschlüsscl  v.  14.  Jhdl. 
Preusker,  Renlaintniann,  in  Grofscnhain: 

2525.  Broncekcil. 

2526.  Broncesichel  und  vier  Bruchstücke  solcher. 
Simon,  Pfarrer,   in   .MirlicLstadt: 

2527.  Albus    des    Bischuls   Johann    Philipp    v.  Schunliorn    v.  J. 
1666;  Silbcrmunze  K.  Leopolds  v.  J.  1672. 

I 


R    V.  Rettberg  in   München: 

2528.  Chronulogi.'irhe  Tabelle    der  Maler  seil  Cimabue«  Zeiten 
bis  zum  J.  1840.   Zusammengestellt  durch  R.  v.  Retlberg. 

2529.  2  Bausen    nach    dem    Allarbilile    in    der    Kreuzkirche    zu 
ll<'inno\  er. 

Otto  Knille,  Historienmaler,  in   München: 

2530.  Abbildung  eines  am  Strande  der  Nordsee  aufgefundenen 

Bronrehnrns.      \^'a.•^serlllaIe^t*i. 

Se.  königl   Hoheit,    Grofsherzog   Alexander   von 
Sachsen  -  Weimar : 

2531.  (iyp.saliguls     eines     romanischen     Tympanon     von     der 
Wartburg. 

2532.  Gypsabgufs  eines  .Modells  der  Wartburg. 
J.  Pauer,  Apotheker,  in   Traunstein  : 

2533.  Originalsiegcl    des    Kapitels    des   Klosters  Im    Holz,   um 
1400. 

2534.  3  Lackabdriicke  mittelalterlicher  Siegelstöcke. 
Fiirsattel,  Bureaudiener  am  germ.  Museum: 

2535.  (iesücktc  Leinenhaubc  v.   18.  Jahrh. 

C.  Heffner,  Magistralsralh,  in   \\urzburg: 

2536.  51  Gypsabgiisse  von  mittelallerlichen  u.  neueren  Siegeln. 
V.  Cuny,  k.  prcufs.  Landgerichtsassessor,  in  Cleve: 

2537.  Federzeichnung   nach  dem   Grabsteine  des  Ludolf  v.  Ai- 
vensleben  in  Ziclilau. 

Dr.  A.  V.  Nitschke  in  Braunschweig: 
253H.    Ein  C'onvolut  von  Almanachbliillcrn  des  vorigen  Jahrhdts. 
mit  Kupferstichen  von  Gefsner,  Ricpenhausen  u.  A. 
C.  W^.  Sack,  Registralor,  in  Braunschweig: 

2539.  625  Lai  k-  u.  Papiersiegel  aus  älterer  u.  neuerer  Zeit. 

Ein  Ungenannter  in  Nürnberg: 

2540.  CalLiulariuiii  perpctuum  v.  P.  Pfinzing,  1623. 

Rudolf  Scheller,  Kaufmann,  in  Hildburghausen: 

2541.  Ein    in   Litliographierstein   geiiztes    Hochzeitsgedicht   vom 

J.    1578. 

A.  Radefeld,  Seminarlehrer,  in  Hildliurghausen : 

2542.  Jiilich-Clevcscher  Stammbaum  von   1740. 

Freih.  V.  Reitzenstein,  z.  Z.   in   Weimar: 

2543.  2  bischiill.  Salzburg.,  2  herzogl.  bayr.  u.  2  Regcnsburger 
Silbcmiünzen  vom  12.  Jhdt. 

2543  a.  Braclent  K.  Otto's  IV.  u.  ein  anderer  d.  .\btci  Kempten. 
2543  b.  Denar  K.  Friedrich's  IL,  ital. 

Burkhart,  Kegicrungsratb,  in  Nürnberg: 
2514.    16  riiiiiischc  Kupfermünzen. 

2545.  Broncemcdaille  des  W.  v.  Gruiiibach. 

2546.  3  Kupferjelons  \.   Ifi.  Jhdt. 

2517.  14  dculsilie  Kiipfermiinzen  vor  1650. 

2548.  130  deutsche   Kupfermünzen  nach   1650. 

2549.  11    kleinere  Silherniüiizen. 

2550.  60  ausländische  Kupfermünzen, 

2551.  26  kleinere  Kiipferinedaillen   nach   1650. 

Dr.  Andresen,   C'unsorv.  an  d.  BiMiolh.  des  germ.  Mus.: 

2552.  11   Stuck   Kupferstiche,    Radierungen    und  Schwarikund- 
blallcr  vom  Endo  des  16.  — 18.  Jhdis. 


359 


Anzeigor  für  Kundo  der  deutschen  Vorzeit. 


360 


Dr.  Zöllner,  prakl.   .\rzt,   in  .\iib  : 

2553.  16  kleinere  .Silheriniinien   voiri   17.  — 18.  Jhdt. 

2554.  11   Kupfermünzen  vom   18.— 19.  Jhdi. 

2555.  Bleiiiicclaillc  auf  das  Wiirilmrger  Gesangsfest  von  1845. 

Freih.  V.  Ledebur  m  Berlin: 

2556.  3  l.ackabdriicke  von  Siegeln  des   14.  u.   16.  Jhdts. 

2557.  (lypsabgufs    des    Thronsiegeis    hurf.  Friedrich's  III.    von 
Brandenburg. 

liUst,  kgl.  Advokat,  in   Straubing: 

2558.  2  Silbermünzen  aus  dem  Sauiburgcr  Funde. 

Dr.  J.  H.  V.  Hefner- Alteneck,    I'rof.  u.  Conserv.  der 

vereinigten   Saminlungen   in    München: 

2559.  Martyrium  der  11000  Jungfrauen,  Miniatur  v.   16.  Jbdl. 


2560.  4  Blatter  mit   Abbildungen   von  Trachten   u.  s.  w.,  Feder- 
zeichng.   u.   Wasserinalerci. 

Freifr.  V.  Fürer,  geb.  V    Brandenstein,  in  Nürnberg: 

2561.  Spitzenmuster  v.   17.  JhdI. 

Ein  Ungenannter  in   Aürnberg: 

2562.  Pelrak'sihe  ("opieen  nach  3  selten  vorkommenden  Kupfer- 
münzen von  A.  Dürer. 

2563.  Die  Wappen   der  SfbeurI  u.   Geuder  u.   das   Wappen  des 
M.  Loflelholz,  Holzschnitte  v.  A.  üurer.     IV.  Abdr. 

V.  Budkowsky,  Historienmaler,  in  Paris  : 

2564.  Si(gel.stock  von   Bronce,   14.  Jhdt. 

Geyer,   Bezirkskassierer,  in   Lindau: 

2565.  2  Stühle  mit  geschnitzter  Lehne  v.   17.  Jhdt. 


Chronik  der  liistorisclien  VeiTine. 


Die  Zeitschrift  des  Vereines  für  thüringische 
Geschichte  und  A  I  te  rthums  ku  n  de,  VII,  2  u.  3,  enthält 
für  die  Geschichte  des  Landes:  Ergänzungen  zum  L'hronicon 
Sampetrinum  1270  —  1330,  von  Dr.  C.  Grünhagen  in  Breslau, 
lieber  die  Sage  von  der  Flucht  der  Landgriifin  Margaretha  und 
dem  ßifs  in  die  Wange,  von  dems.  —  F'ortsetzung  der  Eisenacher 
Rath.^fasten  von  1352 — 1500;  niitgeth.  von  W.  Rein.  Zur  Ge- 
schichte alter  .\dclsgeschlechter  in  Thüringen,  von  Dr.  Funk- 
biinel:  1.  Nachtrag  zu  der  .Mihnmllung  über  die  Herren  von 
Schlothcim  als  ehemalige  Erbtruclisesse  der  Landgrafen  von 
Thürmgen.  2.  Das  Wappen  der  ehemaligen  Herren  von  Son- 
dershausen. 3.  Die  Herren  von  Molschleben.  4.  Die  ehemali- 
gen Herren  von  Almenhusen.  —  Zur  Geschichte  der  Herren 
von  Schlotheim  und  .\lnicnhausen ,  von  K.  Aue.  —  Zur  Ge- 
schichte der  Baukunst  und  Alterthumskundc:  Die  Hausbergs- 
burgen bei  Jena,  von  Dr.  IIerrii:inn  OrtlolT.  l'eber  einige  Bau- 
werke der  romanischen  Bauzeit  in  den  östlichen  Theilen  Thü- 
ringens, von  H.  Hefs.  — 

Der  Jahresbericht  des  vaterliindisclicn  Museums 
Carolino-Augusteum  der  Landeshauptstadt  Salzburg  für 
das  Jahr  1857  enthalt  aufser  den  Berichten  der  einzelnen 
Sektionen  und  anderen  Vereinsangelegenheiten  als  Anhang  für 
die  Altcrlhumskunde:  Die  Grabdenkmäler  der  Franziskaner- 
kirche  zu  Salzburg,   von  Anton   Ritter  von  Scliallhammer.    — 

Die  Zeitschrift  d  es  F'crd  in  an  d  euins  fürTirol  und 
Vorarlberg,  dritter  Folge  II.  7,  1858,  enthüll  für  die  Lan- 
üesgeschichte:  licilriige  zur  Geschichte  der  Gymnasien  in  Tirol, 
von  Dr.  Jacob  I'robst.  Der  27.  Jahresbericht  1855/56  enihiill 
Mitlheilungen   über  Vereinsangelegenhellen. 

Die  .Mittheil  im  gen  der  k.  k.  C'e  nl  ral  k  ommission 
etc.  enthalten  im  .Mailiefte  des  Hl.  Jahrg.,  Wien  I8ö8,  für  die 
Geschichte  der  Baukunst:  Die  golhische  Kirche  zu  Slrafscngel 
in  Steyermark,  beschrieben  von  Karl  Meifs.  Die  Stadtpfarr- 
kirche St.  Jakob  zu  Vilhich  in  Kiirnten ,  von  Golll.  Frhr,  von 
Ankershofen.     Beschreibung  der  Baudciikniiile  der  Insel  Schutt 


in  Ungarn  etc.  (Fortsetzung.)  Für  die  .\llerthuinskunde :  das 
liurgundische  Mefsornat  des  goldenen  Vliefsordens  in  der  k.  k. 
Schatzkammer  zu  \\  ien,  von  Ed.  F"rh.  von  Sacken.  —  Aufser- 
dem  mancherlei  Notizen.  — 

Das  Archiv  für  die  Geschichte  der  Republik 
(iraubünden,  herausgegeben  von  Konradin  von  Mohr,  Prä- 
sidenten der  bündnerischen  geschichlsforschenden  Gesellschaft, 
l'hur  1857,  enthalt  in  II.  24  —  27,  nach  unediirlen  italieni.sclien 
Originaliiiiinuscripten  und  unter  den  Aus|picien  der  Gesi  lls(  liaft 
gearbeitet:  des  .Marechal  de  Camp  Ulysses  von  Salins-.Marsch- 
lins  Denkwiirdigkeiten  (aus  der  1.  Hiilfte  des  17.  Jahrh.) 

Der  Geschichts  freund,  Miltheilungen  des  historischen 
Vereines  der  5  Orte  Luzern ,  üri,  Schwyz,  IJntervvalden  und 
Zug  enthiilt  im  XIV.  Band,  1858,  für  die  Landesgeschichte: 
Urkundliche  Geschichte  der  I'farrci  Seinpnch  als  solcher  bis  auf 
unsere  Tage,  von  Jos.  Biilsterli;  erste  .Alplliciliing.  Ein  Beleg 
für  das  Ilypolhckarwesen  im  alten  Lande  Schwyz,  aus  dem 
Eingange  des  16.  Jahrb.  Historische  Zeitbilder  von  1736 — 
1770,  nebst  Schilderungen  der  Unruhen  in  Zug  von  1764 — 
1768  in  ihren  Ursachen  und  Wirkungen,  von  C.  Bossiird.  Der 
Krieg  von  1712  von  Lienhard  Sladelin  aus  Sleina,  mitgeth.  von 
F.  D.  Kyd.  Das  Jahrzeitbui  h  der  St.  Laurenzerkirclie  zu  Win- 
lerthur.  im  ehemal.  lii.-.lhiiiii  Konstanz.  Urkunilenlese  aus  Un- 
terwalilen  ob  und  nid  dem  Kernwalde,  von  118) — 1512,  mit- 
geth. von  J.  Schneller  (32  BriefeJ.  Zur  Geschichte  der  Orden: 
Statuten  oder  Satzungen  des  St.  Lazarus -Ritterordens  von  Je- 
rusalem für  die  Iliiuser  Gveen  und  Seedorf  (1418J.  Kür  die 
Allerthuniskunde:  Die  bronzene  Merkur -Statuette  von  Olten- 
hiisen,  Kt.  Luzern,  von  G.  v.  Bonsletlen.  Die  ältesten  geist- 
lichen Siegel  im  Lande  Uri  und  jene  Bischofs  Elierhanl  von 
Konstanz,  niilgelh.  von  J.   Schmller.   — 

Der  G  ene  ra  Ibericht  der  Direktion  des  badischen 
AI  te  rth  u  msv  erein  es  über  Wirken  und  Gedeihen  der  Ge- 
sellschaft seit  ihrer  Gründung  Im  Mai  1844  bis  Mai  1858,  er- 
stattet   vom  Vereinsdireklor  Aug.   von   Bayer,    K:irlsruhc  1858, 


361 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


362 


enthält   die  Berichte    über    die  ThStigkeil  des  Vereins  für  Ent-  Die    zwölfte    Veröffentlichung    des    Vereins    für 

derkung,    Schatiung    und    Wiederherstellung    von    Landesaller-  Kunst  und   Alterthum  in  Ulm  und   Oberschwaben  ent- 

thäiiiern  etc.,  mit  mamherlei  werlhvolkn  ^olizen  über  dicscl-  hält  in  drei  .Abbildungen  den  Marktbrunnen,  sogen.  Fischkasten, 

ben,    dann   Berichte    über  Erwerbungen   von  Alterlhunisgcgen-  in   Ulm.  — 
standen  etc.  u.  a.  Vereinsangelegenheiten. 


j\  a  c  li  r  i  c  li  t  ('  n. 


■..iteratiir. 

Nea  erschienene  Werke. 
73)  Nachrichten    von   dem  Geschlechtc    der  Gr.nfen 
von   Wartensleben.     Von  Dr.  Julius   Graf  v.   War- 
ten sieben,     königl.    prcufs.    Stadtgerichtsrath.      Berlin, 
1858.  Albert  Kauck  u.  Comp.  gr.  8.  —  Erster  Theil. 
Urkundenbiich.     Anbei   ein   Titelkupfer,   16  Ahnentafeln 
und  2  Stammbäume.    XXXII  u.  388  S.     Zweiter  Th  eil. 
Biographische  Nachrichten.     Anbei  1   Titelblatt  u.  9  Fa- 
milien-Portraits.     321   S.  u.  90  S.  Kegisler. 
Diese  .Monographie  darf  vor  ähnlichen  .Arbeiten,  dergleichen 
in  neuerer  Zeit  nicht  wenige  erschienen  sind,  manche  Vorzüge 
in    Anspruch   nehmen,    vornehmlich    den    einer   übersichtlichen 
Anordnung  des   augenscheinlich    mit  vieler  Mühe    gesammelten 
und  mit  Sachkenntuifs  zur  Darlegung   des   inneren  Zusammen- 
hanges   sorgfaltig    benutzten    .Materials.     Dasselbe    ist    vorzugs- 
weise   ein    urkundliches,    und    geht  diese  Specialgeschichte 
der    Familie    von  Warlenskben    von    wahrhaften    Quellen    aus, 
nicht  aber  von  unbegründeten  Behauptungen. 

Der  I.  Theil,  das  „Urkundenbuch",  gibt  das  Allgemeine 
der  Familiengeschichte  mit  vollständigen  Belegen,  und  ist  die 
Anordnung  dieses  Stoffes  als  durchaus  zweckmäfsig  anzuer- 
kennen. Zu  den  vorangestellten  ältesten  urkundlichen  Nach- 
richten, welche  sich  auf  die  Familie  von  Wcrdensleben  beziehen, 
deren  Geschlechlseinheit  mit  den  v.  V^arteiislebcn  nachzuwei.-icn 
versucht  und  schliefslich  als  unzweifelhaft  ('!)  angenommen 
wird,  sowie  zu  der  Abhandlung  über  das  Wappen  folgen  im 
n.  Theile  noch  einige  beachtenswerthe  Zusätze.  Die  Nachrich- 
ten über  die  Stanimgüter  der  Familie  sind  in  vorzüglicher  Voll- 
ständigkeit gegeben,  ebenso  die  über  die  lehcnsrechllichcn  Ver- 
hältnisse, über  den  (irundbesilz,  über  milde  Stiftungen  von 
Familiengliedcrn,  sowie  über  dergleichen  für  die  Familie  und 
ihre  Blutsverwandten,  und  endlich  über  die  Ehrenrechte  der 
Familie.  Die  Ahnentafeln  sind  eine  um  so  schätzbarere  Zu- 
gabe, als  dabei  auch  die  Grundsätze  nachgewiesen  sind,  nach 
welchen  insbesondere  die  Johanniter-Ordens -Bailei  Branden- 
burg bei  Aufnahme  von  Rittern  hinsichtlich  ihrer  Ahnenprobe 
verfahren   ist. 

Der  II.  Theil  enthalt  wesentlich  nur  die  biographischen 
Nachrichten,  und  zwar  bei  den  Hauptpersonen  in  inleressauter 
Darstellung  und  Ausführlichkeit  und  unter  Beifügung  wohlaus- 
geführtcr  Porträts.  Die  Ausstattung  des  ganzen  Werks  ist  über- 
haupt rühmcnswerth  und  die  beigegebenen  Inhaltsverzeichnisse 
sind   vorzüglich  Ubersichtliih  und  vollständig. 


74)  Geschichte  der  liturgischen  Gewander  de» 
Mittelalters  von  Fr.  Bock.  2.  Lieferung,  enthaltend 
die  geschichtliche  Entwicklung  der  Stickerei  im  Dienste 
des  .Altars.  Bonn.  Verlag  von  Henry  und  Cohen.  1858. 
8.     XII  u.  Ste.  123— 322.   Mit  18  Tafeln  in  Farbendruck. 

Nach  zweijährigem  Zwischenraum  ist  nun  die  zweite  Lie- 
ferung dieses  vortrelTlichen  Buches  erschienen ,  der  wir  längst 
harrend  entgegengesehen  haben.  Auf  den  .seltensten  Studien 
und  lebendiger  Anschauung  beruhend,  die  nur  weite  Reisen 
ermciglichten,  in  den  künstlerischen  Beigaben  mit  einer  Vol- 
lendung ausgeführt,  die  dem  Kenner  fast  die  Originale  zu  er- 
setzen vermag,  indem  sie  die  verschiedenen  Weisen  der  Stickerei 
und  Wirkerei  geschickt  nachahmt,  gewährt  es  den  schätzcns- 
werlhesten  Beilrag  zur  Kennlnifs  des  mittelalterlichen  Cultur- 
lebcns;  denn  es  enthält  weit  mehr  als  sein  einfacher  Titel 
besagt.  Es  sind  nicht  blos  die  liturgischen  Gewander,  deren 
Entstehung,  Ausbildung  und  Verfall  uns  berichtet  wird,  sondern 
auch  die  Geschichte  aller  Kunslubungen ,  welche  mit  ihr  in 
Verbindung  stehen.  So  z.  B.  gibt  diese  zweite  Lieferung  eine 
Geschichte  der  Stickerei  oder  der  Nadelmalerei,  wie  sie  der 
Verfasset  bezeichnend  nennt,  von  ähnlichen  Arbeiten  des  .\1- 
tcrthunis  an  bis  auf  den  Verfall  in  der  Renaissance  und  die 
ersten  erneuten  Anlange  in  der  Gegenwart.  Dieser  Lieferung 
sind  18  Blatter  in  Farbendruck  beigegeben,  nicht  minder  vor- 
Irelflich  ausgeführt  wie  die  der  ersten.  Nur  halten  wir  es, 
späterer  Bequenilicbkeit  halber  beim  Zusammenbinden  des  gan- 
zen Bandes,  lieber  gesehen,  wenn  eine  fortlaufende  Numme- 
rierung  stattgefunden  hätte,  anstatt  dafs  jetzt  darin  jede  Lie- 
ferung für  sich  steht.  So  ist  dieser  zweiten  auch  eine  beson- 
dere ausführliche  Uebersiclit  des  Inhalts  beigegehen.  —  Die 
dritte  Lieferung,  welche  die  Beschreibung  der  priesterlichen 
Gewander  des  mosaischen  Opfercullus  und  die  der  romischen 
Opicrpriesler  enthalten  wird,  sollte  noch  im  Laule  des  Sommer» 
erscheinen. 

75)  Die  Werkzeuge  und  Waffen.  Ihre  Entstehung  und 
Ausbildung.  Von  Dr.  Gustav  Klemm.  Mit  342  in  den 
Text  gedruckten  Holzschnitten.  Sondershausen ,  Verlag 
von  G.  Ncuso.     1858.     8.     393  Sin. 

Noch  ist  des  Verfassers  ausgedehntes  Werk  über  die  Frauen 
nicht  \ollenilet  und  schon  beschenkt  er  mit  einem  neuen  Buche 
die  Freunde  des  Altertliums  und  des  \\  nlTenwerks.  Seine 
eigene  reichhaltige  und  berühmte  cullurhi.Hlorische  Sammlung 
lieferte  ihm  ein  gute»  Material,  welchem  die  Dresdener  ROst- 
kaminer  mit  ihrer  Fülle  und  Nielseitigkcit  zu  Hülfe    kam.     Der 


363 


Anzeiger  fiir  Kundn  der  deutschen  Vorzeit. 


364 


SaimiieKleirs  des  Verfassers,  die  Genauigkeit  seiner  liestim- 
niunjen  und  Besclireiliungfen  sind  liekanni  jenug  und  bewahren 
sich  auf«  Neue  auch  in  diesem  Buche.  In  der  Anordnutip  folgt 
er  derselben  Weise,  die  er  in  seiner  rultur(,'esrhichte  beob- 
aehtel  hat,  indem  er  die  Volker  in  zwei  Hanptgruppen  scheidet, 
in  eine  aetive  und  passive  Ra^'C  —  eine  Scheidung ,  welche 
freilich  der  Physiologe  wie  der  Menschenfreund  in  gleicher 
Weise  bestreitet  —  und  die  Völker  der  zweiten  denen  der 
ersten  auf  der  untersten  Stufe  ihrer  Entwicklung  gleichstellt. 
Diese  also  zusammenbringend,  amerikanische  Indianer,  Südsee- 
insulancr,  ^eger,  alt-  und  neuasiatische  Völkcrschaflen,  Alt- 
gernianen  u.  s.  w. ,  verfolgt  er  die  (Jcschicbte  jedes  einzelnen 
Werkzeugs,  jeder  einzelnen  Waffe.  Doch  ist  es  nicht  ganz 
leicIiC,  sich  darijber  klar  zu  werden,  welche  Grenzen  der  Ver- 
fasser hierin  einzuhalten  beabsichtigt,  oder  wie  weit  er  über- 
haupt seinen  sehr  ausdehnbaren  Gegenstand  zu  beschriinkcn 
beabsichtigte,  und  leider  vermissen  wir  ein  Vorwort,  welches 
uns  ciaruber  aufklarte,  sowie  ein  Register,  das  uns  die  llcbcr- 
sicht  und  Aufrinilung  erleichterte.  Wir  biitten  sonst  wohl  die 
Frage  gehabt,  warum  der  Verfasser  nicht  tiefer  in  das  unscrm 
Interesse  näher  liegende  .Mittelalter  eingegangen  und  nament- 
lich auch  die  Turnierwaffen  eingehender  besprochen.  Die  im 
Text  beigedruckten  Holzschnitte  sind  zweckentsprechend  aus- 
geführt. 

76)  Geschichte  des  deutschen  Gerichtsverfahrens 
von  Dr.  Heinrich  Siegel,  a.  ö.  Professor  des  deut- 
schen Rechts  d.  k.  k.  Universität  zu  Wien.  Erster  Band. 
Giefsen,  1857.  J.  Ricker'sche  Buchhandlung.  8.  285  Stn. 
Eine  Schilderung  des  altdeutschen  Gerichtsverfahrens  in 
seinem  Zusammenhange  wird  uns  gegeben,  der  Gang  uns  vor- 
stellig gemacht,  den  die  Verfolgung  eines  Rechtsanspruchs  nahm, 
so  lange  die  mit  der  Annahme  des  Chrislentliuins  gesponnenen 
und  im  Rechtsleben  durch  das  frankische  Koniglhum  geltend 
gemachten  Anschauungen  dem  deutschen  Volksgeiste  noch  fieind 
waren.  Die  Lösung  solcher  Aufgabe  mufstc  um  so  schwieri- 
ger sein,  als  die  Quellen,  aus  denen  der  Verfasser  zu  schupfen 
hatte,  an  sich  unvollkommen  sind  und  aufserdem  den  Reclits- 
gang  in  seiner  Ordnung  nicht  aufzeichnen.  Das  Verfahren  in 
seinem  gesainmien  Verlaufe  anschaulich  zu  machen,  wurde  bis- 
her nicht  unternommen  Der  Darstellung  des  gerichtlichen  Ver- 
fahrens wird  in  vorliegendem  Buche  vorausgeschickt  eine  ein- 
leitende Erörterung  über  die  früheste  Rechtsverfolgung  bei  den 
Deutschen  mittelst  Eigenmacht.  Als  der  Grundcharakter  des 
alldeutschen  Verfahrens  vor  Gericht  selbst  aber  wird  erkannt 
die  unbeschrankte  iiufserc  und  innere  Selbständigkeit,  mit 
welcher  die  Partei  ihr  Recht  gellend  machte.  Das  Verf.ihren 
ist  öffentlich  und  mündlich,  gemeinsam  für  bürgerliche  Rechls- 
streitigkeilen  und  Criminalsachen,  gegliedert  in  das  einleitende 
Verfuhren,  in  das  sogenannte  erste  Verfahren  vor  (Bericht,  in 
das  Beweis-  und  beziehungsweise  Befriedignngsverfahren.  Dem- 
nach macht  uns  der  erste  Abschnitt  bekannt  mit  den  Hand- 
lungen ,  welche  das  Verfahren  Vor  und  mit  dem  Gericht  ein- 
leiten, mit  der  Mahnuni;,  der  Kneblung  resp  lödliing  iinil  dem 
Vorbringen  des  Getodlelcn,  dem  Aiiefang  und  dem  Versprechen 
vor  Gericht  zu  kommen;  der  zweite  Ahsrhnilt  zunächst  mit  dem 
ersten  Verfahren,   von   der  Kluge  bis  zum  Urtlieil,   dann   mit  dem 


Beweisverfahren,  dem  Schwüre  freier  Männer  und  der  Er- 
bringung tMnes  Ordals ,  und  mit  dem  Befriedignngsverfahren, 
der  gutwilligen  und  zwangsweisen  Befriedigung.  .\uch  wird 
noch  das  Drilthand verfahren  hervorgestellt.  Historische  und 
kritische  Beilagen,  wie  eine  Tabelle,  die  Bestimmungen  der 
deutschen  Volksrechtc  über  die  Gröfse  der  Eide  enthaltend, 
vollenden   das  Ganze. 

77  j   Das    Kloster  Metten   und  seine   .Xebte.   Ein  l'eher- 
lilick     iiber    die    Geschichte     dieses     alten     Benediciiner- 
stiftes  verfafst  von  I'.    Rupert   M  itl  erni  ü  1 1  er ,    .Mönch 
desselben     Klosters.      Mit     einer    .Ansicht     des    Klosters. 
Slraubing,   1857.     Verlag  der  Schorner  sehen   Buchhand- 
lung.    8.     342  Stn. 
Auf    10    Jahrhunderte     vertheilt     sich     die    Geschichte     des 
Klosters   Metten;    diese   Jahrhunderte    geben    auch   den   Einlhei- 
lungsgrnnd     lür    vorliegenden    aus    den    Quellen     genommenen 
manniglaltigen     SlolT.     Karl     d.     Gr.     ist     Stifter    des    Kloslcrs, 
Utto    der    erste    Aht,     Ludwig    d.   Deutsche    liifst    sich    die   Be- 
schützung   des  Klosters    angelegen    sein.     In    das    zweite  Jahr- 
hundert fällt  der  Erwerb  von  Besitzungen    und    ständigen  Ein- 
künften,   aber    auch     die    Ungarngefahr.     Im    dritten    Jahrhun- 
dert seines  Bestehens  erhält    das  Kloster    den   l'fingstmarkl    mit 
Bann-    und  Zolirecht;    das   vierte  erzählt   ^■on   freundlicher  Be- 
achtung Heinrichs  Jasoniirgoll    und    der  Babenberger    Herzöge. 
Ein  heftiger  Brand,    die    Gunst  Papst    Gregors  X,    der    Erkauf 
des  Vogteircchts   über  .Metten  zeichnen  neben   andern  Begeben- 
heiten und  Erscheinungen  das  fünfte  Jahrhundert  aus.    Aeufseres 
und   inneres  Gedeihen,  äufseren  und   inneren   Verfall   im  Wech- 
sel   fuhren    uns    die    folgenden  Zeitabschnitte    vor ;    die  Wogen 
des   dreifsigjährigen   Krieges,  des  österreichischen  Erbfolgekrie- 
ges, der  niipoleoiiischen   Zeiten   branden   au   den  Klostermaiiern 
und  unterwühlen   die   (irundfesten.     .\ber    das    zehnte  Jahrluin- 
dert,  das  von  der  Aulhehung  des  Klosters  weifs,  erzählt  auch 
von    dessen    Wiedcrhcrslellung.     Verzeichnisse   der  Aebte    und 
Prioren    sind    dem    Ganzen    vorausgeschickt,    27    Beilagen    an- 
gefügt. 

78)  B  i  b  I  i  o  g  r  a  p  li  i  e   der  deutsche  n  R  e  c  h  t  s  g  e  s  c  li  i  c  h  1  e 
von    Ethhin    Heinrich    Costa,    Dr.    der    Philosophie 
und   der  sanimtlichen   Rechte,   Geschäftsleiter  und  Sekre- 
tär des  historischen  Vereins  für  Krain  elc.   Braunschweig, 
C.    A.   Schwetschkc    und    Sohn    (M.    Briihn).     1858.      8. 
342  Seiten. 
Eine  in  systematischer  Anordnung  zu  praktischem  Gebrauch 
handgerecht  gemachte,    niiiglichst   voll-landi|,'e   Bibliographie   ist 
hiemit    denen    geboten,    widclie    auf   deutsche  Rcchlsgcschichte 
naher    eingehen   wollen.     Nicht  nur  auf  selbstiindige  Werke  ist 
Bezug   genommen,   sondern    auch    auf  Abhandlungen  aus  Snm- 
nielwerken,   Encyclopadien,   Zeilschriften.    Voraus  sind  die  Quel- 
len   liir    deutsche    Rechtsgeschichlc    verzeichnet:    Qiiellensamni- 
lungen   im  Allgi^meiiien,   Tacilus,   leges  barbarorum,   Tapilularien 
lind   Gesch.    der    Merovinger  und   Karolinger.    Itcclilsbnctier  des 
.Millelalters ,  Quellen    des  öffentlichen   Rechts,    des   Privalrechls, 
("riminalrechts,    Procefsrechls,    Kirchenrechts,     für    volkswirth- 
schaflliche  Verhältnisse,    für  Kriegswesen,    Landrechte,    Stadt- 
rechte    etc.       Der    zweite    llauplthcil    bringt    die    Lilcrnlur    zur 


365 


Anzeig'er  für  Kunde  der  deutschrn  Vorzeit. 


366 


Geschichte  der  Rechtsquellen,  nach  demselhen  Schema,  der 
dritte  in  einem  ersten  Abschnitt  rechlshislorische  Gesanimtdar- 
stellungen,  in  einem  rweiten  dergleichen  Monographieen.  Das 
beigelegte  Register  vervollkommnet  die  Brauchbarkeit  des  Buches. 

79)  Die  vorkarolingischen  christlichen  Glaubens- 
beldcn  am  Rhein  und  deren  Zeit.  Nebst  einem  An- 
hang: Ucber  Siegfried  den  ürachentodter.  Nach  den 
Quellen  dargestellt  von  P  h.  Heber.  Franklurt  a.  .M. 
Verlag  von  A.  Vomel.  1858.  8.  IV  u.  370  Stn. 
Das  \\  irken  vorwinfriedischer  christlicher  Apostel  imd  Ge- 
nossenschaften am  Rhein  hin  will  uns  vorliegende  Schrift  zu 
deutlicherem  Verslnndnifs  bringen.  Nachdeni  ein  Blick  auf  das 
Heidenthum  geworfen :  die  keltische  und  germanische  Bevöl- 
kerung des  Rhcinlandcs  und  die  Religion  der  allen  Deutschen, 
wird  vorerst  zum  Beweise  geschritten ,  daTs  das  Christenlhum 
schon  wahrend  der  Riimirzeit  auf  der  rechten  Rheinseile  Be- 
kenner  halle.  Die  Kraft  des  Beweises  wird  hergestellt  durch 
.\nfiihrung  dort  aufgefundener  Grabschriften  aus  der  Rumerzeit, 
mit  den  Worten  hie  quiescit  in  pace,  dein  Alpha  und  üuiega 
darunter,  nebenan  zwei  Tauben,  in  der  Mitte  die  Christen- 
signatur;  durch  die  Aufschrift  eines  römischen  Votivsteins  aus 
jener  Gegend  mit  der  Widmung  deo  invicto ;  durch  die  In- 
schrift in  einem  alten  Römercastell  am  Otzberg  numini  auguslo(i) 
deo  invicto;  durch  die  Thatsa(he,  dafs  dort  aus  schon  christ- 
lichen Landern  recrulierlc  t'ohortcn  stationiert  waren;  durch 
das  Zeichen  des  Kreuzes  und  Fisches  bei  ausgegrabenen  In- 
schriften. Weiter  lesen  wir  von  Martin  von  Tours  und  von 
seiner  Thätigkeit,  von  der  Pflanzung  des  Christenthums  an  der 
Lahn,  von  den  Burgunden  und  der  Aufrichtigkeit  ihres  Bekennt- 
nisses, von  einigen  allen  Stiftern.  Remigius  Irill  auf  und  Fri- 
dolin,  Chrotolil  und  seine  Wormser,  Goar,  Rupert,  Columban, 
Galliis,  Wendel,  Odilie,  Willebrord  ,  l'irmin,  Olmar.  Der  An- 
hang behandeh  die  christgeschicblliche  Seile  der  IVibelungen- 
und  Siegfriedsage:  wesentlich  religiös  sei  jene  Sage,  unter  der 
symbolischen  Darstellung  des  Heidenlhums  durch  den  besiegten 
Drachen  den  Sieg  des  Evangeliums  über  das  Heidenthum 
feiernd.  Einige  Urkunden  zur  Geschichte  von  Guntersblumen, 
Xanten,   Worms,  Lorsch  schliefsen  sich  daran. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 
Bibliotheque    univ.:    8.    Bäle  au  14°"  siede.     (Revillia.) 
Blatter    aus    d.    rauhen    Hause:    6.    Der  Aberglaube.     Der 

Johannestag. 
Bund:    Nr.    2.58.      Das    allgemeine    schweizerische    Urkiiiiden- 

Rcperluriuni. 
Europa:     Nr.  39.      Die     Tieflander    und    Ebenen    der     osterr. 

Monarchie.     III. 
Die  Grenzboton:  Nr.  39.    Die  Landeskbisler  in  Meklenburg. 
Frankf.  Museum:  Nr.  37.     Der  deutsche  Adler.     fE.) 
Fränkisches   .Museum:    Nr.  2.   Der  l'hiinix  im  (bristenthuin. 

(Friedreich.) 
Berliner    Nachrichten:     Nr.  215.     Des  Kanzlers    von   dem 

Borne    Klage    iiber   den    Verfall    der     Sitten    in    der   Mark. 

(L.    Schneider.)      Nr.   232.     Aus   Vorarlberg.      Hohencmbs 

und  Feldkirch.     fBl.) 


Bremer  Sonntagsblatt:  Nr.  37.  Das  Kloster  Loccuni  und 
die  Cisterzienserkirchen.     (H.   \.  .Muller.) 

Augsburger  Tagblatl:  Nr.  253.  Die  Verdienste  der  Fug- 
ger.    (H.) 

Tagblatt  f.  d.  Kanton  Schaffhausen:  Nr.  210.  (18.57.) 
Der  historisch-antiquarische  Verein.  Nr.  211.  Antheil  Schaff- 
hausens  an  den  italienischen  Kriegen  im  .anfange  des 
XVI.  Jahrb.  Nr.  212.  Zur  Gesch.  des  Schlosses  Herblingen. 
Nr.  6  ff.  (1858.)  Zur  ältesten  Gesch.  der  Stadt  SchalT- 
hausen. 

Zeitschrift  f.  deutsches  Recht:  XVllI,  3  Beilriige  zur 
Geschichte  der  Strafrechtspllcge  in  Schlesien,  insbesondere 
im   15.  u.  16.  Jahrb.     (Abegg.) 

Zeitschrift  f.  Stenographie:  5.  Zur  Runenlehre.  (Lanth.) 

Zeilschrift  f.  ehristl.  Wissenschaft:  Nr.  36  ff.  Ueber 
Meister  Eckhart  und  die  deutsche  Mystik  seiner  Zeit. 
(Hiillciiberg.) 

Allgein.  Zeitung:  Nr.  285.      Ausgrabungen  in  der  Pfalz. 

Neue  Müncli.  Zeitung,  Abendblatt:  Nr.  230.  Abergläu- 
bischer Spuck  in  den  scandinavischen  Ländern.  Nr.  232. 
Die  Tilly-Monslranze  in  Breitenbrunn.     (H.  Weininger.) 

Wiener  Zeitung:  Nr.211.  Erwiderung  an  Frlirn.  v.  Ankers- 
hofen  vom  Verf.  der  Schrift :  Ein  Won  iiber  die  hislor. 
Studien  in  -Mcinchen.  Nr.  217.  Das  Vaterland.  Museum  in 
Salzburg.     Nr.  228.     Kloster  Lambach. 


VerniiHrlite  IVnrlirlrliten. 

100)  Das  oberrheinische  Departements-Archiv 
in  K olmar.  Nach  dem  offiziellen  Berichte  des  Hrn.  Wry, 
General-Inspectors  der  Archive  Frankreichs,  der  im  Laufe  dieses 
Sommers  Inspection  in  den  verschiedenen  öffentlichen  .Archiven 
der  Stadt  Kolmar  hielt,  ist  dasjenige  des  oberrheinischen  De- 
partements eines  der  reirbhaltiestcn  und  werthvollsten  des 
ganzen  Landes.  Namenilich  gilt  dies  von  den  zwei-  bis  drei- 
tausend Pergainenturkunden ,  die  sich  auf  die  alte,  einst  so 
reiche  und  mächlige  Abtei  Murbnch  beziehen.  Sie  beginnen 
mit  einem  merov  ingischen  Documente  vom  Jahr  729; 
worauf  acht  karolingi  seh  c  Folgen;  drei  dieser  letztem  sind 
von  Karl  dem  Grofsen  gegeben  und  mit  dessen  Insicgel  ver- 
sehen. Die  ganze  Sammlung  begreift  eine  ununterbrochene 
Reihe  von  beinahe  eilf  Jahrliunderlcn. 

101)  Im  Scpicmlur  dieses  Jahres  wurde  der  sogenannte 
II  ün  c  r  hu  b  e  I ,  ein  gallisches  lliigelgrab,  im  Ri\beimer 
(;cmcinilc Walde  ,  eine  Stunde  von  .Miillianscn  im  Ober-Elsaf.s, 
aufgedeckt.  Es  enthielt,  aufser  mehreren  einzelnen  Men.-cheii- 
und  Thicrknnchen,  zerstreuten  Gelafsescherben  u.  s.  w. :  zwei 
menschliche  Gerippe;  das  eine  (gehörte  einem  starken 
Kriegsnuinne  au;  über  dessen  Haupte  lag  ein  grofser  un- 
bchiiuener  Stein;  am  reihten  Anne  mehrere  Stücke  gewun- 
denen, durch  Oxydation  dunkelgrün  gewordenen  Bronze«; 
am  rechten  Fufse  stand  eine  Urne  von  Thon  25  renliincler 
hoch,  und  in  derselben  ein  Scbüsselchen  von  4  Centimclcr 
Hübe;  etwa  einen  Meter  liefer  kamen  die  gcsnmmten  Bruch- 
siacke  eines  gc|jen  drei  Schuh  langen,  doppcischneidigen  eiser- 
nen   Schwertes    zum   Vorschein,    dessen   .Metnilkern    mit    der 


367 


Anzeiger  für  Kunde  Her  deutschen  Vorzeit. 


368 


htilzerncn  Schride  und  der  Ichmarlipeti  Erde,  die  es  be- 
deckte, eine  Masse  bildet.  —  Etwas  liefer  und  in  einer  Ent- 
fernung von  4  .Veter  von  jenem  ersten,  wurde  ein  weib- 
liches Skelett  gefunden;  dabei  lagen:  ein  Bronzering 
unter  der  untern  Kinnlade,  jedoch  nicht  den  Hals  unischliefsend; 
am  Nacken  ein  kleiner  Ring,  wahrscheinlich  ein  Schieb- 
rinc;  zwei  Agraffen:  ein  Leibgurte!  von  Bronze  blech 
dessen  vordere  Theile  stückweise  gesammelt  werden  konnten, 
wahrend  die  am  Rücken  haftenden  zerbr()ckelt  Wiiren  und  nur 
noch  ihren  grünen  Abdruck  auf  dem  Boden  zurü(  kliefsen ;  am 
Kufs  lag  ein  Bronzering  von  der  Gröfse  des  am  Halse  ge- 
fundenen, von  5  Centimeter  im  Umkreis;  dabei  eine  kleine 
l'rne  von  der  Höhe  des  oben  berührten  Schüsselchens,  aber 
von  feinerer  Erde  und  eleganterer  Arbeit.  Ein  grofser  Kalk- 
stein befand  sich  unter  den  Fufscn  des  Skeletts.  Eine  nähere 
Beschreibung  des  tuniulus  und  der  darin  aufgefundenen  Gegen- 
stände, sowie  der  näch.stcn  Umgebung  ditsselbcn,  wird  der 
Unterzeichnete  in  kurzer  Zeit  in  einem  besonderen  Schrifteben 
mittheilen. 

Mulhausen  im  Ober-Elsafs.  Prof.  Aug.  Stöber. 

102)  In  der  Kreisstadt  Chrudim  sind  bei  den  Grundgra- 
bungen zum  neuen  Gerichtsgebäude  mehrere  heidnische 
Grabmäler  mit  zahlreichen  Aschenkrugen  von  grofsem 
archäologischen   Interesse  entdeckt  worden. 

103)  Bei  Släflis  hiit  man  kürzlich  bei  niedrigem  Wasser- 
stand des  IVeuenbiirger  Sees  Allerthümer  (Instrumente,  Va- 
sen etc.)  der  nämlichen  Art  gefunden,  wie  in  den  Seen  von 
Annecy,  Genf,  Biet  und  Zürich. 

104)  In  Brunn  ist  ein  Fund  von  hohem  hi.'^torischen 
Werthe,  bestehend  in  einem  Theile  der  Luxemburgischen  Kanz- 
lei des  Markgrafen  Jodok  (1388 — 1407),  gemacht  worden. 
Diese  Aktenstücke  sind  diplomatische  Relationen, 
Gutachten  etc.,  welche  wesentlich  da/u  beilragen,  manche 
dunkle  Partie  der  Geschichte  des  Herzogthums  Luxemburg  und 
der  Erbansprüche  des  Herzogs  von  Bourbon  auf  dieses  Land 
aufzuhellen.  Ein  zweiter  merkwürdiger  Fund  ist  sicherem 
\ernulimen  nach  von  dem  strebsamen  Archäologen  Mauriz 
Trapp  gemacht  worden,  der  in  Borotitz  (Znaiiner  Kreises) 
ungemein  au^^gedehnle  slavisehe  H  e  ideiig  rab  e  r  entdeckt 
bat,  worunter  namentlich  einige  Grabhügel  deshalb  b(ich.st  in- 
teressant sind,  weil  die  Gerippe  darin  in  bockender  Stellung 
gefunden  wurden,   was  man  bisher  sehr  selten  beobachtete. 

105)  Auf  einem  Gute  bei  Padowitz  in  Posen  entdeckte 
der  Oekonom  einen  merkwiirdigen  Schatz.  Derselbe  stiefs 
beim    Pflügen    auf   einen    wenig    sorgfältig   vergrabenen   Kessel 


und  fand  gegen  800  St.  Silbermünzen  in  Grflfse  der  Kro- 
nenthaler;  aufserdem  Geschmeide  von  Silber,  und  zwar  Kelten, 
Armbander,  Ohr-  und  Nasenringe  (?>,  Alles  von  feinstem  Silber, 
Der  Werlh   des  ganzen  Schatzes  wird  auf  6000  Thir.  angegeben. 

lOK)  Der  Ausbau  des  R  egensbu  rg  er  Do  mes  wird  nach 
zuverlässigen  OiK^Hen  nächstes  Frühjahr  begonnen  werden. 
Se.  .Maj.  geruhten,  die  Vorlage  eines  aus  der  ersten  Bauzeit 
herrührenden  Planes  anzunehmen  und  den  Wunsch  des  Aus- 
baues huMvulist  auszudrucken  Wegen  des  Abbruchs  des  so- 
genannten ilallerlhurms,  eines  Denkmais  aus  der  Romerzeit, 
sind   einleitende  Schritte  geschehen. 

107)  In  .Mainz  wurde  der  erste  Oi"'<'er»lein  zur  Restau- 
ration des  Domes  auf  dem  nordöstlichen  Scilenthuriiie  ge- 
legt. Die  Höhe,  in  welcher  der  Neubau  beginnt,  beträgt  fast 
170  Fiifs  vom  Boden  an  gerechnet. 

108)  Durch  Erlafs  des  erzbischöflichen  Ordinariats  in  Frei- 
burg wird  angeordnet,  dafs  bei  Restauration  von  Alter- 
thüniern,  Bildern,  Kunstgegensländen  etc.  in  den  Kirchen  die 
Pfarrämter  und  Stiftungsvorst.inde  vor  Vornahme  der  fraglichen 
Restauration  an  das  Ordinariat  berichten  und  ihre  Vorschlage 
vorlegen   müssen. 

109)  In  der  Sitzung  der  Stadtverordneten  zu  Danzig 
wurde  der  Antrag,  den  .Magistrat  zu  veranlassen,  sich  höch- 
sten Orts  für  die  Erhallung  und  zweckmäfsige  Wiederher- 
stellung des  hohen  Thors  zu  verwenden,  einstimmig  zum 
Beschlufs  erhoben. 

110)  Erzherzog  Johann  hat  beschlossen,  den  grufsen  Saal 
in  seinem  Schlosse  zu  Schön  a  zu  einer  Ruhmeshalle  für 
alle  berühmten  und  bewährten  Tiroler  umzuschalTcn. 
Die  Namen  derselben  werden  auf  .Marmor-  oder  Erzlafeln 
prangen,  die  hervorragendsten  Helden  sowie  die  beriihinU-sten 
Landesfiirslen  aber  in  Porträts  die  Ruhmeshalle  sclimücken. 
Die  Thaten  dieser  Manner  sollen  in  einem  eigenen  Ehrenbi.che 
aufgezeichnet  werden.  In  Verbindung  mit  dieser  Ruhmeshalle 
stände  eine  „Bibliotheca  tiroliensis"  und  ein  Archiv, 
für  welches  bereits  eine  bedeutende  .Menge  von  Urkunden  ge- 
sammelt  ist. 

111)  Der  bekannte  Schweizer  Historiker  Kopp  sucht  ge- 
genwärtig im  Vatican  Urkunden  und  Regesten  auf  für  die  (ie- 
schichte  AIhrechts  I.  und  Friedrichs  des  Schönen.  Ehciidu- 
selbst  macht  Prof.  Mayer  von  W  iirzbiirg  Studien  iiher  Nicolaiis 
von  fusa,  Fürstbischof  von  Brixcn,  «elcher  in  Rom  in  seiner 
Tilul.irkiri  hc   S.    Peter   iid    Viiicula   begraben   liegt. 


Iiiscralc  liiid  nckiiiiiiliiiiK-liiiiiiicii. 


LI)  Vom  Ausschufs  des  Fcrdinandenms  in  Innsbruck  wurde  beit  Aussetzte,  folgendes  Thema  gegeben:  „Geschichte  der  Enl- 
fur  die  Bewerbung  um  den  Preis  von  25  Ducaten,  Wicklung  der  tirobsclicn  Slnmleverfass'ing  vom  II.  Jahrhundert 
welche  der  Erzherzog-Statthalter  für  die   beste  iii.storische  Ar-       bis  zum  olTeueii   Landtag   t7!tO  einschliefslieb." 


Veraolwortlichn  Redaclion: 


Dr.  Freih.  v.  u.  i.  Auracsi.     Dr.  A.  v.  Eye. 

Druck  von  Fr.  Cainpo  k  Sotin  In  Ntlrnbcrf;. 


Dr.  G.  K.  Froiuihaan. 


m^KBESO.  Dad  Abonnement  des  Blattes, 
welches  alle  Monate  erscheint ,  wird  ganz- 
jährig anKenommen  und  betragt  nach  der 
oeuesten  Potitconvention  bei  allen  Poütäm- 
tem  und  Buchhandlungen  Deutschlands  incl. 
Oeatreicha  St  fl.  ^iikr.  im  24  fl.  -  Fufs  oder 
1  Tblr.  16  8gr. 

Für  Frankreich  aboonirt  man  in  Strafs- 
burg bei  Gr.  A.  Alexandre,  in  Pari«  bei  dem- 
selben, Kro.  23.  rue  Notre  Dame  de  Nazareth, 
und  bei  der  deutseben  Buchhandlung  von 


Fll{  KÜ^iJE  DE 

Nene  Foli>e 


kmmm 


K.  Kliticlcfiieck  ,  Nr.  11.  rue  de  Lille,  oder 
bei  dem  Postamt  in  Karlsruhe;  für  Eng' 
laud  bei  Williams  &  Korpate,  14  Heiiriette- 
Ütreet  Covent-üardeu  in  London;  fUr  Sord- 
anitrika  bei  den  Pontamtern  Bremen  und 
Hamburg.  — 

Inüt-rate,  welche  mit  den  Zwecken  des 
Anxeigcrs  und  dessen  wissenschaftlichem 
Gebiete  iu  Verbindung  stehen,  werden  auf- 
genumraen  und  der  Raum  einer  Columnen- 
zeile  mit  7  kr.  oder  2  8gr.  berechnet. 


^  I)EITS(:IIE\  VOHZEIT. 


Fünfter  Jalngang. 


()|{GA\  DES  GEH)I AMSCIIEN  MLSELMS. 


1858. 


JV?   II. 


Xovpnibcr. 


VVisseiiscIiartlii'lie  Hittlieiluiiüicn. 


liiitlier'ii«  faebiirtslinuM  in  EiMleben.  und  Unterstützung   so   heyliger  NutliduriH  Ihre   liebe   biuzu- 

Milgetheilt  von    Trof.  Dr.  .loli.   Voigt,    k.  pr.  Regierungs-       zutlum,  Solche  gegen  Kirchen  und  Scliulen  und  armliaußern 


Fiithe,  in  Königsberg. 
Durchlanditig.sler  Grofsmächtigster  ChuiTiirst, 
Gn;idig.ster  Herr, 

Ew.  ChurfUrsll.  Durchlaucht  werden  au(J  hier  beygeben- 
den  E.xemplarien  Gnädigst  ersehen,  waßmaji  des  Secl.  Her- 
ren Doctor  Martini  I.utberi  hauß  in  Ei|Meben  darin  Er  ge- 
boren und  wieder  gestorben  Anno  1689  den  10  Jtilii 
durch  eine  helTtige  und  grausabme  Fcuershrunst  zugleich 
mit  der  ganzen  Stadt  in  den  Grund  ahgebrandt. 

Wan  nun  solhanes  HaujS  wieder  aufTzubauen,  und  zu 
Gottes  Nahmen  führe,  und  zur  einer  Bibliolhcc,  arm  Ikui|J 
und  Schule  inangiiriren  und  einrichten  zu  lajien ,  fiir  gut 
befunden,  und  aber  die  Stadt,  weilen  die  Einwohner  Ao. 
1693  daß  ihrige  abcrmahlen  wieder  im  Feuer  verloliren, 
nicht  vermag,  selbiges  armes  hauß  und  die  darin  zu  einer 
gro(}eD  anzabl  bePindlicbe  armen  alp  auch  die  daselbst  ein- 
gesetzte  Schule   wieder  aulTzurichten    und    zu   conserviren, 


bezeigende  hohe  gnade  wird  der  große  Gott  mit  unendlichen 
Seegen  wieder  ersetzen,  getroste  mich  also  gnädigster  cr- 
höruog  und  verbleibe 

Ew.  Churfürst.   Durchlaucht 

Unterthijnigster 

Juhan.  Ludwig  Vulpius 

Uepul.  der  Allenstadt 

Ei|Sleben. 


prst.  d.   17.  August.   1696. 


.\u.ssclueib('ii  der  |MciilVis(ln'ii  Reginiciitsräthe. 


Demnach  JohaH  Ludwig  Yulpiiis  Abgeschickter  von  der 
Allenstadt  Eipkhcu  mit  ghuiliwnrdigen  allestatis  erwiesen,  was 
maßen  die  ganize  Stadt  Ejßlebeu  und  dariüen  insonderheit  des 
theuren  Werkzeuges  seeL  D"^'  Martini  Lulhcri  llau|i  in  wel- 
chem er  gebohrcn  und  nachgchcnds  gestorben.  Anno  1689 
danenhero  die  Ei(ilebischc  Stadt  mich  unterschriebenen,  laut  den  10.  Julii  in  den  Grund  ahgebrandt,  und  gedachtes  H.iu|i 
vollmacht,  deputirel  und  abgeordnet,  in  der  Christenheit  zu  Ausbreitung  der  Ehre  Gottes,  zur  Rihliolhec,  Allmosen- 
dazu  eine  HüllTc  zu  colligiren.  hanp,  Schreib-  und  Rechen-Schule  einzurichten  vor  gut  be- 

Diesemnach  koiiie  auch  zu  Ew.  Cliurfdrstl.  Durchlaucht  fiinden,  die  Stadt  aber  Anno  1693  ahcrmalils  abgehrandl, 
hiemil  in  tiefster  Demulh  deroselhen  bocIislUehendich  und  und  zu  Unterhaltung  desselben  nichts  beyriilragcn  vermag; 
unterthiinigsl  bittende,  Sie  geruhen  gnadigst  zur  Subicvation       .\l>  wird  iimb  so  viel  mehr,  da  gedachte.-.  ll«u|J   ein  Denk- 


371 


Anzeiffcr  für  Kunde  der  deulsiheii  Vorzeit. 


372 


mahl  ist  der  großen  Gnade  so  Gott   der  Herr   dunli   diesen       Mnrbiirff  ist,*)  bewahrt  unten  an  der  Westseite  ihres  Thiir- 


Personen- 
gejchichte. 

Biographie. 
KOmtltr. 


theuren  .llaH  seiner  Kirchen  erwiesen,  indem  er  durch  Ihn 
den  Glanlz  der  Evangelischen  Wnrhcit  kiindl  tinin  lassen 
und  sein  reines  Wort  ans  I.icht  gebracht,  hit'n)il  gnadij^st 
verstallet,  dajJ  so  woll  bey  denen  Kirchen  hiesiger  Studie 
und  Freiheiten,  alß  auch  aulTm  Lamle  und  in  kleinen  Städ- 
ten, wie  auch  bey  denen  Collegiis,  Societatcu,  ZunfTten  und 
Gewerkeo  ein  Zuschub  zu  solchem  Gott  gefälligen  Werk  ge- 
saihelt  werde,  damit  der  Höchste  auch  durch  solche  Er- 
kaiilliclikeit  seiner  crzeigeten  Gnade  Uns  die  tlieure  Beylage 
seines  heiligen  reinen  NN'orts  weiter  7.u  erhallen  bewogen 
werde. 

Sigualiini  Königsberg  d.  20.  Augusti   1690 

Landt-  HolTmeister 
Canzler. 
Per  Rescripliim  an 

Herrn  Oberburggrafen:  in  line  Weshalhen  Unser  gnädig- 
ster Befehl  an  euch  ergehet,  auf 
denen  Freyheiten  die  Verfügung  zu 
thun,  damit  zu  obigem  BeliulTeinc 
milde  Beysteuer  gesamlel  und  dem 
Supplicanten  zugeslellet  werde. 
Samländis.  Consistorium:  Solches  denen  Pfarrern  hiesiger 
Städte  und  Freyheiten  kund  zu  lluin, 
damit  sie  ihre  Zuhürcr  zu  einer  mil- 
den Gabe  anmahnen. 

Städte  Königsberg  .  .  .  :  Wir  zweilTeln  nicht,  ihr  werdet 
von  Selbsten  aus  Liebe  zur  War- 
heil dieses  Werk  eures  Orihs  zu 
befördern  euch  angelegen  seyn 
lassen. 

Dr.  von  Sauden  .  .  .  .  :  Die  Versehung  zu  lliun,  dafs  die 
Zuhörer  eures  Orths  zu  einer  mil- 
den Gabe  angemahnet  werden. 


ner-,  neben   dem  Eingaiigi',  folgende  Inschrift: 


.TlelMter  lleinrirli  von  lleMHerotlc. 

Ein  Beilrag  zur  hessischen  Kunstgeschichte 

von  l)r    Wilhelm  I, olz  in  Cassel. 

Die  Sta<itkirche  zu  Iloinherg  in  Hessen,  ein  Gebäude, 
welches  nicht  nur  durch  die  gleiche  lluhc  sciner"chi(Te  — 
diese  hat  sie  mit  allen  uns  bis  jrizl  lirkannlcn  nllhessischen 
Kirchen  der  gothischeii  Zeil  gemein  -- ,  Mindern  iiuincnllich 
auch  durch  die  Gestaltung  der  inneren  Pfeiler  sich  als  Glied 
jener  Classc  ausgezeichneter  Gotteshäuser  darstellt,  deren 
mit   Recht  berühmteste  Vertreterin  die  Elisabethenkirche    zu 


anno.   dui.  fh.    ccc.  Ixx 


qvarto.    fe  ia.    I  cia    an 


te.      feslv.      pelhecostf 


Icepta.     est.    hec    turrf 


D    henricu.    de    hesero 


de.      iiii      m.     fabrice. 


Die  stark  vorstehenden  Buchstaben,  schöne  gothische 
Minuskeln,  sind  nur  unbedeutend  beschndigt.  Mit  Auflösung 
der  Abkürzungen  lesen  wir  die  Insehrifl  also: 

anno  domini  mccci.xx  |  quarto  (l.*?"!)  feria  tercia 
an-  I  tc  festum  penthecostes  |  incepta  est  bec  turris  |  per 
henricnm  de  hessero-  |  de,  quartiim  magistrum  fabrice. 

Wir  erfahren  hierdurch 

1)  den  wahren  Anfang  des  Thurmhaues,  I.ITJ.  der  von 
Wilhelm  Dilicb,  in  dessen  ,,neuer  Chronica  und  Beschrei- 
bung des  Landes  Hessen"  von  1  fiO  l  und  1 OOS  richtig  an- 
gegeben, aber  durch  eine  Notiz  in  der  neuesten  Beschrei- 
bung von  Hessen  zweifelhaft  geworden  war; 

2)  den  Namen  des  Werkmeisters,  Heinrich  von  Hesscrode, 
unseres  Wissens  den  einzigen  sicher  beglaubigten  Namen 
eines  in  Hessen  selbst  thätig  gewesenen  hessischen  Archi- 
tekten der  gothischen  Zeit.  **) 

3)  Erholten  wir  einen  freilich  schwachen  Anhaltspunkt 
zur  Bestimmung  der  Bauzeit  der  Kirche  durch  die  Angabe, 
dafs  unser  Heinrich  der  vierte  Werkmeister  des  Baues  ge- 
wesen sei. 

Fragen  wir  nun  noch  den  Werken  dieses  bisher  ganz 
unbekannten  Meisters,  so  ist  es  nölhig,  zunächst  den  Thurm 
der  Ilombeiger  Kirche  mit  seinem  praclilvüllcn  Porlaie  zu 
belrachlen.  Die  spitzbogige  OefTnung  des  letzteren  wird 
durch  einen  Steinpfosten  und  einen  wagrechlen  Sturz  in 
zwei  Eingänge  und  ein  darüber  belindliclies  vicriheiliges 
Fenster  geschieden,  welches  die  niedrige  Thurmhalle  be- 
leuchtet. Die  Gliederung  des  Pfostens  cnihiilt  in  ihrer  Mille 
ein  Soulchcn,  welches  in  einen  mit  zwei  Blallreiiien  ge- 
schmückten Tragstein  von  der  edelsten  Form  übergeht.  Dar- 
über  belinilel   sich   ein   mil  Fialen    gekrönter  Bolduchin.     In 


*)  Ei  gchiire»  liiirliiii  unler  lindem  ilic  Sliflskirchen  von 
Hninn  und  Weller,  dii'  ler.stiirle  Kirche  von  (irünlierg, 
die  .Marienkirchen  ru  Krnnkenherg  und  Marliurg,  sowie 
der  Uoin  im  nahen  WeUlar. 
•*)  Wilhelm  von  Marburg  (f  1363  tu  .Slrnfsliurg)  war  nach 
Golbery  (nnli(iuin!.<  de  l'Alsace,  Band  1)  Werkmeister 
nni  Chor  der  StifLskirche  zu  Colinar. 


373 


Anzeiger  für  Kmiili'  der  deutschen  Vorzeit. 


374 


<len  reicligcffliederlen  Seitenwewändeii  sind  ziiniiclisl  ilcn 
Ein^iingea  entsprechende  Saukhen  mit  l.aiibkapiliilern  anse- 
braclit  und  über  den  zug-ehörigen  Baldacliiiien  eine  grofse 
Hohlkehle,  die  sich  im  Bojen  fortsetzt  und  heiderseils  mit 
einem  nach  oben  schreitenden  Löwen,  dann  mit  Blattern  und 
Spruchbänder  hallenden  Enjeln  ircfüllt  ist.  Weiler  nach 
aufsen  foli'l  jederseils  ein  Poshimcnl  von  halb  secll^ecki^er 
Grirridform,  darüber  ein  Baldailiin,  der  ziiffleich  zum  Fiifs- 
ffestelj  einer  hoher  stehenden  Fiiriir  heslimmt  isl  und  doiii- 
semafs  einen  zweiten  Baldachin  über  sich  hat.  Von  Icl/.lo- 
reni  geben  aneinander  o-ereilile  Biuulhöiren  aus,  die,  mit  je 
zwei  Nasen  eeschmückt  und  in  l.ilioii  cihIoikI  .  an  clcin  die 
Portalhalle  umfassenden  Spitzbogen  freischwebend  befeslifft 
sind.  Zwei  übcreckstchende  schlanke  Fialen,  welche  in  der 
Mitte  ihrer  Hohe  Räume  für  je  zwei  übereinander  stehende 
Figuren  enthalten,  schliefsen  das  tranze  Portal  ein  und  dienen 
einem  mit  Bliittern  besetzten  und  mit  einer  sehr  hohen 
Kreuzblume  bekrönten  Wimberff  in  Eselsriickenform  als  \Vi- 
derliiffer.  Den  Raum  zwischen  den  Fialenriesen  und  der 
genannten  Kreuzblume  ffliedern  auf  zierlichen  Kar^steinen 
aufscizcncle  Pfosten,  die  mittelst  der  sie  verbindenden  Spitz- 
bögen an  ein  zinnenförmig  geführtes  Gesims  anstofsen.  Die 
Breite  des  Ganzen  betragt  18  rheinische  Fufs,  die  Höbe  etwa 
30  Fufs.  *)  Von  den  Statuen,  deren  1  1  vorbanden  waren, 
ist  jetzt  leider  keine   mehr  übrig. 

Mit  .Ausnahme  des  Westportales  an  der  Elisabelhenkirche 
zu  Marhure  ist  uns  in  Hessen  kein  golhisches  Portal  bekannt, 
welches  mit  diesem  an  Reiclilhum  der  Anlage  verglichen 
werden  könnte.  Einen  Mangel  linden  wir  in  dem  etwas  zu 
Massigen  der  Sebwebebösen,  da  bei  ihnen,  als  rein  dccora- 
tiven  Theilen,  eine  leichtere  Bildung  am  Platze  gewesen 
wäre.  Im  Ganzen  jedoch  zeist  das  \^'erk  bei  sehr  orisriuel- 
ler  Erfindung'  für  die  Zeit  seiner  Entstehung  eine  bemerkens- 
werthe  Reinheit  der  Formen  und  besonders  im  Blatlwerk 
einen  sehr  feinen  Geschmack. 

Der  Thurm  selbst  mit  seinen  übereckstebenden  Strebe- 
pfeilern, die  im  dritten  Geschosse  in  starken  Fialen  mit  ge- 
schweiften Giebeln  enden,  und  seinen  schmalen  zweillieili- 
gen  Fenstern  mit  Fischmafswerk  dürfte  von  unserni  Meisler 
schwerlich  weil  gefördert  oder  gar  vollendet  worden  sein. 
Er  wird  durch  einen  achleikigen  Aufbau  aus  der  Zopfzeit 
entstellt. 

Gewisse  Eigenthiimlichkeiten  erregen  in  uns  die  Ver- 
mulhung,    es   möge    die   berühmte  Kapelle    in  Frankcnhcrg, 


welche  um  das  Jahr  ISbü  begonnen  wurde,  gleichfalls  ein 
Werk  des  Meislers  Heinrich  von  Hesserode  sein.  Wir  meinen 
namentlich  mit  Blatlwerk  geschmückte  Kragsteine,  die  an 
ihrem  unteren  Ende  in  Kopfe  ausgehen:  Slabwerk,  welches 
dort  wie  hier  im  Verliällnifs  zum  Ganzen  etwas  zu  schwer 
gebildet  erscheint;  endlich  den  Charakter  des  zum  Theil  wel- 
lenförmig gefalteten  Blattwerks. 

Sollte  sich  unsere  Vermulbung  bestätigen,  so  wäre  Hein- 
rich von  Hesserode  einer  der  bedeutendsten  Architekten 
seiner  Zeit  in  Denlscbland.  Leber  seine  Lebensumslämle  isl 
uns  weiter  nichts  bekannt.  Das  Dorf  llesserode,  wahrschein- 
lich sein  Gehurtsorl,  liegt  1  '/2  Stunden  nördlich  von  Hom- 
berg.  Das  dortige  gothische  Kirchlein,  schmucklos  wie  es 
ist,  würde  dem  Ruhui  unseres  .Meisters,  wenn  es  sein  Werk 
wäre,  nichts  hinzufügen,  scheint  auch  erst  aus  dem  15.  Jahr- 
hundert zu  stammen.  Es  entbehrt,  obwohl  sein  Chor  ge- 
wölbt ist,  gleich  vielen  kleinen  golbischen  Kirchen  des  Hes- 
senlandes, der  Strebepfeiler. 


*)  Wir  haben  .\libiMungen  des  Portals  in  dem  von  V.  Slali 
und  G.  Ungewillcr  herausgegebenen  gothiscbeii  .Mii>ler- 
buchc  zu   crwarUn. 


jVu4iz«>ii  Kill*  CieNCliirlite  der  «leiilMt-lieii 
l>i|>loiiiatik  aiiH  mielit'iiliiiftci'ii. 

Von  Friedr.   .*s  diu  1er  von   libloy,  o.  ö.   Professor  an 
der  k.  k.  Rccbtsakademie  zu  Hermannsladt. 

Es  ist  bekannt,  dafs  Ungarn  und  Siebculiürgen  in  den 
Herrscluiflskrcis  der  deutschen  Diploniatik  gehören,  so 
zwar,  dafs  sogar  die  Lehrbücher  von  Gallerer,  Grnber, 
S(bönemann  u.  A.  mehr  noch  als  Schwartner's  _Intro(liiclio 
In  artem  diplonialicam  pratc.  Hiiugaricam"  hierzulande  .\u- 
wendbarkeit  finden  konnten.  Was  insbesondere  die  latein 
abgefafsteu  Urkunden  betrifft,  so  sind,  mit  Ausnahme  ge- 
wisser magyarischer  Barhnrismcn  und  Solöcismcn  und  eines 
mitunter  eigenlhümlichen  Curialslyles,  Orthographie,  Fle.xion 
und  Construclioii.  neue  \\'orlbildung  und  Bedeutung.  Vortrag 
und  Redensarien  die  nämlichen  wie  überhaupt  im  niillelaller- 
licheu  Deutschland;  ebenso  stimmen  sehr  überein  die  Schrifl- 
perioden.  die  gesarnuile  (irii|i|iik  nach  ihren  charaklerislisrhen 
Merkmalen  der  Brach) grapliie.  der  Zahlzeichen,  sowie  der 
Sligmeologie  und  nur  bezüglich  der  Semiolik  und  .Sphragi- 
stik  sind  sclbslversläudlicb  Unterschiede,  welche  in  der  Da- 
tieruiigsformel  abermals  versch«  iiiden,  so  daf^  nach  diesem 
Allem  der  gemeinschafllicbe  Charaklcr  in  der  Diplomalik  der 
r.  kalholisrhcn  Continenlalsinntcn  auch  hierinnds  klar  lier- 
vorlrill.  — 

In  den  er«abuliii  lleziehungeu  gleicbiT  .Art  licfse  sich 
kaum  für  das  Studium  der  deutschen  Dipl<  nialiU  aus  jenem 
der  ungarländisrhcn  eine  wesentliche  Bereicherung  gewinnen; 


Zustände. 

Spr.'u'he  u. 

Schrift. 
Bipluluiitik. 


375 


Aiizeiffcr  für  KuucJe  der  deiilstlifii  Vorzeit. 


37(5 


Hand-cliriftcn- 
kunde. 


doc!i  bielen  einige  Parlliieen  Vergleicliuiips-  und  Er^anzungs- 
punkle  dar,  welclie  wohl  eine  Aiikmipfung  verdiciileii ;  so 
beispielsweise  die  Fragen  : 

I.  Zeit  der  ältesten  siebenbiirg.  Urkunden  in  deutscher 
Sprai'he  und  deren  Ei^en  thüin  licbkeit  ? 

II.  Papiergebr:uu'li  als  diplomatischen  Scbreibmaterials 
iu  Siebenbilri.'Ln? 

I.  Die  älte>ten  Urkunden  in  deutscher  Sprache  belin- 
deo  sich  im  sächsischen  Naiionalarchiv  zu  HcrmanuAtadt  und 
sind  aus  den  Jahren  1401  und  1404  den  llcrmaunstiidter 
Kauricuten  ausgestellte  (Jcleilsscbcine  vom  Herzog  Wilhelm 
von  Oeslreicli  und  di-m  Wiener  liiirgermeister  Pericholdus, 
dann  ein  aTntlicIies  Sillcuzeugnifs  der  Ofeucr  l.edercrzunft 
vom  .1.  1422  für  dm  Lederergcsellen  Johann  l'oldner.  — 
In  dem  reichhaltigen  Bislrilzer  Archive  ist  die  älteste  deutsche 
Urkunde  vom  J.  1473  und  im  Kroristadter  u.  a.  gar  nur 
erst  aus  dem  1  6.  Jahrhundert.  Das  Vorherrschen  der  deut- 
schen Sprache  bei  notariellen  Protokollationen  und  Privat- 
geschäften beginnt  blos  nach  der  Mitte  des  16.  Jahrliuiiderls 
(wol  in  Folge  der  Reformation) ,  so  in  den  Stadtbiicheru 
Hermannstadts  insbesondere  seil  1556."^')  Der  r.  kathol. 
Cullus,  das  fortdauernde  l-alein  und  Magyarisch  als  hiihere 
Amtssprache  waren  dem  Aufkommen  der  deutschen  nicht 
günstig,  und  wenn  auch  deren  spärlicher  Beginn  auf  den 
Anfang  des  15.  Jahrhunderts  zu  setzen  ist,  konnte  sie  doch 
umsoweniger  Gellung  erlangen,  als  selbst  die  einheimische 
Mundart  ihr  geradezu  fremd  gegenüber  stehen  nuifste;  doch 
bleibt  es  immerbin  merkwürdig,  dafs  der  sachsische  (dem 
niederrheinländischen  ähnliche)  Dialect  bis  auf  wenige  Leliu- 
worte  nicht  in  der  Schrift  gebraucht  wurde,  vielmehr  das 
in's  Hochdeutsch  übergehende  Oberdeutsch  mit  mehrfachen 
schwabischen  Anklängen. 

(Schlufä  folgt.) 


Der  fleii  OrileiiMiiieiMterii  lii  IVeiilHrlilaiitl 

ül>rr|C<>lieii«'  Cuilcx  <leH  .TIeinorlnlH  «It'M 

MtrnrHhiirKtT  JoliaiiiiitfrliMiiHfM. 

V(in  Profc-sür  Dr.  C.  .Schmidt  in  .S(ralVburg. 
Duiili  Benützung  bisher  unbekannter  Urkunden  ist  es 
mir  möglich  geworden,  zu  verschiedenen  Malen  in  die  Ge- 
schichte und  die  Lehre  der  Gottesfreunde  des  vierzehnten 
Jahrhunderts  einiges  Licht  zu  bringen ;  doch  liegt  noch  man- 
ches Dunkel  über  dem  geheimnirsvollen  Treiben  dieses  selt- 
samen Vereins.  Es  fehlt  noch  immer  eine  der  wichtigsten 
Quellen,   das  Buch  des  iNiculaus  >on  Basel   von    den   fünf 


Jahren  seines  Anfangs  oder  von  den  zwei  Man- 
nen; nur  ein  Fragment  daraus  hat  sich  aufgefunden,  das 
ich  in  das  1856  erschienene  Werk:  „Basel  im  vierzehnten 
Jahrhundert"  konnte  einrücken  lassen.  Die  vollständige 
Schrift  hildcte  einen  Theil  des  Menmrials  des  SIral'shurger 
Johanniterhauses  zum  GrUnen-WOrlli.  In  ilen  noch  vorhan- 
denen Copieen  dieses  Memorials  lindtt  sie  sich  nicht;  diese 
L!.\emplare  waren  bestimmt,  frommen  Laien  zur  Erbauung 
mitgetheilt  zu  werden  ;  die  Erzählung  des  Mcolaus  war  eine 
Geheimschrin,  die  ihnen  vorenthalten  blieb.  Von  dem  voll- 
ständisen  Memorial  wurden  von  den  Plleüern  des  Grünen- 
Wurtbs  den  Ordensmeistern  in  Deutschland  besondere,  mit 
vieler  Sorgfalt  ausgeführte  und  mit  Bildern  sreschniuckte  .\b- 
schriflen  zugeschickt;  Konrail  mm\  Braiiusberg  {erwählt 
1371),  Friedrich  Graf  von  Zollern  (1394),  Amandus  Zu- 
rhein  (1408)  erhielten  solche.  Sollten  sie  noch  irgendwo 
existieren?  Sie  wären  für  die  Geschichte  der  Goltesfreunde 
von  dein  gröfsten  Interesse;  zugleich  wurden  sie  ohne  Zwei- 
fel zu  den  schönsten  Handschriften  ans  dem  Ende  des  14. 
Jahrh.  gehören.  Sie  enthielten  zehn  Bilder,  unter  welchen 
Heime  standen,  die  wir  hier  so  mittheilen,  wie  sie  sich  in 
dem  geheimen  Briefbnche  des  Grüiien-N\  örths  aufgezeichnet 
linden.     Voran  steht  in  letzterem  folgende  Bemerkung: 

„Dis  sint  figuren  also  sü  in  dcj  obersten  meisters  me- 
moriale  hoch  von  des  Grfinenwerdes  stiftunge  gemolel  sint, 
umbe  daj  es  ime  deste  lustlicher  und  ahtberer  sige  dicke 
sich  darinne  zii  ergctzende  und  die  matcrien  zu  lesende, 
durch  der  geriimeten  sprüche  willen  die  bi  iegelicher  gemo- 
lelen  ligurcn  hio  und  rot  gesclinben  slont.  noch  diser  or- 
denunge,  alsus  spreihende: 

Grunewert. 
Sunder  gnode  ist  den  beschert 
Die  diche  sch5went  diseo  Grunenwert, 
Sine  stiftunge  sullenl  sü  eren 
Gelruweliche  one  abekcren. 

Processic. 
>Iit  proccssien  wellent  « ir  gon 
Den  (irunenwert  lobelich  underston. 

Inneiininge  des  (iruiiwcrdes. 

Der  Grilnewcrt  wurt  hie  ingegeben 
Den  Johansern   iif  ein  gcordcnt  leben 
Von  dem  stifler  Hulcman  Mer.^win  genant, 
In  des  meisters  von  Brunspcrg  honl. 
(Schlufs  folgt.) 


*)  Vcrgl.  meine  siebenbürg.  Kechtigcschichte  II,  p.  355. 


377 


Anzeiorer  für  Kunde  der  deulschen   Vorzeit. 


378 


Land  u.  Liule 
Städte*vc(*eD. 


Mülildorrer  titndlrerht. 

Von  Professor  Dr.  Geiiffler  in  Rrlangen. 
ISrhhirs.i 
II.  Der  Beilagen  zum  Staliilenbiiche  sind  vier,  von 
welchen  die  erste  demselben  auf  der  Kehrseile  von  Bl.  1 
vorauseehl.  die  übrigen  drei  auf  Bl.  15  —  22  nachfolgen. 
Die  erste  beginnt  mit  den  zugleich  die  Ueberschrift  bilden- 
den Worten:  ..Das  puech  so!  man  alle  jar  lesenn  vor  den 
genanten  vnd  vor  der  Gemain.  wail  man  die  genanten  seczl, 
das  man  dcfst  pas  wisse  was  der  Slat  Recht  seien",  worauf 
eine  Satzung  über  die  gefreylen  Taire  und  Zeiten  (§.  1), 
ein  Gemeindebeschlufs  vom  12.  Mai  1367.  dem  gemäfs 
^Sjnion  Eyran  ewieklich  in  die  vorgenant  Stat  Miildorf  mit 
wesenn  nymcrmer  chomen  sei"  (§.  2),  und  zwei  Straf- 
gebote wider  die  Uebertreter  des  Stadtrechts  (§.  3)  und 
die  Verletzer  ihres  Biirgereides  (§.  4)  sich  anreihen. 

Die  zweite  Beilage  (Bl.  15')  hat  die  Aufschrift  ^Das 
ist  ein  kayserlich  brief  vmb  die  Niderlegnng  des  Salcz  ze 
Miildorf",  und  enlliiilt  die  Verdeutschung  eines  Freibriefes 
König  Heinrich"s  VI.  v.  1190,  worin  dem  Erzbischofe 
Albrecht  von  Salzburg  und  seinen  Nachfolgern  die  Gnade 
verliehen  wird:  ,,das  in  seiner  Stat  ze  Miildorf  werd  aus- 
legung  vnd  niderlegung  des  Salcz,  das  da  wird  gefuerd  von 
Hall,  die  auch  in  tewtsch  berenleide  haysset,  vnd  wcilich 
Salcz  kauffenn  wellen,  die  chomenn  in  die  selbigen  Stat  vmb 
es  in  der  Stat  ze  kawffcnn."  Das  Privileg  ist  wahrschein- 
lich eine  Erneuerung  des  in  der  Juvavia  S.  413  kurz  er- 
wähnten Freiheitsbriefes  König  Heinrich"s  V.  v.  1120.  Beide 
Urkunden  scheinen  übrigens  noch  ungedruckt  zu  sein  und 
werden  auch  in  Böbmer's  Regesten  nicht  aufgeführt. 

Die  dritte  und  umfangreichste  Beilage  (Bl.  IS* — 20)  ist 
eine  kleine  Chronik  Bayern's  unter  dem  Titel:  „Von  Vr- 
iprung  des  Landes  vnd  der  Fürsten  von  Bayrcn  ist  ze- 
merckenn"  etc.  Sie  beginnt  mit  der  Einwanderung  des  Fürsten 
Babarus  aus  Armenien  (,,armey")  nach  der  Sündlluth  („syn- 
flucht")  in  die  von  da  an  nach  ihm  Barbarin  gcheifsenen 
Lande,  und  endiget  mit  dem  Jahre  1428.  Von  508  an  sind 
den  berichteten  Thatsachcn  Jahrzahlen  vorgesetzt;  doch 
springt  die  Erzählung  von  985  sofort  auf  das  Jahr  1331, 
oder  eigentlich,  da  die  niichsten  vier  Millheilungen  nicht 
streng  chronologisch  geordnet  sind,  auf  das  Jahr  1313 
über,  und  es  nimmt  von  da  an  die  Darstellung  eine  mehr 
locale  Fiirhung  an,  indem  nur  mehr  von  solchen  Ereignissen, 
aber  um  so  weitläufiger,  gehandelt  wird,  welche  unmittel- 
bar oder  mittelbar  die  Stadt  Mühldorf  seihst  berührt  haben, 
wie  dies  z.  ß.  bei  der  berühmten  Schlacht  I.iidwigs  IV.  mit 
Friedrich  dem  Schönen  „zo  dem  Doriibcrg"  (auf  der  Vehen- 
wiese)   1323,    hei  der  Fehde  lÜMliof  Orlolf»  von  Salzburg 


mit  Mühldorf  1331,  bei  den  Kämpfen  der  bayerischen  Her- 
roge  mit  dem  Bisthume  und  mit  Oesterrcich  1352,  1364 
u.  ».  w.  der  Fall  gewesen  ist.  In  dieser  Beziehung  ist  da- 
her die  Chronik  nicht  ganz  ohne  Werth.  Insbesondere  ver- 
dienen die  zum  J.  1364  gegebenen  Notizen  über  die  bei  der 
Belagerung  Mühldorfs  durch  „die  Herren  von  Bayren"  ge- 
hrnuchten  Fcld>reschütze  („handwerhen,  chaczen,  trcybende 
schermen,  burlTen,  fewr  pfeil,  pyclissenn")  beachtet  zu  wer- 
den. Vom  rechtshistorischen  Standpunkte  aus  mögen  noch 
zwei  Angaben  der  Chronik  Erwähnung  finden,  nämlich  ad 
a.  651  :  ,.  vnd  sab  Dagowerlus  den  Bayren  leges  vnnderm 
Babst  Martino  vnnde  kayser  Archadio"  ;  ad  a.  978:  _Die 
zeit  wurden  vij  ireseczt,  die  ein  Röiuischen  kiiuig  solen  er- 
wellen,  die  Ainble«t  des  kayserlumbs  liaysseut,  drey  kancz- 
ler,  der  von  Mayniz  vber  dewtsche  land,  der  von  Trier 
vber  franckrcich,  der  von  kölcii  vber  ytaliam,  jleni  vier 
weltlich  fnrsten,  der  von  Peham  Schenck,  der  herczog  vom 
Rein,  Drugksiifs,  der  herczog  von  Sachssenn  Harnaschmaister, 
der  Marggraf  von  Brandenburg  kamrer."  Dafs  auch  diese 
Chronik  eine  Abschrift  der  bei  v.  Kleinmayrn  genannten 
GrilPschcn  sei,  unterliegt  wol  keinem  Zweifel,  nur  kann 
natürlich  hier  nicht  bestimmt  werden,  in  wieweit  der  Copist 
sich  Abiinderungen  und  Auslassungen  erlaubt  habe. 

Endlich  die  vierte  und  letzte  Beilage  (Bl.  21,  22)  ist 
eine,  vermutblich  officielle  Zusammenstellung  des  wesent- 
lichen Inhalts  der  zwischen  Salzburg  und  Bayern  1414 — 
1442  über  die  Grenzen  des  Mühldorfer  Burgfriedens,  die 
Competenz  des  allda  errichteten  erzstiftiscben  Halsgerichts, 
Zollverbiillnisse  u.  s.  w.  abgeschlossenen  Vertriije  und  Ver- 
gleiche, von  welchen  v.  Kleinmayrn,  a.a.O.  §.302,  S.  415 
ausführliche  Meldung  thut. 

Die  Beilagen  1,  2  und  4  scheinen  sich  in  dem  Salzbur- 
ger Archivs -Codex  nicht  zu  finden. 

Eine  genaue  Beschreibung  einer  anderen  Handschrift  des 
Mühldorfer  Sladirei bis  gibt  auch  v.  Koch-Stern  fei d  in  den 
Beitriigen  zur  deutschen  Liindcr-Kunde,  Bd  II,  S.  102 — 107. 

Ich  verdanke  diese  Notiz  einer  gcfiilligen  Mittlieilung  des 
Hrn.  Professurs-Candidaten  Jos.  Zahn  in  Wien  an  die  Ro- 
daklion  des  Anzeigers. 


Die  AiiMKruhiiiiicen  zu  KÜMMeiibncli. 

Bericht  von  Dr.  Job.  Müller,  Conservator  der  Altcrthums- 
samniluni;  des  german.  Museums. 
(>1il  einem   lilnlle  lilhogniphierter  AbliiMungrn.') 
Es  ist  längst  bekannt,  dafs  die  s.  g.   fränkische  Seh«  eil 
nicht  nur  in  naturhistorischcr,  sondern  auch  in  ethnographi- 
scher lliiisiclil  mannigfaltige  und    für   die  NNissenschnft    »ehr 


Iteligions- 
nnslHJtcn. 
lloi(l«>ntl)uni. 


379 


Anzeicrer  fiir  KuihI»;  iIit  deutschen  Vorzeil. 


380 


erhebliche  Ausbeute  uibl.  üocli  bei  weitiin  mehr  ist  dort 
für  die  Nadirwissenschafl  als  für  die  Kult(jrffes(hichle  bis 
jelit  gewonnen  und  fiir  diese  warten  noch  bedeutende  und 
vielversprechende  Untersuchungen  ihrer  Erledigung.  Ver- 
einzelt ist  allerdings  früher  bereits  Manches  unternommen. 
Schon  in  den  J.  1825 — 1828  stellte  der  Freiherr  Hans  von 
und  zu  Aufsefs  in  der  unmittelbaren  ^ähe  seiner  .Stanim- 
hurir,  da,  wo  noch  jetzt  alte  Ueberlicferunsen  und  Teufels- 
brunnen und  Teufelsbolz  auf  eine  vnrdenkliche  Kultur  hin- 
deuten ,  w  issenschaftlich  betriebene  iSachforschungen  an, 
deren  Resultate  in  den  ,.Nachrichten  über  erolTnele  Grab- 
hügel bei  Aufsefs"  (Arch.  f.  Gesch.  u.  AK.  des  Ober-Main- 
Kreises  I,  3,  S.  79  (f.)  ausfiihrlich  miliretlieiit  sind.  Ob- 
wohl von  vornherein  7.u  erwarten  stand,  dafs  nach  der  von 
Bauern  der  dortigen  Gegend  längst  geschehenen  Abtragung 
der  Grabiiügel,  wobei  die  werihvollsten.  leider  sofort  ge- 
winnsuchtig verhandelten  Alterthümcr  gefunden  waren,  eine 
reichliche  Ausbeute  nicht  mehr  gewonnen  werden  konnte, 
so  war  doch  auch  jetzt  noch  das  Gesammtergebnifs  fiir  die 
Wissenschaft  keineswegs  unwichtig. 

Reicher  noch  als  jene  Gegend  an  .Andeutungen  ältesten 
Lebens  ist  die  Umgebung  von  Ebermannstadt  und  Mu2gen- 
(lorf:  die  Heidensladt,  der  Druidenberg,  die  zahlreichen 
Hiililen  mit  den  darin  gefundenen  Scherben  und  Kohlen- 
lagern, auch  jene  Stelle,  wo  ein  Hcidentempel  gestanden 
haben  soll,  sind  vollwichtige  Belege  dafür,  dafs  bereits  früh 
in  diesen  Thälern  sich  Ansiedler  regten.  In  der  Wilzcnliuhle 
zeigt  man  noch  einen  Opfcrallar;  mag  dies  allerdings  auf 
hlofser  Sage  beruhen,  so  viel  ist  bestimmt,  dafs  man  niilor 
demselben  eine  graue,  mit  Triinimern  von  Urnen  und  Meii- 
schengebeinen  vermengte  Erde  fand,  .\chnliche  Urnenscher- 
ben  IrllTt  man  in  der  Scliiinsleinshöble.  So  waren  diese 
Hohlen,  die  er.--t  in  neueren  Zeilen,  meistens  durch  Zufall, 
wieder  entdeckt  sind,  bereits  vor  langen  .lirhrliiinclerlen  den 
allen  Bewohnern  der  jetzieen  sogen  friiiiliiscliiii  Schweiz 
bekannt  und  wurden  von  ihnen  besucht  und  benutzt. 

Diese  Spuren,  wie  namentlich  noch  vorhandene  Todten- 
iicker,  mufften  in  ncucrn  Zeiten  verdiente  Aufmerksamkeit 
auf  sich  ziehen.  Bei  .Mistelgaii  begann  man  bereits  in  der 
Mitte  des  vorigen  .Jahrhunderts  die  Nachgrabungen  und  fand 
anfscr  Arm-  und  Ilalsringen,  Spangen  und  llcflnadeln,  auch 
Stücke  eines  Gürtels  von  Bronce,  wie  er  noch  heutzutage 
in  jenen  Gegenden  hie  und  da  gelragen  wird.  Auch  auf  der 
s.  g.  Spicgcllcilen  ölTnele  man  „Heidengriiber"  und  erhielt 
ähnliche  Funde  wie  dort.  Dekan  Haas  untersuchte  die 
Graber  bei  Schcfslilz;  ungefähr  dreifsig  andere  entdeckte 
man  auf  dem  l.öhlitzer  .\iiecr  bei  VVeischenfcIcl .  inihrerc 
liei  Mistclliarb    und    iiiidc'i'.-v\  n .    und    bei   Allirriiclui  f    i~t    die 


s.  g.  lleidenstadt   mit   ahnlichen    llugelu.    die    bereits  1GS4 
der  Muggendorfer  Pfarrer  Maier  erwiihnt. 

Nach  solchen  Spuren  und  Vorgängen  war  es  bestimmt 
gerechtfertigt,  wenn  das  germanische  Museum  auf  die  er- 
haltene Nachricht,  dafs  zu  Russenbacli,  Landgerichts  Eber- 
mannstadt, einige  Grabhügel  gefunden  seien,  diese  versuchs- 
weise zu  untersuchen  und  zu  offnen  beschlofs.  Und  um  so 
gerechtfertigter  war  die  Erwartung  einer  interessanten  Aus- 
beute, als  eine  nur  oberniichliche  Untersuchung  mehrere 
eigenthiimliche  Geirenstiinde  ohne  Mühe  zu  Tase  gefördert 
hatte.  In  der  Mitte  Oktober  wurde  unter  der  Aufsicht  eines 
Beamten  des  .Museums  und  iinti^r  Beirath  des  Freih.  v.  Estorff, 
als  .Mitgliedes  des  Gelehrlenausschusses,  die  Oeffnung  vor- 
genommen. Russenbacli  ist  ein  kleines  Dorf;  das  Schlofs 
darin,  welches  einer  längst  ausgestorbenen  Familie  den  Na- 
men n-iili,  ist  zerfallen.  Die  Grabhügel,  die  geolTnet  wer- 
den sollten,  liegen  vom  Dorfe  ungefähr  einen  Buchscnscliufs 
westlich.  Es  waren  ihrer  vier,  die  man  vorerst  zu  offnen 
beschlofs.  Der  erste  gab  keine  Ausbeute.  Der  zweite  ent- 
hielt in  geringer  Tiefe  das  einer  Lanzenspitze  ähnliche  Eisen- 
stück Nr.  2,  sowie  menschliche  Zähne  und  Röhrenknochen. 
Nach  Entfernung  der  Erde  stiefsen  die  Arbeiter  auf  einen 
regelniäfsigcn  Sleinhügel,  der  aus  horizontal  liegenden  Stein- 
platten und  kegelförmig  darauf  gestellten  Bruchsteinen  be- 
stand. Unter  den  Steinplatten  befanden  sich  dann  drei  Urnen 
mit  Kohlen  und  ferner  Stückchen  Bronccdraht  und  hierunter 
wiederum  ein  Scherbcnlager,  das  sich  in  einer  Breite  von 
zwei  Tufs  von  Süden  nach  Norden  durch  den  Hügel  zog. 

In  einem  dritten  lumulus  fanden  sich  nur  Scherben  und 
Knochen.  Dagegen  lieferte  ein  vierter  eine  ziemliche  Aus- 
beute an  Gegenständen,  die  wir  der  Ucbersichtlichkeit  wegen 
hier  zusammen  mit  den  übrigen  folgen  lassen. 

Was  die  Urnen  hetrilTt,  .-.o  waren  sie  siinimllich  in  ihrem 
Lager  so  zerdrückt,  dafs  aus  den  Scherben  eine  ganze  zu- 
sammenzusetzen nicht  gelang.  Doch  liil'st  .sich  aus  den  Trüm- 
mern wenigstens  die  ungefähre  Komi,  sowie  Höhe  und  Weite 
entiK'hnien.  Nr.  I,  stark  iiusgclKiiichl ,  Hohe  4'  6",  Weile 
7"  !)  ",  Fufsboden  im  Durchmesser  2  9';  schwarzgrauer 
Tlion.  Von  einer  zweiten  ist  die  Höhe  unbestimmbar,  grölVle 
Weite  des  erhaltenenen  Stuckes  6"  9'",  Fufsboden  3"  7'"; 
Thon  ebenso.  Die  dritte  ist  eben  so  wenig  zu  bestimmen; 
obere  Weite  ungefähr  3"  stark  ausgebaucht;  Thon  ebenso. 
Alle  übrigen  Trümmer  von  gleicher  Masse,  mit  Ausnahme 
eines  Bruchstückes  von  ziegelrothcr  Farbe.  —  Unter  den 
ausgegrabenen  Gebeinen  ist  besonders  ein  Schädeihrurhstuck 
zu  beaihlen,  von  einer  Dicke  von  4",  sowie  ein  sterker 
Unterkiefer,  Durchmesser  4"  7",  worin  noch  vier  «nhl- 
erhallene  Anten-  und  Backenzähne  stecken. 


381 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit 


383- 


An  Eisensaclien  fand  sich  ein  Stiiclt,  einer  Lanzen- 
spitze ahnlich,  wahrscheinlich  zu  einer  Gürtelschliefse  ee- 
hörig(Nr.2),  wie  oben  bereits  erwähnt  ist;  dasselbegleicht 
dem  im  Berichte  des  Freih.  v.  Aufsefs  abeebildeten.  Ferner 
ein  Tragring  mit  einer  Stange  zum  Einlassen  des  Riemens 
(Nr.  3.) 

Von    den    Broncesachen    sind    vier    gröfsere    Ringe 
Nr.  4)  zu  bemerken,  die  je  zwei  aufeinander  lagen.   Eigen- 
Ihümlich  sind  auf  der  Oberseite  die  warzenförmigen  Höcker 
der   einen,   während    die   andern  schlicht  sind,    so    dal's  sie 
gut  auf  einander  passen.  Sie  sind  mit  grünem  Aeruffo  nohilis, 
stellenw  eise  mit  Grünspan  überzogen.    Durchmesser  4"  6'". 
Ferner  sechs  kettenarlig  ineinander  gehiingte  kleinere  Rinire. 
Aerugo  nohilis  hellgnin.    Die  Aufsenseite  gekerbt.    Liingen- 
durchmesser  2"  6'",  Br.  1"  9'"  (Nr.  5).     Zwei  Fibeln  aus 
einem     Drahtgewinde.      Die    Spiralwindiing     läuft    achtmal 
herum,  eine  Verbindungsstangc   fehlt,  der  Bügel  geht  unter 
den  Spiralen  her,  die  Lippe  für  die  Nadel  ist  bohrerförmig 
gekerbt;   die  Nadel    selbst    abgebrochen,    aber   vorhanden; 
Aerugo  nohilis  zum  Tlicil  ffrünspaiiartie  (Nr.  6).     Eine  an- 
dere Fibel  mit    dreimaliger  Spirale,    das  llanptstück  in    der 
Mille  breit,    nach   den  Enden   zu   sich   verjüngend,    auf  der 
Mitte   mit    fadenartigem   Ornament,    das  Ganze   blattförmig; 
die    untere  ItunHung   vorn   mil   kleinen  Rauten    verziert,    an 
dem   hintern   Theile   die    Lippe   für   die  Nadel.     L.   1"   2'". 
Aeruff.  nob.  hellerün.    (Nr.  7)       Dann    ein  Oehr,    vielleicht 
für  einen  Haken,    wahrscheinlicher   der  obere  Theil  (Kopf- 
stück) einer  Nadel.    L.  7'"  (Nr.  8).     Aufserdem  zahlreiche 
kleinere  Bruchstücke  von  Broncesachen,   ans  denen  sich  je- 
doch  ihre   ursprüngliche   Form    und   Bedeutung   nicht    mehr 
ermitteln    läfst.     Schliefslich    sind    noch    zwei    Gegenstände 
zu   erwähnen  :    einmal   ein   s.  g.   Donnerkeil   (Belemnil)   aus 
Brauneisenstein,     L.    1"    9'"    (Nr.   9),    ferner    ein    Stück- 
chen Stalaktit,  wahrscheinlich  aus  den  benachbarten  Höhlen 
stammend. 

Fast  zu  cleicher  Zeil,  als  die  An>!rrabungen  zu  Rüssen- 
barb  vorgenommen  wurden,  ward  dem  Museum  ein  Geschenk 
mit  dem  Broncegefäfs  Nr.  10  gemacht.  Dasselbe  wurde  in 
der  Nähe  von  Halle  am  Ravcnsl)crge  zwischen  1840- — 1842 
bei  der  Anlage  eines  Viciniihvcgcs  gefunden  Ausgufsrinne 
und  HenkelölTnuns,  letztere  nnl  |iiiiiklierter  Ornamenlili.  sind 
oben  am  Rande.  Dieser  ist  umiresclilagcn,  weilet  sich  nach 
der  HcnkclorfiMing  bin  und  hat  eine  mittlere  Breite  von  3'". 
Aerug.  nob.  hellgrün.  Höhe  4",  Weite  8"  2'".  Bemer- 
kenswerlh  ist  die  innere  vortrcITliche  Verzinnung.  Bekannt- 
lich kommen  vasa  stannea  schon  bei  den  Römern  vor,  aber 
auch  die  Verzinnung  ward  von  ihnen  angewendet,  die  nach 
der  Angabe  des  Pliniiis  die  Gallier  crfiindin  hüben    Hierüber 


s.  Beckmann,  Beitr.  z.  Gesch.  d.  Erfindungen,  Bd.  IV,  S.  321  IT., 
besonders  S.  363. 


Zusatz. 

Es   ist   unzweifelbafi,   dafs    vorchristliche   Denkmale    im 
südlichen  Deulschland   sellener   als   im   nordlichen   vorkom- 
nun.  und  es  ist  daher  doppelt  interessant,  in  Gebirgsgegen- 
den Süddeutschlands  Denkmale  heidnischer  Zeit   aufzufinden 
und  zu  untersuchen.     Jene   bei  Russenbacli  ")    am   südlichen 
qucllenreichen    Abbange    der    s.   g.    Siebenmci!    befindliche 
Gruppe  von  Erddenkmalen  besieht  aus  7  künstlichen  Hügeln, 
wovon    sich    bereits    vier   durch    den    Inhalt    als    Grabhügel 
dokumentiert  haben  und  die  übrigen  drei  mit  gröfsler  Wahr- 
scheinlichkeit für  solche  zu  erachten  sind.     Zwei   in   unmit- 
telbarer  Nähe   vorkommende   Erderliöhungen   sind    zweifel- 
haft.    Die  Lage  der  GruhliuKcl  in  der  Nahe  von  Wasser  ist 
interessant    als    neuer   Beleg   für   die    Vorliebe   der    Heiden, 
ihre  Todleudenkmale   gern  in   derartigen  Gegenden    zu    er- 
richten.   Drei  der  Hügel  haben  vorzugsweise  eine  tumulus- 
artige  üufsere  Construction,   wogegen   die   vier  andern    ein 
mehr  natürliches  Ansehen  zeigen.     „Das   einer  Lanzeuspilze 
ähnliche   EisenstUck"   ist  nach   meiner  Ansicht   ein  GUrtel- 
haken,  dessen  gebogenes   knopfförniiges  Ende   abgebrochen 
ist  (vgl.  Estorfl,  heidn.  Alltb.  Atlas  Taf.  IX,  Nr.  1—4.}  — 
Die  Form  sämmtiicher  aus  den   4  angegrabenen  Grabhügeln 
enlhobenen  ziemlich  zahlreichen  Gefäfse  von  schwarzer  Farbe 
isl   Siels   dieselbe,    was    nach    meiner   bisherigen  Erfahrung 
nicht  oft  vorkommt.     Diese  Gefäfse  werden,   da   in   sämml- 
liclicu  aufgedeckten  Hügeln  nur  Skelette  vorkommen,  wohl 
nicht    zur    Aufnahme    verbrannter   menschlicher  Knochen 
gedient    liabcn,    dagegen    isl  es  möglich,   dafs  sie  die  ver- 
brannten Eingeweide  der  Todlen  enlbicllen.    Denn  dafs  eine 
Verbrennung  von  Gcgenslanden  bei  der  Beisetzung  stallfand, 
beweist    deutlich    eine    scli"orzc  Masse,    worin   die   Gefufse 
stehen.    —     Der   Tragring   >on    Eisen,    wahrscheinlich    ein 
\\'an'enriiig,   ist   ganz  idinlicli   dem  in  meiirem  Atlas  Taf.  X, 
Nr.  31   abgebildeten,  welcher  von  Brouce  isl. 

Freih.  C.  v.  Estorf  f. 


*)  Nach  der  Sage  dortiger  Bewohner  isl  dieses  Worl  aus 
Ricscnbacli  enislanden,  indem  in  fruhosler  Zeil  dorl 
Riesen  gewolinl  biillin. 


\otizrii  iilit-r  Eli*'linr<K<Tirli«r. 

Von  Dr.  Julius  S  1  u  ud  i  iii;  i- r  iii  (  .idoi/liurg. 
(Schlufs.) 
Von  rrivatrechtsangclegcnhcitcn   kamen   im  Ehcgerichle 
nicht  iillcin  Sachen  der  streitigen,   sondern,    «le  sich  zwar 


SlnllU- 

HtlKUllen. 

O  »riebt*. 


383                                                 Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit  384 

nicht  aus  den  Gerichtsorduungeii ,    wohl   eher  aus  deu  vor-  „der  Gerichts  Knecht   Ihme   zum    Pfandt  Vcrhulireii   hat,   su 

haiideuen    Excerpten    des    Rofsslaller    Geriihtsbuchs    ergibt,  „solle  der  Cliiger  das  Prnndt  von  Stunden  dem  Richter  brin- 

auch   solche   der   freiwilligen    Geriibtsharkcil:    Vertragsab-  n&s"  >    ^^   *""*    '^^^    Richter    nach    zweyen    geschwohrncn 

Schlüsse,    Erb-   und  Vormundschaflsangelegenheiten ,    vor.  „schickhen  und  Ihine  das  Verkünden,   und   also    mögen  Sie 

l'eber  eigentliche  Rechtsstreite   finde   ich  mehrfache  Restim-  „wohl  ein  Viertel  Wein  trincklien,    Darnach    solle  dasselbe 

muugen.    Unter  30  Pfennigen  sollte  Niemand  verklagt  wer-  „Pfandt  bey  dem  Richter  Vierzehen  tage  wartten,  ob  jener 

den.     In  diesem  Falle  schalTle  der  Büttel  Recht;    war   niim-  „das  lösen  wolle,   und   so  Er  das   nicht   in   den  Vierzehen 

lieh  der  Beklagte  „der  Schuld  im  laugnen,  so  mag  der  Ge-  „tagen  gelost  halt,   so    solle   der  Kliiger  hienach   öffentlich 

ricbtsknecht    dem    der    laugnct,    ein    Eydt    uff  dem    Irisch  „Vor  Gericht  aulfbiethen ,  loßet  dann  jener,  defi  das  Pfand 

Scheiblein  („dritt  SchauM"  —   „triltschoufelein")  *)  geben  „ist,  das  soll  scyn,  loset  ers  aber  nicht,  so  solle  der  Kläger 

zu  schwubren,    bekennt   er  aber  der  Schulden,   so  soll  ihm  „denn  Gerichts  Knecht  das  Pfandl,  al|i   einem  Unter  Kaulfel 

der  Knecht  Pfandt  nehmen,  und  dem  man  schuldig  ist,  das-  „zu  Kauffen  geben,  der  solle  das  auch  Vierzehcnlag   hallen 

selbig  Pfandt  iiherantwortten  und  geben,   so   mag  derselbig  „ohne  Schaden,  und  inn  den  vierzehen  tag,  soll  der  Knecht 

solchs   Pfandt    über  14  Tag  um   sein   Schuld   versetzen   und  „das  Pfandl  dem  eigen  Herrn  anbieten,  Will  ers  dann  losen, 

verkauffen  mit  wißen  des  vogis."     (Lgz.  StB.)  —  „so  solle  man  jenem  Vierzehen   tage   losung    dingen,   und 

„Warunib  Einer  dem  andern  zuspricht,  es  scy  Viel  oder  „solle  Ihme  das  zu  wijScn  Ihun,  So  aber  der  aigen  Herr 
wenig  waji  unib  Schuldl  ist,  und  besonders  umb  Ilaupiguth,  „das  l'fandt  nicht  löset,  so  solle  dem  Clager  der  Knecht 
da  mag  Einer  mit  sein  selbst  liandl  wohl  fürkomnien,  mit  „das  Pfandt  wiedergeben,  derselbe  mag  dann  das  Pfand 
recht  und  nicht  umb  Schaden,  Es  sey  dann  das  llanptgulh  „umb  sein  Geld  Versezen,  oder  gar  Verkauffen,  wo  Er  mag, 
gar  bezahlet,  so  mag  Er  Ihme  wohl  zusprechen,  mit  recht  umb  „es  sey  bey  Juden  oder  Crislen  vnd  solle  jenem  Vierzehen 
den  Schaden  und  mag  Ihme  den  Schaden  hieheim  geben,  «tage  losung  dingen  und  solle  Ihme  das  Verkünden,  ob  Er 
AIIso  Viel  und  nicht  mehr,  wohl  mynder,  dann  Er  genandt  „das  lösen  wolle  oder  nicht,  liiset  Er  dann  das  Pfand  Vor- 
halt."     (Rofssl.  EGO.)  „stehen,  so  ist  Ihme  der  Kläger  oder  Pfändler  nichts  darumb 

Blieb  der  Beklagte  auf  ein   ergangenes  Vorbot  aus    und  „schuldig.     Wer    mit   einem    ejJenden    Pfandl,    al|5   PfcrdI, 

gab  keine  Antwort,  so  erfolgte  unter  Verhängung  einer  Bufse  „Kühe  elc.  solle  der  Pfänder  jenem  übernächtig  ohne  Scha- 

eine  zweite  und  dritte  Ladung  je  über  14  Tage  und,  wenn  „den  hallen,  hinnach  mag  Er  daßelbig,  wann  es  jener  nicht 

auch   die   letzte   vergeblich    war,    nach   weiteren    14  Tagen  „löset,  umb  sein  Geldt  Versezen,  oder  Verkauffen,  und  solle 

Hülfsvorslreckung.     Betrieb    der    Kläger    eine    angebrachte  „jenem  Zu  Wißen  Ihiin,  ob  Ers  losen   wolle,   der  Pfändter 

Klage  Jahr  und  Tag  lang  nicht,  so  gieng  er  der  Klage  ver-  „solle   Ihme   Vierzehen    tag   losung    dingen  ,    läßt    er    dann 

lustig.     Beweis-  und  Saclifalligkeit  halte  für  ihn  eine  Bufse  „Verstehen,  so  sey  Ihme  der  Kläger  nichts  schuldig." 

von  8  IE  r.nr  Folge,     „llcm   wenn    ein   Bürger   von  Schul-  Ganz  ähnliche  aber  kürzer  gefafsle  Bestimmungen  finden 

„den  wegen  aus  dem  Gericht  entweicht,  so  niügen  sich  Seine  sich  im  Lang.  StB.    Hier  steht  auch  folgende  eigenlhnmliche 

„Geldter  mit  dem  Rechten  al(5  deß  seinen  unterwinden,  doch  Vorschrift:    „So  Einer  oder  mehr  schuldig  wären  und  nicht 

„müssen  Sie  nehmen  sein   laugnen   oder  Verjahen,   waß  Er  „zu  bezahlen  hätten  und    sunst   auch  niemand  andern  nichts 

„Ihme  schuldig  bleibt  und  das  mag  er  zu  dem  hcyligen  be-  „zu   gebiui   vermöchten   und  Könnt   solches   bey  seinen  gc- 

„balten,  ob  Er  will  und  die  geldter  nicht.''  (Rofssl.  EGO.)  „lehrten  Eyd  erhallen,  derselbig  soll  nach  dreyen  14  Tagen 

Heber  die   Hülfsvollslreckung  finden  sich  besonders  in  „sich  der  Statt  oder  Fleckens  enläufsern  und   enthalten,   es 

der  Rofssl.  EGO  genaue  Bestimmungen:    „Item   wann  Einer  „wäre  dann  Sach,  dafs  er  sich  mit  seinen  Schuldigern  sezt, 

„auff  den  andern  nach  clage  mit  gericht  erfolget,  dafs  n)an  „dafs  er  ihn  Bleiben  liefs,   so  aber  keine  Sazung  geschehe, 

„Ihme  Pfandt  zugeben  Verhelffen  mufs,   Es  wäre  Plündern,  „und   sich   also   der  Stall   oder  Fleckens   enthielt,    darnach 

„Kleyder,   Spann   oder   anderes,  das   nicht  essendlc  Pfandt  „über  Kurz  oder  lang  so  sie  von  ihren  Schuldigem  belret- 

„wSren  ,   so   solle  derselbe  das  Pfandl   also    hallen.     Wenn  „ton  möchten  werden,  und  ihre  Schuld  bey  ihnen  erlangten 

„und  ein  schonen,  dafs  soll  ihnen   auch  vergönnt  seyn." 


*)  Vgl.  Zeitschr.  (.  d.  d.  .Mundarten,  III,  344.  IV,  346.  V,  370.  (Mit  einer  Beilage.) 

Ver»ntwortlirhi'  Rrdarllon;      I)r,   Freih.  v.  n.  r.   \ufsc>».     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.   G,    K.  Frommnnn. 

Druck  Ton  Fr.  Campe  *  Sohn  in  NUmberg. 


BEILAGE  ZI M  ANZEIGE»  F\\\  IvLXüE  l)EI{  l)ELT8tllE\  VOHZEIT 

1858.  J\^   11.  \ov('Uibpr. 


Cliroiiik  des  i^crmauisdieii  Museums. 


Endlich  sind  auch  die  letzten  Räume  der  K.'irthausi- ,  die 
seither  noch  das  k.  Militär  innehatte,  am  23.  Oklolier  ^oll- 
slandig  eeräumt  und  übergeben  worden,  so  dafs  nun  das  (jor- 
manisclie  Museum  sein  ganzes  ausgedehntes  Eigenthuin  zur 
freien  Verfügung  hat.  Die  zuletzt  ül)crgi-bcnen  (7cb:(udr  be- 
stehen aus  der  grofsen,  148  Schuh  hingen  Kirche  iin  edlen  deut- 
schen Stile  des  14.  Jahrhunderts,  mit  einer  Doppelkaiiellc  und 
einem  daran  stofsenden  zwcislückigen  Kebengebaude,  alles  im 
Aeussern  wohl  erhalten,  aus  Sandstein-Quadern  erbauet ;  dazu 
noch  ein  im  Hofe  stehendes  Gebäude,  bisherige  Militiirschmiede. 
Letztere  Gebiiude  werden  zu  Ateliers  und  Werkstätten ,  ein 
Theil  zur  Ausstellung  der  Erzeugnisse  der  Gypsgiefserei  be- 
nützt. Die  Doppelkapelle  ist  zur  .Aulnahme  kleinerer  kirch- 
licher Gegenstände  und  liturgischer  Gerathe,  die  Kirche  selbst 
aber  für  gröfsere  Gegenstände  der  Kunst  und  des  christlichen 
Allcrthums,  Kopieen  auf  Leinen-Kartons  von  alten  Wand-  und 
Glasmalereien,  Gypsabgüsse  grofser  monumentaler  Skulpturen, 
Hochgraber,  Brunnen,  Thore,  Tabernakel  u.  s.  w.  bestininil. 
Bevor  aber  das  Gebäude  sich  liiezu  eignet,  ist  im  Innern  des- 
selben eine  gründliche  Restauration  der  Kenster,  Wände  und 
des  Fufäbüdens  vorzunehmen  ,  mit  der  denn  auch  bereits  vor- 
geschritten wird  und  deren  Kosten  von  ;iO0O  fl.  rhu.  oder  1714 
Thalern  durch  Nalionalheiträge  gedeckt  werden  sollen, 
wozu  ein  besonderer  Aufruf  erlassen  ist,  den  Gott  segnen  wolle. 

Als  erfreuliches  Zeichen  fortgehender  Anerkennung  und 
Theilnahme  können  wir  melden,  dafs  die  beiden  städti- 
schen Collegien  zu  Mirnberg,  Magistrat  und  Gemeindebe- 
vollmächtigte, einstimmig  den  Bescblufs  gefafst  bähen,  dem 
Museum  einen  jahrlichen  Beilrag  von  200  11.  zü  gewahren. 
Auch  hat  die  Stadt  Zittau  einen  Beitrag  von  10  Thir. ,  die 
Stadt  Cannstadt  einen  von  5  II.  jahrlich  zugesichert.  Von 
zahlreichen  Privaten,  welche  dem  Museum  neuerdings  Jahres- 
beiträge zusicherten,  heben  wir  Herrn  Grafen  Wladimir 
Mittrowsky  in   Btünn   mit   10  II.   Beitrag  heraus. 

Eine  sehr  erhebliche  Vermehrung  gieng  in  diesem  .Monate 
der  .Münzsammlung  des  gerni.  Museums  zu.  Hr.  Ralh  Dr.  Eiseii- 
mengcr  in  Kirchberg  a.  d.  Jagst  gedachte  durchl  diese  Schenkung 
von  ungcPähr  1500  Stück  Gold-,  Silber-  und  Kupfermünzen 
das  Andenken  seines  früh  verstorbenen  Sohnes  zu  ehren.  In- 
dem er,  aus  Pietät  die  Bestrebungen  desselben  achtend,  das 
von  ihm  liebevoll  zusammengebrachte  Gut  einem  Institute  ein- 
verleibte, durch  welches  es  den  weitesten  Kreisen  zur  lehr- 
reichen Benützung  geboten  wirdj  setzte  er  ihm  gewifs  das 
beste  Denkmal. 

Unter  den  iibrigen  Geschenken  für  die  Altcrlhtimssamni- 
lungen  nehmen  die  beiden  von  Herrn  v.  Schwarz  auf  lli'nfen- 
fcld  gesc4ienktcn  Eiscngcschü  tzc  "auf  Or  iginalla  f  fe  tten 
aus   der  Mitte  des   15.  Jahrhunderts  wohl  den  ersten   Rang  ein. 

Unter  .Mitwirkung  des  Kreiherrn  von  Estorff  auf  Jagers- 
burg  hat  das   .Museum   untt^rnommen,  die   durch  Gute   des  Buch- 


druckereibesitzers Hrn.  TOnimel  zu  Aürnbcrg  angezeigten  und  er- 
probten Heidengraber  bei  Rüssenbach  in  Uberfranken  zu  unter- 
suchen. Einstweilen  legten  wir  oben  im  Anzeiger  Kr.  11 
Sp.  378  If.  die  Resultate  der  Nachgrabungen  vor  und  bitten  um 
allcnfallsigc  Bemerkungen  Sachkundiger  darüber,  da  im  Früh- 
jahr die  Arbeit  forlgesetzt  werden  dürfte,  wenn  die  Resultate 
als  lülincnd  zu  erachten  sind. 

Zum  Beweise  des  wachsenden  Vertrauens,  dessen  sich 
das  Museum  auch  in  der  Ferne  zu  erfreuen  hat,  mag  hier 
angeführt  werden,  dafs  auf  Wunsch  des  Herrn  Stadtarchivars 
Schneller  zu  Luzern,  als  Vorstandes  des  historischen  Vereins 
daselbst,  das  Museum  den  Vorstand  seiner  Kunst-  und  Alter- 
thumssanimlungen ,  Hrn.  Dr.  A.  v.  Eye,  absendete  um  an  Ort 
und  Stelle  über  die  Restauration  der  in  der  dasigen  Still.^kirche 
belindlichen  .Mtäre  ein  Gutachten  abzugeben.  Letzteres  wurde 
sofort  nach  geschehener  Untersuchung  von  dem  Beauftragten 
ausgearbeitet  und  nebst  Kostenanschlag  den  Betheiligten  vom 
Museum  zugesandt.  Aufser  den  Anfragen  über  Kunst-  und 
Altertbumsgegenstände  mehren  sich  in  neuerer  Zeit  auch  die 
historischen  und  Rechtsfragen  und  erwachsen  zu  einer  immer 
grofsern   Bedeulendhcit. 

Zu  den   friilicr  schon  beigetretenen  B  u  ebb  a  n  d  hi  ngen   ist 
hinzugekommen : 
36).  Jac.  Schorner,   BuchhdI.   in  Straubing. 

Neue  Agenturen  wurden  errichtet  in  Höchst,  Linz, 
überndorf  a.  N.,  Rottweil,  S  ch  wa  rzenbach  a.  d.  S. 

Für  nachstehende  Geschenke  haben  wir  verbindlichst  zu 
danken : 

I.    Für  das  Archiv. 

Dr.   Märcker,   k.   pr.    geh.   Archivrath,   zu   Berlin: 

1060.  Zcugnifs  des  Ritters  Friedrieh  v.  Aufsefs  über  das  bain- 
bergische  Geleile  von  Hollfeldt  aus.  1413.  N.  Pap.Abschr. 

Dr.  Löhner,  Inspcctor,  zu  Nürnberg: 

1061.  Tc^lament  des  Untergerichtschreibers  Daniel  hronuuer 
zu  Nürnberg.      1765.     Gleichz.   Pap.-Abschr. 

II.  Für  die  Bibliothek. 

Dr.  A.  L.  Warnkönig,    geh.  Ildfralb   und  Professor,   in 
Stuttgart: 

6215.  Seances  et  travaux  de  TAcademie  des  scienccs  morales 
et  politiques.  T.  7—28,  T.  29.  Aoflt  et  Sept.,  T.  30, 
Nov.  elDec,  T.  31— 36,  T.  37,  Juillet,  T.38-41,  T.  12. 
Nov.  et  Dec,  T.  43—45.     1845—58.     8. 

Frau  KL   Geith  in  Nürnberg: 

6216.  Hie  hebt  sich  an  von  den  wassern  die  man  breul  aut 
den   kreuttein   etc.     Pap.-Ildschr.   16  Blltr.     1549.    kl.  H. 


387 


Arizoiffer  fiir  Kunde  der  ileulsclii'ii  N'urzcit. 


388 


Dr.  K.   W^agner,   OluTiUidunriilli,   in   Unnnstadt: 

6217.  Dcrs.,  pnet.   Gesch.   der  Deiilsihi-ri.     4.  Aufl.      1858.     8. 

6218.  Derä.,  ülier  Gustav   Adolf  Jim   Rhein.     18 Jf).     8. 

6219.  Slalii  sylvaruni   lihri  qvinqve,   Thehaidos   lihri  dvodecim, 
Achilleillos  dvo.  Venet.,  aed.  Aldi,   1502.     8. 

Gustav  Grote,  Buch-,  Kunst-  u.  i^lusikhdl.  in  Hamm: 

6220.  G.  Vincke,   Sagen    und  Bilder    aus  Westfalen.     2.  .Xud. 

Comite  Flamand  de  France  in  Dunkirc  hen: 

6221.  Dass  ,  Bulletin,     ^r.   10.     185H.     8. 

Ein  Ungenannter  in  Nürnherg: 

6222.  UnlcrsucliiiDi;    der  Krage:    Ol)    I.ollc    ein    Feldgülze    der 
Kranken  gewesen.      1769.     4. 

6223.  WarhalTtiser    vnd    erschrecklicher    .\nirrhur  ,zu    Leiptzig 
ctr,      I.i93.     4. 

Dr.    Mayer,   prakl.   Arzt,  in   Oberndorf  a.  N.: 

6224.  Besrhreib.  u.  Gesch.  einiger  Städte  des  Wirtemhcrg'schcn 
Olurlandcs  u.  Schuarzwaldes.   1.— 6.  Flft.  1835-36.   8. 

Dr.  K.  A.  Barack,  Bihliothck-.Sekretär  am  germ.  iMuseum  : 

6225.  Verzeichn.  d.  altdeutschen  Schnilzwerke  u.  Jlalereicn  in 
d.  St.  Lorenzkapelle  zu  liollweil.      1857.     8. 

6226.  II.   liuckgaher,    Nachrichten  üli.   d.   (Jyninas.   n.   d.   Real- 
schule in   Rollwcil.     1858.     4. 

KrÜU'scIie   l'niv.-Bnchh.   in  Landshnt: 

6227.  J.  .M.   Sölll,    d.    frommen    u.   milden   Stiftungen   der  VAil- 
telshacher.     1858.     8. 

6228.  Joh.  Gistel,  .Münchshöfen  in  Kiederbayern.     0.  J.     8. 
W.  Tiimmel,  Buchdruckereibesitzer,  in  Nürnberg: 

6229.  L.  A.  \V.  .Varx,  Gesch.  d.  Reichsstadt  Nürnberg.  1856.  8. 
Feuerer,  Lehrer,  in  Nürnberg: 

623(1.    .>.   H.ias.   d.  allen   Grabhiigel   bei  Schefslitz.     1829.     8. 
Alb.  FÖrderreuther,  Kaufmann,   in   Kiirnberg: 

6231.  Joh.    Wild,     neue    Reysheschrcibung    eines    Gefangenen 
Chrislon.     1623.     4. 

F.E.C   Leuckart,  Ruch-,  Musik-  u.  LandkhdI.  in  Breslau: 

6232.  \\ .  A.  .Mozart,   L)on  Juan,  iiberlragen   nebst  Bemerk,   von 
W.  Viol.     1858.     8. 

Friesische  Gesellsch.  f.  Geschichts-,  Alterthums- 

U.   Sprachkunde   in   Leenwardin: 

6233.  Dies.,  de  vrije  Kries.     1.— 6.  Decl.     1839-53.     8. 

6234.  Dies.,  oude  Friesche  wetten.  1.  u.  2.  Dcel.  1846—51.   8. 

6235.  Kriesch  Jierhoeckjen.     2.— 6.  Jahrg.     1830—35.     kl.  8. 

6236.  Worperi    Taborilae    Chronicon     Krisiae.      1.  —  4.    i5uch. 
1847  u.  .50.     8. 

6237.  Fred,  van  Vervov,  enigc  gcdenckvveerdigc  Gcschiedeniss 
en   hesehrcven.     1841.     8. 

6238.  P.   Rixiel,  Proeliarins  of  Slrijbock.     1855.     8. 

6239.  Verslagcn   van  hei   Kriesch   Genuotschap.     1828—41.     4. 
ViTslag,  I.5.,  16.,  18.,  20.-29.     1843—57.    8. 

6240.  Die  ülde  Kreesche  Cronike.     1853.     4. 

6241.  Üouwama,  Janckü,  Geschriften.     1849.     4. 
Allgem.    geschichtsforschende    Gesellschaft    dir 

Scbwri/. : 

6242.  Dies.,  Archiv,  12.  Bd.     1858.     8. 

6243.  Histor.  Zeitung.     Register  lu  1853  u.  54.     0.  J.     8. 


qu.  i. 
Direktor    d.   publicist.   Bureaus    in   \A  ies- 


Bauer  Sc  Raspe,   Verlagsbiuhb.  (Jul.  .Merz),  in  Nürnberg: 

6244.  Ziilschr.   f.   deutsche  Kullnrgcsch.  herausg.  v.  Joh.  Müller 

u.   Joh.   K.ilke.     1858.     Sept.     8. 

Dr.   G.  Schmitt,  prakt.   Arzt,  in  Zeililzhcim: 

6245.  S.  Siryk,  examen  juris  feudalis.     1739.     kl.  8. 

6246.  Les  fahles  *   la  vie  d'Esopc.      1651.     8. 

C.    Otto,   Geliülfe   am   gerni.    .Museum: 

6247.  J.   II.   W(df,   Ludwig  I.,  Konig  v.   Bayern.     IS41.     er.  4. 

E.  F.  Mooyer  in  .Alinden: 

6248.  Ders.,  d.   vormalige   Grafschaft  Schaumliurg.     1858.     8. 

6249.  F.  Schiern's  Ueliersicht  d.  .\uswanderungen  d.  Normannen 
nach   Italien,  übers,  v.  E.  F.  Mooyer.     1851.     4. 

6250.  J.  A.  Crusius,  jus  slatularium  rei  puhl.  .Mindensis.  1674.  4. 

6251.  H.  F.  V.  Dicz.Denkwürdigk.v.  Asien.  2Tble.  1811—15.  8. 

6252.  Jochnius,  d.  Syrische   Krieg.     1856.     8. 

Hist.  Verein  für  Krain  in  Laibach: 

6253.  Ders.,    .Milllieilunaen.     Register  zu   1857   u.   Mai  n.  Juni. 
18.")8.     4 

Münz,   Zeichner  am  sennan,   Museum: 

6254.  Tob     Majer,  mathem.   Atlas.     0.   J. 

Dr.  Roh.  Haas . 

baden  : 

6255.  Centralblatt  d.   deutschen   Chur-  u.   ßadelebens.     Nr.  20 
u.  21.      18.58.     4. 

Dr.   Lust,   k.   .\dvokat,  in   Straubing: 

6256.  G.  Kolb,    Gesch.    d.  llnlerrichts- Anstallen   in  Slraul>ing. 
1858.     8. 

Mich.  Wieland,   Kaplan,  in   Würzburg: 

6257.  Ders. ,   Rötlingen.     Ein  Beitrag   z.  Gesch.    dieser   frank. 
Landstadt.     1858.     8. 

Ph.  Körber,  Cantor,  in  Wohrd: 

6258.  Bruchstücke  einer  Chronik    v.  Nürnberg.     Pap. -Hdschr. 
17.  Jahrb.     2. 

C.   H.  Beck'sclie   Buchhdl.   in   Nordlingen  : 

6259.  Die  deulschen  Mundarten.    Ilrsgeg.  v.  G.  K.  Frommann. 
5.  Jahrg.     3.  Hfl.     1858.     8. 

Gesammtverein  d.  deutschen  Gesch.  u.  Alterth.- 

Vereine   m   Hannover: 

6260.  Dcrs.,  (.'orrespondcnz-Blatl.     Sept.     1858.     4. 

Ottmar  Schönhuth,   Pfarrer,  in  Edelfingen: 

6261.  Dir.s.,   Historie  von  Ueineke  dem  Kucbs.     1858.     8. 

6262.  Götz  V.  Berlichingen,    Leben,    hersg.    v.    0.  Schünhuth. 
2.  Ann.     18.59.     8. 

Meyer   <fc  Zelle.    Verlagslunbh.   in   Zmuh: 

6263.  J.  H.  Ildlebrand,   deutsche   Recblssprichwi.rlcr.  1858.  8. 

6264.  Orendcl  u.   Bride,  berjig.   v.  L.   Etimiiller.     1858.     8. 

6265.  G.   v.   Wyfs,   üb.   d.   Gesch.   d.  drei   Lander  l'ri,    Schwyz 
u.  Unterwaiden.     1858.     8. 

6266.  E.    Oscnbrüggen,    deutsche    Rechtsnlierlhiiini-r    ans    der 
Schweiz.     1.  Hfl.     1858.     8. 

J.  Schneller,  .\rcliivar,  in  Luzern: 

6267.  (Ders.),  die  200jahr.  Feier  der  Einweihung  d.  Stifts-  u. 
Pfarrkirche  in  Lucern.     1844.     8. 


389 


Anzeiger  für  Kiimle  der  (icutsolien  Vorzeit. 


390 


T.  Gar,  SihiIi- BiMiothokar,  in   Tricnl: 

6268.  DiTS.,  bililiolheca  Trenlina.     Disp.  1—6.     185«.     8. 
Dr.  C.  A.  Pescheck,  Archidiakonus,  in   Zittau : 

6269.  DiTS.,   Siiroiihiria   hK.viipolilana.    Pap.-Hilsclir.     185H.     4. 

6270.  Hers. ,  Aaclilrage  lu  in.  Literatur  der  Olitrlausilzer. 
.Mtcrlhümer.     Pap.-Ild>clir.     1858.     4 

Fr.  Schreiber,  Antiquar,   in  i\urnborg: 

6271.  Th.  \aogeorgus,  Paniniacliius,  Bruchsl  e.  Ueliersttzung. 
fO.  0.  u.  J.)     8. 

6272      Rrurhsl.irk   c.   Katicliisnius       8  Ulllr.      0.    0.   u.   J.      Hi. 

Dr.   Ed.  Krömecke  in   Warburg; 

6273.  Dtrs.,  d.  Grali-n  von  Dorliiiund.     1858.     8. 

6274.  W.  E.  Gibfers,  d.  Gelafs  1.  d.  hl.  Oele  aus  d.  AlLstadler 
Kirclie  zu  Warburg.     1854.     8.     2  Ex. 

Mohr,   I)ivi?ion.svilrriniirarzt ,  in   IViirnbrrg: 

6275.  Jac.  Tbeodorns  labernaenionlanus ,  Kathsrblag,  >>  ie  der 
jetzigen  Pestilentzischcn  Seucht  .  .  .  vorkommen  soll. 
1587.     8. 

6276.  Slatlb.  Sebizius,  berichl,  rabl  vnd  liillT  wider  d.  l'esti- 
lentzischc  Kraniklieil.     1586.     8. 

6277.  Jac.  Sauler,  Bericht,  Was  die  jenigen,  die  Leibesgebre- 
chen an  jlinen  befinden  ,  dem  .Artzt  .  .  entbieten  sollen. 
1586.     8. 

G.  Braun'.sche   llolbuchh.   in   Karlsruhe: 
627>>.   Zcitschr.   t.    d.  Geschiclile  des  Oberrheins.     Hersg.  v.  J. 
K.  J.   .Mone.     X.  Bd.     1.  Hit.      185-(.     8. 
Gerstenberg'scbe    Buobb.   in   llildesbeim  : 
6279.    11.  A.   Lünlzel,     Gesch.    d.    Uiücesc    u.    Stadt  Hildesheim. 
6.-13.  Hfl.     1858.     8. 

Trowitzsch  <fc  Sohn,  Holbuchdruckerei  in  Frankfurt  a.  0.: 
62-0.    .Monal.-isclirirt     f.    dcutsrbi-.<    Sliidte-    u.    Gemeindt'vvesen, 
hersgeg.  V.  A.   Piper,  Jahrg.  IV.   Hfl.  10.      18.58.     8. 

Polytechnischer  Verein  in  \Mirzburg : 
6281.    D.rs.,   Wo.  hens.hrilt.     I\r.   36—39.     1858.      8. 

W.  Violet,  Buchhdl.   in  Leipzig: 
62«2.    W.    >;rhnb(Tl.   1).   Johann    Daniel  KIngr.      1848.     8. 

Gesellschaft  f.  nützliche  Forschungen  zu  Trier: 
6283.   Dies.,  Jahresbericht  v.  J.  1857.     1858.     gr.  4. 

Soci6t6  archöologique  de  Aamur: 

6281.    Dies.,   Annali-s.   T.  rinciuieme.     2.  n.  3.  Livr.      1857— .58. 
8.  mit  Rapport. 
K.    k.   Centralcommission    z.  Erforschung  u.  Er- 
haltung d.  Baudenkmale  >n  Wien: 
6285.    Dies.,    Mitlhcilungcn.     KediicUur:   h.  Weil's.     III.    Jahrg. 
Sepl.     1858.     gr.    f. 
Hahn'sibe  Hofbuchhandlung   in  Hannover: 
62H6.   J.    Ch.    A.   Hcyse's   Fremdwörterbuch.     12.  Aufl.    hersg. 
v.  C.  A.  F.  Mahn.     1.  Lfg.     1859.     8. 
Du  Mont-Schaubergschc  Rnchh.  in  K<dn: 
6287.  Organ    f.    ilinsll.    Kunst,    br.sg.    n     redig.    v.  Kr.   Baudn, 
>r.  19  u.  2(t.     1858.     4. 
Redaktion  d.  numismat.  Zeitung  in  Weifsensec : 

62^^.    Dies.,   miniisinal.   Zeitung,   Ar.    17—19.      1858.      4. 


Dr.  E.  Förstemann,    Bibliothekar   ii.   Lehrer  am  Lyceum 
zu    Wernigerode: 

6289.  Ders.,   alldc  iilsch.-s  nanienbuch.  H.  Bd    C.   Lfg.   1858.  4, 
C.  A.  Händel,  Verlagsbuchh.  in  Leipzig : 

6290.  Deutschland.  Galerie  pittoresker  Ansichten.  1. — 51.  Lfg. 
1856—58.     4. 

J.  E.  Ritter  v.  Koch- Sternfeld  in  Tittmonning: 

6291.  Ders.,  Biylrüge  z.  tculsrluii  Lander-,  Volker-.  Sitli-n- 
u.  Staaten-Kunde.     1.  u.  2.  Bd.     1825  u.  26.     8. 

6292.  Ders.,   Grundlinien  z.  allgem.  Staatskundc.      1826.     8. 

6293.  Ders.,  üb.  d.  Standpunkt   d.  Staalskunde.     1827.     8. 

6294.  Ders.,  das  Pradialprinzip.      1833.     8. 

6295.  Ders.,  d.  leutschen,  insbes.  d.  bayer.  u.  oslerr.  Salz- 
werke.    1836.     8. 

6296.  Ders.,  Rhapsodien  aus  d.  norisrhen  .Mpcji.     1843.     8. 

6297.  Ders.,   Betrachtungen  iib.  d.  Gesch.     1841.     4. 
629S.    Das  geograph.  Element  im  Welthandel.     1843.     8. 

6299.  üebcr  d.  Urkatastcr  d.  Künigr.   Bayern.     1828.     8. 
Dr.  H.  Meyer  in  Zürich  : 

6300.  Ders.,   die   Ortsnamen   des   Kantons  Zürich.     1848.     4. 
Vandenhoeck  &  Ruprecht,  Verlagsbuchh.  in  Göltingeo  : 

6301.  G  Schinidl,  bililiolheca  historico-geographica.  G.  Jahrg. 
1.  Hfl.     1858.     8. 

Falcke  &  Röfsler,   Verlagshandl.  in  Leipzig: 

6302.  E.  \\  ellcr,  die  falschen  u.  lingirten  Druckortc.  Deutscher 
u.  latein.  Theil.     1858.     8. 

K.  k.  Gelehrten -Gesellschaft  in  Krakau: 

6303.  Dies.,  liocznik  lnwarzyshva  naiikowcgo  z  uni\\  ersytelem 
Jagiellonskim.  üddzialu  sluk  i  archeologu  zeszyt  I,  II. 
1851-52,  u.  T.  I.     1858.     8.      Mit  Atlas.     2. 

6304.  Statuten.     1856.     8. 
L'Institut  historique  in  Paris: 

6305.  Dass.,  linvcsimau  nr  T.  VHI.  3.  Ser.  285  u.  286. 
livrais.     1858.     8. 

K.  Gesellschaft  der  Wissenschaften  m  Güttinscn: 

6306.  \\.  \\  allciibach,  Dciilsililands  (■cschichlsc|ucllen.  1858.  8. 

Geschichts-  u.  alterthumsforschende  Gesellschaft 

in   ..Mlciiliiirg  : 

6307.  Dies.,  Mittheil.     IV.   Bd.,  4,  Heft.     1858.     8. 
Buchner'sche   Bnchhandluiig  in   Bamberg: 

630^.    I'.   Iiorbcr.    illuslr.   Frcmdcnfiihrcr    durch    die    trankischi- 

Schweiz.     (1858.)     h 
6309.    G.  K.  Heinisch,  Geschichte   Bayerns.    2.   Aufl.    i858.    8. 

Alterthumsverein  m  Lüneburg: 
tiilU.    Ders.,    die    Alicrlhniiicr    der    Stadt    Lüneburg.      4.   Lief. 
IS57.     2. 
Fr    Hurter'sche   Buchhanill.   in   Schanhausen : 

6311.  h.  Ilicmer,  die  Einführung  des  Christcnibuiiis  in  den 
deutschen  Landen.     4.  ThI.     1858.     8. 

Ein  Ungenannter  m  ftnmbcrg: 

6312.  Eiius  llahis  der  Mall  .Viigspurg  der  Gczicrd  >nil  hley- 
dungen   halben   auffgeriehlu  PoliceyordnnUR.     iri8.'.     2. 

V.  SebuB,   k.   Iiiiyr.  Hniiplninnn,   in   .Nürnberg: 

6313.  Münz ndat  d.  Ilalhs  der  Stadt  Aürnliern  v.  J.  1686.  qu.  2. 


391 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeit. 


392 


QeOTg  Muck,    Pfarrer,   in  Hcilsliroiin : 

6314.  DiTs. ,    Beiträge   zur  Geschichte  von  Kloster  Heilsbronn. 

1i:>9.    «. 

J.   Hach,  Doirivicar,   in  Gcisfiiheini   :i.    I(h.: 

6315.  Uers.,  reliquairc   byranlin  de  Linilii)ur(j-sur-l.alin.    1858. 
.T.   4.     2   Ex. 

Bauer  &  Raspe,  BuchhdI.  (Jul.   Merz),  in  Niirnbcrg: 

6316.  Zeilschrifl    fiir     deutsche    Kullurgcschichte.     Herausg.    v. 
Joh.   Müller  u.  Job.   Kalke.      Oklobcrhefl.     1858.      8. 

J.  B.  Metzler'scbe   Binbhdl.    in  Sliiltgarl: 

6317.  C.rnianir,.      Ileraii.s!;.    v.   F.   FfeiBTer.     III.  Jahrg.     3.  Hft. 
I85H.      N. 

Sev.  Müller,   .\rchivsl)ianilcr  am  gernian.   Museum: 

6318.  Bihlia  (sng.  Churfürslunhibclj.     1693.     2. 
C.  H.  Beck'sche   Bucbhandl.   in  INördlingen  : 

63I'J.    C.   BcikiT,  die  bifliiniscben  Reformatoren.     1858.     8. 
6320.    AbnTs  des  deutschen  Miinzwesens.     1837.     8. 
63>1.    Dil-  Hiilkniftc  des  kalten  Wassers.     1839.     12. 

Ein  Unbekannter: 
632Ü.    Killtr-,\iimin   der  Ritlerkapclle  zu  Hafsfurt.      1858.     8. 

Dr.  Eisenmenger,  Rath,  in  Kirchberg  u.  d.  J.: 

6323.  L.   W.   Iloffinnnn,  .Miinzschliissel.      1692.     4. 

6324.  Das   l.and^erderblicbe   .Miinlz- Wesen.     1690.     4. 

6325.  J.  Sibniiulier,  new   Wapcnbiicb.      1605—9.     qu.  4. 

6326.  J.  Appel,   Münzen  u.  Medaillen.  4.  Bds.  2.  Abtb.  1829.  8. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung.  *) 

Beda  Franz,  Slndlpfleger,  in   Itottweil: 

2566.  2  Kiipferjelons  und    1    llupferiiiünze  v.    16.  Jhdt. 

2567.  2   kleine  .Silliennüiizen   v.    17.  Jhdt. 

A.  Gutheinz,  Kecblskonsulent,  in  Oberndorf  a.  N.: 
256>*.    Ti  l'iipii  r-  und  Lacksicgel  älterer  und  neuerer  Zeit. 
Dr.  H.   Holland  in   .München ; 

2569.  Zeichen   der  Brüderschaft   vorn  heil.  Michael,  von  Bronce. 

2570.  Karte  des  Amtes  Ilcrsbruck,   von  I*.  Pfintzing.      1596. 

2571.  10  Karlen  vom   18.  Jhdt. 

2572.  Kelzersinnimbaum,  Kpfrstcb.  v.   17.  Jhdt. 

2572  a.  Ansicht  aus  Nürnberg^u.  Porträt  des  G.  Ott,  Kpfrstche 

Dr.  Staudinger  in  Kadolzburg: 
2.')73.     Biidisihe   .Sdlieriiuinze   v.  1637. 

Dr.  B^yerlacher,  prakl.   Arzt,  in  Nürnberg: 

2574.  3  Thonperlen,  ausj;egrahen  b   Medingen,  Kgrch.  Hannover. 
2574  a.   I'i.rlral  Kr.   Napoleons  I.,   Kpfstcb. 

2575.  8  romische   Kupfermünzen. 

2576.  Broncemedaille  auf  die  Schlacht  bei  Friedberg. 
Chr.  Braunstein  am  germ.   Museum: 

2'>77.    HiirL'-r.illi.h   mirnbcrg.   Silbermünze  v.    14.  Jhdt. 
Ein  Ungenannter  in  Nürnberg: 

2578.     AliluMiini;     d.-r    soccn.    faul,  n    Mette,     einer    Kanone    zu 
Brannschweijj;   Kpfslch. 


•)  Barlchtlfcung.     Bei  Nr.  8562   ll<»    Kopferatlchtu   lUtt   Kupfer- 
mQnxeo. 


2578  a.    Ahnenprobp    des    Magnus    Dilherr,    Wsssernialerei  vom 
17.  Jhdt. 

Ign.  Fr.  Keiblinger,  .'^liriskapilular  u.  k.  k.  em.  Professor, 
in    Milk: 

2579.  Wappen    der    .\elite    Thomas    und    l'rban   II.    von     Melk, 
Kpfrstche. 

C.  Frhr.  V.  Reitzenstein  z.   Z.   m   .München: 

2580.  BroncespaniTc  ans  einem  (irabe   bei  Reichenhall. 

2581.  8   Heilige,   Ilolzschnille   von   Chr.  v.   Sichem. 

C.  F.  Westermann  in  Bielefeld: 

2582.  Verzinntes   Bruncegefafs  mit  altgerm.  Verzierungen,  aus- 
gegraben am  Ravensberge. 

2583.  Broncener     Doppeladler    von     einem     Kronleuchter     des 
16.  Jhdts. 

2584.  Aslrolo^'.   Medaille  v.    16.  Jhdt. 

Dr.   G.   Schmitt,   prakl.  Arzt,   in   Zeililzheim: 

2585.  2  Lackabdrücke  eines  alten  Sicgelstockes. 
Mauch,   Obcrrenlanilinann,   in   Gaildorf: 

2586.  I.ai  kaliilrüi  ke  zweier  Siegel  v.  14.  Jhdt. 

2587.  Zeichnung  eines  Pokals  v.   16.  Jhdt. 

2588.  2   Blätter  mit  Darstellung  des  grofscn  Brandes    zu   lieut- 
lingen  im  Jahre  1726,  Kpfrstch. 

2589.  VVirlhskarte    vom   Gasthof  „zum  Bitlerbolz^  zu  Nürnberg, 
«pfrslcb.  v.  18.  Jhill. 

A.  Zemsch,   Privatier,  in  Bamberg: 

2590.  R.ibinpli-nnig  v.    16.  Jhdt. 

T.  A.  C  Prestel,   Kunsthändler,  in   Frankfurt  a.    M. : 
2ri91     Kupferstich  vom   Meister  B.  S. 

2.")9I  a    Portrait  der  A.   Tiraquellus,  Holzschn.  v.  J.   Amman. 
2ö9!  b.   Ein  Blatt  ans  J.  Ammans   Wappenbuch.     N.   Abdr. 
2591  c.   Ilandziii  hnnngsiniitalion    v.    J.    T.    Prestel    nach    einem 
nlldeiitsihen    Meister. 

S.  Handschuch,  .Stud.   med.,   in   Erlangen: 

2592.  Prospekt  des'  Dorfes  Kraflshof,  Kpfrstch. 
Fr.  Bell,  I.   Staatsarchivar,   in  I.uzern  : 

2593.  Laikabdruck  des  im  Staatsarchiv  zu   Luzern  aufbewahr- 
ten goldnen  Sicgelstockes  H.  Karls  des  Kühnen. 

C-  Becker,   k.  preufs.  Steuerinspektor,  in  Würzburg: 

2594.  4   llan.l/.cicbnungen   v.    15.  u.    17.  Jhdt. 

2595.  Ansicht  von   Pnssau,  Stahlstich. 

2596.  S  Blätter  mit  Abbildungen  aller  Geräihe,  Steindruck. 
Mohr,  Divisionsvelerinärarzt,  in  Nürnberg: 

2597.  Silbermedaille  auf  die   Grimdsteinleeunir    der    heil.   Drei- 
faltiffkiilskirche  zu   Recensburg.     Ili27 

Se.  kgl.  Hoheit,  Grofsherzog  Alexander  von  Sach- 
sen-Weimar: 

2598.  7  Gypsabgüsse  von   romanischen   Kapitalen   aus  Eisenach 
und   \nn   der   Wartburg. 

Dr.  Andresen,   Consirvator  nn   d.   Bibliotb.    des   g.    Mu». : 

2599.  Silberne  Jubelmedaille  auf  die   llcfDrniation  ,  Rothenburg 
n.   d.   T.      1717. 

V.  Sebus,   kgl    bajr.   Il:in|ilinann,   in   Nürnberg: 

2600.  10   kleinere   Silberniünzen   v.    16    Jhdt.    -     16.50. 

2601.  12  dergl.   von    1650  —   18.  Jhdt. 


393 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


394 


2602     2  Kiipferjelons    und    rine  Venelianer    Kupferniünze    vom 
16.  Jliill. 
Dr.  Ed.  Krömecke  in  Wnrburg: 

2603.  4   PadcrliorntT  Kupferinünzen  v.   18.   Jhdt. 

Prof.  F.  C.  Mayer,   Lehrer  an  d.  Kiinstsrhiile  In  riürnberg: 

2604.  Lhi  kahdruck    eines   Siegelstockcs    des    Stifts    Ilildesheiin 
vom   16.  Jhdt. 

V.  Schvrarz,   Gnlsbesitzer,   in   INiiriilierg : 

2605.  2   \N:illl.cic  hsen   mit  Gestellen   v.    K!.  Jhdt. 
Adler,   K:inzleiralh.  in   Berlin: 

26(16.    10  Piirtnils,   Kupferstiche  v.   18.  u.    19.  Jhdt. 

K.  Preusker,  kgl.  s.  Rentamtmann,  in  Grofsenhain: 

2607.  2  Brarlealen  Dietrichs  des  Bedrängten,  .Markgr.  v.  Mcifsen. 

2608.  Porträt  des   Gesehenkgebers,  Stdrk. 
Ein  Ungenannter  in  Nürnberg: 

260y.    4  üngiHiilsiegel  v.   14.  u.   15.  Jhdt. 
Lust,  kgl.  Advokat,  in  Straubing: 

2610.  Silberrriünze  K.  Heinrichs  III.   und   Bischof  Hortwig's  von 

Bamberg  aus  dem  .Saulburger  Funde. 

2611.  2  römische  Kuprermünzen. 


Ein  Ungenannter  m  \urnlperg: 

2612.  2  Handzeichnungen  v.  16.  Jhdt.,  Landschaft  u.  Mnnatsbiid. 
Dr.  Beeg,  Rektor  der  Gewerbschule  zu  Fürth: 

2613.  .Xbdruck    eines   Siegelstockes    des    Gaudcnz    v.  Rechberg 

V.    1506. 

Caselmann,  Pfarrer,  in   Üielersdorf: 

2614.  Silbermedaille  auf  die  Errichtung  von  Luther's  Denkmal 

zu  Millenlicrc   1821. 

Frhr.  V.  Reitzenstein,    k.    Oberzollrath    u.   Kammerer,    in 
-München  : 

2615.  3   Prager  Groschen   v.    14.   Jhdt. 

C.  Frhr.  v.  Reitzenstein.  z.  Z.  in  .München: 

2616.  13   gemalte  Initialen  auf  i'ergament  v.   12.      15.  Jhdt. 

26 17.  Gemaltes   Wappen   auf  Pergament  v.   16.  Jhdt. 
Drei,  .\nliquar,   in   München: 

2li!8.    Bleiinefhiille   \on   Kr.  Karl   V.,  durchbrochen. 

Dr.  Eisenmenger,  Kalh,  in  Kirchberg  a.  d.  J. : 
2619.    Eine  iMunzfainndung  von   1465  Stück   Silber-  u.   Kupfer- 
münzen   aus    allerer    und     neuerer    Zeit     (2  Goldmünzen 
1119  Silbermünzen  u.  344  Kupferniünzen). 


lliroiiik  (1er  historischen  Vereine. 


Oherbayerisches  Archiv  für  vaterlandische  Ge- 
schichte, Bd.  XVII,  H.  3  cnthiilt  an  Quellenbeiträgen  zur 
Landesgeschichte:  Gefangenschaft  des  köuigl.  schwedischen 
Feldniarschalls  Gustav  Hörn  im  Schlosse  zu  Burghausen  von 
1634  —  41.  Aus  den  Akten  des  k.  Iiayer.  Archivs  mitgelheill 
durch  Graf  Topor  Morawitzky,  k.  Hauptmann.  —  Beiträge  zur 
Geschichte  der  Türkenkriege  etc.  von  dems.  —  Ein  Aktenstück 
zur  Geschichte  der  Sendlinger  Schlacht,  niitgcth.  von  Bibl. 
Füringer.  —  Band  XVIIl,  H.  1  u.  2  enthalten  für  die  Topo- 
graphie und  Landesgeschichte:  (iescliichte  der  Pfaj-rci  und  des 
Marktes  Aibling,  von  Pfarrer  Joseph  Grassinger.  F'ür  die  Ge- 
schichte Bayern's  zur  Rümerzeit:  üeber  eine  von  IVassenfels 
nach  Manching  über  P'eldkirclicn  ziehende  Romerstrafse,  von 
Major  H.  Vogt  in  Bamberg,  redig.  ^on  Jos.  Hefner.  —  Ueber 
das  Segment  einer  römischen  Verbindungs-Strafse  von  Ebers- 
berg nach  Erding  und  an  die  Isar  nach  Moosburg,  von  IJernli. 
Zopf.  —  Ueber  den  zwischen  Nassenfeis  u.  Wolkerlshofen  ge- 
fundenen und  im  k.  Anliquarium  in  .München  aufbewahrten 
römischen   Meilenstein,  von  Jos.  v.  Hefner.  — 

Drei  und  z  w  a  n  z  i  g  s  t  e  r  J  a  h  r  e  s  b  e  r  i  c  h  t  rl  e  s  histori- 
schen Kre  is  Vereines  im  Regierungsbezirk  Schwaben  und 
Neuburg,  für  das  Jahr  1837,  enthalt  aufser  den  Berichten 
über  die  Gcsellschaft.<angelegenheilen  verschiedene  Berichte 
über  antiquarische  Funde,  über  die  Auffindung  römischer  Bau- 
Überreste  etc.  von  .M.  .Metzger,  über  Funde  beim  Bau  eines 
unterirdischen  Kanales  ele.  vom  Bnurath  Kollmann ;  das  Bnt- 
feld  und  das  Burgfeld  in  der  Pfarrei  Ehingen,  von  Archivar 
Herberger.   —     Als    Anhang:    Der    Pfahlgraben.     Kurze    allge- 


meine Beschreibung  des  limes  Rhaeticus  und  limcs  Transrhe- 
nanus   des   römischen  Reiches,  von  James  Yates.  — 

Das  Archiv  für  Geschichte  und  Allerthumskunde 
von  Oberfranken,  Bd.  VII,  H.  2,  enthält  für  die  Landes- 
geschichte an  Ouellenbeitr.igen :  Diplomatuni  ad  terrae  quon- 
dani  Baruthinae  superioris  histor.  spectantiuni  sunimac  e  Regestis 
cura  de  Lang  inceptis  etc.  eitcerplae  (Forlsetzung).  An  .\b- 
haudlungen:  .M.  Paulus  Daniel  Longolius,  Rector  des  Gymna- 
siums zu  Hof,  nach  seinem  Leben  und  Wirken  dargestellt  von 
Prof.  Dr.  A.  Nenbig.  —  Das  neue  Gravenreuth'schc  Stift  zu 
St.  Georgen  bei  Bayreuth,  von  Ph.  Hirsch.  —  Kurze  Beschrei- 
bung der  Landeshauptleute  zu  Hof,  wie  sie  seit  dem  Jahr  1366 
im  Amle  auf  einander  gefolgt  sind,  von  H.  von  Sichart.  — 
Beitrage  zur  Geschichte  der  Grafen  von  Truliendingen  in  Ober- 
fraiikeu,  von  Dr.  Holle.  —  l'eber  die  verschiedenen  Faniilien- 
iiamen  der  oberlriinkisclien  Adeligen  in  Einem  Geschlechte, 
von  deins.  —  Zur  Geschichte  der  Grafen  von  Andechs  und 
Herzoge  von  Mcran,  von  dems.  —  Geschichte  der  reforniirtcn 
Gemeinde  zu  Baireuth,  von  Pf.   Barth.   — 

Das  Archiv  für  ScIi  we  ir  eriscbe  Geschichte,  her- 
ausgegeben auf  Veranstaltung  der  allgemeinen  geschichts- 
forschenden  Gesellschalt  der  Schweiz,  Bd.  XII,  Zürich  1858, 
enthalt  aufser  den  Berichten  und  i'rolukollen  der  zwölften 
all);enieinen  Versammlung  und  der  Versammlungen  der  Kan- 
tnnalgesellschaflen  von  Bern,  Basel,  GrnulUnden  an  hi.ilnri- 
schen  Abhnnillimgen  und  Ouellrnbcitragen  für  die  (irschichle 
der  Schweiz:  Heber  die  politischen  Verhallnisse  zur  Zeil  der 
Sempacher  Schlucht,  nuniinllich  über  die  üeiichungen  iwiiihca 


395 


Anzeiffci-  IVir  Kiimle  liiT  deutschi'n  Vorzeit. 


396 


der  Eirfjjenoästnsihnft  iiml  dem  rifulsohen  priifsen  SlailtiLnindc, 
von  Prof.  Dr.  Hagen.  —  Beiträge  lur  .Schweizergesrhirhie  aus 
englischen  .Manusiriplen,  initgclh.  von  Dr.  J.  J.  Bachoren  und 
Dr.  Karl  Stelilin.  —  l'rkunden :  Urbarbuch  der  (irarcn  von 
Kiburg  aus  der  .Mille  des  13.  Jalirh.,  von  der  Redaktion.  — 
Denkwürdiglieilen :  papstliche  Instruktionen,  bctnlTend  Villlin 
auj  der  Zeil  des  Papstes  Gregor  XV. ;  mitgelheill  m>m  .1.  Ariilreas 
von  Sprecher.  — 

Die  Historische  Zeitung,  herausgegeben  von  der  all- 
gcniein6n  geschichtsforschenden  Gesellschalt  der  Schweiz  etc. 
enthalt  in  ihrem  letzten  Hefte  ein  alphabetisches  Personal-  und 
Sachregister  zu  derselben.   — 

Der  Jahresbericht  des  Vereines  für  Siebenluir- 
gische  Landeskunde  für  das  Vereinsjahr  l«*'/,,,,  Hcrniann- 
stadt  1858,  enlhall  Berichte  über  Gesellscbaflsangelegenbeilen, 
Verzeichnisse  der  .Mitglieder  und  korrespondierenden  Akademien 
und   Vereine. 

Abhandlungen  der  li  i s  t o  r  i s c h  -  p b  il  o s 0 p h i s c h  e n 
Gesellschaft  in  Breslau,  erster  Band,  18,")8,  enthalt  zur 
Rechtsgeschichte  von  Prof.  K.  Ropell:  L'eber  die  Verbreitung 
des  .Magdeburger  Stadtrecbtes  im  Gebiete  des  alten  polnischen 
Keicbes  ostwärts  der  Weichsel.  —  Von  W.  Watteubaeb:  die 
Slavische  Liturgie  in  linbiiieri  und  die  allrussische  Legende 
vom  h.   Wenzel.   — 

^ovus  Codex  (I  i  p  1  (1  m  a  1 1  <•  US  B  ra  ri  d  en  b  urgensis 
Erster  Ilauptlhcil  oder  rrkundensainnilung  zur  Gescbicble  der 
gelsilichen  Sliflnngcn,  der  adlirben  Familien,  sowie  der  Stadtu 
und  Burgen  der  Mark  Brandenburg.  Fortgesetzt  auf  Veran- 
staltung des  Vereines  für  (Jeschicble  der  .Mark  Bran- 
denburg. Von  Dr.  Adolf  Friedr.  Riedel.  Bd.  ,\V. :  Samm- 
lung der  Urkunden,  Chroniken  und  sonstiger  Geschichtsquellen 


•)  Da  uns  von  mehreren  entfernteren  Vereinen  vollständigere  Sclirif- 
tensammtungen  zugesendet  worden  sind,  fügen  wir  die  Angabe  des 
Inhaltes  derselben  in  der  bisher  eingehaltenen  Weise  hier  ein. 


der  Mark  Branilenbiirg  und  ihrer  Regenten.  Die  Allinark. 
Stadt  Stendal. 

Das  Archiv  für  die  Geschichte  Liv-,  Esth-  und 
Curlands,*)  hcrausgeg.  von  Dr.  F.  G.  v.  Bunge,  Dorpat, 
enthalt  im  1.  Bd.  (I842J  für  die  Landesgeschichte:  Li\Iaudi- 
sche  Landescinigung  vom  J.  1  13.i,  von  Dr.  C.  E.  \apier»ky. — 
Tieleinan  lin'dinbaclis  Beschreibung  des  dritten  livlandischen 
Krieges  gegen  Kufsland  vom  J.  15.58  etc.,  aus  dein  Lat.  ubers. 
von  L.  V.  Tiesenhausen.  —  Dr.  Vhelings,  berzogl.  niecklenb. 
Raths,  Sendung  durch  Livland  nach  Nowgorod  im  J.  1572,  niit- 
getheill  von  H.  v.  Busse.  —  Zur  Geschiebte  der  Städte:  das 
älteste  unter  Bischof  .Mhert  \.  aufgezeichnete  rigisrhe  Stadt- 
recht; herausgeg.  v.  L.  INapiersky.  Als  Anbang:  Auszug  aus 
dein  Hapsal'srhen  Stadlrecbte  Bischofs  Jakob  von  Oesel ,  vom 
J.  1291.  —  .Materialien  zur  Geschichte  der  Sladt  F'ellin.  — 
Beilrage  zur  Sitlengescbicble  Revals,  von  Ed.  Pabst.  —  Zur 
Geschichte  der  Kirche:  Protokoll  der  katholischen  Kircben- 
visilation  in  Livland  v.  J.  1613.  —  Kaihol.  Kirchenvisilatiun  in 
Livland  im  J.  1583  od.  1584,  v.  C.  V.  Napiersky.  —  Urkun- 
den zur  Geschichte  des  Bislhunis  Reval,  mitgelh.  von  G.  v. 
Brevem.  — 

Band  IL  (I843j  enlhall  für  die  Landesgescliuhle :  Die  \er- 
baiidlungen  zu  Rujen  und  W  ulniar  im  J.  1526;  niilgetb.  von 
(i.  V.  Brevem.  — '  Relation  von  Odert  Hasifers  und  Hinrich 
Priefsmanns  Gesandlschaft  nach  Moskau ,  wohin  sie  von  König 
Sigismund  abgefertigl  wurden,  A.  1597.  —  Kurländische  Lnnd- 
tagsrczesse.  —  Beitrage  zur  Kunde  der  Oslseeproviiizen  in 
allen  Zeilen,  von  Ed.  Pabst.  ■ —  F'ur  die  Geschichte  der  Städte: 
Ueber  den  Handel  Rigas.  —  F'ur  die  Geschichte  der  Kirche 
tmd  Schule:  lieber  den  liirchenzehnlen  in  Livland,  von  G.  v. 
Brevem.  —  F].\eculoriales  Joannis  V.  episcopi  Tarbalensis  de 
anno  1476.  —  Ueber  die  Stiftung  des  Sl.  Michneliskiosters  zu 
Reval.  —  Verfassung  und  Einrichtung  des  GouvernemcnW- 
Gymnasiuiiis  zu  Reval  seit  dessen  Stiftung  1(531  —  1837,  von 
I'h.    \Villi;;erod.  —   (Fortsetzung  folgt. J 


i\  a  c  h  I'  i  c  h  l  c  n. 


liKeratiir. 

Neu  erschienene  Werke. 
80)  Zeitschrift  für  die  Geschichte  des  Ober  rlic  ins, 
herausgegeben    von    dem    Landesarchive    zu    Karlsruhe, 
durch    den    Direktor    desselben     F".    J.    Mone.      8.    Bd. 
519  S.     9.  Bd.    Heft  1—3.    .384  S.    8.     Karlsruhe,  Druck 
und  Verlag  der  G.  Braun'schen   Hurbuchhandlung. 
Es    ist    diese  Zeilschrift  schon    hinlänglich    allen  Forschern 
auf   dem    Gebiete    der   inneren    deutschen    Geschichte    bekannt, 
so    dafs    eine    Empfehlung    mit    vielen   Worten    durchaus    über- 
flüssig erschoinl.      Die  ersten  sieben   Bande  haben   für    die  Ge- 
schichte des  Oberrheins  und  seiner  Stadle,    für  die   (ieschichlc 
des  Landbaues  und   der  Gewerbe,    für  die  .Munzgeschichte  und 


die  Finanzwirlhscbafl,  für  den  Waaren-  und  (icldbandel  und 
viele  andere  Zweige  der  Kulturgeschichte  so  viele  und  IrefT- 
licbe  Beiträge  gebracht,  dafs  dadurch  sich  das  Verhaltnifs  dieser 
Zeitsclirift  zur  Gescbicblswissensibaft  als  einer  für  Jeden  un- 
enlbehrliiheii  Maleriallensamiiilung  heraiisgeslellt  hat.  Die  uns 
vnrlieginden  sieben  Hefte  enlballen  wieder  die  gediegen.'itcn 
Beiträtje  nach  denselben  Ricbliingeii  hin  und  wir  heben  daraus 
lier\i>r  fiir  die  piditische  Geschichte  des  Oberrheins  und  seiner 
Landi  r  und  Städte:  Verbreitung  des  landsassigeu  Adels  am 
Oberrbein  vom  13. — 17.  Jahrb.,  Urkunden  und  Regesien  xur 
Gescbicble  der  Stadt  Villingen  vom  13. — 16.  Jahrh  ,  Urkunden 
und  Auszüge  über  F^lsafs  und  Lothringen  vom  13. — 16.  Jahrb., 
niirgerannahme  vom  13.  — 18  lahrh  in  Hheinpreiifsen,  Hissen, 
Bayern  etc.,  zur  Geschichte  fränkischer  Dynaslen  12.-15.  Jahrb., 


397 


Anzcig'er  t'ur  KtincJo  der  lirubchüii  N  oizfil. 


398 


Urkunden  lur  Geschichte  der  Grafen  von  Freiburg,  zur  Ge- 
schichte von  Worms.  Für  (he  Geschichte  iler  Kirche  und 
Klöster:  IVkundennrchive  der  Kloster  Lichlenihiil ,  Herrenall), 
Wonnethal,  Kcgcsten  iiher  uassauische  KUistcr,  rtekrologiuni 
von  Weissenau.  Für  die  Geschichte  des  Handels  und  der 
ScbiflTidirt ,  des  Geldes  und  der  Finanzen:  Finanzwesen  vom 
13. — 15.  Jahrh.  in  der  Schweiz,  Baden,  Bayern,  Hessen  und 
Rheinpreufsen:  die  RhcinschiflTahrt  vom  13. — 15.  Jahrh.,  Geld- 
kurs vnm  9. —  15.  Jahrh.,  Geldkurs  vom  14.  — 16.  Jahrh.;  die 
Mehcrei  und  ihre  Beigewerhe  in  Baden,  Elsafs,  Bayern  und 
Hhcinpreufsen  vom  14.  —  16.  Jalirh.  Aufserdem:  Beilrage  zur 
Kunstgeschichte  in  Baden,  Elsafs,  Bayern  ;  zur  Gelehrten-  und 
Schulgeschichtc  vom  14.  -  1".  Jahrh. ;  über  die  Juden  vom 
13. —  lö.  Ji(hrh.    in   Württemberg  elc.  — 

81)  Denkwürdige  Beitrage  für  Geschichte  und 
Rechtsalterlhümer,  herausgegeben  von  Dr.  l'aul 
Wigand.  Leipzig,  Verlag  von  S.  Hirzel.  1858.  8. 
X.     286  S. 

Der  Herr  Verfasser  hat  .«ich  schon  durch  seine  zahlreichen 
Schrillen  um  die  Geschichte  des  dentscben  Hechtes,  der  deut- 
schen Kultur  und  seiner  westfälischen  Heimath  ein  so  allgemein 
anerkanntes  Verdienst  erworben,  dafs  jeder  auch  diese  neue 
Schrift  mit  dem  grüfsleu  Interesse  wird  zur  Hand  nehmen. 
Und  der  Inhalt  derselben,  meistens. Akten,  Urkunden,  Kelaliunen 
u.  ahiil.  enthaltend,  sorgfällig  redigiert  und  auf's  Sauberste 
ausgestattet,  mit  sachgcmafsen  Kinleitungen  und  Erliiulerungcn 
versehen,  befriedigt  die  Erwartung,  die  Titel  und  iVame  er- 
regen, vollkommen.  Das  Material,  das  uns  hier  gegeben  wird, 
umfafst  verschiedene  Zweige  der  Geschichte  und  des  'Lebens 
und  wird  uns  in  einer  diesem  Umfange  entsprechenden  Ord- 
nung gruppenweise  vorgefiibrl.  Mir  linden  zun:iclist  zum  Ge- 
mälde des  dreifsigjährigcn  Krieges  aus  corvev'schen  (Juellen 
nach  einer  längeren  Einleitung  eine  Anzahl  urkundlicher  Be- 
lege und  Berichte  von  Zeitgenossen,  worunter  sich  auch  Schrei- 
ben von  hervorragenden  Persönlichkeiten,  von  Ferdinand  I., 
Amalia  Elisabeth,  Tilly  u.  a.  befinden;  dann  folgen  nach  einer 
Anzahl  corvey'schcr  Urkunden  aus  einem  alten  Gedenkhuch 
der  Sladt  Höxter  die  inleressantcsten  Beiträge  zur  Geschichte 
dieser  und  damit  aller  deutschen  Sladle,  der  Fehdezeilen,  des 
Zunft-  und  Gildevvesens,  ihrer  Reclils\erlialtnisse,  ihrer  Lehns- 
abhängigkeit vom  Abte  zu  Corvcy  etc.  Die  fulgimden  Ab- 
schnitte enthalten:  das  peinliche  Halsgerichl  zu  Höxter  1605, 
Hergewede  und  Gerade  im  Fürstenihum  Paderborn ,  Urlheile, 
schiedsrichterliihe  Erkenntnisse  und  Weisthümer,  Beiträge  zur 
Geschichte  der  Sitten  und  .Moden,  der  llexenpro/.esse,  der 
Schatzgräberei  iiricl  Mcle  Kleinere  Miscellen  und  llorgescliielileii. 

82)  Historia  L  m\  e  m  Im  rg  ensis,  sen  commenlarius  quo 
ducum  Luxcmhurgensium  ortns,  progressus  ac  res  gestac 
elc.  succincte  persiringuntur.  A  D.  J.  Bertclio, 
Epternacensis  monaslerii  abbate  concinnata.  Editiu  re- 
cognita  a  J.  P.  Brinimcyr  el  .Math.  Michel.  I.uxern- 
burgi,  V.   Bück,   1856.     8,     XXII  u.  378  S. 

In  dem  vornngestelllen  Summarium  vilac  auctoris  geben 
die  Herriusgeber  von  den  Lebensumstanden  des  Verfassers  eine 
kurze  Ucbersicht.      Derselbe  lebte  zu    den  Zeilen    K.  Karls   V- 


und  Philipps  IL,  er  ward  nämlich  zu  Löwen  im  J.  1544  ge- 
boren und  starb  im  J.  1607.  Die  hier  vorliegende  Geschichte 
Luxemburgs  ist  sein  Hauptwerk.  Sie  erschien  zugleich  mit 
dem  Büehelchen  Deorum  sacrilieinrumque  gcntilium  descriptio 
im  J.  1605  zu  Köln,  und  dieser  Ausgabe,  die  durch  eine  grofse 
Zahl  von  Druc  klehlcrn  entstellt  ist,  folgte  im  J.  1635  die 
zweite,  die  zwar  besser  als  jene,  aber,  da  sie  nur  einen  Theil 
des  Werkes  enthält,  eine  unvollständige  ist.  Aus  diesem  Grunde, 
zumal  das  Buch  für  die  gleichzeitige  und  Lokalgesehichle  in- 
interessanl  ist,  sahen  sich  die  Herausgeber  veranlafst,  die  vor- 
liegende Ausgabe  in  correkter  und  eleganter  \>cise  zu  ver- 
anstalten. % 

83j  Geschichte  der  Metalle.  Von  Dr.  F.  X.M.Zippe. 
Wien,  1857.  \V.  Braumiiller.  8.  XV  u  364  Stn. 
Die  Anregung  zu  vorliegender  Schrift  gab  ein  Vortrag  des 
Verfassers  in  einer  feierlichen  Sitzung  der  Wiener  Akademie 
der  Wissenschaften,  der  zum  Gigenstand  eine  Uebersicht  der 
geschichlliehen  Verhältnisse  der  drei  .Metalle  Gold,  Kupfer  und 
Eisen  halle.  Die  Darslellung  dehnt  sich  gegenwärtig  in  die- 
sem Buche  über  alle  Metalle  aus.  „Für  geschichtliche  Ereig- 
nisse, welche  sich  im  Leben  und  in  der  Bewegung  ganzer 
Völker  sowohl,  als  in  der  Entwicklung  wichtiger  Zweige  der 
Wissenschaft  auf  .Metalle  zurückführen  lassen,  diese  Grimdlage 
nachzuweisen,  ist  die  für  dasselbe  gewählte  Aufgabe."  Der 
StolT  ist  demgemäfs  sowohl  der  (ieschichle ,  als  der  Aalurge- 
schichte entnommen,  die  Behandlung  monographisch,  indem 
die  .Metalle  je  nach  ihrem  ersten  Vorkon)men  in  der  Geschichte 
einzeln  vorgeführt  werden.  Die  geographischen  Verhältnisse, 
die  ersten  geschichtlichen  Erwähnungen  und  Verwendungen, 
die  Arten  der  Ausheule,  die  Bedeutung  in  kulturgeschichtlicher, 
wissenschaftlicher  und  technischer  Hinsicht,  dies  Alles  ist  im 
vorliegenden  \\erke.  das  der  Verfasser  weniger  einem  gelehr- 
ten, als  uberhiiupl  gebildeten  Publikum  bestimmt  hat,  zu  einer 
Uebersicht  znsaniniengefafsl. 

84)  Homberg's    Zcitschrifl    für    praktische     Bau- 
kunst.     Zur    Verbreitung    gemeinnütziger    Kenntnisse, 
sowie  der   neuesten  Erfindungen    und  Entdeckungen    im 
Gebiet    des    gesammtcn    Bauwesens  ....    redigirt    von 
E.  Knoblauch,  königl.   Baiirath  u.  s.   w.    (Jeder  Jahr- 
gang nmlalsl   24  Drnikbogen  Text   und  30  bis  40  Tafeln  ). 
Diese  tüchtige,  von  Fachleulen  redigierte  und  geschriebene 
Zeitschrift    kann    als    ein    bewahrter  Führer    in    allen   Zweigen 
der    Bauwissenschafl   und    überhaupt    lechnischer  Ausführungen 
iinil    Erliiidungen    für    die    Gegenwart    lietrarhlel    werden.     Sie 
oricnlierl  uns  über  Alles,  was  sich   Acues  auf  diesen   (iebiclcn 
zutragt,  sowohl  in   ilen  eigenen  Abhandlungen  ihrer  .Mitarbeiter, 
wie    durch    Zusammenslellungen    aus    deutschen,     französischen 
und    englisilun   Bliitlern.     Sie    verbindet    abi-r    die  Vergangen- 
heit mit    der  Gegenwart ,    tlieils ,    indem  sie  uns  Geluuidc    oder 
Kunstgewerbsgcgenstandc,     Allare    i.    B.,    io    den    alten    Stil-     . 
arten    vorgeführt,    theil«,    indem    sie     noch    vorhandene    Bau- 
denkmäler   des     Mittelalters    bespri.ht.      So    finden    sich     inte- 
ressante   Arbeilen    ober    die    Kirchen    zu    Ilhcnburg    und     DrU-       * 
beck.     iibir     die     Restauration     di-r     Kirche     auf    di'm    l'eler»- 
berg  bei  Halle  u.  a.     Sehr  bemcrkenswerth  für  die  Bautechnik 


399 


Anzeiger  für  Kunde  der  deubelieii  Voizeil. 


4UÜ 


des  deutschin  Miltelallcrs  sind  auch  Aufsätze  wie:  Kursbuden- 
mosaiken, Bemerkungen  über  den  Bau  mit  Kropfsteinen  u.  a. 
Die  beigegebenen  Zeichnungen  in  Sleinradierung,  von  den  Ar- 
chitekten selbst  ausgeführt,  sind  ihren  Zwecken  vollkommen 
entsprechend. 

85)  Gemälde  von  F'rag  und  dessen  Umgebungen.  Nach 
der  Natur  geschildert  und  geschichtlich  irkiulert.  Ein 
Führer  für  Fremde  und  Heimische  von  V.  Merk  las. 
Siebente,  gänzlich  umgearbeitete  Auflage  von  Gerle's 
Prag.  Prag,  1858.  Verlag  von  K.  Andr^.  Mit  Stahl- 
stichen.    141   u.  X  Sin. 

Prag  im  neunzehnten  .1  a  b  rhu  n  d  er  t  e.  Verlag  von 
Karl   Andre  in   Prag.     HO  Stahlstiche  in   qu.   Fol. 
Der  Dom  zu   Prag  von  U  r.  A  u  gus  t  Am  bros.    Prag, 
1858.     Verlag    von    \i.  Andre.   Mit  Stahlstichen.     VIll  u. 
375  Sin. 

Der  Führer  durch  den  Dom  zu  Prag  von  Dr.   A. 
Ambros.     Wohlfeilste  Ausgabe  nach    dessen    grofsercm 
Werk    skizzirt.     Mit    zwei  Ansichten    und    einem   Grund- 
risse.    Prag,   1858.     Verlag  von   Karl   Andre.     137  Sin. 
Panorama    von   Prag.     Aus    dem    Excellenz    Gräflich 
Scbonborn'schen    Garten    iiufgenommen.     Gestochen    von 
Rybicka.     Verlag  von   Karl  Andre.     1858. 
Panorama    von    Prag.     N.ich    der    Natur    in)    Viilks- 
garlen  aufgenommen.     Verl.ig  von   K.   Andre. 
Der  Zufall    wollte,    dafs    gleichzeitig  mit  den   aufgeführten 
Ansichten   und   Beschreibungen   der  allen   Königsstadt    drei   um- 
fan"reicbr  Pro.'ipekte  derselben   in   Kupferstich  vom   17.  Jahrhdt. 
in  unsre  Hände  gelangten,   und  es  ward   recht  ersichtlich,  wel- 
chen Eindruck  von  jeher  jene  durch   Schönheit    der  Lage    und 
Pracht  und  Ehrwürdigkeit  des  Aussehens  hervorgerufen.    Sieben 
die    neueren  Stiche    den    älteren    auch    an    Grofsartigkeit    nach 
(der  eine  der  letzteren,    der    dazu    tiicht    vollständig  ist,    mifst 
6'  6"  in   der  Länge  und  3'  in   der  Hohe) ,    so    ist    es    doch  er- 
freulich zu   bemerken  ,    mit  wie  viel  gröfserer  Genauigkeit  und 
besserem   Versländnifs  der  .■ihcrtliiiiiilicliin   Kormen  jene    gefer- 
tigt sind. 

Die  oben  angeführten  Bücher,  namentlich  das  grofsere 
Werk  über  den  Dom  zu  Prag,  zeichnen  sich  durch  gewissen- 
haftes Studium  und  elegante  Darstellung  vor  der  gewöhnlichen 
Reisciileratur  aus.  In  leliterem  Werke  sind  bereits  die  For- 
schungen des  rühmlichst  bekannlen  Caplans  Fr.  Bock  zu  Coln 
mit  aufgenommen. 

86)  Preisschriften,  gekrönt  und  herausgegeben  von  der  fürst- 
lich Jablonowskj 'sehen  (Jcsellschafl  zu  Leipzig:  VI.  Theo- 
dor Hirsch,    Danzigs  Handels-  und   Gewer bs- 
geschichte     unter     der     Herrschaft    des    Deut- 
schen   Ordens.     Leipzig    bei  S.  Hirzel.     1858.     gr.  8. 
XII  u.  344  Stn. 
Die  Wissenschaft    ist    der    fürstlich    Jablonowski'schen    Ge- 
sellschaft   zu    grofscm    Danke    verpflichtet,     dafs    dieselbe    ein 
Werk   hervorgerufen  hat,   welches  einen  nach  so  manchen  Rich- 
tungen  hin  noch  nicht  zu  Tage  gelegten  Zweig  der  Gesebichts- 
wissenschalt    um    ein    Wesentliches     bereichert     und    erweitert. 
Wir  erhalten  ein  vollstaniliges  Itild  vom  Handel  einer  mittelalter- 
lichen Seestadt,  die  nach  allen  Seiten  mit  den  übrigen   deutschen 


Handelsgebieten  in  inniger  Verbindung  sieht  und  dennoch,  als 
der  natürliche  Stapelplatz  des  grofsen  und  fruchtbaren  Weich- 
selgcbietcs  in  durchaus  selbständigem  Aufstreben  parallel  und 
entgegen  der  Hansa,  der  auch  diese  Stadt  angehört,  seine 
Handelslinien  zur  See  über  saiiiintliche  Küsten  der  Ost-  und 
der  Kordsee  zieht  bis  nach  Lissabon,  und  zu  Land  nach  Sud- 
westen in  das  oberdeutsche  Handelsgebiel  bis  über  S.ilzburg 
hinaus,  nach  Südosten  tief  in  die  russischen  und  slavisiben 
Länder,  deren  Verbindung  mit  dem  Nordwesten  Europas  zu 
grofsem  Thcile  durch  Danzig  vermiltelt  wird.  Der  Verfasser 
schildert  diesen  Handel  in  seinem  Aufblühen  und  in  seinem  fer- 
tigen Bestände  von  der  Zeit,  da  das  alte  Danzig  durch  den 
Orden  neu  ersieht,  bis  zu  dem  Zeilpunkt,  da  es  sich  der  Or- 
densherrscbafl  entzieht  und  der  polnischen  Scliiilzbcrrlichkeit 
hingibt,  vorni^hinlich  also  das  14.  und  15.  Jahrbiinderl.  Nach- 
dem die  ältere  Zeit  Danzigs,  deren  (juellen  in  dem  Sturm, 
den  das  erste  Festsetzen  des  Ordens  über  die  preufsischen 
Länder  brachte,  verloren  gegangen  sind,  sowie  die  allgemei- 
neren Zustände  dieser  Gebiete  in  der  ersten  Periode  der  Or- 
densberrschaft  geschildert  sind,  erzählt  der  Verfasser  kurz  die 
ScbicKside  der  vier  ursprünglichen  sidbslandigen  Beslandlheile 
der  lieichssladt  Danzig,  von  denen  aber  nur  die  Jungsladt  und 
die  Rechlstadt  selbständige  Bedeutung  gewinnen,  und  beschreibt 
dann  nach  allen  Richtungen  ringsherum  die  Linien,  welche 
Danzig,  dessen  Haiipl  die  Reehlstadl  wird,  im  Handel  gezogen 
hat,  zur  See  wie  zu  Lande.  Gestützt  auf  ein  Archiv,  mit  dem 
er  seit  Jahren  innigst  vertraut  geworden  ist.  fügt  er  zu  den 
Ergebnissen  älterer  Forschungen  die  erheblichsten  Ergänzungen 
und  mitunter  höchst  werlhvolle  Bericbligungeii,  unter  denen  wir 
beispielsweise  hervorheben,  dafs  das  im  hansischen  Seehamlel 
so  wichtige  Baiensalz  nicht,  wie  bisher  allgemein  angenommen 
wurde,  aus  der  Bai  von  Biscaja  geholt  wurde,  sondern  von 
Baie,  einem  kleinen,  jetzt  verschollenen,  damals  aber  lebhaft 
besuchten  Halenorte  bei  Bourgneiif  an  der  \>  estküstc  von 
Frankreich.  Auch  heben  wir  noch  die  Darstellung  des  Danzi- 
<ier  Handels  nach  Lilhauen  und  I'olen  hervor,  der  seinen  .Mit- 
tel- und  Stützpunkt  im  ursprünglich  preufsischen,  dann  vorzugs- 
weise Danziger  Kontor  zu  Kauen  (Kowno)  fand  und  die  haupt- 
sächlichste Lebensquelle   des    aufstrebenden  Danzigs   zu    bilden 

die  Bestii ung    halte.     Es    folgen    dann  noch   Abschnitte  über 

das  kauliiiiinniscbe  Leben  in  Danzig  und  die  dasselbe  fordernden 
Institute,  über  Kredit  und  Wechsel,  die  vortrelTliihsten  Beitrage 
zur  Kennlnifs  der  Wcrthverhällnissc  von  Miinzen  und  Waaren 
und  scliliefslich  eine  Anzahl  bisher  uubekannli  r  l'rknurlen  und 
Akten   in  sorgfaltigem   Abdruck. 

87)   Die    Diöcese     Brennen    und    deren    Gaue    in  Sachsen 
und    FriesKind,    nebst    einer    Diüccsnn-    und    einer   Gau- 
karte  von   Wilhelm  vo  n  Ho  de  nb  e  rg.    Celle,  Capnun- 
Karlowa'sche  Buchhandlung.    1858.  4.  XXXVIII.  216Sln. 
Das    S tader    Copiar    und    das    Vorder    Register     des 
Johannes  .Mohde  machten   es  dem  Verf.   möglich,  die  kirchliche 
und  politische  Gcslallung  der  Diözese  Bremen    politisch  zu  be- 
arbeiten,  wobei  er  noch  durch   die  vom  Hadeler  Propste,  nach- 
herigem   Erzbischof  von  Bremen  Johann  Scblameslorn'  verfaf-len 
Kirchenregister  v.  13H1  u.  \i'H)  unterslulzt  wurde,  welche  sowohl 
alle  zur  Bremer  Doinkirche  gehörigen  Guter   als  auch  die  Archi- 


401 


Anzei<rer  für  Kunde  der  deutsclien  Vorzeil. 


402 


diakonatc  der  Diozi'sc  BreiiK'ii  mit  allen  ihr  iintersclpeneii  Kir- 
chen, Vicarien  und  Kapellen  etc.  vollständig  verzeirhnet  haben. 
Zwölf  in  diesem  Werke  abgedruckte  Urkunden  „über  die  Ka- 
nonikate  und  Obedienzien  der  Bremer  Domkirrhe  und  die 
Vrchidiiikonate  in  der  Diorese  Bremen"  enthallcn  die  ()r<;;ini- 
schen  Bestiinmunfjen  über  die  hier  einschlagenden  \'erhaifnisse 
der  Bremer  Donikirche  von  1230  in  ausreichender  Vollständig- 
keit. Was  der  Verf.  aurserdeni  noch  an  Hülfsmitteln  benutzte, 
hat  ir  im  Vorworte  gewissenhaft  verzeichnet.  Die  ganze  Ar- 
beit, in  2  Alischnitle:  „Umfangsgren/.e  etc.,  und  .\rchidiakonale" 
zerfallend,  bildet  mit  der  vortrefflicli  ausgeführten  Kurte  ,.ül)er 
die  Umfangsgrenze  und  kirchliihe  Gestaltung  der  Uüpcese  Bre- 
men" einen  hcichsl  brauchbaren,  sorgfältigen  Beilrag  zu  der 
Geographie   und   Beschreibung  Deutschlands  im   >liltcbilter. 

88)  Otto  von  Rilberg,  Bischof  von  Münster  (1301  — 1308). 
Nach  grörstentheils  bisher  ungedruckten  Quellen  dar- 
gestellt von  Dr.  L.  Perger.  Münster,  Fr.  Regensberg. 
1858.     8.     VI»  u.  88  Stn. 

Dieser  Erstlingsversuch  des  Verfassers  gibt  in  durchdach- 
ter und  wohlgerundeter  Ausfuhrung  ein  sehr  interessantes  Bild 
aus  der  Münsterschen  Geschichte.  Der  Mittelpunkt  ist  der  be- 
kannte Zwist  des  Bischofs  mit  einem  Theile  seines  Domkapi- 
tels, der  schliefslich  zu  seiner  Entsetzung  durch  den  Erzbischof 
von  Köln  führte.  Die  härtesten  Bisclmldigungen  :  Verschleu- 
derung des  Kirchenguts,  Meineid,  Wortbrüchigkeit  und  Irregu- 
larität luufsleu  um  so  leichter  diese  letzte  Folge  nach  sich 
ziehen,  als  Otlo,  im  Bewufstsein  vollsten  Kechlcs,  sich  hier  zu 
verantworten  weigerte.  Er  appellierte  vom  Kölner  Richter- 
sluble  an  den  Papst.  In  ihrem  Umfange  ist  uns  freilich  die 
Entscheidung  des  letztern  unbekannt,  allein  mehreren  Umstän- 
den läfst  sich  eine  für  den  exilierten  Biscbole  günstige  Gesin- 
nung entnehmen.  Diese  wird  auch  von  dem  Verlässer  zur 
Wahrscheinlichkeit  gebracht,  sowie  er  auf  der  andern  Seite 
das  ganze  gerichllirbe  Verfahren  von  Seiten  des  Domkapitels 
gegen  Otto   in  seiner  iMchtigkeil  klar  entwickelt  hat. 

89)  Weimar's  Merkwürdigkeiten  einst  und  jetzt.  Ein 
Führer  für  Fremde  und  Einheimische,  von  A.  Scholl. 
Mit  einem  Plan  von  Weimar.  Weimar,  Landes-Indiislrie- 
fomploir.     1857.     S.     IV  u.  363  Stn. 

In  diesem  Bui'he  linilet  der  Leser  Alles,  was  er  von  einem 
Fremdenführer  billig  erwarten  darf,  und  noch  etwas  mehr. 
Die  Arbeit  ist,  würdig  der  Stadt  Weimar,  mit  mehr  Sorgfalt, 
Kenntnifs  und  Befähigung  ausgeführt,  als  man  Werken  dieser 
Art  gewöhnlich  zugewendet  sieht.  Auch  wird,  wer  etwa  be- 
sorgt hatte,  Götlie  und  .Schiller  möchten  dem  Uelirigen  zu  sehr 
den  Raum  beengen,  sich  angenehm  enttäuscht  rinden.  „\>  ir 
suchen  in  ihr  (der  Starlt  Weimar)",  sagt  der  Verf.  zu  .\nfang, 
..diejenigen  .Stellen  auf,  wo  sich  ans  Anschauliche  Krinneriing 
und  geschichtliche  Bedeutung  anknüpft",  und  so  bringt  denn 
das  gefallig  ausgestalte  Buch  auch  manches  für  unsern  Zweck 
Dienliche,  namentlich  bei  Beschreibung  der  Gebäude,  Denk- 
male und   Sammlungen. 

iMl|  Schwedische  Volkslieder  der  Vorzeit.  Im  Vers- 
mafs    des  Originals    übertragen    von    R.   Warren. -.      Mit 


einem    Vorwort    \on    Dr.    Ferd.   Wolf.      Nebst    49  .Melo- 
dien.    Leipzig,    F.    A.    Brockhaus.     IH.i".     8.     XL  und 
347  Stn. 
Die    vorliegende  Sammlung    schwedischer  Volkslieder    um- 
fafsl  46  einzelne  Stücke,    von    denen    einige  in   verschiedenen 
Ver.-ionen    aufgeführt    sind.     Sie    sind    dem    grüfseren  Sammel- 
werke des  Erik  Gustav   Geijer  und  Arvid   August  Afzelius  ent- 
nommen, das  in  den  Jahren  1614—1616  zu  Stockholm  in  drei 
Bänden  erschien.    Im  Vorworte  des   Dr.  Ferd.  Woll  siml   einige 
treffliche  (iedanken    über   das  Wesen    des  Volkslieds    niederge- 
legt   und    als    Anhang    ist    eine    kleine    Abhandlung    von    E.  d. 
Geijer  über  den  Kehrreim   in   den   allen   nordischen  Liedern  bei- 
gegeben.     Den   Schlufs  bilden  Erläuterungen   und  49  vom    llof- 

kapellmcistir    Ilallner     harmonisch     bearbeitete    Melodieen.    

Was  die  Uebertragung  selbst  anbelangt,  so  dürfte  sie  den  bes- 
seren Leistungen  dieser  Art  unbedingt  an  die  Seite  zu  stellen 
sein;  sie  hat  sich  nicht  blos  die  eigentbümlicheii  geistigen  Züge 
des  nordischen  Lebens  und  die  edle  Eiulachheil  seiner  volks- 
Ihiirnlichen  Lieder  mit  grofseiii  Geschick  angeeignet,  sondern 
offenbart  auch  ein  tiefes  \erstandnirs  der  Sprache  wie  des 
rylhmisch-musikalischen  Reizes  der  Originale. 

91)  Martin  Opitz.  Eine  Monographie  von  Friedrich 
Strehlke.  Leipzig,  F.  A.  Brockhaus.  1856.  8.  VIII 
und   182  Stn. 

Keine  Periode  der  deutschen  Dichtung  ist  gegenwärtig 
geringer  geachtet  und  weniger  bekannt  als  das  17.  Jahrhdt. ; 
arm  an  ästhetischem  Gehalt,  hat  sie  wenig  Interesse  für  die 
künstlerische  Betrachtung,  mehr  für  die  historische  F'orschung. 
Nun  ist  in  letzterer  Beziehung  in  neuester  Zeit  Bedeutendes 
geleistet,  und  haben  Manner  wie  Gervinus,  Kurz  und  Andere 
durch  gerechte  Würdigung  der  Verhältnisse  vielfach  zu  einer 
nahereil  ßckanntschalt  mit  jener  Periode  angeregt;  allein,  was 
sie  gegeben  und  dem  besonderen  Zwecke  ihrer  Schrillen  ge- 
mafs  nur  gehen  konnten,  war  mehr  eine  sich  an  das  .Allgemeine 
haltende  Charakteristik  der  Dichter  und  ihrer  Leistungen  als 
ausgeliilirte  Schilderungen  und  bis  ins  Einzelne  herab  erschö- 
pfende Darstellungen.  Monographieen  über  die  einzelnen  her- 
vorragenden Dichter  werden  daher  immer  noch  erwünscht  und 
am  Platze  sein,  zumal  erkannt  ist,  dafs  wir  in  der  Literatur 
des  17.  Jahrhunderts  die  allgemeinen  Grundlagen  unserer  neue- 
sten Dicbliing  zu  suchen  haben.  —  Eine  solche  .Monographie 
ist  nun  die  vorliegende,  mit  griindlicheni  Fleifse  und  echt 
wisseuschafllii'hcm  Geiste  ubgel'afste  Schrift.  Nachdem  ihr 
Verfasser  einleitend  aul  die  fremdländischen  Einflüsse  hinge- 
wiesen, die  in  der  ersten  Hälfte  des  17.  Jahrhdls.  eine  Umge- 
staltung unserer  Literatur  hervorriefen,  fuhrt  er  uns  im  er.<ten 
und  zweiten  Kapitel  ein  Bild  von  dem  vielbewegten  Leben 
unseres  Opitz  vor  die  Augen.  Darauf  folgt  ein  Kapitel  über 
die  Kinlheiliing  seiner  Schriften  und  über  die  tiesammlaiisgii- 
beii  der.-ellien ,  woran  sich  eine  krilisclie  Musterung  der  vor 
Giittsched  über  ihn  erschienenen  Schriften  nnschliefst.  Ausführ- 
lich werden  dünn  seine  didaktischen  und  beschreibenden  (ie- 
diclitc  besprochen,  und  in  einem  weitem  Kapitel  ebeiifidl«  dir 
lyrischen,  denen  jedoch,  und  zwar  ganz  mit  Kechl,  ein  geringerer 
NN  erth  beigelegt  wird.  Das  siebente  hiipilel  würdigt  Opiu  «la 
Gelehrten    und  Prosaiker,    und  da«  achte   brmgt  ein  Gesaminl- 


403 


Anzeiger  für  Kunde  der  dciitsclien  Noizeil. 


404 


urthfil   über  ihn.     Nachtröge,  Anmerkungen    unil   Bflcpc   bilden 
den  Schlufs. 

92)  K.iiscr  Karl  V.  in  IVurnlierg.  Zur  Kriegs-  und 
Sittengeschichte  des  16.  Jahrhuniicrls.  Nach  archiva- 
lischen  Quellen  bearbeilel  M)n  Kranz  Ludwig  Krei- 
herrn  von  Soden,  fürsll.  Schwarzb.  Major  a.  D.  Nürn- 
berg, Job.  Ph.  Raw'sche  Buchhandlung  (X.  A.  Braun). 
1858.     8.     169  Stn. 

Der  Verf. ,  schon  bekannt  durch  seine  Beitrage  zur  Ge- 
schichte des  16.  Jahrbunderls  und  der  Beformation ,  bereichert 
auch  durch  diese  kleine  Schrill  die  historische  Literatur  wieder 
in  wesentlich  ergänzender ,  brauchbarer  Weise.  Nach  vorauf- 
gegangenen Einladungen  und  Verhandlungen  des  Kalbes  von 
Nürnberg  und  nach  Versprechungen  und  Freihellsbestäligungen 
von  Seiten  Karls  V.,  hiell  dieser  am  16.  Febr.  1541  seinen 
ersten  Einzug  in  die  Reicbstadl  mit  400  Keisigen,  feierlich  ein- 
geholl von  Kalb  und  Burgerscbafi,  nahm  am  19.  Febr.  im  fest- 
lich geschmückten  Ralhhaussaale  die  Huldigung  in  aller  Form 
entgegen  und  verweilte  dann  unter  mancherlei  Verhandlungen 
mit  der  Stadt  und  den  kommenden  und  gehenden  Fürsten  des 
Reiches  in  Nürnberg.  Später,  wie  die  damaligen  politischen 
Kriegsverhiillnisse  es  erforderten,  wiederholte  der  Kaiser  den 
Besuch  und  die  dubei  slatlgefundenen  Empfangs-  u.  a.  Feier- 
lichkeiten. Die  verschiedenen  durch  den  schmalkaldischen  Krieg 
und  damit  zusammenhängende  Verhältnisse  bedinnten  Verhand- 
lungen schildert  der  Verfasser  auf  Grund  der  ihm  zu  Gebote 
gestandenen  authentischen  Akten  und  llüHsinittel.  Zur  beson- 
deren Geschichte  des  Kaisers,  zu  der  Enlvvicklung  der  inneren 
Verhältnisse  der  Eeicbsstadl  Nürnberg  und  der  Sitten  und  Ge- 
wohnheiten ihrer  Einwohner,  zu  der  Geschichte  des  schmal- 
kaldischen Krieges  und  der  Slellung  Nürnbergs  zu  demselben 
und  zu  den  kriegführenden  Mächten  linden  wir  in  der  Schrift 
eine  gute  Anzahl  brauchbarer  und  interessanter  Miltheilungcn. 

93)  Gallensteins  Ermordung.  Ein  gleichzeitiges  ita- 
lienisches Gedicht.  Herausgegeben,  eingefiihrl  und  mit 
anderen  unbekannten  handschriftlichen  Belegen  ausge- 
staltet von  Dr.  Georg  MnrtinThomas.  München,  1858. 
Giel'sche  Buchhandlung.     4.     24  Sin. 

Der  Verf.  hat  dieses  Gedicht  auf  den  Tod  Wallrnsleins 
einem  italienischen  Codex  der  Müncbencr  liibliolhek  entnom- 
men. Die  Schrift  deutet  auf  das  17.  Jahrhundert,  doch  eine 
Angabe  des  Urhebers  fehlt.  Das  Gedicht,  aus  zehn  in  Bau 
und  Keim  durchaus  ungleichartigen  Strophen  bestehend,  nennt 
der  Verf.  einen  „rhetorischen  Monolog"  des  Wallenstein,  worin 
er  den  vor  ihm  stehenden  Mürder  anredet  und  ausspricht,  was 
zwischen  dem  ersten  Blick  des  Morders  und  seinem  Slofs  mit 
der  Parlisiine  duich  die  Seele  des  grofsen  verlassenen  Mannes 
ziehen  niochle.  Einen  gcscb  irhtlich  en  Werth  legt  selhst- 
vcrslandlich  der  Verfasser  dem  Gedieht  nicht  bei,  hebt  dagegen 
mit  Hecht  hervor,  welche»  Interesse  dieser  Schinerzesausdruck 
eines  Zeitgenossen  über  den  Tod  des  Feldherrn,  dessen  .Mafs 
von  Schuld  oder  l'nsrhiild  noch  keineswegs  genügend  nn  das 
Licht  gestellt  ist,  gewahrt.  Er  schreibt  das  Gedicht  dem  Gra- 
fen Fulvio  Testi  zu,  dir,  geboren  15513,  gest.  1616,  nl»  Dichter 
jener  Zeil    sich    Kuf    erwarb     und    in   Briefen    und    Oden    Wal- 


lenstein und  andere  Zeitgenossen  feierte :  mit  verschiedenen 
Gründen  sucht  der  Verf.  die  Richtigkeit  dieser  Ansicht  zu  be- 
weisen. Beigefiigl  sind  dem  Gedichte  verschiedene  andere, 
italienischen  Manuscripten  entnommene  Aeufserungen  über  den 
Tod  Wallensteins  und  im  .Anhang  einige  lateinische,  denselben 
Gegenstand   behandelnde  Verse.   — 

94)  Neues  allgemeines  deutsches  Ad  e  Is-Lc  x  icon  im 
Vereine  mit  mehreren  Historikern  herausgegeben  von 
Prof.  Dr.  E.  H.  Kncschkc.  Erste  Abtheilung  ferste 
Lief.:  Aa  — Aulsefs).  Leipzig,  Fr.  Voigt.  8.  XVI  u. 
144,  Nachträge  7   Sin. 

Bereits  im  J.  1719  gab  der  Pastor  Gauhe  in  erster  Auf- 
lage sein  bekanntes  Adelslexikon  heraus,  der  im  J.  1740 — 47 
die  zweite  folgte.  Dasselbe  umfafst  gegen  7000  Familien. 
Auf  Gauhe  folgte  v.  Krohne,  auf  diesen  v.  Hellbach,  dessen 
Arbeit  in  zwei  Bänden  gegen  16000  Rubriken  miltheilt.  Sie 
erschien  in  d.  J.  1825  und  1826,  so  dafs  also  gegenwärtig 
über  dreifsig  .lalire  nach  dem  Erscheinen  verflossen  sind.  Mit 
Rücksicht  auf  die  gerade  in  diesem  Zeiträume  gemachten  um- 
fassenden und  eingehenden  Forschungen  —  wir  verweisen 
beispielsweise  nur  auf  die  Werke  von  Fahne,  v.  Lcdebur, 
Grote  —  sowie  auf  das  lebhafte  Interesse,  welches  Sphragistik 
und  Heraldik,  die  Geschichte  des  Adels  im  Allgemeinen  gegen- 
wärtig in  weitern  Kreisen  erregen,  ist  ein  Unlernehmen  wie 
das  vorliegende  sowohl  zeilgemäfs  als  erfolgversprechend.  Die 
erste  Lieferung,  mit  einer  kurzen  Einleitung  iiber  die  bisheri- 
gen Leistungen  auf  diesem  Gebiete  bevorwortet,  zeugt  von 
dem  Streben  des  Herausgebers,  den  beutigen  Anforderungen 
Genüge  zu  thun;  wenn  trotzdem  und  ungeachtet  der  dringend 
angesprochenen  Unterstützung  Anderer  in  einzelnen  F-ällen  das 
Gebotene  noch  dürftig  ist,  so  fallt  dies  mehr  dem  .Mangel  an 
geeigneten  .Millheilungcn  als  dem  Herausgeber  zur  Last.  Wir 
wünschen  in  dieser  Rücksicht  der  Bitte  des  Herausgebers  um 
allgemeinere  Unlerstulzunp  den  besten  und  verdienten 
Erfolg. 

95)  Die  Allertbümer  unserer  heidnischen  Vorzeit. 
Nach  den  in  oflentlichen  und  Privntsamnilungcn  [belind- 
lichen  Originnlien  zusammengestellt  und  herausgegeben 
von  ileni  riimisch-germanisilien  Ceutralmuseuin  in  .Mainz 
durch  dessen  Conservalor  L.  Lindenscb  mit.  1.  Ilft. 
1858.  Verlag  von  V.  v.  Zabern  in  Mainz.  4.  1-  Lief. 
10  Stn.     8  Taf.  mit  Text. 

Im  Vorworte  dieser  für  unsere  altern  Zustande  wichtigen 
Publikation  wird  kurz  die  Gründung  und  der  Zweck  des  Main- 
zer Centralmuseums  berührt.  Dieser  letzte  besieht  wesent- 
lich darin,  durch  eine  ZusammenslelUing  unserer  alleslen  Denk- 
mäler über  ihren  Ursprung  und  Bedculung  helleres  Licht,  als 
es  bisher  der  vereinzelten  Forschung  möglich  war,  zu  verbrei- 
ten. Dieses  Ziel  verfolgt  das  Museum  durch  Abformen  in 
Gyps,  indem  es  hierzu  die  Originale  aus  allen  ihm  zugäng- 
lichen Sammlungen  benülzt.  „Eine  so  umfassende  Arbeit  kann 
jedoch,  wie  leichl  zu  ermessen,  nur  in  einer  längeren  Reihe 
von  Jahren  zu  ihrer  vollen  Bedeutung  gelangen  und  das,  wn.i 
bis  Jetzt  nach  den  gegebenen  .Mitteln  zu  leisten  mc-lich  war, 
nur  als  ein  Tlieil   der  Grundlage,    als    der  Anfang    de»  Ganzen 


403 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulsclien  Vorzeit. 


406 


betrarhlcl  wcrdt-n.  Dennoch  schien  es  an  der  Zeit,  die  Ver- 
ölTenllichung  unserer  San^nilnng  zu  beginnen,  um  zugleich  bei 
Bckannlgeliung  des  schon  vorhandenen  auch  mit  der  rasch  zu- 
wachsenden Fülle  des  Materials  cinrneriiiarsen  gleichen  Schritt 
halten  zu  könmn."  Im  Allgcjnelnen  soll  sich  der  Stört  auf  den 
Bereich  der  heidnischen  Allerlluimer  Deutschlands  heschriinkcn, 
nimmt  jedoch  einerseits  noch  die  üebergangsperiode  in  das 
Christenthuni  (ö. — 8.  Jahrhundert)  mit  auf  und  zieht  anderer- 
seits zur  Vergicichung  aus  den  Alterthümcrn  der  Nachbarländer 
dasjenige  heran ,  was  über  unsere  eigenen  Fundsliickc  .Auf- 
schlüsse zu  geben  vermag.  Der  so  begrenzte  StolT  soll  nach 
der  bekannten  Hauplcinlhcilung  so  geglicderl  werden:  A.  Stein- 
periode. B.  Erzperiode.  C.  Eisenperiode,  denen  noch  D  eine 
fränkisch -alamannischc  Periode  angehängt  wird.  Die  Einthei- 
lung  der  Tnleln  ist  dem  entsprechend.  Kur  hätten  wir  ge- 
wünscht, dafs  im  Texte  überall  bei  den  einzelnen  (legenstän- 
dcn  das  iMetall  angegeben  wäre.  Der  mitgegebene  Text  ist 
kurz,  berührt  nebenbei  die  Terminologie,  besonders  aber  die 
Fundorte  und  gegenwartigen  Besitzer.  Die  brennenden  Fra- 
gen der  heidnischen  Alterlhümer  bleiben  unberührt;  hier  soll 
nur  eine  eingehende  Vergleichung  von  Form  und  Technik  mög- 
lich gemacht  werden.  Die  Abbildungen  sind  zwar  klein,  aber 
genau. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Nürnberger  Anzeiger,  L'nterhaltnngsblatl,  Kr.  4.  Die 
Symbolik  des  germanischen  Bausljis,  nachgewiesen  an 
der  Nürnberger  I.orenzi- Kirche. 

Der  Bund:  Nr.  279.  Die  Kopp'schc  Auffassung  der  Schweizer- 
Geschichte.  Nr.  292.  Des  grofscn  Christoffels  in  Bern 
Herkunft.    Schicksale  und  mutbmafsliches  Ende.  (Hidber.) 

Europa:   Nr.  41.   Burg   Karlstein   in   Böhmen. 

Die  Grenzbolen:   Nr.  40.  Sieirisches  Almleben. 

Jahrbuch  des  gem.  deutschen  Rechts;  II,  3.  Eine  neue 
Lombardenhandschrift  zu  Augsburg.     (Anschülz.) 

Neue  Jahrbücher  f.  Philologie  u.  Pädagogik:  77.  u. 
78.  Bd.,  8.  Hft.  Römisch-german.  Altcrthümer.  (J.  Becker.) 

Evang.  K  irch  en  zcitu  n  g:  Nr.  76 — 78.  Ulrich  v.  Hüllen  u. 
s.   Stellung  zur  Reformation. 

Korrespondent  v.  u.  f.  Deutschland:  Nr.  .")33.  Zur  (Je- 
schichte   der  Stadt  Nürnberg. 

Deutsches  Kunstblatt,  Septemb. :  Ausstellung  von  Antiqui- 
täten zu  Amsterdam,  II. 

Weslermnnn's  Monatshefte:  Nr.  25.  Aus  dem  Familien- 
leben des  Ifi.  Jahrb.  Von  alter  Kncbwi^ise.  (J.  Miiller.) 
lieber  einige  Formen  d.  mitteldeutschen  Bauernhauses.  (Peel.) 

Morgenblatt  f.  gebildete  Leser:  Nr. 39(T.  Besteigung  des 
Belchens  im  Schwarzwald.  Schottische  Volkslieder,  mit- 
gelh.  V.  J.  Rodenlicrg.  Nr.  41  IT.  Troubadours  und  Minne- 
sänger. 

Deutsches  Museum:  Nr.  44  IT.  Die  Sccstaaten  Italiens  im 
Mittelalter.  I.  (K.  Hopf)  Die  deutsche  Literatur  im  Kampfe 
gegen   den  Hcxenglauben.     III.     IV. 

Augsb  Pnstzcitung:  Nr.  211.  Zur  Gesch.  der  Bayerischen 
Kloster  im   16.   u.   17.  Jahrh.     Nr.  214.     Uebcr  das  Hcxen- 


und  Zauberwesen  im  XV.  Jahrh.  Nr.  234.  Der  dreifsig- 
jahrige  Krieg  und  die  allgem.  Zeitung. 

Neue  preufsische  Provi  nzi  al -B  I  ätter:  2.  Bd.  2.  Hfl. 
Alterlliüinerfund  hei  Danzig.  3.  Hft.  Zur  preufsischen  .Münz- 
kunde. .Münzfund.  (Nefselmann.)  Auffindung  eines  niuth- 
mafslichen  heidnischen   .\lterlhums  bei  l'ilenwangen. 

Bremer  So  n  n  tags  b  I  a  tt :  Nr.  40.  Die  norddeutschen  Mar- 
schen. 

Wo  che  n- B  1  at  t  f.  d.  k.  Landgerichte  Allütting  etc.:  Nr.  44. 
Ein  „.Marc-.Aurel"  (MünzeJ  vom  Jahr  164  n.  Chr.  zu  Tilt- 
manning  gefunden. 

Allgem.  Zeitung,  Beil.  zu  Nr.  3(i9. :  Handschriftenkatalog 
der  Hof-  und   Slaatsliibliolbek  in   .München. 

Landshuter  Zeitung:  Nr.  240.  Burg  Linden  im  bayerischen 
Wald. 

Neue  München  er  Zeitung:  Abendblatt  zu  Nr.  243.  Aus 
der  Gesch.  der  Eroberung  .Magdeburgs.  Nr.  246.  Das  Rath- 
haus  zu  München.  Nr.  251  (f.  Der  Parzival  des  Wolfram 
von  Eschenbach.  Nr.  254.  Die  Erwerbungen  der  k.  Hof- 
und  Staatsbibliothek  zu  München  im  Verwaltungsjahre 
1857/58.  Nr.256ir.  V..n  Sinzing  nach  Laber.  (H.  Wcinin- 
ger.)  Das  Archiv  zu  Rom  in  der  St.  Ruperts -Frage. 
Nr.  262  IT.  Von  Laber  nach  Hcgensburg.  (H.  Weininger.) 
Nr.  263  ff.  Das  Bittrich-Nonnenkloster  zu  .München.  Nr.  268. 
Die  Münzenfunde  von  Gagers  und  Irsching.  Der  histor. 
Verein  von  übcrpfalz  u.  Regensburg.     (H.    Weininger.) 

Wiener  Zeitung:  Nr.  240.  Der  Todestag  der  Königin  .Maria 
von  IJngiirn.  Ar.  245.  Ueber  den  Fund  von  Ileidengrä- 
bern  in  Borotilz.  Berichtigung.  Nr.  248.  Die  Itcstauralion 
des  St.  Stephansdonies.  Nr.  249.  Neu-Habsburg  am  Vier- 
waldstiitlersec.     (Feierabend.) 


Vernili^elite  ^^aclirieliten. 

112)  Bekanntlich  wurde  das  alte  furstbischöflichc  Schlof» 
in  Heilsberg,  nach  der  Marienburg  das  bcdeutendsti'  Bau- 
denkmal aus  der  Ordenszeit  in  Preufsen,  durch  die  besondere 
F'ursorge  des  Bischofs  von  Erniland,  Dr.  Göritz,  durch  l'm- 
wandhing  in  ein  Krankenhaus  vom  gänzlichen  Verfall  gerettet. 
Die  beiden  Flügel  des  Schlosses,  die  vier  Eckthürme  und  der 
alte  achteckige  llaupltliurm  wurden  renoviert,  der  alte  kupfer- 
gedeckte (ilockenthurm  jedoch  abgebrochen.  Die  Bildnisse 
sämmtlichcr  Bischöfe  des  Ermlands,  welche  früher  den  soge- 
nannten grofscn  Rillersaal  schmiickli'n,  sind  nach  Frauenburg 
gebracht  worden. 

113)  Die  Domkirche  in  Sl.  I'dllen  i>t  nach  iwcijahri- 
gem  Schlüsse  wieder  dem  Besuche  geöffnet  worden.  Das  Ge- 
bäude ist  im  Innern  von  Grund  aus  restauriert,  und  es  erregen 
sowohl  die  neuen,  wie  die  allen  wicderhergcstelltcD  Bild- 
werke und  ürnamenle   die  allgemeine  Bewunderung. 

114)  Die  Thürme  am  Rcgcnsburger  Dom  sollen  nun 
doch  ausgebaut  werden,  und  es  wird  nächsten«  der  lu  bildende 
Verein  mit  einem  Aufrufe  nn  die  Oeffentlichkcil  treten  und 
seine  Thatigkeil  entfallen,    um  dieses  durch  die   (irofumulh   de» 


407 


Anzeiger  für  Kuniie  der  deutschrn  Vorzeit. 


408 


Königs  Ludwig  im  Innern  restaurierte  iiiicl  mit  den  pradil- 
vullsten  (Jliisfpnstern  seschmücklc  Meisterwerk  deiilsrher  Biiii- 
kunsl  zur  Vollendunji  zu  bringen,  in  dcmsellicn  Stil  und  (ieiste, 
wie  es  der  Bischof  Leo  Thundorfrr  am  2'^.  April  1275  be- 
gründet und  sein  Nachfolger  Heinrich  IL  (iral  vim  liotlencck 
furlgcjctzt  hat. 

115)  Das  Museum  Kra  neisco- C.i  ro  ii  n  u  m  in  Linz 
wird  bald  das  fünfundzwanzigsle  Jahr  seines  Bestandes 
feiern.  In  dieser  Periode  hat  die  vaterländische  Anstalt  viel 
Anerkennungswürdiges  geleistet ,  indem  sie  zahlreiche  Srhiitze 
von  Antiquitäten  sammelte,  einen  trofsen  Thcil  ihrer  Th.ilig- 
keit  aber  der  l'rkundcnsamnilung  zuwendete,  wodurch  allni.ih- 
lich  ein  sehr  srhalzcn.«wcrthes  Uiplomiitarium  entstand,  welches 
für  kiinlti^'e  Historiker  von   hohem   Werlhe  sein   wird. 

llfi|  Der  historische  Verein  in  Gratz  hat  nunmehr 
seine  siimmtlirhen  l'rkunden  und  Alterthünier  an  das  Johan- 
neum,  und  zwar  hauptsächlich  wegen  Mangels  an  Kaum,  abge- 
geben. Die  Menge  der  in  letzter  Zeit  von  allen  Seiten  an- 
langenden örkunilen  ist  so  grofs,  diifs  die  Erwerbung  einiger 
.Monate  der  von  frühern  Jahrzehnten  gleichkommt.  Uebrigens 
werden  noch  manche  Jahre  vergehen,  bevor  dieses  Material 
zur  Ge-chichtschreibung  lieniil/,t   werden  wird. 

117)  In  Trier  ist  die  .städtische  Bibliothek,  eine  so 
reichhaltige  und  werthvolle,  wie  sie  nur  wenige  Städte  be- 
sitzen mögen ,  auch  in  den  letzten  Jahren  vielfach  vermehrt 
worden.  Sie  besitzt  eine  ansehnliche  Sammlung  von  Incuna- 
beln,  und  es  wurde  ein  Theil  der  davon  vorhandenen  Doublet- 
len  vor  einigen  Jahnen  (jlTentlich  versteigert.  INeben  diesen 
Schätzen  besitzt  die  Sladt  in  der  aus  der  Verschütlung  viillig 
ans  Tageslicht  getretenen  kolossalen  Porta  nigra,  der  durch 
edlen  Stil  und  (iröfsc  gleich  au.sgezeichneten  Basilika  und  dem 
im  }.  1853  bei  IVennig  aufgefundenen  Mosaikbuden  seltene 
Denkmäler  römischer  Baukunst. 

HR)  Der  zu  VVcsterhofen  unweit  Ingolstadt  aufgefun- 
dene römische,  circa  700  Q'  grofse  Mosaikboden,  wel- 
cher bekanntlich  sogleich  nach  seiner  Entdeckung  die  gröfste 
Aurmerksamkeit  in  Anspruch  nahm,  ist  neuerlich  durch  den 
Aufseher  und  rühmlichst  bekannten  Restaiirateur  der  Vascn- 
samniliing,  Hrn.  Pleillncr.  nach  Miinchen  gebracht  worilpn,  nach- 
dem sich  einer  früher  versuchten  Transferierung  uiiiibcr«  ind- 
bare  Hinilernisse  in  Folge  INichtberücksichtigung  klimatischer 
Einflüsse  entgegenstellten.  Der  in  seinen  Dimensionen  aufser- 
ordentlich  bedeutende  Mosaikboden  wurde  nach  gehöriger  Trock- 
nung   von    seiner    breiten   l'nterlage    befreit ,    so    dafs    nur  das 


eigentliche  Mosaik  blieb,  und  Parcellen  verschiedener  Grofse, 
auf  Leinwand  geklebt,  in  die  Arl>eilsräume  nächst  der  Vasen- 
sammlung der  alten   k.   Pinakothek   gebracht. 

119)  Die  k.  Akademie  der  Wissenschaften  verkündigt, 
dafs  Se.  .Maj.  der  König  geruht  haben,  unter  den  in  den  Jahren 
1853  bis  Ende  1867  öffentlich  in  Druck  erschienenen  Werken 
aus  dem  Gebiete  der  deutschen  Geschichte  dem  Werke  des 
ordenti,  Professors  der  Geschichte  an  der  Universität  zu  Königs- 
berg, Wilhelm  Giesebreeht:  „Geschichte  der  deut- 
schen Kaiscrzeil"  in  zwei  Bänden,  den  im  Allerhöchsten 
Patente  vom  18.  Juni  1844  bestimmten  Preis  von  Eintausend 
Thalern  Gold  nebst  einer  goldenen  „Denkmünze  auf  den  Ver- 
trag von   Verdun"   zu  ertheilen. 

120)  Prof.  Kopp  von  Luzern  hat  in  Rom  eine  Ausbeute 
für  seine  historischen  Studien  gemacht,  die  seine  Hoffnungen 
noch  übertraf.  Der  gelehrte  Präfekt  der  geheimen  Archive, 
P.  .\ug.  Theiner  halte  die  Güte  mit  der  emsigsten  Sorgfalt 
Alles  aufzusuchen  ,  was  für  sein  rühmliches  Unternehmen  för- 
derlich sein  konnte.  Bei  dieser  Gelegenheit  fand  P.  Theiner 
fünf  bisher  noch  unbekannte  Briefe  des  grofsen  Kaisers 
Rudolph  von  llabsburg,  die  demnächst  Herr  Kopp  in  sei- 
ner Geschichte  der  habsburgischen  Kaiser   verolTentlicheu    wird. 

121)  Gregorovius  befindet  sich  in  Florenz,  um  in  den 
dortigen  Archiven  Nachforschungen  für  eine  (Jeschichle 
Roms  im   .Mittelalter  zu  halten. 

122)  Bei  der  im  Monate  September  zu  Carlsruhe  abge- 
haltenen 34.  Versammlung  deutscher  Aerzte  und  IVatiirlorschcr 
wurde  unter  andern  auch  ein  Vortrag  über  die  Bedeutung 
der  altgermanischen  V  olksh  eil  ku  n  de  von  Prof.  Moll 
gehalten. 

123)  Die  bekannte  grofse  heraldische  Saniinlung  des 
vormiiligen  Postcommissärs  Lippe  in  Chemnitz,  bestehend  aus 
etwa  40.000  Stück  Siegelabdrücken  sammt  dazu  gehöriger 
Bibliothek  von  etwa  400  Bänden,  wird  von  dem  Sohne  des 
Sammlers,  Hugo  Lijipe  in   Chemnitz,   fi'ilgeboten. 

124)  In  der  an  alten  seltenen  Drucken  reichen  Bibliothek 
des  voriges  Jahr  in  Strafsburg  verstorbenen  .Moriz  Kngilhardt, 
des  Heransgebers  ilcr  Ilerrad  von  Landsperg,  befand  sich  ein 
von  ihm  verloren  geglaubtes  Original- Manuseripl  des  bekann- 
ten .Mystikers  Ruolmann  Merswin.  Es  kam  in  gute  Handc. 
Prof.  Karl  Schmidt,  der  Verfasser  von  Tauler's  Leben  und 
Lehren,  der  Gottesfreunde  u.  s.  w.,  erstand  es  imd  wird  es 
hoflentlich  bald  ans  Licht  treten   lassen. 


Inscralo  und  li('kaiiiilniii('liiiiii>;n). 

16)  Die  Seclion  für  Archäologie  und  schone  Kiinste  der  Ausstellung  archäologischer  und  kuns  t  h  is  torischer 
Krakauer  k.  k.  Gelehrten- Gesellschalt  hat  in  Krakau,  im  Gegenstande  veranstaltet,  welche  bis  zum  II.  Decbr.  1858 
Pataii    Sr.   Durchlaucht    Georg   Füriten    von    Lubomirski    eine       dem  PiililiKum  geöfTnet  bleibt. 


Verantwortliche  Redaetion;      Dr. 


Frcih.  V.  u.  I.  Aufsess.     Dr.  A.  v.  Eye. 
Druck  Ton  Fr.  Campe  *  Sohn  In  Nürnberg. 


Dr.    ft     K.   F  r  ü  m  m  a  n  n 


NÜRNBERG.  Das  Abonnement  des 
Blattfü,  W(.k'h<_-8  alle  Monate  erKeh<-int, 
wird  iranzjiihri^  aniJ^t'nüinnien  und  betrugt 
nach (Ltr  neuesten PoHtt'onventbm  bei  allen 
Postanttt-rn  und  Uucbhandlun^^en  üfutsch- 
landa  \i\\:\.  Ot'stroicbs  3ti.  at>kr.  im  :*!  M.- 
Ful's  oder  2Thlr.  preuls. 

Für  Franlreith  abonniert  man  in 
Strarsbur^  bei  C.  K.  Schmidt,  in  Paris 
bei  der  deutschen  Uuchhandluii);;  von  F. 
Klineksieek,  Nr.    11.  ruc   de    Lille,    oder 


AMZEICiER 


FÜR  kl;\DE  »ER 


bei  dem  Postamt  in  Karlsruhe;  für  Knj- 
land  bei  Williams  Ä:  Nor;;at«-,  II  Hen- 
rittte-Strr-ftCovent-Garden  inLondon;  für 
\orihtineriln  bei  den  Postiimt'Tn  Hrcmen 
und  Uuuibur^.  — 

Insi-rate,  welche  mit  df*n  Zwecken 
des  Anzcif^ers  und  dessen  wissenschafV 
lichi-ni  (iebicte  in  V'i-rbindunK'  steheo, 
worden  aufgenommen  und  der  Raum  ei- 
ner Columnenzeile  mit  7  kr.  oder  2  B^. 
berechnet 


DEmilE\  VORZEIT. 


Neue  Folge.  '^ÜK^ii^^t^xvv  Sechster  Jahrgang. 

ORGAX  DES  (iERHAMSCHEX  MISEOIS. 

1859.  JS^  12.  Deeember. 


Wisseusciiallliclie  Mitüieiluuji^eu. 


Die  AbManiiuuns  des  Astronomen 
Herscliel. 

Von  Archirar  Herschel  in  Dresden. 

Die  in  England  erschienenen  Lebensbeschreibungen 
des  Astronomen  Friedrich  Wilhelm  Herschel  sind  mir 
nicht  znganglich  geworden.  Von  den  in  deutscher  Sprache 
geschriebenen  kenne  ich  drei :  Die  vom  Gymnasiallehrer 
Job.  Georg  Friedr.  Kraft  zu  Bayreuth  in  einem  Scbul- 
programm  zum  6  Juli  1787  gelieferte,  die  in  Zach's  mo- 
natlicher Korrespondenz,  Band  V,  S.  70  befindliche  und 
endlich  die  Gartzens  in  der  Ersch  und  Gruher'schen  En- 
cyklopadie  (II.  Sektion,  Band  VII,  S.  39)  enlhallene.  Sie 
alle  berichten  nur  soviel,  dafs  Herschel  am  15.  ^ovem- 
ber  1738  zu  Hannover  geboren  worden  sei,  ohne  über 
die  Herkunft  seiner  Familie  Etwas  hinzuzufügen,  lieber 
diese  letztere  mag  hier  folgende  Nachricht  Plalz  finden, 
welche  freilich  bis  jetzt  urkundlich  nicht  belegt,  sondern 
nur  auf  FamilienUberlieferung  gegrtlndet  werden   kann. 

Unter  den  zahlreichen  >'ichtkathuliken ,  welche  die 
Osterreichische  Gegenreformation  des  17.  Jahrb.  nach 
Kursachsen  trieb,  befanden  sich  auch  drei  Gebrüder  Her- 
schel aus  Slahren,  von  welchen  zwei  in  Schmilka  utid 
Postelwilz,  Eibdörfern  unweit  Scharidan,  sich  iiiKsiedelten, 
der  dritte  aber  in  Pirna  sich  niederliefs  und  Gärtnerei 
trieb.  Dieser  letztere  wandle  sich  später  von  Pirna  nach 
Hannover  und  ist  der  Stammvater  des  Astronomen  Herschel. 


So  habe  ich  von  meinem  aus  Schmilka  stammenden 
Grofsvater  (f  starb  am  27.  Sept.  1805  als  Amtsregistra- 
tor  in  Pirna),  ingleichen  von  meinem  Vater  (j  7.  März 
1825  als  Protonolar  des  damaligen  Überhofgerichts  zu 
Leipzig)  wiederholt  erzählen  und  versichern  horen.  Beide 
wufslen  auch,  dafs  Herschel  in  Slough  diese  obersächsi- 
sche  Herkunft  seiner  Voreltern  wohl  kannte  und  im  Jahre 
1789  einem  Dresdener  Drechsler,  Namens  Siegel,  welcher 
zu  jener  Zeit  bei  ihm  beschiftigt  gewesen,  bei  dessen 
Uückkebr  Auftrag  erlheilt  hatte,  nach  seinen  Verwandten 
in  der  Umgegend  von  Pirna  sich  zu  erkundigen.  Die  un- 
zureichenden Verkehrsmittel  jener  Zeit,  sowie  die  krie- 
gerischen Erelgnis.se  vereitelten  jedoch  lange  Zeil  jeden 
Versuch  der  deutschen  Verwandten,  mit  Herschel  in  Eng- 
land eine  Verbindung  anzuknüpfen.  Erst  im  Jahre  1819 
fand  mein  Vater  eine  Gelegenheit,  ihm  die  gewünschten 
Fomilienriachrichlen  auf  sicherem  Wege  zugehen  zu  las- 
sen. Er  empfieng  hierauf  unter  dem  19.  Juni  lbl9  voa 
dem  Sohne,  dem  Baron  Job.  Friedr.  VVilh.  Herschel,  eine 
dankende  Antwort  mit  der  Meldung,  dafs  sein  Vater  die 
Unterlagen  zu  seiner  ausführlichen  Lebensbeschreibung 
geordnet  habe.  Ob  eine  solche  iu  England  nachmals  ver- 
öffentlicht  worden   sei,   ist   mir   nicht  bekannt. 

Bekanntlich  laut  der  in  diesen  Tagen  ver>torbene  Dr. 
Pescheck  in  Zittau  ein  sehr  eingehendes  gesrhichtlichef 
Werk  über  die  böhmischen  Exulanten  in  Sach.im  (Leip- 
zig,   1857)    geliefert.      Kommt    darin    in    dem    Abechmtle 


443 


Anzeiger  für  Kunde  der  deulscliea  Vorzeil. 


4i4 


Biographie. 
Künstler. 


Pirna,  S.  30,  der  Name  llerschel  nicht  vor,  so  ist  der 
Grund  wahrscheinlich  in  dem  Umstände  zu  suchen,  dafs 
die  Trager  desselben  als  arme  und  g^eriiige  Leute  unter 
der  grofseu  Zahl  bedeutender  und  bemittelter  Auswande- 
rer unerwähnt  blieben.  Uebrigeus  war  Pescheck,  wie  er 
mir  brieflich  erolTiiet  hat,  seihst  weit  entfernt,  seine  Unter- 
suchungen für  erschöpfend  und  abgeschlossen  zu  achten. 
Schlierslich  noch  die  Bemerkung,  dafs  die  beiden  Ge- 
brüder Harschel,  deren  Hormayr's  Chronik  von  Ilohen- 
schwangau,  S.  159,  beim  Jahre  1461  als  in  Diensten  des 
bayerischen  Herzogs  Wolfgang  gedenkt,  hierher  durch- 
aus nicht  zu  gehören  scheinen. 


?IIeiMter  llaiii«  Felber  von  Ulm. 

Von  Professor  Dr.  K.  Ilafslcr  in  Ulm. 

Der  Aufforderung  des  Herrn  Boctors  Lochner  in  Nr.  8 
des  Anzeigers  von  1858,  Sp.  2tJJ,  in  Belreff  des  Ulmer 
Meisters  Hans  Felber,  war  ich  schon  vor  Idiigeicr  Zeit 
im  BegrifT  zu  entsprechen,  als  ich  erfuhr,  dafs  es  bereits 
durch  einen  Landsmann,  Herrn  E.  Mauch  (a.  a  0.  Nr.  9, 
Sp.  292),  geschehen  sei.  Sein  Artikel,  mit  welchem 
übrigens  Weyermann's  Neue  Nachrichten  (Ulm,  1829), 
Sp.  95  f.  zu  vergleichen  sind,  ist  mir  jedoch  erst  in  die- 
sen Tagen  zu  Gesicht  gekommen  und  veranlafst  mich, 
nicht  etwa,  weil  er  unvollständiger  ist,  als  der  Weyer- 
mnnn'sche,  und,  vielleicht  absichtlich,  eine  Notiz  über 
Hans  Felber  zurückhält,  welche  in  Hrn.  Mauch's  eige- 
nem Buche  (Gruneiseii  und  Mauch,  Ulms  Kunstlebeu  im 
Mittelalter,  S.  17)  zu  lesen  ist,  sondern,  weil  ich  holTe, 
einige  neue  Aufklarungen  geben,  andere  vielleicht  da- 
durch herbelluhreti  zu  können,  zu  folgenden  Jlitlhcilun- 
gen  in  möglichst  urkundlicher  Gestalt.  Ein  Auszug  aus 
dem  Steueramtsprotokoll  S.  160  v  Jahr  1424  lautet  : 
„Anno  1421  vor  Andree  rerdingten  wir  Ulrichen  Kuch- 
lln  lijC  Buchsenstaiii  vnd  gehen  ihm  von  jedem  stain  be- 
sunder  ain  Schilling  Die  gehürcnt  ijr  die  vier  Buchsen, 
die  Meistor  Hanfs  h'elher  gegossen  hat."  Hiernach 
erscheint  er  in  diesem  Jahre  als  Büchsenmeister,  wobei 
naturlich  in  dieser  Zeit  nicht  an  Buchsenmacher  in  un- 
serem Sinne,  sondern  an  Stück-  oder  Kononenaicfser  zu 
denken  ist.  Aber  eine,  wie  mich  dünkt,  höhere  Stel- 
lung weist  ihm  schon  ein  Jahr  zuvor  folgende  Urkunde 
an  :  ,.Vf  sant  Aufrenlage.  Ano  MCCCCXXiij'"  sind  min 
Herren  von  Vlme  vberainkommen  mit  iVIaister  Uswalten 
dem  Büchsenmaister  von  Kotwyle.  Also  dofs  er  In  gies- 
sen  soll  ain  grufs  Buchse  vnd  zwo  Kennbuchsen  der  nine 
by  fünf  vnd  zwainzig  Zentnern  habe     Vnd  wie  ImMaistcr 


Hanns  Fei  wer  an  allen  dryen  Buchsen  den  zolle  Wylin 
lengin  vud  gröfsin  pulfcrsacks  muntlochs  vnd  anders 
git  Also  sol  och  er  si  gifsen.  Vnd  si  gebeut  Im  von  ye- 
dem  Zentner  der  grofsen  vnd  der  amen  Bennbüchse  zwen 
guhlin  ze  lone  Vnd  legenl  Im  allen  geziuge  dar.  Aber 
umb  die  ainen  Hennhuchse  sol  man  Im  nicht  Ionen  vnd 
er  sol  die  umbsufs  giefsen.  Wers  aber,  ob  die  buchsen 
mifsrieten,  so  sol  er  sin  aiheit  verlorn  han,  vnd  sol  sie 
anders  giefsen  welich  mifsrieten  vmh  den  vordem  lone, 
dafs  Im  min  Herren  von  Ylm  den  geziuge  darlegen  Sül- 
len vnd  niht  mer  gepunden  sin  ane  alle  geverde."  Hier- 
nach scheint  Hanns  Felber  nicht  blos  Giefser,  son- 
dern, wenn  man  damit  zusammenhält,  dafs  nur  ein  paar 
Jahre  später  (1426)  die  Herren  von  Ulm  in  ganz  ähnli- 
cher Weise,  wie  den  Meisler  Oswald  von  Rollweil,  einen 
Buchsenmeister  Franz  Blattner  von  Augsburg  auf  zwei 
Jahre  bestellen,  mehr  der  Inspector  und  Director  des 
Giefswesens,  und,  wenn  man  seine  sonstige  so  vielsei- 
tige Thätigkeit  in  Betracht  zieht,  das  gewesen  zu  sein, 
was  die  moderne  Zeit  in  dem  umfassendem  BegrifT  des 
Ingenieurs  zusammenfafst.  Hierfür  spricht  vor  Allem  seine 
gleichzeitige  Thäligkeit  als  Architekt,  vorausgesetzt,  dafs 
der  in  den  Banrecliiiungen  der  Georgskirche  zu  Nördlin- 
gen  vorkommende  „Hans  von  Ulm''  identisch  mit  uuserm 
Hans  Felber  sei.  Die  Uotersuchung  hierüber  zum  Ab- 
schlul's  zu  bringen,  oder  sie  doch  demselben  entgegenzu- 
l'Uhren,  kann  vielleicht  Folgendos  dienen.  Bekanntlich 
soll  er  auch  Baumeister  der  interessanten  Kirche  zu  Waib- 
lingen im  Kemsthale  gewesen  sein,  welche  1488  vollen- 
det wurde.  Dies  fuhrt  freilich,  wenn  er  die  Vollendung 
des  Baues  noch  erlebt  haben  soll,  zu  der  übrigens  nicht 
unmöglichen  Annahme,  dafs  er  ein  sehr  hohes  Aller  er- 
reicht habe.  Dies  vorausgesetzt,  dürfte  ein  Sleinmelz- 
oder  vielmehr  Meisterzeiclien  —  denn  es  lindet  sich  in 
einem  VVappenschilde  —  welches  ich  selbst  in  der  Waih- 
linger  Kirche  mehrfach  angetroffen  habe,  Beachtung  ver- 
dienen.     Es   hat    folgende  Gestalt        ]  1      und     (indct    sich 


eslalt        7  /      und     (indi 


aufser  an  der  Kanzel  anch  über  dem  zweiten  Fenster  des 
sUdlichiMi  SeitenscbilFs  zugleich  mit  der  Jahrzahl  1488, 
und  besonders  in  der  sogenannten  llappeiikapelle  über 
dem  Verbiudungsgurle  iu  Verbindung  mit  einer  bärtigen 
männlichen  Figur,  ohne  Zweifel  den  Kirchenmeistcr  dar- 
stellend, auf  dem  Wappcnschilde  zugleich  inil  der  Jahr- 
zahl 1489.  Es  wäre  nun  von  Interesse,  zu  erfahren,  ob 
wol  dasselbe  Meislerzeicheii  auch  in  der  Georgskirche  zu 
Nordlingen  sich  linde.  Im  bejahenden  Falle  wurde  dann 
die  Identität  der  beiden  Baumeister  zur  Gcwifsheit.  die 
Annahme,  dafs  es  unser  Hans  F<lber  gewesen  sei,  zur 
höchsten    Wahrscheinlichkeil    erhoben.      Will    man    aber 


44Ö 


Anzeiger  für  Kumle  der  deutschen   Vorzeit. 


446 


ein  so  hohes  Alter  dem  Manne  nicht  zugestehen,  so 
könnte  immerhin  ein  gleichnamiges  jüngeres  Glied  der- 
selben Familie  die  Kirche  lu  Waibliiiij-en  gebaut  haben, 
denn  die  Wahrnehmung,  dafs  im  Mittelalter  nicht  selten 
gewisse  Berufsarteu  in  den  einzelnen  Familien  durch 
ganze  Generalionen,  ja  selbst  Jahrhunderte  hindurch  sich 
erhalten  haben,  findet  ihre  Bestätigung  auch  hier,  in- 
sofern noch  viel  spater,  ndnilich  im  Jahre  1526,  aber- 
mals ein  Hanfs  Felber  B  ü  c  li  s  e  n  ni  e  i  s  ter  in  den 
Steuerbüchern  dahier  urkundlich  vorkommt. 


Zustände.         Zur  KedeutuiiK  «le«   Titelii   ,,llerp"   Im 
Sprache  und  ITIIttriHlter. 

Von  Dr.  Frhr.  Uolh  v.  S  ehre  ckenstein. 

Das  germanische  Museum  besitzt  das  Original  eines 
Gerichtsbriefes  des  Schultheifscn  Conrad  I'finzing  zu  Nürn- 
berg und  der  Schollen  daselbst,  in  Betreff  der  Irrungen 
des  Juden  Selkmann  von  Neuniarkt  mit  der  Judenschaft 
zu  Nüiiiberg,  vom  2.  Juli  1320.  In  diese  Urkunde  ist 
eine  illere  von  1314  (frytag  in  der  oslerwochen)  voll- 
ständig aufgenommen,  und  zwar  ein  Spruch  des  Schult- 
heifsen  Chunrat  Eseler  zu  Nürnberg,  ebenfalls  die  Ge- 
rechtsame lind  Zwisliglieilen  der  Nürnberger  Judenschuft 
betnfrend.  Hier  erhallen  nun  verschiedene  Juden  ur- 
kundlich den  Titel  „her".  Der  Schultheifs  bestätigt 
nämlich,  dafs  vor  ihn  gekommen  seien  ,,Moyses  der  bi- 
BchülT,  Svzkint  von  Uiiolspach  und  Bendit  hern  Michel- 
trauts  svu  die  Juden,  von  aller  Juden  wegen  gemeinilich 
zu  Nüremberg."  Im  weiteren  Verlaufe  der  Urkunde  wer- 
den die  vier  Meister  der  Jiidenschule  zu  Nürnberg  nam- 
haft gemacht.  Sie  heifsen  :  ,,hcr  l.ezir,  her  Ysac  hern 
Bonfantes  eidem  von  Erfurt,  her  Merklin  und  her  Svz- 
kint von  Onolspach."  Zu  bemerken  ist,  dafs  die  als  Schöf- 
fen beigezogenen  Geschlechter  in  der  Urkunde  den  Titel 
„her"  nicht  erhalten.  ,,Do  sant  ich  (der  Schultheifs) 
nach  Gramlieben  minem  bruder,  Herdegen  viid  Friedrichen 
den  Holtschuhern,  Berchlold  viid  Fritzen  den  l'hinzingen" 
u.   s.   w. 

Wie  kömmt  es  nun,  diil's  Juden,  die  im  Mitlehiller 
bekanntlich  mifsuchlet  wurden,  einen  Titel  erhalten,  der 
um  jene  Zeit  ein  l'räroijaliv  des  hohen  Adel.'*,  hoher  Ma- 
gistratur u.  8.  w.  zu  sein  pflegte.  Selkmann,  der  die 
Irruiieen  veranlafsle,  hrifst  in  der  Urkunde  einfach  „Selk- 
mann der  jnile."  Erhielten  die  vier  Meisler  den  Herren- 
titel etwa  in  ihrer  Eigenschaft  als  Vorstände  der  Syna- 
goge ? 


Eine  IlMfitlMrlirlfl  drM  Han«  Roariiplüt.      Qandschriften- 

kunde. 
Von  Dr.  Adelb.  v.  heller,  Univtrsilalsprofessor,  in  Tubingen. 

(Schlufi.) 

75)  Bl.   381.    Priameln: 

a)  Ein  sewhirtt  der  do  hult  pei  körn.  Vgl.  Keller, 
das.   1163,  73.   1107,  201.   1339,  87.   1369,   35. 

b)  Ein  zymmernian  dem  die  spen  in  cleidern  han- 
gen. Vgl.  Keller,  das.  1103,  61.  1333,  34.  1309, 
36.    1435,  22. 

c)  Ein   schweigender  sihuler.     Vgl.   das.   1371,   98. 

76)  Bl.  382.  Kosenplüt:  Von  unser  Lieben  Frauen 
(Von  unser  Frauen  Schönheit).  Vgl.  das.  1330, 
18.   1380,  39.     God.   96,  3. 

77)  Bl.  390b_  Kosenplüt;  Von  der  vil  Hantwercken. 
Gedr.  Keller,  1135  ^abweichend).   Vgl.  das.  1331,23. 

78)  Bl.   395.    Priameln  und  Sprüche: 

a)  Von  dreien  Dingen  wirl  man  schwach.  Gedr. 
Keller,  Schwanke,  30.  Vgl.  Fastn.  1167.  204. 
1342,   123.   1343,   133.   1370,   54. 

b)  Nach  dreyen  dingen  wirt  man  starck.  Gedr.  das. 
31.     Vgl.  Fastn.    1167,  204.    1370,  55. 

c)  Kumt  kunst  für  ein  haus.  Gedr.  Eschenb.  404. 
Vgl.  das.  1163,57.  1166,171.1336,54.  1369,45. 

d)  0  werlt  dein  nani  heifst  spolhilt.  Gedr.  Eschenb. 
405.     Vgl.   das.    1163,   05.    1337,   69. 

e)  Wo  albeg  gut  gericht  ist  in  einer  slat.  Vgl. 
das.  1103,  60.  1166,  178.  1343,  134.  1309,  18. 
Gedr.   Keller,   Schwanke,   51. 

f)  Ein  Richter  der  do  richtet  recht.  Gedr.  das.  48. 
Vgl.   Fastn.   1166,   169.   1369,  30. 

g)  Ein  schweigender  schuler;  (ebenso  oben  Nr.  75  c). 
h)   l'oßheit    vnd    grintig  pader.     Vgl.   Keller,  Fasln. 

1371,   99. 
i)   Slaup   lauch   vnd  rauch.      Vgl.   das.   1371,    101. 
k)   Seit    das    man    die    roten    enge  srhülech   erdacht. 

Gedr.  Keller,  Schwanke,  44  (abweichend).   Eschenb. 

400.      Vgl. Fastn.    1163,77.    1165,144.    1435,19. 
I)   Wer  alle   lag  wil   ligen  jm  luder.    Vgl.  das  1162, 

31     110  1,  96,   1371,   100.   1450,  30. 
m)   Serlit   wo   der  suii   fnr  den   valer  gat.      Vgl.  das. 

1107,    184.    1309,   2«.    1439,   (i8.     Gedr.    Keller, 

Schwanke,   42 
n)    Die   knaben    in   den   hohen   hUtcn.    Vgl.    das.  1103, 

59     1101,  91     1165,    109    1337,  73     I30'.l,    43. 

Gedr.    Eschenb      105. 
o)  Ein    vesnnc  hl    vnd     ein    frolikeit.      Gcdr      Keller, 

Schwanke,    20.      Vgl     Keller,    Fastn.     1102,32, 

1100,   129.   1370,  63     1450,  27. 


447                                                 Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit.  448 

p)  Wer  gern  spilt  vud  vngero  gilt.    Vgl.   das.  1163,  mm)  Ein  paur  dem  got  solch  kunst  wol   fugen.     Vgl. 

59.    11C4,  97.    1369,   44.  a.   a.  0.    1340,90.    Üedr.   im  Bericht  an  d.  Mitgl. 

q)   Hültschuher  vud   truckner   wegk.    Vgl    das.  1163,  der  d.   Ges.    1840,  41. 

33.    1456,  28.  od)  Ein    suiider    der    iu    sein    sUndeo  verzagt.      G«dr. 

r)   Wer    ein    pferdt    bat    Hos    hinckt.     Gedr.    Keller,  Keller,  Schwanke,  47.    Eschenb.   403.    Vgl.  a.  a. 

Schwanke,  25.     Vergl.   Fastn.,   1163,    34.   1456,  U.   1164,  84,    1166,    180.    1369,  21.    1435,  26. 

31.    1370,   50  79)    Bl.    405.    Spruch     von     einer     Dirn.      Anfang:    Zu 

»)  Welcher    man    wer  als  faul   vnd  als  treg.     Gedr.  lichtmeß  sei  man   heben   an. 

Keller,   Schwanke  33   (abweichend).     Vgl.   Fastn.  80)    Bl.  405  b.    Spruch   von  difsen  Puch.    Anfang:    Wer 

1163,  44.    1371,  85.   1456,   32.  das  puch  lesen  oder  hören  wil. 
t)  Wer  auf  einem   weichen   meß   «il  stelczen.    Vgl.  81)    Bl.  405  b.     Priamelu: 

Fastn.    11G5,   106.    1370,  81.  a)  Ein   man   der  mil  einem   ist  vnd   trinckt.    Vgl.   a. 

ü)  Ein    hubscher    weidman    vnd    ein    jeger.      Gedr.  a.   0.    1371,   112. 

Keller,    Schwanke    58.     Vgl.    Fastn.     1163,    35,  b)   Ein   fruiTie    frau    in    eelichem  standt.     Das.    1371, 

1165,  132.  1333,38.  1370,64.  1439,71.  1456,25.  HO. 

v)   Welcher  prister  sich  des  vermeß.    Vgl.  das.  1163,  c)   Ein  man  der  mit  einem  ist  vnd  trinckt  (wie  oben,  a). 

54.    1165,   142.   1336,  56     1369.  41.    1436,   37.  d)  Ein   fruiTie   frau   an   eren   steet.     Dos.    1371,   113. 

w)  Wer  einem  plinten   winckt.     Vgl.  das.   1163,  36.  e)  Wer  frauen   vud  prisler  ert. 

1164,  105.    1338,  75.   1370,  82.  f)  Wenn  ein  reicher    ein  armen  verschmecht.     Das. 
x)  Wer  sich  einer  solchen  sach  verme(i.     Gedr    Kel-  1371,    118. 

ler,  Schwanke,  23.    Vgl.  a.  a.  0.    1163,  37.    1165,  g)   Ein   frumme   frau   mit  frOlichem   mut. 

140.   1370,  83.  b)  Ein  steleuder   dip    vud    ein    putel.      Gedr.    Keller, 

y)  Wer  hat  ein  hennen  die  nicht  legt.    Gedr.  Eschenb.  Schwanke,   18.    Vgl.   a.   a.   0.    1162,  2.    1370,56. 

403.    Vgl.   a.a.O.   1163,38.    1165,123.   1370,49.  82)    Bl.   407.    Das    lidlein    von    der   saw .     Anfang;    Ich 

z)  Ein    zaghafftiger   Streiter   vnter    eines  fursten  pa-  kam  dort  hin  auf  einen  mist. 

nir.     Vgl.    das.    1163,    11.    1165,   119.   1338,  83.  83)    Bl.    410b.    Rosenplüt    (?)  :     Spruch  das  alles    in 

1370,  57.  der  Welt  gut  gehet, 

aa)  Jaghunt    vnd    alt    basen.     Vgl.    das.     1162,    16.  84)    Bl    413b.    Rosenplüt  (?) :  Das  lid  von  den  hei- 

1165,  117.    1337,  67.   1370,  59.   1456,  23.  ligen    Der  paurencalender    (bricht  unvollendet    ab), 
bb)   Lederer  vnd   löchert  heut.  Gedr.   Keller,  Fastn.    1103. 

cc)   Ein  Richter  der  da   siezt  an  einem  gerichl.    Gedr.  ,:  ^ 

Keller,  Schwanke,  49.     Vgl.   a.   a.   0.    1164,   76.  

1166,  162.   1369,  22.   1439,  66. 

dd)   Ein   fruiTier    man    der  gern   recht  thett.      Gedr.  a.  A'euaiifKefiiiideiie  AoteilHtürkp  zur  HiinHt- 

a.  0.   46.     Vgl.    a.   a.  0.    1167,    186.    1369,  28.  und  KulturseMcliIrlite  deM   16.  Jnlirli. 


(Schlufs.) 


1435,  21. 

ee)   Ein   spiler  der  da   spil    hat  gctriben   an.      Vgl.   a. 

a.    0.    1163,   74     1167,    188     1369,   31.    1435,23.  Nach  diesen  vorhiuHgen   Bemerkungen    kehren   wir  zu 

IT)  Ein    kremer   der    da    nymer    nichtz    leugt.      Gedr.  unserni   Inventare   zurück   und    fuhren   mit  kurzen   Motizen 

Keller,   Schwanke,    60.      Vgl.    a.    a,   0.    1163,   62.  die   einzelnen   Abtheilungen    auf,   um   anzudeuten,   was   aus 

1167,    189.    1333,   40.    1369,   32.    1435,   24.  demselben   zu   entnehmen    ist: 

gg)  Ein   arczt  der  zen   wee    kunt   vertreiben    (s.  oben  1.    Ur-  und  ahnherrliche    Mannlehen,    darunter 

Nr.   15,  b).  Giechischc,  Leonrodtische,  Truchsefs'sche  und  Bambergi- 

hh)   Welcher    mensch    den    Erczten    wirt    zu    teil    (s.  sehe  Lehen.     Gcsammtwerth    1400  (1. 

oben  Nr.    15,  c.)  II.    Eigene  Guter,   Rentzinsen   und   Gniten   auf 

ii)  Ein  seiihirt  der  do  hat  pei  körn  (8.  oben  Nr.  75,  a).  dem   Lande.      G.   W.  6000  11. 

kk)    Ein   lymermann   den   die   spcn   in   cicidtrn   hangen  III.     Liegende     Guter     in     und     vor     der    Stndt 

(9.   oben   Nr.   75,  h.)  Nürnberg.     G.   W.   10,362  0. 

II)  Wer    hoch    auf   einen    paum    wil    purczcin.     Vgl.  IV.   Eigenzinsen    und    Ga  tt  e  r  s  ch  a  f  len    in    der 

a.   a.  0.   1164,  99.   1370,  80.  Stadt.     G.  W.  431811. 


/yrfi. 


/»«; 


449 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


'»50 


V.  Augelcgle  Gelder.  G.  W.  30,835  0.,  darun- 
ter 1G,000  fl.  auT  Gewinn  und  Verlust  im  Handel.  - — 
Die  Zinsen  sind  zu  5  vum  Hundert  gerechnet,  werden 
aber  auch  in   Festgesetzten   Naluralliererungen  gezahlt. 

VI.  baarschaft  im  Hause  =  693  0 

VH.  Silbergeschirr,  dazu  P  a  te  rn  us  ter  und  Ko- 
rallen. G.  W,  2538  0.  —  Es  befanden  sich  im  Hause 
des  W.  Imhof  nicht  weniger  als  9  vergoldete  Doppcl- 
becher (Scheiern),  43  kleinere  Becher  (Maigelein)  und 
26  silberne  und  vergoldete  Trinkgeschirre  von  verschie- 
dener Gestalt. 

VHI.  Goldene  Hinge  und  ,,Sch  il  li  nge"  (Gna- < 
den-  und  Patheupfennige,  welche  man  an  Ketten  um  den 
Hals  trug),  gefafste  und  geschnittene  antike  und 
neuere  Steine.  G.  W.  203  D.  —  Eine  antike  Camee 
wird  bis  zu  40  fl.,  ein  neuerer  geschnittener  Stein,  wenn 
es  kein   Edelstein   ist,  bis  zu  6  fl.  gerechnet. 

IX.  Goldene,  silberne,  messingene  und  ku- 
pferne romische  Medaillen.  G.  W  1791  fl.  .^  Dar- 
unter befunden  sich  57  goldene,  651  silberne,  79  grie- 
chische, wahrscheiulich  silberne,  Stucke.  Unter  Medail- 
len werden  hier  wol  gröfsere  Münzen  zu  verstehen  sein; 
wenn  nicht,  so  gehörte  W.  Inihof  ohne  Zweifel  zu  den 
Kunstfreunden  ,  die  damals  schon  von  italienischen  P'äl- 
schern  hintergangen  wurden.  Wir  wissen  anderswoher, 
dafs  er  seine  Medaillen,  soweit  er  sie  nicht  von  seinem 
Grüfsvater  ererbt,  grOfstenlheils  in  Lyon  gekauft  hatte. 

X.  Antike  und  neue  Br  o  n  cef  i  g  uren.  G.  W. 
UOfl. 

\I.  Plastische  Arbeiten  in  Marmor,  Alaba- 
ster und   Gyps.     G.   W.  975  0. 

XII.  GemäldeinOel- und  Wasserfarben,  Wap- 
pen, Kupferstiche  u.  s.  w.  G  W.  1490  0.  —  Die- 
ses Verzeichnifs  umfafst  allein  16  Folioseiten  und  wird 
um  so  interessanter,  da  eine  spatere  Hand,  wahrschein- 
lich eines  Sohnes  des  Willibald  Imhof,  zu  den  einzelnen 
Nummern  Randbemerkungen  Über  das  Schicksal  derselben 
beigefügt  hat.  Wir  erfahren  hieraus  unter  Anderm,  was 
Kaiser  Rudolf  H.  aus  der  Imhollschen  Sammlung  erwarb, 
worüber  Heller  iinr  unvollstündig  ^ach^i(-ht  geben  konnte. 

XIH.     Die   Bibliothek   im    Werth   von    552  0. 

XIV.  Elen-,  Hirsch-  und  andere  Geweihe. 
G.  W.  231  D.  —  Es  ist  bezeichnend  für  jene  Zeit,  dafs 
zwei  grofsc  Hirschgeweihe  gerode  so  hoch  im  Preise 
standen,  wie  Durer's  sümmtliche  Werke  in  Kupferstich 
und  Holzschnitt,  nämlich  36  fl. 

XV.  Po  rz  e  I  la  nge  füfse,  Majoliken,  veuetia- 
nische  Schalen,  Glaser  und  irdenes  Geschirr. 
G.  W.    17O0 

XVI.  Zinngeschirr.      G     W.    154  0. 


XVII.  Messinggeschirr.      G.   W.   32  0. 

XVIII.  KupfergeschM  I.      G.   W.   59  0. 

XIX.  Mannskleider.  G.  W.  315  0.  —  Eine  für 
die  Geschichte  der  Tracht  ergiebige  Abtheilung.  Wir 
ersehen  unter  Anderem  daraus,  dafs  eine  Schaube,  wie 
sie  um  die  Mitte  des  16.  Jahrh.  ein  vornehmer  Nürnber- 
ger trug,   auf  80  0.   kam. 

XX.  Harnische,  Wehr,  Tartsc  hen,  Geschosse 
und    was    zur    Reiterei  gehörig  ist       G.   W     310 

. —  Ein  weifser,   geatzter    Harnisch    mit  Helm,   Handschu- 
hen und  sonstigem  Zugebor  kostete   nur  etwas  Über   13  0. 

XXI.  Bettstiitte  und  Federwat.     G.   W.   715  0. 

XXII.  Leinen   und   Tuch.     G.   W.   949  0. 

XXIII.  Allerlei  schOne,  kunstlich  gewirkte 
und  ausgenahte  türkische  und  andereHängtep- 
piche.  Banklegen,  KücktUcher,  Tischteppiche 
Bettdecken,  genahte  Kissen  ii.  dgl,  —  Das  Ver- 
zeichnifs des  Einzelnen  und  die  Werthaiigabe  des  Gan- 
zen ist  leider  mit  den  beiden  letzten  Blattern  verloren 
gegangen. 

Die  aufgeführten  einzelnen  Summen  betragen  insge- 
sammt  63,965  0.,  wobei  jedoch  zu  bemerken,  dafs  Bruch- 
tlieile  von  Gulden  nicht  mitgerechnet  sind.  Setzeu  wir 
den  alten  Gulden  um  1580  auch  nur  zu  3  0.  unseres  Gel- 
des an,  was  um  etwas  zu  gering  angenommen  ist,  so  be- 
trug die  Hinterlassenschaft  des  W.  Imhof  gegen  192,000  0., 
deren  wahrer  Werth  sich  übrigens  erst  herausstellen 
wurde,  wenn  das  VerhSltnifs  des  Geldes  zu  den  Lebens- 
bedürfnissen und  Luxusgegenständen  in  jeuer  Zeit  genauer 
festgestellt  wäre.  Dafs  dieses  reichhaltige  Inventar  mit 
seineu  vielseitigen  Preisangaben,  wovon  wir  nur  wenige 
Frohen  mitgethcilt,  hierzu  Bedeutendes  beizutragen  ver- 
mag, dürfte  eine  Seite  seines  Uauptwerthes  ausmachen. 


Dir   alten   Cäewerkkirolleii   zu  CarelTituRld.         Leben. 
Von   Dr.  J.  G.  L.   hosegarten,    Universilaisprofessor,  in      '  "kV-^J.'"?!,  ""'' 
Greifswald.  /.iinftwe».ii. 

Im  Greifswiildcr  Slndlarchive  befindet  sich  ein  Folio- 
band :  Memdriiliiliciilmrli  Nr.  6  Er  enthalt  einnirdiirun- 
zig  Pergamentblatler ,  auf  welchen  verschiedenartige  alle 
stiidli.<rlie  Anfzeichnnirgeii  stehen  Mit  Fol,  2  beginnt 
eine  Reihe  Gewe rksrollen  für  verschiedene  Innungen  ;  die 
ersten  haben  keine  Bezeichnung  des  Jahres :  die  vierte 
ist  von  ao.  1397;  die  dann  zunflrhst  folgenden  sind  aus 
dem  ruiifzehnlen  Jahrhundert  Dieinnnngen  bildeten  im  )lil- 
telalter  fest  geschlossene  Genossenschoflen.  deren  Arbeits- 
gebiete gleiehwiilil  sich  bisweilen  nahe  berührten  Es  wird 
daher  schon  damals    nothwendig,    die  Grenzen    zwischen 


•iol 


Anzeitjur  für  lüinile  der  dcutsclieii  Vorzeit. 


«5 


den  Arbeitsgebieten  der  einzelnen  Iniiuiig^en  möglichst 
scliai-r  zu  bestimmen,  damit  keine  luuting  die  andere  be- 
einträchtige. Diese  Rücksicht  sehen  wir  deshalb  in  den 
alten  Gewerksrollen  oft  hervortreten.  Ich  lasse  hier  ei- 
nige jener  Greifswalder  Rollea  füllen.  Die  erste  betrifTt 
die  Abo^renziing  zwischen  den  Sattlern  (gedelercn)  und 
den  Riemenschneidern   (rcmcnsnyderen). 

Hie  incipit  über  de  concordiis  officinriim 
et  divcrsorurii  nicniiii  ialiiim  nostre  civitatis. 
1. 
Nota  de  zedelere  unde  de  remensnydere  nzcr  slad 
tome  grippswolde  scholen  aldns  holden  ere  fndracbt,  dat 
de  zedelere  scholen  unde  moghen  vorkopen  to  dcme  sa- 
dele  alle  gherede  wijt  unde  unbeslaghen ,  dat  se  sulven 
maken  ;  unde  wat  Ihn  dorne  zadele  hört,  dat  se  sulven 
maken  ,  schichleddere,  jeglienleddere ,  gorde  unde  over- 
ghorde,  de  se  sulven  maken,  moghen  se  hutene  deme  za- 
dele vorkopeii,  alse  vor  deme  zadele  unde  no  demc  sa- 
dele,  unde  anders  nicht  Wcre  ok  dat  se  beslaghen  ghe- 
rede vorkopen  wolden  tnmc  zadele,  edder  butene  deme 
zadele,  de  scolen  se  van  den  remensnyderen,  de  in  uzer 
stad  wonaflich  synd,  kopen,  unde  anders  nicht,  alzo  dat 
de  zedelere  nyn  buslagben  werk  kopen  scholen  butene 
edder  bynnene  van  ghesten,  dat  ze  vort  mit  zedelen  ed- 
der ane  zedele  vorkopen.  Ok  scolen  de  zedelere  uscr 
stad  den  remensnyderen  user  stad  butene  nenen  schaden 
dün.  Ok  so  scholen  de  remensnydere  nyne  detasschen 
vorkopen  anders  mer  den  zedelcren  uzer  stad.  Dar  bo- 
vene  schal  erer  een  des  anderen  ammet  nerghenc  mede 
anverdighen   vurdcr  wen   hir  vorescreven  stcyt. 

Das  Wort  schichlediierc  bedeutet :  Scheuleder,  vor  den 
Augen:  wie  millelhochdeiilsch  :  schtech,  scheu.  Dilnsschen, 
Lendenlaschen,  Sallcllaschen  ,  die  an  der  Lende  hangen,  von 
dee,   Lende.     Anders  mer,  anders  als.     Anterdighen,  angreifen. 

2. 
Weten  schalme,  dat  wy  umme  de  schelinghe,  de  de 
kremere  unde  scrodere  tho  samende  hebben  ghehaad,  se 
vorschedcn  hebben  an  desser  wijs,  dat  de  scrodere  scho- 
len nynen  tzeter  edder  kogheler,  edder  sarduk,  vorkopen. 
Ok  .scholen  de  scrodere  nytie  bendele,  nyne  syde,  nyn 
florsgarne,  vorkopen,  mer  allene  oft  se  wes  haslcghen 
scholdeo  rede  maken,  dar  moghen  se  hendeleti,  syden 
unde  florsgarne  thu  hebben,  unde  dal  scholen  se  doch 
io  van  usen  kremeren  kopen,  unde  de  scholen  en  red- 
delken  kop  gheven.  Weret  ok,  dat  se  snlven  tvvenie 
verwen,  den  moghen  se  vorneyen  ;  vurder  scolen  se  ny- 
nen verweden  Iwerne,  des  se  sulven  nicht  cn  verwen,  vor- 
kopen, men  allene  den  se  von  uzeren  kremeren  kopen,  unde 
nicht  van  ghesten,   unde  scholen  en  reddelken  koop  gheuen. 

Tteler,  lockere   Leinwand.     Knghelcr ,    l'nrehenl.      Sarduk, 


.VlIiLs .    Sarsche.     Bi-ndetc,    Blinder.      Hasleyhen,    hastig,    rasch. 
Tirirnr,    Zwirn.      Schelinr/he,   Streit. 

3. 

Das  dritte  Stuck  handelt  von  Schuhmachern  und  Gerbern. 
Der  schomaker  rechlicheyt  unde  der  gerwer. 

Witlik  sy  dal  wy  de  schumakere  und  de  gherwere, 
de  wonaflich  synd  an  uzer  slad,  hebben  vorscheden  unde 
entweygh  ghesproken  umme  de  schelinghe  unde  twedracht, 
de  se  tho  samende  hebben,  also  dat  de  schomakere  mo- 
ghen gheren  an  eren  husen,  dar  se  wonen,  und  eres  sul- 
ves  knechten,  unde  anders  nicht,  also  vele  ledders,  also 
se  sulven  dorven ,  unde  moghen  vormaken.  Dar  scolen 
so  ok  nyne  gherwerknechte  sunderghes  thu  meden  unde 
holden.  Ok  schulen  se  nyn  ledder  unvormaket  vorkopen, 
unde  scolen  ok  uyniande  ledder  gheren  umme  vrnntscop 
willen,  edder  umme  ghelt,  mer  allene  also  vele  also  se 
sulven  budorven.  Ok  scolen  se  nyn  roo  ledder  kopen,  mer 
allene  also  se  van  uzer  vrowen  daghe  erer  hemmelvart 
vort  bette  to  sunte  michelis  daghe  kopen  moghen,  unde 
anders  nicht,   umme  dat  loo  thu  kopende. 

Gheren,  gar  machen,  gerben.  Dorven,  bedürfen.  Vorma- 
ken, verarbeiten.    Budorven,  bedürfen.    Loo,  Lohe,  Gerberrinde. 

4. 

Dies  Stück  betrifft  wieder  die  Hiemcnschneider. 

Wytiyk  zy  dat  den  rSmsnyderen  uzer  stad  gheghunt 
ys  Ihur  tyd  desser  slukke  unde  arlicle,  de  hyr  na  scre- 
ven  stau,  'fhunie  ersten.  VVe  ere  ammet  wyl  wynnen, 
de  schal  en  tho  vorcn  lim  zegghen  dre  vernddelyares, 
unde  de  ^chal  hebben  veflbeyn  mark  unvorborghen  ;  de 
schal  he  bewyzen  myt  tuen  bedderven  luden.  Zynl  ze 
erfzelhen,  zo  schal  dat  thu  eren  slychlhen  worden  slan; 
zynl  ze  umbezelhcn,  zo  scholen  ze  dat  zegghen  by  eren 
eden.  Item  dat  he  hule  brevc,  dar  he  lest  ghedeent 
heft.  Item  zo  schal  he  maken  Iwe  stukke  Werkes  up 
der  olderlude  werkstede,  dat  he  enen  yewelken  bedder- 
uen  manne  ane  moghe  vul  duu.  Item  wy  an  ere  am- 
met unde  kumpenye  kunipt,  de  schal  en  ene  mark  sun- 
dcsch  gheven.  Ihn  eren  boldeke  unde  liebten,  unde  cn 
punt  vvasses,  unde  ene  tunne  bdrs,  de  schalen  ze  myd 
vruiilscop  vndc  vrowden  drynken.  Datum  anno  domini 
ni".ccc".xcvij"  sabbalo   post  feslum   asrensionis  domini. 

Ok  schal  numment  veylinghe  hebben  hijr  in  desser 
slad  Io  niarkede,  edder  in  anderen  sieden,  dal  ruren 
mach  in  ere  anipl,  utenomen  den  jarmnrket,  unde  dre 
daghe  dar  hüten.  Scriptum  anno  domini  m"  cccrxxv".  sexta 
friia   ante   feslum   .lobaiinis   bnplisle. 

Item  wy  an  ere  unimel  unile  kumpenie  kunipt,  de 
schal  hebben  en  verdick  armborst,  mil  ."Syriern  takelle, 
eueii  schilt,  unde  enen  lirtd  Anno  domini  m"  crcc".!'"". 
feiia   (|uarta   jiost  uculi. 


453 


Anzeiger  für  lv\iiiilt'  dor  deutschen   N'orzeil 


454 


Da  der  erste  Satz  dieser  Bestimmungen  von  ao.  1397 
ist,  so  ist  zu  vermutben,  dars  auch  die  drei  vorhergehendeu 
Kümmern  aus  dem  vierzehnten  Jahrhundert  sind.  VerndJil- 
yar,  Vierteljahr.  Slijchl,  einfach.  Dar  he  lest,  wo  er  zuletzt. 
Vul  dun,  genügen.  Sundesch,  Stralsundisch.  Boldehe,  Decke 
für  die  Bestattung.  Veyliughe,  feile  Waare.  Ruren,  berühren, 
betreffen.     Takel,  Gerälh,  Ausrüstung. 

5. 
Von  den  kratncren. 
Notandum  dat  dar  nemant  schal  kramerye  vorkopen. 
ane  id  kome  em  Ute  vlandereii ;  uiidc  was,  dat  ute  lyflande 
kumniel,  dat  syn  egheiie  is,  dat  mach  een  islik  vorku- 
pen  wor  hc  kau.  Ok  de  jene  dce  mede  bruweo,  mogheii 
ere  was  vorkopen  wo  se  willen.  L'nde  de  jene,  den 
krdd  Ute  vlaiideren  kumuict,  de  schulen  beneddeiie  enein 
punde  nicht  weghen.  Unde  andere  kremere,  de  hyr  lo 
markede  stan,  de  schulen  beneddeiie  eneme  verndele  van 
encme  punde  nicht  weghen.  Vortmer  de  piutzenpautzere 
unde  de  luttiken  kremere,  de  moglien  stau  uppe  dem 
markede,  uppe  den  kerkhoven,  in  den  keiken,  wor  unde 
wen  eer  dat  se  willen  .  unde  de  moghen  veyle  hebbeii, 
dat  me  hfit  spisserye,  aise  hufbendelen,  iiatelen,  kemme, 
börste,  scheren,  blakhorne.  Ok  borghere,  dede  maken  sy- 
dene  bendele.  bürden  mit  golde  edder  mit  sulver,  der 
moghen  se  sik  hruken  na  erme  willen,  dar  umme  se 
den  kreeracren  nicht  dorven  wes  to  bode  slan.  Ok  mo- 
ghen de  sulveii  weghen  lode  unde  qweiilyne  wyroli,  an- 
iiys,  calamus,  rartkomeii,  unde  wilde  krude.  Meii  |)eper, 
peperkomiMi  unde  kramkrude  moglien  se  nicht  weghen  sun- 
der se  hebben  der  kremere  kninpanie.  Vortmer  de  pint- 
r.enpantzere,  dede  gaii  in  den  Straten  bv  huse  lank,  de 
mogheii  weghen  piider  by  loden  unde  qweutynen,  alse 
lee  aldus  langhe  ghedaen  hebben ,  unde  ere  spisserye 
moghen  se  vorkopen.  Vortmer  schal  nyn  kreemer  hü- 
ten deme  jarmarkede  lenk  slan  uppe  deme  markede  wen 
dre  daghe,  he  vortelde  edder  nicht.  Vortmer  de  der 
kremere  am|it  unde  knmpanie  winnen  wil,  de  schal  dat 
bewysen,  dat  he  echte  unde  rechte  boren  is,  unde  van 
gnter  liandeliiighe ;  de  schal  de  knmpanie  es.schen  to 
dren  verndel  jars.  Wil  dat  ampt  unde  knmpanye  dat 
jemandc  körten,  dat  steyt  to  cn.  De  jene  de  also 
winiiet,  de  schal  gheven  dei  kum|iunieii  eiie  mark  to  bol- 
deke,  uiide  to  hariische,  unde  een  puiid  wasses  to  eren 
lichten,  unde  ene  gude  tuniie  börs  ;  dar  Scholeii  ze  sik 
vrolik  over  makin  unde  driiikcu.  ük  schal  iiyu  kremer 
mecr  hoiiniglics  kopen  wen  he  sulven  dnr(  to  syiier  egbc- 
iieii   hehiif  to   vorbruwende. 

Hede  hruaen,  Mcth  aus  Honig  brauen.  Kruiid,  (icwürz. 
Benedden,  unter.  Weghen,  auswiigen  zum  Verkanfe.  I'inlieu- 
panlzer,  kleine  Händler,  welche  spxsserle,   Spilzerci,  verkaufen, 


nuinlich  :  llaubeubauder,  Nadeln,  hiimme,  Bürsten,  Scheeren, 
Tintenfasser;  was  französisch  quincaillcrie  heifst.  Nicht  dor- 
nen ues,  nicht  dürfen  etwas,  elwessen,  in  Bezug  auf  etwas. 
Wes  ist  Genitiv  von  ir«fj  etwas.  Lenk  slaan,  langer  stehen. 
He  vortelde  edder  nicht,  er  schlüge  ein   Zelt   auf,   oder  nicht. 


Die  icrorHeii   willimifii   f><>lilHliirke   <Ipm 
.niKelnllerM. 

Von   Kcchnungsrath  Schlickeysen   in  Berlin. 

Obgleich  Rehlmeier  in  der  1722  erschieneneu  braiin- 
schvveig-liineburgischeii  Kronik  durch  Beschreibung  und 
Abbildung  darauf  aufmerksam  gemacht  hat,  dafs  unsere 
Vorfahren  im  Mittelalter  sich  schwerer,  grofser  Geldstucke 
von  Silber  bedient  haben,  so  ist  doch  seine  Mittheiluug 
von  den  Münz-  und  Alterthiimsforschern  im  vorigen  und 
in  der  ersten  Hälfte  unseres  Jalirliuuderls  nicht  beachtet 
worden,  und  verschiedene,  nach  und  nach  aufgernndenc 
derartige  Geldstücke  sind  ohne  weitere  Untersuchung 
in  die  Schmelzticgel  gewandert.  Herr  Stadtdirector  Dr. 
Bode  in  Brannschweig  hat  das  Verdienst,  in  seiner  1847 
erschienenen  werthvolleii  Schrift:  „Das  ältere  Munzwe- 
sen  der  Staaten  und  Städte  Niedersachseos"  auf  diesen 
Gegeiislaiid  wieder  aufniciksam  gemacht  zu  haben.  Der- 
selbe hat  durch  die  beigcbrachteu  urkundlichen  Nachrich- 
ten und  durch  den  Abdruck  einer  Urkunde  v.  J.  1382 
uns  eine  klare  Kinsicht  in  die  damaligen  Geldverhältnisse 
bereitet.  Durch  diese  Urkunde  haben  die  Städte  Goslar, 
Braunschweig,  Hildesheim,  Einbeck,  Hannover,  Wernige- 
rode, Osterode,  Haiherstadt,  Quedlinburg,  Ascherslebeu, 
Göttiugen  und  Hameln  auf  vier  Jahre  das  Uebereinkom- 
men  getroffen,  gegossene  Markstücke  „zu  dre  verdinge 
um  jjj  queutin  finen  sülvcrs"  (d.  i.  zum  Feingehalte 
von  12'*  Lolh)  in  Umlauf  zu  setzen.  Diese  Mark.'ilucke 
sollten  mit  dem  Stimpclzeichen  derjenigen  Stadt,  iii  wel- 
cher sie  bereitet,  und  mit  dem  des  ,,tekemesters",  von  wel- 
chem sie  untersucht  wurden,  versehen  werden.  Mau 
nannte  ein  solches  werlbvolles  Stuck  „ene  geteknete 
Ilark,"  in  Urknuden  „marcu  urgeiiti  iisualis  signala",  und 
es  vertraten  diese  Usualmarken  von  der  Mitte  des  13. 
bis  Ausgangs  des  IT).  Jalirlu  die  (hiimils  fihlendi-n  grö- 
beren  Silberniuiiziii 

Im  .1.  Ihlb  wurde  auf  dem  Doraanenhofe  des  Stifts 
Gandersheini  ein  Munzliiiid  geniuchl,  der  auch  3(i  gröfsere 
und  kleinere  Stucke  gegosseneu  Silber.«.,  zn^umnu■n  b';» 
Pfund  wiegend,  enthielt.  U-tztere  bestanden  aus  mehre- 
ren ganzen  Mai  ksttickeii,  einem  halbdurrlischnilleiieii  Mark- 
stücke und  alliieren  kleinen  iingeslenipelleu  Briichtheilen. 
Diesen    Fund     lint    der    verewigte    SchonemHiin    in     seiner 


Hiuidi]. 
ItaiKtclsinittt' 


455 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen   Vorzeil. 


456 


Lebensweise. 

Sociale  Ver- 
hültniue. 

.Sphrn^istik. 


Schrifl  :  Zur  valerliridischen  MunzkuiiHe  (Wolfenbiitlel, 
1852.   4  ),  S.   75   und   76   beschrieben. 

Im  3.  I85G  kamen  beim  l'mbau  eines  Stalls  auf  einem 
dem  ReichsTreiherrn  Grote  ru  Schoueu  gehörigen  Gute  zu 
Dardesheim,  Im  Kreise  llalberstadt,  zehn  Markstücke  der 
Stadt  Braunschweig  an  das  Tageslicht,  weUhe  Herr  C. 
E.  Grotefend  zu  Hannover  in  der  numismatischen  Zeitung 
von  1858,  S.  5  bis  8  beschrieben  hat.  *)  Abbildungen  eines 
halben  Markstückes  und  der  Zeichen  von  7  ganzen  Mark- 
stücken befinden  ?ich  auf  der  dabei  ausgegebenen  Tafel  I, 
sowie  auch  Herr  Bode  die  Abbildung  zweier  Markstücke 
auf  Tafel  X   seiner    vorgedachten  Schrift  gegeben  hat. 

Diese  Markstucke  sind  linsenförmig,  der  Durchmesser 
ihres  kreisförmigen  Umfanges  ungefähr  2'/«  Zoll,  ihre 
Dicke  in  der  Mitte,  der  erhabensten  Stelle,  3 — 4  Linien. 
Sie  sind  nicht  von  gleichem  Gewichte,  2 — 3'/»  Loth  un- 
ter der  cölniscben  Mark;  auch  ist  ihr  Feingehalt,  nach 
der  Zeit  und  dem  Orte  ihres  Bereitons,  verschieden,  ihrMe- 
tallwerth  zwischen  9  bis   10  Thaler  (16  bis  18  Gulden). 

Es  ist  für  die  vaterländische  Munzgeschichte  wichtig, 
festzustellen,  ob  nur  in  dem  nordöstlichen,  oder  auch  im 
westlichen  und  südlichen  Tbeile  unsers  Vaterlandes  der- 
gleichen Markslücke  in  Umlauf  gewesen  sind.  Möchten 
doch  hierüber  Nachforschungen  in  den  Archiven  der  grös- 
seren Städte,  namentlich  in  Cöln,  Mainz,  Strafsburg,  Ba- 
sel, Zürich,  Nürnberg,  Ulm  und  .\ugsburg,  angestellt  und 
die  Ergebnisse  in  diesen  Blattern   mitgelheilt  werden. 

Zugleich  hat  der  Einsender  den  Wunsch,  durch  ge- 
genwärtige Zeilen  die  Freunde  der  vaterländischen  Ge- 
schichte auf  diese  Geldstücke  aufmerksam  zu  machen, 
damit,  wenn  einzelne  noch  aufgefunden  werden,  ihnen  mehr 
Benrhtung  gewidmet  werde,  so  dafs  sie  in  ölTentliche 
Sammlungen  und  nicht  sofort  in  die  Schmelztiegel  gelan- 
gen. Bis  jetzt  werden,  soviel  bekannt,  dergleichen  Geld- 
stücke nur  in  den  königlichen  Münzsammlungen  zu  Ber- 
lin  und   Hannover  aufbewahrt 

Ein  ReltersleKel  der  FHinille  Thumb 
V.  ^euburic« 

Von  Dr.  Frhr.  Holh  v.  Schreck  e  n  s  t  e  in. 

Durch  Auffindung  eines  im  Landesarchive  zu  Karlsruhe 
befindlichen   Beitersiegels  der  Thumben  von   Neuburg  war 

*)    Vgl.  Zeilschr.  d.  hisl.  Vereini  f.  Niedersachten,  Jahrg. 
1855  (Hannover,  1857),  S.  374. 


für  die  einstmals  dynastische  Stellung  dieser  Familie  die 
grofsle  Wahrscheinlichkeit  vorhanden.  Es  wird  aber  diese 
Annahme  beinahe  zur  völligen  Gewifsheit  durch  die  mehr- 
fachen VerschwSgerungen  mit  ganz  entschieden  dyna- 
stischen Häusern  und  durch  eine  Urkunde  Kaiser  Karls  IV. 
Das  sehr  gut  erhaltene  Beitersigel  hängt  an  einer  Ur- 
kunde von  1293  „dat.  in  Veitkirch  pro.vima  die  ante  ka- 
tbedram  S.  Peiri,"  die  bei  None,  Zeilschrift,  HI,  242,  als 
Hegest  gegeben  ist.  Fridericus  dictus  lumbe  de  Nuwen- 
burch  gestattet  seinem  minister  Burcardus  dictus  Bern- 
zinch,  dafs  er  für  13*1  Guter  an  Kl,  Salem  frei  verkaufe. 
Das  Siegel  hat  die  Umschrift:  j-  S.  FBIDERICI  TVNBO- 
NIS.  DE.  NVNBVRCH.  Der  Reiter,  mit  gezogenem  Schwerte, 
trägt  das  Kleinod  der  Familie,  zwei  Schwanenhälse,  auf 
dem  Helme  ;  auf  der  Brust  führt  er  einen  Dreieckschild  mit 
dem  Slammwappen,  zwischen  den  Beinen  des  Pferdes  steht 
abermals  ein  kleiner  Dreieckschild  mit  dem  Wappen,  und 
endlich  befindet  sich  dasselbe  mehrfach  auf  der  Decke 
des  Streitrosses. 

Den  Uerreostand  der  Familie  bezeugt  eine  Urkunde 
K.  Karls  IV.,  Prag  Dunnerstag  nach  Mariae  Himmelfahrt 
1361.  —  Der  Kaiser  nimmt  „die  edlen  Swigger  und 
Ilug  die  Tummen  gebrüder  sezzheftig  zu  der  Nuwenburg", 
für  ihre  Person  und  Guter  in  seinen  und  des  Reichs  beson- 
deren Schutz.  Die  Verbindungen  mit  Dynasten  sind  be- 
zeugt durch  eine  Urk.  v.  1391  Montag  nach  St.  Lorenz: 
Bischof  Hartmann  von  Chur  (ein  Graf  von  Werdenberg) 
schirmt  seinen  lieben  Oheim  Haus  Tumb  und  dessen 
Hausfrau  Anna,  GräCu  v.  Aichelberg,  rücksicbllich  deren 
Rechte  auf  Neuenburg;  eine  Urk.  v.  1394  auf  Cosmas  und 
Damianus  :  Marlin,  Prior,  und  Cunvent  des  Ordens  unserer 
Frowen  bruder  zu  Efsliugen  bekennen,  dafs  Frow  Anna 
geborene  von  Aichelberg,  des  erbarn  vesteii  knechts  Jun- 
kers Hansen  Domen  ehel.  Wirtin,  eine  Jahrszeit  gestiftet 
hat  für  ihren  Vater,  den  Grafen  AIhrecht  v.  Aichelberg 
sei.,  ihren  Bruder,  den  Grafen  Courat  von  Aichelberg, 
ihre  Mutter,  Frau  Gutta  von  Landaw  sei.,  Herrn  Lutzen 
von  Landaw  (ihren  Oheim)  u.  s.  w.  Stalin  III,  649  fuhrt, 
nach  Gabelkhüfer,  eine  Urk.  gleichen  luhalls  aber  zum 
Jahre   1393,  Juli  28.  an. 

Referent  gibt  obige  Regesien  nach  den  im  Archive  der 
Freiherrn  Thumb   v.  Neuburg  befindlichen  Originalbriefen. 

(Mit  einer  Beilage.) 


Vernnlwnrllirhp  Redaclion  :  Dr.  Freih.  v.  u.  z.  Aufsefs.     Dr.  A.  ▼.  Eye.     Dr.  G.  K.  Frommann. 
Verlag  der  literarisch -artistischen  AnsUll  iles  germanischen  Museums  in  Nürnberg. 

ü.  K.  .S  cb  nid 'ictic  Uuclidruckcrci. 


BEILAGE  ZL>1  ANZEICiEi;  Fl  H  KUNDE  DEU  I)ELTS111E\  VORZEIT 

1858.  J\?   12.  Deftmber. 


Cliroiiik  (los  geniianischeii  >Iiis(Minis. 


Wie  der  Bericht  über  die  Jahreskonfereni  (Beil.  ru  ^r.  9) 
bereits  ir«iihnle,  niufstin  wogen  uiiiureichender  Vcrirelung 
des  Verwaltungsausschusscs  die  Gesclialle  dissellicii  einer  be- 
sondern Conimission  überwiesen  werden.  Aachdeni  die  \>  ahl 
dieser  Coinmission ,  die  nach  §.  27  des  Organismus  aus  7  Mit- 
gliedern zu  bestehen  hat,  in  der  Weise  zu  Stando  gekommen 
war,  dafs  4  auswärtige  (Dr.  E.  Förster,  Prof.  Dr.  üengler, 
I'rof.  Dr.  V.  Uiriiur-AIleneck,  Freih.  v.  LolTeUiolz)  und  3  hie- 
sige (Direktor  Krciiiig,  Advokat  Merck,  Rtcblsrath  Seiler)  Aus- 
schufsniilglieder  gewählt  wurden,  trat  dieselbe  am  27.  Kovhr. 
am  Sitie  des  Museums  zusammen  und  erledigte  vollstiindig  die 
im  §.  28  des  Organismus  aufgezahlten  Geschäfte.  Um  lur  künf- 
tige Fälle  die  jahrliche  und  regelmiirsige  Erledigung  dieser 
Geschäfte  bei  der  Schwierigkeit  einer  alljährlich  in  heschlufs- 
fähigcr  Anzahl  sich  einfindenden  Versammlung  zu  sichern,  wurde 
beschlossen,  dafs  die  im  §.  27  bezeichnete  Wahl  einer  Coni- 
mission von  7  .Mitgliedern  des  Verwalluiigsausschusses  bis  auf 
Weiteres  als  Regel  zu  gellen  habe,  eine  Versammlung  des 
ganzen  Verwaltungsausschusscs  aber  nur  alle  3  Jahre  einzube- 
rufen sei.  Zur  Erleichterung  des  Erscheinens  der  Mitglieder  hie- 
be!,  wie  auch  bei  den  Commissionssilzungen  ,  wurde  ihnen  für 
die  Zukunft  Reisegeld  nebst  täglich  4  fl.  Diäten  während  der 
Confercnzzeit  aus  der  Muscumskasse  bewilligt. 

Die  Commission  sprach  ihre  volle  Zufriedenheil  über  Ge- 
schäftsführung, Rechnungswesen,  Arbeiten  der  Beamten,  Werk- 
stätten und  Bauwesen  aus  und  stellte  den  Etat  für  das  Rech- 
nungsjahr 185ft/9  fest,  bei  dem  freilich  auf  einige  KKKl  11. 
neue  Zuschüsse  gerechnet  werden  mufs,  wenn  er  kein  Deficit 
behalten  soll. 

Die  von  der  Confcrenz  des  Gelehrlenausschusses  im  August 
(s.  Anzeiger,  Beilage  zu  IVr.  9J  vorgenommenen  Krgaiizungs- 
wahlen  des  Gelehrtenausschusses  erhielten  ihre  BcslUtigung  und 
sollen,  sobald  die  Erklärungen  der  Gewählten  eingegangen  sind, 
bekannt  gemacht  werden. 

Leider  hat  der  Gelehrtenausschufs  abermals  aus  den  Reihen 
seiner  älteren  Mitglieder  zwei  durch  den  Tod  verloren: 

Rcgierungsrath  Dr.  Jos.  Chmel,  Viccdirector  des  k.  k. 

geh.  Hau.*-,  Hof-  und  Staatsarchivs,  in   Wien  und 
Slaatsarchivar  G.   v.   Meyer  v.   Kiionau  in  Zürich. 

Auch  haben  wir  den  Verlust  des  Kiinslb-rs  Fried  ricli 
Unger  aus  Hof  zu  beklagen,  weldier,  nachdem  er  dem  Mu- 
seum während  4  Jahre  als  Zeichner  eine  rühmliche  Tbaligkeit 
bewiesen,  am  16.  Dee.  in  geniüthskrankcm  Zustande  den  Tod 
gesucht  hat. 

Es  ist  ein  gutes  Zeichen,  dafs,  niichderu  die  oben  bezeich- 
nete Commission  in  der  neuen  Etatsstcllung  hat  sagen  müssen, 
neue  Zuschüsse  seien  nuthig,  wenn  nicht  bei  den  sich  stei- 
gernden Anforderungen  an  das  Museum  ein  Deficit  herau>k(im- 
men  sollte,  unmittelbar  darauf,  gleichsam  wie  von  Oben,  Hiilfe 
erschien.      Zuerst    kam     der    Magistrat    der    Stndt    Nürnberg, 


dem  das  germ.  Museum  schon  manche  Förderung  und  l'nler- 
slutzung  verdankt,  mit  einem  Jahresbeitrag  von  200  fl  ;  dann 
von  der  königl.  würllemb.  Regierung,  Departement  des  Kirchen- 
und  Schulwesens,  die  Kachrichl,  dafs  Se.  Maj.  der  Konig  von 
Württemberg  dem  .Museum  eine  S  taatsun  te  rstützuog 
von  jährlich  5U0  fl.  gewährt  habe;  Se.  kön.  Hoheit  der  Groft- 
herzog  von  Baden  übersandte  aus  seiner  Handkasse  einen 
Beitrag  von  400  fl.  und  genehmigte  eine  Unterstützung  aus  der 
Staatskasse  von  2.')0  fl.  jahrlich.  Se.  kun.  Hoheit  Prinz  h  arl 
von  Bayern  hat  einen  Jahresbeitrag  von  200  fl.  zugesichert 
und  I.  Hoheit  die  Herzogin  -  Mitregentin  von  .\nhall- Bernburg 
einen  desgleichen  von  15  Thlr.  Von  Sr.  Durchl.  dem  Fürsten 
Camill  von  Roh  an  in  Prag  ist  dem  .Museum  ein  Beilrag 
von  100  fl.  o.  W.  zugesandt  worden.  Erwahnenswerth  sind  noch 
der  von  dem  Fabrikbesitzer  Hrn.  Rudolph  Weifs  in  Langen- 
salza gezeichnete  Jahresbeitrag  zu  lORthlr.  und  der  des  Herrn 
Grafen  Alfred  von  Oberndorf  in  .Mannheim  zu  lOfl.  Als  eine 
schon  früher  bewilligte  Unterstützung  ist  hier  nachzutragen  der 
Jahresbeitrag  der  Stadt  Nordlingen  von  G  fl. 

Die  Gemeinde  Cadolzburg  überliefs  dem  Museum,  unter 
Vorbehalt  des  Eigenlhumsrcchts,  zur  Aufstellung  eine  Parthie 
interessanter  Folterwerkzeuge.  Der  vom  Museum  für  Eger 
Bevollmächtigte,  Herr  Finanzbezirks-Comiuissar  iV.  U.  v.  U  rb  a  n  - 
Stadt  machte  un.serer  Bibliothek  eine  derselben  schon  früher 
zur  Einsicht  geschickte  Handschrift  eines  geistlichen  Dramas 
aus  der  ersten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  zum  Geschenk,  und 
ein  wohlbekannter,  doch  stets  ungenannter  Freund  des  .Museums 
eine  Pergamenlhandschrifl  des  II.  Jahrb.  von  des  Helpcricus 
Schrift  de  arte  caiculatoria.  Wir  behalten  uns  vor,  diese  Werke 
später  im  Hauplblalt  weiter  zu  besprechen.  Auch  ein  von 
Herrn  E.  .Manch  in  Ulm  als  Geschenk  eingesandtes  metallenes 
Crucifix  verdient  wegen  seines  hohen  Allers  und  Kunstwerthes 
hier  besondere  Erwähnung. 

In  Sehriflentausch  mit  dem  .Museum  sind  neuerdings  fol- 
gende Vereine  getreten: 

L  i  t  e  r  a  r  i  s  c  h  -  g  e  s  e  1 1  i  g  e  r  Verein  in  Stralsund, 
geographische   Gesellschaft   in   Wien   und 
k.    k.    G  ele  hr  tcn  -  G  ese  1  Ischa  ft   in   Krakau. 

Den  beigetretenen   Buchhandlungen  sind   weiter  zuzahlen: 

362.  C.   Hingst,   Buch-,    Musik-   und   Kiin-thandliing  in   Stral- 

sund, und 

363.  ,).   (i.   Heyse,   Buchliaiidlung  in   Hnnien. 

.\u9  Mannheim  ist  uns  die  vnrlaufige  Nachricht  zuge- 
gangen, dafs  daselbst  am  12.  Dccbr.  ein  HUlfsvcrein,  unter 
Zugrundelegung  der  Statuten  des  Berliner  Verein»,  sich  ge- 
bildet bat,  an  dessen  Spitze  Prof.  Dr.  Fickler  als  Vorstand  und 
Dr.    KolTlui   als  Schriftfiihrer  stehen, 

Kelle  A  g  rn  tiiren  wiirilen  errichtet  in  Brüssel,  l'orch- 
heim,   Mühlheim  a.  d.    Ruhr  und   Worms. 


427 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


428 


Der  Einpfang   narhslthender  (jesilienkf  wird   diinkrnil   be- 

I.    Für  das  Archiv. 

Bäumler,  Kunsthändler,  zu   i\ürnber|;  : 

1062.  Tarif  über  die  Erhebung  des  Landfriedeniolls  v.  d. 
Fürsten  etc.  die  in  den  Landfrieden  zu  Franken  und 
Bayern  gehören.      1393.     Verg. 

1063.  Vortrag  der  SchofTen  zu  Keuhof  an  d.  Rath  z.  Nürnberg 
wegen  e.  Klage  d.  H.  Hofniann  z.  IVeuhof.    1491.    Pap. 

Baron  V.  Reitzenstein,  z.   Z.   in   .Miinrhen: 

1064.  Urkunde  d.  Ables  Johann  zu  llersfeld  üb.  d.  Festsetzung 
e.  Leibgedinges  durch  Berlh.  (iansouge.  1351.  N.  Pap.- 
Abschr. 

1065.  Urkunde  d.  Ablis  Birilt  zu  llersfeld  üb.  e.  Verkauf  d. 
Berth.  (Jansouge  zu  Grofsen-Beringen.  1377.  K.  Pap.- 
iVbsrhr. 

Bechstein,  Hofralh,  Bibliothekar  u.  Archivar,  zu  Meiningen: 
106t;.    Farsirnili'   c.   Urkunde  d.   Thiite   v.    d.   Stajn    ÜIi.  Eignung 
p.    Hofes   zu   Srhinalkaldcn.      1337.      Pap. 

Dr.  Julius  Staudinger  zu  Cadolzburg: 

1067.  Ehevrrtrag  d.  Tob.  Preu  z.  Weifsenburg  u  d.  Sns  .Si- 
bylla,   Witlwe  d.  Job.   Ludw.  Schnitzlein.    1741.     Perg. 

Nicolaus  von   Urbanstadt ,  F'inanzbezirkskommissar,  zu 
Eger: 

1068.  Schreiben  des  Ralhcs  der  Neustadt  Prag  an  diri  Halb 
zu  Eger  wegen  e.  Schuld  des  VVeckil  Beck.    ().  ,1.    Pap. 

1069.  Scliadlosbrief  des  Linhard  v.  Schaniberg  für  Friedrich 
von   Wrrsperger.     1425.     Perg. 

1070.  Vollmacht  des  IVicolaus  Plerrer  von  Wunsicdel  für  seinen 
Sohn  Hermann  Plerrer.     1452      Perg. 

1071.  Fehdebrief  des  Hans  Dürr  an  den  Ralh  der  Stadt  Eger. 
1472.     Pap. 

1072.  Erlafs  des  Kaisers  Friedrich  an  den  Balh  zu  Eger  we- 
gen  begehrter  Abstellung  e.   Vorladung       1475.     Perg. 

1073.  Gerichlsbrief  des  N.  L(ibl  zur  Neuenstadt  üb.  d.  Klage 
des  H.  Uschalk  zu  Weiden.     1177.     Pap. 

1074.  Schreiben  des  Rallis  zu  Nürnberg  an  den  Rath  zu  Eger 
wegen  c.  Forderung  d.  Jac.  Puck  v.  Niirnherg.  1478. 
Perg. 

1075.  Schreiben  d.  Hauptmanns  u.  d.  Schichtmeister  zu  Schnee- 
berg a.  d.  Rath  zu  Eger  in  Bergvverkssachen.  1479.  Pap. 
Schreiben  d.  Heinrieb  von  Starschedel,  Hauptmanns  zu 
Schneeberg,  an  den  Rath  zu  Eger.  1487.  Pap. 
Schreiben  d.  Rnthes  d.  Neustadt  Prag  an  d.  Rath  der 
Stadt  Eger.     1487?     Pap. 

Schreiben   d.   Kalbs  zn   Nürnberg  a.   d.   König  Wladislaus 
zu   Biihmen.      1487.     Perg. 

Schreiben   des   Benescb,  Herrn   v.  d.   Waylnmubl,   Burg- 
grafen  zum   Karlstein,   an   d.   Rath   zu   Eger.   1489.   Pap. 

1080.  Schreiben  des  Bathes  d  Stadt  Prag  a.  d.  Rath  zu  Eger 
weg.  Forderung  d.  M.  Huler.     1489.     Pap. 

1081.  Schreiben  d.  Rathes  d.  Stadt  Tachau  a.  d.  Rath  zu  Eger 
weg.  Forderung  d.  W.  Rofsncr.     1489.     Pap. 

1082  Kauftirief  d.  Sebasl.  v.  Egloflslein  für  Albr.  v.  Wlr^perg 
üb.   Schmolz   etc.     1490,     Perg. 


1076. 


1077 


1078. 


loT'.l. 


1083.  Schreiben  d.  Ralhes  zu  Ludilz  an  d.  Ralh  zu  Eger  weg. 
e.  Forderung  an  Nie.  Au.     1491.     Pap. 

1084.  Schreiben  d.  Raths  zu  Elbogen  a.  d.  Rath  zn  Eger  weg. 
e.   Schuldfordcrung  des  Wenzel    v.   Hormer.    1491.    Pap. 

1085.  Schreiben  d.  Raths  zu  Zwickau  an  den  Ralh  zu  Eger 
wegen  e.  Erbschaft  der  .\larg.  Cuniz.     1491.     Pap. 

1086.  Lehenherrl.  Consens  il.  K.  Maviinilian  f.  Ballh.  (Jraf  z. 
Sihwarzbiirg  weg.  Verpfändung  v.  Leuteuberg.  1495.  Perg. 

1Ü87.    Vidimus   d.  Uomthurs  iMc.  Sachs   zu  Eger    v.   c.  Confir- 

niationsurk.    des    K.    Sigmund     für    d.     Markt     Redwilz. 

1546.     Perg. 
1088.    Schreiben   d.   Raths  z.   Neukirchen  an   d.  Ralh  zu  Königs- 

wart  weg.   Verkündnng  v.   .Märkten.     1596.     Pap. 
lO'^O.    Schreiben    d.    Grafen   Wenzel    v.   Kokorzowa    a.    d.   Ralh 

zu   Konig>warl   weg.  Erbschaftssireiligk.     1722.      Pap. 

II.  Für  die  Bibliothek.*) 

Dr.   Baierlacher,  prakl.   Arzt,   in   Nürnberg: 

6327.  .M.   Englniayr.    Chronik   d    Pfarre  Zell  am  See  im   Pinz- 

iiaii.       I'-l'^,       12. 

Smithonian  Institution  in  Washington: 

6328.  Annual  reporl.     1857.     8. 

Karl  Freih.  V.  Reitzenstein  z.   Z.   in   .München: 

6329.  2  gedruckte  L  rl.iunlen  zur  Gesch.  d.  Geschl.  der  Gans- 
auge.    l>-58.     2.     5  E\. 

6330.  .Mehrere   Bruchslücke  alter  Handschriflen.     8  etc. 
R.  V.  Rettberg'  in   Mimchen: 

6331.  Ders.,  Uebersicbtstafeln  i.  Begründ.  e.  Gesch.  d.  chrisll. 
Kunst  in  Oberbayern.      1858.     qu.   2.     2  Ex. 

F.  Symon  de  Carneville.   k.  h.  Hauptmann,   in  München  : 

6332.  E.  KicITc,  (iescb  d.  Kreind  -  Truppen  im  Dienste  Frank- 
reichs. Deutsch  V.  F.  S.  v.  Carneville.  II.  Bd.  10.  u. 
11.  Lief.     1858.     8 

V.  Olfers,   k.   pr.   Geh.-Rath  u.  Gen -Direklor,   in   Berlin: 

6333.  Fidiciii,  d.  Haiipliiionienle  aus  d.  Gesch.  Berlins.    1858.  8. 
H.  Föringer,   Blbliolbekar,   in   .München  : 

6334.  Ein  Aetenslück  z.  Gesch.  d.  Sendlinger  Schlacht.     1858. 

gr.  8. 

Carl  Elis,   Lehrer  an  d.   höh.  Töchlerscbule,  in  Halbersladt: 

6335.  Melissantes  |J.  G,  GregoriiJ,  d.  erneuerte  Alterlhuni. 
1713.     8. 

6336.  Entwurf  e.  Historie  .derer  Pfaltz- Grafen  zu  Sachsen. 
1710.     4 

Matth.  Riger'sche  Buchh.  in  Augsburg: 

6337.  Fr.  Schi.nwerth,  aus  d.  Überpfalz.  2  Bde.   1857—58.  8. 

6338.  G.  C.  .Mezger,  Gesch.  der  vereinigten  k.  Kreis-  u.  Sladt- 
Hililiolh.  in  .\ugsburg.     1842.     8. 

ri339.   Der-.,   üb.   d.   l  nlcrrichl  in   der  Gesch.      1857,     8. 

J,  L.   Schmid's  Verlagsbuchh,   in   Nürnberg: 
6340,    A.   V,   Eye  u,  Jac.  Falke,    Gallerie   d,   .Meisterwerke   alt- 
deutscher Holzschneidekunst,     7.   Lief,      1K58.     gr.   2. 


')  In  ilt^r  BolliiKO   zu  Nr.  9  sind  S'SO  uixl  ^:33  lioichiMikc'  v.  Adolf 
Stern  In  Zittau,  5731  u,  33  von  AssoHnur  Morls  Hörn  lUnvlbiit. 


429 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


43a 


Bauer  <fc   Raspe  (Jul.   MeriJ,   Verlagsh.  in  Nürnberg: 

6341.  Zeiläihrifl  f.   d.   Kulturgesch.     Ilerausg.  v.  Joh.   Müller  u. 
Joh.  Falke,     ^oveml..      1858.     8. 

J.  E.  Ritler  V.  Koch-Sternfeld  in  Tiltinanninß; 

6342.  Ders.,    Begruinliingiii    i.  jllcslcn  frofau-  unrf  Kirchen- 
gcsch.  V.   Oeslerr.  u.   Bayern.      1854.     8. 

6343.  Dcrs.,  d.is  Chrislenlhum  u.  s.  Ausbreitung.     I85ö.     8. 
Meyer'srbe  Ilorbuchhdl.   in   Detniuld: 

6344.  A.  K.  Poll,  etjniolog.  Kdrsrhungen.    2.  Aufl.    1859.    8. 
Bist.  Verein  von  u.  für  Oberbayern  in  München: 

6345.  E.  (itifs,  die  Reihenfolgen   der  Pfarr-  u.  Ordensvorstände 
.Münchens.      1858.     4. 

Bauer  <&  Raspe  (Jul.  Merz),  VerlagehdI.  in   ^iirnherg: 

6346.  Alliiirri  d.   literar.  Vereins  in  Nürnberg.     1843—58.     8. 
Dr.  Spengler,  HoTrath,   in  Ems: 

6347.  Th.   Spengler,   Gesch.   d.   Kirche  u.  d.   Hauses  zu  Marien- 
thal.    18js.     s. 

Carl  Köhler  jr.,  Buch-,   Kunst- u.  .MusikhdI.  in  Darmstadt: 

6348.  W.   Buchner,  deuUche  Ehrenhalle.   1.  u.  2.  Lief.    (1858.) 
gr.  4. 

A.  Bielefeld,  HofbuchhdI.  in  Karlsruhe  .- 

6349.  Schuch,  histor.-topogr.   Gemälde  d.  Grofsherzogth.  Baden. 
0.  J.     8. 

6350.  K.  Schöchlin,  Gesch.  d.  Herzogth.  Baden  v.  1830-1852.  8. 
Alex.  V.  Briesen  in  ROdchcn  bei  \Vallershausen: 

6351.  Ders.,     \N  apin  iihu(  h  d.  ritterl.  Ordens  St.  Johannis  vom 
.Spital    711   .!crii.-.iil.    Ballcy  Brandenburg.    2.  Illt.   (1858.)   4. 

Ad.  Krabbe,  Verlagshuchhdl.   in  Stuttgart: 

6352.  H.  Zopfl,  deutsche  Rechtsgesch.     3.  Aufl.     1858.     8. 
V  Hoiningen  gen.  Huene,  U.  pr.  Bcrgmeisler,  in  Siegen: 

6353.  I'uInIk-,    hisluirc,    trailuilu    par    V.    Thuillier.      T.   1 — 6. 
Mit  Suppl.     7   Bde.     1759-69.     4. 

6354.  J.    D.  A.  Hiick ,    Handbuch    d.     neuesten    Erdbeschreib, 
u.  Statistik.     1802-3.     8. 

6355.  J.  E.  Fahri,    Elemenlargeographie.     1.— 4.  Th.     1794— 
1803.     8. 

6356.  Ders.,  Handbuch  der  neuesten  Geographie.      1795.     8. 
Iilnz,  Landgerichtsralh  a.  D.,   in  Koblenz: 

6357.  C'hur-Trier'scbe  Verordnungen.     35  Kascikel.     2. 

6358.  Kassau-Usingen-Weilburg'sche  Verordnungen.  1  Fase.  2. 

6359.  Cülnische  Verordnungen.     1   Fase.     2. 

6360.  Die  im  Kürstenth.  Neuwied    noch    gellenden   Haupl-Ver- 
ordn  ,   V\  alilvergleiche  u.   s.   w.      1    Fase.     i. 

6360a.    Solms- Braunfels'sche   u.    Solms-Liih'sche  Veronln.     2 
Fase.     2. 

6361.  Furstl.  Sajnische   Vcrordn.      I    l'asc.     2. 
J.  W.  Spaarmann,  Buchb.  in  Murs : 

63li2.    Der  ■>').    Mar/.    I7(V2.      Eine   Denkschrift.      18ö2.     8. 
6t6;i.     Kiindatinn    il.   scel.    H.   I'ctri   Harizingh.      1845.     8. 

Direction  des  grofsb,  Lyceums  zu  Heidelberg: 

63fi4.  Kies.,  Jahresbericht.     1858.     8.     2  Ex. 

63fiö.  Kr.    K"iT>iriz.   de  suprenia   Christi  coena.   1858.  8.   2  Ex. 

G.  P.  Aderholz,   \  crlag^buchlidl.   in   Breslau: 

63(i6.  Ruiiibart   Km  hs,   iilicrsclzl   v.   A.   F.  II.  Gcjder.    1844.   8. 


6JI67.    J    J.  Ritter,  Gesch.  d.  Didcese  Breslau.   1.  Thl.  1845.  8. 

6368.  H.  Wasscrschleben,  Beilrage  z.  Gesch.  d.  falschen  Dekre- 
talen.     1844.     8. 

6369.  A.  W.  E.  Th.  Henschel,  z.  Gesch.  d.  Medicio  in  Schle- 
sien.    1.  Hfl.     1837.     8. 

6370.  M.  T.  Cicero,  oratio  pro  .Milone.  Ed.  Guil.  Freund. 
1838.     4. 

6371.  Apparatus  Pinrtarici  svpplementvm  cd.  C.  E.  Chrph. 
Schneider.     1844.     4. 

G.  Braun'sche  HofbuchhdI.  in  Karlsruhe: 

6372.  K.   Zell,  üb.  d.  Iliade  u.  d.  Nibelungenlied.     1843.     8. 
6:^73.    Ders.,    d.  Furstenliichler  d.   Hauses   Baden.      1842.      8. 

6374.  Hof-  u.  Staals-Ilandbuch  d.  Grorshrzgths.  Baden.  1858.  8. 
Stahel'sche   Buchhdl.   in   \>ürzburg: 

6375.  K.  Ilildenlirand,  l'ntcrsuch.  üb.  d.  gerinan.  Pönitential- 
bucher.     1851.     8. 

6376.  Das  llOOjahr,  Jubiläum  d.  Weihe  d.  heil,  Burkhardus. 
1841.     8. 

H.  Laupp'sche   Buchh.   in   Tübingen: 

6377.  F.  J.  Hülzwarth,  Ludwig  u.  Edellrudu.   1.  ThL  1858.  8. 
Dieterich'sche   Bu(  hh.   in  Goltiniien  : 

6378.  G.   Schöne,  Edda-Sagen.     18,58.     8. 

6379.  Hild.  Bodeniejer,  Hannover'sche  Rechlsallerth.     1.  Beitr. 

1857.  8. 

6380.  F.  W.  Unger,  d.  altdeutsche  Gerichls-Verfassung.  1842.  8. 

6381.  Guil.  Friiliner,  inscriptiones  terrae  cociae  vasorum.  1858.  8. 

6382.  Zeilschrift  f.  d.  Mythologie.  Ilr.^g.  v  J.  W.  Wolf.  1.  u. 
2.  Bd.  Hrsg.  v.  W.  Mannhardl.  3.  Bd.  u.  4.  Bds.  1.  u. 
2.  Hft.     1853—58.     8. 

6383.  R.  Wagner,    zur    Erinnerung    an    G.   E.  F.  Hoppenstcdt. 

1858.  8. 

Hahn'sche   HofbuchhdI.,  in  Hannover: 

6384.  U.  Rhegius,  weifischer  Katechismus,  hrsg.  v.  A.  WclI- 
hausen.     1858.     8. 

6385.  C.  Jacobi,  das  10.  Armee-Corps.  2.  .\ufl.  hrsg.  >.  B. 
Jacobi.     1858.     8. 

6386.  W.  Junghans,  neuer  Liederhain.  4.  Abth.  1.  u.  2.  Hfl. 
1858.     gr.  8. 

6387.  J.    Helmes,     das    Wetter    nnd    die    Welterprophezeiung. 

|H5.'<.       8. 

Polytechnischer  Verein  in  Würzbnrg: 

6388.  Ders.,   Wochenschrift.     Nr.  40-44.     1858.     8. 
Du  Mont-Schauberg'scbc  Buchhdl.  in  Küln: 

fia^it.    Organ     f.    cbrisll.     Kunst,     lirs;i.    v.    Kr.    Baudri.      Nr.   21. 
18-,«.     4 
K.  k.  Centralcommission    z.  Erforsch,   u.   Erhalt, 
d.  Baudenkmale  m  NNicn: 

63911.     MiUlicilungcii.    Hedakl.    Weifs.   III.  Jahrg.    Okt.    1858.    4. 
Direktorium  des  Gymnasiums  zu  Giefsen: 

6391.  C.   Glaser,  z.   Ges.  h.   d.   Klosters  Wirbrrg.     1856.     4. 
Bauer  &  Raspe   (Jul.   .Merz),  Verlagshdl.  in  Niirnherg: 

6392.  Zeitschr.  f.  d.  Kulturgesch.,  hrsg.  v.  Joh.  .Müller  ii.  Joh. 
Kalke.      Drcemb.-Ilen.      1858.     8. 

Dr.   Frd.  Blume,  geb.   Ileg-llnlh  u.  Professor,  in   Bonn: 
63;»3.    Ders.,  iler  itniicvin.     4  Bde.     1824—36.     8. 


431 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


432 


6394.  Ders.,  d.  westgothische  Anliqva.     1847.     8. 
Dr.  Alex.  Ziegler  in   Dresden  : 

6395.  .Millhtilungin  nuä  Just.  Perthi-s  ecogr.  .■Vnstalt.   1858.   X.  4. 
Franz  Duncker,  Vcrlagshdl.  in  Berlin: 

6396.  F.  (jeislieim,  d.  Hohenzollern  am  h.  Grabe  zu  Jerusalem. 
1858.     8. 

Dr.  Rud.  V.  Raumer,  Univers. -Professor,   in  Erlangen : 

6397.  üt-rs.,  Ki-di-  biiin  Atitrilt  des  Prorektorats.     1858.     4. 

Dr.  C.  A.  Pescheck,  Archidi.iconus,   in  Zittau: 

6398.  Ders.,  die  Auswanderung  glauiienstreuer  Protestanten  aus 
ßuliiiien  und  Sachsen.     1858.      8. 

Gesammtverein  d.  deutsch.  Geschichte-  u.  Alter- 

thumsvereine    in   tl.mnuver: 

6399.  Deri.,  (orrcsponilinz-lilalt.    7.  Jalirg.    Nr.l.    1858.    4. 
64'-K).    Kidicin,  d,  Hauptiiioinuiite  aus  d.  Gl'scIi.  Berlins.    1858.  8. 

Wittenberger  Verein  f.  Heimathkunde   des  Kur- 
kreises in  \\  itti-nherg: 

6401.  DiTi.,   J.  Jahrislieriolit.     fISöH.)     4. 

Directorium  des  Gymnasiums  zu  Arnstadt: 

6402.  H.illen.sleben,  Bcilr.  z.  CharakteristiU  Hölderlins.   1849.  4. 

6403.  Ulihvorm,  Beitr.  i.  Gesch.  d.  Gymnas.   2.  Th.    1853.   4. 

6404.  Eincrt,  üb,  d.  hohe  Bedeut.,  w.  d.  Grofsthaten  Friedr.  II. 
im  7j;il\r.  Krieg  f.  d.  Entwickl.  d.  deutsch.  Literal.  ge- 
habt haben.     1858.     4. 

6405.  E.  W.  Fischer,  Bemerk,  üb.  d.  sogen.  Reformat.  Friedr.  III. 
1858.     4. 

6406.  H.  Funkhanel,  Beitr.  z.  Gesch.  d.  Schule  (in  Eiaenach), 
III.  Th.     1854.     4. 

6407.  Fr.  Geldner,  Joh.  Chrsln.  Wagner  u.  seine  Dichtungen. 
1856.     4. 

6408.  Schrader,  über  Angelus  Sileslus  u.  s.  Mystik.   1853.    4. 

6409.  Witzschel,  d.  Fest  der  Sonnenwende.     1858.     4. 

6410.  Vogel,  z.  fesll.  Feier  d.  SOjahr.  Jubil.  d.  ersten  Bürger- 
schule z.  Leipzig.     1853.     4. 

6411.  P.  Möbius,  1.  Bericht  der  Lehranstalt  f.  Buchhandlungs- 
lebrlinge.     1854.     8. 

Rectorat  d.  Lyceums ,  Gymn.  u.  d.  lat.  Schule   in 

Baniliirg  : 

6412.  A.  .Mariinet,  (iesch.  d.  Stillung  .  .  .  der  alnia  Academia 
Otloniana   zu   Banilicrg.      1847.     4. 

6413.  L.  C.  Schmitt,  Gesch.  d.  Ernestin.  Klerikal-Seminars  zu 
Bamberg.     1849.     4. 

6213  a.  Jahresberichte  von  1840—58.     4. 

Dr.  Ernst  Zober,  Professor  u.  Bibliothekar,  in  Stralsund: 
6411.    Dir.-.,    S|iuillirilcr    d.  evangel.   Slralsunder  auf  d.   runi.- 
kathol.  Priesterschaft.     1855.     8. 

6415.  Ders.,  urkundl.  Beilr.  r.  Gesch.  d.  Slralsunder  Ver- 
fassung.    1846.     4. 

6416.  Ders.,  Beitr.  z.  Gesch.  d.  Schülzengesellschafl  u.  d.  Vo- 
gelsrhiefsen.4  z.  Stralsund.      1853.     4. 

6417.  Ders.,  d.   deutsche  Wanderer.      1826.     8. 

6418.  Ders.,  einige  Tage  aus  m.  Jünglings-  u.  Mannesleben. 
1 8.53.     8. 

6419.  Die  Jubelfeier  SOjahr.  Senator.  Arntsfiihrung  des  D.  C. 
G.  Schwing.     1855.     4. 


6420.  I.  d.  erste  preufs.  Seekanonenboot.  II.  Der  Slrela-Sund. 
1818.     4.' 

Literarisch -geselliger  Verein  in  Stralsund: 

6421.  Ders.,   Bericht,   I^XI.     2  Bde       1837—58. 

N.  V.   Urbanstadt,  k.  k.  Finanibezirkskomissär,   in  Eger: 

6422.  Luilus    de    creatione    niundi.      Pap.-Hdschr.      15.  Jahrh. 
schm.  2. 

6423.  Der  Jud    stellt  seyn    synne    tag    vnd    nacht    Wie  er  den 
cristen  verderben  mag.  Pap.-Hdschr.  2  BIttr.  16.  Jhdt.  2. 

6424.  2  Mandate  von  Kaiser  Ferdinand  I.  u.  Ferdinand  II.  qu.  2. 

6425.  3  weitere  Schriften.     4.  u.  8. 

III.  Für  die  Kunst-  u.  Alterthumssammlung. 

Dr.  Baierlacher,  prakt.  .\rzt,  in  IVurnburg: 

2620.  Kleines  Vogelbauer  in  Gestalt  eines  altdeutschen  Hauses, 
von  Draht  geflochten. 

Elia,  Lehrer  u.  Conservator  des  Domschatzes  in  Halberstadt : 

2621.  1   Papier-  und  6  Lackabdrücke  niittelallerlicher  Siegel. 

2622.  3   Bracteaten   vom   12.  u.   13.  Jhdt. 

2623.  3  kleine  Silbermunzen  vom  16.  u.   17.  Jhdt. 
Mauriz  Trapp  zu  Schlofs  Lissitz : 

2021.    6  liiliiii;rapli.   Ahliilrlurigen   zu    des  Hrn.  Geschenkgebera 
archiiulog.  Studien  aus  dem  2.  Bande  der  Prager  archäol. 
Museumsheltc  u.  a. 
C.  Heffner,   Magistratsralli,   in  Wiirzburg: 
2625.   99  (iypsabgüsse  von  älteren  und  neueren  Siegeln. 

Chr.  Riedt,   Kupferstecher,   in   i\urnberg: 
2620.    Ansicht   der  Wall'enhalle  im  gcrrnan.  .Museum,  Stahlstich. 

Dr.  Frommann,   Vorstand    der  Bibliothek   u.  des  Archivs 
am   gerni.   Museum: 
2627.    3  kleinere  Silbirmünzen  vom   17.  u.    18.  Jhdt. 

Chr.  Handschuch,  Archivgchülfe  am  gernian.  Museum : 
262«.    Nürnberger  Kupferkreuzer  v.   1622. 

Rascher,  Eisenbahnbcamter,  in  IVürnberg: 
2629.    lUis.sisches   Messingtriplychon. 

Dr.  Ernst  Förster  in  München : 

2030.  riiotdgraphie    nach    dem    von    den   Brüdern  van  Eyk  zu 
(ient  ausgeführten  grofscn  Altarwerke. 

Dr.  J.  H.  V.  Hefner- Alteneck,   Prof.  u.  Conserv.  der 

vereinigten   .^arnriilijngin   in    .>Iünilun: 

2631.  2  Alldrücke  von   ^icllen   des   16.  Jhdt. 

2632.  4  Blalter  mit  Zeichnungen  nach  Hüstungen,  Waffen  u.  s.  w. 
Lippert,  kgl.  Advokat,  in  Herzogenaurach: 

2633.  4  landschaftliche   Darstellungen,   Oelgemälde  v.  Ende  des 
10.   Jhdis. 

Ein  Ungenannter  in  Darmstadt: 

2031.  .')   Kieiiic   ,'^illiiriiiiiiizen   v.   17.   u.    18.  Jhdt. 
Dr,  Otto  Buchner  m  (iicfsen: 

2635.  4  mm.,  auf  deutschem  Boden  gefundene  KupfermQnien. 

2636.  2  Me.<singjelons  v.    16.  u.   2   v.    18.  Jhdt. 

2637.  Kleine  polnische  Silberniünze  v.    1627. 

V.  Sebus,   kgl.   bayr.   Hauptmann,  in   Nürnberg: 

2638.  Zweiniariengroschenstück  von  1680. 


433 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeil. 


434 


Beda  Franz,  Sladipfleger,  in  Rotlweil: 

26:t9.    87  Abdriiike  von   Holzslookin   des   17.  u.   18.   Jhdts. 

N.  V.  Urbanstadt,   k.  k.  Finanrhczirkskoinmissar,  in  Eger: 
2640.   Bischöfl.  Olniülzer  Silberniiinze  v.  167Ü. 


2641.  27  Lackabdrücke  von  alteren  und  neueren  Siegeln. 

2642.  6  Blällir  in  Kupferstich,  Holisohnitt  u.  Steindruck:    Bi- 
bliolheksieichen,  Wappen  u.  s.  w. 


Chronik  der  liistorischeii  Voreine. 


Wir  l.-iliren  in  der  Darlegung  des  Inhalts  des  Archives 
für  die  (jeschiclite  Liv-,  Estli-  und  Kurlands  fort. 

Band  III,  1844  enthalt  für  die  ynillcnkunile:  Nachrichten 
über  ilas  alte  Archiv  des  Rathes  zu  Heval,  von  ür.  v.  Bunge. 
Zur  Geschichte  des  Landes:  Die  Anlange  der  deutschen  Ilerr- 
schafl  in  Livland:  einige  kritische  Versuche  von  Ed.  Fabsl.  — 
Zur  Geschichte  der  Sladtc:  Beitrage  zur  Geschichte  des  Ralhs 
in  Reval  von  W.  Arndt.  —  Die  Willküren  und  Burspraken 
des  Ralhs  zu  , Reval;  aus  dem  Revaler  Archiv  mitgeth.  von 
W.Arndt.  —  Tuckum'sche  Stadtordnung. —  Die  politische  Stel- 
lung der  livlandischen  Sladle  im  i'*!.  A.,  von  G.  v.  Brevem.  — 
Bischof  Jakobs  Stadirechl  für  Hapsal  vom  Jahre  1294,  von 
Dr.  V.  Bunge.  —  Zur  Geschichte  der  Literatur:  Vier  politische 
Gedichte,  Livland  in  der  2.  Hallte  des  16.  Jabrh.  betreffend; 
mitgeth.  und  erläutert  durch  Ed.  Pabsl.  — 

Band  IV,  1845.  Zur  Quellenkunde:  Aeu  entdeckte  liv- 
landische  Chroniken.  1.  Kleine  Dunamunder  Chronik  von  1211 
bis  134s.  —  2.  H.  v.  Brevern's  Auszüge  aus  Joh.  Herknianns 
Chronik  der  St.  Riga  1574—1589.  —  3.  u.  4.:  Herrmeisler- 
chronik und  Chronik  der  rigischen  Erzliischiife.  —  Des  hollandi- 
schen Gesandten  von  Brederode  Reisen  durch  Esthland,  nach 
der  niederdeutschen  Urschrift  von  v.  Busse.  —  Zur  Geschichte 
des  Landes:  die  Anfänge  der  deutschen  Herrschaft  etc.  (Forl- 
setzung in  folgenden  Banden. J.  —  lieber  Konig  Yngvvars  Zug 
nach  Esthland  und  das  angebliche  Konigsgrab  zu  Kiwidepnh; 
ein  histor.  Versuch  von  Joh.  van  der  Smissen.  —  l'lan  zur 
Eroberung  Livlands  durch  die  Ilansa  aus  der  2.  Hallte  des 
16.  Jhilts.,  inilgeth.  von  W.  Arndt. —  Zur  Geschichte  der  Städte: 
Kachtriige  zur  Geschichte  des  rigischen  und  hapsalischen  Stadt- 
rechtes,  von  Dr.  v.  Bunge.  —  J.  C.  Gadebusch:  Auszüge  aus 
den  älteren  Verordnungen  für  die  Stadt  Narva ,  mitgeth.  von 
v.  Busse.  —  Akten  der  k.  Kommissarien  Bonar  und  Sapieha 
über  den  sogen.  Kalenderslreit  in  Riga  vom  J.  1589,  nelist 
einer  Einleitung  von  J.  C.  Brotze.  Zur  Geschichte  des  Rech- 
tes: Die  Strafe  des  Diebstahls  nach  Land-  und  Stadtrechlcn 
der  Ostseeprovinzen;  historisch  beleuchtet  nach  Land-  und  Stadt- 
rechten des  13.  Jhdts.  von  C.  J.  A.  Paucker.  —  Die  älteren 
rigischen  Bauersprachen.  —  Zur  Geschichte  der  Literatur  und 
Wissenschaft:  Karva  literata  sive  Catalogus  crudiloruiii  N'ar- 
vensiuui,   mitgeth.  von   Dr.  v.   I'ott.   — 

Band  V,  1846.  Zur  (.»iielleukunde:  (Jilherts  von  Lannoy 
Reise  durch  Livland  in  dem  Herbst  und  Winler  1413  auf  1414; 
von  W.  Ilillner.  —  Forlgcselzic  .MItlheiluug  kurzgelal'ster  alter 
Chroniken.  Darunter  Chronica  Episcoporum  lligensiuni.  — 
Urkunden  zur  Geschichte  der  Unterwerfung  Esthlands  »n  Schwe- 
den. —  Zur  Landesgeschichtc :  Erdniann  Tolgsdorfs  (beschichte 
des  Marien- Magdalencn -Jungfernklosters  in  Riga  seit  der  Re- 


formation. —  Die  Liven  an  der  Kordküste  Kurlands.  —  Zur 
Rechtsgeschichte  :  Zur  Geschichte  des  Reichs-Justizcollegiurus  und 
der  in  Liv-,  Esth-  und  Finnland  gi'llcuden  Rechte.  —  Bericht 
des  livlandischen  Holgerichts  au  das  Reichsjustiz-Cullegiuiu  über 
die  in  Livland  gellenden  Rcchlsquellen.  —  Urkunden  zur  Ge- 
schichte des  Gesauinithandrechts.  — 

Band  VI,  1851.  Zur  Ouclleukunde:  Fortgesetzte  Milthei- 
lungen  alter  livländischer  Ordenschroniken.  —  Kurländische 
Landlagsreccsse,  mitgetheilt  von  Freiherr  v.  Klopniann.  —  Zur 
Landesgeschichte:  Verhandlungen  über  Livland  auf  dem  Reichs- 
tage zu  Worms  1495,  mitgetheilt  von  v.  Busse.  —  Verzeich- 
nifse  der  Schbisser  und  Güter  in  Livland  zu  Ende  der  Ordens- 
zeit, mitgetheilt  von  Dr.  v.  IVapiersky.  —  Bedenken  gegen 
Piltens  Vereinigung  mit  dem  Herzogthum  Kurlind  und  Scin- 
gallen,  1655,  mitgetheilt  vom  Freiherrn  von  Klopmann.  —  Zur 
Geschichte  der  Städte:  Zur  Feier  des  Gedächtnisses  des  am 
15.  .März  1248  der  St.  Reval  verliehenen  lübischen  Rechtes, 
von  Dr.  v.  Bunge.  —  Zur  Geschichte  der  Kirche  und  Schulen: 
Entwurf  (zur  Kirchen-  und  Religionsgeschichte  Esthlands,  von 
Propst  Gustav  Carlblom,  foriges,  von  Dr.  Jul.  Paucker.  — 
Zur  Ailerlhumskunde:  Mittheilung  über  alte  Gruber  in  der 
Umgegend  Werro's,  von  Dr.  F'.  Kreulzwald.  — 

Band  VII,  1856:  Zur  Quellenkunde:  Livländische  Ordens- 
chronik, aus  einer  zu  Mergentheim  verfafstcn  Handschrift.  — 
Auszüge  aus  livland.  Landlagsverhandlungen,  1643  — 1659.  — 
Konigl.  Schreiben  an  den  Onlensvogt  zu  Sonneburg  Heinrich 
von  Lüdinghausen  gen.  WolfT,  nachher  konigl.  danischen  Slaal- 
halter  aufOesel  und  an  dessen  Gebiet,  a.  d.  2.  Hälfte  des  16.  Jhdt. 
mitgetheilt  von  Freih.  von  Klopmann.  —  Revidierte  Landesord- 
nung von  1645,  publiciert  von  Gustav  Oxenstierna,  inilgetheilt 
von  V.  Brevem.  —  Zur  Geschichte  des  Landes :  Historische 
Darstellung  über  des  Erzbischofs  Sylvester  Streitigkeiten  mit 
dem  Orden  in  Livland,  mitgetheilt  von  Dr.  v.  Aapiersky.  — 
Vertrag  der  Königreiche  Schweden  und  Danemark  hinsichllich 
der  vom  rom.  deutschen  Kaiser  dem  Kernig  von  Danemark  ver- 
liehenen Schutzhcrrschaft  über  das  Stift  Oesel  nebst  der  Wieck, 
und  das  Bislhum  Reval  nebst  der  .Abtei  Padis  zu  Stettin,  8. 
Dec.  1570,  mitgetheilt  von  V.  Brevem. —  Geschichte  der  Städte: 
BegrUuzuug  der  milaiiischen  Stadtlaudereien,  nach  einer  Original- 
L'rkunde  milgelheill  von  Freih.  v.  Klo|iinann. —  Revals  hricgs- 
drangsale  in  der  2.  Halflc  des  16.  Jhdis.  von  lialtliasiir  Russuw 
—  Zur  Rechlsgeschichte  :  Der  Huf  Angern;  estlilandl.  liechu- 
verhallnisse  der  alteren  Zeit,  mit  5  urkundlichen  Beilagen  von 
V.  Busse.  — 

Band  VIII.  Heft  L  1856.  Zur  Quellenkunde:  Kleine  Ordens- 
chroniken:  1.  Latein. Chronik  vom  deutschen  Orden  in  Preufsen 
und  Livland    aus    dem  Ende    des    16.  Jhdts.    von    Dr.   Paucker. 


435 


Anzeiger  für  Kunde  der  deutsehen  Vorzeil. 


436 


2.  Deulsche  Chronik  ilrs  Ordens  der  Schwerlbrüdir  und  Bru- 
der dos  deulsilicn  Hauses  in  Livlnnil,  aus  dem  wurllenilierni- 
schen  Slniitsarehivc  milKelheilt  von  Ur.  v.  iNiniierslij .  —  Zur 
Landesgescliiclite :  Ueduluion  der  iilten  lirenzen  l.ivinnds  nus 
einem  allen  Aktenslüeii  niilgetlieill  von  Dr.  l'aucker.  —  Zur 
Kirchcn-resehicIUc:  Die  Einfiihrunj;  der  evangcl.  Lehre  Dr.  Mar- 
tin  I.ulhers  in  Liv-,  Ehsl-  und   Kurland,  von   Th.   Haller.  — 

Vorn  Allerthums vereine  in  Lüneburg  werden  lier- 
ausKegehen  :  D  ic  A  1 1 e r t  h üni  c r  der  S  tad  t  L  im  ebu  rg  n  ri  d 
des  Klosters  Lunc,  von  denen  bisher  ersehienen  sind: 
Lieferung  1—4,  1852— ISÖT.  Lieferung  I,  IH')',  enlliall  in  Ab- 
bildungen:   Der  Springbrunnen  auf   dem   Markte    zu  Lüneburg; 


ällesle  .\nsi('lil  der  Sladl  aus  dem  15.  Jlull. ;  llaupifeiister  im 
Kreuigange  Kilasmalerei)  des  Klosters  Lune ;  Kronleuehler  aa( 
dem  Kurslensaale  des  Kalthauses  zu  Lüneburg;  Eisengiller  des 
liathhauses.  Lieferung  II,  1854:  Haus  auf  der  neuen  .Sülze  in 
l.iinehurg  im  Ziegelrennissancestil;  silberne  Konfektsi  hüssel  des 
Kathhauses  vom  J.  1450;  das  Innere  der  Miehaeliskirchc  in 
Lüneburg  vor  dem  Jahr  1792.  Lieferung  III,  1856:  Geschiehte 
und  Beselireiliung  des  Ralhhauses  zu  Lüneburg  ll'/il5og.  Teiil 
mit  vier  .Vliliilrlungen).  Lieferung  IV,  1857:  Zwei  Bürgerhäuser 
der  Sladl  Lüneburg;  Anlipendium  des  Altars  der  Kirche  im 
Kloster  Lune.   — 


Nachricht  c  ii. 


■.ilterntiir. 

Neu  erschienene  Werke. 
96)  Gedichte  in  triersclier  .Mundart.   Von  l'h.  Laven. 
.Mit  angehängtem   (jlossar.     Trier,   1858.     12.     XXXVII  u. 
291   Stn. 
Eine    ansprechende    Saniiiiluns    von    Gedichten    fselbstver- 
fiifslen),    Liedern    (worunter    einige  Bearbeitungen    und  Nach- 
bildungen von  VolksliedernJ,  Keimen  in  der  Weise  der  Sclina- 
derhüpfel     und    gereimten     Sprii  hworlern.      Die     Vorrede    gibt 
eine   Charakteristik    der    trier'schen    Mundart,    eine    Anilculung 
ihrer  Lautunterschiede    vom   Hochdeutschen    und   die  Darlegung 
ihres  Wohllauts.    In  besonderen   „Bemerkungen"   wird  eine  An- 
leitung zum  richtigen  Lesen  der  Gedichte  inilgetheilt.    Das  an- 
gehiingte  Glo.ssar  erklärt    säninilliche    im   Buche  vorkommenden 
muiidarlliclien   Ausdrucke.     So   zeigt  sich  also  in    kleineiu   Itali- 
nien   hier  Alles  vereinigt,    was   dazu  dienen    kann,    dem  Leser 
ein  getreues  Bild  der  trier  sehen   .Mundart  vurzulühren. 

97j    Monumenla     Zollerana.       L'rkundenbuch     zur     Ge- 
schiclile    des  Hauses  Holienzollern.     Herausgegeben    von 
Rudolph   Freilierrn   v.  Stillfried    und  Dr.   Traugott 
Ma reker.     Vierler    Band.      Urkunden     der    frankischen 
Linie.     1363 — 1378.     Berlin,    in    Coiumission   bei    Ernst 
und  Korn.     1858.     4.     439  Seiten. 
Nachdem  der  erste  Band  dieses  Werkes  dem  regen  Interesse 
für  die  Kenntnifs  der  Vorzeit  des  preufsischen  Künigsgeschlechls 
die  Urkunden   der  schw.ihisrhen  Linie  von  1095  —  1418  geboten 
halte,   der  zweile  die  Urkunden   der  fränkischen  Linie   von  1235 
— 1332,  der  dritte  von  1332—1363,   finden  wir  in  diesem  vier- 
ten Bande  395  Urkunden  der  fränkischen  Linie  von  1363 — 1378. 
Wir  treffen  unter  den  Personen  bei  den  inannichfachsten  Rechts- 
geschäften  den   Burggrafen  Friedrich  V.,  die  Burggrülin  Sophia, 
Burggräfiii  Klis:ibetli,  W  itlwe  Johanns  IL,  Burggrülin  Anna,  Aeb- 
tissin  zu  Birkenfeld,   Kaiser  Karl   I\  .,  König  Wenzel,    die  Kur- 
fürsten  Ruprecht    den   Aellern    unil    den  Jungern   von   der  l'falz 
dii'   Herzoge   von    Bayern- Ingolstadt,    den    Herzog  Stephan    von 
Bayern,  Herzog  Friedrich  zu  Teck,    den   .Markgrafen   Friedrich 
V.  .Mcifaen,  Bischöfe  und  Eribischöfe,  Städte,  Bürger  etc.    Von 


Siegeln  finden  wir  das  Secrelsiegel,  das  kleinere  und  das  grofse 
Reitersiegel  von  Burggraf  Friedrich  V. ,  das  Secretsiegel  der 
Burggräfin  Elisabeth  geb.  Gräfin  von  Ilenneberg,  die  .Mliance- 
Siegel  der  Burg;;räfin  Sophie  geb.  V.  Henneberg,  der  Herzogin 
Anna  v.  Pommern  geb.  Burggrälin,  der  Herzogin  Beatrix  zu 
Oesterreich  geb.  Burggräfin,  der  Burggräfinnen  Elisabeth  der 
Jungern  geb.  .MarkgrUlin  >.  .Meifsen,  und  Anna,  Aeblissin  zu 
Himiiielkron  ,  der  Herzogin  .Margurctha  v.  Bayern  geb.  Burg- 
grälin, der  Markgräfin  .Margaretha  v.  .Meifsen,  das  Siegel  der 
Burggräfin  Anna,  .\eblissin,  das  zollerisch-schauinbergische  .M- 
liance-Sicgel  der  Gräfin  Elisabeth. 


Aufsätze  in  Zeitschriften. 

Hamelnsche  Anzeigen:  19.  Sept.  Hamelnsche  Merkwür- 
digkeiten.    2.  Der  DoppelkopL 

Histor.  polit.  Blätter:  Nr.  42.  Die  Gegenkonige  Albrecht 
v.  Habsburg  und  Adolph  v.  Nassau.  Im  Lichte  ihrer  Li- 
teratur. 

Europa:  Nr.  49.   Luther  und  Vergerius. 

Illustr.  Familienbuch:  I.\,  1.  llft.  Die  (ieselzgeber  in  der 
Weltgeschichte.    (Frz.  Löher.) 

Hausblätter:  24.  Hft.  Aus  der  Vergangenheit.  Episode  aus 
einem  Fürstenleben.     (Joh.    .Müller.) 

Jagdz  eilung:  Nr.  20.  Kurze  Daten  zur  Geschichte  der  Fal- 
kenjagd. 

Evangcl.  K  irche  nz  eitn  n  g:  Nr.  47.  Ulrich  von  Hüllen  und 
seine  Stellung  zur  lielormatinn. 

Deutsches  Kunstblatt,  Oktober:  Die  ,\piislelkirche  in  Köln. 
(G.  Eckcrtz.) 

Mittheilungen  etc.  v.  A.  l'etermann  :  1858.  X.  Coliiiiibiis  und 
Martin    Itehaim.      (Alex.   Zicgier.j 

W  es  le  r  III  a  nn 's  che  Monatshefte:  Nr.  26.  Hollanils  erste 
vierhundert  Jahre.     (Lidier.  | 

.Monatsschrift  f.  deutsches  Sla  die  wes  cn  :  11.  llft.  Die 
Gemcinile-Archi\e.     ( Ih.   Oelsner.) 


437 


AiizeiüfLT  liir  Kundi'  der  deutschen  Vorzeit. 


438 


Monatsschrift  d.  wissL-nschaltl.  Vcrcintä  in  Zürich: 
Nr.  9  ff.  Der  Klapperstein  und  der  LäJterslein.  (Osen- 
brüegen.) 

Augsb.  Poslieitiine:  >r.  263.  Einen  apokryphen  Burggra- 
fen von   Nürnberg  belrcfTeiid.     (Tb.  v.   Koih-Sternfclil.) 

La    libre   Recherche:    Od.    Lcs  origincs   du   Kausl.    flirün.) 

Revue  numismat.:  Kr.  4.  Deniers  de  Waifre,  diic  d'Aiiui- 
laine.  Mon^taires  de  Pcpin  et  de  CharicTnairne.  iLcng- 
pirier.) 

Hildesh.  Sonn  la  gsblat  t :  Nr.  36.  Alte  Sagen  und  Ge- 
schichten. 

H  an  n  ovcr'sche  Tagepost:  Nr.  19".  Itannover'.'iihe  Sagen. 
(F.  Voigts.) 

Unterhaltungen  am  hausl.  Herd:  Nr.  10.  Strafsburg,  ein 
Sladtebild.     (Ad.   Slern.) 

Zeitschrift  für  Protestantismus:  l.  I.ullurs  Ehcrechts- 
weisheit. 

Zeilschrift  f.  histor.  Theologie:  1859.  1.  Hfl.  Beitrage 
I.  Gesch.  der  mysl.  u  ascet.  Literatur,  Forts.  (L.  Pcrtz.) 
Ungedruckte  Briefe  und  Bedenken  .Melanllions.  Aus  den 
im  Dresdener  Hauptstaatsarchive  belindl.  Originalien.  (J. 
K.   Seidemann.) 

Ijlustr.  Zeitung:  Nr.  7S3.  Johann  Kepler.  Nr.  784.  Die  Re- 
stauration der  VVeifsfrauenkirche  in  Frankfurt  a.  M.  Städte- 
wahrzeichen. Vnr  Berlin:  5.  Das  Rofs  nebst  der  Frauen- 
geslall  am  kgl.  Schlofsc.  Nr.  785.  Das  kgl.  Schlofs  Tc- 
gernsec.  Schlofs  Lichtenslein.  Sliindhild  Ludwig  iles  Keiihen 
in  Liindshut.  Stadlewahrzeiclien.  VIIL  Berlin:  6.  Das 
Haus  mit  den  Widderskopfen.  Nr.  786.  Ein  Tag  in  Nürn- 
berg. Die  Steinbrüche  zu  Nii'dermonding  und  Mayen. 
Nr.  787  u.  788.  Slädtewahrzeichen.  IX.  Köln:  1  u.  2.  Die 
Wahrzeichen  am  Dome.  Die  nassauischen  Bäder.  Nr.  788. 
Eine  AVanderung  durch  das  Riesengebirge.  Nr.  790.  Die 
Jubelfeier  der  Univcrsitiit  Jena:  L  Vorgesch.  der  Univer- 
sität. Nr.  791.  Der  Bürsenbrand  von  Antwerpen.  Nr.  794. 
Slädtewahrzeichen.  IX.  Köln:  3.  Die  beiden  Rofskcipfe 
am  Dnchgiebelfenster  des  Hacqucnay'schen  Hofes  auf  dem 
Ncuniarkte.  Reinhardsbrunn  und  der  Inselsberg.  Das 
ehemalige  Cisterzienserstift  Räuden  in  Oberschlesien.  Das 
Berghaus  auf  d.  Niesen  im  Berncr  Oberlande.  Nr.  795. 
Slädtewahrzeichen.  IX.  Köln.  4.  Der  Loweukampf  am 
Rathhause. 

N.  Hannover'schc  Zeitung:  Nr.  319.  Hnnnover'sche  Kul- 
turliildcr.  5.  Hochzeiten.  Nr.  436.  Archäologischer  y\mi\ 
bei  Stolzcnau. 

Neue  Münch.  Zeitung,  Abendblatt:  Nr.  279.  Frühern 
Kleider  und  Trachten  in  München.  Nr.  283  ff.  Zur  Ge- 
schichte der  Stadt  Neumarkt  in   der  Oberpfalz. 

Wiener  Zeitung:  Nr.  254.  Die  ehemalige  Stifts-  und  Krii- 
nungskirchc  deutscher  Könige  zu  Aachen  in  ihrer  heuti- 
gen baulichen  Wiedirherslellung.  Nr.  264.  l'elier  da.«  Ent- 
stehen des  Vorarlberger  .Museums- Vereines  zu  Bregenz. 
Nr.  270.  Ueber  die  Kunstsammlungen  auf  Schlofs  Signia- 
ringen.     Nr.  272.  Wildbald  Gastein. 


VernilMehte  IVarlirlrliten. 

125)  Bei  Gelegenheit  einer  Nachsuchung  nach  den  Reliquien 

des  heiligen  Burkhardus  in  Würzburg,  welche  seit  dem  Schwe- 
denkriege abhanden  gekommen  sind,  fand  man  in  der  Statue 
des  Heiligen ,  welche  sich  in  der  von  ihm  gestifteten  Kirche 
des  vormaligen  geistlichen  Ritterstiftes,  nunmehr  Pfarrei  St. 
Burkhard  befindet,  ein  bleiernes  Kästchen  mit  andern  Re- 
liquien und  einer  Uebcrsclirift  aus  dem  14.  Jahrhundert.  Eine 
beiliegende  Urkunde  vom  J.  1751    bezeichnet  dieselben   naher. 

126)  In  Straubing  soll  nach  eingetrodener  Allerhöchster 
Entschliefsung  der  obere  oder  T  heres  ie  n  -  Th  u  r  m  abgebro- 
clicn  werden;  ebenso  verlautet  aus  l'assau,  dafs  die  allerhöchste 
Genehmigung  zum  Abbruch  der  Thormauer  am  Karolinen- 
tliore  eingetroffen,  der  Abbruch  des  Thurms  aber  nicht  be- 
willigt worden  sei. 

127)  In  der  Stadtverordneten -Sitzung  vom  19.  Ort.  zu 
Danzig  kam  u.  A.  auch  die  Angelegenheit  rcsp.  die  Restaurie- 
rung dis  ehemaligen  F  ra  nci  s  k  a  n  erk  losters  auf  Grund  einer 
Begutachtung  der  Herren  Stuler  und  von  Quast  zur  Sprache. 
Dieses  Denkmal  alter  Baukunst  wurde  im  J.  1431  erbaut  und 
diente  bis  1555  seiner  ursprünglichen  Bestimmung;  im  J.  1558 
wurde  es  das  Lokal  für  das  akademische  Gymnasium.  Die  Stadt- 
verordneten erklärten  auf  Restaurierung  hir  .Museums-  oder 
Schulzwccke  nur  dann  eingehen  zu  können  ,  wenn  dieselbe 
ganz  dem  freien  Ermessen  der  städtischen  Behörde  überlassen 
würde. 

128j  Bei  der  im  Fortschreiten  begriffenen  Restauration 
der  Frauenkirche  in  München  sind  in  der  (nächst  der  Sa- 
kristei gelegenen)  Preisingrapelle  die  von  dort  aus  bereits  früher 
(in  der  Neuen  Müncbencr  Zeitung  v.  22.  Jan.  1853)  angedeu- 
teten Freskobilder  zum  Vorschein  gekommen  und  ihrer 
Tünche  entledigt.  Die  sehr  scboiien  Bilder  geluiren  den  Jahren 
1510 — 15  an  und  erstrecken  sich  über  die  ganzen  Wandflachen 
bis  last  ans  Gewölbe.  Darunter  liefindet  sich  auch  in  riesiger 
Grüfse  ein  heil.  Cbrislophorus.  Bekanntlich  war  im  .Mittelalter 
die  Ansicht  gäng  und  gäbe,  dafs  Niemand  an  dem  Tage,  wo 
man  das  Bild  dieses  Heiligen  geschaut,'  eines  gaben  Todes  ster- 
ben könne.  Daher  malten  unsere  Vorfahren  überall  sein  Bild- 
nifs  in  gewaltigen  Dimensionen;  ein  im  Jahre  I4;'9  zu  Erfurt 
gemaltes  Bild  nahm  fast  die  ganze  Hohe  des  Dome;  ein;  zu 
Strafsburg,  wo  er  auch  in  einem  Fenster  abgemalt  war,  slanil 
eine  36  Fufs  hohe  Statue,  welche  im  Jahre  1531  aus  dem 
Münster  ins  Spital  wandern  niufsle,  wobei  man  ihr  Hände  und 
Füfse  abschlug,  um  sie  durch  das  Thor  zu  bringen.  Dafs  die- 
ser Heilige  auch  zu  München  in  hohen  Ehren  stand  und  des- 
halb eine  eigene  Bruderschaft  sich  gebildet  hatte,  wurde  in 
der  Gescbicblc  des  niltriilier  Nonnenklosters  (1858,  Nr.  246 
des  Abendbl.  der  Ni'uen  Miinilicner  Zig  |  dargelegt.  Huircul- 
lich  werden  diese  Bilder  erhalten  bleihen  und  gleichfalls  einer 
tüchtigen  Restanration  unterzogen  werden.  Eine  griifsere  Aus- 
beute von  F'reskubildcrn  sieht  noch  in  Aussicht,  wenn  die 
Tünche  auch  in  anderen  Capellen  einmal  untersucht  und  ab- 
gelöst werden  wird,  so  dafs  München,  in  dieser  Betiehullff 
arm,  einen   rcii  blichen  Schatz  zu  gew:irtigen  hat. 


439 


Anzeig-or  für  Kunde  der  di'utschen  Vorzeit. 


440 


129)  Auf  Anregung  des  K  ope  rn  ik  us- Verein  s  fiir  Wis- 
Bensihaft  und  Kunst  in  Thorn  hat  Hie  stHdtisrlie  Behurde  mehr- 
mals den  Antrag  auf  Herstellung  eines  städtischen  Museums 
gestellt,  Tür  welches  im  Rathhause  eine  passende  und  ausrei- 
chende Lokalität  vorhanden  ist.  An  geeigneten  Gegenständen, 
welche  für  die  Loknlgeschichle  Bedeutung  und;einen  hlslo^i^c  h- 
antiqnarischen  Werth  haben,  fehlt  es  auch  nicht.  Die  Sladt 
besitzt  schon  eine  rcspect;rMe  Sammlung  solcher  (»egenst.'inde, 
welche  sich  täglich  durch  (Jcschenke  von  l*ri\alpers(incii  mehrt 
und  in  dem  licschränkten  Räume  der  Ralhliaus-ßililiolhek  auf- 
bewahrt wird. 

130)  Die  VVei  hnachtsspiele  in  Oberufer  —  drei  bis 
vierhundert  Jahre  alte  Schauspiele ,  die  mit  allen  millelalter- 
liclien  .Sitten  und  Gebräuchen  bei  der  Darstellung  sich  dort  er- 
halten haben  und  zwar  in  solcher  Vollstamligkeit,  dafs  alle 
sonst  gefundenen  Ueberresic  von  VVeihnachtsspielen  nur  wie 
Bruchslijckc  dieser  allen  Dichtungen  erscheinen  —  werden 
heuer  wieder  eingeübt  und  sollen  in  herkömmlicher  Weise  an 
den  Aachmillagen  der  Sonn-  und  Feiertage  vom  ersten  Ad- 
vent bis  h.   Ureikonig  zur  Aufführung  kommen. 

131)  Im  .Archiv  zu  Hossach,  welches  Schlofs  der  von  Götz 
von  Berlichingen  abstammenden  Linie  der  Familie  von  Ber- 
licliingen  angehört,  hat  sich  die  älteste  Handschrift  der 
Selbstbiographie  des  Ritters  aufgefunden.  Dieselbe  hat 
am  Schlüsse  einen  Brief  von  Philipp  Ernst  v.   B.,  einem  Enkel 


Götzens,  vom  Jahr  1577,  in  dem  er  an  Herzog  Luilwig  von 
Wurllcmberg  schreibt,  dafs  er  ihm  anmit  eine  gewünschte  Ab- 
schrift des  Lebens  und  der  Fehden  seines  geliebten  Altvaters, 
des  Ritters  Götz,  sende.  Doch  das  wichtigste  dieser  zuver- 
lässig ältesten  Handschrift  ist,  dafs  sie  gleichfalls  am  Schlüsse 
ein  wohl  von  Götz  selbst  verfafstes  Verzeichnifs  aller  Furthen 
und  Hallslallen  bei  Bamberg  und  i\ürnberg  enlhält,  also  eine 
Anweisung  lur  Wege  und  Stege,  die  ihm  bei  seinen  sogenann- 
ten Keiter.-Iü(  kli'in  dienlich  gewesen.  Auch  dieses  interessante 
Actenslück  wird  die  illustrierte  Ausgabe  der  Autobiographie 
Götzens  v.  B.  bringen,  mit  welcher  Frhr.  Friedrich  von  Ber- 
lichingen, österreichischer  Rittmeister  und  Kammerherr  zu  .Mann- 
heim, denmachst  die  Freunde  deutscher  Vorzeit  erfreuen  wird, 
eine  Arbeit,  die  er  schon  seil  vielen  Jahren  mit  vieler  Mühe 
und   Kosten  vorbereitet  hat. 

132)  Aus  den  Archivalien  seines  Geschlechts  hat  in  diesen 
Tagen  der  hiesige  .Major  Frhr.  v.  Schilling  in  der  österreichi- 
schen Militarzeitung  merkwürdige  Briefe  des  Johanni- 
tercomthu  rs  und  späteren  Provinciais  Georg  Schilling, 
dessen  Lebensskizze  vor  nicht  langer  Zeit  Bader  in  seinen 
Fahrten  und  Wanderungen  gegeben  hat,  nicht  nur  vcrölTent- 
lichl,  sondern  auch  mit  einem  Commenlar  versehen;  sehr  be- 
deutende Aclenslucke  für  die  Geschichte  des  sechzehnten  Jahr- 
hunderts, da  sie  von  einem  der  vier  Görge  herrühren,  welche 
die  Regierung  Karls  V.  verherrlichten. 


Inserate  und  l]elvaiiiilinacliuni>en. 


17)  £s  ist  schon  in  einem  der  letzten  Blatter  des  Anzei- 
gers (i\r.  9,  Sp.  32H)  iiuf  die  Herausgabe  der  allen  Züricher 
>\  a  ppcii  r  ol  le,  welche  von  der  Gesellschaft  für  vaterlandische 
Alterlhumer  in  Zürich  unternommen  wurde,  aufmerksam  ge- 
macht worden.  Nachdem  ich  aber  eine  Probe  aus  dem  ange- 
kündigten Werke  gesehen  und  mich  von  dem  Keiclithum  seines 
Inhaltes  naher  unterrichtet  habe,  darf  wol  auch  ich  den  Ge- 
genstand und  zwar  zu  dem  Zwecke  hier  berühren,  dafs  noch 
mancher  der  zahlreichen  Freunde  mittelalterlicher  Heraldik  lür 
ein  \\  erk  sich  thälig  interessieren  mochte,  das  eines  ihrer 
schönsten  und  wichtigsten  Denkmale  zum  Gegenstande  bat. 
Die  Herausgabe  desselben  erfordert  bedeutende  Opfer,  und  es 
verdient  die  genannte  Gesellschaft  lebhaften  Dank  dafür,  dafs 
sie  solche  gröfsentheils  zu  bringen  entschlossen  ist.  Bei  dieser 
Opferwilligkeit  darf  sie  aber  um  so  mehr  Anspruch  auf  die 
Tbcilnahme  desjenigen  Publicums  machen,  in  dessen  Interesse 
sie  vorzugsweise  thatig  ist.  Die  Züricher  \>  appenrolle,  ent- 
standen in  sehr  früher  Zeit  (spätestens  in  der  Mitte  des  XIV. 
Jahrb.),  ist  aufserordentlich  wichtig  für  die  Geschichte  der 
Heraldik  überhaupt  und  für  die  heraldische  Kunst,  nicht  minder 
aber  für  die  Entwicklungsgeschichte  der  Wappen  einzilner 
Geschlechter.  Was  die  Wappen  ausgestorbener  Familien  be- 
triffl,    so  wird  ihr  kaum  etwas  anderes  an  die  Seite  zu  setzen 


sein,  und  eben  solchen  gehöret  eine  grofse  Anzahl  der  in  ihr 
für  unsere  lienntnifs  geretteten  Wappen  an.  Sind  ja  doch  die 
noch  erhaltenen  .Monumente  mit  heraldischem  Schmucke  der 
vor  Beginn  des  XV!.  Jahrb.  erloschenen  Geschlechter  über- 
haupt nicht  zahlreich  und  noch  seltener  diejenigen,  welche  di'e 
Wappen  vollständig  und  in  ihren  cigenthümlicbcn  Farben  dar- 
stellen, und  wie  oft  ist  ein  unNollkommnes  Siegel,  immer  ohne 
Farben,  hiiulig  ohne  das  Helmkleinod,  unsere  einzige  (luelle  I 
Die  Züricher  Rolle  gibt  alle  Wappen,  die  sie  uns  mittheill. 
vollständig  in  Farbe  und  mit  Helinschmuck,  und  wir  diirfen 
annehmen,  dafs  der  alte  Künstler,  der  zu  einer  Zeit,  da  jedes 
Wappen  und  jeder  Theil  desselben  grofse  Wichtigkeit  halte, 
mit  der  Ausführung  eines  so  bedeutenden  Werkes  betraut  ge- 
wesen ist,  auch  mit  Sachkcnnlnirs  und  Sorgfalt  verfahren  sein 
wird.  Da  aber  auch  die  nun  unlernommene  Vervielfältigung 
der  Rolle  von  Sachkenntnifs  geleitet,  und  mit  gewissenbafler 
Treue  ausgeführt  wird,  so  diirfen  wir  darauf  rechnen,  ein  horhst 
werthvolles  heraldisches  Quellenwerk  zu  erhalten.  .Mochte 
eine  recht  zahlreiche  Subscription  es  möglich  machen  ,  dafs  es 
bald  Gemeingut  werde ! 

Wallerstein,  im  INovembcr  1858. 

\\  ilbelm   Freiherr  von   Löffelholz   von  Kolbcr;. 


Da  mit  dieser  Nununcr  der  Jahrgaug  1858  des  Anzeigers  geschlossen  ist,  so  wird 
die  gefallige  Bestellung  der  Fortsetzung  desselben  hiemit  in  Erinnerung  gebracht. 
(Halbjahrige  Abonnenten  werden  nicht  angenommen.) 

Verantwortliche  Redaction:     Dr.   Freih.  v.  u.  z.  Aufsess.     Dr.  A.  v.  Eye.     Dr.  G.  K.  Frommann. 

Dniclc  von  Fr.  C&mpe  k  Sohn  In  Nürnberg. 


Al|iliahelisclies  Uesisler 

zum 

füiirteit  Baude 

des 

Anzeigers  für  Iviiinle  der  üeutsilieii  Vorzeil. 


Vorbemerkung:    Mit  B  sind  die  Bekanntmachungen  und  Inserate,  mit  L  die  Uterarisclicn  Anzeigen  unterschieden. 


Abenberg  s.   Alonunienta. 
Adels-Lej-icon,  deutsches.      L.  404. 

Agricola'a    Sprichwürter :     Anfragen    über     die    niederd.    Aus- 
gabe ders.     B.  247  f. 
Albert,  Erzbiscbof  von  Riga,  und  seine  Sippschah.   169  ff.  209  ff. 

249  IT.     289  ff.     329  ff. 
Albrecht- Dürer -XWmm.     L.  170. 
Album  des  litlerarischen  Vereins  in   Bern.     L.   36  f. 
ylMuin- Blatter  in   mittelalterlichem  Style.     L.   202. 
Alexander,  a.  Ulrich  v.  Eschenbach. 
Alisa,  römisches  Kastell,  und  das  varianische  Schlachtl'clil.   115  f. 

L.  129. 
Alpcnsaf/eri.     L.  99   f. 

Allargemiilde  in   der  Kirche  zu  Artclsholcn.      179  f. 
Altenberg,  Kloster,   bei   Wetzlar.     409  11. 
Alterthümtr  unserer  heidnischen  Vorzeit.     L.   404  f. 
Altkumistica  (satir.  Gedicht  v.  Joh.  Clai).     49. 
Altsicert,  Meister,   (""litlelhochd.    Dichter).    79  ff.    112  ff.     142  ff. 

177   ff 
Anhalt:  Christian   der  Jüngere,  Kiirsl,  s.   Tagebiuh. 
Aniheil    der    Deutschen     an     der    Entdeckung    von  Südamerika. 

L.  69. 
Architectur,  s.   Baukunst. 
Artehhofen,  s.  Allargemäldc. 
Aschuffenburg,  s.   Bau-Ornamenic. 
Aufsatze  in  Zeilschriften.    38.  71   f.    101.   133  f.    174  f.    204  f. 

242  f.     285  f.     324  f.     36')  f.     400  f.     436  f. 
Ausgrabungen  \u:'\  Rüssenbach  (mit  I  Blatt  lithogr.  Ahhidgn.)  378  ff. 
Aussprache   des   Mittelbochdeutscheii.      I,.   28.') 
Ausstellung  archäolog.  und  kunstbistor.   Gegi;nstande  in  Krakau. 

B.  407  f. 

Baiiler,  Simon,   Bildhauer:   BerichtiuuMg  seines  Wamens.     7(i   f. 

Barenfang  im  Fichtelgebirge,   (iir.   Abbild. J   116  ff. 

Bart  der  Deutschen   im   .Mittelalter,  s.  Haar. 

Baukunst,  s.   Kirchenbaukunst. 

„  8.   Slyliirten. 

„  f.   Zeitschrift. 

Bau- Ornamente  an   Gebäuden  der  Stadt  Aschnffcnburg.    L.  284. 

Bauirerke,  Üanzigcr.     L.   100. 

Beiträge,   denkwürdige,   für  Gcscliirhte  und  Rechtsaltcrthümer. 
L.  397. 

Beiträge  lur  Kcnntnifs  des  Harzes.     L.    169. 

Bennohuhle,   s.   Inschrift. 

Bergmannsliedcr,  alte.     l..  324. 


Bern,  s.  Album. 

Berthold  der  Bartige,  s.    Ziiringcn. 

Berlhold  von  Holle.     L.   131. 

Beza,  Theodor,  s.  Prishachius. 

Bibliographie  der  deutschen   Rechtsgeschichte.     L.  364  f. 

Bilderrathsel  des   16.   und    17.   Jahrhdts.  (mit   lith.   Beil.)     256(1. 

Bildhauer  der  Kon.stanzer  Domtbüren  :    der    wahre  Name    dess. 

76  f. 
Biihmen,  s.  Exulanten. 
Breckerfeld:  Pfarrkirche  daselbst.     144  f. 

Bremen,    die  Diöcese,    und    deren  Gaue  in  Sachsen  und  Fries- 
land.    L.   400  f. 
Bücherpreise,  alle.      419  f. 
Buchloe,  s.   Lisel. 
Canonisation  der  Heiligen:  Frage  nach  einem  Werk   über  dies. 

L.   136. 
Chronica  Montis  sereni,  s.   Conrad. 
Chronicon  Siincli   Michaelis.     L.  69. 
Chronik  des  Deutscbordens,  s.  Jeroscbin,  Nie.   v. 
Chronik,  Woriiiscr,  von   Friedr.  Zorn.     L.  35. 
Clui,  Johannes,  s.   AllKtimistica. 
Cluny,  Abtei,  s.  Gescbicbte. 
Codex  des  Memorials  des  Strafsburger  Johanniterhauses.    375  f. 

415  ff. 
Comc<en- Literatur:   Beilrag  zu  ders.     215. 
Conrad,  chronica  .Monlis  sereni :  Kachfrage  nach  weiteren  Hand- 

schrifleii   ders.      B.    136. 
Danzig,  s.   Bauwerke. 

„        s.   Ilamlels-  und   Gewcrbsgescbichte. 
Deutschland:  Hobenslaulen,  s.  Gescbicbic. 
„  Kaiser,  s.  Geschichte. 

„  Kaiser  und   Krtnigc   s.    Miinzcn. 

„  K^rl    \'.,   Kaiser,  in  Nürnberg.     L.   403. 

Deulschiirdin:  l'bronik  des  Nie.  von  Jeruscbin,  s.   Handschrift. 
Dichlinigeu,   deutsche,  von   Wicodenius  Frischlin.     I,.  34. 
Dingoißng:   Stadt  und   lluigebnng,  s.   Geschichte. 
Diplonuitik,  deutsche,  aus  Siebenburgen :  Notizen  zur  Gcschichio 

ders.     374  f.     412  f. 
Dom  zu  .Mainz.     ]..  33. 

„       „    Prag,  8.   Führer. 
Domthürtii,   lionsliin/.cr :    der  wahre   Name  des  Bildhauers  der«. 

76  f. 
Dresden,  s.   Gemiildegalleri»*. 
Durer,  .\lbreclil,  s.   Alhrrcbt- Durer- .\ll i. 


443 


Alphabetisches  Register  zum  Anzeiger  füi   KiiikIc  der  deutschen  Vorzeit. 


444 


Dürer,  Albrechl,  s.  Handzeichnungcn. 

Ehehaflf/erichle :  Nolizcn  über  dies.     302  ff.     342  ff.     382  ff. 
Eicht,  die  breite,  s.  Freistuhl. 
Eichiludt,  s.   Geschichte. 
Eideshülfe,  zur  Geschichte  ders.     424. 

Einirohneridhl  der  elicmal.  Keichssladt  IViirnberg.     L.  241. 
Eislehen,  s.  Lulhcr's  Geburtshaus. 
Enenkel's  Wellchronik:   Bruclistück.     212  f. 
Erfurt:  Universität.     L.   169. 
Eriilanlen,  böhmische,  in  Sachsen.     L.    171. 
Fehmgerichle.     L.  240. 
Felddiebe:  Strafen   ders.,  s.   Strafen. 
Fichlelgebirge,  s.   Biirenfang. 

Forschungen,  mythologische;   Anliiindigung.     B.  71    f. 
Freimarkl:  über  die  Bedeutung  dcss.      109  II'.      173  ff. 
Freisluhl  an  der  breiten  Eiche.     118  ff.      150  ff. 
Friesland,  s.  Bremen. 
Frischlin,  Nicodemus,  s.  Dichtungen. 
Führer  durch  den  Dom  zu  Prag.     L.  399. 
Fund,  s.  iMunzfund. 

Gallerie  der  .Meisterwerke  altdeutscher  Holzschneidekunst.  I,.32f. 
Oambrinus.     81    f.    179.  295. 
Gänye,  unterirdische.      1  15   f. 
Gedicht,  niilleihnchd.:   Bruchstück.     335  f. 
Gedichte  in  trierscher  Mundart.     L.  435. 

Gefanijennehmxing  des  Grafen  Reinhard  von  Solms.   105  (I.   137  ff. 
Gemälde  von  Prag.     L.   399. 

Gemüldeyallerie  zu   Dresden:  Bemerkungen  über  die  neue  Auf- 
stellung,  Beleuchlung  und   t'atalogisirung  ders.     L.  282. 
Gemeindeinslilut  der  IVachliarschaft.      147. 
Gemeindeiresen,  s.   iMonatsschrill. 
Gericht,  freies,  von  Kaichen,  s.   Geschichte. 
Gerichtsrerfahren,  s.   Geschichte. 
Geschichte  der  Abtei  Cluny.     L.  202  f. 

„  der  Stadt  Dingolfing  und  ihrer  ITuigebung.     L.  34. 

„  des  Hnchstifles  und   der  .Stadt   Eichstadt.      L.  239. 

„  des  deutschen   Gerichtsverfahrens.     L.  363  f. 

„  der  liturgischen  Gewänder  des  Mittelalters.  L.  362. 

„  der  freihcrrl.  von  Hammerstcinschen  Familie.  L.  173. 

„  der  Provinz  Hanau.     L.  321. 

„  der  Edlen  Herrn  von   Heyden.     I,.   170  f. 

„  der  Hohenstaufen  und  ihrer  Zeit.     L.  66  f. 

„  des  freien   Gerichts  Kaichen.     L.   172. 

„  der  deutschen   Kaiserzeil.     L.  67  ff. 

„  des  Kletl>;aues.     L.  239. 

„  der  deutschen   Literatur:   (Irundrifs  ders.     L.  2^0. 

„  der  Metalle.     L.  398. 

„  der  ehemal,  Cistcrzicnsernbtci  Randen  :   Ankündigung. 

B.  175  f. 

„  der  Stipendien   und   Slifkingen   an   ileiii  Grofsherzogl. 

I.yceuui   und   der  l'niversilal   zu   Heidelberg.     L.  32. 

„  der    Entwicklung    der    lirolischen    Slündcverfassung. 

(Preisauf:;abe.)     367   f. 

„  des  Erzstifls   Trier.     L.  321. 

„  der  Kloalcrschule  zu  Wnlkenricd.     L.   132  f. 

„  8.  Beitrage. 

„  9.   Hislnrin. 

„  9.   Judenrecht. 


Geschichte  s.  Trachten. 

Geschlechter,  Thüringer,  in  ihrer  Vorzeil  und  Gegenwart.  B.  327. 

Gesellschaft,  ndeliche,   „lum   Sünffzen"    in  Lindau.     50  ff. 

Getriinder,  liturgische,  s.  Geschichte. 

Oeicerbsgeschichte  Danzigs,  s.   Handelsgeschichte. 

Glasmaler,  s.  Hermann. 

Glaubenshelden,  vorkarolingische,  christliche,  am   Hhein.  L.  365. 

Gliiubit/er,  s.   Schuldiger. 

Glochenunischrift,     340. 

Haar  und  Bart  der  Deutschen   im   Mittelalter,  (m.  Abbildungen.) 

8  ir.     62  ff     82  ff 
Haider,  Jakob,  s.  Bildhauer. 

Hammerstein,  freiherrliche   Familie,  s.   Geschichte. 
Hanau:  Provinz,  s.   Geschichte. 

Handels-  und  Gevverbsgeschichte  Danzigs.     L.  399  f. 
Handschrift,  neue,  von  Aic.  von  Jeroschin's  Deutschordenschro- 
nik.    332  ff 
„  8.  Luarin. 

Handschriften  der  Nürnberger  Stadlbibliuthek.     46  ff.     77  ff. 
„  s.    Museum,   geriiiaiiisi'lies. 

der  Sl.   Uuprechlskirche  in   Salzburg.     292  (I. 
lliindieicknuiKjin  von   A.   Durer,  einige  unbekannte.     417  ff. 
Hars,  s.   Beitrüge. 
Hafs,  Kunz,  s.  Spruch. 

Hauptportal  der  Klosterkirche  zu  Paulinzelle.     259  f. 
Heermann,  Johann :  geistliche  Lieder.     L.  70. 
Heidelberg:  grofsherzogl.  Lyccuin  und  Universität,  s.  Geschichte. 
Heilige,  s.   Canouisation. 
Heinrich  von   Hesserode,   Meister.     371    (I. 

Hermann,  Meister,  ein   deutscher  Glasmaler  des   14.  Jahrb.   73  ff. 
Hexenproiessc,  s.  Pachlcrin. 
Heyden,  Herreu   von,  s.   Geschichte. 
Historia  Lu.\eniliurgcnsis.     L.  397  f. 
Hohcnzollern,  s.  Quellensammlung. 
Hohenstaufen,  s.   Geschichte. 

HohschneidehuHst,  altdeutsche:   Meisterwerke  ders.,  s.  Gallerie. 
Hohschnill,  der  früheste  deutsche,  in   Toiidriick.     216  f. 
Hugo  von  Triinbcrg:  Kenner.     (Briichst.)     213  ff. 
Hütten,  Ulrich  von.     L.   130  f. 
Inschrift  in   der  sogen.  Bennohühle.      111    f. 
Inserate  und  Bekanntmachungen.  (17.)   39  f.   71  f.  103  f.   135  f. 

175  f.    207  f.    247  f.    287  f.    327  f.    367  f.    407  f.    439  f. 
Jägerbrevier.     L.  36. 
Jahrbuch,  weimarisches.     L.  279. 
Jeroschin,   IVicolaus  v.,  s.   Handschrift. 
.Iidiannitcrhnus  in  Slrafshurg,  s.  Codex. 

Judenrecht,  deutsches:  zur  Geschichte  dess.     221    (f.     420   ff. 
Kaichen,  freies  Gericht,  s.  (ieschichle. 
Kirche,  s.   Breckerfeld. 
„        s.  Paulin/.cllc. 
Kirchcnbauhunst  des  .Millclallers:   Vorschule  zur  Geschichte  ders. 

L.    100. 
Kletigau,  s.  Geschichte, 

Königsberg  (in  Frauken):   Lobscbrift.      B.  327. 
Konstanz:  Wappen  und  Sigille  s.  Wappen. 
Krahau,  a.   Ausstellung. 
Kriegszng,  s.   Verzeirliniis. 
Kann,  Kardinnllcgat,   liischof  von   Pranesic.      L.  210. 


445 


Alphabetisches  RegisU-r  zum  Aii/.cijier  für  Kunde  der  deulschen  Vorzeit 


446 


hiinsldoikmaler ,    des  christliclicii    Millelallers  in   den  Rlitinlan- 

den.     I..   131    f. 
Kunshrerke  Deutsclihinds,  s.   Museen. 
Liii/erkaluloij  des  Leipziger  Kunst-Comploirs.     B.   103   f. 
Landkarte  mit  Keimen.     419. 
Lanlerburg  (Mons  sereniia),   Kloster,  s.  Cunrad. 
Leben   und  Thnten    des  Herrn  Sebastian  Scherllin  vun  Burlen- 

bacb.     L.  66. 
Legende,  s.  Magd.ilenenlegende. 
Liebeslirief,  gereimter,  aus   dem    16.  Jhdt.     215  f. 
Lieil,  hislurisches,  s.  Ubertwerch. 
Lieder,  s.  Bergmannshcdcr. 

„       s.  Volkslieder. 

„       allchristliche.     L.  35  f. 

„       geistliche.     L.  201. 

„  „  s.  ileermann,  Job. 

„        litliauisrhc,  s.  .Varclien. 
Lindau,  s.  Gesellschaft. 

Lisel  von  Bucbluc:  das   Kiissen  ders.     340. 
Lilerahir,  deutsche,  s.   Geschichte. 

„  „  s.  Nationallitenitur. 

Lilliaueti,  s.  Märchen. 

Luurin:  über  eine  Handschrift  dess.     5  IV. 
Luthers  Geburtshaus  in  Eisleben.  369  IF. 
Luxemburg,  s.  Hisloria, 

Magdalencnlegende:   Bruclistucli.      255   f.      337. 
Magdeburgs  Verhangnifs.     I..    171. 
Mainz,  s.   Uom. 

Märchen,  Sprichworle,  Kallisel  und  l.iedcr,   litliauischc.  L.  323  f. 
Marienhben,  s.  Philipp. 
Meifsen,  s.  Kegistiatur. 

Meisterirerhe  altdeulsclier  Holzschneidekunst,  s.   Gallerie. 
Memorial  des  Strafsburger  Joliannilcrhauses,   s.  Codex. 
Metalle,  s.   Geschichte. 

Melle?),  das  Kloster,  und  seine  Aebte.     L.  364. 
Michael  (iMihicIJ,  St.,  Kloster,  s.  Chronicon. 
Monatsschrift  für  deutsche's  Städte-  und  Gemeinde  Wesen.  L.  31  f. 
Munogrammisten.      L.   33  f. 
Mons  seretius,  s.  Lauterburg. 
Monumenta  Abenbergcnsia.     L.  283  f. 
„  Zollerana  L.  435. 

„  s.  Urkunden. 

Muffel,  Niclas,  s.  Ubertwerch,  Heinz. 
Muhldnrf,  s.  Stadirecht. 

Muhllmlf,  Herrschalt,  und   ihre  Besitzer.     L,  203. 
Mundart,  triersche,  s.  Gedichte. 
Mundarten,  deutsche,  s.  \>  orterbuch. 
Miinsler,  s.   Itilberg,   Otto   von. 

Wi/nnH  (kr  di-ulsclicn  Kaiser  und  Könige  des  .Mittelalters.  L.212. 
Miintfund,  Volpertshiiuser  (mit  Abbildungen.)     298  IT. 
Mün-J;undc  der  .Vbtci  Menburg.     147  fl.      180  IT. 
Museen  und   Kunstwerke   Deutschlands.     L.  281. 
Museum,  germanisches:   Aufruf.      Extrabcil.  zu  INr.  3. 

„  „  Bitte  um  Beitrage   zur  Keslauralion   der 

Karlbauserkircbe.    Kxlrabcil.  zu   Nr.  11. 

„  „  und    das     Berliner    Voluni.       Kxtraliiil. 

zu  Nr.  8. 

„  „  Büchcrgesuch  für  die  Bibliothek.  B.  39  f. 


Museum,  germanisches:  Chronik.    17  (f.     57  ff.     89  IT.     121    ff. 
153  ff.    185  (T.    225  IT.    265  (T.    3U5  fT. 
345  fT.     385  IT.     425  (T. 
r,  n  Druckschriften,    Anzeige   ders.     Exlra- 

beil.  zu  ftr.   1. 
n  n  Krauenhalle  (Abbld.)  Extrabeil,  zu  Nr.  3. 

„  n  An  die  Stadtverordneten  zu  Gotha.  Ex- 

trabcil. zu  Nr.  8. 
n  n  Handschriftensammlung.      176  f.  212  fT. 

253  f.     292  IT. 
»  n  Jahresconferenz.     B.  207  f.     247  f. 

n  n  Gipsabgüsse    von    .Meisterwerken    de» 

Tillinann  Kiemenschneider.     B.  287  f. 
Mythologie,  s.  Forschungen. 
Nachbarschaft,  s.  Gemeindeinstitut. 

JVoc/iWc/i/e»   von    dem    Gcschlcchlc   der    Grafen    von    Wartens- 
leben.    L.  361- 
Nachrichten,    literarische.     (97.)     29  IT.     65  0.      99  f.      129  (T. 
170  II.     199  IT.     239  ff.     277  ff.     321   ff.     361   ff. 
395  ff.     435  ff. 
„  vermischte.     (J32.)     38  ff.     72.     101   ff.      134  B. 

175  f.     205  ff.     244  ff.     286  ff.     326  ff.     366  ff. 
406  ff.     438  ff. 
Nationalliteratur,    deutsche:    die    classische    Periode    ders.    im 

Mittelalter.      L.  281   f. 
Nietiburg,  .\btei,  s.  Münzkunde. 
Noirecht.     422  ff. 

Nürnberg:  KarlhäuserUircbc  s.  .Museum,  gernian. 
„  Stadtbibliothek,  s.  Handschriften. 

„  s.  Deutschland,  Karl  V.,  Kaiser. 

„  s.  Einwohnerzahl. 

„  s.  Spruch. 

„  s.  Ubertwerch,  Heinz. 

Oberrhein,  s.  Zeitschrilt. 
Oldenburg,  s.  Studien. 
Opiti,  Martin.     L.  402  f. 
Ornamente,  s.  Bau- Ornamente. 
Osnahriick,  s.  Taulbecken. 
Oeslerreich,  s.  Alpensagen. 
Oslfriesland,  s.   \\  orlerbuch. 

Pachlerin,  Barbara,  und  Math.  Perger.     L.  241   f. 
Panorama  von  Prag.     L.  399. 
Paulimelle:  Klosterkirche,  s.  Hauptporlal. 
Perger,  Matthias,  s.  Pachlerin,   Barbara. 
Philijip,  Bruder:   Marienlebcn   (.Bruchst.).     253. 
/'or^dir- Catnlog.     L.  2s0. 
Prag,  s.   Gemälde. 
„      s.  i'anorania. 
„      Dom,  s.  Führer. 

„      im  neunzehnten  Jahrhundert.     L.  399  f. 
Preisaufgabe,  s.   Geschichte. 
Prisbachius,  Wolfgangus  (Pseudonym).   49. 

Quellensammlunij  zur  (beschichte  des  Hauses  Hohenzullern.  L.  37  ff. 
Ilaihsel,  s.    Bildcrrathsel. 

„         lithauische,  s.   .Märchen. 
Iluudin,   (isterzicnsernblei,  s.    Geschichte. 
Itrrhisiilterlltumcr,  s.    Beilriige. 

deutsche,  aus  Schwaben.     3(K)  n.     340  ff. 


447 


Alphabetisches  Register  zum  Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit. 


448 


Rechtsgeschichte,  s.   Bibliopniphie. 

Regesien  und  Urkunden  zur  Geschichle  des  Grsclilechles  Wim- 
genhcini.     L.  199  (T. 

Registratur    aller    BriefT   des    Slifles    Meifscn:    naihlriige    nach 
diesem  .Mscr.     B.   135  f. 

Renner,  s.   Hugo  von   Trimberg. 

Repgotr,  Eike  von,  s.   Zeilliucli. 

Rheinlatnle,  s.  Glaulienshelden. 
„  s.  h'unstilenknililer. 

Riemenschneider,  iilliiiiuin,  s.   .Miistuin,  gtTJii.:   Gypsabgüsse. 

Riga:  Albert,  Erzbischor,  s.  Albcrl. 

Rilberg,  Otlo  von,  Bischof  von  Miinsler.     L.  401. 

liiissenhach,  s.   Ausgrabungen. 

Sachsen,  s.   Brctmn. 
s.  E\iilniilcn. 

Sagen,  s.   Alpensagcii. 

Salzburg:  St.  Kuprcchlskirchc,  s.   Handschriften. 

Schannal,  }.  F.,   Eiflia   illuslrata.     Vcrknufsanzeige.     B.  207  f. 
Scharfrichterrechte.     300  ff. 

Schertlin  von   Burtcnbach,  Sebastian,  s.  Leben   und  Thaten. 
Schiachtfelil,  das   varianischc,  s.   Aliso. 
Schuldiger,  silcichbcdeulend  niit,Glaubiger.     45  f. 
Schutzenordnutii/,  Wasnnger,  vom  Jahre  1611.     224. 
Schiraben,  s.   Kechtsaltcrthünier. 
Schveden,  s.   Volkslieder. 

Schiceifs,  englischer:  zur  Geschichte  dess.     114  f. 
Schweii,  s.  Alpensagen. 
Siebenbürgen,  s.   Diplonialik. 
Sigillc  der  Stadt  Cunstanz,  s.   Wappen. 
Sohns,   Kcirihard,   (iraf,   s.    (Jelangennehmung. 
Somnili,  Adelsgeschlecbt :    Bitte  um   Auskunft   über  dessen  Ge- 
schichte.    B.  207. 
Specliseile:  das  Holen   ders.     86. 

Spielkarte,  eine  alle:  nachtragl.  Bemerk,   darüber.     15  f. 
Spielkurten  vom   15.  u.  16.  Jahrhdt.   (mit  1  lithogr.  Beil.J.   183  f. 
Sprache,  niittelhochd.,  s.   Aussprache. 
Sprichirorte,  lithauisehe,  s.    Marcben. 
Sprichirürler,  s.   Agricola. 

Spruch  auf  die  Stadt  IVürnbcrg  fv.   Kunz  Hafs).     140  ff. 
StäJteiresen,  deutsches,  s.  .Munatss(  hrift. 
Stadtrecht,  Mühldorfer.     260  IT.     295  ff.     337  f.     377  f. 
Ständererfassung,  tirolische,  s.   Geschichte. 
Steinfeld,   Prämonstratenser  Slonchskloster.     L.   65  f. 
Steintragen  der  Weiber,  s.   Strafe. 
Stiftungen,  s.    Geschichte. 
Stipendien,  B.   (ieschicbte. 
Strafe  des  Sleinlragcns  der  \\  eiber.     86. 
Strafen  für  Felddicbe.     341. 

Straftburg:  Jiihanniterhaus ,  .Memorial   dess.,  s.   Codex. 
Studentenspiegel,  altdeutscher.      L.    173. 
Studien,  militairische,  aus   Oldenburgs  Vorzeil.     L.  203  f. 
Stijlarten.   die   architeklonisihen.      L.   282  f. 
Südamerika:  Entdeckung,  s.   Antheil. 
Sünff:,en,  zum,  s.   Gcsellschnft. 


Syphilisepidemie:    Aufforderung  zu   Beitragen  für  die  Geschichte 

ders.     B.  247. 
Tagebuch  Christians   des  Jungeren,   Fürsten  zu  Anhalt.   L.279f. 
Taufbecken  im   Dome  zu  Osnabrück.     55  f.     B.   135. 
TUitringen,  s.   (ieschlechter. 
Tirul:  Standeverfassung,  s.   Geschichle. 
Tondruck,  s.  Hulzschnilt. 

Trachten:  zur   Geschichte   ders.  (m.  Abbildgn.)    217   fl.    33S  ff. 
Trier:  Erzslilt,  s.  Geschichte. 

„       Mundart,  s.  Gedichte. 
Vbertwerch,  Heinz:  Lied  von  Nicias  Muffel  (1469).    I  IT.    41  (T. 
Viridis  von  Eschenbach  Alexander:   Bruchstück.     17t). 
VIrich's  von  Türheim  NVdIchalm:   Bruchstück.     176  f. 
Ungern:  deutsche   Muniiarten,  s.  M  cirtcrbuch. 
Ungern,  s.    Wciliuai-htspiclc. 

„         rebellische,  s.   Verzeichnus. 
Unzuchlstrafen  früherer  Zeiten.     56. 
Urkunden  der  Monuiiienia  Zollerana.     L.  241. 
Kercinc,  historische:  Chronik  ders.     27  fr.    61  ff.    97  (f.     127  ff. 

167  ff.  197«.  235  ff.  275  ff.  319  ff.   359  ff.   393  ff   433  ff. 
Vergerius,  Petrus  Paulus,  piipsll.  >untius  etc.      L.  277   ff. 
Vencichnus    der    fteiien    Bewilligung    zum    IVeuen  Kriegszugkh, 

jetzt  wider  die  Kebellischen  Hiiiigarn.     412  f. 
Vincentius  Beilovacensis:  Speculum   hisloriale  (Bruchsl.j.    254. 
Volkslieder,  schwedische,  der  Vorzeit.     L.  401    f. 
Volpertshausen,  s.  Münzfund. 
Vorzeit,  heidnische,  s.  Alterthümer. 
Waffen,  s.   \Verkzeuge. 
W'alkenried:  hlosterschule,  s.   Geschichte. 
W'iillenslein's  Eriiioriluug.      L.   403   f. 
W  ungenUeini:   (Geschlecht,  s.   Kegcsicn. 

iVappcn  und   Sigillc  der  Slndt  Constanz  (m.  .Xhbidg.).      12  ff. 
Wappenrolle,    Ztiricher,    aus    dem    14.   JhdI.     Herausgabe  ders. 

B.  328.  439  f. 
\)'arlensleben,  Grafen  von,  s.   Kachrichten. 
H  asungcn,  s.  Schutzenordnuiig. 
Wehr,  abenteuerliche,  2()2  fl. 
Weihnacblspiele,  deutsche,  aus  Ungern.     L.  70  f. 
Itcjmoi's  .Merkwürdigkeiten.      L.   401. 
Weinschenken  in   Wesel.     342. 
Werkzeuge  und  Waffen.     L.  362  f. 
Wesel,  s.   Weinschenken. 
Willehalm,  s.  Ulrich  von  Tnrliciin. 
Worms,  s    Chronik. 
Wörterbuch    der    deutschen    Muniiarten   des  ungrischen   Berglnn- 

des.      L.  322  f. 
Wörterbuch,  ostlriesisclies.     L.   201    f. 

Züringen:   Berthold  der  Bürtige,  erster  Fterzog.     L.  29  ff. 
7,eitbuch  des  Eike  von  Repgiiw.     L.  35. 
Zeitschrift  für  praktische  Baukunst.     L.  398  f. 
Zeitschrift  für  die   Geschichte  des   Obcrrbeins.     L.  395  f. 
Ztilleni,   s.    Moiiuiiienla;  s.    ('rkunilin. 
Zorn,   Friedr. :   Cbriinik,    s.   \>  orms. 
Z.iringlis  erste  zwei  Sehriflen.     8. 


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